*Mä. ’
1900
Sonntag den L April
Amts- unb Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren
ttagste
0.- an.
hoi»»'11
Aczugspreis virrteljährl. Mk 3,St monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholesteSe» vierteljährl. Mk. 1,N monatlich 65 Ptg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld.
e**to*. e^tMtUn und »ru*wi: Nr. 7.
rtwagen
ir"8 Wascki.
katZKi,
Viertes Blatt.
insbesondere aber darauf hingewiesen, das; etwa erwünschte Auskunft über die geplante Gehrifenprüfung, lvelche im Einverständnis mit Großh. Zentralstelle f. d. Gewerbe, zur Durchführung gelangt, in der Gewerbeschule, Asterweg 25, zu erhalten ist.
** Landeslotterie Direktiou. Se. Kgl. Hoheit der Groß- Herzog hat Allergnädigst geruht, am 28. d. M. den Königlich Sächsischen Finanzrat a. D. Dr. jur. Paul Götz zu Darmstadt zum Landeslotteriedirektor, den Gerichtsafsesfor Dr. Julius Lehr aus Darmstadt zum zweiten Beamten der Landeslotteriedirektion, den Rechnungsrat i. P. Karl Kraus zu Darmstadt unter Belassung des Charakters als „Rechnungsrat" zum Kassier, den Ministerialrevisor bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen Peter Bitte! zu Darmstadt zum Kontrolle,:r, sämtlich mit Wirkung vom 29. November 1899, den Königlich Sächsischen Sekretär a. D. Alexander Pille zu Darmstadt unter Belassung des Charakters als „Sekretär" zum technischen Kontrolleur mit Wirkung vom 11. Dezember v. I., den Finanzaspiranten Ludwig Pons zu Darmstadt zum Registrator mit Wirkung vom 29. November v. I. bei der LandeSlotteriedirektion zu ernennen; dem Landeslotteriedirektor Dr. Paul Götz den Charakter als „Geh. Finanzrat" und dem zweiten Beamten der Landeslotteriedirektion Dr. Julius Lehr den Amtstitel ..Finanzamtmann" zu verleihen; den Direktor des städtischen Wasserwerks zu Worms, städtischen Baurat Friedrich Ft sch er zu Worms unter Verleihung des Charakters als „Baurat" zum Direktor des Wasserwerks zu Bad-Nauheim mit Wirkung vom 1. April d. I. ab zu ernennen.
*♦ Vakanzen im Bezirk des 18. Armeekorps. Frankfurt (Main), Direktion der Main Neckarbahn in Darmstadt, 6 Anwärter für preußische Stellen des Zugbegleitungsdienstes, zunächst je 800 Mark diätarische Jahresbesoldung; bei der Anstellung als etatsmäßiger Schaffner 800 Mark Gehalt und der tarifmäßige WohnungSgeldzuschnß. — Idstein, Magistrat, 2 Nachtwächter, je 283 Mark. — Ober-Post- direktion Dortmund, Kaiserliche Postanstalt, Landbriefträgcr, 900 Mark Anfangsgehalt, und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Mainz, Garnison-Lazarett, 3 Hausdiener, Änfangsgehalt je 700 Mark jährlich neben freier Wohnung und Deputaten an Beleuchtungs und Feuerungsmitteln. — Wiesbaden, Wilhelms-Heilanstalt, Maschinist, Anfangsgehalt von 1200 Mk. jährlich bei freier Wohnung und Deputaten
GratisbeiisKttl: Gießener Familientüätter, Der hessische Landwirt, KlSttrr für hessische Volkskunde._________________
Mt Anzeigen-BermittlungSstellen des In« und Auslandes nrhmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfß.
Adresse für Depeschen: Anzeiger chie-es- Fernsprecher Nr. 51.
^asi% n*che 'oleum-
Kochapt
Lokales und UrsoiryieUes.
««orttnrre M«se«drrngerr, gleichviel welche« Inhaltes, Werve« gru«vsützlich «icht aufge«omme«.)
Gießen, 31. März 1900.
»efchtchtskalender. (Nachdruck verboten.) Dor 9 3tbrtn, au 1. April 1891, wurde die Insel Helgoland dem Süd- dtlbmerschm Kreis der preußischen Provinz Holstein einverleibt, nichdan sie bereits durch Gesetz vom 15. Dezember 1890 durch daS drM-englische Abkommen in preußischen Besitz übergegangen war.
*♦ Namensverauderung. Am 19. Dezember wurde der am t. Dezember 1894 zu Gießen geborenen Elisabethe Eridewand, Tochter der Wilhelm Bastian Ehefrau zu Vießkn, Lina geborenen Seidewand, gestattet, statt ihres ßkitherigen in Zukunft den Familiennamen „Bastian" zu jsthren.
•* Dienstuachrichten. Am 10. Februar wurde der von itm Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Büdingen auf Ik L Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mittel-Gründau, Sk. Büdingen präsentierte Schulamtsaspirant Franz Knies eus Bensheim für diese Stelle bestätigt; am 12. Februar Itmrbe dem Schullehrer Reinhard Rau zu Busenborn, Kr. Scholten, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Blei- Itnrob, Kr. Alsfeld, an demselben Tage wurde dem Schul- Mtsaspiranten Georg Wißner aus Rockenberg, Kr. Fried- Ing, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ulfa, Kr. Scholten, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Wirth wein aus Erfelden, Kr. Groß Gerau, die Lihrerstelle an der Gemeindeschule zu Langenhain, Kr. Friedberg, an demselben Tage wurde dem Schulamts- chimnten Wilhelm Lind aus Friedberg eine Lehrerstelle en der Gemeindeschule zu Butzbach, Kr. Friedberg, am 20. Februar wurde dem Schulamtsaspiranten Ludwig Werner elis Ober-Rosbach, Kr. Friedberg, die Lehrerstelle an der Seineindeschule zu Höringen, Kr. Alsfeld — übertragen.
»* Dünsbergturm. Die Abrechnung über den Bau des DünSbergturmeS ist dieser Tage erfolgt, und es hat sich labet ergeben, daß die Gesamtkosten ungefähr 9200 Tif. tragen. An Barmitteln und Baumaterialien wurden hierzu durch Geschenke ungefähr 8000 Mk. aufgebracht, so daß zur Tilgung der Restschulden noch annähernd 1200 Mk. Mur. Das Baukomitee hat demzufolge beschlossen, sich
am vsMWch
Ml»S
tätmUylb
M drM t'. lUn durch ttfar
Hal bei nl'Nn bnbtn.
OiOOgMiM
ib 1».
d 1MMM
't »W.
ereins ist Doilrii-' imngen fönner
Mchchmngi: und Äoiwiwk -
d'c
hlvß
ment
7511
Meßmer Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Mte ViHmcr
* Mi Uw M»zr,ger kW .Hess. 9r*a*r N. „fctitUt > VL «ettttunte*
MM
7,1
lw*< *•* «»»eigen zu der MchwittagS für Ue nlm «Aheinmden Nummer biS »arm. 10 Nßr. fpttestenS -rher.
Hoher Bi*
u ver"’11 >
nunmehr in einen „DünSbergverein" zu verwandeln, >em in erster Linie die Aufgabe zufällt, den Fehlbetrag aufzubringen. Zu diesem Zwecke wird zum 3. April eine onstituierende Versammlung von dem Baukomitee einberufen werden, welche die Gründung dieses Vereins vornimmt. Die Aufgabe des Vereins soll jedoch nicht nur die Aufbringung von Geldmitteln sein, sondern durch den Beitritt zu dieser Vereinigung soll allen Mitgliedern der freie Zutritt zum Turm ermöglicht werden, während Nichtmitglieder bei jedem Besuch 20 Pfg. Turmbesteigungsgebühren zu entrichten haben. Der Jahresbeitrag soll auf eine Mark angesetzt werden, um jedermann Gelegenheit zum Beitritt zu geben. Der Verein wird aus den erübrigten Mitteln neben der Unterhaltung des Turmes und der Schutzhülle auch die Kosten der Verbesserung der Zugänge resp. Wege und der Fassung einer nah gelegenen Quelle zum steten Gebrauch für Trinkwasser bestreiten. Zur Steigerung des Besuches und gemeinsamen Vereinigung auf dem so herrlich gelegenen höchsten Berge unserer Umgegend wird es sich auch der Verein zur Aufgabe machen, jedes Jahr — etwa am letzten Sonntag im Juni — ein DUnsbergfest zu veranstalten, bei dem im frohen FesteSjubel, Gesang und Spiel manche schöne Stunde verbracht werden dürfte. Wir möchten die Gelegenheit nicht unbenutzt lassen, alle Freunde der Natur nochmals zum Beitritt aufzufordern. — Wie uns ferner mitgeteilt wird, ist die hiesige Turnerschaft gesonnen, ähnlich dem alle Jahr auf dem Feldberg.von der Frankfurter Turnerschaft veranstalteten Feldberg Turnfest, auf dem Dünsberg ein Turnfest des hessischen Turngaues abzuhalten, das gewiß ebenfalls allerseits mit Freuden begrüßt werden wird.
** Gehilfen- und Meisterprüfungen. Nach dem Gesetze, die Reorganisation des Handwerks tr., müssen künftighin Gehilfen- und Meisterprüfungen abgelegt werden, wenn der demnächstige Handwerksmeister die Berechtigung sich erwerben will, Lehrlinge in seiner Werkstatt 2C. ausbilden zu dürfen. Der Ortsgewerbeverern will auch in dieser Hinsicht bahnbrechend vorgehen und in diesem Jahre — und zwar in allernächster Zeit — eine Gehilfe n p r ü s u ng abhalten. Es werden deshalb noch an dieser Stelle die betreffenden Kreise — vor allem die Eltern und Lehrmeister, denen die Zukunft ihrer Kinder bezw. Lehrlinge am Herzen liegt, auf das vom Ortsgewerbeverein erlassene Ausschreiben aufmerksam gemacht,
Wäude solcher Oertlichkeiten zusammensetzten, genau untersuchte, stieß er auf beträchtliche Mengen von Markasit und sagte sich nun ohne weiteres, daß die Ursache der höheren Temperatur der Räume zweifellos in dem Vorkommen dieses Minerals zu suchen sei. Der Markasit (Strahl-, Speer- oder Wasserkies) ist (oder galt bisher als) eine Verbindung von Schwefel und Eisen und oxydiert an der Luft, zieht Wasser und Sauerstoff ait fich und wird zu schwefel- saurem Eisenoxydul, ein Prozeß, bei dem Wärme erzeugt wird. Schon der gelehrte Jesuit Kircher aus Fulda gedenkt in seinem „Mundus terraneus" (die unterirdische Welt) der ihin von bergmännischer Seite berichteten Erscheinung, daß die Strecken, in denen Markasit vorkomme, am heißesten seien. Professor Lirpa gelangte nach längerer Beschäftigung mit der Materie zu dem Resultat, die bei dem Verwitterungsprozeß des Markasits aufgelöste Wärme sei nur dann hinreichend erklärlich, wenn in dem Mineral noch ein bisher unbekannter Grundstoff vorhanden sei, der besondere Wärme erzeugende Eigenschaften besitze.
Das Verfahren, durch das es ihm möglich wurde, diesen Grundstoff — eben das neue, nach unserem Forscher Lirpatimon getaufte Element — nachzuweiscn, ist zur Zeit noch Geheimnis des Gelehrten, der auch als Chemiker einen ausgezeichneten Ruf besitzt, sowie des Büreaus, das die Verwertung der Entdeckung für eine bedeutende Summe erworben hat. Das Mineral selbst ist von graugrünlicher Farbe, völlig geruch- und geschmacklos und im Markasit nur in geringer Menge vorhanden. Es ist so luftempfindlich, daß es, sobald es mit der atmosphärischen Luft in Berührung kommt, je nach seiner Menge in wenigen Sekunden oder Minuten von dieser völlig aufgesaugt wird, aber gerade in diesem Umstande wurzelt seine Bedeutung. Professor Lirpa erkannte nämlich, daß schon wenige Minuten" später, nachdem er eine Quantität Lirpatimon sich hatte auslösen lassen, in seinem Zimmer eine beträchtliche Temperaturerhöhung stattfand, die ausschließlich durch das neue Element hervorgebracht wurde. Er setzte nun seine Versuche fort und gelangte zu den in Folgendem kurz gemeldeten Ergebnissen:
Das Lirpatimon ist schon in geringer Menge eni zu Heizungszwecken vorzüglich verwendbarer Stoff. Man ve- darf, um mit Lirpatimon zu hetzen, gar keiner H^ung anlage, man nimmt einfach eine Quantität des tn Pulver-
hin eifrig fortgesetzten Forschungen. Was sie aber für uns so bedeutungsvoll gestaltet, ist nicht der Umstand, daß zu deu etwa 70 Elemeuten (Grundstoffen) ein neues gekommen ist, sondern eine Eigenschaft des neuen Stoffes, die ihn zu der Aufgabe berufen zu haben scheint, einen vollständigen Umschwung unserer bisherigen Heiztechnik, sowohl was das zur Verwendung kommende Heizmaterial wie die Heizanlagen anlangt, in wahrscheinlich nur nach wenigen Jahren zu bemessender Zeit herbeizuführen. Sobald das Lipartimon erst allgemeine Anwendung findet, werden unsere Oefen und Herde — wenigstens im Privatgebrauch und in ihrer jetzigen Form — völlig verschwinden, und um das Zuendegehen des Kohlenvorrats der Erde brauchen wir uns dann auch keinerlei Besorgnissen mehr hinzugeben, da man sich nach Einführung des Lirpatimons — und der technischen Vervollkommnung seiner Herstellung und Anwendung — vermutlich keine Mühe mehr geben wird, die teuren „schwarzen Diamanten" dem Schoß der Erde zu entreißen. In der That, die Frage, was dereinst an die Stelle der Kohlen zu treten bestimmt sein werde, hat ihre Lösung gefunden. Und nicht, wie einige vhantastische Forscher früher gemeint haben, das in seine Grundbestandteile, in Wasserstoff iind Sauerstoff, durch Elektrolyse zerlegte Wasser wird diese Stelle einnehmen, sondern ein ganz neuer Stoff, von dessen Existenz selbst die Gelehrten bis vor kurzem noch nicht einmal eine Ahnung hatten.
Hören wir zunächst, wie — nach dem uns freundlichst zur Verfügung gestellten Bericht des Patentbüreaus von K. L. Asch & Ko. in Wien, das die alleinige Verwertung des Patentes erworben hat — Professor Lirpa auf seine Entdeckung gekommen ist. Der scharfsinnige Geolog hatte bei den von ihm angestellten Untersuchungen über die Wärmezunahme in der Tiefe der Erde die Wahrnehmung gemacht, daß die Temperatur in manchen nach außen gut abgeschlossenen Schächten, Höhlen u. s. w. nicht unerheblich, ja in einigen sogar bedeutend höher sei, als dies mit den Temperaturverhältnissen der Umgebung in Einklang stand. Die Räumlichkeiten lagen weder tief genug, um durch ihre Lage ihre höhere Wärme zu rechtfertigen, noch vermochte der Geolog irgendwelche Erscheinungen aufzufinden, als deren Wirkung der befremdliche Umstand angesehen werden konnte. Indem er nun die Gesteine, aus denen sich die
Feuilleton.
Gin neues Keizmaterial.
(Nechd uk verboten.)
In den letzten Jahren hörte man häufig die Behaup- fciirn, daß die wissenschaftliche Forschung mit den Errungen- Mften des 19. Säkulums ihren Höhepunkt nunmehr er- mcht habe und auf dem Gebiete der Entdeckungen und Windungen in der Folge ein gewisser Stillstand zu er- mrren sei. Nichts kanu törichter sem, als diese allen Bietzen des menschlichen Fortschritts widerstreitende An- pidunnq. Weit eher dürfte die Ansicht am Platze sem. Eh die Menschheit erst am Anfang ihres wissenschaftlichen Siegeslaufes befindlich sei, und daß wir in den lriitueck- Maen der letzten hundert Jahre, so großartig sie sind, in Wirklichkeit erst die Herolde der Erfolge der Zukunft *t uns sehen. ,
In der That hat das Jahr 1900, das dem 19. ^ahr- hmdert den Namen gegeben hat und trotz der reichs- W ziel len Todeserklärung dieses Jahrhunderts dessen Wes, und nicht das erste Jahr des 20. Jahrhunderts ist, Eine Entdeckung gebracht, die diese Behauptung zu bestätigen tränet ist und die besten Hoffnungen für das 20. Jahr- fcabert rechtfertigt. Wenn es sich dabei auch nicht um die Hobachtung eines so. seltsamen Phänomens wie die Äm laenstrahten oder die Konstruktion eines so wunder- fcren Apparates wie des elektrischen Fernsehers handelt, jo scheint doch die Entdecknng außerordentlich genug, um L Interesse weitester Kreise in Anspruch zu nehmen, La sie, wie keine zweite, gerade für das praktische Leben 3on unberechenbarer Tragweite sein wird. Wir reden von ’ir von Tr. Alexander Lirpa, Professor an der Unmer- filät zu Bukarest, gemachten, Aufsehen erregenden Ent- Wung des neuen Elements Lirpatimon (Ln), über 2iefsoeben die ersten Nachrichten in Bukarest und Wien zur Nmffentlichung gelangten. '
Dr. Lirpa ist kein unbekannter Mann mehr; er ist «ir. «alter und wiederholt in Verbindung mit wichtigen Cr- chndnmgen genannter Forscher. Die Entdeckung dev Lirpa- iimons verdankt er auch nicht etwa dem Zufälle, sondern kiügtchenden Studien und bewußten, über mehrere ^zahre
Ar, 77 «SÄ


