^er königlichen Staatsregierung für die Muhe und Hingebung zu danken, mit der Sie sich der Durchberatung der Ihnen unterbreiteten gesetzgeberischen Vorlagen unterzogen haben. Es ist dadurch, wie mit besonderer Befriedigung anerkannt wird, die Möglichkeit geschaffen worden, diejenigen Gesetze rechtzeitig zu verabschieden, welche die Einführung des am 1. Januar 1900 Geltung erlangenden neuen Neichsrechts für unser engeres Vaterland zur Voraussetznng hat. Auch auf verschiedenen anderen Gebieten der Staatsverwaltung hat sich Ihre Mitarbeit als fruchtbringend erwiesen.
Aufs tiefste mutz die Regierung Sr. Majestät des Königs andererseits bedauern, daß das große Kanalunternchmen zur Verbindung von Rhein, Weser und Elbe, welches einem dringenden Verkehrsbedürfnis entsprechen und den Osten und den Westen der Monarchie wirtschaftlich noch inniger vereinigen soll, die Zustimmung des Hauses der Abgeordneten nicht gefunden hat. Sie hält im allgemeinen Jniereffe der Landeswohlfahrt an diesem großen Werke unverbrüchlich fest und giebt sich der sicheren Erwartung hin, daß die Ueberzeugung von deffen Notwendigkeit und Bedeutung im Volke immer mehr Boden faffen und daß es bereits in der nächsten Session gelingen wird, eine Verständigung darüber mit dem Landtage der Monarchie herbei- zuführen.
Auf Grund des mir erteilten Allerhöchsten Auftrags erkläre ich die Sitzungen des Landtags für geschloffen.
Berlin, 29. August. Der Bund der Landwirte veröffentlicht eine Kundgebung, worin es heißt: „In der kanalfreundlichen Presse ist uns in den letzten Tagen vielfach die Meinung begegnet, als ob die Ablehnung der Kanalvorlage hauptsächlich dem Bunde der Landwirte zuzuschreiben sei, der damit der Regierung gegenüber eine Kraftprobe habe machen wollen. Zunächst müssen wir die Behauptung der beabsichtigten Kraftprobe auf das entschiedenste zurückweisen. Wenn der Bund der Landwirte in den letzten Jahren mehrfach gezwungen worden ist, die Interessen der deutschen Landwirtschaft auch gegen die Regierung zu vertreten, so ist ihm das ganz gewiß nicht angenehm und erfreulich gewesen. Nur ungern macht der deutsche Landwirt der Regierung Opposition, aber er thut es, wenn auch mit schwerem Herzen, wo die Erhaltung seines Standes es gebietet. Von einer solchen Opposition aber konnte bei der Kanalvorlage schon um deswillen gar keine Rede sein, weil diese Vorlage gar nicht in erster Linie die deutsche Landwirtschaft anging, sondern in viel höherem Maße das gesamte gewerbliche Leben Preußens, das von einer ganz besonderen Begünstigung einer Einzelgruppe bedroht wurde. Aus allgemeinen wirtschaftlichen Erwägungen hat der Bund der Landwirte sich allen den Interessengruppen angeschlossen, die von vornherein schon allein aus Rücksichten der eigenen Selbsterhaltung gegen den Mittellandkanal sich wehrten."
M.P.C. Berlin, 29. August. Es ist gesagt worden, auch die Hierherkunft des Grafen Bülow in der vorigen Woche hänge mit der Kanalkrisis zusammen. Dies ist nicht zutreffend; Graf Bülow beeilt sich jedesmal, wenn der Kaiser längere Zeit von Berlin sortgewesen ist, demselben sich vorzustellen und ihm Vortrag über die aktuellen Fragen der auswärtigen Politik zu halten — dies ist auch jetzt geschehen; mit der Kanalkrisis stand die Hierherkunst des Leiters der auswärtigen Politik des deutschen Reiches nicht in Zusammenhang.
M.P.C. Berlin, 29. August. Unter den Persönlichkeiten, die als mutmaßliche Nachfolger des verstorbenen Oberpräsidenten Dr. v. Achenbach in Betracht kämen, wurde kürzlich auch der inaktive Staatsminister Dr. v. Bötticher, z. Z. Oberpräsident der Provinz Sachsen genannt. Wie uns aus Magdeburg geschrieben wird, betrachtet man es dort als ausgeschlossen, daß Herr v. Bötticher so bald wieder von dort fortgeht. Er hat sich sehr gut eingelebt, unterhält mit den verschiedensten Jnteressenkreisen rege und angenehme Beziehungen und ist unablässig bemüht, für das Wohl der ihm anvertrauten Provinz thätig zu sein. Die Kombination, daß nach Potsdam der jetzige Oberpräsident von Hannover, Graf Stolberg-Wernigerode und an dessen Stelle der gegenwärtige Landwirtschaftsminister, Frhr. von Hammerstein kommen dürfte, hat sehr viel Wahrscheinlichkeit für sich; Dem Kaiser liegt sehr viel an der Versöhnung der Welfen; Frhr. v. Hammerstein wird von ihnen noch heute als ihresgleichen angesehen, vielleicht ist es ihm Vorbehalten, Erfolge auf dem in Frage stehenden Gebiete zu erzielen.
M.P.C. Aus London wird uns geschrieben: Allem Anschein nähert sich jetzt der Augenblick, wo die Veröffentlichung des bis dahin geheimgehaltenen deutsch englischen Afrika- Abkommens erwartet werden darf. Sobald die Engländer sich erst im Besitz der Delagoa-Bai befinden, wird sich auch ein neuer Strom englischer Einwanderer nach Transvaal ergießen. — Es sei noch einmal daran erinnert, daß das deutsch-englische Abkommen mit der kontinentalen Politik ebensowenig zu thun hat, wie mit der ostasiatischen. Es ist lediglich dazu bestimmt, die ReibungSfläche zwischen Deutschland und England zu vermindern.
— Eisenbahn in Südwest-Afrika. Den kürzlich eingetroffenen Nummern des „Windhoeker Anzeigers" entnehmen wir folgende Mitteilungen über die Eisenbahn in Deutsch-Südwest-Asrika. Die Geleise sind zurzeit bis Kilometer 111 verlegt, der Unterbau ist bis Kilometer 123 fertig. Die Wasserverhältnisse auf der ferneren Strecke scheinen sich günstiger zu gestalten, als man anfänglich angenommen hatte. In Hasis, Kilometer 143, ist reichlich Wasser gefunden. Ebenso ist an der Ubiber Pforte ein Brunnen erbohrt worden, der einen Wasserstand von 16 Kubikmetern aufwcist. Dieser Brunnen liegt etwa drei Kilometer von der Trace entfernt und soll, falls sich das Bedürfnis dazu herausstellt, durch ein besonderes Gleis mit der Hauptstrecke verbunden werden. Auch in Okongawa dürfte ausreichend Wasser vorhanden sein. Die Bauspitze ist jetzt nach Kilometer 110 verlegt. Eine Weitereröffnung für den Personen- und Frachtverkehr soll erst stattfinden,
wenn die Station Okongawa dem Betriebe übergeben ist, was für Anfang nächsten Jahres erwartet werden kann. Die Post soll jedoch schon mit der Bahn befördert werden, sobald die Strecke bis Dorstrivier fertiggestellt ist.
Ausland.
Paris, 29. August. Sämtliche Morgenblätter beschäftigen sich mit der voraussichtlichen Einberufung der Haute cour. In politischen Kreisen nimmt man an, der untersuchende Ausschuß werde Mitte September zusammentreten und die öffentliche Verhandlung des Senats etwa Mitte Oktober beginnen. — Die Verfolgung des „Jntransigeant" und der „Libre Parole" wurde niedergeschlagen und nur „Patrie", „Soir" und „Journal du Peuple" werden wegen Aufwiegelung der Massen belangt.
Rumänien. Der König und die Königin sind heute über Budapest und Wien nach Ragatz abgereist. Die Minister gaben dem Königspaar bis Predeal das Geleit.
Afrika. „Daily Mail" meldet aus Lourenco Marques: Das englische Kriegsschiff „Tartar" hat in zwei Kabellängen Entfernung vom portugiesischen Kriegsschiffe „Jndia", welches die zurückgehaltene Munition für Transvaal an Bord hat, Ausstellung genommen. Die Behörden dort bekunden die größte Aufmerksamkeit gegenüber einem etwaigen Ueber- fall seitens Transvaals und transvaalscher Bürger. Alle Posten sind verdoppelt; Soldaten mit gezogenen Säbeln patrouillierten vorgestern die Straßen. Große Sendungen Pferde und Maulesel für die portugiesische Artillerie und Kavallerie kommen dort an.
Afrika. In der Transvaal-Krisis lohnt es sich, einmal den Blick von den zahlreichen Tagesnachrichten ab und auf einen allgemeineren Gesichtspunkt zu wenden. Während die Regierungen der europäischen Staaten sich völlig schweigend und scheinbar teilnahmlos verhalten, nimmt die Presse derselben desto lebhafter daran teil. Die „Volksstem" schreibt hierüber: Wir empfingen aus Europa eine große Menge deutscher, französischer, englischer, holländischer und belgischer Blätter, die von uns unbekannten Freunden abgesandt wurden. Die französischen Blätter „Economiste", „Temps", „Siöcle", „Patrie", „Le Petit Journal" rc. nehmen eine höchst wohlwollende Haltung gegen die Buren ein. Bemerkenswert ist, daß der „Temps", das Regierungs-Organ, sich der Republik sehr warm annimmt. Dasselbe war auch der Fall anfang 1896 nach dem Jameson-Einfalle, bis dann das Kabinett Bourgeois auf den Gedanken kam, sich mit England gegen Deutschland zu verbinden. In den folgenden Jahren nahm ein großer Teil der französischen Zeitungen eine transvaalfeindliche Haltung ein, da das englische Gold zur Anwendung gekommen war. Nach dem Faschodafalle änderte sich das wieder. Beachtenswert ist, daß das verbreitetste französische Blatt, das „Petit Journal", mit einer Million Auflage, sich der Buren sehr warm annimmt. In einem Artikel: „Vom Haag nach Johannesburg" sagt es u. a.: England ist nicht eher befriedigt und ruhig, als bis Transvaal verschwunden ist. Ebenso steht die deutsche Presse fast ganz auf feiten der Republik, desgleichen die belgische und von der holländischen ist es selbstverständlich. Aber auch unter den englischen Zeitungen gibt es einzelne, die sich scharf gegen die Chamberlcun'sche Politik in Südafrika wenden. Die provinziale Presse, vor allem diejenige, die für die Kolonien bestimmt ist, warnt vor Gewaltmaßregeln. Einige weisen auf den Vorgang mit Nordamerika hin, das für England durch eine unverständige, gewaltsame Politik verloren ging. Andere betonen, daß der gegenwärtige Streit zwischen England und den Buren einen Krieg nicht rechtfertigen würde. Aus den verschiedensten Teilen Deutschlands empfing die „Volksstem" Zeitungen, welche darthun, wie sehr das drohende Auftreten Englands gegen die Südafrikanische Republik in Deutschland verabscheut wird. Das erregt in Transvaal Befriedigung, kann aber den Buren nichts Helsen. Es ist jedenfalls bemerkenswert, daß das außerenglische Europa der Transvaal-Republik seine Sympathie bezeigt, wenn auch keine der Großmächte an der Frage so nahe interessiert ist, daß sie sich veranlaßt sehen kann, dem beutelustigen England in den Arm zu fallen.
____________________________M. N. N.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 30. August 1899.
* * Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, am 1. Juli dem Bürgermeister Konrad Wagner VI. in Michelbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.
* * Das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm ist gestern abend mit klingendem Spiel wieder hier einmarschiert, nachdem am Vormittag auf dem „großen Sand" in Mainz eine Inspektion der 49. Infanterie-Brigade, welcher das Regiment angehört, durch den kommandierenden General des 18. Armeekorps stattgefunden. Mitte nächster Woche rückt das Regiment wieder zu den Manövern nach Oberhessen aus.
* * Postalisches. Der deutsche Gesandte in Washington, Mumm v. Schwarzenstein, und der Generalpostmeister Smitt raselbst unterzeichneten ein Abkommen, betreffend den Austausch von Postpacketen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten.
* * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Russenmacher Anton SabiwolSgo aus Daschwitze wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Gießen; Maurergeselle Heinrich Schulmeyer aus Mörfelden wegen Sachbeschädigung vom Untersuchungsrichter I Darmstadt; Taglöhner Heinrich Senge aus Freienhagen wegen Diebstahls und Bäcker Nikasius Stein aus Eisenbach wegen Dieb- tahls vom Amtsanwalt Friedberg; Bildhauer Franz Joseph Beisiegel aus Hopfgarten wegen Diebstahls; Hausbursche
Emil Simon aus Braubach wegen Körperverletzung, Beleidigung u. s. w., Schreiner Heinrich Ber lau aus Eudorf wegen Körperverletzung, Kaufmann Karl Lehmann aus Nordhausen wegen Zechbetrugs, Dienstknecht Karl August olbe aus Sontra wegen Körperverletzung, Gertrude Koch, geb. Kolter, aus Pfaffrath wegen Unterschlagung, Kaufmann Heinrich Ledebrück aus Hüßen wegen Betrugs, Taglöhner Karl Silz aus Düsseldorf wegen Diebstahls, Reisender Jakob Schuster aus Mainz wegen Betrugs und Heizer Max Bertmann aus Dortmund wegen Körperverletzung, sämtlich vom Amtsanwalt Mainz. Ferner wegen Strafverbüßung: Zimmermann Otto Ebeling aus Burg und Bäcker Michael Schaible ans Göttelfingen vom Amtsgericht Worms; Schreiner Peter Fieser aus Holzburg vom Amtsgericht Gernsheim; Scherenschleifer Christian Iva aus Carlsberg vom Amtsgericht Alzey; Schneider Richard Schneider aus Watterbach und Taglöhner Albert Grünewald aus Mainz vom Amtsgericht Mainz; Dienstknecht Johann Balthasar Müller aus Mörfelden vom Amtsgericht Gernsheim.
•* In Amerika verstorbene Hesse«. In St. Joseph, Mo., John Nold, 67 Jahre alt, aus Hofheim. — In Pittsburg, Pa., Katharina Ebach, geb. Kaltenborn, 74 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. — In Portsmouth, O., Vincent Brodbeck, 82 Jahre alt, aus Bingen. — In Birmingham, Ala., John A. Schill, 80 Jahre alt, aus Alzey. — In Cincinnati, O., Margaretha. Balz, geb. Hinninger, 73 Jahre alt, aus Weinheim. — In Toledo, O., Nikolaus Neuhäusel, 89 Jahre alt, aus Ober-Roden. — In Swickley, Allegheny County, Pa., Kapitän Kaspar Kaufmann aus Hessen-Darmstadt.
Scholten, 26. August. Heute faud hier die diesjährige Hauptkonferenz der Lehrer des Kreises Schotten statt. Um 10 Uhr vormittags wurde sie durch Herrn Geheimen Regierungsrat Schönfeld eröffnet, der den zur Konferenz erschienenen Herrn Turninspektor Schmuck vorstellte. Zunächst erhält nun Herr Kreisschulinspektor Gunderloch das Wort und gibt über die Schulverhältnisse des Kreises statistische Mitteilungen. Durch Herrn Turninspektor Schmuck wurde alsdann eine Musterlektion im Stabturnen und in Ordnungsübungen abgehalten. Herr Lehrer Gerhard von Laubach hielt alsdann einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über die Theorie des Turnens. Sodann fand eine Besprechung der Ausführung sowie der Art der auszuwählenden Hebungen und der Erteilung der Befehle statt. Der Herr Turninspektor gab hierbei noch verschiedene Winke und Aufklärungen. Den Schluß des amtlichen Teiles bildete ein Vortrag des Herrn Lehrers Schmidt-Steinberg über die schriftlichen Hebungen auf der Hnterstufe, der überall volle Zustimmung fand, weshalb auch von einer weiteren Besprechung abgesehen wurde. Nach Schluß der Konferenz fand dann in der Turnhalle noch ein gemeinsames Mahl statt, wobei durch Herrn Geh. Regierungsrat Schönfeld ein Toast auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog ausgebracht wurde, in den die Anwesenden begeistert einstimmten.
Bad-Nauheim, 28. August. Se. Hoheit der Herzog Carl Michael von Mecklenburg-Strelitz ist heute aus St. Petersburg hier eingetroffen, um, wie im vorigen Jahre, unter Leitung des Medizinalrats Dr. Grödel eine Badekur zu gebrauchen. Zurzeit weilen ferner hier Ihre Durchlaucht Prinzessin Marie von Croy, der bekannte türkische Divisionsgeneral und Generaladjutant des Sultansv. Grumbkow-Pascha, der italienische Gesandte im Haag Graf Zanini u. a. Seine Königl. Hoheit der Fürst von Bulgarien ist mit dem Erfolge der Nauheimer Kur sehr zufrieden und gedenkt noch längere Zeit hier zu verweilen. D. Z.
Darmstadt, 29. August. Der Hof- und Domprediger Ohly, ein geborener Hesse, ist, wie aus Berlin gemeldet wird, daselbst am Sonntagvormillag feierlich in sein Amt eingeführt worden. Das Kultusministerium vertrat bei der Feier der Geheime Ober-Regierungsrat Steinhausen, den Evangelischen Oberkirchenrat Präsident Dr. Barkhausen, das Konsistorium Präsident Schmidt, die Stadtsynode Oberverwaltungsgerichts-Senatspräsident v. Meyeren. Das Domministerium war vollzählig erschienen. In der Hofloge sah man den Chef des Stabes des Gardekorps, Generalmajor v. Hülsen-Haeseler. Nachdem der Eingeführte das Amtsgelöbnis abgelegt hatte, segneten ihn die drei Domgeistlichen Dryander, Kritzinger und Schniewind ein. Seine Antrittspredigt hielt der neue Hofprediger über 1. Brief Pauli an dir Korinther 3, 9: „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, und ihr seid Gottes Ackerfeld und Gebäude." — Die Kirche war überfüllt.
A Mainz, 29. August. Für die von Seiten des Staates ausgeschriebene Verpachtung des Brückenüberganggeldes auf der Mainzer und Kostheimer Straßenbrücke sowie der beiden Trajektverbindungen Mainz-Kastel haben sich bei dem gestrigen Schlußmeldetermin zahlreiche Hebernahmlustige eingefunden. Das höchste Gebot für die beiden Straßenbrücken und die zwei Trajektanstalten betrug 168 000 Mk. und wurde von dem seitherigen Hnternehmer der Trajektverbindung Mainz-Kastel, der Firma H. A. Disch hier gemacht, )ie andern ernstlich in Betracht kommenden Gebote wurden von zwei anderen Schiffsunternehmern von Köln und hier gemacht und weichen unwesentlich von dem Höchstgebot ab. Bei dem Ausschreiben hat sich die Regierung das Recht Vorbehalten, unter den drei Meistbietenden Die Wahl zu treffen. — Die hiesige Ortskrankenkaffe hat beschlossen, für ihre Mitglieder ein Rekonvaleszentenheim zu errichten, zu welchem Behuf man in Laugen-Brensbach bei König im Odenwald ein größeres Anwesen mit ausgedehntem Garten und Wald erwerben will.
Au8 Rheinheffen, 29. August. Bei dem gestrigen Kirchweihfest in Dietersheim (bei Bingen) entstand während- der Nacht ein Streit, wobei einer der Beteiligten seinem


