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erklärt. Schon diese diplomatische Niederlage reizte Nopoleons Groll, aber noch mehr zwang ihn die ihm ungünstige Volks- I stimmung des eigenen Landes, nach einem Ablenkungsmittel zu suchen. Dieses Ablenkungsmittel bestand im Kriege mit Preußen. Der Grund war " in der spanischen Thronfolge- srage bald gefunden; am 19. Juli 1870 traf die französische Kriegserklärung in Berlin ein. Sofort erhob sich ganz Deutschland in einmütiger Begeisterung. In ununterbrochenem Siegeslauf drang die deutsche Armee in Frankreich ein; bei Weißenburg, Spichern, Wörth, Gravelotte, in jeder Schlacht mußten die Franzosen weichen, bis Napoleon selbst nach der mörderischen Schlacht bei Sedan sich den Deutschen überliefern mußte. Bon seinem Volke abgesetzt, lebte er nach seiner Freilassung nur noch wenige Jahre in England. Frankreich setzte erbittert den Krieg fort, doch vergeblich erschöpfte es seine Kräfte. Seine stolzen Festungen Metz, Straßburg mußten kapitulieren, sogar Paris siel in die Hände der Deutschen. Mit 5 Milliarden Franken Kriegskosten und Elsaß-Lothringen erkaufte es den Frieden — die schönste Frucht jedoch, welche Deutschland aus Frankreich nach Hause brachte, war die deutsche Einigkeit, ein deutsches Reich mit Wilhelm I. als Kaiser und einen deutschen
♦* Sitzung Großh. Handelskammer vom 24. l. Mts. I Anwesend die Herren: Koch, Heichelheim, Katz, Schirmer, Wortmann. Auf Ersuchen des Kaufmännischen Vereins dahier, bezw. der Schulkommission der kaufmännischen Fachschule hat die Kammer bei Großh. Mim- sterium zu Gunsten dieses Instituts für das Jahr 1899 eine einmalige Unterstützung von Mk. 1000 und weiter zu Lasten des Budgets der Finanzperiode 1900 bis 1903 einen jährlichen staatlichen Zuschuß von Mk 3000 in ausführlichen Eingaben beantragt. — Wie bereits in dem Berichte über die Sitzung vom 3. l. Mts. erwähnt worden ist, hatte die Kammer zur Prüfung des von der Handelskammer Worms bei Großh. Ministerium gestellten Antrags auf „Errichtung einer Handelshochschule inDarm- stadt, mit event. Anschluß an die dortige Technische Hochschule" eine Kommission ernannt. Dieselbe erstattete heute Bericht und empsiehlt der Kammer, unter eingehender Begründung die Errichtung einer Handelshoch- I schule bei Großh. Ministerium zu befürworten. Die Kammer schließt sich dem Gutachten der Kommission an und wird sodann dafür eintreten, daß als Sitz einer Handelshochschule — unter Anschluß derselben an die I Großh. Landesuniversität — Gießen in Aussicht genommen I werden möge. Eine gleichartige Angliederung hat sich bei | der ersten deutschen Handelshochschule, welche zu Ostern I 1898 in Leipzig gegründet worden ist, aufs beste bewährt.
Reichstag.
Am 21. März 1871 wurde der erste deutsche Reichstag | eröffnet, und wenn auch durch den infolge der Unfehlbarkeitserklärung Papst Pius IX. ausgebrochenen Kulturkampf dem neuen Reich die Frühlingsstürme nicht erspart blieben, so festigte sich der Ban doch immer mehr und behauptete nach «ußen ein steigendes Ansehen. Der alte Traum war erfüllt, Deutschland in die Reihe der Weltmächte eingetreten, und eine immer wachsende Heeres- und Flottenmacht setzte es in den Stand, nicht nur sein Ansehen zu behaupten, sondern auch (1884) in die Reihe der Kolonialmächte einzutreten. Auf die innere Entwickelung Deutschlands und der anderen Staaten gehen wir hier nicht ein (s. den späteren Artikel Politik und Staatswesen), die äußere war mit seiner Einigung zunächst vollendet und auch der Tod Kaiser Wilhelm I. (9. März 1888), Bismarcks und Moltkes hat keine Erschütterung der einflußreichen Stellung des deutschen Reichs im Weltkonzert herbeizuführen vermocht.
(Schluß folgt.)
das Gedränge so groß, daß außer der Polizei auch die I Feuerwehr ausrücken mußte, um die Ordnung aufrecht zu I erhalten. Viele Personen wurden ohnmächtig. Diener der Sparkasse, welche Ordnung machen wollten, wurden von den 1 erbitterten Einliegern mißhandelt.
Budapest, 28. Januar. Die Deputation, welche heute mittag dem Baron Banffy die Erklärung der Opposition übergab, sprach die Hoffnung aus, daß doch noch eine Ver- I ständigung zu stände komme. Wahrscheinlich wird Koloman Szell als Vertrauensmann der Krone die von der Opposition geforderten Garantien geben. Für den Fall, daß eine Verständigung erzielt wird, werden Banffy und Szell sofort nach Wien reifen, um dem Kaiser Bericht zu erstatten. , . ,
Paris, 28. Januar. PressensS hielt gestern abend wiederum mit seinen Freunden ein großes Meeting ab zu gunsten des Dreyfus-Prozeffes. Das Präsidium führte Mirbeau. Nach der Beendigung des Meetings fand zwischen Nationalisten und Revisionisten, wie bereits kurz gemeldet, ein heftiges Handgemenge statt, bet welchem sogar mehrere Revolverschüsie fielen und zahlreiche Personen verletzt wurden, u. a. der Präsident der Antisemitenliga. Derselbe erhielt mit einem Todtschläger einen Schlag auf den Kopf, der ihm eine große Wunde beibrachte. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.
Paris, 28. Januar. Die gesamte Prefle bespricht den gestrigen Ausgang des Prozesses Henry-Reinach und ist in zwei Lager getheilt. Die Anti-Revisionisten find der Ansicht, es fei unnütz gewesen, daß Retnach einen Prozeß herbeigeführt habe. r rrr p
Paris, 29. Januar. Der gestrige Ministerrat beschloß, den -vereinigten Kammern des Kaffationshofe» das Endurteil I über die Revision des Dreyfus-ProzeffeS anzuvertrauen. Dieser Beschluß hat in allen Lagern eine große Aufregung hervorgerufen. In der Kammer wird morgen über denselben die Regierung von mehreren Setten interpelliert werden. Der I Abgeordnete Berry erklärte, er werde einen Gesetzentwurf I einbringen, wonach die Regierung aufgefordert wird, vor der Kammer die Ecgebniffe der Enquete, welche aus den Be- I schuldigungen Beaurepaires sich ergeben habe, mitzuteilen. Der radikale Abgeordnete Pelletan wird im Namen der äußersten Linken gegen den neuen Gesetzentwurf der Regierung dar Wort ergreifen, und im Senat scheint die Opposition I gegen denselben noch bedeutend stärker zu sein. Verschiedene republikanische Gruppen werden fich heute vereinigen, um über die morgen einzunehmende Haltung Beschluß zu fasten. Es kann der Fall eintreten, daß die Regierung in der Kammer siegt und im Senat geschlagen wird, wodurch dann ein Konflikt zwischen den beiden Körperschaften entstehen würde. Sämtliche Zeitungen besprechen den Mtnisterratrbeschluß. „Petit j Journal" beglückwünscht die Regierung, endlich regiert und den Beweis geliefert zu haben, daß sie der Anarchie und dem Spektakel ein Ende zu machen beabsichtige. Der „Soleil" ist derselben Meinung und sagt, jetzt könne niemand anders, als fich dem Richterspruch des obersten Gerichtshofes zu fügen. । Die revisionistischen Blätter find natürlich anderer Ansicht. 1 ClLmenceau sagt in feiner „Aurore", er glaube nicht, daß man jemals in einem anderen Lande erlebt habe, daß eine Sache, welche vor einer Instanz debattiert worden ist, dieser entzogen und einer anderen übertragen wurde. Noch dazu geschehe dies in einer Sache, welche kurz vor der Entscheidung stände. Siöcle hofft, daß alle Männer des Senats und der Kammer, denen die Gerechtigkeit am Herzen liege, sich gegen diesen juristischen anarchistischen Akt erheben würden, selbst wenn es auf Kosten einer Ministerkrifi» geschehen würde.
London, 28. Januar. Die „Times" berichten aus Konstantinopel, daß ein Komplott gegen den Sultan entdeckt wurde. Gestern während der Zeremonie des Küssens des Mantels des Propheten sollte Abdul Hamid I ermordet werden. Der Anschlag wurde von einem der Verschwörer der Polizei verraten, welche durch die Übereilt I vorgenommene Verhaftung von vier Personen die Flucht der übrigen Verschwörer ermöglichte.
Sofia, 29. Januar. Der Fürst beauftragte Dr. Grekow, I ein Koalitions-Ministerium zu bilden. Dieser berief sodann Führer aller Parteien zu einer Besprechung, die aber resultatlos blieb. Man zweifelt, daß es Grekow gelingt, ein solches Ministerium zu bilden. Alle anderen Gerüchte I beruhen auf Erfindung. ___________________
Males und MsvinMes.
Gießen, den 30. Januar 1899.
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Sollten indessen überwiegende Gründe der Nützlichkeit den Anschluß an eine technische Hochschule geeigneter erscheinen lassen, so wird die Kammer auch m dieser Beziehung dem Antrag der Wormser Schwesterkammer zustimmen. — Die Handelskammer zu Minden i. W. hat an den preußischen Staatssekretär einen Antrag auf reichsgesetzliche Regelung der Hausarbeit inder Cigar reiiin dustne gestellt, namentlich im Hinblick auf die in den Kreisen Minden, Lübeck und Herford herrschenden Mißstande. Insbesondere wird die vielfache Beschäftigung schulpflichtiger Kinder in der Hausindustrie, der gesundheitsschädliche Einfluß dieser Betriebsweise gerügt. Die Kammer beschließt, die nachqesuchte Unterstützung dieses Antrags eintreten zu lassen. — Am 26. Februar l. I. findet in Mainz em hessischer Handelskammertag statt, auf ferne Tagesordnung sind als wichtigster Beratungsgegenstand die neuen hessischen Steuergesetzentwürfe vorgemerkt. — Der Verein für Handel und Industrie in Frankfurt a. M.-Bockenheim hat gelegentlich der Feier feiner 25jährigen Begründung eine Festschrift erscheinen lassen, welche einen interessanten Rückblick auf die Geschichte des Vereins, die industrielle Entwickelung der Stadt Bockenheim und einen bemerkenswerten Vortrag des Handelskammersyndikus Herrn Dr Hatschek über: „Die Zukunft unserer Handelspolitik" enthält. . f
*• Am Vorabend des Geburtstages unseres Kaisers hatten sich eine Anzahl (ehemaliger) älterer und jüngerer Pioniere im „Darmstädter Haus" versammelt, um eine Vereinigung zu erzielen, deren schöne Aufgabe es sein soll, die Erlebnisse zu Wasser und zu Land in kameradschaftlicher Weise zu erhalten, zu pflegen und zu fördern. An demselben ‘äbenb ist dann auch die Aufforderung ergangen, es mochten sich doch alle ehemaligen Pioniere hiesiger Stadt dieser Vereinigung anschließen. Die nächste Zusammenkunft soll am Donnerstag, dem 2. Februar d. I., abends 8*/2 W im „Darmstädter Haus" stattfinden, worauf besonders hin-
qewiesen wird. ~.
♦* Konzert - Verein Wüllner Lieder-Abend. Die Töne des Wittich-Konzerts sind kaum verklungen, noch stehen wir unter dem Eindruck dieses wahrhaft hehren Kunstgenusses, und schon wieder ruft uns der Konzert-Verein zum kommenden Sonntag zu einer weiteren Darbietung allerersten Ranges. Kein Geringerer wie der Gesangsmeister Ludwig Wüllner ist gewonnen worden, der nicht mit Unrecht auf dem Gebiete des Liedergesanges als Revolutionär, als Zertrümmerer des Alten bezeichnet und gepriesen wird. Bahnbrechend für alle Zeiten, hat er mit der alten Vortragsweise Kehraus gehalten und zwingt heute schon auch seine bedeutendsten Rivalen zur Nachfolge. Nicht nur mit dem Ohr, sondern auch mit dem Auge kann und muß man dem Sänger folgen; ist es doch, als wenn sich die Stimmungen der Gesänge, die er interpretiert, in seinen Mienen wiederspiegelten. Im Augenblick, wo wir dieses schreiben, lauscht das musikalische Berlin andächtig seinem Vortrage. Wüllner hat in der Reichshauptstadt, wo er alljährlich wiederholt konzertiert, in dieser Saison einen mehrere Abende umfassenden historischen Liedercyklus zu absolvieren, in welchem er in chronologischer Folge die bedeutendsten Schöpfungen, von der ältesten Periode beginnend, bis in die Neuzeit reichend, zu Gehör bringt. Schon lange vor Beginn der gedachten Abende war der riesige Raum der ! Singakademie ausverkauft, und gehen wir wohl in der | Annahme nicht fehl, daß auch unser Klubsaal am nächsten -Sonntag ein gleiches Bild bieten wird. -r.
**L. X Mittwochvortr'äge. Am 25. Januar hielt Herr Prof. Dr. Philippi in der Aula des Gymnasiums feinen zweiten Vortrag, der sich, ebenso wieder erste, regen Zuspruchs, hauptsächlich auch seitens der Damenwelt erfreute. Der Vortrag war noch lediglich der Grundlegung des eigentlichen Themas gewidmet. Es handelte sich darum, das reiche I Material, das sich dem Kunsthistoriker bietet, zu beschränken, aus den der Erfahrung gegebenen Kunstrichtungen (Kunstleben der verschiedenen Kulturvölker), diejenigen auszuscheiden, welche geeignet sind, aus ihnen die Grundsätze der modernen Kunstauffassung zu abstrahieren, worin die Aufgabe des ganzen Vortragscyelus besteht. Zunächst wies Redner die I Forderung der Ethnographen zurück, die die Anfänge künstlerischer Thätigkeit selbst bei den auf der niedersten Stufe I flehenden Völkern in der kunsthistorischen Forschung berück- I flchtigt wissen wollen. Diese Thätigkeit entspringt dem I Spieltrieb" der die Gegenstände des Gebrauchs durch geometrische Gebilde, Linien, höchstens durch stilisierte Pflanzen u. s. w. in ganz willkürlich gewählten Farben oder in grober Formandeutung zu verzieren sucht. Bei dieser Thätigkeit, deren Zweck lediglich die Verzierung, die Dekoration ist, kommt es natürlich nicht auf die Darstellung eines Gegenstandes an. Dies ist vielmehr Aufgabe der hohen, selbstständigen Kunst, die allein Gegenstand der Kunstbetrachtung ist, während „der Spieltrieb", also auch seine Bethätigung nur anthropolisches und vielleicht kulturhistorisches Interesse haben. Mit dieser Unterscheidung zwischen dekorativer und selbstständiger, nachahmender Kunst, ist nun ein Kriterium gewonnen, den Wert der Kunstbethätigung der verschiedenen Völker für die vorliegende Betrachtung zu bemessen. Und von diesem Standpunkt aus gab Redner im folgenden eine knappe, aber scharf charakterisierende Darstellung des Kunstlebens aller Kulturvölker, der im einzelnen zu folgen hier leider der Raum mangelt. Redner legte dar, daß die asiatischen Völker nicht über die dekorative Kunstbethätigung hinausgekommen sind.. Daher die Forderung, die chinesische und japanische Kunst als Muster zu verwerten, als eine Verirrung zu bezeichnen ist; höchstens die sogen. Plakatkunst, die mit grellem Effekt arbeitet, kann hier Muster finden. Spuren einer höheren Kunstthätigkeit, die sich die Nachahmung der Wirklichkeit zum Zwecke fetzt, finden nur m einzelnen Kunstwerken der Aegypter, die offenbar Produkte I einer volkstümlichen Kunstrichtung find, die aber bald von I der konventionellen, rein dekorativen Kunstrichtung verdrängt
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Aufnahme einer Anleihe auf Grund des Gesetzes I vom 31. März 1898. c ,
Berlin, 28. Januar. Gegenüber einer anders lautenden | Meldung der „Köln. Ztg." erfährt die „Nordd. Allgem. Ztg.", 'daß die preußischen Ausführungsgesetze zum bürgerlichen Gesetzbuch in der Hauptsache vollendet I feien. Die wichtigsten derselben würden schon in den nächsten Tagen dem Landtage zugehen.
Berlin, 29. Januar. Wie aus Detmold berichtet wird, hielt der Graf-Regent bei dem Festmahl, welches er am Freitag anläßlich des Geburtstages des Kaisers gab, eine längere Rede, in welcher er unter anderm ausführte, | es sei für ihn selbstverständlich, daß persönliche Erfahrungen noch so schmerzlicher Art, wie solche ihm das letztverfloffene I Jahr gebracht haben und wie sie zu seinem tiefsten Bedauern auch der Oeffentlichkeit preisgegeben worden seien, I nie und nimmermehr einen Einfluß ausüben auf das preußische I Bekenntnis seiner Treue zu Kaiser und Reich. Reichsverdrossenheit und partikularistische Unterströmungen hätten in seinem Hause und Herzen keine Stätte. In allen Schwierigkeiten und Kämpfen, welche feiner Regierung bereitet würden, bewahre er festes, ruhiges Vertrauen auf Gott, pflichtgemäß festhaltend an seinem Recht und unerschütterlichem Glauben an seinen Sieg. Ob dieses Recht noch durch einen Akt der Landesgesetzgebung ausdrücklich zu deklarieren sei, sei für ihn eine Form rein landesväterlicher Art. Weiterhin erinnerte der Erb-Regent daran, daß Fürst Bismarck ihm wiederholt und gerade in den letzten Jahren seine feste Ueberzeugung von dem Rechte seines Hauses bestätigt habe. Endlich könne er, der Regent, mitteilen, daß erst vor wenigen Wochen eine der höchst angesehenen deutschen Juristen-Fakultäten, die der Universität Leipzig, in einem ausführlich begründeten wissenschaftlichen Gutachten ihre einmütige Rechtsüberzeugung dahin ausgesprochen hat, daß jede Anfechtung des Rechts seiner Söhne auf die Thronfolge im Fürstentum Lippe aus mehreren Gründen zu verwerfen sei, von denen jeder für sich stark | genug wäre, diese Verwerfung allein zu tragen. Zum Schluß brachte der Regent ein Hoch auf den Kaiser aus.
Posen, 28. Januar. In seinem gestrigen Kaiser- Toast bezeichnete Oberbürgermeister Witting die Politik zur Hebung des Ostens als persönliche, als eigenste Politik des Kaisers, an deren Anfang wir erst ständen. Sie solle alle Stände zu gemeinsamem Wirken im Dienste des Deutschtums vereinen. ____________________________
Ausland.
Wien, 29. Januar. Der Kaiser empfing heute vormittag den ungarischen Finanzminister Lukacs und ließ fich von diesem über den gegenwärtigen Stand der Krisis Bericht erstatten. Es heißt, Lukacs sei amtsmüde und werde auf keinen Fall in das neu zu bildende Kabinett eintreten.
Wien, 29. Januar. Gutem Vernehmen nach wird das Abgeordnetenhaus am nächsten Dienstag geschloffen und erst zum Herbst wieder einberufen werden.
Wien, 29. Januar. Ministerpräsident Graf Thun erklärte einer von ihm empfangenen Deputation des italienischen Klubs, er könne die Verfügung betreffend das Gymnasium in Pisina und betreffend den Görzer Landes- schul-Fonds nicht zurücknehmen. Die Italiener werden jetzt der Regierung mit schärfster Opposition antworten.
Lemberg, 29. Januar. Der Ansturm auf die hiesige Sparkasse dauert fort. Täglich werden 300000 bis 400 000 Gulden Spareinlagen zurückerhoben. Bisher find über 3 Millionen zurückgezahlt worden. Gestern war


