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9’r. 26 Erstes Blatt. Dicnstaq de» 31, Januar
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Erscheint täglich eiit Aufnahme des Montags.
Die Gießener Kamitienbtätter exiixn dem Anzeiger »bchentlich viermal brigelegt.
2lmtx und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen.
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Kchulstratzc Ar. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße».
Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung,
betreffend: Die Abhaltung der Viehmärkte zu Gießen.
Laut Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Dom 5. März v. Js. muß alles anläßlich der Gießener Liehmärkte aufgetriebene und in Gast«, Privat- oder sonstigen Stallungen zu Gießen und den Orten Wieseck, Heuchelheim imb Klein-Linden untergebrachte Vieh an jeweiligen Markttagen von 8 Uhr.morgens ab an dem dazu bestimmten Platze zwecks Untersuchung durch Großh. Kreisveterinäramt Gießen vorgeführt werden.
Ferner ist das Anhalten mit Vieh und das Handeln (Ulf den Straßen und öffentlichen Plätzen nicht gestattet, imb werden Zuwiderhandelnde wegen Straßensperrung zur Anzeige gebracht werden.
Den Anordnungen des Polizeipersonals bezüglich des Auftriebs ist unweigerlich Folge zu leisten.
Gießen, den 30. Januar 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
_______________Muhl.________________
Gefunden: 1 Pelzkragen, 2 Taschentücher, 1 Handschuh, 1 Regenschirm, 1 Paar Kinderhandschuhe, 1 Kuopfloch- Ichi'ere und 1 Kehrrichteimer.
Gießen, den 28. Januar 1899.
Großherzoglichcs Polizeiamt Gießen.
Muhl.
Deutscher Reichstag.
20. Sitzung vom 28. Januar. 1 Uhr.
Das Haus ist ungemein schwach besetzt.
Tagesordnung: Fortsetzung der zweiten Lesung des Etats. Etat des Reichsamts des Innern. Titel Gesundheitsamt.
Abg. Müller-Sagan (frs. Vp.) bittet um Auskunft über die Thätigkeit der im Vorjahre eingerichteten biologischen Abteilung, sowohl in Bezug auf phyto- wie auf zoo pathologische Untersuchungen. Redner empfiehlt Ver- oeisung des Titels an die Budgetkommission.
Staatssekretär GrafPosadowsky erwidert, die biologische Abteilung werde, sobald sie erst richtig organisiert sei, selbstverständlich in die Behörde ordnungsgemäß ein-
geglicdert werden. Einstweilen trage die Sache einen provisorischen Charakter.
Abg. Böckel (Antis.) unterzieht die Tuberkulose einer eingehenden Besprechung, worauf Staatssekretär Graf Posadowsky bemerkt, daß zu Pfingsten auf einem internationalen Kongreß, einberufen von einem Generalkomitee, über die Tuberkulose als Volksseuche und Bekämpfung derselben beraten werde. Den Verlauf dieses Kongresies möge man abwarten.
Abg. Beckh (frs. Vp.) gedenkt der Gefahren der Milzbrandansteckung in Fabriken, wo Roß- und Rindshaare verarbeitet werden.
Staatssekretär Graf Posadowsky entgegnet, in allernächster Zeit werde eine Verordnung erlassen werden, die den Wünschen der Industrie nach Möglichkeit Rechnung trage. Entgegen den Industriellen seien aber die Sachverständigen der Ansicht, daß auch die Schweinsborsten den Milzbrandbazillus verbreiten könnten.
Abg. Endemann (nl.) plaidiert für Beibehaltung des Impfzwanges und wendet sich dann der Frauenbewegung zu, die in ein ganz anderes Fahrwasser gelenkt werden müsse.
Abg. Lenzmann (frs. Vp.) bringt die Reform der Jrrengesetzgebung zur Sprache.
Staatssekretär GrafPosadowsky bemerkt bezüglich des Impfens, daß ein Entwurf zur Regelung einer besseren Ueberwachung der Lymphe bereits dem Bundesrat vorliege. Ein Reichsirrengesetz könne er nicht in Aussicht stellen. Hauptsache bleibe strengste Kontrolle der Irrenanstalten durch die staatlichen sachverständigen Behörden.
Abg. v. Grand Ry (Centr.) hält ein Reichsirrengesetz für entbehrlich. Redner fragt im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen, welche Erfahrungen das Gesundheitsamt mit den Erkennungsmitteln für Margarine gemacht habe. Auskunft erbitte er ferner über die Erfolge der Untersuchungen über die prophylaktischen Maßregeln gegen Maul- und Klauenseuche, ob bereits ein Mittel gegen diesen Bazillus gefunden sei.
Abg. Bernstorfs- Uelzen (Welfe) meint, mit Polizeimaßregeln muffe man vorsichtig fein. Vor allem aber müßten sie immer gleich für einen größeren Bezirk angeordnet werden.
Abg. Franken (nl.) hält die Lösung der Wohnungsfrage für das schwerste Geschütz gegen die Tuberkulose.
Das Kapitel „Gesundheitsamt" wird an die Budget kommission zu rück gewiesen.
Der Etat des Patentamtes wird bewilligt.
Beim Etat des Reichsversicherungsamts verlangt Abg.
Feuilleton.
Pas 19. Jahrhundert.
Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme.
(Nachdruck oder Auszug verboten.)
III.
ter Gang der Weltgeschichte im 19. Jahrhundert.
2. Theil.
Die Jahre 1851 bis 1898.
(Fortsetzung aus Nr. 24.)
Inzwischen gelangte in Deutschland die alte Rivalität .Mjchen den beiden Großmächten Preußen und Oesterreich Gum thätlichen Austrag. In Preußen bestieg am 2. Januar 1861 der Prinz von Preußen den Thron, nachdem er schon eil 1858 für seinen kranken Bruder Friedrich Wilhelm IV. it Regentschaft geführt hatte. Der neue Herrscher betonte ml Nachdruck die Preußen in Deutschland gebührende Stillung, gab auch auf dem Fürsteutage zu Baden-Baden )ie Erklärung ab, er werde offen für Deutschlands un- ?<rletzte Erhaltung eintreten. Die von ihm geplante ganz iedkutendc Heeresverstärkung sührte zu einem erbitterten ihnflift mit dem den militärischen Reformen abgeneigten 'lbgeordnetenhause, den der an die Spitze des Ministeriums berufene Otto v. Bismarck rücksichtslos durchkämpfte. In -Oesterreich hatte man nach den erlittenen Schlappen gegen Frankreich und Italien nicht nur die Bedeutung des 'Nationalitätsgefühls, sondern auch die Notwendigkeit durch- 2$ctifcnber innerer Reformen erkannt, weshalb 1860 den im Arskhluß an die Ereignisse von 1849 entrechteten Ungarn Sie Verfassung zurückgegeben, und auch sonst der Versuch, <aeorbnete Verfassungszustände in dem bunt zusarneu- «ewiirfelten Reiche herzustellen, mit krankhaftem, aber wenig
fruchtbarem Eifer immer von neuem wiederholt wurde. Auch alle Versuche, die deutsche Frage zu lösen, scheiterten an dem Dilemma der Bundessührung; alle möglichen Vorschläge wurden gemacht, stießen aber bald bei Oesterreich, bald bei Preußen auf Widerstand. Einen neuen Zankapfel trug die schleswig-holsteinische Frage in den Konflikt, die durch einen 1863 erfolgten Gewaltstreich Dänemarks wieder akut wurde. Dänemark verleibte nämlich durch eine neue Verfassung Schleswig der dänischen Monarchie förmlich ein, worauf der deutsche Bundestag die Exekution in Holstein und Lauenburg beschloß, und mit dieser Sachsen und Hannover beauftragte. Da starb König Friedrich VII. von Dänemark, und sein Nachfolger Christian IX. konnte infolge der für die Herzogtümer nicht geltenden dänischen Erbfolge _ in Dänemark war mit König Friedrich der Mannesstamm der königlichen Linie des oldenburgischen Hauses erloschen — als rechtmäßiger Herrscher der letzteren nicht betrachtet werden. Vielmehr nahm der Prinz Friedrich von Augustenburg die Herzogswürde in Anspruch, welchen die Bundestruppen unterstützten, oder ihm mindestens nichts in den Weg legten. Der Antrag Oesterreichs und Preußens, auf Grund der Vereinbarungen von 1851 und 1852 Schleswig in Pfand zu nehmen, wurde vom Bundestage abgelehnt. Nunmehr erklärten die beiden Großmächte, die Angelegenheit in ihre eigene Hand zu nehmen; sie verlangten von Dänemark die Aufhebung der octroyirten Verfassung, und überschritten, als Dänemarck nicht auf die Forderung einging, die Eider. Die Dänen, von den Danewcrken vertrieben und in mehreren Gefechten geschlagen, mußten im Frieden zu Wien Schleswig-Holstein ucbst Lauenburg an die Sieger abtreten,
Beide Mächte verwalteten die Herzogtümer zunächst gemeinsam, konnten sich aber über die fernere Gestaltung nicht einigen. Auch die in Gastein (14. August 1865) getroffene Vereinbarung, wonach Oesterreich Holstein, Preußen
Roesicke (wildliberal) den baldigen Erlaß von Unfall. Verhütungsvorschriften für das Binnenschiffahrtsgewerbe Ferner erbittet er die Errichtung eines Museums für soziale Praxis.
Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, das Museum würde doch sehr kostspielig werden, wenn dasselbe seinen Zweck erfüllen solle.
Das Kapitel wird genehmigt, ebenso ohne erhebliche Debatte Kapitel Physikalisch-technische Reichsanstalt.
Beim Kapitel „Kanalamt" wünscht Abg. Dr. Hahn (wild) eine anderweite Regelung der Verantwortlichkeit der Lotsen bei Schiffszusammenstößen, so lange die mangelhaften Weichen im Nordostseekanal bestehen.
Vom Regierungstische wird erwidert, daß, sobald die Mittel dazu verfügbar seien, mit der Erweiterung bet Weichen im Nordostseekanal vorgegangen werde.
Das Kapitel und der Rest des Etats des Reichsamts des Innern wird genehmigt.
Montag 1 Uhr: Fortsetzung der Etatsberatung. Antrag Agster (Soz.) auf Zulässigkeit einer Strafverfolgung gegen den Abg. Schmidt (Soz.) wegen Majestäts- beleibigung.
Schluß 6% Uhr.
Deutsches Reich.
Berlin, 28. Januar. Der Kaiser verabschiedete sich heute mittag 12% Uhr auf dem Bahnhofe vom Könige von Sachsen.
Berlin, 28. Januar. Als S ommersitz wurde, wie aus Kiel gemeldet wird, anscheinend im Auftrage bet Kaiserin, die Besitzung Augustenburger Hof auf Al s e n für 360000 Mark angekauft.
Berlin, 28. Januar. Das Staatsmini st erium trat heute nachmittag um 3 Uhr unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe im Reichstagsgebäude zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 28. Januar. Das Abgeordnetenhauerledigte heute zunächst einige Rechnungssachen und sodann in erster Lesung den Gesetzentwurf betreffend die Gemeindeverhältnisse in Frankfurt a. M. Hierauf wurde die Etatsberatung fortgesetzt. Die Etats der Lotterie-Verwaltung, des Seehandlungs-Jnstituts, des Abgeordnetenhauses und des Auswärtigen Amtes wurden bewilligt. Einige kleinere Titel wurden an die Budget-Kommission zurückverwiesen. Am Montag wird die Etatberatung fortgesetzt.
Berlin, 28. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß vom 18. d. M., betreffend die
Schleswig verwaltete, brachte nur kurzen Frieden, die gegen fettigen Reibereien dauerten fort, und führten schließlich zum blutigen Entscheidungskampf. Mit Oesterreich gingen Bayern, Baden, Württemberg, Hessen, Kurhessen, Nassau, Sachsen und Hannover, zu Preußen hielten die Hansestädte die norddeutschen und einige thüringische Kleinstaaten Während der Bundesgenosse Preußens, Italien, geschlagen wurde, erfocht die preußische Armee Sieg auf Sieg. Schon am 3. Juli 1866 fiel bei Köuiggrätz die Entscheidung. Schon vorher waren die Hannoveraner bei Langensalza geschlagen, Sachsen und Kurhessen besetzt worden, die Bayern wurden zum Rückzüge genötigt. Oesterreich sah sich gezwungen, aus dem deutschen Bunde auszuscheiden und seine Rechte auf Schleswig-Holstein aufzugeben, Hannover, Nassau, Kurhessen und Frankfurt kamen in Preußens Besitz. Alle nördlichen und mitteldeutschen Staaten vereinigten sich unter Preußens Führung zum Norddeutschen Bund, mit den Südstaaten schloß man ein vorläufig geheim gehaltenes Bündnis ab.
Das war nicht, was Napoleon gewollt hatte. Die Franzosen hatten ihre Rechnung bei diesem Gang der Dinge nicht gefunden, der Kaiser war von Bismarck überlistet worden, seine Popularität fing an zu schwinden. Hierzu kam, daß auch der Versuch, Mexiko einen von ihm abhängigen Kaiser aufzuzwingen (1864) kläglich gescheitert war. Erzherzog Max, dem die mexikanische Dornenkrone zufiel, wurde von seinem Gegner, dem Führer der republikanischen Partei Jnarez, besiegt und am 19. Juni 1867 erschossen. Napoleon hatte ihn schmählich im Stich gelassen. Nach der Gründung des Norddeutschen Bundes forderte er für feine Anerkennung des neuen Zustandes und feine Zustimmung zur Aufnahme der Südstaaten Preußens Zustimmung zur käuflichen Erwerbung Luxemburgs und Besetzung Belgiens. Bismarck hielt ihn hin, um ihn schließlich abfallen zu lasten: Luxemburg wurde auf der Londoner Konferenz für neutral


