Ausgabe 
30.11.1899 Zweites Blatt
 
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Hock, Frita Dippel, August Allekotte und Heinrich Appunn) hier regelmäßig, wie seit mehreren Jahren, Kammermusikabende veranstaltet, wächst das Interesse an dem Genuß dieser intimsten Instrumental-Musik. Dies hat sich auch an dem gestrigen Abend, der durch die Mitwirkung des Herrn Carl Preußer, erstem Solo-Hornisten der Frankfurter Oper besondere Anziehung bot, gezeigt. Das Prädikatvorzüglich" verdienten alle Programmleistungen: Mozarts Hornquartett, Beethovens Trio (Serenade op. 8), Soli für Waldhorn von H. Hofmann und C. Reinecke, sowie Dvoraks interessantes As-dur-Öuartett (op. 105). Auf den Erfolg ihrer Bestrebungen in und außerhalb von Frankfurt darf die Quartett-Vereinigung, die seit fünf Jahren besieht, mit großer Befriedigung blicken.

nn. Darmstadt, 28. November. Als heute morgen ein Fuhrwerk der Firma Merk, welches mit zwei prächtigen Pferden bespannt war, Abfallstoffe der Fabrik nach den Lehmgruben am Ziegelbusch bei Kranichstein transportieren wollte, kam der eiserne Kastenwagen beim Entleeren ins Rollen und stürzte mit den beidenPferden in einen der dortigen Teiche. Der Wagen kam auf die Pferde zu liegen, wobei die Tiere in der jämmerlichsten Weise ums Leben kamen. Der Fuhrmann konnte sich noch durch einen Sprung retten. Der Unfall hatte eine Masse Publikum herbeigezogen. Erst gegen abend konnten Wagen und Pferde heraufgeschafft werden.

Darmstadt, 28. November. Heute vormittag ll®/4 Uhr wurde das Urteil in der Privatbeleidigungsklage des StadtverordnetenMayer gegen den Schnei­dermeister Wittmer verkündigt. Das Schöffengericht sah den Nachweis als erbracht an, daß Mayer bei der Abänderung des Stadtbebauungsplanes in Förderung eigener Jntereffen sein Stadtverordneten-Mandat miß­braucht habe. Dieser Punkt der Anklage fiel also. Als nicht bewiesen sah dagegen das Gericht die Behauptung Wittmers an, daß Mayer beim Ankauf des Causseehauses in Bessungen beteiligt gewesen sei und auch dabei seine Stellung als Stadtverordneter mißbraucht habe, ferner, daß er den Versuch einer Steuerhinterziehung gemacht habe. Doch wurde auch bei diesen Anklagepunkten zu gunsten des Angeklagten angenommen, daß Aeußerungen Mayers zur Erregung von Mißverständnissen vielleicht ge­eignet gewesen seien. Der Schutz des § 193 wurde dem Angeklagten nicht zugebilligt. Wittmer wurde demnach wegen Beleidigung nach §§ 185/186 des Strafgesetz­buches zu einer Geldstrafe von 30 Mk. evtl. 6 Tagen Hast verurteilt. Es erscheint ganz unmöglich, daß Herr Mayer nach diesem Nrteilsspruch sein Stadtverordnetenmandat ferner beibehält. (Fft. Ztg.)

Darmstadt, 28. November. Eine gestern abgehaltene Versammlung von Vertretern des Handelsvereins, der Han­delskammer, des Gewerbevereins, des Verkehrsvereins und des Detaillistenvereins beschloß, erneut bei dem Staats­ministerium wegen Erbauung einerVollbahnDarm- stadt-Oppenheim vorstellig zu werden, die Stadtver­ordnetenversammlung um Unterstützung zu ersuchen und die Abgeordneten der Stadt Darmstadt zu bitten, einen ent­sprechenden Initiativantrag in der Zweiten Kammer zu stellen. Die technische Ausführbarkeit des Bahnbaues soll noch einmal von Sachverständigen geprüft werden.

A Babenhausen, 28. November. Eine Zigeuner­hör de von etwa 150 Köpfen überflutete mit wohl 18 Wagen gestern die ganze Umgegend. Unter dem Verdacht, hier einen Golddiebstahl verübt zu haben, wurde in Seligenstadt eine junge Zigeunerin festgenommen. Die schmutzige Ge­sellschaft hatte sich inzwischen in der Richtung nach Frank­furt verduftet. Bei demZigeunerhäuptling" wurden hier ungefähr 14000 Mk. in Gold und Papier wahrgenommen. DerPserdehandel" scheint sich also bei den braunen Pußta- söhnen sehr zu rentieren.

A Mainflingen, 28. November. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl in unserer unterfränkischen Nach­bargemeinde Hörftein wurde der bisherige Bürgermeister Karl von dem Gegenkandidaten Gastwirt Eduard Kern ge­schlagen. Dieser erhielt 132 und jener 91 Stimmen. Dem Vernehmen nach soll gegen die Wahl Reklamation erhoben werden.

Offenbach, 27. November. Schon wieder nach kurzer Zeit verkündeten heute abend f/38 Uhr die Alarmpfeifen den Ausbruch eines Brandes. In dem linken Dachflügel der Infanterie-Kaserne des II. Bat. Großh. Jnf.-Regts. Nr. 168 war Feuer ausgebrochen und nach kurzer Zeit schlug auch schon die Helle Flamme zum Dache hinaus. Die Feuer­wehr war mit gewohnter Pünktlichkeit zur Stelle, und nach­dem der Brandherd vom Dach aus in nächster Nähe der Flammen von mutigen Feuerwehrleuten unter Wasser gesetzt worden, war gegen 8 Uhr die Gefahr der Weiterverbreitung auf den übrigen Teil des Gebäudes beseitigt. Bald darauf gelang es, das Feuer zu löschen. Der linke Flügel ist, wie derDarmst. Zig." gemeldet wird, ein Anbau, der erst im Sommer d. I. neu errichtet wurde, nachdem schon am Himmelfahrtlage dieses Jahres der Dachstuhl der Kaserne einem Brande zum Opfer gefallen war. Ucber die Ent­stehungsursache des Feuers ist nichts bekannt geworden.

Lorsch, 27. November. Das neue Postgebäude, das von Herrn Architekten Löw in Bensheim und einem hiesigen Konsortium erbaut wurde, ist vollendet und wird noch im Laufe dieser Woche seiner Bestimmung übergeben. Das von Herrn Architekten Metzendorf aus Bensheim errichtete Sparkassengebäude geht ebenfalls seiner Vollendung entgegen. Der Einzug der Sparkasse in den Neubau dürfte zum 1. Januar 1900 erfolgen. (D. Z.)

Lampertheim, 26. November. Gestern mittag fand im Rathause die Ersatzwahl für den verstorbenen Landtags­abgeordneten Herrn Bürgermeister Glaser in Nordheim statt. Es wurden 30 Stimmen abgegeben und fielen auf Herrn Bürgermeister Seelinger von Lampertheim (natlib.) 29 Stimmen. Ein Zettel war unbeschrieben.

A Vom Main, 28. November. Der Gastwirte- verein für Seligenstadt und Umgegend hat sich in seiner jüngsten Versammlung gegen die Aufhebung der Feierabend stunde erklärt und die Ansicht vertreten, daß die Offenhaltung der Wirtslokale bis zur Mitternacht dem obwaltenden Bedürfnisse vollkommen genüge.

A Mainz, 28. November. Der Rhein ist hier bereits unter den Nullpunkt des Pegels gesunken. Bei weiterem Sinken muß auch die zweite Trajektanstalt zwischen hier und Kastel ihren Betrieb einstellen, indem das Landen an den Ufern mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist. In den hiesigen Häfen hat der Verkehr im abgelaufenen Jahr gegenüber dem vorhergegangenen Jahr beträchtlich zugenommen. So weist der Verkehr im Jnlandshafen eine Zunahme von 400000 Zentner, im Zollhafengebiet 210000 Zentner und im Gustavsburger Hafen 175000 Zentner.

Mainz, 28. November. Die von verschiedenen Firmen an öffentlichen Plätzen hier und der Umgegend aufgestellten Chokolade-Automaten haben den hiesigen Schul­vorständen Anlaß zu den ernstesten Erwägungen gegeben: Die liebe Schuljugend frequentierte diese Automaten in einer Art, die bereits zu einer Manie geworden, die um deßwillen eine große sittliche Gefahr in sich birgt, weil schon eine ganze Reihe von Fällen konstatiert worden sind, daß Kinder sich das Geld zur Benutzung des Automates auf unredlichem Wege erwarben. Am verderblichsten bei der Sache hat sich erwiesen, daß eine der Automaten- Fabriken einen wertvollen Preis verspricht, wenn man die drei Serien ihrer Chokoladebilder vollständig hat. Es hat sich dadurch ein Sammeleifer und Handeln unter der Schul­jugend eniwickelt, dem kaum mehr entgegenzuarbeiten ist. Um diesem Treiben zu begegnen, haben die Schulvorstände zunächst beschlossen, in Gemeinschaft mit dem Elternhaus den Sammeleifer in jeder Weise zu bekämpfen und diese Chokoladebilder sowohl aus der Schule wie aus der Familie zu verbannen. Eventuell soll darauf hingewirkt werden, den Automaten-Fabrikanten, wenn sie das Prämiensystem nicht aufgeben, die ihnen nur auf Widerruf erteilte Erlaubnis zum Aufstellen die Konzessionen auf öffentlichen Plätzen zu entziehen.

? Aus Rheinhessen, 28. November. Durch eine Benzin­explosion ist gestern abend in der bei Büdesheim gelegenen KognakbrennereiScharlachberg" Feuer aus­gebrochen, das die gesamten Gebäulichkeiten des ausgedehnten Anwesens in kurzer Zeit vernichtete. In wenigen Augen­blicken stand das gesamte Anwesen in Flammen und nur mit Not konnten die Bediensteten der Fabrik ihr Leben retten. Mehrere hundert Stück Wein und viele Fäffer Essenzen sind zu gründe gegangen. Der Schaden ist ein ganz enormer.

Hanau, 27. November. Wie bestimmt verlautet, hat die städtische Behörde die Uebernahme der Müll- und Kehrichtabfuhr eventuell schon für nächstes Jahr in Aussicht genommen. Wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilten, beabsichtigt ein Konsortium, in Vilbel ein Elektrizitätswerk zu errichten. Den hierfür zu in- teressierendenj25 Gemeinden liegen z. Z. die Fragebogen über etwaigen Anschluß vor. Vorgestern abend sprach in Vilbel Ingenieur Brockmann aus Offenbach über das Projekt.

Limburg, 25. November. Von einer Brüffeler Gesell­schaft, deren Vertreter seit einiger Zeit hier weilt, ist auf dem hohen Westerwald vorige Woche ein Bleierz­gang, ca. 1 Meter mächtig, gefunden worden, der viel Silber in sich birgt. Der Gang ist auf einige Kilometer festgestellt und soll nach Gutachten von Sachverständigen einen ganz bedeutenden Wert repräsentieren. Es ist zu er­warten, daß eine große maschinelle Anlage dort in Kürze gemacht wird und viele Leute Beschäftigung finden werden.

(Diez. Krbl.)

Kaffel, 27. November. Ein Opfer des afrikanischen Klimas wurde unser Kasseler Landsmann, der Kaufmann Ferdinand Hesse, nachdem er acht Jahre lang alle Gefahren glücklich überstanden. Erst vor kurzem wurde seiner mit noch vier anderen Kaufleuten rühmend gedacht, und zwar bei dem Kampf gegen die Bulis in der Nähe von Kribi und Großbatanga. Von seiner Majestät dem Kaiser erhielt Hesse schon früher bei Gelegenheit des Da- homeykrieges in Kamerun lobende Anerkennung für seinen Heldenmut und Tapferkeit. Erst vor einigen Wochen schickte er seine Frau und Kind (letzteres war am Schwarzwaffer- fieber erkrankt) wegen der dortigen Unruhen zurück in die Heimat, Potsdam, zu ihrer Mutter und dem kleinsten Kinde, nicht ahnend, daß er selbst nach so kurzer Zeit von der tückischen Krankheit dahingerafft werden sollte. Er ruht in fremder Erde, fern von seinen Lieben. Hesse war ein tüchtiger, energischer Kaufmann, der sich um den afrika­nischen Handel sowohl, als auch um die Hebung des Ka­merungebietes sehr verdient gemacht hat.

Kaffel, 27. November. Der sechstehessischeSkat- Kongreß hat am Samstag und Sonntag hier unter großer Beteiligung hiesiger und auswärtiger Skatspieler und Vertreter skatspielender Vereinigungen im Stadtpark stattgefunden. Das mit dem Kongreß verbundene Preis­wettspiel fand am Samstagabend bei einer Beteiligung von 115 Spielern statt, nachdem zuvor der Vorsitzende des Gesamtausschusses die Teilnehmer begrüßt hatte. Gespielt wurden in drei Gängen je 28 Spiele, und erzielten hierbei Herr Jentsch Kassel mit 561 Points den ersten Preis.

Kaffel, 27. November. Ein schwerer Unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich am Sonn­tagabend in der Nähe der Haltestelle Oberzwehren. Der Braubursche R., auf dem Rückwege von der Knallhütte nach Kassel begriffen, wollte von der Station Oberzwehren aus den Frankfurter Personenzug benutzen und muß dabei den Weg nach der Haltestelle, der Über das Bahngleis führt, verfehlt haben. Er ist dann wahrscheinlich von dem Zuge

erfaßt und getötet worden und wurde am Montag früh neben dem Bahngleise liegend tot aufgefunden. R. war verheiratet.

Kaffel, 27. November. Im kleinen Saale desEvan­gelischen Vereinshauses" wurde heute der vom Hessischen Verbände ländlicher Genossenschaften Raiff­eisen'scher Organisation eingerichtete Rechnerkursus durch den Herrn Verbandsanwalt, Filialdirektor Rexerodt- Kaffel eröffnet.

Rückers, 27. November. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag brannte auf dem zu Rückers gehörigen Hof Laggenstein ein großer Kornhaufen nieder. Der ziemlich große Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. In der vorhergehenden Nacht brannte auf den Fuldaischen Höfen (Gemeinde Flieden) das Anwesen des Bauern I. nieder.

Vermischtes.

* Aus der Pfalz, 28. November. Wie diePfälzer Ztg." mitteilt, spielten neulich auf dem Kirchturm in Niederhof bei Hohenelbe einige halbwüchsische Burschen Hängen". Der 14jährige Sohn eines angesehenen Dorf­insassen übernahm die Rolle desDelinquenten". Der arme Knabe wurde dabei von seinen Kameraden erdrosselt, welche die Zuckungen des Sterbenden als gelungene Nach­ahmungen erachteten, aber dann, als der Uebelthäter sich nicht mehr rührte und die Farbe veränderte, Angst bekamen und davonrannten.

* Aus Thüringen, 27. November. Ein Unglück hat sich am Mittwoch voriger Woche im Sieglitzthal in der Nähe von Oberhof zugetragen. Ein in Diensten des Post­halters König in Mehlis stehender Dienstknecht hatte zwei Wagen zur Reparatur nach Arnstadt gefahren. Von Arn­stadt trat er mit einer geliehenen Kalesche die Heimfahrt an und zwar über Plaue, Dörrberg, um von hier über Oberhof nach Mehlis zu gelangen. Im wilden Gerathal bog er zu bald ab und gelangte bei Abendstunde in das wildromantische Sieglitzthal. Hier hat er sich, wie die Spuren des Wagen zeigen, verschiedenfach in den vielen abzweigenden Wegen geirrt und ist schließlich in den 5 bis 7 Meter tiefen Sieglitzteich -geraten und samt den Pferden ertrunken. Am Samstagvormittag hat die Bergung der Leiche des Kutschers sowie der ertrunkenen Pferde ftatt.» gefunden.

Augsburg, 28. November. Nach achttägiger Dauer hat heute abend 9 Uhr der Aufruhr-Prozeß sein Ende erreicht. 31 Angeklagte wurden wegen Aufruhrs, Land­friedensbruchs und Widerstands insgesamt zu 148 Monaten, 14 Wochen und 45 Tagen Gefängnis­verurteilt. Marth erhielt 7, Lugenhäfer 6 und Afra Singer, letztere wegen Widerstands und Beamten­beleidigung, einen Monat Gefängnis. Ein Angeklagter wurde zu 7, 3 zu 6%, 16 zu 6, 2 zu 4, je 1 zu 3 und 2 Monaten, 2 zu 3, je 1 zu 2 und 6 Wochen Gefängnis verurteilt. 3 Angeklagte wurden freigesprochen. Von der Untersuchungshaft wurden fast jedem der zu einem halben Jahr Bestraften 3 ober 4 Monate angerechnet, ins­gesamt 66 Monate. Bei 3 Angeklagten wurde die Strafe als verbüßt erklärt und vier Personen wurden aus der Haft entlassen.

* Dresden, 26. November. Die unter dem Protektorate der Königin stehende volkstümliche Ausstellung für Haus und Herd, die gestern im Beisein des gesamten Hofes, der Gesandten Preußens, Bayerns und Rußlands und der Spitzen aller Behörden eröffnet wurde, verdankt ihre Entstehung einer Idee der Königin Karola, welche sich wiederholt dahin geäußert hatte, daß alle bisherigen Aus­stellungen sich immer nur an die wohlhabenden Klassen ge­wendet hätten, weshalb es an der Zeit sei, auch einmal an das Arrangement einer Ausstellung für die ärmeren Klassen, namentlich die Arbeiter, zu denken; man solle ihnen zeigen, daß auch ihnen die Fortschritte der Technik und die Schön­heiten der modernen Kunst trotz bescheidener Mittel nicht verschlossen seien, daß auch der kleine Mann mit einem Einkommen von 800, 1000 ober 2000 Mark, für ben ber Pfennig und die Mark schon eine Bedeutung hätten, sich häuslich und wirtschaftlich einrichten könnten, ohne auf Be­quemlichkeit, Solidität und Schmuck zu verzichten. In­folgedessen vermeidet die volkswirtschaftlich bedeutsame Ausstellung allen Prunk und gewährt ber Reklame keinen Raum. Von besonderem Interesse ist es, baß auch Woh­nungseinrichtungen frember Nationen zum Vergleich mit aufgestellt ftnb.

* Hamburg, 27. November. Vor dem hamburgischen Seeamte begann heute bie Verhanblung über das Feuer an Bord derPatria". Es waren 28 Zeugen geladen, darunter die Offiziere, Maschinisten und sonstige Mannschaften des verbrannten Schiffes, sowie mehrere Passagiere. Neue Momente kamen bisher nicht zu Tage. Nach ber Vernehmung einer Anzahl von Zeugen wurde die Verhandlung bis zum Eintreffen des Kapitäns Fröhlich vertagt, der sich immer noch in der Nähe des Wracks be­findet. Von diesem letzteren ist noch nicht genau bekannt, ob feine Hebung möglich sein wird. Wie bereits mitge­teilt, wurde diePatria" von dem SchlepperHansa" bis zu ber Stelle gebracht, wo sie sank. Als dieHansa" mit Kapitän Fröhlich an Bord am 18. die noch immer lichterloh brennendePatria" sichtete, war man nicht wenig erstaunt, auf der Vorderspitze des Schiffes sechs Menschen zu sehen. Es waren fünf belgische und em französischer Fischer aus Antwerpen, die schon 24 Stunden, ohne zu essen und zu trinken, auf dun Flammenschiffe zugebracht hatten. Auf einer über die Back geworfenen Strickleiter waren die tollkühnen Leute hinaufgeklettert, dann in bie Wanten des Großmastes gestiegen und hatten hier die ftan- zösische und die belgische Fahne befestigt. Hierdurch glaub­ten sie das Wrack für sich in Besitz genommen zu habeu^