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Rt. 230 Erstes Blatt. SamAa, den 30 September
1898
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Meßener Anzeiger
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Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze»« Fernsprecher Nr. 51.
HmtlicherWl.
Bekanntmachung,
betr.: Maul- und Klauenseuche.
Der auf Montag, 2. Oktober d. I. vorgesehene Viehmai kt zu Lich wird wegen der in unserem Kreise und de» Nachbarkreisen in großem Umfang herrschenden Seuche hiermit verboten.
Gießen, den 29. September 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung,
betr.: Maul- und Klauenseuche.
Der auf Montag, 9. Oktober d. I. vorgesehene Viehmarkt zu Langsdorf wird wegen der daselbst festgestellten Seuche und der sonstigen allgemeinen Verbreitung der Seuche hiermit verboten. *
Gießen, den 29. September 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.____________________
Bekanntmachung.
Wegen Verlegung des Steuerkommissariatsbureaus fällt der nächste Amtstag aus. Von
Montag, den 2. Oktober
ab befindet sich das Bureau in der Grünbergerstraße Nr. 8 I. Gießen, den 28. September 1899.
Großh. Steuerkommissariat Gießen. Bähr.
* Miquel und Freiherr v. Zedlitz.
Gießen, 29. September.
Die ausgedehnte journalistische Thätigkeit des Präsidenten der Seehandlung Freiherrn v. Zedlitz-Neukirch scheint für ihn wie für seinen hochgestellten Finanzminister v. Miquel zum Verhängnis zu werden. Heber die Thatsachen selbst berichteten wir bereits gestern.
Einem Beamten soll und kann es allerdings nicht untersagt werden, schriftstellerisch in der Tagespresse thätig zu fein und dafür Honorar in Empfang zu nehmen; nur darf ihn diese Thätigkeit nicht in Konflikt mit seinem Amte und der Behörde, die ihm dieses Amt anvertraut, bringen. Alle Blätter hallen Herrn v. Zedlitz-Neukirch, im Gegensatz zur Ansicht des „Vorwärts", für einen sehr befähigten und geschickten Journalisten, besten publizistischer Feder die Regierung in so manchen mißlichen Lagen zu Dank verpflichtet war. Nur auf Grund dieser hinter ihm liegenden journalistischen Verdienste ist es einigermaßen erklärlich, weshalb Freiherr v. Zedlitz-Neukirch die Folgen der Campagne gegen die Kanalvorlage bisher amtlich nicht empfand. Aber der Gegensatz, in den sich Zedlitz, als einer der intimsten Vertrauensmänner des Finanzministers, mit seiner schriftstellerischen Agitation gegen den Kanal zum Finanzminister derart brachte, daß er mit Recht als „Organisator der Niederlage" bezeichnet wurde, ist doch für das öffentliche Bewußtsein zu schreiend, als daß nicht die Forderung eines Opfers zur Beruhigung der öffentlichen Meinung gerechtfertigt erschiene, und es gewinnt den Anschein, als wolle sich die Entwicklung der Dinge nicht nur mit Herrn v. Zedlitz als diesem Opfer begnügen, sondern auch den Finanzminister nach sich ziehen. Bei allen Parteien ist die Stimmung gegen Miquel ungemein gereizt und erbittert. In den Ton des gestrigen Artikels der „Kreuzzeitung" stimmte auch die agrarische „Deutsche Tageszeituug" ein, und heute entdeckt sie ihre eigene schöne Seele mit dem Bekenntnis: „Unser Verhältnis zu Herrn v. Miquel wird keiner Revision bedürfen; denn getraut haben wir ihm niemals."
Liberale Blätter jedoch können sich des Verdachtes nicht erwehren, als ob die Absage der Konservativen an Miquel nur auf einer künstlichen Mache • beruhe, um gerade durch diese Angriffe ihn wieder am besten an höchster Stelle zu empfehlen. So meint die „Vosfische Ztg.": „Vielleicht empfindet der Gewährsmann der „Kreuzzeitung", daß Herrn v. Miquel das Vertrauen, das ihm die Rechte immer noch sichtlich entgegenbringt, schaden kann. Eine kleine Preßfehde der Konservativen gegen Herrn v. Miquel könnte daher als geeignetes Mittel erscheinen, seine Stellung zu befestigen." Welche Motive aber das plötzliche feindliche Vorgehen der Konservativen gegen Miquel auch leiten, das eine Ergebnis
tritt daraus klar zu Tage: Die innere politische Lage hat sich zu einer heillosen Verwirrung gesteigert. So unverhohlen und stürmisch hat sich noch niemals, selbst gegenüber dem Minister v. d. Recke nicht, das Verlangen, die Forderung nach dem Rücktritt eines Ministers, kundgegeben, wie jetzt gegenüber dem Finanzminister, der noch vor wenig Jahren als der kommende Mann galt.
Die „Germania" wiederholt heute ihren Ruf: „Fort mit Miquel!" indem sie ausführt: Lange kann es auf keinen Fall mehr dauern, bis sich ausweist, ob Herr v. Miquel bleiben wird.
Auch die „Münchener N. Nachrichten" schreiben: Wir haben schon wiederholt dargelegt, daß Herr v. Miquel, der nicht mehr das volle Vertrauen des Kaisers besitzt und der bei allen Parteien das Vertrauen verloren hat, nicht länger mehr Minister bleiben kann. . . . Das Mitleid über den armen, jetzt beinahe von allen Parteien preisgegebenen Mann, der noch vor kurzem das uneingeschränkteste Vertrauen in solchen Fragen genoß, daß die von hoher Stelle angeblich gefallene Aeußerung: „Miquel wird es schon machen" zum geflügelten Wort wurde, muß jeden anwandeln, der jetzt den Abfall aller Parteien von diesem hochbegabten Staatsmann vor Augen sieht."
Nur die „Staatsbürgerzeitung" legt noch eine ritterliche Lanze für ihn ein. — Armer Finanzminister Miquel! — — Minister ohne Vertrauen, wie die „Germania" ihn nennt.
Zu spät vielleicht, um das drohende Verhängnis von sich und seinem Protektor Miquel abwenden zu können, verzichtet Frhr. v. Zedlitz-Neukirch auf jede Mitarbeiterschaft bei der „Post" und macht feinen Entschluß der Redaktion der „Post" durch die Zuschrift bekannt, welche wir gestern schon im Wortlaut mitteilten.
Ob Herr v. Zedlitz auch die Mitarbeiterschaft an anderen Publikationsorganen, in denen er ebenfalls als Kanalgegner auftrat, preisgiebt, sagt die Erklärung, wie gesagt, nicht.
Lokales und Vrovinstetles.
Gießen, den 30. September 1899.
An unsere Leser!
Da es bei der wachsenden Ausdehnung unseres Geschäftes auf die Dauer nicht durchzuführen ist, Geschäftsleitung und Redaktion des „Gießener Anzeigers" in einer Hand zu vereinigen, haben wir für unser Blatt als Redakteur eine in langjähriger Thätigkeit an geachteten Blättern nationaler Richtung bewährte Kraft in der Person des Herrn Harald Koegler gewonnen.
Derselbe übernimmt mit dem 1. Oktober ds. Js. die Redaktion des „Gießener Anzeigers", während unser Geschäftsleiter, Herr Burkhardt, die der „Gießener Familienblätter" und des „Hessischen Landwirt" beibehält.
Wir hoffen, daß diese gebotene Arbeitsteilung sich als eine unserem Unternehmen förderliche erweisen und den Beifall des Leserkreises finden wird.
Brühlffche Uuiv.Buch- und Steindruckerei
(Pietsch Erben).
Verlag des „Gießener Anzeigers".
** Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. September den Regierungsbaumeister Albert Plitt aus Biedenkopf zum Kreisbauinspektor des Kreises Alsfeld, mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. an, zu ernennen.
** Höheres Schulamt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. September den Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms Dr. Jakob Nover zum Lehrer am Gymnasium zu Mainz, den Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz Ludwig Freund zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, zu ernennen.
*• Entlassung aus dem Staatsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. September den Kreisbauinspektor des Kreises Alsfeld Georg Metzler auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. an, aus dem Staatsdienst zu entlasten.
Für die vom Hochwaffer Ueberschwemmten in Sud- deutschlaud sind von uns heute abermals (vierte Rate) 100 Mk. nach München abgesandt worden. Weitere Gaben werden dringend erbeten.
- Die 11. allgemeine Konferenz der deuffchen Sittlichkeits- Vereine findet vom 8.—10. Oktober in Dortmund statt.
** Handfertigkeitsunterricht. Im Anschluß an unsere gestrige Mitteilung betreffend Anmeldungen zum Handfertigkeitsunterricht tragen wir berichtigend nach, daß die Anmeldungen von nächsten Samstag (nicht Sonntag) ab entgegengenommen werden.
*• Die Ziehungsliste der Groß'-Umstüdter AuS- stelluugslotterie ist erschienen und liegt für die Abonnenten in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers zur Einsicht aus.
•• Theaterverein. Mit dem Beginn der winterlichen Jahreszeit ist auch der Theater v er ein aus seinem Sommerschlaf erwacht; denn soeben läßt er (f. Inserat) die Mitgliederbeiträge pro 1899/1900 einkassieren. Freilich ist der Schlaf nicht sehr tief gewesen. Auch nach den Anfang Mai stattgehabten Dilettanten-Vorstellungen, die wieder einen schönen Ueberschuß zugunsten eines neuen Theaters abwarfen, gab es noch Arbeit die Fülle. Da galt es zusammen mit der Direktion Kruse-Helm, die Winterkampagne vorzubereiten, da mußte auch auf eine Ausbesserung des Vereinsinventars Bedacht genommen werden, welches seit vergangenem Winter einen wesentlichen Bestandteil der Requisiten des Stadttheaters bildet. Auch im kommenden Winter bietet der Verein seinen Mitgliedern wieder zunächst sechs Vorstellungen mit hervorragenden Gästen. Unterhandlungen schweben mit Agnes Sorma, Irene Triesch, A. Matkowsky, Georg Engels, C. W. Büller u. a. Als Vorstellungen sind in Aussicht genommen: „Das Leben ein Traum" (Calderon), „Hans" (Dreyer), „Nora" (Ibsen), „Kollege Crampton" (Hauptmann), „Ein Fallissement" (Björnson), „Ewige Liebe" (Faber). — Was der Theaterverein in den letzten Jahren für die Hebung des hiesigen Theaters im Verein mit der Direktion Kruse- Helm geleistet hat, ist allgemein bekannt. Die vor einem Jahre beträchtlich gewachsene Zahl seiner Mitglieder ermöglichte es im letzten Winter, nach den sechs programmmäßigen Vorstellungen noch drei weitere gegen eine minimale Aufzahlung zu geben, und hierfür der Direktion des Stadttheaters insgesamt über 4000 Mk. nebst 1200 Mk. zur Honorierung der auswärtigen Künstler zur Verfügung zu stellen. Wie zum Kriegführen, so gehört auch zur Unterhaltung einer guten Bühne Geld, Geld, Geld, und deshalb wäre zu wünschen, daß auch in diesem Jahre wieder die Mitgliederzahl des Theatervereins einen gehörigen Ruck nach oben macht. Es sei deshalb allen, die noch nicht Mitglieder des Vereins sind, unter Hinweis auch auf die Vorteile, welche die Mitglieder (s. Inserat) genießen, der Beitritt zum Theaterverein warm ans Herz gelegt.
□ Darmstadt, 28. September. (Ein drolliger Zwischenfall.) Ein anläßlich des Aufenthaltes des russischen Kaiserpaares nach Egelsbach kommandierter Genoarm aus Oberhessen traf vorgestern in der Nähe des Schlaffes Wolfsgarten zwei schwarzgekleidete Herren, welche in lebhaftem Gespräche sich dem Parklhor auffallend näherten. Seiner Vorschrift gemäß verwies der Gendarm den beiden ihm Unbekannten den Aufenthalt in der Nähe des Thores und erbat sich deren Legitimation; als diese nicht vorgezeigt werden konnte, erklärte der Gendarm den Herren das Passieren der Thore für nicht angängig und verboten, worauf endlich der Großherzog, denn er war es, mit Lächeln erwiderte: „Na, Sie werden doch den Großherzog durch- laffen und seinen Gast, den russischen Kaiser, worauf der Gendarm verblüfft grüßend sich zurückzog, und die hohen Herrschaften unbeanstandet passierten. — Bis jetzt wurden drei Paffanten weggewiesen, darunter ein polnischer Jude, der angab, dem Zaren eine Bittschrift überreichen zu wollen.
□ Darmstadt, 28. September. Sehr viel Aufsehen und Unterhaltung erregte es in der Umgebung des Hofes, als vorgestern abend die hohen Damen, denen bei dem schlechten Wetter die Bewegung im Freien unmöglich ist, sich in der Küche und im Haushalt Beschäftigung machten und sich mit eigner Hand u. a. einen Kaffee brauten, der sehr gemundet haben soll.
Q In Egelsbach ist ein vollständiges Polizeibureau eingerichtet, welches Tag- und Nachtdienst hat, und dem ein Polizeiassessor aus Offenbach a. M. vorsteht. Zu dem Zweck ist ein vollständiges Haus gemietet. 14 hessische Gendarmen, 4 hiesige und 4 russische Geheimpolizisten teilen sich in den engeren Dienst, während das Militär die Grenze in größerem Umkreis abschließt. Am Samstag soll den Herrschaften ein Automobil von einem hiesigen Lieferanten vorgeführt werden.
Worms, 28. September. Der Naturheilkundige Wetz wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung seinen


