beides in der Form einer 99 jährigen Pachtung. Mozambique bleibe portugiesisch.
Berlin, 28. August. Untersuchung gegen den „Vorwärts". Wir erwähnten bereits die Beschlagnahme einer Beilage des „Vorwärts", in der von einer Denunziation wegen Majestätsbeleidigung berichtet worden war, und zwar unter der Ueberschrist: „Der größte Schuft im ganzen Land......" Allerdings konnte wohl die Er
gänzung des angedeuteten Verses von Hoffmann v. Fallersleben: „Das ist und bleibt der Denunziant" als bekannt vorausgesetzt werden, sodaß über den Sinn der Ueberschrist wohl kein Zweifel bestehen konnte. Am Samstag ist nun der verantwortliche Redakteur des „Vorwärts" von dem Untersuchungsrichter vernommen worden, wobei ihm eröffnet wurde, daß die Untersuchung wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet sei, weil die Ueberschrist jenes Artikels auf den Kaiser (!) bezogen worden sei. „Wenn die Notiz in der „National-Zeitung" gestanden hätte, so würde man sie, meinte der Herr Untersuchungsrichter, für unbedenklich halten. Aber da sie im „Vorwärts" zu lesen war, so könne man sich einer derartigen bösen Absicht wohl versehen." Der „Vorwärts" meint weiter dazu: „Bisher haben wir geglaubt, es gehöre zu einem gerichtlichen Einschreiten eine strafbare Handlung. Jetzt hören wir, daß die Voraussetzung einer bösen Gesinnung genügt, um in jede, noch so harmlose und untadlige Haltung ein Delikt hinein zu interpretieren." Darin hat das Blatt leider nicht unrecht. In der That dient hier nur die Voraussetzung einer bösen Gesinnung dazu, um einem vollkommen verständlichen und in keiner Weise strafbaren Ausdruck gewaltsam einen Sinn unterzulegen, den ihm bei einiger Ueberlegung kein vernünftiger Mensch unterlegen kann. Eine solche Verdrehung eines einfachen Thatbestandes nur auf der Grundlage, daß dem Beschuldigten das in Rede stehende Verbrechen zuzutrauen ist, zeigt unsere Staatsanwaltschaft auf einem bedenklichen Abwege, die ihr Ansehen um so mehr untergraben muß, als von einer Verurteilung doch unmöglich die Rede sein kann.
Kastel, 28. August. Heute mittag entlud sich über die Stadt ein Gewitter, verbunden mit Hagelschlag, der über eine Viertelstunde anhielt und unermeßlichen Schaden anrichtete. Hagelkörner fielen in der Größe von Taubeneiern, verwüsteten die Anlagen und entlaubten die Bäume. Hunderte von Fensterscheiben sind zerstört. Viele Händler, welche die jetzt hier stattfindende Messe besuchen, sind schwer heimgesucht worden. Auf den Feldern sind Gerste und Weizen, die noch draußen stehen, vernichtet worden.
Frankfurt a. M., 28. August. Die ,,Franks. Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Nach dem vorgestrigen Selamlik wurden der französische Botschafter Constans und der deutsche Geschäftsträger v. Schlözer nacheinander vom Sultan in Audienz empfangen. Von wohlinformierter Seite verlautet, daß der Sultan in beiden Audienzen eingehend die Angelegenheit der Verlängerung der Anatolischen Bahn nach Bagdad besprach.
Neisse, 28. August. (Telegramm der „Köln. Ztg.) Katholikentag. Zum ersten Präsidenten wurde Reichsgerichtsrat Dr. Spahn gewählt, Dr. Spahn bemerkte bei der Uebernahme des Vorsitzes: „Es ist gestern abend gesagt worden, daß die schlesischen Katholikenversammlungen immer an einem Wendepunkt in unserer innersten Geschichte statt- gefunden hätten. Daß wir jetzt an einem Wendepunkt in unserer inneren Geschichte stehen, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber wir stehen an der Wende des Jahrhunderts. Das veranlaßt uns, diese Versammlung zu benutzen zu einem Rückblick auf das, was geschehen ist, zu einer Gewiffens- erforschung und zu einer Beichte, auch zu einem Entschluß, was zu thun ist, und so steht uns ein großes Tageswerk bevor." Zu Vicepräsidenten wurden gewählt das Mitglied des Herrenhauses Reichsgraf zu Stolberg-Wernigerode und der Erbprinz zu Löwenstein. Huldigungstelegramme gingen an der Kaiser und den Papst.
Reiste, 28. August. Deutscher Katholikentag. Die am Freitag ausgegebene erste Präsenzliste weist bereits 1464 Namen auf. An erster Stelle steht Fürstbischof Kopp, welcher jeden Morgen von seiner Besitzung Johannisberg bei Jauernick in Oesterreich-Schlesien nach Neisse herüberkommen wird. Ferner haben ihre Teilnahme angemeldet: Der Präsident des Reichstages, Graf v. Ballestrem, Dr. Lieber, Dr. Schädler, Dr. Porsch, Landgerichtsrat Gröber, Dr. Lingens, Freiherr v. Heereman, Rechtsanwalt Trimborn, Oberlandesgerichtsrat Roeren, Rechtsanwalt Dr. Bachem, Prinz von Arenberg. Die Zahl der eingelaufenen Anträge beträgt bis jetzt 28. An der Spitze steht der die Unabhängigkeit des Papstes fordernde Antrag der Abgg. Arenberg, Bachem, Gröber, Heereman, Lieber. Ein weiterer Antrag des Centralkomitees verlangt die Bildung eines Reservefonds für die Katholikentage.
Ausland.
— Der Ausbruch des lange erwarteten Konfliktes zwischen russischen und britischen Interessen in Hankau lst endlich eingetreten. Die Firma Jardine, Matheson u. Co. schntt infolge Weisung des britischen Konsuls am Samstag dazu, ihr Besitztum innerhalb der russischen Niederlassung einzuhegen. Britische Konstabler beschützten die Arbeiter, aber ein Dutzend Kosaken, die das russische Konsulat entsandte, vertrieben die englischen Arbeiter gewaltsam. Darauf landete das britische Kanonenboot „Woodlark" 15 Blaujacken und näherte sich, bis seine Kanonen das russische Konsulat beherrschten. Der Kampf schien bevorstehend, wurde aber abgewendet. Die Blaujacken bewachen jetzt das englische Besitztum. Das britische Kanonenboot „Esk" ging von Shanghai nach Hankau ab.
— Zur Transvaalkrisis. Chamberlain hielt heute bei seinem Empfang in Highbury eine Rede, in welcher er ausführte, daß ungeachtet der Verhandlungen, welche während der letzten drei Monate mit dem Präsidenten Krüger
stattsanden, nur ein geringer Fortschritt zu verzeichnen und die Krise noch nicht beendet sei. Krüger mache Anerbietungen, welche er selbst für unmöglich halte, oder weigere sich, England das Recht zuzuerkennen, die Art der von ihm vor- geschlagenen Reformen zu studieren. Die englische Regierung zeige eine Geduld, wie sie noch niemals von einer suzeränen Macht ihrem Vasallen gegenüber bewiesen worden sei. Die von England verlangten Reformen seien von jedermann als gerecht und vernünftig anerkannt worden, weniger zu fordern sei unmöglich. In Krügers Hand liege die Entscheidung über Krieg und Frieden. Wenn Krüger auf den von Milner vorgeschlagenen Vergleich eingegangen wäre, so würde die Lage keine so kritische geworden sein, und wenn Krüger in letzter Stunde den abgeänderten Reformforderungen zustimmen wollte, so würden die gegenwärtigen Schwierigkeiten behoben sein und die Unabhängigkeit der südafrikanischen Republik gesichert erscheinen. Die Lage sei zu drohend und zu gespannt, als daß sie noch lange Zeit so fortdauern könnte. Sollte sie noch länger anhalten, so würde die englische Regierung sich nicht auf die schon gestellten Bedingungenbeschränken, sondern Schritte thun, um Bedingungen zu erhalten, welche endgiltig die englische Vorherrschaft in Südafrika herstellen würden. Wenn es zu einem Bruch kommen sollte, was England mit allen Mitteln zu vermeiden gesucht habe, so sei die Regierung sicher, daß sie das ganze Land auf ihrer Seite habe.
— Afrika. Nach einem Telegramm der „Times" aus Kapstadt herrscht in Geschäftskreisen die größte Besorgnis über die Verzögerung in der Beilegung der Krisis in den Beziehungen zwischen Großbritannien und Transvaal. Der Handcl liegt völlig darnieder. Die Kaufleute halten ihre Waren in den Hafenplätzen zurück, da sie es nicht wagen, dieselben der Möglichkeit des Verlustes auszusetzen. Die „Times" führt in einem Artikel aus, es sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß in den allerletzten Tagen im Kriegsamte endgiltige Abmachungen hinsichtlich der Richtung getroffen seien, welche die im Falle eines Bruches mit Transvaal notwendig werdende Expedition im allgemeinen einhalten solle.
Kotmtes und UrsvinMes.
Gießen, 29. August 1899.
** Ordens-Verleihungen u. s. w. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben dem Oberstleutnant und Distrikts- Kommandeur Cullmann im Großh. Gendarmeriekorps die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Kaiser und König verliehenen Königlichen Kronenordens 3. Klasse Allergnädigst zu erteilen geruht. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 26. August dem Geheimen Staatsrat Krug von Nidda das Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, — dem Vorsitzenden der Abteilung des Ministeriums der Finanzen und für Steuerwesen, Ministerialrat Deisler, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, — dem juristischen Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen, Oberfinanzassessor Dr. Becker, den Charakter als „Regierungsrat", — dem Ministerialrat im Ministerium der Justiz, Karl Pückel, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, — dem Oberlandesgerichtsrat Dr. Philipp Hangen, — dem Landgerichtsrat Dr. Georg Best und dem Ministerialsekretär im Ministerium der Justiz, Regierungsrat Daniel Lorbacher das Ritterkreuz 1. Klasse dieses Ordens zu verleihen.
* Kirchliche Dieustnachrichten. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August dem Pfarrer Otto Fertsch zu Muthenheim die evangelische Pfarrstelle zu Heppenheim a. d. W., Dekanat Worms, zu übertragen.
* * Ordens Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August dem Gemeinderatsmitglied Joseph Waldeck II. zu Heidesheim das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.
’♦ Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr Königl. Hoheit des Großherzogs vom 15. Juli ds. Js. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Gießen Ludwig Friedrich und Franz Wigandt.
*' Verzeichnis der Hauptgeschworenen für die am 25. September beginnenden Sitzungen des Schwurgerichts pro 4. Quartal 1899: 1. Nauheimer, Gottlieb, Bauunternehmer in Gießen. 2. Mickel, Hermann, Landwirt in Offenheim. 3. Heil, Karl II., Bäcker und Oekonom in Butzbach. 4. Netto, Dr. Eugen, Professor in Gießen. 5. Kunkel, Wilhelm, Landwirt in Eschenrod. 6. Muth, Heinrich V., Landwirt in Gettenau. 7. Benzler, Heinrich, Landwirt in Staufenberg. 8. Fendt, Karl, Färber in Nidda. 9. Eich, Karl, Rentner in Gießen. 10. v. Jungenfeld, Frhr., Arnold, Bankvorstand in Gießen. 11. N o s, Konrad I., Landwirt in Wolf. 12. Pirr, Ludwig, Metzger in Gießen. 13. Quanz, Rudolf, Landwirt in Eichelsachsen. 14. Carl, Karl I., Landwirt in Heegheim. 15. Otto, Karl Peter, Bürgermeister in Büdesheim. 16. Kliem, Andreas III., Bürgermeister in Kloppenheim. 17. Schwarz, Gustav, Kaufmann in Friedberg. 18. Steuernagel, Albert, Landwirt in Groß-Felda. 19. Kretzmüller, Gilbert, Landwirt in Gambach. 20. Melior, Karl, Landwirt in Vonhansen. 21. Velten, Heinrich II., Landwirt in Großen-Linden. 22. Müller, Karl, Gutsbesitzer in Neuhof bei Leihgestern. 23. Pflug, August Georg Wilhelm, Landwirt in Nieder - Wöllstadt. 24. Horst, Kaspar II., Landwirt in Ruppertenrod. 25. Neuscher, Georg, Fabrikant in Alsfeld. 26. Eif- länder, Konrad, Landwirt in Unter-Sorg. 27. Fischer, Konrad III., Bürgermeister in Rudingshain. 28. Gilbert, Heinrich II., Landwirt in Heuchelheim. 29. Weber,
Balthasar, Landwirt in Bingenheim. 30. Schimpf, Jakcch Kaufmann in Butzbach.
§ Vom Laude, 28. August. „Vom Wasser" müßte eigentlich die Kopfmarke unserer Notiz heißen; denn sie behandelt das Baden, aber das Baden in Landorten. Wer das gesundheitsförderliche Baden liebt und Gelegenheit gehabt hat, die Temperaturunterschiede des Wassers in großen Flüssen und kleinen Bächen kennen zu lernen, der weiß, daß die Wasserwärme größerer Flüsse diejenige der kleinen bemerkenswert übertrifft. Diese Wärmeunterschiede treten besonders stark während des Nachsommers in die Erscheinung. In Städten, die ja meist an großen Flüssen liegen, kann man demzufolge das Baden im Freien länger ausüben als in Landorten, die an Bächen gelegen. In letzteren wird das Baden fast lediglich von der Schuljugend ausgeführt. Hierbei liegt oft ein der Gesundheit schädigender Punkt. Die Kinder haben für die Wärmeunterschiede des Wassers im Hochsommer und Nachsommer wenig Gefühl. Durch das Baden im Sommer ist letzteres auch abgestumpft. Ein Badethermometer, das sicheren Aufschluß über die Wassertemperatur geben kann, nimmt gewiß kein Junge mit. Da aber nun das Wasser in den kleinen Bächen durch die kälteren Nächte, die kürzeren Tage viel kälter als im Sommer geworden ist, so sind oft die Bäder in dem kalten Wasser keineswegs der Gesundheit zuträglich, vielmehr direkt schädlich. Es mag das allerdings weniger direkt an dem kalten Wasser, als an der Art des Vadens durch die Kinder liegen. Diese baden tagsüber zu oft und zu lange in dem kalten Wasser. Dadurch entstehen dann sehr oft lebensgefährliche Krankheiten. Ja, uns sind Fälle bekannt, wo kräftige, blühende Kinder dem späten, unvorsichtigen Baden zum Opfer sielen. Man möge darum auf das Baden der Kinder in Landorten ein wachsames Auge haben. Man braucht es gewiß 'nicht zu verbieten, aber man sehe darauf, daß in jetziger Jahreszeit das Baden nicht zu oft und nicht zu lange und nicht in den Morgenstunden ausgeübt wird.
I. Lich, 27. August. Das heutige Jugend fest ist aufs schönste verlaufen. Um 3i/3 Uhr nachmittags bewegte sich der Festzug, bestehend aus sämtlichen Volksschülern, den Schülern der Großherzoglichen Präparanden-Anstalt und sämtlichen Vereinen, unter Begleitung der Kapelle des hiesigen Musikvereins nach dem Festplatze auf der Hardt. Hier richtete Herr Bürgermeister Heller einige herzliche Worte der Begrüßung an die Festteilnehmer und solche des Dankes an die Herren, welche bei der Veranstaltung des Festes geholfen und an diejenigen, welche durch freiwillige Gaben zur Deckung der notwendigen Ausgaben beigetragen. Redner schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Landesfürst. Die nun folgenden Jugendspiele wurden zur allgemeinen Zufriedenheit ausgeführt, die Sieger erhielten hübsche Preise. Während der Spiele konzertierte die Kapelle,, später spielte sie zum Tanze auf. Man konnte dabei wahrnehmen, daß die junge Kapelle mit rührigem Eifer weiter strebt und in ihren Leistungen gute Fortschritte macht. Auch der Gesangverein „Cäcilia" trug zur Verschönerung des Festes bei. Etwas neues brachte Herr Turnlehrer Langsdorf durch einige, mit seinen Frankfurter Schülern und Schülerinnen vorgeführte Stabreigen, welche sehr schön ausgeführt wurden und reichen Beifall ernteten.
Darmstadt, 28. August. In Gegenwart Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin, Allerhöchstwelche in Begleitung der Schlüsseldame Freiin v. Grancy die ganze Feier durch ihre hohe Anwesenheit auszeichnete, und Seiner Großherzogl. Hoheit des Prinzen Wilhelm mit Gemahlin, fand gestern vormittag 10 Uhr im Diakonissenhaus Elisabetenstist die Einsegnung der neuen Schwestern und daran anschließend die Einweihung des neuerbauten Schwesternhauses statt, welche Feierlichkeit Heuer die Stelle des förmlichen Jahresfestes vertrat. In dem sehr zahlreich besuchten Hauptgottesdienst, dem auch Herr Oberkonsistorial- präsident Buchner, der gesamte Vorstand der Anstalt, die Aerzte, der Baumeister, die Lieferanten und Handwerker des neuen Hauses anwohnten, erfolgte zunächst die Erstattung des Jahresberichts durch den Hausgeistlichen, Herrn Pfarrer Deggau unter Zugrundelegung des Schriftwortes Hof. 14, 10 und sodann die feierliche Einsegnung von elf neuen Schwestern, mit einer Rede über den Text Phil. 1, 10. 11. Nach den Gottesworten der Einsegnung sang ein Schwesternchor. Nach Schluß der Einsegnungsfeier (um 1/2I2 Uhr) zog, Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin mit der Oberin und dem Pfarrer an der Spitze, die zahlreich gegenwärtige Schwesternschaft, ungefähr 120 Diakonissen, durch das alte Haus in den durch einen Zwischenbau damit verbundenen und im Stil sich ganz an dasselbe anlehnenden neuen Schwesternbau. Durch den schönen Wandelgang im alten Kreuzgangstil, aber in fröhlich-lichten Farben gehalten und mit sinnigen Sprüchen versehen, ging es in die neue große Halle, mit der nach allen Seiten hin weite schöne Räume verbunden sind. Ueberall sieht man freundlich-helle Decken und Wände, unten mit schönem gothischen Holzwerk in Naturfarbe; in der Mitte stehen einfach-geschmackvolle Tische mit schmucken Stühlen. Die Wände sind mit Kopien von religiösen Bildern Wilhelm Steinhaufens geschmückt, die auf christliches Leben und Wirken Bezug haben. Hier fand die einfache Weiherede des Hausgeistlichen statt, voll Dank gegen Gott und die opferwilligen Stifterinnen des heimeligen Hauses, auch gegen die geschickte und hingebende- Bauleitung. Der Baumeister, Herr Architekt Georg Scherer, antwortete mit Dankesworten an die Frau Oberin des Hauses als Hauptgeberin und -Beraterin beim Bau und gegen die über 40 daran beteiligten Handwerksmeister, Geschäftsleute und Firmen (die mit Ausnahme von zweien sämtlich aus Darmstadt sind). — Dann erfolgte ein Rundgang der ganzen Versammlung durch das neue Haus, wobei Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin wiederholt ihre hohe Anerkennung über dessen Anlage und ganze Ausführung


