Ausgabe 
30.4.1899 Viertes Blatt
 
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dem Pflug herlaufen usw. Aber ist diese Thätigkeit, gewiß auch eine turnerische, nicht eine völlig einseitige? Wo bleibt bei dem Kaufmann überhaupt die Muskelthätigkeit, beim Schmied und Schlosser diejenige der Beine, beim Bauer diejenige der Arme? Diese werden vernachlässigt, der Mensch wird einseitig ausgebildet. Und wenn wir nur allein unsere Militärpflicht berücksichtigen wollten, dann müßten wir alle schon deshalb turnen das ist von den Militärs anerkannt, und jeder Turner-Soldat wird am besten wissen, wie es ihm ging.

Alle Eltern sollten aber auch berücksichtigen, daß heute die Jugend eine andere ist. Kaum der Schule entwachsen, fühlt sie sich flügge, es muß geraucht und getrunken werden und schließlich kommt sehr bald das ewig Weibliche. Auf den Dörfern besteht der Spiunstuben-Unfug und auf allen Pfosten und Treppen sitzt rauchend und nichtsthuend unsere liebe Jugend, oder sie treibt sich mit den Weibsleuten am Brunnen herum. Wäre all denen nicht ein kräftiges Turn­gerät oder ein schönes Ballspiel besser? Hier müßten die Eltern und Lehrherrn ansetzen? Aber wie viele Meister, Geschäfts- und Lehrherrn entfremden nicht aus Eigennutz die ihnen anvertrauten Leute der Turnsache? Jede freie Zeit beanspruchen sie; was zwei Mann leisten können, soll einer thun, selbst die gesetzliche Ruhezeit möchte man gern auch noch nehmen. Und wenn nur ein klein bischen Wohlwollen vorhanden wäre, dann müßte bei verständiger Zeiteinteilung doch trotz vieler Arbeits-und Ausbildungszeit noch genügend freie Zeit zu finden sein, daß diese nicht beeinträchtigt, der junge Mann aber auch nicht in seiner körperlichen Aus- blldung gehindert wird.

Allerdings müssen das die jungen Leute selbst wollen. Es ist doch chr eigenes Interesse, daß sie es wollen und dieses Interesse muß von früh auf wach gerufen und gefördert werden. Das Turnen liegt im Schulplan, ob es aber so gepflegt wird, daß die Schüler, wenn sie mit der Schule fertig sind, gar nichts anders wissen, als daß sie in den Turnverein müssen, um das Turnen fortzusetzen, das ist fraglich. Das ist nicht zu bestreiten, daß ein Lehrer viel mehr thun kann, als im Leitfaden steht. An freien Mit­tagen hier und da mit den Schülern spielen, vor allem sie auf die Turnvereine Hinweisen und natürlich selbst in den Turnverein gehen, das wäre eine wesentliche Förderung der Sache. In den Reihen der Turner stehen sie leider nicht, obwohl auch hier sich ein segensreiches Feld ihrer Thätig­keit eröffnen ließe. Schon die eigene Lehrthätigkeit und Turnfertigkeit sollte den Lehrer mahnen, aus dem Born des praktischen Lebens des Turnvereins zu schöpfen und sich nicht auf seinen Leitfaden allein zu verlassen. Selbst lernen und andere lehren, das ist unsere Aufgabe. Wes­halb erstreckt sich die Teilnahme der Lehrer so erheblich auf die Leitung des Gesanges in Gesang- und Kriegervereinen? Und wenn hierzu die damit verbundene Mehreinnahme be­stimmend sein sollte, so ließe sich doch noch zweimal in der Woche ein Stündchen zur Hebung des Turnvereins erübrigen.

Und wenn schließlich ein akademischer Turner diese Zeilen zu Gesicht bekommt, dann möge er sich einmal an die Brust klopfen und fragen, ob unsere akademische Jugend den Turnvereinen gegenüber ihre Pflicht erfüllt. Treten die akademischen Turner in das bürgerliche Leben zurß^, dann sind sie den Turnern verloren; verschwindend klein ist die Zahl derjenigen, die in den Turnvereinen das Turnen fortsetzen. Wo turnt der Assessor, der Doktor, der Amts­richter noch? Gebe sich jeder selbst die Antwort! Ueberall hört man in den Festreden, wie das Turnen um sich greife, wie es sogar in die besseren Kreise eingedrungen sei! Ist es wirklich wahr? Nein, aber wahr sollte es sein, das Turnen sollte überall eindringen, und wem allenfalls der Turnverein nicht paßt, nun, der mache ihn sich passend, lege aber nicht die Hände in den Schoß. Das widerspricht ganz dem außerordentlichen Eifer und dem turnerischen Thun, das die akademische Turnjugend aus den Universitäten

Heißt es:DernhatderHundMost genommen", so ist gesagt, es wurde unrichtig gemessen.

Der Hund ist im Dialekt merkwürdigerweise zum Super- | lativ avanciert. Bei einer Hund ekäl te steht das Thermo- meter sehr tief unter Null, die Kälte ist also sehr groß. 1 Ein Hundewetter ist bekanntlich so schlecht, daß man keinen Hund ins Freie jagen möchte. Das Hundeelend ist groß und kennt verschiedene Variationen im Superlativ. Ist einer hundsmüd, so wird er sicher seine Knochen und eine heillose Müdigkeit spüren.

Canis est miseriae typus. Das Adjektiv hundsig bedeutet karg, ärmlich, dürftig. Grüßte jemand mit Hunds­schanden", so will man damit sagen: Der Betreffende würdigte einen kaum des Grußes.

Hundsjung ist gleichfalls ein dialektischer Super­lativ für sehr jung. DerHund" in Bergwerken ist bekannt. EinenWasserhund" kennt der Wasierbau- techniker, es ist die Buhne zur Ueberwerfung des Strom­anfalles gemeint. UnterFeuerhund" versteht der Ge­birgler eine Vorrichtung zum Auflegen des Brennholzes. Einen speziellenHund" kennen die Flößer auf der Isar: die verbundenen Bretter oder Stämme, welche sie unter einem gegen den Strom mehr oder minder offenen Winkel an einem auf dem Sand festsitzenden Floß bringen und mittelst Seilen festhalten, um durch diesen Auf fang den Andrang des Wassers wirksamer und sich wieder flott zu machen (vergl. Schmeller I.).

Selten wird der Ausdruck Maushund für Katze ge­braucht. Was sich sonst noch an Redensarten und Sprüchen in Verbindung mitHund" namentlich im Bergvolk vor­findet, ist ein Superlativ von Derbheit und daher nicht diskutierbar. Betrüblich bleibt es, daß unsere Zeit so hunde"los geworden ist und die Bauern keineHunde mehr hinten haben". Die Zeiten und die Sprichwörter haben sich geändert.

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die eine Ausnahme ist zu berichten, daß im Horn das Buchen-Reisigholz unter Prei« nämlich 20 Meter zu 1 Mk.

§§ Nieder Moos, 26. April. Der Sch weine-Markt war ziemlich gut besann1 * * * * * * * mit Frühjahrsferkeln. Das Paar 6 bis 8 kostete 30 bis 35 Mk., 8 bis 10 Wochen 1 45 Mk., 10 bis 12 Wochen alte 50 bis 55 gji 140 Zuchtschweine wurden verkauft, das Stück mit 60^

§§ Nieder Moos, 25. April. Ein Schaf de-tz,^ Hofmann hier, gebar kürzlich ein Lämmchen, ständig ausgewachsen war, aber zwei Köpfe hQt{ ; Tier lebte jedoch nur eine halbe Stunde.

§§ Crainfeld, 24. April. Ein sonderliche« sich ein S ch w a l b e n p a a r hier ausgemacht. ,. Holzschwelle im Schafstalle des Landwirts Heivnj stand ein Kaffeetopf, in den die Schwalben * haben.

A Mainz, 28. April. Bei der heute in ju, stattgehabten Landtags-Ergänzungswajr. zurückgetretenen Abgeordneten Bürgermeister h Nierstein, wurde der Kandidat der Centrumsp^ Händler Molthan von hier in die zweite wählt. Molthan erhielt 19 Stimmen und btt , national-liberalen Partei aufgestellte Gegenkandib^; meister Schätze!- Guntersblum 15 Stimmen, h, trumspartei, welche lange Jahre in der zweites- I Kammer nur durch 2 Mitglieder vertreten war, 1 heute vollzogenen Wahl jetzt 6 Kammersitze inne. - j I den hiesigen Sozialdemokraten zur Maifeier be^.r 1 F e st z u g von ihrem ständigen Versammlungslv!:! | zur Fcstfeier bestimmtenStadthalle" wurde von ba? I amte verboten. Die letzter Tage zwischen .1 der städtischen Verwaltung und Vertretern btr Hk. behörde wegen Erwerbung militärsiskalischcr ItMi) I pflogenen mündlichen Verhandlungen sind tid .1 r esultatloS verlaufen. Die gegafechu x^ .j und Ansprüche wurden lediglich zu ProtoblMM,,^' jetzt auf's neue dem Kriegsministerium in W j:. scheidung unterbreitet zu werden. Nach aHra. ;. - Verhandlungen in die Oeffentlichkeit dringt, iftnu«-.^ zwischen der Stadt und dem Militärfiskus so bali ju erwarte«.

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Vermischtes.

* Leipzig, 25. April. Die Erdarbeiten auf btil lande des Völkerschlacht-National-Denk»^;

Leipzig schreiten immer weiter vorwärts. In tttnigal naten wird der natürliche Boden, welcher die ftun'c des Denkmals tragen soll, in seinem vollen Umjany;. gelegt sein. Die auSgeschachteten Erdmassen sind W im Osten des Platzes zu einer mächtigen cq. 12! hohen Halde aufgeschüttet worden, die einen Teil l- schüttung bildet, welche später die Grundpfeiler bd mals auf der Nord-, Ost- und Südseite bis zu rinn von 23 Meter mantelartig umgeben wird. An bei der Stadt zu gelegenen Stirnseite wird das Denfn' .1 natürlichen Boden an in die Erscheinung treten unb der Erdanschüttung eine gewaltige Stützmauer on- Kolossalrelief erhalten, zu deren beiden Seiten marck Freitreppen bis zu der innerhalb des Pyramide, archa» baues liegenden Ehrenhalle führen.

* Ein eigenartiges Geschenk hat der Metzer verein dem König Albert zum GeburM^ indem er das Haus, in welchem der damalige Albert nach der Schlacht von St. Privat v«P* 19. August 1870 übernachtete, angekauft hat. k- ' jenes Zimmer, in dem der Kronprinz schlief, ' so hergerichtet werden, wie es an jenem Tage geme die übrigen Räume sollen einem sächsischen geräumt werden, der die Gräber der gefallene, pflegen hat.

Auch ein Ziel der Frauenbewegung J , Chicagos und des ganzen Staates Jlltnoit W kurzem eine Campagne gegen die iöuftneufn - 1 welche den Körper einer Frau oder selbst tiur derselben zur Darstellung bringen. Die M . neuesten Bewegung, Gertrud Wallace, . J Frauen Klubs, erklärt den Feldzug folgern u Gattinnen, Töchter und Schwestern der t

aufgeklärten Bürger des freien Amerika uoe 1 die pöbelhafte Verwendung der GesichtSMl o , Performen des weiblichen Geschlechtes, W ® L. gütiger ober ftecher Natur, als Reklamcmttttl , Würde der Frauen schadet, sondern auch veu r das hohe Ideal, als welches das wetblichc veu, ; der Schöpfung in's Leben gerufen wurde, vern w Protest wird wahrscheinlich Gegenstand em«

welche der Legislative von Illinois vorgeleg.

* Die Verschiedenheit der Schreibweise 1

1 uamen hat schon oft zu berechNgte« «rag - i gegeben. So teilt jetzt wieder die Redaktton ;

Lloyd" folgende bei ihr eingegangene Zuschnp mit Recht hat derOstasiatische Lloyd i.^^ed* großen Gefahren hingewiesen, bte sich aus heit ber Schreibweise chine?tscher Namen " sfins | ergeben müssen. Es bürste Ihre Les I

erfahren, wie burch bte Verdeutschung -T. !

Namens ein Brief nicht angekommen lst, & einen verhältnismäßig einfachen Fall h g6;f

Suchou (in der Nähe Shanghais 9c^9cn) Pop- Sutschau. Darin glauben die Sutschao lesen zu sollen undsandten t in der Provinz Siechuan gelegenen Or sch l !£i fall klärte sich die Sache nach Monaten großen Anzahl verlorener Bneft kommt sich

| Bruchteil nur der ungenauen Schreibweise

an den Tag legt. Deshalb ihr Eltern: Schickt eure Kinder I in die Turnvereine, ihr Lehrherren, kommt euren Leuten I entgegen und schickt sie zum Turne«! Ihr Lehrer, turnt I selbst mit, lehrt die Turnvereine turnen und schickt die I Jugend in die Turnvereine! Ihr Akademiker bleibt auch im I Philisterleben treu unserem Wahlspruch: frisch, fromm, froh- I lich, frei! Ihr habt auf ber Hochschule bemselben zuge- | schworen, die Turnvereine wollen euch haben. Und zum I Schluß: Du Reservist, der du des Königs Rock ausziehst, I suche dein Heil nicht allein im Kriegerverein; im Turnverein setze das fort, was du von Jugend auf getrieben, damit I Arme und Beine gestärkt sind, wenn die nächste Hebung von dir verlangt wird.

Alles soll turnen, man raffe sich auf und lege den | faule« Menschen ab, dann wird das Eingangs dieses bewährte I Wort in Erfüllung gehen, bann wird die Turnsache mit all ihren Zweigen der Leibesübungen das urnfaffende Meer sein, I das die Grenzmark des Vaterlandes schützend umflutet.

Der Ausschuß des IX. Mittelrhein. Kreises der deutschen Turnerschaft. I

Kokales unb Provinzielles.

Gießen, den 29. April 1899.

In Amerika verstorbene Heffen. In New-Aork! Jakob Schneider, 76 Jahre alt, aus Krumbach. In I Towen-Ogden, N.A., Peter Emich, 74 Jahre alt, | aus Ober-Ramstadt. In Baltimore, Md., Frau I Katharina Hacker, 79 Jahre alt, aus Schlitz; daselbst: I Frau Fanny Neuberger, geb. Stern, 45Jahre alt, aus I Wenings. In Belleville, Jll., Heinrich Georg, I 73 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. InHullet, Ont., I Georg Plätzer, 64 Jahre alt, aus Oberhessen. In I Mascoutah, Jll., Adam Stärkel, 63 Jahre alt, aus I Bodenheim. In Plymouth, Wis., Valentin Pfeil, I 75 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. In Cincinnati, I O., Franz Alois Psülb, 70 Jahre alt, aus Heppenheim. In Waterloo, Ja., Adam Blim, 82 Jahre alt, aus I Bermersheim. In Odeboll, Ja., Valentin Lucken- I Heimer, 73 Jahre alt, aus Bingen. In Wellesley, I Ca., Witwe Gertrude Neeb, geb. Dünch, aus Grebenau. | In Greenpoint, Song Island, Charles Haber, I 27 Jahre alt, aus Alsfeld. In North Washington, 1 O., Frau Regina Schmidt, 80 Jahre alt, aus König. I In Mendota, Jll., Anna Margaretha Hoffmann, geb. Schmidt, 69 Jahre alt, aus Appenheim. In Smithton, Belleville, Jll., Georg Großmann, 74Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt.

Wieseck, 28. April. Der Kleinkinderschulfond hiesiger Gemeinde, mit dessen Gründung Weihnachten vorigen I Jahres begonnen wurde, ist nunmehr auf die Summe von über 1000 Mark angewachsen. Unter dieser befindet sich auch ein Beitrag eines treuen Wieseckers zu Alameda in Kalifornien, Herrn C. Weller, welcher zehn Dollar mit einem herzlichen Briefe und dem aufrichtigen Wunsche zu- sandte, Gott möge das Unternehmen reichlich segnen. Die zu dem in Rede stehenden Zwecke hierfelbst veranstaltete Sammlung hatte einen schönen Betrag geliefert. Es bricht sich hier immer mehr die Ueberzeugung Bahn, daß eine Kleinkinderbewahranstalt in hiesiger großer Gemeinde dringend nötig ist. Es besteht nun die Absicht, im Laufe ber Zeit Hierselbst eine Versammlung zu berufen, durch die­selbe ein Kuratorium wählen zu lassen, geeignete Statuten zu entwerfen und zunächst provisorisch eine Kleinkinderschule für 100 Kinder mit einer Lehrerin zu eröffnen. Das soll geschehen, sobald das dazu erforderliche Kapital vorhanden | ist. Dadurch soll der Beweis geliefert werden, daß eine solche Anstalt für Wieseck ebenso nötig wie segensreich ist. Allen gütigen Gebern, welche unseren Fond seither mit Geldspenden bedachten, sei auch hierdurch bestens gedankt.

Grünberg, 27. April. Von den Pächtern der hiesigen Gemeindejagd wurden gestern im Stadtwald vier junge Füchse, die aus ihren Höhlen ausgegraben wurden, lebend eingefangen. Bei dieser Gelegenheit fing man auch drei j junge Eichhörnchen, die Herr Uhrmacher Friedrich Jockel einer Katze, deren Junge fortgenommen waren, als Adoptiv­junge anbot und die von derselben auch angenommen wurden. Daß eine Katze drei junge Eichhörnchen säugt, ist ein recht seltsames Schauspiel, bas den kürzlich aus Münster gemeldeten Fall, wo drei junge Marder die Adoptivjungen einer Katze waren,, an Eigenart noch übertrifft.

Grünb. Anz.

Lauterbach,28. April. Gestern morgen verunglückte bei dem Aufladen von Baumstämmen auf dem Zimmerplatze I des Herrn Henkel ein jüngerer Arbeiter Namens David I Oestreich von Maar. Demselben fiel einer dieser Stämme I von etwa 40 Ctm. Durchmesser auf den Brustkasten und I zermalmte denselben fast vollständig. Der Tod trat kurz I darauf ein.

§§ Aus dem Kirchspiel Crainfeld, 28. Aprü. Gestern I abend feierte der älteste Mann unseres Kirchspiels, Heinrich I Schultheis I. im Kreise seiner nächsten Verwandten, I Freunde und Bekannten seinen 90. Geburtstag bei noch I bestem Wohlsein und Rüstigkeit. Schultheis wurde im I Jahre 1809 geboren, diente in den Jahren 1829 und 1830 I bei dem damaligen Husaren-Regiment in Wabern bei Kassel.

§§ Grebenhain, 26. April. Bei den in hiesiger Ober- I försterei abgehaltenen letzten Holzversteigerungen I wurden durchschnittlich hohe Preise erzielt; es kosteten: I Lärchen-Stämme der Feftmeter 40 Mk., Fichten-Stämme I ber Festmeter 15 bis 20 Mk., Buchen-Scheitholz ber Raum- I meter 1. Klaffe 6 bis 8 Mk., 2. Klaffe 4 bis 5 Mk., I Buchen-Knüppel der Raummeter 1. Klasse 4 bis 6 Mk., I 2. Klaffe 3 bis 4 Mk., Buchen Stammreisig der Raummeter I 2 bis 3 Mk., gewöhnliche Astreiser der Raummeter 1 Mk. I bis 1 Mk. 50 Pfg., Bucheu-Stöcke der Raummeter 4 bis I 5 Mk., Fichteu-Stockholz 2 Mk. bis 2 Mk. 50 Pfg. Nur

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