Ausgabe 
29.1.1899 Erstes Blatt
 
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erläßt an ihre Anhänger einen Aufruf, in welchem gesagt wird, die Freunde Reinachs würden diesen heute im Triumph zum Justiz-Palast geleiten.

Paris, 27. Januar. Clomenceau schreibt in der Aurore, er halte es für bedeutend besser, wenn der Prozeß Henry-Reinach bis nach Erledigung der Dreyfus-Angelegenheit vertagt würde. Geschehe dieses nicht, dann vertraue er auf Labori, daß dieser sein möglichstes thun werde, um die Wahrheit trotzdem ans Licht zu bringen.

Paris, 27. Januar. Wie wenig cs den amtlichen Kreisen Frankreich-mit einer Annäherung an Deutschland ernst ist, dar spricht da» Organ de« Auswärtigen Amtes, der .Temps", mit erstaunlicher Offenheit aus.In Frankreich", heißt es darin,haben gewiße Agitatoren unter dem Einfluß verschiedener Ursachen, deren geringste nicht das sehr natür­liche Erstaunen darüber war, daß der französischersettS in der Faschoda Angeleg nheit an den Tag gelegte Geist der Ver­söhnlichkeit so wenig Früchte trug, den Versuch gemacht, eine Bewegung im Sinne einer Politik des Gegendruckes in Szene zu setzen Man hat gehört, wie Personen, die ernst genommen werden wollen, den alten Albernheiten desErbfeindes" unter­lagen; man hat erlebt, wie sie die Erinnerungen an den Krieg der hundert Jahre ausputzten und im Namen des Chauvinis­mus die bedingungslose Versöhnung mit den Eroberern Elsaß- Lothringens predigten und den heiligen Kreuzzug gegen England. Alles das drohte dank dem Schweigen der befugten Vertreter der öffentlichen Meinung einen gewissen Bestand zu gewinnen. Jetzt ist dies Schweigen gebrochen worden." Man sieht, derTemps" atmet ordentlich auf, nachdem in dec Kammer keine Stimme sich zugunsten einer Annäherung an Deutschland ausgesprochen hat. An Berliner maßgebender Stelle hat man kaum etwas anderes erwartet. Gleichwohl hat man sich jedes Eingreifens in die Erörterungen der unabhängigen französischen Presse enthalten, um den Anschein zu vermeiden, als ob Deutschland eine Verständigung mir Frankreich grundsätzlich ablehitte.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, den 28. Januar 1899.

* * Ruhestandversetzung. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben All rgnädigst geruht, am 14. Januar den evangelischen Pfarrer Elard Briegleb von Pfeddersheim, Dekanat Worms, z. Z. in Worms, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Februar l. I. an, in den Ruhestand zu versetzen.

* Stadttheater. Auf vielfach geäußerten Wunsch, wird am kommenden Dienstag als 12. Volksvorstellung Die Grille" von Charlotte Birch-Pfeiffer zur Aufführung gelangen. Als Benefiz für Herrn Hubert Dietzsch folgt dann am Mittwoch das Gutzkowsche DramaUriel Acosta".

* * Im Kaiser-Panorama wird von heute ab die prächtige Serie Aegypten, ausgcstellt und führt uns die Reise nach Kairo mit Hauptplätzen und Sehenswürdigkeiten, Alexandrien, Assuan, Theben, Insel Philä (Nil) u. s. w. D'eie Serie, die überall mit großem Erfolg ausgestellt war, ist besonders den Besuchern der Universität zu empfehlen. Dieselbe bleibt nur bis Mittwoch abend ausgestellt.

* * Zum Maskenball des Gießener Turn-Vereins. Wie wir heute milzulecken vermögen, sind nunmehr die Vorbereitungen zu den beiden Karneoalfrstlichkeiten flott im gange. Speziell der Maskenball wird sich seinen Vorgängern würdig anreihen können. Gruppen größeren Stils werden neben verschiedenen kleineren Aufführungen der Glanzpunkt des Programms sein. Der Vorstand des Vereins, unterstützt durch die Turner nebst ihren Turnschwestern, werden es in keiner Beziehung fehlen lassen, um diese Feier zu einer der Sache entsprechend roüp dtgen zu gestalten. Wie wir bis heute in Erfahrung bringen konnten, ist das Programm ein großes und sehr abwechselung­reiches. Kurz, ohne aus der Schule zu plaudern, können wir heute schon den Teilnehmern einen genußreichen Abend, echt karnevalistischen Stil-, in Aussicht stellen. -g

* * Maskenball. Am Montag dem 13. Februar hält derGießener Männergesangverein" seinen dies­jährigen Maskenball ab. Den regen Vorbereitungen nach zu urteilen, dürfte sich derselbe dem vorjährigen, der ja noch bei den Teilnehmern in bester Erinnerung steht, würdig an­reihen.

* * Der Fechtverband Gießen Lahr hält seinen diesjährigen Maskenball am 5. Februar er. in Steins Saalbau ab. Wie bekannt, werden die Ueberschüsse ausschließlich Waisen­kindern zugewendet, und darf der Verein auch in diesem Jahre wieder auf starken Besuch rechnen, da hier das An­genehme mit dem Nützlichen verbunden ist. (Näheres im Annoncenteil)

* * Geflügel- und Vogel-Ausstellung. Die Meldungen zur diesjährigen Geflügel- und Vogel-Ausstellung, sind bereits sehr zahlreich eingegangen, und ist zu hoffen, daß die Zahl der ausgestellten Tiere mehr wie doppelt so groß sein wird, als bei der vorjährigen Ausstellung. Hoch in­teressant wird die Firma F. Sartorius-Göttingen ausstellen. Dieselbe hat künstliche Glucken und Brutapparate gemeldet, und wird das künstliche Brüten auf der Ausstellung praktisch vorführen. Zu diesem Zwecke wird schon einige Zeit vorher in einem Raume des Windhofes eine Brutmaschine in Thätig- keit gesetzt, sodaß während der Ausstellungsdauer täglich vor den Augen der Besucher die jungen Hühnchen aus dem Ei schlüpfen werden. Ferner ist ein Vogelbauer, in welchem zwei kunstvolle Singvögel abwechselnd ihr Lied erschallen lassen und dabei die Bewegungen lebender Vögel täuschend nachahmen, gemeldet. Den Bemühungen der Äusstellungs- leitung ist cs gelungen, den Vogelhändler Dietrich Möller von Angersbach zu veranlassen, außer größeren Kollektionen inländischer Vögel, ca. 50, Lieder singende Gimpel zur Aus­stellung zu bringen. Die Verwaltung der Bieberthalbahn hat zugesagt, während der Ausstellung täglich jede Stunde einen Zug nach dem Windhof, von Gießen aus ablassen zu wollen, und gegen den ermäßigten Fahrpreis von 10 Pfg.

für Erwachsene, (Kinder die Hälfte), die Personenbeförde­rung zur Ausstellung zu übernehmen.

Wetterbericht. Die Luftdruck-Verteilung ist im großen und ganzen die gleiche geblieben. Ein barometrisches Maximum, dessen Kern im Norden und Osten unseres Ge­bietes liegt, beherrscht den größten Teil von Europa. Den Norden Skandinaviens bedeckt eine Depression, welche sich heute etwas südwärts ausgedehnt hat. Ebenso ist über dem Mittelmeerbecken noch immer ein flaches Gebiet niederen Druckes vorhanden, wennschon im Süden der Alpen das Barometer gestiegen ist. Voraussichtliche Witter­ung: Zunächst noch keine wesentliche Aenderung.

-i- Wieseck, 28. Januar» In dankenswerter Weise wurden in letzter Zeit von einigen Herrn Fabrikanten in Gießen und hier, welche Wiesecker Arbeiter beschäftigen, dem hiesigen Pfarramt auf eine diesbezügliche Bitte 465 Mk. überwiesen, welche bei der Sparkasse in Gießen zu einem Fond für eine Klein kinder sch ule in Wieseck verzinslich angelgt wurden. Hoffentlich wird eine demnächstige Samm­lung freiwilliger Gaben zu diesem Zwecke in hiesiger Ge­meinde einen guten Erfolg haben. Ist doch die Errichtung einer Kleinkinderschule Hierselbst um so nötiger, als die hiesige Gemeinde die zweitgrößte des Kreises Gießen und recht kinderreich ist.

Groß-Felda, 27. Januar. Eine in unserem Orte vorgenommene Verhaftung erregt nicht geringes Auf­sehen. Zu Beginn des September 1897 brannten hier zwei der größten Oekonomie-Gebäude mit mehreren kleineren vollständig nieder. Das Feuer, welches in einer um die damalige Zeit vollgefüllten Scheuer seinen Ausgang ge­nommen, verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß aus einer Stallung das Vieh nur mit knapper Not gerettet werden konnte. Wie war der Brand entstanden? Das war die Frage, die auch die Abgebrannten sich nicht zu beantworten ^vermochten. Wohl munkelte man von Brand­stiftung, aber der Thäter schien verborgen bleiben zu sollen. Da erhielten die Gendarmen Dörr und Graulich zu Rupperten­rod ganz in letzter Zeit diskrete Mitteilungen, in denen eine Person der Brandstiftung geziehen war. Mit aller Vorsicht recherchierten genannte Gendarmen und brachten den anfänglich alles in Abrede stellenden Verdächtigen soweit, daß er ein vollständiges Geständnis ablegte. Der Thäter, mit Namen Peter Weitzel, ein Mann anfangs der dreißiger Jahre, wurde in das zuständige Amtsgerichtsgefängnis Ulrichstein abgeliefert. Die Veranlassung, welche den Brand­stifter zur That geführt, soll in einem geringfügigen Streit gelegen sein, den er mit seinem damaligen Dienstherrn ge­habt. Als Angeberin des Thäters bezeichnet man seine eigene Ehefrau,'die mit ihrem "Mann in Streit lebt.

Vermischtes.

Mac Kinley als Jockey. Mac Kinley, der Präsident der Vereinigten Staaten, soll sich, wie sonderbar es auch klingen mag, einst als Jockey versucht haben. Ein ge­wisser John Boise aus Ohio, der jetzt seit 40 Jahren in Topeka lebt, erzählt (nach der Sport-Zeitung), er habe Mac Kinley als kleinen Knaben gekannt. Im Alter von nur 14 Jahren habe dieser für ihn zu Aoungstown ein Rennen gewonnen. John Boise beschäftigte sich nämlich damals mit dem Verkauf von Rennpferden und hatte gerade einen Kandidaten für ein Rennen zu Aoungstown. Er bot dem jungen Mac Kinley einen Dollar an, wenn er ihm sein Pferd reiten wolle, und versprach ihm 5 Dollars im Fall eines Sieges. Dem jungen Reiter war das ganz recht, doch vorerst bat er seinen Vater um die Erlaubnis, das Rennen mitmachen zu dürfen; der Vater hatte nichts dagegen, und so setzte sich denn Mac Kinley aufs Pferd. Es war ein glücklicher Ritt, den er" vollführte, denn er kam als Sieger ein, und später, so erzählt Herr Boise, hat er noch an mehreren Rennen teilgenommen und so ziemlich alle gewonnen.

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 75 Jahren, am 29. Januar 1824, starb in seiner Vaterstadt Kolberg Joachim Christian Nettelbeck, eine kräftige Seemannsnatur von vaterländischer Gesinnung und ehrenfestem Charakter. Während der Belagerung der F stung Kolberg zählte er neben Gneisenau und Schill zu den helden­mütigsten Verteidigern der Stadt gegen die sieggewohnten Franzosen, bis der Waffenstillstand den Angriffen ein Ende machte. Nettelbeck machte sein lange« Leben durch Thaten und Erfolge fruchtbar und hinterließ davon seine würdige höchst spannende Selbstbiographie. Er wurde am 20. Slp tember 1738 geboren. ___

Vor 100 Jahren, am 30. Januar 1799, fand in Weimar die erste Aufführung von SchillersPiccolomini" statt. In der Trtlotte Wallensteins Lager, die Piccolomini, und Wallensteins Tod schuf der Dichter ein für die Theater- geschichte epochemachendes Nationaldrama. Zwei Dinge haben diesem dramatischen Werke große Bedeutung gegeben, einmal die glückliche Wahl einer ereignisvollen Periode unserer vater- ländischen Geschichte und dann die hohe Vollendung des Stückes, namentlich der tumultuarischet. Szenen, woraus hervorgeht, daß Schiller auf dem großen Theater der Weltgeschichte ebenso zu Hause war, wie auf dem Gebiete sanften EmpsindenS. Auszug aus den Standesamtsregistern

der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Januar: 21. Siegfried Emil Weißenberg, Kaufmann dahier, mit Flora Elsoffer hierfelbst. 23. Job«. Jakob, Schuhmacher dahier, mit Elisabeth« Dorothea Otto hierfelbst. 23. Georg Schmitt, Schutz­mann zu Worms, mit Anna Elffabethk Stühler hierfelbst. 24 Mor'tz Spinaarn, Kaufmann dahier, mit Esther Emma Löwenstein hierfelbst 24. Johann Jakob Elmshäuser, Fuhrmann dihier, mit Elisabethe Werther hierfelbst.

Eheschlietzuugen.

Januar: 21. August Schaumburg, Fabrikarbeiter dahier, mit Henriette Hand,ich bierfelbst. 23. Earl Friedrich Wilh'lm John, Kaufmann zu Bad-Nauheim, mit Johanna Mathilde Schmalenbach zu Homburg o. d. H.

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Geborene.

Januar: 15. Dem H-le.vtt'tzer Anton Weigand leine Tochter, F^anztSka Grttha. 1b. Dem Spenglermeister Christian Arnold ein Sohn. 18. Dem Kaufmann Georg Wallenfels ein Sobn. 19. Dem Lackierer Karl K2S eine Tochter, Anna. 19. Dem Friseur Otto Rottminn eine Tochter, Frida Bertha Emma. 20. Dem StationL- Aflistent Heinrich Walther ein Sohn. 22. Dem Instrumentenbauer Ernst Rodert Hopf eine Tochter. 23 Dem Restaurateur Franz Renk ein Sohn. 23. Dem Lokomotivheizer Heinrich Linkmann eine Tochter, Anna Margarethe. 24. Dem Lokomotivheizer Johannes Michel eine Tochter, Katharine. 24 Dem Schlosser Heinrich Dörr ein Sohn. 25. Dem Taglohner Johannes Hofmann eine Tochter.

Gestorbene.

Januar- 23. Karl P'attner, 1 Jahr alt. Sohn von Glaser Karl Plattner bierselbst. 24 Löd Enael, 38 Jahre alt, Cigarren- bändler hierfettft. 24. Margarethe Hüter, geb. Weber. 30 Jahre eit, Ehefrau von Gymnasiallehrer Ludwig Hüter dahier. 24. Johannrtte N hmeyer. geb. Becker, 76 Jahre alt, Witwe von HoSpitalverwaller Wilhelm Nebmeyer hierfelbst. 25 Johann Philipp Wiege', 66 Jahre alt, Bahnwärter dahier. 25. Katharine Kopf. g-b. Mrtzger, 58 Jahre alt, Edefrau von Landwirt Heinrich Kopf zu Griedel, Kreis Friedberg. 26. Emmy Veit, 8 Jahre alt, Tochter von Wagenfchreiber Heinrich Veit zu Klein-Linden. 26. Johannes Vogler, 49 Jahre alt, Maurer von Dorheim, Kreis Friedberg. 26 Maximiliane Schneider, geb. Schraner, 82 Jahre, att, Witwe von Schneiderme'ster Heinrich Schneider dahier. 26. Theodore Johannette Wetdig, 68 Jahre alt, Prioatin dahier.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

JobanneSgemeinde.

Den 23. Januar. Carl Friedrich Wilhelm John, Kaufmann zu Bad Nauheim, und Johanna Mathilde Schmalenbach, Tochter des Generalagenten Franz Wilhelm Schmalenbach zu Gießen.

Getaufte.

MarkuSgemeinde.

Den 22. Januar. Dem Taglöhner Johannes Schiefer stein ein Sohn, Louis Heinrich Karl, geboren den 21. Dezember.

vukasgemeinde.

Den 22. Januar. Dem Kunstmaler Friedrich Wetdig eine Tochter, Frieda Elsa, geboren den 27. Dezember 1898.

Johannetzgcmeinde.

Den 22. Januar. Dem Uhrmacher Carl Ramstock eine Tochter, Katharina Karolina, geboren den 19. Dezember 1898.

Den 23. Januar. Dem Psotograph Daniel Lrchuchhardt ein« Tochter, Anna Luise Johanna, gebrren den 24 Dezember 1898.

Den 26. Januar. Dem Gymnasiallehrer Ludwig Hüter ein Sohn, Andreas August Friedrich Anton, geboren den 13. Januar.

Beerdigte.

JohanneSgemeinde.

Den 26. Januar. Margarethe Hüter, geb. Weber, Ehefrau de« Gymnastallehrers Ludwig Hüter, 31 Jahre alt, starb den 24. Januar.

Denselben. Johannette Nehnuyer, geb Becker, Wittwe des HoSpitalvcrwaliers Wilhelm Nrhmcyer, 76 Jahre alt, starb bat 24 Januar.

Verkehr, Land- und Volkswirtschaft

Gietzeu, 28. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.700.85, Hühnereier per St. 68 5., 2 St. 0000 H, Enteneier per St. 89 4, Gänse- eiet per St. 1415 X Käse 1 St. 68 Käsematte per St. 8 H, Erbsen per Liter 20 X Linsen per Liter 30 Tauben per Paar

X 0.801.00, Hühner per St. X 1.101.30, Hahnen per Stück X 1.001.60, Enten per St. X 1.902.20, Gänse per Pfun- X 0 500.60, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 X Schweinefleisch per Pfd. 6876 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 64 66 Hammelfleisch per Pfd. 5070 X Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 biS 6.50 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. X 7.008.00, Milch per Liter 16 H ,

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens biS 2 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf itn Umherziehen nicht feilgeboten werden.

Nach den statistischen Ermittelungen deS Vereins deutsche Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Stohetse«prod»rtto» des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monw Dezember 1898 auf 662 338 Tonnen, darunter Puddelrobeifen und Spiegeleifen 140 592 Tonnen, Bessemerroheisen 48 259 Tonnen. Thomasroheisen 356535 Tonnen und Gießereiroheisen 116952 Tonnen Die Produktion im November 1898 betrug 638 662 Tonnen, im Dezember 1897 615 455 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 1898 wurden produziert 7 402 717 Tonnen gegen 6 889 067 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 28. Januar. Die Anteilnahme der Bevölkerung an der Geburtstagsfeier des Kaisers war im weiteren Verlauf des gestrigen Tages bis in die späten Abendstunden hinein eine äußerst lebhafte. Offizielle und private Kreise hielten zu diesem Zweck patriotische Zusammen­künfte ab. An der Festvorsteüung im Opernhause nahm das Kaiserpaar und die übrigen Fürstlichkeiten teil. Im Reichstage fand ein Festmahl statt, bei welchem Präsident Graf Ballestrem den Kaisertoast ausbrachte; im Nathause waren die Stadtverordneten zu einem Diner vereinigt. Den Höhepunkt der Berliner Feier bildete auch in diesem Jahre die Illumination, welche von herrlichstem Wetter begleitet war. Es hatten sich auch diesmal ganz gewaltige Menschen­mengen zusammengefunden, um die Festbeleuchtung in Augen­schein zu nehmen. Den herrlichsten Anblick boten wiederum die großen Geschäftshäuser, Restaurants, Hotels rc. in der Friedrichs- und Leipzigerstraße sowie Unter den Linden.

Men, 28. Januar. Gestern abend wurde der ehe­malige galizische Minister, Geheimerat v. Jawordki, Obmann DeS Polenklubs im Reichsrat, ein Mann von 75 Jahren, von einem Fiaker überfahren. Man be­fürchtet eine Gehirnerschütterung.

Eger, 28. Januar. Von der Gemeinde-Vertretung wurden einstimmig 1000 Gulden für die Errichtung eine- Bismarck-Steines bewilligt.

Triest, 28. Januar. Hier herrscht eine fürchterliche Bora im Karst-Gebirge, verbunden mit kolossalem Schnee­fall. Mehrere Personen wurden vom Schneesturm im Ge­birge überrascht und find erfroren.

Christiania, 28. Januar. Der Herzog der Abruzzen hat gestern den RobbenfängerJason Sandefjord" für seine Polar-Expedition angekauft.

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