Ausgabe 
28.11.1899 Zweites Blatt
 
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Kälte bringen möge, damit die vollen Läger Winterwaren,

bau noch nicht angewandter architektonischer Schmuck ist

Mitglieder die Hauptversammlung des Oberh.Geschichts-

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Karl Thaler in Darmstadt und dem Oberforstrat Wilh. Seyd daselbst; der Charakter als Regierungsrat dem Steuerkommissär Alb. Nispel in Lauterbach; der Charakter als Rendant dem Distriktseinnehmer Daniel Rausch in

angebracht worden. Auf der höchsten Spitze, des galvanisch

_________ verkupferten Zinkdaches, des Eckturmes des Bach'schen Neu- des Cafs Ebel fand gestern unter zahlreicher Beteiligung der I baues, ragt, die Bestimmung des Gebäudes nach seiner . . T - I Fertigstellung andeutend, die zwei Meter hohe, in Zink

Vereines statt. ^Nachdem der Borsitzende, Prof. Dr. Höhl- | getriebene, echt vergoldete Figur des Merkurs, des Beschützers

sitzende die Versammlung.

* Stadttheater. Das erste Gastspiel des Kgl. Würt- tembergischen Hofschauspielers Emil Richard findet be­kanntlich morgen Dienstag statt und zwar alsBräsig." Ueber seine Verkörperung desselben am Germaina-Theater in New-Jork schrieb derNew-Yorker Herold" folgendes: In die Fixigkeit is he de Annern über, un in de Richtig­keit not, so sagte einer unserer plattdeutschen Bürger, der New-Yorker Fritz Reuter, Wilhelm Fricke, als er gestern abend gefragt wurde, wie ihm der Gast des Germania- Theaters, Herr Emil Richard, gefiele, uud gab damit that- sächlich der Ansicht des ganzen Publikums Ausdruck. Emil Richard hat bei seinem gestrigen New-Yorker Debüt als Onkel Bräsig" ungemein gefallen und das mit Recht. Denn er ist ein vortrefflicher Schauspieler, natürlich, von großer Kraft des Ausdrucks und einem behaglichen Humor, welcher das Publikum rasch in die allerangenehmste Stimmung versetzt. Es lag nahe, daß man ihn mit hervorragenden früheren Darstellern dieser Rolle, vor allem mit Emil Thomas und August Junkermann, verglich, aber der Vergleich fiel sicherlich nicht zu seinen Ungunsten aus. Er ist zweifellos der echteste Onkel Bräsig unter allen, welche den klassischenJnspekter" hier gemimt haben. Sein Er­folg war ein durchschlagender und durchaus wohlverdienter.

Ueber die Geschäftslage. Das milde Wetter des nun

zu Ende gehenden Novembers ist dem geschäftlichen Handel und Wandel nachteilig gewesen. Besonders die Händler mit Pelzwaren, Wollwaren und Manufakturwaren klagen über schlechten Geschäftsgang und haben betreffs des Winter­geschäfts ihre Hoffnung auf den Weihnachtsmonat gesetzt, von dem zu wünschen wäre, daß er zu Beginn einige Grad

durch den Spenglermeister Georg Appel vor einigen Tagen auf dem Neubau der Firma Julius Bach an der Ecke der Plock- und Johannesstraße geliefert und

Der Boran 1900/1901 liegt v CM auf dem 3

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** Oberhessischer Geschichtsvereiu. In dem unteren Saale

maßen geräumt werden.

** Ein recht effektvoller, in unserer Stadt beim Häuser-

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des Handels. Die Figur ist ziemlich weit von der Süd­anlage her schon sichtbar und erregt das Interesse der Passanten.

x Gruuberg, 26. November. Zur Feier des Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin fand am Freitag Abend im Gasthofzum Hirsch" hier ein Festessen statt, zu welchem sich fast sämtliche Beamten und zahlreiche Bürger der Stadt zusammen an 70 Personen ein­gesunden hatten. Auch der Musikverein beteiligte sich an der Feier und trug durch seine trefflichen Vorträge sehr zum Gelingen derselben bei. Die von patriotischem Geiste getragene Festrede des Herrn Dekan Pullmann gipfelte in einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unser erlauchtes Fürstenpaar. Nach beendigtem Mahle wechselten Musik­vorträge mit gemeinschaftlich gesungenen patriotischen Liedern ab, und so nahm die ganze Veranstaltung einen recht schönen und würdigen Verlauf.

4- Gruuberg, 26. November. Am gestrigen Geburts« tage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde dem 1. Geistlichen hiestgerStadt, Herrn Dekan Pullmann, der Charakter als Kirchenrat erteilt, und Herrn Ober­amtsrichter Mickel wurde das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Zum Notar mit dem Amtssitz Grünberg ist Herr Rechts­anwalt Beil stein hier ernannt worden. Gestern nachmittag kam der um 6 Uhr fällige Personenzug von Gießen erst um 7 Uhr, also mit ein stündiger Ver­spätung, hier an. Der Zug mußte, da die Lokomotive den Dienst versagte, auf der Station Reiskirchen liegen bleiben, bis eine andere Maschine von Gießen aus eintraf. Als Ergebnis der in hiesiger Stadt veranstalteten HauS- sammlung von Beiträgen für die verwundeten Buren wurden rund 122 Mk. an die Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes in Berlin zur Weiterbeförderung abgesandt.

O Nieder - Ohmen, 26. November. Eine wohl­verdiente Auszeichnung wurde gestern an Groß­herzogs Geburtstag unserem allverehrten Herrn Bürger­meister und Ortsgerichtsvorsteher Ohnacker zuteil. Herr OberamtSrichter Mickel von Grünberg erschien vormittags und überreichte ihm unter entsprechender Ansprache im Bei­sein sämtlicher Mitglieder des Ortsgerichts das ihm ver­liehene Verdienstkreuz des Ordens Philipps des Groß­mütigen. Dieselbe Ordensauszeichnung erhielt auch Herr Bürgermeister Westrupp im benachbarten Ruppertenrod.

Nidda, 25. November. Zur Feier des Geburts­festes unseres allverehrten Großherzogs und seiner Gemahlin fand gestern in der höheren Bürger­schule ein FestaktuS statt. Den Mittelpunkt der aus De­klamation und Gesangsvorträgen bestehenden Feier bildete ein Vortrag des Dirigenten der Schule, Herr Dr. WaaS über die Chatten in ihrem Verhältnis zum römischen Reich, in dem den Schülern die Tapferkeit und der Mannesmut unserer Vorfahren zum Vorbild und zur Nachahmung hin- gestellt wurde. Den Vortrag schloß ein Hoch gjif unseren i Fürsten und seine hohe Gemahlin. Heute wurde von den hiesigen Vereinen unter Mitwirkung der Feuerwehr­kapelle ein Bierkommers veranstaltet, bei dem Herr Amts­richter Römheld das Hoch auf das Großherzogspaar aus­brachte. Die Begrüßung der Versammlung hatte Herr Bürgermeister Roth übernommen; aus den Kaiser toastete Herr Landtags-Abgeordneter Erk, auf das Vaterland Herr Steuerkontroleur Obmann. Gesang der Nationalhymne und sonstige vaterländische Lieder erhöhten die Feststimmung. Die öffentlichen und einzelne Privatgebäude hatten geflaggt.

0. Aus Oberheffen, 26. November. In jüngster Zeit haben eine größere Anzahl von älteren Schullehrern, die in der Zeit von 1870 bis 1896 in den Ruhestand ver- I setzt worden sind, namhafte Pensionsnachbesserungen I erhalten. Die Beträge erreichen bei manchen Pensionären fast 200 Mk., welche den Empfängern, die noch bei kleinen I Gehältern pensioniert wurden, sehr zu gönnen sind. ES I geht daraus hervor, daß die Staatsregierung auch gegen I die Volksschullehrer vom größten Wohlwollen erfüllt ist.

F. Von der Feldkrücker Höhe, 26. November. Die seit- I herige milde Witterung, die in unseren Berglagen aller- I dings wesentlich frischer ist, als in der Wetterau und in I geschützten Gegenden, hat es ermöglicht, anhaltend in den Forsten zu arbeiten. Aus allen Himmelsgegenden, z. B. aus Norddeutschland, der Rheinpfalz, Baden und Bayern sind bereits wieder Kaufliebhaber für unsere ausgezeichneten I Vogelsberger Forstprodukte angemeldet. Letztere werden I vorzugsweise aus den trefflich bewirtschafteten Staatswal- I düngen geliefert. Aber auch für die Gemeindewaldungen geschieht von Jahr zu Jahr mehr durch den Staat, indem den Gemeinden es sind uns deren gegen 50 bekannt geworden bedeutende Zuschüsse für Waldkulturen geleistet worden sind. Die Ergebnisse mit diesen Kulturen sind sehr I befriedigend und sie tragen sicher dazu bei, den Eifer und I das Interesse der Gemeinden zu wecken und sie auch ihrer- I seits zu Opfern anzuseuern, welche später reiche Früchte I tragen. r

I Babenhausen, 24. November. Der hiesigen Gen- I darmerie fiel gestern ein feingekleideter Herr in die Hande, I der sich durch verschiedene Manipulationen in hohem Grave I verdächtig gemacht hatte. Gefesselt der Amtsgerichts- I behörde zu Seligenstadt vorgeführt, machte er über I Namen, Herkunft und Stand die widersprechendsten An- I gaben. Es wurden gefälschte Militärpapiere bei ihm vor- I gefunden. Jedenfalls hat er gegründete Ursache, unter I falscher Flagge zu segeln. Man nimmt einstweilen an, I einen guten Fang gemacht zu haben. Der Häftling ist I mosaischer Abstammung, etwa 50 Jahre alt, nennt sich I Isaak Fuld und scheint es vorzugsweise auf feine Glaubens- I genoffen abgesehen zu haben.

Seligenstadt, 24. November. Nach langen Bemühungen zahlreicher Interessenten hat sich die Eisenbahnbetriebs­direktion bereit erklärt, eine bessere Verbindung zwischen

Ludwigsordens erhielt Se. Exz. der Staatsminister Dr. Emil I Dittmar und Se. Exz. der Staatsminister Wilh. Küchler; I das Komturkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen der Präsident des Oberkonsistoriums Adolf Buchner; das Komturkreuz 2. Kl. desselben Ordens I der Geh. Kommerzienrat Hugo Buderus in Hirzenhain I und der Ministerialrat Wilh. Milbrand in Darmstadt; I das Ritterkreuz 1. Kl. desselben Ordens der Dekan des I kath. Dekanats Friedberg, Appel in Oppershofen, der Ministerialsekretär Adolf de Beauclair in Darmstadt, I der Grüfl. Kammerdirektor Dr. Geyger in Assenheim, I der Vortragende Rat bei dem Ministerium der Finanzen | Oberforstrat Heinrich Krauß in Darmstadt, der Re- gierungS- und Baurat PH. Stahl in Gießen, der Vor- | stand der Eisenbahnbetriebsinspektion 2 zu Darmstadt I RegierungS- und Oberbaurat Fried r. Stegmayer, der I Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Grünberg Ernst I Mickel, der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Alsfeld Dr. August Scriba, der Oberamtsrichter bei dem Amts- I gericht Büdingen FerdinandRabenau; das Ritterkreuz | 2. Kl. desselben Ordens der Fabrikant Karl Grüne­wald I. zu Alsfeld, der Fabrikant Theodor Kübel zu Herbstein, der Distriktseinnehmer Rendant Jac. Klein zu I Büdingen; die goldene Verdienstmedaille des Ludwigs- I ordens die erste Lehrerin an dem Rettungshause zu Arns­burg Emilie Brauchte; das silberne Kreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen der Kreisstraßen- I meister Joh. Adam Hohenade! zu Schotten, der Lehrer Joh. Konr. Hüber zu Steinfurth b. Friedberg, der Bürgermeister Heinrich Schwalbach zu Crainfeld, der I Frhrl. Rentmeister Schmidt zu Londorf, der Frhrl. Bau­verwalter Unger zu Londorf, der Bürgermeister Helnr. Westrupp zu Rnppertenrod, der Lehrer Ludwig Will- mann zu Steinfurt b. Lauterbach, der Ortsgerichtsvorsteher I Ludwig Ohnacker zu Nieder-Ohmen, der Fußgendarm im Distrikt Oberhessen Keller; die silberne Verdienst­medaille für Kunst, Wissenschaft, Industrie und Landwirt­schaft der Frhrl. Riedesel'sche Gutspächter Hermann Backhaus zu Rudlos, der Gräfl. Oberverwalter Max Hoffmann zu Schlitz; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür 50jährige treue Dienste" der Maurer­meister Johs. Presch er zu Vilbel; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipp des Großmütigen: der Bürgermeister Jak. Groth II. zu Gelnhaar, der Bürgermeisterei-Beigeordnete G g. Habicht II. zu Lauter­bach, der Bürgermeister Heinr. Heil zu Queck; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste": der Polizeidiener Kaspar Bötz in Alten- Bnseck, der Diener am evang. Predigerseminar zu Fried­berg Joh. LudwigHeber, der Kreisdiener Lud w. Kl ö ß zu Lauterbach, der Gefangenenwärter am Landeszuchthaus Marienschloß Georg Guyot; das Allgemeine Ehren­zeichen für treue Dienste: der Förster Ludw. Stier in I Nidda, der Forstwart Johs. Wingefeld zu Wetterfeld, 1 der Schaffner Konr. Hartmann zu Gießen, die Weichen­steller Wilh. Horn II. und Johs. Görnert in Grünberg, die Bahnwärter Johs. Möller in Lauter­bach, Pins Post zu Salzschlirf, Jos. Dieter III. zu Großen-Lüder; das allgemeine Ehrenzeichen für treue Arbeit: die Waldarbeiter Wilh. Schultheiß und Konr. Schultheiß zu Glashütte, der Holzhauer Johs. Ni V. in Herchenhain, die Waldarbeiter Joh. Ang. Dietz und Balth. Bach zu Babenhausen I, Konr. Hofmann in Schwickartshausen, Heinr. Bernhardt II. und Georg Semmler in Heimetshausen, Eckhard Steih in Maul­bach, der Holzhauer Balth. Fink in Watzenborn, der Holzhauer-Rottmeister Johs. Harr es III. in Romrod, die Kulturarbeiterin Elisabethe Röhrig in Udenhausen, die Holzhauer-Rottmeister Joh. Konr. Schneider II.in Groß-Felda, KasP.Schäfer in Kestrich, Johs.Dickel IV. in Ober-Breitenbach, Konr. Ruppenthal in Helpershain, die Holzhauer Peter Gröb I. und Konrad Löchel I. in Deckenbach, Georg Reitz III. in Niederohmen, Heinr. Kratz XXII. in Ruppertenrod, Heinr. Hörig in Lehn­heim, G. H. Heß in Bernsfeld, die Salinenarbeiter Konr. Grot und Hartmann Langsdorf II. in Bad-Nauheim, die Grubenarbeiter Joh. Heinr. Bischoff in Beienheim, Wilhelm Kees in Dorheim, die Streckenarbeiter Anton Brink und Anton Stoll in Langgöns, der Bahnhofs­arbeiter Christ. Becker und der Hilfsweichensteller Jak. Weller in Gießen, der Streckenarbeiter Peter Vetter in Großkarben, der Güterbodenarbeiter Ph. Peppier in Meder - Wöllstadt, der Waldarbeiter-Rottmeister Daniel Bücking in Homberg a. d. Ohm, der Waldarbeiter Mar­tin Buß in Niedernhausen, der Forstkulturarbeiter Jak. Diedolph in Altenstadt, der Holzhauer Konrad Schneider II. zu Rodheim v. d. H., der Kreisftraßenwart Georg Gebhardt zu Ober-RoSbach, Johs. Ruhl III. zu Hartmannshain. Verliehen wurde ferner der Charakter als Sanitätsrat dem prakt. Arzt Dr. A d. Jost in Kirtorf, dem prakt. Arzt Dr. Friedr. Kullmann in Altenstadt; der Charakter als Schulrat dem Kreisschulinspektor Chr. Buß in Büdingen; der Charakter als Polizeiassessor dem Polizeikommissär Moritz Krämer in Darmstadt; der Charakter als Kirchenrat dem Pfarrer und Dekan Georg Kullmann in Grünberg; der Charakter als Geheime | mit denen die Geschäftsleute sich vorgesehen haben, einiget» Justizrat dem Rechtsanwalt Dr. OsannI. in Darmstadt; der Charakter als Geheime Oberforstrat dem Oberforstrat

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bäum, die Anwesenden begrüßt hatte, entwarf er in kurzen i Worten ein farbenreiches Bild der Veremsthütigkeit im ver­flossenen Vereinsjahre. Nach Maßgabe der geringen Mittel, (die dem Vereine zur Verfügung stehen) und unter An­spannung aller seiner Kräfte ist der Verein nach außen und nach innen unermüdlich thätig gewesen und seiner Arbeit hat auch der Erfolg nicht gefehlt. Einen starken, 16 Druck­bogen umfassenden Band seiner Zeitschrift konnte er ver­öffentlichen. Ohne den übrigen Mitarbeitern in irgend einer Weise zu nahe treten zu wollen, hob der Redner vor allem 2 Aufsätze hervor, die geeignet sind, Interesse in den weitesten Kreisen zu erregen: 1. den außerordentlich lehrreichen, in I seiner Art musterhaften Ausgrabungsbericht des um den Oberhessischen Geschichtsverein hochverdienten Herrn Prof. Dr. Gundermann; 2. den Aufsatz des cand. phil. Herrn Hepding, Volkskundliches aus Großen-Linden, der zum ersten Male dem Verein ein neues Arbeitsfeld erschließt. Wohl- thäter haben den Verein in die Lage gesetzt, diesmal eine Preisaufgabe zu stellen: Die Geschichte des Klosters Schiffen- berg als Kloster und Niederlassung des Deutsch-Ordens. Es soll eine streng wissenschaftliche und zugleich allgemein zugängliche Arbeit geschaffen werden. Der Preis beträgt 500 Mark. Im Vordergründe der inneren Vereinsthätig- keit steht natürlich das Museum, das unter der Leitung eines besonderen Ausschusses steht. Leider mußte im ver- floffenen Jahre das Museum die meiste Zeit geschlossen bleiben. Jedoch hofft der Verein im Verlaufe des nächsten Monats das Museum wieder jedermann zugänglich machen zu können. Der Raummangel, unter dem das Museum zu leiden hat, wurde allgemein als unerträglich anerkannt und dem Stadtvorstand wurde bereits das Gesuch unterbreitet, die unteren Räume des Rathauses dem Vereine zur Ver­fügung zu stellen. Unter den Neuerwerbungen des Vereins verdient vor allem die Dr. Klewitz'sche Münzsammlung Er­wähnung. Außerdem floß durch Schenkungen dem Vereine reiches Material für das Museum zu. Auch die Aus­grabungen haben glänzende Resultate gezeitigt. Vor allem führten die neuesten von den Herren Hauptmann v. Schlemmer und Prof. Gundermann veranstalteten Ausgrabungen zu wertvollen Funden. Zum Schluffe gedachte der Redner der eifrigen, erfolgreichen Arbeit derVereinigung für hessische Volkskunde" unter Leitung des Herrn Geh. Hofrats Prof. Dr. Behaghel. Hierauf ging man zur Rechnungsablage über. Dem Rechner wurde einstimmig Entlastung erteilt. Auf Antrag des Herrn Geh. Hofrates Prof. Dr. Oncken wurde der seitherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Alsdann erhielt Herr D. Sonin aus Mainz das Wort zu seinem Vortrage über Waldenser - Siedelungen in Hessen. Der Redner, der, selbst einer Waldenserfamilie entstammend als Autorität auf dem Gebiete der Hugenottensorschungen gilt, schilderte in lebendiger, packender Darstellung zunächst die Auswanderungen der Waldenser nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes, ihre Niederlassungen in der Schweiz, ihre Aufnahme bei den protestantischen Fürsten Deutschlands, insbesondere bei dem Landgrafen Ernst Ludwig i von Hessen. Hier gründeten sie unter anderen die Kolonien

Rohrbach-Welbach-Hahn und Kelsterbach. Alsdann ging der Vortragende auf eine genaue Schilderung der Organisation die ältesten Gemeinden ein. Mit einem Ueberblid über die von den jetzt noch bestehenden Waldensersiedelungen in diesem Jahre veranstalteten Feste zur Feier ihres 200jährigen Be­stehens schloß der Redner seinen mit größtem Beifall auf­genommenen Vortrag. Nach kurzer Debatte, an der sich vor allem Herr Prof. Haupt beteiligte, schloß der Vor-