Ausgabe 
28.11.1899 Erstes Blatt
 
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Vermischtes

hatte, wegen einer Lappalie sein Vaterland zu verlassen und

Frankreich kommenden Güterzuge zusammen. Neun

Kunst und Wissenschaft.

wiegend heileres Wetter.

zu gewährenden Konzessionen die nationalen Jntereffen der Deutschen tangiert werden.

Paris, 26. November. Im Distrikt Audricourt haben die Arbeiter den Kammerpräsidenten und den Handelsminister Millörand zu Schiedsrichtern in der Lohnange­legenheit gewählt. Die Arbeit wurde wieder ausgenommen. Verschiedene klerikale Blätter versichern, die Arbeiter hätten in der Versammlung erklärt, man habe sie den Ministern geopfert.

Loudon, 26. November. Der Sieg über den Khalifen ruft hier allgemeine hohe Befriedigung hervor. Details berichtet folgende Depesche vom Sirdar: Die Kolonne marschierte bei Mondschein von Gedin und fand den Khalifen bei Om Debredit. Die Derwische griffen um 6J/4 Uhr an. Danach avancierte die ganze britische Truppe und durchbrach die Position der Derwische. Oberst Wingate rühmt das Verhalten und die Ausdauer der Truppen, welche 60 eng­lische Meilen marschierten und zwei entscheidende Treffen in 61 Stunden lieferten.

London, 26. November. Die bekannten politischen Männer Dilke undLabouchöre hielten Reden gegen den Krieg. Letzterer stellte fest, daß der Krieg bis jetzt bereits 330 Millionen Francs gekostet und mindestens noch das Doppelte kosten würde, bevor er beendet sei. Er ist der i Ansicht, daß das Geld hätte besser verwendet werden können, um die Not in England zu mildern. Der Krieg werde vomVolke nicht gebilligt und finde nurBeifall in den Börsenkreisen und in den Verwaltungen der Goldminen. (Vgl. Leitartikel.)

seine Existenz aufs Spiel zu setzen. Die Sache hat sich, wie gesagt, in Reutlingen, nicht in Schilda, zugetragen und gehört ins Kapitel der Schwabenstreiche, obwohl sie ihre ernste Seite hat.

** Wetterbericht. Das Minimum, welch;s gestern vor der mittleren norwegischen Küste lag, ist rasch ostwärts gewandert, beeinflußt aber durch einen Ausläufer noch die Osthälfte des Kontinents. DaS barometrische Maximum behauptet seine Herrschaft über Central- und Süd-Europa, und ist daselbstdementsprechend ruhiges und von Morgen- nebeln abgesehen, heiteres Wetter vorherrschend. Ueber dem Südwesten verliert der Luftdruck nunmehr langsam an Intensität,^ebenso ist nord­westlich von Schottland das Nahen einer neuen Depression angedeutet. Voraussichtliche Witterung: Don Morgennsbeln abgesehen vor-

für längere Zeil' nachgesucht, den er auch bewilligt erhielt. Da sich die Untersuchung hinzog, bestellte er schließlich einen Reisepaß, wurde aber wegen Fluchtverdachts verhaftet. Am Abend desselben Tages ließ man ihn gegen Kaution frei. Es sei bemerkt, daß Dr. Z. seinen Urlaub erhalte» hatte vor jenem Vorgang, daß er aus seiner Reffeabsicht

* Leipzig, 24. November, v. Lasfert, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie Regiment Nr. 106, hat sich heute früh erschossen. Man hört, daß der in mili- tärlschen und gesellschaftlichen Kreisen sehr geschätzte Offizier öfter Schwermutsanfälle zu erleiden hatte.

* Bamberg, 25. November. Der Zahlmeister Z emsch vom hiesigen Ulanen-Regiment ist gestern erhängt auf­gefunden worden. Es war plötzlich eine Revisionskommission von der Intendantur aus Würzburg eingetroffen. Ob da- Ergebnis der Revision Ursache des Selbstmordes ist, steh«: bis jetzt noch nicht fest.

o Wißmar bei Lollar, 26. November. Am nächsten Sonntag, als am 3. Dezember, nachmittags V23 Uhr findet in derAbel'schen Wirtschaft" Hierselbst eine Versamm­lung des Obst- und Gartenb au Vereins für den Kreis Wetzlar statt. Herr Kreisobftbaulehrer Kilb von Wetzlar wird über Pflanzung und Pflege des Obftbaums einen Vortrag halten. Alle Freunde des Obstbaumes sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen.

Lauterbach, 25. November. Dem Steuer-Kommissär des Steuer-Kommissariats Lauterbach, Albert Nispel wurde von Sr. Köngl. Hoheit dem Groß Herzog der Charakter alsRegierungsrat" verliehen.

Hartmauushaiu, 26. November. Dem Kreisstraßen- wart Johannes Ruhl 3. hier, wurde das allgemeine Ehren­zeichen mit der Inschrift:Für treue Arbeit" verliehen.

* Brüffel, 26. November. Bei der französischen Grenz­station Anor stieß ein Personenzug mit einem aus

Antwerpen, 25. November. Verschiedene Mitglieder der Gerlach'schen Expedition hielten gestern abend in der hiesige« geographischen Gesellschaft Vorträge über die Südpolarforschung. Der Vorsitzende der geographischen Gesellschaft überreichte den Mitglieder« Denkmünzen in Gold, Silber und Bronze. Der Bürgermeister von Antwerpen begrüßte aufs Herzlichste die Teilnehmer an der Expedition.

lohern, sowie weißen Minorca und Lackenfelder. Hinsicht­lich der Wohnung empfiehlt er warme Stallung, Unter­bringung z. B. in einem Raum, in den die Wärme des

kein Hehl machte, daß diese von seinen Vorgesetzten gebilligt wurde, daß er überhaupt gar nicht den mindesten Grund

Katastrophe ist durch falsche Weichenstellung verursacht worden.

Acht Tage vor jenem

Vorkommnis hatte Dr. Z. um einen Urlaub ins Ausland

Bestreuen der Wiesen mit künstlichem Dünger, Anlagen, von Ent- und Bewässerungsgräben auf den Wiesen, Ab­hauen von Gebüschen an Rainen, zwecks Auskommens der Roggensaat usw.

* Ans Württemberg, 24. November. Ein merkwürdiges Vorkommnis teilt derBeob." mit. Ein Profefforats- kandidat Dr. Z. in Reutlingen hatte einen Streit mit mehreren anderen Herren im Museum, fühlte sich durch deren Aeußerung beleidigt und antwortete in entsprechender- Weise. Die Herren wandten sich darauf mit einer Be­schwerde an den Ausschuß des Museums, wurde aber ab­gewiesen, worauf sie austraten. Gegen den Dr. Z. wollten sie auf dem Wege der Privatklage vorgehen. Nun mischte sich aber die Staatsanwaltschaft in die Angelegenheit und entdeckte einöffentliches" Interesse in ihr : es wurde gegen

Konstantinopel, 26. November. Die Gerüchte über den Ausbruch von Unruhen in Erzerum, Bitla und Musch werden offiziell dementiert.

Konstantinopel, 26. November. Die Verhaftungen in der Komplottsache dauern fort. Im Palaste wird behauptet, daß die Haussuchungen bei den drei deportierten Staatsräten das gravierendste Material zutage förderten, wonach des Thronfolgers Bruder, welcher sich großen An­hanges erfreut, auf den Thron gebracht werden sollte. Bei der gestrigen Audienz des englischen Botschafters be­kundete der Sultan großes Interesse an den Nachrichten vom Kriegsschauplätze. Er gratulierte (kondolierte?) dem Botschafter herzlich anläßlich des Sieges der Engländer.über die Buren bei Belmont.

New-York, 26. November. Der deutsche Bot­schafter v. Holleben hat sich nach Chicago begeben, um die vom deutschen Kaiser gestiftete Fahne dem Krieger­vereine zu überreichen.

? Grebenhain, 26. November. Der Schashändler aus Dornassenheim hatte gestern folgendes Malheur- Derselbe kam mit einer Heerde gekaufter Schafe von Ober- Moos nach Bermuthshain zu, wobei er unterwegs in eine« Wald, im DistriktRothenbach", die Schafe nicht mehr weiter brachte. Er mußte wohl oder übel die Tiere im Stich lassen, und wollte nach dem nahen Bermuthshain gehen, u« Hilfe herbei zu holen, wobei er sich unterwegs verirrte und nach Crainfeld, Grebenhain und dann erst nach Bermuths­hain kam. Mit dem Schäfer des letzteren Ortes holte er dann seine Schafheerde, gewahrte jedoch, daß ein Stück fehlte, welches sich dann beim Nachsehen mit einem ge­brochenen Bein noch vorfand. Es mußte geschlachtet werden.

Passagiere und drei Beamten wurden verwundet. Die

Kökstrs tmS KrsvWMLes.

Gießeu, den 27. November 1899.

** Wir verweisen auch an dieser Stelle auf die heutige Bekanntmachung des Wafferwerks.

. * ** Landtags Wahl. Bei der heutige«, auf demWindhof" vorgerrommeueu Wahl eines Landtagsabgeorduete» für deu Bezirk Gietzerr- Land wurde Herr Bürgermeister Leun in Grofien-Liudeu mit 21 Dtimmerr gewählt.

** Zn dem Milttärgottesdienst, an welchem sich auch die Spitzen der Behörden beteiligten, predigte Herr Pfarrer Dr. Grein auf Grund der Textstellen Psalm 24,3-4 und 1. Petri 2,17 über die Frage:Was sagen uns unsere hessischen Farben?" Weiß: Ein Sinnbild der Einheit, eine Erinnerung an das Wort:Wohl dem, der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist", und rot: Das Sinn­bild der Liebe, ein Antrieb zur Erfüllung des Wortes: Thut Ehre jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehret den König."

Geflügelzucht. Unter dem Vorsitz des Herrn Geheim­rat Provinzialdirektor von Bechtold tagte gestern im i "Löwen" eine Versammlung von Interessenten, in welcher Herr Lehrer Knaup von Heldenbergen den angekündigten Vortrag über die Grundregeln rationeller Ge­flügelzucht hielt. Nach einer geschichtlichen Einleitung über die Geflügelzucht in Deutschland kam der Redner auf sein eigentliches Thema und stellte folgende drei Haupt­regeln auf: 1. Halten der besten Rassen und Zuchtwahl; 2. Sorge für geeignete warme Stallung; 3. Naturgemäße Fütterung. Nachdem er dargethau, daß unser Landhuhn durch Vernachlässigung in der Zucht in seiner Leistungs­fähigkeit zurückgegangen, hielt er die Einfuhr fremden Blutes für nützlich, warnte aber vor dem Ankauf der viel- I fach billig angepriesenen ausländischen Hühner, die uns die I Geflügelkrankheiten mitgebracht hätten. Durch das massen­hafte Sterben derselben würden die schließlich Ueberlebenden teurer, als die aus zuverlässigen deutschen Zuchten zu höherem Preis bezogenen. Für unsere Verhältnisse geeignet I empfiehlt er das rebhunfarbige Italiener- und das schwarze I Minorcahuhn, die Plymouths - Rocks (gute Brüterinnen), I Wyandottes, Langshan und die Hamburger, von welchen I Bruteier durch den hiesigen Verein zu beziehen sind. Er I empfahl dringend Zuchtwahl. Die Legefähigkeit sei keines­wegs an die Rasse gebunden, sondern dem einen oder I anderen Huhn eigentümlich. Dies müsse beobachtet werden. I Die Bruteier seien von den fleißigsten Legerinnen zu nehmen. I Die über drei Jahre alten Hühner seien, da sie das Futter I nicht mehr verdienten, zu schlachten. Vom 8. bis 21. Monat sei das Huhn am legefleißigsten. DaS Anschaffen von Jahres- I ringen um das Alter zu erkennen, wird empfohlen. Redner tritt ganz besonders warm und lebhaft für Blutwechsel auch in der Geflügelzucht ein, wie dies in der Großviehzucht als notwendig längst erkannt sei. Man sieht, daß er auf die I Blutauffrischung ganz besonderen Wert legt. Für unsere Gegend gelte es ganz besonders, auf solche Rassen Gewicht zu legen, welche gute Legerinnen lieferten. Hierher gehören nach seiner Ansicht die oben erwähnten Geflügelraffen, wie I er weiter noch Kreuzungen empfiehlt zwischen schwarzen I Minorca und La Fache, weißen Minorca und Rammels- |

O Gedern, 26. November. Gestern abend, während der Krieger-Verein hier zur Feier des GeburtSfestes Sr. König!. Hoheit des Großherzogs im Gasthaus zum Löwen hier versammelt war, erscholl plötzlich der Ruf Feuer". Es brannte ein etwa 10 Minuten von hier sitzender Strohhaufen im sogen.WildenFrauen Berg", dem Landwirt und Gastwirt Karl Landmann hier gehörig. Es sollen gegen 130 Fuhren Stroh gewesen sein. Ueber die Entstehung des Feuers ist nichts bekannt.

O Crainfeld, 25. November. Von Seiner Königlichen Hohen dem Großherzog wurde auch heute dem Bürger­meister Heinrich Schmalbach hier das Silberne Kreuz de- Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Herchenhain, 25. November. Dem Holzhauer Johannes Nreß 5. hier, wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Groß- Herzog heute das allgemeine Ehrenzeichen fürTreue Arbeit" verliehen.

Viehstalles dringen kann. Den schädlichen, feuchtwarmen Dunst will er dadurch abhalten, daß er die Luft durch ein Geflecht von Holzwolle und ähnliche Stoffe streichen läßt, welche die Feuchtigkeit aufnehmen. Auf ein Quadratmeter Grundfläche können 8 bis 10 Hühner gehalten werden. Der Stall muß wenigstens so hoch sein, daß die Hühner auf den stets in gleicher Höhe mindestens 40 Zentimeter voneinander entfernt anzubringenden Sitzstangen auch bequem aufrecht stehen können. Für reine Luft durch An­bringen eines Ventilationsloches, für Licht und Reinlichkeit muß gesorgt werden. Die Wände müssen glatt ver­putzt sein, um dem Ungeziefer keine Schlupf­winkel zu bieten. Ebenso soll der Boden glatt, am

besten zementiert sein. DN Raum ist zweimal

im Jahre auszuweißen, der Kalkmilch, Petroleum oder Karbolsäure zuzusetzen um die Brut des Ungeziefers zu vernichten. Die Sitzstangen sind öfters mit Lauge abzu» waschen. Holzställe sind im Innern mit öfters nachzu­streichender Dachpappe zu verkleiden. Das Futter muß ein natürliches sein. Das Huhn liebt Käfern, Maden, Insekten, Larven. Wenn solche mangels freien Auslaufs fehlen, ist Ersatz durch Fleischabfälle, Käse, Milch, Buttermilch u.s. w. zu schaffen, was man mit gekochten Kartoffeln mischt. Im Winter sind die Hühner 2 Mal zu füttern, bei freiem Aus­lauf auch im Sommer 2 mal. Morgens ist denselben warmes Futter zu reichen und zwar Weichfutter, damit solches möglichst rasch der Kropf passiert und in den Magen , gelangt. Abends empfiehlt sich Körnerfutter, was besonders notig ist, weil das Huhn ein Körnerfreffer ist. Das Korn muß länger im Kropf bleiben, wie Weichfutter. Deshalb ist die Nachtzeit zur Verdauung dieses Futters am besten geeignet. Grünfutter ist im reichem Maße zu reichen. Als Ersatz empfiehlt Redner im Winter Heu und Grummet, in heißem Wasser aufgeweicht, erkaltet zu verfüttern. Grüner Klee und Kleeheu sind gut wegen des -Eisengehaltes. An mineralischen Stoffen sind zu reichen: zerkleinerter Kalk- I Mörtel, zerstoßene Eierschalen, eventuell phosphorsaures Kalkpulver. Besonders ist immer für reines Trinkwasser I Sorge zu tragen, damit die Tiere nicht aus den Pfützen I oder gar Jauche saufen, was sie krank machen kann und I den Eiern einen schlechteu Geschmack verleiht. In das Trinkwasser gehören Nägel, oder 2-3 Gramm Eisenvitriol auf 1 Liter Wasser. Nachdem Redner noch besonders die I Notwendigkeit des Staubbades erörtert, schloß er seinen beifällig aufgenommenen Vortrag, dem eine größere Be- I teiligung zu wünschen gewesen wäre, namentlich wenn man I sich die Samen vor Augen führt, welche Deutschland nach I den Angaben des Redners für Geflügel und Geflügelprodukte alljährlich an das Ausland zahlt!

Polizeibericht. DiebstahlimVolksbad. Ju letzter Zeit wurden an verschiedenen Tagen im Innern des Volks- I bades von einem eisernen Geländer, 22 Stück Messingknöpfe (Verzierungen) abgeschraubt und weggebracht, ohne daß I man eine Spur von dem oder den Thätern entdeckt hatte. I Am Samstag abend gelang es, 2 an dem Thatort auf- I gestellten Schutzmännern, einen der Thäter bei der That, I er hatte bereits 2 Stück der Knöpfe abgeschraubt, ab- I zufassen. Die Thäter, deren bis jetzt 3 ermittelt wurden, I find hiesige Schüler. Entwendung von Zigarren. I | Bei Oer Entwendung einer größeren Anzahl Zigarren in I einer Wirtschaft der Liebigstraße wurde heute nacht ein I Student (!) ertappt und zur Anzeige gebracht. Frei- I heitsberaubung. Gegen eine hiesige Wirtin, welche I heute nacht ihr Dienstmädchen eingeschlossen, so daß dieses I um polizeiliche Hilfe zum Fenster hinausrief, ist Anzeige I , erhoben. Die betreffende Wirtin hat sich dieses Vergehens wiederholt schuldig gemacht. Arretierung. Ein be- I trunkener Arbeiter der Snnntng früh fortgesetzt Ruhe- ...... .....

storung in hiesigen Straßen verübte, mußte der Ordnung Dr. Z. Untersuchung eingeleitet, halber in das Haftlokal verbracht werden. Simulant. ! ~ - - - - a

Ein Fremder, der gestern in hiesiger Stadt den Arm in I einer Binde trug und dabei unter der Angabe, er sei ver- I unglückt, bettelte, wurde zur Konstatierung dieser Angabe von einem Schutzmann zur Wache gebracht, wo es sich herausstellte, daß der in der Binde getragene Arm ganz gesund war. Ueberfall. Eine hiesige Frau, welche Samstagabend zwischen 9 und 10 Uhr durch den Bahn­viadukt von der Hammstraße nach der Westanlage auf der Mitte der Fahrbahn ging, wurde an einer sehr dunklen Stelle des Viaducts plötzlich von einem unbekannten Menschen angefallen, zu Boden geworfen und der Versuch zur Vergewaltigung gemacht. Auf das Hülferufen der Frau erschienen alsbald Leute, sowie auch ein Schutzmann am Thatort. Man konnte jedoch von dem Thäter, der auf das Geschrei die Flucht ergriffen hatte, keine Spur mehr auffinden. Heute morgen wurde der Thäter in der Person des in einem hiesigen Geschäft als Hausbursche beschäftigten, bereits wegen ähnlichen Fällen vorbestraften Heinrich Philippi aus Ruppertenrod ermittelt und verhaftet. j = Vom höheren Vogelsberg, 25. November. Wie alle - Arbeitslöhne in die Höhe gegangen sind, wie bei Dienstboten u. s. w. so ist dies auch der Fall gewesen für diesen Winter bei den Holzhauern in dem Walde. Die­selben bekommen nämlich jetzt für den Raummeter 1 Mk. i 30 Pfg., währenddem früher nur 1 Mk. 10 Pfg. bezahlt wurde ' also 20 Pfg. pro Raummeter mehr, wodurch doch immer noch wenige Leute da sind, infolge des Bahnbaues Lauterbach- l Gedern. ES ist ja somit auch ein schöner Verdienst für die < geringen Leute unserer Gegend. Infolge der seitherigen: günstigen Witterung konnten noch viele, mitunter sehr nötige landwirtschaftliche Arbeiten verrichtet werden, wie :