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Svarkai>e9 Direktor
in Zukunft mehrere Geschäftstage anberaumt werben; infolgedessen beantragte der Vor starr b die Neuregelung ber Gehalte für die Kassebeamten. Die Versammlung genehmigte die Erhöhung der Vergütung für den Direktor auf 500 Mk.; derjenigen für den Kontrolleur auf 750 Mk. und ber Rechner erhalt eine Zulage von 800 Mk., sodaß sich dessen Gehalt nun auf 3800 Mk. beläuft. Er muß jedoch bad seither noch nebenbei von ihm betriebene Bank- und Wechselgeschäft aufgeben. — Wie in früheren Jahren, wurden auch diesmal wieder verschiedene Subventionen verwilligt, von denen wir nur diejenigen zur Prämiierung von Dienstboten, zur Unterbringung skrophulöser Kinder bedürftiger Eltern in einer Heilanstalt zu Bub-Nauheim, an die Handwerkerschule, an die Aerzte, zur Ausbildung von Industrie- lehrek.znnen hervorheben wollen. Auch für verschiedene andere Vereine wurden entsprechende Beiträge bewilligt — Als letzter Punkt der Tagesordnung wurden die Vorstanbs- rvahlen vorgenommen. An Stelle des Herrn Direktors Pusilyann, der mit Rücksicht auf sein vorgerücktes Alter eine Wiederwahl ablehnte, wählte die Versammlung den seitherigen Stellvertreter, Herrn Oberamtsrichter Micke! und an dessen Stelle Herrn Kaufmann Willems. Die Herren.Oberförster Schneider, Bürgermeister Bast zu Beltershain und Kaufmann Moll wurden wieder- und Herr Rendant Müller wurde neu in ben Vorstanb gewählt. Dem ausscheibenden Herrn Direktor wurde sodann noch eine ganz besondere Ehrung zu teil, indem derselbe in Anerkennung seiner Verdienste um bie. Sparkasse auf Antrag des Vorstandes zum Ehrenpräsipentrn ernannt und ihm durch den jetzigen Direktor, Herrn Oberamtsrichter Mickel, unter entsprechender Ansprache als äußeres Zeichen des Dankes, eine goldene Uhr- fette überreicht wurde. (Gelegentlich seiner fünfundzwanzig- jährigen Jubiläumsfeier als Direktor ber Kasse, war bereits eine goldene Uhr gestiftet worden.) Nachdem der so Gefeierte rn bewegten Worten für die ihm veranstaltete Ehrung gedankt halte, wurde die Versammlung geschlossen. — Später vereinigten sich die Teilnehmer nochmals im Gasthaus „Zum Hirsch" zu einem Festmahle, das ebenfalls bestens verlief.
Butzbach, 26. Oktober. Der Vorstanb bes Ortsgewerbevereins Butzbach hat sich auf vielfachen Wunsch der Handwerker der Nachbargemeinden bereit erklärt, an Ort und Stelle die Frage der Errichtung ber neu zu gründenden Handwerkskammern zu erläutern, und die allgemeine Handwerkerfrage eingehend zu besprechen.
Friedberg, 26. Oktober. Der Pferdemarkt war, von gutem Wetter begünstigt, mit ausgezelchnetem Material - stark befahren. Trotzdem die Preise recht hohe waren, wurde viel gehandelt. Auf dem Schweinemarkt war-n sehr viele Tiere aufgetrieben, doch waren die Käufer nicht in entsprechender Zahl erschienen, so daß die Preise etwas gedrückt waren.
Darmstadt, 25. Oktober. Die unlängst von uns berichtete Begnadigung des Studenten Kopf aus Frankfurt a. M., der wegen Mißhandlung zu 8 Monaten 2 Wochen Gefängnis verurteilt war, ist von einer Reihe von Blättern als eine „auffällige Begnadigung" charakterisiert worden. Die Vorgeschichte dieser Begnadigung, die die „Frkst. Ztg." im Interesse der Gerechtigkeit wiedergiebt, rechtfertigt inbeffen eine solche Bezeichnung kaum. Die Begnadigung ist darnach lediglich tn Rücksicht auf ben infolge der Mißhandlung um ein Auge gekommenen und dadurch dauernd in seiner Erwerbsfähigkeit beschränkten Goldarbeiter Nietzsche erfolgt. Da ber Vater des Kopp es ablehnte, für den Fall, daß seinem Sohne durch die Verbüßung der Strafe und deren Folgen die Existenzmögllchkeit im Vaterlande ab- geschnilten würde, dem Verletzten eine angemessene Entschädigungssumme zu zahlen, Kopf selbst aber kein Vermögen besitzt, so wäre schließlich Nietzsche ganz ohne Entschädigung geblieben. Um das zu vermeiden, entschloß sich der Verletzte, nachdem der Vater des Kopf für den Fall einer Begnadigung seines Sohnes angemessenes Schmerzensgeld versprochen hatte, ein Begnadigungsgesuch zu unterstützen. Angesichts dieser Sachlage empfahl das Ministerium das Gnadengesuch zur Berücksichtigung. Nietzsche erhielt darauf als Entschädigung angeblich 6000 Mk.
Darmstadt, 25. Oktober. Ueber den verstorbenen ProvinziaLdirtzktor von Marguard bringen Darmstädter Blätter folgende biographischen Notizen: von Marguard wurde hier am 26. April 1827 als Sohn des hessischen Generalmajors v. Marguard geboren. Er bestand nach zurückgelegtem Universitätsstudium im Frühjahr 1849 die Iuristische Fakultätsprüfung und trat sodann als Aeeesist in den hessischen Staatsdienst ein. Nach einer mehrjährigen Verwendung auf dem Sekretariat des Ministeriums des Aeußern und des Großh. Hauses wurde v. Marguard am 1. Januar 1858 zum Kreisassessor bei dem Kreisamt Lauterbach ernannt, in gleicher Stellung später nach Groß-Gerau und am 17. März 1863 an das Kreisamt Darmstadt versetzt. Seit 1871 war Herr v. Marguard gleichzeitig Mitglied des Administrativjustizhofes, in welcher Eigenschaft ihm der Charakter als Regierungsrat verliehen wurde. Unterm 28. April 1877 wurde v. Marguard zum Kreisrat des Kreises Offenbach, am 1. September 1891 zum Provinzial- direklor der Provinz Starkenburg, 1893 im Nebenamt zum Direktor des Großh. Museums ernannt. Am 12. September 1891 erhielt er den Charakter als Geheimrat. An Ordens- iruszeichnungen besaß v. Marguard das Komturkreuz 2. Klasse des Philipps-Ordens, sowie eine größere Anzahl hoher Orden auswärtiger Staaten. Vor zwei Jahren wurden aus Anlaß seines 70jährigen Geburtstages v. Marguard von allen Seiten zahlreiche Ehrungen zuteil, die von der großen Beliebtheit Zeugnis gaben, deren sich der Jubilar als Beamter wie als Mensch bei allen Schichten der Bevölkerung und der Beamtenschaft erfreute. Gleiches geschah «am Tage seines 50jährigen Dienstjubiläums, am 23. Mai d I., den er leider nicht lange überleben sollte.
Wetzlar, 25. Oktober. Seine Majestät der König hat unserer iDhtbürgerin Fräulein Leontine Meyer, der Vorsitzenden des hiesigen Vaterländischen Frauen-Dereins, in Anerkennung ihrer langjährigen Verdienste um ine Leitung und Entwickelung dieses Vereins die Rote Kreuz- Mebaille dritter Klasse verliehen. Diese Aus zeichnung, welche beweist, daß das verdienstvolle Wirken unseres Vaterländischen FrauenvdreinS und seiner bewährten Leiterin auch an Allerhöchster Stelle geschätzt wird, wird nicht verfehlen, in den Kreisen des genannten Vereins und darüber hinaus Genugthuung und Freude hervorzurufen.
Marburg, 24. Oktober. Die bevorstehende Uebernahrne der Polizei-Verwaltung durch die Stadt beschäftigt bei der Bedeutung, die sich nach mancher Hinsicht für unser Gemeinwesen hat, die städtische Verwaltung auf das Lebhafteste. Gestern abend waren die Stadtverordneten zu einer Be> sprechung zusammengekommen, in der die Angelegenheit eingehend beraten wurde. Trotz der Würdigung mancher Annehmlichkeiten, die der Stadt durch die Uebernahrne der Polizei Verwaltung erwachsen würden, gelangte man übereinstimmend zu der Ansicht, daß es nicht nur aus Rücksicht auf die hohen Kosten dem Jntereffe der Stadt entsprechen würde, wenn die Polizei nach wie vor königlich bliebe. Man will den Versuch machen, durch eine Jmmebiat Eingabe an Se. Majestät der Uebernahme der Polizei-Verwaltung zu entgehen.
Frankfurt a. M., 26 Oktober. Seit zwei Tagen findet hier eine Konferenz von ungefähr 60 höheren Elfen bahnbeamten Europas statt. Gestern nachmittag besuchten dieselben das Nationaldenkmal auf dem Niederwald. Heute nachmittag werden dieselben verschiedene hiesige elektrische Fabrikanlagen besichtigen. Die Sitzungen finden im großen Saale des Hauptbahnhofes statt.
Fulda, 24. Oktober. Hier hat sich ein Bauverein für den Kreis Fulda konstituert. Es meldeten sich sofort 74 Personen zum Eintritt in die neue Genossenschaft und zeichneten sich mit zusammen 131 Anteilen in die Mitgliederliste ein. Der Verein verfolgt das Ziel, für die Arbeiter fleMie Häuser zum Selbsterwerb zu bauen. Mit 100 Mk. Einlage kann einer Genossenschaster werden.
Sitzung der Stadtverordneten
am 26. Oktober 1899.
Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten -Georgi, Grüneberg und Wolff, von feiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Em melius, Euler, Faber, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gaffky, Dr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Huhn, ^Keller, Kirch, Leib, Löber, Loos, Petri, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele und Wallenfels. — Ihr Nichterscheinen haben entschuldigt die Herren Grünewald, Krumm und Schmal!.
In dem Neubau des Herrn Heinrich My litis am Schiffenberger Weg wurden aus Versehen die Seitenwände des Schornsteins in 13 statt in 25 Ctm. Stärke aufgeführt. Das wegen Belassung des Schornsteins gestellte Gesuch wurde befürwortet, nachdem dem betr. Bauunternehmer auf- gegeben worden, die nötigen Vorkehrungen gegen Entzündung der an dem Schornstein vorüberführenden Treppe zu treffen.
Eine Anzahl Bewohner der Ebelstraße und deren Umgebung haben an die Stadt das Ersuchen gerichtet, dieselbe möge einen Verbindungsweg zwischen der Stephanstraße und Ebelstraße durch Ueber- oder Unterführung der Oberhessischen Eisenbahn Herstellen. In dem Gesuch wird sowohl auf die stetig steigende Bewohnerzahl gen. Straßen wie auf die gesteigerte Bauthätigkeit im Südosten der Stadt, die einen Mangel an einem Verbindungsweg zwischen den diesseits und jenseits der Bahn befindlichen Stadtteilen als Mißstand empfinden lassen, hingewiesen. Das Stadtbauamt hat einen Verbindungsweg zwar für wünschenswert, aber nicht für notwendig erachtet, da die Stephanstraße erst zur Hälfte, die Ebelstraße etwa zu einem Vierteil bebaut sei. Der Verkehr beider Straßen gravitiere mehr nach der Stadt, wohin die gewünschte Verbindung vorhanden fei. Das Stadtbauamt will sich Vorbehalten, zu geeigneter Zeit, etwa vor Inangriffnahme der Kanalisationsarbeiten, bei welchen ein Durchstich des Bahndamus vorgenommen werden müsse, Vorschläge zu machen. Auch die Baudeputation hat erklärt, einen Vorteil für die Bewohner gen. Straßen nicht anerkennen zu können, das Bedürfnis nach einem Verbindungsweg sei zurzeit nur mäßig, die jetzige Verbindung genüge dem Bedürfnis. Die Anlage eines Niveauüberganges, wie er früher bestand, würde die Bahnverwaltung nicht gestatten, eine Ueberführung mittelst Treppen empfehle sich wegen der hohen Auffüllung nicht. Man werde später eine Unterführung Herstellen, deren Ausführung aber bis zur Inangriffnahme der Kanalisation verschoben werden könne, da ein Kanal die in Frage kommende Stelle kreuzen werde. Die Deputation hat beantragt, dem Gesuche zurzeit keine Folge zu geben; die Versammlung trat dem Anträge durch einen entsprechenden Beschluß bei.
Vermischtes.
* M. Gladbach, 25. Oktober. Innerhalb dreier Stunden ist heute vormittag die dreistöckige Baumwollspinnerei C. O. Langen u. Co. niedergebrannt. Der Schaden ist sehr bedeutend. Bei dem Brand sind gegen 8000 Spindeln verbrannt. Vom Hauptgebäude stehen nur noch die nackten Mauern. Keffel- und Maschinenhaus, sowie der Shetbau sind gerettet. Der Schaden wird auf 350-—400000 Mk. geschätzt.
* Nürnberg, 26. Oktober. Redakteur Klein des volksparteilichen „Nürnberger Anzeigers" wurde wegen Beleidigung des ersten Bürgermeisters Dr. v. Schuh zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt.
* Berlin, 25. Oktober. Die Instandsetzung der Siegesalleegruppen, die von Vandalenhäuden so roh beschädigt worden sind, ist bereits gestem beschlossen worden. Dem Kaiser wurde sofort über den bedauerlichen Fall Vortrag gehalten. Eine vollständige neue Modellierung beabsichtigt der Kaiser nicht. Die abgeschlagenen Stücke sollen nur ersetzt werden. Im Auftrag des Kaisers hat Geh.imer Baurat Spitta vom Kultusministerium im Lause des heutigen Vormittags an die beteiligten Künstler: Professoren Walter Schott, Joseph Uphues, Max Unger und Bildhauer I Boese folgende Ordre gerichtet: „Im allerhöchsten Auftrage ersuche ich Sie ergebenft, die bedauerlichen Beschädigungen, welche in der letzten Nacht von ruchloser Hand an den Nebenfiguren vorgenommen sind, gefälligst sofort zu beseitigen." lieber die Instandsetzung der Büsten machte Bildhauer Boese, der Schöpfer der am ärgsten zngerichteten Gruppe Albrechts II. und der Büsten des Ordensritters Hermann von Salza und Eile v. Repkows einige Mitteilungen. Solche „Flickarbeiten" an Denkmälern, so äußerte sich der Künstler, kämen gar nicht selten vor. Beispielsweise würden alljährlich die Gruppen in den Schlössern von Potsdam und von Sanssouei repariert. Die beschädigten Stellen werden sorgfältig abgeschliffen, bei den Händen wird sogar der ganze Stumpf abgenommen. Dann werden die neuen Ersatzteile mittelst Metallstiftchen befestigt und die Fugen mit Steinkitt verklebt. Allerdings, meinte ber Künstler, würden derartige Ersatzteile auf die Dauer nicht wetterbeständig fein, vor Allem könnke man stets die verkitteten Fugen an Nase und Hand sehen. Die Instandsetzung der Büsten bietet, abgesehen von der ästhetischen Seite, infofern wenig Schwierigkeiten, als sämtliche Gyps- wodelle noch vorhanden sind, so daß die Nachmodellierung sofort in Angriff genommen werden könne. Ueber die That selber äußert der Künstler, er glaube, eine sachkundige Hand, welche den Steinmetzhammer zu führen wisse, habe die Büsten verstümmelt. Die That könne nur von Leuten begangen sein, die mit der Konsistenz des Marmors Bescheid wissen. Ein runder Hammer sei wahrscheinlich dazu benutzt worden. Wie lange sich die Uebelthäter bei ihrer Arbeit aufgehalten haben müssen, davon zeuge namentlich die Beschädigung der Büste Eikes v. Nepkow. Hier sind mit dem Hammer mindestens vier Schläge auf Nase und Gesicht gethan worden. Die Nachforschungen nach den Urhebern des Zerstörungswerkes waren bis gestern nachmittag noch ohne Erfolg. Ob eine Spur, die man jetzt verfolgt, zur Ermittlung der Thäter führen wird, muß noch dahingestellt bleiben. Ein patrouillierender Schutzmann sah in der Nacht zum Montag eine Gesellschaft von zehn bis zwölf Personen, die lärmend, singend und johlend vom Platz an der Siegessäule kamen und die Siegesallee hinunter- gingen. Der Beamte konnte des dichten Nebels wegen nicht sehen, ob diese Leute, die angetrunken waren, sich an ben Denkmälern vergriffen haben; man vermutet jedoch, baß in dieser Gesellschaft die Thäter gesucht werden müssen.
* Chemnitz, 25. Oktober. Nach einer Blättermeldung wurde gestern nachmittag in Lengenfeld ein Reisender narnenS Fröhlich aus Leipzig in einem Restaurant von einem Arbeiter, anscheinend einem Tschechen, niedergestochen. Der Schwerverletzte, welcher zwölf Messerstiche erhielt, mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Der Attentäter ist verhaftet.
* Nensalz a. Oder, 24. Oktober. Heute wurde hier das erste Getreidelagerhaus in Schlesien eröffnet. Herzog Ernst Günther von Schleswig Holstein, Oberpräsident Fürst Hatzseldt, Regierungspräsident v. Heyer, der Präsident der Eisenbahndirektion und Landrat v. Eichmann nahmen an der Feier teil.
* Graubenz, 26. Oktober. Wie ber „Gesellige" melbet, sind burch ein großes Feuer in Neuenburg (West- preußen) 5 Grundstücke in ber Klosterstraße zerstört worden, darunter die 600 Jahre alte evangelische Kiiche.
Kunst und Wissenschaft.
L. Mainz, 26. Oktober. Das gestrige zweite Sym - phoniekonzert fand zur Erinnerung an den großen Komponisten Peter Cornelius statt, dessen 25 jähriger Todestag heute ist. Die Werke dieses großen Mainzer Kindes, dessen Opern „Der Cid", „Der Barbier von Bagdad" und die unvollendete Oper „Gionlüd", die später von C. Hoffbauer und Ed. Lasten ergänzt wurde, werden zwar nie auf der Bühne heimisch werden, desto mehr begegnet man aber heute Stücke» daraus im Konzertsaal. So brachte auch gestern die Kapelle unter Leitung des Herrn E. Steinbach die Ouvertüren zu „Cid" und „Der Barbier von Bagdad" sowie den Traueimarsch aus „Cid" vollendet zu Gehör, außerdem sang Herr Ernst Winkel von der hiesigen Bühne die herrlichen Weihnachtslieder von Cornelius. Als weiteren Solisten begrüßt n wir Herrn Eugen d'Albert, den berühmten Klaviervirtuosen der bis heute noch seinesgleichen sucht. Auch als Komponist führte er sich vorteilhaft, durch das Vorspiel zu seinem musikalischen Schauspiel die Abreise ein. Den würdigen Schluß des genußreichen Konzertes bildete die unvollendete Schubert'sche h-moll-Symphonie. — Herr Fritz Fredrichs, der bekannte Bayreuther Meistersänger, beendete vorgestern sei« hiesiges Gastspiel als Alberich im Nheingold. Drei ganz verschiedene Rollen hat uns der große Künstler mit gleicher Meisterschaft vorgeführt^ nämlich den Hans Stadinger im „Wastenschmied", den Falstaff in ben „Lustigen Weibern von Windsor" und endlich den Alberich im „Rheingold". — Arthur Schnitzlers Schauspiel „Liebelei" errang einen großen Erfolg, obwohl die Hauptrolle mit Herrn Hans Sturm vom Schauspielhaus in München, der darin mit negativem Erfolge debütierte, unge- nüg nd besetzt war. Sehr gute Leistungen boten aber Frl. Pflüger als Christine Weiring und Herr Rücker als deren Vater. — Sonntag wird sich in der Operette „Giroflä Girofla" die neuengagierte Gesangs- und Opernsoubrette FräuleinVino Ziegler vom k. k.Joseph städtischen Theater in Wien, der ein sehr guter Ruf vorausgeht, vorstellen. In Vorbereitung befinden sich, das Ausstattungsballet „Frau Venus" und „Der Evange- limann", Oper von Kreuze.
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