ftellung beim Militär zu gewärtigen hatte, hielt sich noch in dem Lokale auf, und machte fio, derart unnütz, daß er, nachdem ein wiederholter Hinweis auf die Feierabendstunde vergeblich gewesen war, eine dringlichere Aufforderung, sich zu entfernen, ebenfalls nicht gefruchtet hatte, mit Gewalt aus der Wirtschaft hinausgebracht werden mußte. Mit den Leuten, welche die Entfernung Speier's besorgten, war auch ein an der Affaire unbeteiligter Mann, der etwa 40 Jahre alte Arbeiter Winter von hier, aus dem Wirtslokale in den Hof hinausgetreten. Wie diese war er im Begriff, in das Haus zurückzukehren, als sich Speier von hinten auf ihn stürzte und ihm einen Stich unterhalb des Nackens beibrachte, der bis zur Lunge vor- und in dieselbe eindrang. Kurze Zeit darauf war der unglückliche Winter eine Leiche. Nach vollbrachter That machte sich der Messerheld nach Wißmar zu aus dem Staube. Allein schon in derselben Nacht wurde er durch Herrn Gendarm Bechstein, welchem mittlerweile Anzeige erstattet worden war, aus dem Bette geholt, verhaftet und in sicheren Gewahrsam gebracht. Es ist also dafür gesorgt, daß die schwere Frevelthat, die ein Menschenleben gekostet und eine arme Familie in schwere Bedrängnis gebracht hat, ihre Sühne findet. W. A.
n. Staden, 26. September. Eine ganz eigentümliche Erscheinung bot sich uns gestern in der Nidda dar. Es kamen nämlich Scharen von Fischen, dicht aneinander gedrängt, das Maul aus dem Wasser streckend, flußabwärts angeschwommen. Natürlich machten sich die Fischereipächter sofort an den Fang, gaben ihn aber bald wieder auf, als sie sahen, daß auch eine Menge toter Fische hinterher antrieb. Aus dem Flußwasser stieg ein scharfer, penetranter Geruch, ähnlich wie von Creolin, auf. Offenbar ist das Niddawasser wieder durch Einführung irgend welcher Ab- wäffer von industriellen Anlagen verunreinigt. Die Fischereipächter werden selbstverständlich Schadenersatzklage anstrengen, sobald ihnen der Urheber der Flußverunreinigung bekannt ist; denn bei dem massenweisen Absterben der Fische von den größten bis zu den kleinsten herunter, ist ihr Fischbestand auf Jahre hinaus ruiniert. Wie weit unterhalb von Staden das Wasser seine fischtötende Eigenschaft beibehalten hat, konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden.
W. Aus der Wetterau, 26. September. Die Gewitter wollen dieses Jahr nicht alle werden, denn wir hatten noch am 24. und 25. d. Mts. kleine Gewitter mit heftigem Sturzregen gehabt. Die Temperatur ist so zurückgegangen, daß wir die Oefen Heizen mußten. Der Ackerboden ist schlammig geworden, so daß die Kartoffel- und Zuckerrübenernte an vielen Stellen unterbrochen werden mußte. Unsere Feldwege sind stellenweise morastig und es ist nur schwer durch zu kommen, das Zugvieh wird dadurch stark strapaziert. — Eine Bande Zigeuner belästigt die Leute mit Wahrsagen und Betteleien und thut sich an dem jetzt reifen Obst gütlich.— Die Preise für Most- und Schüttel ob st sind gewichen, weil starke Zufuhren von anderwärts nach Frankfurt gelangen, der Doppelzentner ist zu 7 Mark erhältlich; dagegen werden bessere Sorten Tafeläpfel sehr hoch bezahlt, weshalb die Leute sehr sorgfältig beim Abnehmen und Sortieren zu Werke gehen.
G. Aus dem südlichen Kreis Gießen, 26. September. Das Genossenschaftswesen bricht sich immer mehr Bahn; in der Gemeinde Steinheim soll eine Waffergenoffen- schaft gebildet werden, wofür jetzt die Vorarbeiten im Gange sind. Aehnliche Einrichtungen hat man in dem Nachbarkreise Büdingen, wo sie sich trefflich bewährt haben.
Friedberg, 26. September. Der Lehrer an der hiesigen Taubstummenanstalt, Herr Karl Heyland, wurde auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt.
Ilbeshausen, 25. September. Gestern hatten wir hier den ersten Schneefall.
Darmstadt, 26. September. Gestern um 11 Uhr fand die Beerdigung des Herrn Hofmusikdirektors in Pension, Wilhelm Niederhof, auf dem hiesigen Friedhöfe statt. Trotz der denkbar ungünstigsten Witterungsverhältnisse hatte sich zu der ernsten Feier eine große Trauerversammlung eingefunden, ein sichtbarer Beweis für die Hochachtung und Verehrung, die Niederhof während seines langen Lebens von allen Seiten entgegengebracht wurden.
Heppenheim a. d. B., 26. September. Am 9. Oktober l. Js. wird in der Großh. Landes-Irrenanstalt hier die statutenmäßige Jahressitzung des Kuratoriums des Hilfsvereins für die Geisteskranken in Hessen stattfinden und vormittags 11% Uhr beginnen.
Mainz, 25. September. (Gegen die Bettel-Industrie in Jerusalem.) Wir haben wiederholt Gelegenheit gehabt, vor den Zuschriften einiger galizischer und in neuerer Zeit palästinischer Schnorrer zu warnen, welche direkt oder unter dem Vorwand der Uebersendung von Blumen oder Holzschnitzereien die Mildthätigkeit in Anspruch zu nehmen versuchten. Obgleich unsere Warnungen wiederholt Erfolg gehabt haben, gelang es natürlich nicht, dem Hebel ernstlich Abbruch zu thun. Die betreffenden Geschäftsunternehmer wählen, sobald eine Firma zu sehr bekannt geworden ist, eine andere Deckadresse. Die einzig richtige Art der Behandlung solcher Zuschriften ist, sie unbeantwortet zu lassen. Wen das Herz treibt, etwas für Palästina oder Galizien zu thun, der laffe es den bestehenden Organisationen zukommen. An Privatpersonen, die in jeder Richtung vollkommen unbekannt sind, und die sich von anderen unbekannten Personen nur dadurch unterscheiden, daß sie einem geschrieben haben, Gaben zu schicken, ist gewiß unrichtig. — Es liegt .überdies doch auf der Hand, daß Personen, die in Jerusalem ein Frankfurter und Berliner Adreßbuch besitzen und erhebliche Summen für Porto ausgeben, sicherlich nicht die ärmsten sind.
Mainz, 26. September. Die jüngsten Beratungen derBürgermeisterei und Militärbehörden wegen der Erwerbung der militärischen Gebäuden in der Stadt
Mainz hatten ein für die Stadt Mainz günstiges Ende genommen. Wie wir nun zuverlässig vernehmen, hat es die Stadt Mainz lediglich der Initiative des Kaisers zu verdanken, daß die seitherigen höheren Forderungeu der Militärbehörde für die Ueberlaffung der Militärgebäuden an die Stadt, wesentlich herabgesetzt worden sind. Bei der jüngsten Anwesenheit des Kaisers in unserer Stadt hatte ;ekanntlich Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner mit dem Kaiser eine Unterredung wegen dieser Militärgebäuden. Die Folgen dieser Unterredung haben sich nun in augenfälliger Weise bei den jüngsten Verhandlungen zwischen der Stadt Mainz und der Militärbehörde gezeigt, die Bedingungen, die s. Z. von der städtischen Verwaltung für unannehmbar erklärt wurden, und durch welche das Scheitern der Verhandlungen bisher veranlaßt wurde, waren beseitigt, so daß die städtische Verwaltung und die dazu berufenen Kommissionen sich einstimmig für die Annahme der Bedingungen, wie sie nunmehr von der Militärbehörde gestellt worden waren, erklärten.
Mainz, 25. September. Der Mainzer Kriegerverein begeht am kommenden Sonntag das Fest der Fahnenweihe. Der Verein wurde am 22. März 1897 gegründet, und fand am 10. April die konstituierende Generalversammlung statt, wobei sich 468 Kameraden als Mitglieder des Vereins aufnehmen ließen. Bis jetzt wurden in den Verein ausgenommen 1153 Mitglieder, abgegangen sind wieder 174 Mitglieder, so daß ihm gegenwärtig 979 Mitglieder angehören, darunter 124 Offiziere, 7 Veteranen aus dem Kriege 1848/49, 4 aus dem Kriege 1864, 75 aus dem Kriege 1866 und 214 aus dem Kriege 1870/71, ferner 25 in dem Felde Verwundete und 23 Inhaber des „Eisernen Kreuz". Der Verein besitzt ein Trommlerkorps von 11 Mann einschl. des Tambour-Majors. Die unter der Leitung des Herrn Dr. Wachenfeld stehende Sanitätskolonne zählt 50 Mitglieder. Im Laufe des Jahres wurde eine Vereinsbibliothek angelegt. Für die Beschaffung einer Fahne sind 276 Mark gesammelt worden. Die für den Verein angeschaffte Fahne ist ein prächtiges Stück Arbeit. Der Entwurf dazu ist von dem Vereinsmitgliede, Herrn Jos. Lang unter der Leitung des Direktors der Mainzer Kunstgewerbeschule Herrn Professor Kübel und in natürlicher Größe von Herrn Schaubach, einem Schüler der Kunstgewerbeschule, ausgearbeitet worden. Die Ausführung erfolgte durch das St. Bernward-Institut hier. Die Stickerei der Fahne ist durchweg plastische Handstickerei. Die Fahne zeigt neben den entsprechenden Emblemen die Inschriften in Goldstickerei: „Mit Gott für Kaiser und Reich, für Fürst und Vaterland", sowie „Mainzer Kriegerverein — gegründet 22. März 1897".
Mainz, 26. September. Im Taunus Gasthof fand gestern nachmittag unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Claß eine Sitzung der Vertreter der zum Rhein-Main Gau gehörigen Ortsgruppen des Alldeutschen Verbandes statt. Sämtliche zehn Ortsgruppen — die zusammen über 1500 Mitglieder zählen — waren vertreten. Es wurde beschlossen, in der Flottenfrage besonders in gemeinschaftliche lebhafteste Werbethätigkeit einzutreten und in allen Ortsgruppen auch über die österreichische Frage bei ihrer steigenden Wichtigkeit fortgesetzt Berichte zu erstatten. Weiter wurde bestimmt, daß im Oktober ein allgemeiner Gautag in Mainz stattftnden soll. Bei dieser Gelegenheit wird eine öffentliche Versammlung in der Stadthalle stattfinden, in der Reichsratsabgeordneter Karl Hermann Wolf aus Wien über die Lage des Deutschtums in Oesterreich und Kapitänleutnant Weyer- Koblenz über die Flottenfrage sprechen wird. Auf Antrag des Gymnasialdirektors Dr. Horn-Frankfurt a. M. wird folgende Drahtung an den Staatssekretär Dr. Leyds im Haag, als dem Vertreter der südafrikanischen Republik in Europa, abgesandt: „Der Rhein-Main Gau des Alldeutschen Verbandes versichert das stammverwandte Burenvolk und seinen verehrten greisen Führer in diesen entscheidungsvollen Tagen seiner treusten Zuneigung und Teilnahme und vertraut, daß es, wie schon zweimal, des übermütigen Feindes Herr werde. Von den Deutschen in Transvaal erwarten wir, daß sie ihre Pflicht thun werden. Transvaal Heil und Sieg." (T. A.)
Frankfurt a. M., 26. September. Heute nachmittag hat in einer Wirtschaft mit Damenbedienung in der Allerheiligenstraße ein Gast eine Kellnerin erschossen und dann sich selbst.
Fulda, 26. September. Mit dem 1. Oktober wird das 47. Artillerie-Regiment hierher in Garnison kommen. Zum Regiments-Kommandeur wurde Major v. Wachs ernannt und das Regiment dem 11. Armeekorps zugeteilt.
Cassel, 26. September. Neber ein Schwindel- Manöver, welches sich neulich an einem der letzten Abende an dem Schalter des hiesigen kaiserlichen Postamtes am Königsplatz, und zwar an der Einzahlungsstelle für Postanweisungen, abspielte, berichtet das „Cass. Tgbl.": Wenige Minuten vor 8 Uhr, also kurz vor Schalterschluß, wo erfahrungsgemäß gerade hier an diesem Schalter stets ein großes Gedränge herrscht, erscheint ein etwa lljähriger Junge und gibt eine Postanweisung über 120 Mk. auf. Der Betrag sollte sich in einer Rolle befinden, welche in der üblichen Weise versiegelt war und auch die Aufschrift: 120 Mark in 3 Markstücken trug. Der Schwindler hatte nun gleich von vornherein eine große Dummheit begangen, denn sonst wäre ihm womöglich bei der Eile der Annahmebeamten und dem großen Gedränge kurz vor Schalterschluß das Betrugsmanöver geglückt, er hatte nämlich anstatt der üblichen Rollen von 150 Mark = 50-Thalerstücke eine solche von 40 Thalern = 120 Mark in Größe und Gewicht nachgemacht, was im geschäftlichen Leben wenig oder gar nicht geschieht. Das fiel dem Postbeamten auf, er öffnete die Geldrolle und fand statt Thalern nur Bleistücke darin. Der Junge wurde festgehalten und gestand schließlich ein, ein draußen wartender Mann habe ihm das Geld gegeben. Mit Hilfe eines gerade anwesenden, nicht in
Uniform befindlichen Postbeamten, bei dessen Annäherung der Schwindler nichts Schlimmes ahnte und ruhig an der nächsten Ecke stehen blieb, gelang es denn auch, den Betrüger estzunehmen und ihn der Polizei zu übergeben. Er ent- luppte sich als ein entlassener Milchkutscher von einem renachbarten Gute. — In den Kreisen der städtischen Körper- chaften sieht man mit nicht geringer Spannung einer Antwort der Königlichen Regierung auf das derselben, gutem Vernehmen nach, zugegangene Schreiben des Magistrats entgegen, in welchem eine Darlegung der durch die an- wuernde schwere Erkrankung des Herrn Oberbürgermeisters Westerburg für die Stadt Cassel entstandenen, sehr mißlichen Lage enthalten ist. In >em Schreiben wird die Königliche Regierung gebeten, sich »arüber äußern zu wollen, welchen Weg die städtischen Be- ;örde einschlagen könnten, um noch vor dem im Februar 1901 erfolgenden Ablauf der Amtsperiode des Herrn Ober- lürgermeisters zu einer Neubesetzung der obersten Leitung der städtischen Verwaltung zu gelangen.
0 Ems, 25. September. Vom Lahnlied. Die Entscheidung in dem vom Emser Jagdverein ausgeschriebenen Wettbewerb zur Erlangung eines Liedes zum Preise der Lahn teht bevor. Die Preisrichter haben die eingegangenen Dichtungen und Kompositionen — im Ganzen mehr als 400 Einsendungen — geprüft und gesichtet; sie wollen jedoch, dem Wortlaut des Ausschreibens entsprechend, das Schlußurteil nicht fällen, ehe die in die engere Wahl gelangten Chöre durch Gesangvereine aus dem Lahnthal einstudiert und vorgetragen worden sind. Man plant ein großes Lahnlied Fest in Ems für einen der letzten Sonntage im Oktober und will bei dieser Gelegenheit die schönsten Preislieder, teils als Chöre, teils als Einzelgesang, teils auch nur deklamatorisch vortragen lassen, um zu sehen, wie sie die Feuerprobe vor der Oeffentlichkeit bestehen. Ohne Zweifel wird eine derartige Veranstaltung in den weitesten Kreisen der Lahnbewohner und Lahnfreunde lebhaftes Interesse erregen und viele Besucher von nah und fern anziehen. Das Konzert findet voraussichtlich nachmittags statt, , sodaß den auswärtigen Gästen noch reichlich Zeit zur Heimreise verbleibt. Die Verkündigung des Urteils der Preisrichter und die Verleihung des von Herrn Dr. Fahlberg in Nassau gestifteten Tausendmark Preises kann dem Ausschreiben gemäß erst bei der Hubertusfeier des Emser Jagdvereins am 3. November d. I. erfolgen.
Schwurgericht.
W. Gießen, 27. September 1899.
(Schluß der Verhandlung gegen Lukat und Genoffen wegen Raubes.) Auf Antrag des Staatsanwalts Zimmermann wird noch ein Brief verlesen, den Schmenger im Untersuchungsgefängnis an seinen Vater geschrieben hat, aus dessen Inhalt hervorgeht, daß der Briefschreiber sich schuldig fühlt und Strafe erwartet. Der Angeklagte Schmenger erklärt, er sei damals, als er in Hast genommen, ganz verwirrt gewesen und aus dieser Verwirrung heraus ließe sich der Inhalt des Briefes erklären. Die Zeugenvernehmung ergiebt, daß von den drei Angeklagten am fraglichen Abend keiner betrunken gewesen ist. Der Gastwirt Sch ad eck II. von Lollar, bei dem die Angeklagten am Abend des 10. September Nachtlager verlangten, erklärt, sie hätten sich bei ihm anständig betragen, Lukat habe noch eine Flasche Bier verzehrt. Er habe ihnen ein Strohlager im Stall angeboten, welches sie anfänglich auch annehmen zu wollen schienen, doch hätten sich die späten Gäste die Sache anders über« legt und wären gleich nach 11 Uhr fortgegangen. Der Fuhrmann Heinrich Krailing Xl.von Wieseck, ein ca. 40jährigerMann, deponiert als Zeuge vernommen, er sei am 10. September von der Ruttershäuser Kirmes kommend am Ende von Lollar nach Gießen zu mit den drei Angeklagten zusammengetroffen, diese hätten ihn gefragt, ober kein Unterkommen für die Nacht wüßte. Er habe ihnen gesagt, sie sollten nach Wieseck mitkommen, aber darauf die Antwort erhalten, daß die Handwerksburschen nach Gießen wollten. Darauf sei er die Straße nach Gießen zu vorweg gegangen und habe dann die Angeklagten hinter sich drein kommen hören. Er glaube, daß Lukat hinter ihm der nächste gewesen. Als Krailing auf der Straße in die Gegend des Waldes gekommen, habe ihn Lukat, der plötzlich vor ihm gestanden, an der Gurgel gepackt und gerufen: „Halt! Geld oder Du bekommst soviel Schläge als Du nur tragen kannst." Im selben Moment habe ihm Lukat seine Hand aus der Hosentasche gerissen, die beiden anderen Genoffen hätten ihn jeder an einer Hand gepackt und nun habe ihm Lukat die Taschen visitiert, chm an barem Geld 1 Mk. 40 Pfg. bis 1 Mk. 50 Pfg., sein Taschenmesser und die Uhr mit Kette abgenommen. Die ganze Affaire sei blitzartig vor sich gegangen, er sei nicht zur Besinnung gekommen und habe sich auch nicht im geringsten gewehrt, da er vor den drei Menschen Furcht empfunden und froh gewesen sei, daß er mit heiler Haut davon gekommen. Die drei Räuber seien darauf vor ihm hergegangen und hätten gepfiffen und gesungen. Da, wo der Weg nach der Badenburg abgeht, hätten die drei dem Beraubten das Versprechen abgenommen, daß er sie nicht verrate, sonst würden sie ihn schlagen, daß er auf der Stelle bleibe. Ob bei dem Angriff einer der Drei gesagt hat: „Laßt doch den Mann gehen, gebt ihm doch sein Geld wieder, er ist ja auch nur ein Arbeiter", oder daß einer von den Dreien vom Angriff abgemahnt habe, hat der Zeuge nicht gehört. Richtig sei, daß als man ihn ausgeraubt hatte, er die Aeußerung gethan habe: „Geht nur hm, was liegt mir an der Uhr." Er sei eben froh gewesen, daß er so davon gekommen war und man ihm nicht noch ein Leids angethan hatte. Gegen V.l Uhr sei er in Wieseck angelangt und zu seinem Schwager gegangen, um diesen zur Verfolgung der Räuber aufzufordern Derselbe habe sich sofort per Rad aufgemacht. — Der Maurer PH. Möser von Wieseck deponiert, daß er, als ihm sein Schwager Krarlmg seine Erlebnisse auf der Straße Lollar-Gießen mitgeteilt habe, sofort die Verfolgung der drei Gesellen per Fahrrad ins Werk gesetzt. An der Marburgerstraße, vor dem Restaurant „Zur Stadt Marburg" unter einer Laterne stehend, habe er die drei Angeklagten etwa gegen 1 Uhr nachts getroffen und diese aufgefordert, vor ihm nach der Stadt zu herzugehen; er habe gedroht, bei einem etwaigen Fluchtversuch mit dem Revolver zu schießen. Die Sache sei auch anfänglich ganz gut gegangen. Unterwegs habe einer von den Angeklagten, er glaubt es sei Schmenger gewesen, versucht, mit ihm zu verhandeln, er habe aber sich darauf Nicht emge- laffen und wiederholt mit dem Revolver gedroht. An der Ostanlage seien die Arrestanten auseinander geflohen, einer davon sei entwischt, ein anderer sei zum Thore hinein in den Garten des ^ustizgebäudes gelaufen, der andere in das Gäßchen nebenan. Der Verfolger hat von dem Vorfall dem gerade aufziehenden Militärposten Kenntnis gegeben, ist sofort nach der Gensdarmerie geeilt und erschien nach etwa einer halben Stunde mit zwei Gensdarmen wieder zur Stelle, wo man Lukat unter einem Busch hervorzog und Schmenger an einem Lattenzaun m schlafender Stellung vorfand. Arnemann war bis nach Butzbach gekommen und wurde dort verhaftet. — Der Zeuge Earl Rüpper, erster Stadtschreiber und Vorsitzender des Gewerbegerichts zu Pirmasens, erklärt, die Familie des Angeklagten Schmenger sei in Pirmasens eine sehr angesehene. Die Eltern und Geschwister desselben seien sämmtlrch ordentliche und rechtliche Leute, der hier angeklagte junge Schmenger sei ihm als braver, ordentlicher, gut erzogener Mensch bekannt gewesen- Auch der Stadtmissionar in Pirmasens habe ihm jüngst erklärt, daß vc
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