Ausgabe 
27.10.1899 Zweites Blatt
 
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>ie Gefangenschaft bei Feindes geriet. Interessant ist die Meldung, daß das deutsche Korps vor dem Abmarsch an die Grenze ein Telegramm an Kaiser Wilhelm gerichtet hat, welches nach mancher Richtung hin bemerkenswert ist und in den Herzen der Deutschen nachklingen wird.

In dem Telegramm wird das Bedauern darüber aus' gesprochen, daß die Politik Deutschland verhindere, seinen Einfluß für die Interessen Transvaals geltend zu machen. Man weiß in Südafrika sehr wohl, daß unsere Sympathien mit den Buren sind, daß wir deren Selbständigkeit und Freiheit zu erhalten wünschen. Sie sind uns ja stammver­wandt, diese Buren, und uns gefallen solche Gestalten, wie Ohm Krüger, der dort unten an der Ostseite Südafrikas rin wohlgeordnetes Staatswesen geschaffen hat und sein ganzes Leben lang nur das eine Ziel im Auge hatte, seinem Vaterland unter den Nationen einen ehrenvollen Platz zu erringen. Das Telegramm erinnert daran, daß auch der Deutsche Kaiser selbst früher mit seinen Sympathien für Transvaal nicht zurückhielt. Es weist hin auf jene Depesche, die vor beinahe vier Jahren Kaiser Wilhelm an den Präsidenten Krüger richtete und der Freude über die Niederlage Dr. Jamesons Ausdruck gab. Wir glauben lautn, daß die Sympathieen des Kaisers für Transvaal heute geringere sind, aber die Politik rechnet nicht mit Freundschaftsbezeugungen, sie stellt die Zweckmäßigkeits­frage in den Vordergrund, und diese gebietet Deutschland strengste Neutralität. Man darf wohl voraussetzen, daß unser Vertreter in London es an Bemühungen nicht hat fehlen lassen, den Krieg zu verhindern, aber er durfte dabei gewisse Grenzen nicht überschreiten. Und von vornherein stand es ja fest, daß England den Krieg wünschte und denselben zu provozieren suchte.

Aus diesem Grunde wird in dem Telegramm das englische Vorgehen scharf kritisiert und ein räuberisches genannt. Wir wissen ja, daß vor vier Jahren der Einfall Dr. Jamesons in Transvaal mit Wissen, ja sogar im Auf­trage der Kapregierung stattfand, und wer weiß, ob nicht die Londoner Regierung den Zwischenfall, falls er erfolg­reich gewesen wäre, sanktioniert hätte. Jetzt will sie selbst das Versäumte nachholen und mit Gewalt ihre eigennützigen Wünsche durchsetzen, die darauf abzielen, den englischen Einfluß in Südafrika zur Herrschaft zu bringen.

Irgend welchen praktischen Erfolg kann das an den Kaiser gerichtete Telegramm natürlich nicht haben, und einen solchen haben die Absender auch gar nicht erwartet, aber die Kundgebung ist geeignet, die Sympathieen für Transvaal noch mehr zu erhöhen. In einem ernsten Augen­blick erinnern sich unsere Landsleute ihrer Zugehörigkeit zu dem deutschen Vaterlande und geloben, ihm unter allen Umständen die Treue zu bewahren. Unsere Teilnahme be­gleite das deutsche Freiwilligenkorps auf seinem dornen­vollen Wege!

z-kÄrs Md PrsmumLrs.

Gießen, den 26. Oktober 1899.

** Ernte Ertrag. Nach der von den Feldgeschworenen »orgenommenen Erhebung über den Ernte-Ertrag in der Gemarkung Gießen für 1899 waren ausgestellt: 141 ha. mit Weizen, 260 mit Roggen, 55 mit Gerste, 265 mit Hafer, 16 mit Erbsen, i/i mit Ackerbohnen, 4 mit Wicken. 205 mit Kartoffeln, 80 mit Runkelrüben, 18 mit Zuckerrüben, 5 mit Kohlrüben. 5 mit Kraut und Feldkohl, 20 mit Raps, 80 mit Klee, 35 mit Luzerne, 1/2 mit Mais, 60 mit Grassaat; an Wiesen waren 420 ha vorhanden. Mn Obst wurden geerntet von 4760 Aepfelbäumen 80 Doppelzentner, 2723 Birnbäumen 60 Doppelzentner, 8694 Pflaumen- (Zwetschen) Bäumen 12 Doppelzentner, von 72 Wallnußbäumen 2VZ Doppelzentner; der Obstertrag wurde -auf 2770 Mk. bewertet.

** Ein Mahnwort an die jüngst entlassenen Reservisten! Der den Wunsch hat, die während der aktiven Dienstzeit gepflegte treue Kameradschaft auch weiterhin zu bethätigen «nd seine Erinnerungen an das Soldatenleben lebendig zu

Knopfloch noch andere suchten Biographieen Nelsons nder Spottschriften auf die Buren an den Mann zu bringen, «nd um die Springbrunnen herum spielten Buben Krieg »nd bekämpften sich als Briten und Buren.

In ungeheuren Buchstaben verkündeten die Abend­blätter denSieg" von Glencoe, die Austräger Priesen ihn mit Stentorstimmen, und die Köpfe der Spaziergänger ver­schwanden fast hinter den entfalteten Zeitungen. Wäre nur nicht morgen Trafalgar Tag! Sähe nur der Sieg nicht aus wie auf Kommando für diesen Tag bestellt zum mindesten aus einem kleinen Vorpostengefecht aufgebauscht! Den Strand hinunter wogt die Menge, nach Fleet Street zu, wo die großen Zeitungen ihre Häuser haben. In den Schaufenstern sind die Depeschen in fußhohen Buchstaben ausgestellt, an jeder Ecke giebt es Karten, Zeichnungen, Photographieen vom Kriegsschauplatz zu studieren, ein nicht endendes Schauspiel, das keinen Penny kostet.

Ist der Burenkrieg wirklich so leicht, so unbedeutend, so gleichgiltig, wie man uns hier weis machen will? Eöarum dann diese Exaltationen der Freude, der Ent­rüstung? Droht aber eine ernste Gefahr warum geht man bann nicht energischer zu Werke? Die militärischen Borbereitungen sind lasch, und die Witze bitterer, als sonst der englische Humor. Kurz, so recht stimmt es eben nirgends.

Die große Britannia-Gruppe bei Westminster Bridge, dem Parlament gegenüber, ist fortgenommen, die Stelle mit einem Bauzaun umgeben. Ein Anschlag sagt, eines Um­baues der Brücke wegen. Ich glaube aber, es geschah, weil Britannia sich den Harnisch anziehen gegangen ift And nun traut sie sich nicht wieder ins Londoner Leben zurück, weil sie sich in dem Kleide zu ungewohnt vor fommt. B. L. A.

erhalten, der trete ein in einen unserer Krieger- und Militärvereine. Was wollen diese Vereine? S,e wollen die Liebe zu Fürst und Vaterland, Kaiser und Reich stärken und bethätigen, treue Kameradschaft unter ihren Mit- gliedern pflegen, hilfsbedürftigen Kameraden und ihren Witwen und Waisen mit Rat und That helfen, die Bestrebungen des Roten Kreuzes" unterstützen. Welche Vorteile bieten diese Vereine? Ihre Mitglieder werden in Krankheit und Not unterstützt. Die Vereine gewähren ferner Vorteile durch die Sterbekasie. Wer alle die Vorteile genießen will, der trete in einen Krieger- und Militärverein ein!

* Woher stammt der Ausdrucknassauern"? Zu dem in Nr. 250 desG. A." wiedergegebenen Artikel wird jetzt derFstr. Ztg." geschrieben: Was dieVossische Zeitung" über die Herleitung des Wortesnassauern" sagt, ist nicht richtig. Gießen galt niemals als nassauische Landesuniversität; bis zu den 50er Jahren war das vielmehr amtlich Göttingen, woselbst auch Professor Sartorius von Waltershausen (Vater des bekannten Mineralogen) für nasiauische Rechtsbeflissene ein besonderes Kolleg las. Damals waren die nassauischen Stipendien und Freitische ebenfalls fast alle nach Göttingen vergeben. Da nun zahlreiche in Göttingen studierende Nassauer von den Freitischen keinen Gebrauch machten, so traten sie diese nicht selten an bedürftigere, nicht nassauische Kameraden ab, die sich dieserhalb als Nassauer gerierten. Diese unbefugte Benutzung nassauischer Freitische nannte man scherzweisenassauern". Erst in Berlin, wohin das Scherzwort auch allmählich verbreitet wurde, erhielt es die heute übliche häßliche Nebenbedeutung. Schreiber dieses studierte Mitte der 50er Jahre in Göttingen, wo damals viele Nassauer meist den KorpsBremensia" undBruns- viga" angehörten, und ist somit mit der geschichtlichen ®nt Wickelung dieses Herganges, den übrigens auch meines Wissens Dr. Karl Braun - Wiesbaden in einer seiner Schriften ähnlich schildert, wohl vertraut. A. L.

Eine mysteriöse Persönlichkeit befindet sich nach einer Bekanntmachung der Polizeidirektion in Hildesheim seit 18. Oktober daselbst in Haft. Der Bursche, der ca. 16 Jahre alt sein kann, nennt sich Carl Gou Her. Heber feine Vergangenheit macht derselbe Angaben, die offenbar erdichtet sind und die als Stoff zu einem Roman verwendet werden könnten. Der Inhaftierte macht den Eindruck eines Kauf- mannslehrlings, der vielleicht wegen begangener Unredlich­keiten das Weite gesucht hat. Seinem Dialekt nach zu urteilen, kann er aus der Magdeburger, aber auch aus der Brandenburger Gegend fein. Besondere Kennzeichen an ihm sind große Augen, ein schiefer Kopf, große Ohren, eine bedeutende Narbe auf dem Kopfe. Ferner sind die große Zehe des linken Fußes und die zweite Zehe des rechten Fußes verkrüppelt.

** Eisenbahn-Einnahmen. Im Laufe des Monats Sep­tember haben die Betriebs-Einnahmen auf den Strecken der preußischen und hessischen Betriebsgemeinschaft wieder eine erhebliche Zunahme, besonders durch die Steigerung des Güterverkehrs, erhalten. Die Gesamteinnahmen in diesem Monat betrugen 116105000 Mark, davon kommen rund 5000000 Mark als Mehreinnahmen auf den Güterverkehr, 20000 Mark auf den Personenverkehr und 790000 Mark auf sonstige Einnahmen. Seit dem 1. April haben sich die Mehreinnahmen gegen das Vorjahr auf rund 37 360 000 Mark belaufen.

A Großen Buseck, 25. Oktober. Ein Bubenstreich wurde hier am verflossenen Samstag abend ausgeführt. Drei Arbeiter aus hiesiger Gegend, welche auf dem Heim­weg von Gießen hier durchfuhren, wollten bei Wirt Größer eine kleine Erfrischung zu sich nehmen und stellten ihre Fahr­räder in den unter dem Tauzsaal befindlichen Raum. Als die Arbeiter weiter fahren wollten, fanden sie, daß an allen drei Rädern die Ventile nebst Verschlußkapseln abgeschraubt und gestohlen waren, so daß sie genötigt wurden, ihren Weg zu Fuß zurückzulegen.

Alsfeld, 25. Oktober. Der Ausschuß des land­wirtschaftlichen Provinzialvereins von Oberhessen tagte vorigen Montag im Hotel zumPrinzen Karl" dahier und hat unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten, Herrn Gutsbesitzer Schlenke zu Hardt-Hof wieder eine Anzahl für die Landwirtschaft wichtige Beschlüsse gefaßt. Der Präsident, Herr Graf zu Solms Laubach Erlaucht war wegen Un­wohlseins am Erscheinen verhindert. Als Vertreter der Großh. Staatsregierung waren die Herren Ministerialrat Braun und Landesökonomierat Müller, für den hessischen Landwirtschaftsrat Herr Generalsekretär Dr. Müller er­schienen. Zunächst wurden wieder gegen 50 neue Mitglieder aufgenommen. Es wurde sodann beschlossen, die Jungvieh­weide im Tiergarten bei Hungen soweit zu vergrößern, daß gegen 60 Tiere aufgenommen werden können. In Weruings soll auf einer Fläche von ca. 120 Morgen eine zweite Jungviehweibe, hinreichend für ca. 70 Tiere, für den südöstlichen Teil der Provinz errichtet werden. Die Mittel hierzu, für beide Weiden ca. 13000 Mk., sollen aus den Reserven des Vereins genommen werden. Die Tuberkulinimpfung auf Zuchthof Engelrod hat so ungünstige Resultate ergeben, daß beschlossen wurde, den fragt. Zucht- Hof ganz aufzuheben. Man beabsichtigt hierfür, einen neuen Zuchthof zu errichten. Eine sehr eingehende Beratung fand über den Gegenstand: Die Abhaltung der Tierschauen in der Provinz statt. Infolge des sehr starken Auftretens der Maul- und Klauenseuche in der Provinz war die Abhaltung einer Anzahl Tierschauen unmöglich geworden, und ist auch noch nicht abzusehen, wann diese Schauen abgehalten werden können. Es wurde daher beschlossen, den allgemeinen Plan, über die Abhaltung der Tierschauen in der Provinz für den 1. und 3. Körbezirk um ein Jahr zu verschieben, sodaß also die Bezirkstierschau im 1. Körbezirk im nächsten Jahre im Kreise Schotten, die Bullenschau im Kreise Gießen stattfindet. Im 3. Körbezirk soll die Bezirkstier­

schau im Kreise Friedberg abgehalten werden, während im Kreise Büdingen Lokalschanen stattfinden sollen. Zur probe- weisen Abhaltung von Stallschauen wurden die Mittel zur Verfügung gestellt, um solche in zwei Lokalvereinen durch­zuführen. Da im nächsten Jahre eine Landestierschau in Darmstadt, und für das Vogelsberger Vieh eine Verbands­schau in Marburg stattfindet, die beide aus der Provinz mit Tieren beschickt werden müssen, wurde beschlossen, die Ausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Posen nächstes Jahr nicht zu beschicken.

Vom oberen Vogelsberg, 25. Oktober. Heute morgen erhielten wie die Nachricht, daß das 'in diesem Blatte er­wähnte entsprungene Rind vom Selgenhof bei Ulrich­stein gestern, nachdem es ca. vier Wochen sich in den Wäldern bei Schotten und des oberen Vogelsbergs Herumgetrieben, in der Nähe des Selgenhofs gesehen wurde. Durch Hunde wurde dasselbe zu einer in der Nähe weidenden Viehherde getrieben, wobei es bis zur Heimkehr der Herde verblieb und bann ganz friedlich mit derselben in den Stall an seinen einstmaligen Stand einlief. Wahrscheinlich, obgleich nicht sehr abgemagert, mochte ihm die bisher erhaltene Weide in den Wäldern, sowie die eingetretene Kälte nicht mehr zusagen und so ist anzunehmen, daß das halb verwildert geglaubte Tier doch vor Hunger und Kälte in bei Nähe von Dörfern getrieben würbe unb feine angenommene Wildheit ablegte. Vor etwa 15 Jahren war ein Stier einigen Hanbelsleuten, welche auf ber Rückkehr vorn Herchenhainer Johannimarkte durch den Oberwald gingen, entsprungen unb fast ganz wild geworden. Es blieb kein anderes Mittel, zumal das Tier Menschen angriff, als ein Treibjagen zu veranstalten, wo­durch es zum Schuß kam und erlegt wurde.

§§ Vom höheren Vogelsberg, 25. Oktober. Ueberall, sogar in den kleinsten Orten hört man gegenwärtig die Dampfmaschinebrummen", wie die Bauern sagen. Ja es kommt vor, daß in kleinen Orten sogar 2 Maschinen arbeiten. In dem Dorfe Kaulstos (Kreis Schotten) mit 236 Einwohner sind gegenwärtig sogar 3 Dampfdresch­maschinen in Thätigkeit.

):( Stockheim, 24. Oktober. Am letzten Sonntag fand die Einweihung unseres neuerbauten zweiten Schulhauses statt. Unter Glockengeläute zog ber aus- ben Schulkinbern, Orts-, Schul- unb Kirchenvorstand, sowie sämtlichen Vereinen unb ben Bauhandwerkern, wie ber Feuerwehr bestehenbe Festzug burch sämtliche Straßen bes Orts nach bem neuen Schulhause. Nachbem ber Festzug, ber hier von ben Spitzen ber staatlichen unb kirchlichen Behörben erwartet würbe, im Hofe bes neuen Schulhauses Aufstellung genommen hatte, würbe mit bem Gesang ,beS Liedes:Lobe ben Herrn", bie Einweihungsfeierlichkeit er­öffnet. Sobann hielt ber Ortsgeistliche, Pfarrer Koehler, bie Weiherede, anknüpfenb an das Wort des Psalmisten: Wo ber Herr nicht baS Haus bauet, so arbeiten umsonst, bie baran bauen." Rebner wies im Verlauf seiner Rebe hin auf bie hohen sozialen Aufgaben ber Volksschule für unsere Zeit, betonte aber auch sehr einbringlich, baß die Volksschule ihre Aufgabe nur bann erfüllen könne, wenn das Elternhaus mit ihr Hanb in Hand gehe unb schloß mit einem ernsten Appell an bie Gerneinbe, Schule und Lehrer in allen Stücken zu unterstützen. Sodann überreichte Maurermeister Spitz nagel ben Schlüssel an ben Großh. Kreisamtmann Sandmann, dieser an den Bürgermeister und letzterer an ben Vorsitzenben bes Schulvorstanbes, ber mit Segensspruch baS Haus aufschloß. Nachbem sämtliche Festteilnehmer in ben Schulsaal eingegangen waren, sprach ber Vorsitzeube beS Schulvorstandes das Weihegebet, woraus mit dem Lied:Nun danket alle Gott," die Feier schloß. Bei ber nachsolgenben Versammlung im Weitzeichen Saale brachte Kreisamtmann Sanbmann bas Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Pfarrer Koehler hieß im Namen ber Gemeinde die Kreisschulkommission und den Dekan befr Dekanats Büdingen willkommen unb schloß mit einem Hoch auf bieselben, welches Dekan Weber mit einem Hoch auf. Pfarrer, Lehrer unb Bürgermeister ber Gemeinbe erwiderte. Schließlich gedachte der Vorsitzende des Schulvorstandes noch der Handwerker, die am Bau beteiligt waren unb forderte die Anwesenden auf, denselben ein dreifaches Hoch zu bringen, welcher Aufforderung freudig entsprochen wurde. Die Schul­kinder erhielten zur Feier des Tages Bretzeln. In der Gemeinde selbst herrscht nur eine Stimme der Freude, daß endlich die zweite Schule eröffnet werden kann, die ein dringendes Bedürfnis für die Gemeinde war.

§§ Volkartshain (Kreis Schotten), 24. Oktober. Auch unser etwas vom Verkehr abgelegener Ort wird von den Zigeunern besucht, so auch dieser Tage wieder; es sind mehrere Diebstähle vorgekommen, einem Einwohner wurden beim Geldwechseln 6 Mark gestohlen.

n. Friedberg, 25. Oktober. Großherzogliches Ministerium der Finanzen hat im Einvernehmen mit Großherzoglichem Ministerium des Innern derKontinentalen Eisenbahn-Bau- unb Betriebsgesellschaft" in Berlin auf die Dauer eine» Jahres die Erlaubnis erteilt, bie Vorarbeiten unb Ver­messungen für eine Nebenbahn von Assenheim nach Ranstabt vorzunehmen. Die Bürgermeistereien sind an­gewiesen, nach Möglichkeit bafür besorgt zu sein, baß ben Vermessungen keine Schwierigkeiten bereitet unb bie Ab­steckungen geschützt werden.

Ä Darmstadt, 25. Oktober. Das in letzter Woche hier abgehaltene Postassistenten-Examen wurde von sämt­lichen 6 Prüflingen bestanden. 5 Examinanden unterzogen sich der Prüfung zum ersten Male. Die neuen Assistenten wurden teilweise an Postämtern III verwendet resp. beiaffen, eine Einrichtung, welche bisher nicht üblich war.

Griesheim,' 23. Oktober. Den eifrigen Bemühungen des Herrn Gendarm Wolf von hier ist cs gelungen, einige junge Leute von Darmstadt zu ermitteln, welche den be­reits gemeldeten Unfall ber Dampf st raßenbahn her­beigeführt hatten. Dieselben hatten, von einem Ausflug von hier heimkehrend, einen leeren, zum Bau verwendeten

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MMchtlbach, 25. mann dahier tarnt ' Gießen. Allgemein daß dieser sehr dienstns setzt wirb; denn Herr durch sein sehr PsW aber auch besonders, d schreiten viele Streitig!' arbeitern verhütet. Da erfreuliche Thatsache zu unter den fremden, mei müßig so wenig schwere

Mainz, 25. Okt demokratischen Gewerksch und Konsumverein, nehr derVerein selbst stän schirdenr Stellunc beider Genossenschaften daß diese neueste svzio ziele, von den hiesiger Äabattsystem die nöti eigene Warenhäuser, und AerkaufSläden al diente Genossen unte beiden Vereinigungen, diesem neuesten Alten lere Geschäftswelt, fri hörigen der einzelnen. sie nicht selbst bie Han vernichten.

Mainz, 25. Oktober litterarische Aussch gestern konstituiert, he Heimer wurdezum Vor M stellvertretenden $ M Schriftführer Dr; Gaßner bericht, arbeiten, die zum 9 Schren; die akademis Deutschland, Frankrei lowie auch die populär ff "eHerausgak Ajrer Schorn regte auch eine befon' randgerichtsdirektor D

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