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< 25' Oktober. Ueberall. ort man gegenwärtig die wie die Bauern sagen. Ja ^rten sogar 2 Maschinen toS (Kreis Scholten) mit ; sogar 3 Dampsdresch»
Am letzten Sonntag fand euerbauten zwellerr 'lväen^lLute zog btt ML >nl- und Kirchenvorstand, den Bauhandwerkern, wie ,9 durch sämtliche Straßen luse. Nachdem der Festzug, staatlichen und kirchlichen )ofe des neuen Schulhauses irde mit dem Gesang N Einweihungsfeierlichkeit er- eistliche, Pfarrer Koehler, das Wott des Psalmisten: bauet, so arbeiten umsonst, 9 im Verlauf feiner flebe oben her w/Wile für sehr eindringlich, bat b\t ann erMn tön«, wenn r tzand gehe unb schloß m>t mdnbt, Schnle und Lehrer ,ro - Sodann überreichte in Schliß-l m d-" bietet in ben »ä<™* [n bt« SchuKorsMd-r, d-i ufi^Iofi. Achd-M Mch I eingegangen 1«’"> fj"? nbeb bafl Sßei^egebet, womj eM- di- Ki-r *' Ä ««(* ” *'?£*>“ Ä”i-Ä*3 rLS w,lI'f *rt «6ri*
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Wagen auf die Schienen geschafft, und waren sich der eventuellen Folgen ihrer Handlung wohl kaum bewußt. Die von der Direktion der Straßenbahn auf die Entdeckung der Thäter ausgesetzte Belohnung von 100 Mark dürfte Herr Wolf erhalten. Der tüchtige Beamte, der sich heute morgen sofort an die Ermittelung der Thäter begab, stürzte hierbei vom Rad und erlitt eine unbedeutende Verletzung.
△ Dudenhofen im Rodgau, 25. Oktober. Bei der jüngst hier vollzogenen Beigeordnetenwahl machten von 318 Stimmberechtigten nur 40 von ihrer Befugnis Gebrauch. Diese 40 Stimmen vereinigten sich auf den bisherigen Beigeordneten Johann Ludwig Kjatz II.
A Seligenstadt, 25. Oktober. Herr Gewerbeschulinspektor Meyer aus Darmstadt unterzog vorgestern die hiesige gewerbliche Fortbildungsschule einer eingehenden Visitation. — Der „Klub Humor" zu Frankfurt a. M. veranstaltete vorgestern vormittag einen Distanzmarsch Offenbach-Seligenstadt. Die 19 Kilometer lange Route wurde von Karl Seidel in 1 Stunde 24*/3 Minuten durchlaufen. Es folgten: Christian Seidel 1 Stunde 4025/60 Minuten, Otto Fischer 1 Stunde 49*/, Minuten und Wilhelm Vogler 1 Stunde 5O43/Co Minuten. An 7 weitere Teilnehmer wurden Zeitmedaillen verliehen.
Wald-Michrlbach, 25. Oktober. Herr Gendarm Sandmann dahier kommt am 1. n. M. nach Reiskirchen bei Gießen. Allgemein bedauert man in der ganzen Gegend, daß dieser sehr diensteifrige Mann von hier zur Zeit versetzt wird; denn Herr Sandmann hat ohne allen Zweifel durch sein sehr pflichttreues und unermüdliches Austreten, aber auch besonders durch sein oft recht mutvolles Einschreiten viele Streitigkeiten unter den fremden Eisenbahnarbeitern verhütet. Daher ist ihm in erster Linie die gewiß erfreuliche Thalsache zuzuschreiben, daß in fraglichem Bezirk unter den fremden, meist italienischen Arbeitern, verhältnismäßig so wenig schwere Excesse vorkamen. (N. H. V.
A Mainz, 25. Oktober. Gegen den von den sozialdemokratischen Gewerkschaften jüngst hier gegründeten Rabatt- und Konsumverein, nehmen die hiesigen Innungen wie auch derDerein selbstständigerGewerbetreibend er entschiedene Stellung. In einer gemeinsamen Sitzung beider Genossenschaften war man der einstimmigen Ansicht, daß diese neueste sozialistische Gründung nur darauf hinziele, von den hiesigen Geschäftsleuten sich zuerst durch das Rabattsystem die nötigen Gelder zu verschaffen, um später eigene Warenhäuser, Werkstätten, Bäckereien, Metzgereien und Verkaufsläden aller Art zu gründen und darin verdiente Genossen unterzubringen. Man beschloß daher in beiden Vereinigungen, mittels Energie dahin zu wirken, daß diesem neuesten Attentat auf die Mainzer kleine und mittlere Geschäftswelt, kräftig begegnet werde, d. h. die Angehörigen der einzelnen Berufsarten aufgeklärt werden, daß sie nicht selbst die Hand darbieten, ihre eigene Existenz zu vernichten.
Mainz, 25. Oktober. (Die Gutenbergfeier 1900.) Der litterarische Ausschuß für das Gutenbergfest hat sich gestern konstituiert. Herr Landgerichtsdirektor Or. Bockenhei m e r wurde zum Vorsitzenden, Her Justizrat Dr. Reinach zum stellvertretenden Vorsitzenden und Herr Dr. Ledroit zum Schriftführer gewählt. Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner berichtete über die bisher geleisteten Vorarbeiten, die zum Ressort des litterarischen Ausschusses gehören; die akademische Festschrift, an der Gelehrte aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien mitarbeiten, sowie auch die populäre Festschrift sind im Werden begriffen; auch ist die Herausgabe einer Festzeitung vorgesehen. Herr- Lehrer Schorn regte an, daß für die Kinder der Volksschule auch eine besondere Festgabe hergestellt werde; Herr Landgerichtsdirektor Dr. B0ckenheimer bemerkte, daß sich dazu die projektierte volkstümliche kleine Festschrift eigne. Herr Diozcsanarchivar Professor Dr. Falk schlug vor, mit »er Festschrift gleichzeitig die Einladung zum Gutenbergseste ergehen zu lassen. Dieser Vorschlag wird thunlichst berück- fichtlgt^werden. Es wurde sodann eine Unterkommission gewählt, die mit der Führung der laufenden Geschäfte betraut ist. Dieselbe besteht aus den oben genannten Mitgliedern des Bureaus und den Herren Rech- uungsrat Am end, Rechtsanwalt Dr. Horch, Redakteur Koepgen, Redakteur Ludwig, Professor Dr. Nies, Bürgermeistereisekrctär Schäfer, Buchdruckereibesitzer Th eher, Stadtverordneter Tiefel und Prof. Dr. Velke. DemAusschuß für die Festlichkeiten liegt es zunächst ob, Vorschläge zu machen für die außer den schon feststehenden Programmpnnkten: Fackelzug und Huldigung, akademische Feier, Festkommers rc., event. noch abzuhaltende Festlichkeiten am zweiten Tag. Der Herr Oberbürgermeister betonte in der gestrigen Sitzung ganz besonders, daß er sich bisher einer Stellungnahme hierzu enthalten habe; dieser Teil des Festes müsse aus der Bevölkerung von Mainz selbst seine Gestaltung erfahren, und die Mitglieder des Ausschusses seien zunächst berufen, nach Anhören ihres Bekannten- und Freundeskreises diesbezügliche Vorschläge zu machen. Auch hier wurde zur Vereinfachung der Vorarbeiten ein Unterausschuß gebildet, dem außer den Herren Stadtv. Ring als Vorsitzenden, Stadtv. Römheld als Stellvertreter und Rechtsanwalt Max Levy als Schriftführer, angehören die Herren Adam Allendorf sen., Stadtv. Jean Falk, Stadtv. Ger st er, Direktor Kübel, Stadtv. Dr. Ran tert, Schriftsteller Nohaschek, Pretorins jr., Konrad Sutter, Stadtv. Dr. Zuckmayer undRedakleurSteiger- »ald. Beide Unterausschüsse werden alsbald ihre Thätig- Mtit aufnehmen.
Mainz, 25. Oktober. (Oktroischmuggel.) Ein Bauer aus der Gegend von Guntersblum versuchte gestern einen Hasen in die Stadt einzuschmuggeln. Er hatte das flriste Häslein in einen Sack versteckt und als er mit dem Sack unter dem Arme den Centralbahnhof verließ, gab er toem ihn nach dem Inhalt des Sackes befragenden Oktroi- totamtex zur Antwort, der Sack sei leer. Dabei machte er
ein so dummpfiffiges Gesicht, daß der Beamte Argwohn schöpfte, sich den Sock öffnen ließ und das Häslein fand. Nun war der beabsichtigte Oktroischmuggel offenkundig und der Hase wurde konfisziert; der Bauer mußte den 15fachen Betrag des Oktrois mit 3 Mark bezahlen und bekam ein Protokoll wegen Defraudation. Weiter spielt bei der Sache noch mit, daß der Hase nicht durch einen Schuß vom Leben zum Tode befördert worden ist, sondern, daß er anscheinend beim Wildern erschlagen wurde, denn zwei Läufe waren gebrochen und am Schenkel hatte er eine große, anscheinend von einem Schlag mit einem Steine herrührende Wunde. Eine Untersuchung ist bezüglich der Fang- und Tötungsart des Hasen eingeleitet und wird sich eventuell der superkluge Bauer noch gerichtlich zu verantworten haben. Das alles wegen 20 Pfennigen, die der Hase Oktroi gekostet hätte.
A Aus Rheinhessen, 25. Oktober. Der Herbst ist in ganz Rheinhessen im vollem Gange. Allenthalben macht man die gleiche Wahrnehmung, daß das quantitative Ergebnis noch hinter den bescheidensten Erwartungen zurück steht und die Qualität des 1899er sich besser gestaltet, als man allgemein gehofft hatte.
Gerichtssaat.
Gießen, 26. Oktober. Wir haben btn in unserem Blatt«', vom 22. d. Ms., enthaltenen Bericht, über die kürzlich an hiesiger Strafkammer verbandelte Klage R. u C gegen K. dahin richtig zu stellen, daß der Beklagte persönlich im Termin nicht erschienen ist, sondern sein Verteidiger. Auch dieser erklärte nicht, es sei eine Lebensfrage für die Fablikanten, daß ihnen nicht die Arbeiter durch höhere Löhne abgenommen; sondern: es sei eine Lebensfrage für die Fabrikanten, daß ihnen nicht die Arbeiter durchVer- leitung zum Kontraktbruch abgenommen würden. Auch daS üb^r die hier verdienten Löhne der beiden kontraktbrüchigen Mädchen G-fagte, ist nicht ganz zutr.ffend, wie von unparteiischer Seite durch Einsichtnahme der Lohnlisten festgestellt würbe. Das zuerst eingetretene Mädchen verdiente nach mebrwöchentlichem Durchschnitt in der l.tzten Zeit vor ihrem Abgang Mk. 7.92 pro Woche, das zweite, 3 Monate später eingetreten, verdiente Mk. 8.59 Um dieselbe ZU betrug der Lohn eines dritten MädchenS, w.lcheS fast gleichzeitig mit dem ersten eir getreten. Mk. 9 68, dieser Lohn hat sich bis heute auf durchschnittlich Mk. 12.70 crröht. Auch die beiden ersterwähnten Mädch n standen zur Zeit des Abgangs vor einer Erhöhung ihres Akordlohnes, die stufenweise erfolgt und ihren Abschluß meist e>st im dritten Lebrjadre, mit Gewährung der für die älte en Arbeiter vorgefeh nen Lohnsätze erreicht. Sie würden nach Eintritt derselben wesentlich mehr verdient haben, wie auS obigem Beispiel ersichtlich. Aeltere Sortiererinnen verdienen bis zu Mk 14.— pro Woche.
Kunst und Wissenschaft.
Wiesbaden, 23. Oktober. Am 21. Oktober trat der fünfte Gesellschaftstag der „Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur" in Wiesbaden in der Loge Plato zusammen. Die Abteilungen waren wie folgt vertreten: Berlin durch Rechtsanwalt Dr. Dieber, Dr. Penzig, Professor Bruno Meyer, Bildhauer Reinhold, Rechtsanwalt Dr. Rothe. München durch Verlagsbuchhändler Stegmayr; Magdeburg durch Rektor Felsch; Frankfurt a.M durch Dr. Pfungst; Breslau durch Rechtsanwalt Dr. Marcuse; Ulm vertrat Eberle; Stuttgart vertrat Stamm, Hamburg-Altona hatte Professor Tönnies delegiert, Wiesbaden: Stieren, Dresden Frau Stritt. Außerdem waren als Delegierte des Hauptvorstandes Professor Döring (Vorsitzender), Redakteur Dr. Kronenberg, Landtagsabgeordneter Sänger und Jaffe. — Professor Döring erstattete den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen ist, daß die Gesellschaft bereits an 17 Orten Zweiggesellschaften besitzt. Es geschieht stets mehr für die Ausbreitung der Ideen, für welche die Gesellschaft wirkt und zwar einesteils durch Vorträge und die Presse, vor allem das Organ der Bewegung „Die ethische Kultur", andererseits durch praktische sozialethische Thätig- keit, welche meist die Begründung von Lesehallen, Volksunterhaltungen, Auskunftsstellen und ähnliche Aufgaben im Auge hat. Für die Lese- Hallen-Bewegung in Deutschland ist die deutsche Gesellschaft für ethische Kultur bahnbrechend gewesen. Die Aufgabe der Gesellschaft ist auf diesem Gebiete noch nicht erschöpft, weil noch immer vielfach Bemühungen erkennbar sind gegen die tendenzfreie Auswahl von Zeitungen aller Richtungen zum Auslegen in den Lesehallen. Dr. Förster-Zürich berichtet über den Internationalen ethischen Bund, in welchem Amerika, England, Italien, Oesterreich, die Schweiz und Deutschland vertreten sind, letzteres Land durch Geheimrat Förster-Berlin und Dr. Pfungst-Frankfurr a. M. Hieran schlossen sich Berichte der Delegierten, welche eingehend besprochen wurden Aus der Fülle der Debatten ist der Antrag Tönnies-Hamburg hervorzuheben, der sich dafür aussprach, den Namen „Verein für Sozial« eihik" an Stelle des seitherigen zu setzen Dagegen wurde geltend gemacht, daß die Sozialethik nur ein Zweig der Bestrebungen der Gesellschaft sei und daß der Name bereits zu solcher Autorität gelangt sei, daß man nicht mehr an ihm rütteln dürfe. Die Stellung der Gesellschaft zu Kirche und Schule wurde in höchst interessanten Debatten behandelt, an denen sich sämtliche Delegierten beteiligten, desgleichen fand die Frage, in welcher Weise die Propaganda intensiver betrieben werden könne, eingehende Behandlung. Es wurde darauf hingewiesen, wie bedeutsam die Wanderredner-Thätigkeit sei und daß mehr Mittel beschafft werden müßten, um sie zu fördern. Speziell wurde anerkannt, daß die Zeitschrift „Ethische Kultur" ungemein viel zur Förderung der ethischen Ideen geleistet habe und es wurde den Abteilungen dringend empfohlen, das Blatt überall zu verbreiten. Die Neuwahl des Hauptvorstandes ergab folgende Zusammenstellung : Professor Döring-Berlin 1. Vorsitzender, Justizrat Stern-Berlin 2. Vorsitzender, Rechtsanwalt Dr Rothe- Berlin i. Schriftführer, Bildhauer Rheinhold-Berlin 2. Schriftführer, Jasfö-Berlin Kassenführer und die Herren Geheimrat Kristaller-Berlin, Frau Stritt-Drcsden, Landtagsabgeordneter Sänger Frankfurt a. M., Fräulein Nacken-Wiesbaden, Dr. Bieber-Berlin, Professor Tönnies-Hamburg, Lehrer Tews-Berlin. Rechtsanwalt Marcuse-Breslau, Verlagsbuch- händler Stegmayr.München und Redakteur Dr. Kronenberg Berlin als Beisitzer. Die Wahl des Ortes für ben nächsten Gesellschaftstag wurde dem Hauptvorstand anheimgestellt. Mit dem Danke an den Vorsitzenden und die Abteilung Wiesbaden wurde der Gesellschaftstag am Montag abend geschlossen.
Berlin, 24. Oktober. Das Berliner Philharmonische Orchester wird, wie nun endgültig beschloffen ist, zur Eröffnung der Pariser Weltausstellung nach Paris gehen, um dort eine Reihe großer Konzerte zu veranstalten.
+ Münzauktion zu München. Am 13. November 1899 und folgende Tage kommt unter Leitung des Experten Otto Helbing in München die berühmte Münzsammlung des fei. H.rrn Joseph Lindner in Linz zur Versteigerung. Dieselbe enthält: 1. Eine prächtige Spezial sammlung von Münzen und Medaillen des Erzstiftes Salzburg und dessen Suffraganate. 2. Münzen und Medaillen verschiedener Länder des Mittelalters und der Neuzeit, darunter hervorragende Serien von Geprägen des Römisch-Deutschen RUches, Oesterreichs rc., sowie eine Anzahl numismatischer Bücher. Katalog ohne Tafeln gratis. Illustrierter Katalog mit 10 Tafeln (79 Nummern) Abbildungen k Mk. 5.— zu beziehen durch den Experten Otto Helbing in München, Maximiliau- stcaße 32 I I.
Der »Doktor-Ingenieur* wird zwar in den nächstbeteil'gten Kreisen freudig ausgenommen, die Männer der Praxis aber läßt er kühl bis ans Herz hinan. So versichert der Direktor einer der größten Fabrik-Gesellschaften in Deutschland, daß man in den Kreisen der Industrie dem neuen Titel keine sonderliche Bedeutung beilege: Ganz abgesehen von der sprachlichen Merkwürdigkeit — von Rechts wegen müßte
es doch wohl Doktor des Jngenieurwesens heißen — ist ein Titel für unö Industrielle durchaus gleichgiltig, bei uns entscheidet einzig und allein das Können, die Leistung. Bei den Universitäten mögen die Doktor-Prädikate einen Sinn haben, sie erklären sich hier aus der Tradition und geschichtlichen Entwickelung — bei den jungen Technischen Hochschulen entsprechen sie nicht dem modernen Zuge der Technik. Wir legen keinen Wert darauf, wo ein Ingenieur seine fachmännische Ausbildung erhalten, ob er auf der Hochschule studiert oder hospitiert, oder ob er nur das Technikum in Mittelweida besucht hat, ja wir nehmen besonders gern Männer, die etwa vor 10—15 Jahren noch an der Drehbank gestanden und sich durch eigene Kraft emporgearbeitet haben. In unserm Betriebe ist kein einziger Diplom-Ingenieur, und so viel ich weiß, auch nicht bei Krupp. Auch die beiden Männer, welche Führer waren in der Deutschen Technik, denen man vor der Hochschule ein Denkmal gesetzt hat, waren nicht Diplom-Ingenieure und haben keine Hochschule besucht Werner Siemens war Artillerie-Offizier — von größtem Nutzen wurde ihm sein späterer Socius, der „Mechaniker- Halske — und Alfred Krupp Übernahm mit 14 Jahren die bescheidene Fabrik seines Vaters, die er zu ungeahnter Blüte brachte. Wie gesagt, wir geben nichts auf den neuen Titel; höchstens wird mal öfter ein praktischer Meister sagen: Was hat der Ingenieur da wieder — zu- sammengedoklertl
Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen.
42. Woche. Vom 15. bis 21. Oktober 1899.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 29,72, nach Abzug der Ortsfremden 12,730/w.
Kinder
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene:
im
vom
1.
Lebensjahr:
2.—15. Jahr:
Lungenschwindsucht
3 (2)
2 (1)
1 (1)
—
Tuberkulose d. Knochen 1 (1)
1 (1)
—
—
Diphtheritis
2 (2)
—
—
2 (5)
Gehirnleiden
1
1
—
—
Nierenentzündung
2 (1)
2 (l)
—
Gallensteinen
1 (1)
1 (1)
—
—
Ovarialcyste
1 (1)
1 (1)
—
—
Diarrhöe
1
—
1
——
Lebensschwäche
1
—
1
—
Ertrinken
1
1
—
—
Summa:
14 (8)
9 (5)
3 (1)
2 (2)
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Limburg <t. d. Lahn, 25. Oktober. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.83 Mk., Weißer Weizen 13.- Mk., Korn 11.76 Mk, Gerste —Mk., Hafer 6.66 Mk., Erbsen Mk., Kartoffeln —Mk.
Frankfurter Börse vom 85. Oktober.
Wechsel auf New-York zu 4.191/2-201/2.
Prämien auf Kredit per ult. Oktober 0.90 / , do. per ult. Nov. 2.55 / , Diskonto Kommandit per ult. Okt. O.7O3/ , do. per ult. Nov. 2.15 /v, Lombarden per ult. Okt. 0.35%, do. per ult. Nov. 0.80 /o, do. per ult Dez. 0.00, Staatsbahn per ult. Dez. 0.00%.
Notierungen: Kreditaktien 230.00-230 40-00, Diskonto- Kommandit 191.40-00, Staatsbahn 139.40. Gotthard 142 20, Lombarden 31 90-00.00, Ungar. Goldrente 97.20, Italiener 92 40, 6proz. Mexikaner —.—, 3proz. Mixikaner 25.80, Gestern Coupons 84%» Amerik. Coupons 4.18, Privat-Diskont 5% /o bz.
1% bis 2% Uhr: Kredit 230.80-232.20, Diskonto-Kommandit 191.50-70. Staatsbahn 139.50-140, Lombarden 81.90, 3proz Mexikaner 00.00 B., 00 G.
— Bom Spiritusmarkte. Mannheim, 21. Oktober. Seit letzter Woche sind Preise von f. f. pa. Sprit 70er und 90er um eine Mark bei recht guter Frage in die Höhe gegangen. In Rohspiritus ist auch beffere Frage. Abschlüffe kamen in 9Jer Ware k Mark 32,53 Oktober-September zu stände.
— Vom Zuckermarkt. Mannheim, 24. Oktober. Die Ernteaussichten haben sich infolge des trockenen Herbstwetters wesentlich gebessert Die Schätzungen, welche bis jetzt vorliegen, stellen sich zu den faktischen Erträgen letzter Ernte wie folgt:
Centralblatt
Wirkl. Ertrag
Gieseker
für die
nach Licht
Zuckerindustrie
1898/99
Deutschland
1,830,000 Tons
1,900,000
1,725,000
Oesterreich
1,015,000
1,100,000
1,050,000
Frankreich
910,000
930,000
830,020
Rußland
880,000
900,000
795,000
220,000
Belgien
230,000
230,000
Holland
170,000
160,000
150,000
Andere Länder
215,000
■
225,000
160,000
5,250,000 Tons 5,445,000 Ts. 4,930,000 Ts.
Gegenüber den geringen Wcltbeständen und der erfahrungsmäßig fortschreitenden Verbrauchszunahme haben diese Zahlen durchaus nichts Beängstigendes, zumal bei dem jetzigen Preisstande. Die Gesamtlage des Artikels ist völlig gesund, und die Chancen für bessere Preise im Laufe der Kampagne sind gut.
Zahlungseinstellungen.
Konkurseröffnungen: Klempner Gustav Kotz, Belgard a. Pers.; Deutsche Torfbrikettfabrik, Berlin; Kaufmann Richard Peters, Derenburg (Blankenburg a. H.); Kaufmann Hans Kassel, Bromberg; Baumeinter Johannes Sammler, Crimmitschau; Kleinhändler Theodor Friedhoff, Kirchhellen (Dorsten); Photograph Fritz Justen, Duisburg: Materialwaronhändler Anton Oswald Unger, Schönheide (Eibenstock); Thekla Albrecht, Elbing; Restaurateur Richard Jurich, Frankfurt a. 0.; Kaufmann Johannes Schneider, Freiberg; Metzger Georg Kenne, Nufringen (Herrenberg); Metzger Franz Scherrer, Berg (Kandel, Pfalz); Fuhrunternehmer Ludwig August Oberacker, Karlsruhe; Bierverlegcr Eduard Urban, Antonienbütto (Kattowitz); Gastwirt Theodor Plaubel, Königswinter: Witwe Karl Bürger, Ramsbeck (Meschede); Töpfer Ernst Fehlende, Neustadt i. M.; Waldschützenwitwe Friederike Ost, Rendern (Nürtingen); Kornhändler Heinrich Asmussen, Oldenburg i. H ; Schankwirt Josef Dahmen, Paderborn; Bäcker Ferdinand Grosse, Remscheid; Kaufmann Max Rosenthal (Simonsohn & Co. Nacbf) Rixdorf; Kaufmann W. Trinne, Seehausen i. A.; Gasthausbesitzerin Albine Loch, Mikultnkütz (Tarnowitz); Maler Rudolf Sultz, Thorn; Kaufmannsfrau Augusto Schulz, Tilsit; Mühlenbesitzer Aug. Ohlendorf, Bohlsen (Uelzen); Schiefer 4 St rn, Winnenden (Waiblingen); Putzmacherin Maria Recke, Welda.
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Kunst-Ausstellung. ausstell ung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 biß 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.


