erlangen hoffte. Nein, gewiß, er wird nicht nach Frankreich kommen!"
Berlin, 25. Juli. „Ich hasse den Fiskus!" soll der Kaiser jüngst nach einer aus unansechtbarer Quelle kommenden Meldung der „M. A. Ztg." geäußert haben. Ich hasse den Fiskus wegen der Uebertreibung der Fis- kalität. Der übertriebenen Fiskalität, die sich jetzt noch bei jeder Gelegenheit Geltung zu schaffen versuche, werde der Krieg bis aufs Messer erklärt werden. Tausend und abertausend von sozialdemokratischen Wählerstimmen kostet das Regiment des Fiskus der Nation in jedem Jahre. Die gesegnete Zeit der Oberrechnungskammer und anderer Instanzen in dem einen und anderen Staatsdepartement soll in keiner Weise verkleinert werden, in unser Zeitalter paßt es aber nicht, daß der Fiskus tausende und abertausende von „Beamten", die sich als Herrscher fühlen, damit beschäftigt, nachzuspüren, ob irgend eine Mark oder noch weniger von einem Steuerzahler zu wenig entrichtet worden sein möchte. Wie aber der Kaiser ein abgesagter Feind aller Fiskalität am unrechten Ort ist, so widerstrebt er auch aller Geheimnisthuerei, namentlich wenn es sich um seine Entschließungen handelt. Sofern ein Staatsinteresse dagegen spricht, daß die Oeffentlichkeit rechtzeitig informiert wird, läßt es sich erklären, wenn die betreffenden Stellen ihre Weisheit unter Verschluß behalten. Sofern aber ein solches Interesse nicht in Frage kommt, möge immerhin prompt mit der Thatsache gerechnet werden, daß unsere Zeit im Zeichen des Verkehrs steht. Das erste Gesetz, welches mit dem unseligen bureaukratischen Zopf bricht, die neue Jnvalidenversicherungsnovelle, hat jetzt die Allerhöchste Sanktion erhalten. Sie fängt an, die Ringmauer zu durchbrechen, welche den einzelnen Arbeiter bisher verhinderte, sein Anliegen Persönlich an der zuständigen Stelle zu vertreten. Wir werden auch im Gerichtsverfahren noch dahin kommen, daß die Schlagbäume fallen, welche zugunsten der Advokaten errichtet wurden. Das Wort von der hassenswerten Fiskalität wird wie ein Kampfruf ausgenommen werden und noch lange in unserem politischen Leben nachtönen. Es wird ein tausendfaches Echo wecken; denn der Entrüstung gegen die Fiskalität hat sich viel in unserem Volke aufgespeichert, in Steuersachen, in Eisenbahnangelegenheiten und nicht zuletzt in Gerichtssachen. War es nicht himmelschreiend, was jüngst die Berliner Zeitungen aus Moabit melden mußten. Eine Frau wird zwangsweise von Nürnberg nach Berlin geschafft, um abgeurteilt zu werden. Sobald sie abgeurteilt ist, sagt der Fiskus zu der völlig mittellosen Frau: Nun siehe Du zu, wie du wieder nach Nürnberg zu Deinen Kindern kommst. Du hast keinen Pfennig Geld in der Tasche, kennst hier keinen Menschen, hast keine Ahnung von hiesigen Verhältnissen, hungerst, sehnst Dich nach Deinen Kindern; aber das ist mir alles ganz egal. Ich kümmere mich um Dich erst wieder, wenn Du die Strafthat, die Du notwenigerweise nunmehr begehen mußt, begangen hast. Ich habe Dich zwangsweise aus Deinen Verhältnissen geriffen, alles weitere geht mich nichts an. Für das Nachhauseschaffen habe ich kein Geld." Das ist eine einfache Rohheit, die jedes christliche und menschliche Gefühl beleidigt. Das läuft auf eine Verhöhnung der Gerechtigkeit hinaus, denn es bedeutet nichts anderes, als zur Sühne des einen Vergehens die Schuldige in ein Verbrechen mit bewußter Absicht treiben. So etwas macht Tausende irre an der Gerechtigkeit und Vernünftigkeit unserer Verhältnisse und schafft im Handumdrehen mehr Unzufriedene als irgend ein verpfuschtes Gesetz. Es ist aber eine echte Blüte verknöcherter Fiskalität. Wenn gegen diese Auswüchse der Kaiser dem Kampf aufnehmen will, so wird ihm ganz Deutschland mit einem aus tiefen Herzen kommenden Glückauf beistimmen. T. R.
Ausland.
Meran, 25. Juli. Bei der Fahrt zum Schneeberge im Passeier verunglückten auf der Bergwerks-Seilbahn sechs Touristen infolge Seilbruches. Ein Tourist aus Frankfurt ist tot, zwei schwer verwundet.
Paris, 25. Juli. Der Ministerrat beschloß die strafweise Versetzung Pellieux nach Quimper. Hauptmann Guyot erhielt 60 Tage strengen Arrest.
Rennes, 25. Juli. Der Vorsitzende des Kriegsgerichts wies beim Empfange Beaurepaires dessen Verlangen zurück, seine Untersuchungsakten zu Prüfen.
Rennes, 25. Juli. Hier werden augenblicklich die letzten Arbeiten zur Instandsetzung des Saales, in welchem das Kriegsgericht zusammentreten soll, erledigt. Die Verbindung der verschiedenen öffentlichen Gebäude: Präfektur, Kaserne, Gendarmerie u. s. w. unter einander ist bereits hergeftellt. Alle auf Urlaub befindlichen Offiziere müssen bis zum 4. August in die Garnison zurückgekehrt sein.
Niederlande. Die Arbeiten der Friedenskonferenz sind am Montag bis zur vorläufigen Feststellung des Schlußprotokolls gediehen, über das die nachfolgenden Einzelheiten bekannt werden. Im Eingang findet sich der Hinweis, daß die Konferenz dem hochherzigen Beginnen des Zaren entsprungen und auf Einladung 'der holländischen Negierung zusammengetreten ist. Dann folgen die Namen der auf dem Kongresse vertretenen Staaten in alphabetischer Reihenfolge, so daß Deutschland (Allemagne) an Oer Spitze steht, und ihrer Bevollmächtigten. Diese Herren erteilen sich alsdann selbst das Lob, sich mit vielem Fleiß und großer Hingabe ihrer segensreichen Aufgabe gewidmet zu haben. Dabei haben sie drei Verträge (conventions) zu stände gebracht, deren erster der friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten dient, während der zweite einen Kodex des gesamten Kriegsrechts aufstellt und der letzte die Ausdehnung der Genfer Konventiou auf den Seekrieg bringt: Außerdem sind noch drei als „Deklarationen" bezeichnete Verträge abgeschlossen worden, welche die bekannten von der ersten Kommission aufgestellten Ver
bote des Werfens von Explosivstoffen aus Luftballons, der Verwendung von Bomben mit betäubenden oder tötlichen Gasen und des Gebrauches von Dum-Dum-artigen Ge- schoffen enthalten. Hieran schließen sich die von der Konferenz einstimmig zum Ausdruck gebrachten Wünsche, als erster die platonische an die Adresse des Zaren gerichtete Erklärung, daß eine Verminderung der Militärlast im Interesse der Völker im höchsten Maße wünschenswert sei; weiter die Wünsche, die Feststellung der Stellung der Neutralen und die Abänderung des Genfer Übereinkommens für den Landkrieg zum Gegenstand der Behandlung einer späteren Konferenz gemacht zu sehen, und die Aufforderung an die Regierungen, die Gewehrfrage mit Ausschluß der Annahme eines besseren Typus für eine bestimmte Zeit zum Gegenstand eines eingehenden Studiums zum Zwecke darauf zu bauender internationaler Verhandlungen zu machen. Zum Schluß kommen noch zwei Wünsche, die keiner einmütigen Zustimmung begegnet sind, nämlich die Fragen des Schutzes von Privateigentum im Seekrieg und des Bombardements von Küstenstädten durch Kriegsschiffe, deren Regelung gleichfalls einer späteren Konferenz Vorbehalten wird. Die Aussichten eines Zustandekommens einer solchen werden sehr verschieden beurteilt; dem „einmal und nicht wieder" der einen Seite steht die von anderer Seite geäußerte Zuversicht gegenüber, daß man sich in fünf Jahren wieder versammeln, am Ende gar schon nächstes Jahr nichtamtlich in Paris zusammentreten werde. Die Unterzeichnung des Schlußprotokolls, die ja durchaus unverbindlicher Natur ist, wird anstandslos durch alle Delegierten erfolgen, dagegen wird die Ratifikation der einzelnen Verträge wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Heute (Dienstag) tritt zum letztenmal die Schiedsgerichts-Kommission zusammen. Die Konferenz als solche wird wahrscheinlich am nächsten Samstag oder Sonntag ihren Abschluß finden.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, den 26. Juli 1899.
•* Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 8. Juli dem Pfarrer und Vorsitzenden des Kirchenvorstandes der reformierten Gemeinde, Friedrich Jllert zu Neu-Isenburg, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Bürgermeister Jakob Pons zu Neu-Isenburg das silberne Kreuz desselben Ordens zum 24. I. M. zu verleihen.
*• Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 24. Juli dem Generalmajor und Kommandeur der 85. Infanterie-Brigade, v. Weiher, seither Kommandeur des 4. Großh. Infanterie-Regiments (Prinz Karl) Nr. 118, das Komturkreuz 2. Klaffe, und dem Obersten und Kommandeur des Infanterie-Regiments Graf Bose (1. Thür.) Nr. 31, v. Dersch au, seither beim Stabe des 3. Großh. Infanterie-Regiments (Leibregiments) Nr. 117, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, — ferner dem Direktor des städtischen Krankenhauses zu Charlottenburg, Professor Dr. Fritz Bessel- Hagen, das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens zu verleihen geruht.
*’ Aus dem Gerichtsdienst. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz ist der Großherzogl. Gerichsassessor Dr. Mahr in Darmstadt vom 1. k. Mts. an mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Staatsanwalts am Großh. Landgericht der Provinz Starkenburg beauftragt worden.
** Festkommers. Der zur Feier des fünfzigjährigen Dozentenjubiläums des Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Eckhard gestern abend in Steins Garten arrangierte Festkommers nahm einen großartigen Verlauf. Von nah und fern waren ehemalige Schüler des Jubilars herbeigeeilt, um mit der gesamten Studentenschaft den Ehrentag dieses an Jahren, Arbeit und Erfolg reichen Lebens zu begehen. Unter den Reden des offiziellen Teils ragte besonders die zu Herzen gehende Ansprache des Jubilars hervor. Einen tiefen Eindruck machte es, als er seiner ersten Schüler gedachte, „die schon lange unter der Erde liegen", als er an den Zauber erinnerte, der ihn berühre bei dem Gedanken, seit dem Ringen der modernen Wissenschaft um Anerkennung mitten im Kampfe gestanden zu haben. Markig waren auch die Worte des Rektors Professor Dr. Löhlein, der Natur, Fleiß und Freude an der Jugend als die Dinge pries, denen der Gefeierte seine Frische verdanke. — Der nichtoffizielle Teil verlief unter der bewährten Leitung des Professors Dr. Frank mit Bier- und anderen Reden in überaus feuchtfröhlicher Weise.
** Die Gießener Ruder-Regatta am kommenden Sonntag, dem 30. Juli verspricht in allen ihren Teilen eine höchst gelungene zu werden. Allabendlich herrscht ein reges Leben auf dem Wasser am Bootshaus. Neben den bewährten Senioren, die schon manchen Erfolg aufzuweisen haben, arbeiten fleißig die zu den schönsten Hoffnungen berechtigten Junioren; besonderes Interesse erregt auch der seit kurzer Zeit bestehende Akademische Vierer, der ausschließlich mit Söhnen unserer alma mater bemannt ist. Alle Mannschaften sind gleichmäßig bemüht, durch Kraft, Geschick, Ausdauer und Intelligenz kleine Vorteile über den Gegner zu erringen; denn mehr, wie bei anderen Sports handelt es sich bei den Regatten darum, jede Sekunde weise auszunutzen. Tapfere und bewährte Gegner werden am Sonntag am Start erscheinen, neben alten bewährten Freunden haben sich diesmal neue aus weiter Ferne gemeldet, die sich nicht erst ihre Sporen in Gießen zu verdienen haben. Gießen hat allerorts einen guten Ruf als Feststadt, alles kommt gern nach hier. Heiße, aber hoch interessante Kämpfe sind daher zu erwarten, und jeder, der noch etwas Sinn hat für männliche Kraft und Geschicklichkeit muß und wird seine helle Freude darüber haben, was ihm am Sonntag geboten
werden wird. Hoffentlich macht das Wetter zur Regatta- ein freundliches Gesicht, das Wasser unter den Booten reicht zum Erfolg vollständig aus.
*• Die Einweihung der neuen Synagoge. (Fortsetzung). Laut Programm fand am Samstag dem 22. Juli morgens der Fe st gottes dienst statt, der sich zu einer erhebenden Feier gestaltete. Was ihm eine besonders verschönende und getragene Weihe gab, war sein Mittelpunkt, die Fest- predigt, die nicht nur durch die machtvolle Beredsamkeit des Herrn Provinzial-Rabbiners Dr. Hirschfeld zündete, sondern vor allem durch die Fülle und Tiefe der gediegensten Gedanken überzeugend hinriß; dann aber vor allem auch der von Herrn Cantor Klein ausgezeichnet geschulte Synagogenchor, der sich bei seinem Bortrage recht schwerer Kompositionen bereits am vergangenen Tage so vorzüglich bewährt hatte. Nachmittags fand man sich auf Tcxtors Terrasse und abends im Hotel „Großherzog von Hessen" zu geselliger Unterhaltung ein. Das Festbankett am Mittag des folgenden Tages vereinigte eine stattliche Anzahl von Teilnehmern, die durch den Präses des Vorstandes der israel. Religionsgesellschaft, Herrn Bankier Grünewald, begrüßt und willkommen geheißen wurden. Den Reigen der Toaste eröffnete kurz nach Beginn der Tafel, Herr Provinzial-Rabbiner Dr. Hirschfeld mit Worten, die begeistert und begeisternd Dank Sr. König!. Hoheit dem. Großherzoge zollten für die so mannigfachen Beweise seines Wohlwollens, die er der israel. Religionsgesellschaft gegeben, und mit diesem Ausdrucke des Dankes, den der Hingebung an das angestammte Fürstenhaus verbanden, dem mit unumwandelbarer Treue anzuhangen, direkte und eindringlichste Verpflichtung des jüdischen Religionsgesetzes sei. Dem Hochrufe, in den alle enthusiastisch einstimmten, schloß sich die Königshymne an, die von der Regimentskapelle vorgetragen, und stehend von den Festteilnehmern begleitet wurde. Alsdann wurde das Huldigungstelegramm verlesen, das an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog abgesandt wurde. — Herr Generalagent Fröhlich feierte hierauf die Verdienste des Herrn Provinzial-Rabbiners um die Hebung und Förderung der religiösen Interessen der Gemeinde im allgemeinen, wie vor allem auch als geistigen Schöpfers der neuen Synagoge. — Herr Austerlitz gedachte in zu Herzen gehenden Worten des leider zu früh dahingeschiedenen 1. Vorstehers, Herrn Aron Marcus, zu dessen Ehrung sich alle von ihren Plätzen erhoben, und pries die jetzigen Herren des Vorstandes als diejenigen, die mit ernstem Streben und Wollen von vornherein ihrem Vorgänger gefolgt seien und mit so vieler Betriebsamkeit beigetragen haben zum synagogalen Neubau. — Der 2. Vorstand, Herr Sigmund Rosenbaum, toastete auf die Mitglieder der Religionsgesellschaft, ohne deren Mitwirkung das Werk natürlich nicht hätte verwirklicht werden können und hob noch einmal Herrn Dr. Hirschfeld rühmlichst hervor. Er verlas hierauf die bis zur Stunde eingelaufenen Telegramme und Briefe, unter diesen solche vom Herrn Oberbürgermeister Gnauth, von verschiedenen Mitgliedern des Stadtverordneten- Kollegiums, von der israel. Religionsgemeinde, der israel. Religionsgesellschaft Frankfurt a. M. und von vielen Rabbinern und privaten Gönnern. — Dem Frauenverein „Einigkeit" sprach Anerkennung und Dank für den so geschmackvollen, der heiligen Lade gespendeten Vorhang Herr Bankier Grünewald aus. — Herr Karl Klebe hob hervor, daß zunächst auch die Frauen durch Aneiferung und thätige Mithilfe beigesteuert zur Erreichung des gesteckten Zieles, dann aber ja zur Verschönerung des Festes in so hervorragendem Maße beigetragen und beitrügen. — Herrn Lehrer Klein wurde gebührender Preis für das schon bis zu diesem Zeitpunkte Geleistete durch den ersten Vorstand, Herrn Grünewald, zuteil. — Herr canä. phil Salomon Bamberger sprach von der Bedeutung der Religionsgesellschaft am hiesigen Platze im allgemeinen, insofern sie alle die Institutionen repräsentiere, die für ein wahrhaft jüdisches Gemeindewesen unerläßlich seien. Nachdem dann noch Herr cand. phil. Bernhard Hamburger das Bild einer größeren und glänzenderen Zukunft entrollte, die aus dieser Gegenwart ersprießen könne und müsse, die jene im Prinzipe ja schon in ihrem Schoße trüge, gab Herr cand. ehern. Epstein in einer trefflichen hebräischen Ansprache Gefühlen innigster Mitfreude Ausdruck über die Thatsache, daß auch in Ländern und Gegenden, über die man nicht überall in dieser Beziehung optimistische Hoffnungen hege, der Pessimismus Lüge gestraft werde durch. Ereignisse von vorliegender Art. — Damit endigte in vorgerückter Nachmittagsstunde das Bankett. — Die Theaterfeier am Abende hatte ein sehr zahlreiches Publikum herbeigelockt, das es denn auch nicht bereute, gekommen zu fein. Sämtliche Mädchen- und Knabenstücke wurden einfach meisterhaft gespielt, und eines Lobes und einer Anerkennung waren alle über die gelungenen Ausführungen, zwischen deren erstem und zweitem Teile lebende Bilder ausgezeichnet dargestellt wurden. Herr Samuel Rosenbaum verstand es denn, aber auch, in Worten, die allen aus der Seele gesprochen waren, dem Dirigenten, Herrn Lehrer Klein, der die Einschulung und Leitung der Schülerdramen unternommen und so glücklich durchgeführt hatte, die ganze Fülle der Anerkennung zu spenden, die er verdient, und überreichte sodann einen von den Mitgliedern der Religionsgesellschast Herrn Lehrer klein als ein Zeichen der Dankbarkeit, gespendeten, schweren silbernen Pokal. Herr Klein dankte gerührt für die schöne Ehrung und betonte, wie vor allem ja Dank den mitwirkenden Mädchen und Knaben und deren Eltern gebühre, die diesen und damit ihm so hilfreich zur Seite gestanden. — Um die Mii e Nachtstunde schloß hiernit die theatralische Feier, und balo ertönten die ersten Klänge, die zum Schlnßpunkte des Programms, zum Balle, luden, dessen rauschende Akkorde erst der Helle Tag verstummen ließ. — Möge die Feier zu Ehren unserer Synagoge, die ein Wirklichkeit gewordener Meistergedanke des Herrn Architekten. L. Seuling eben durch ihre schmuckvolle Einfachheit ist.


