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Dienstag dm 27. Juni
Erstes Blatt.
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Vktlag des Gießener Anzeigers.
das 14. Armee-Korps statt.
Berlin, 24. Juni. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Kiel: Der Kaiser ließ gestern abend auf allen Kriegs-
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Giefzen
Bekanntmachung.
yetfa: Das Droschkenfuhrwesen während des Schützenfestes.
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(Anverleibung der Karolinen-Inseln in den deutschen Kolonieen- besitz bekannt geben, worauf die Besatzung em dreimaliges Hoch auf den Kaiser ausbrachte.
Berlin, 24. Juni. Das Abgeordnetenhaus hat heute den Gesetzentwurf betreffend die Versetzung richterlicher Beamten in den Ruhestand in dritter Lesung angenommen, ebenso den Nachtragsetat sowie die Novelle zum Gesetz betreffend die Verteilung der öffentlichen Lasten bet Grundstücks-Teilungen und Neu-Ansiedelungen. Debattelos wurde der Antrag von Plettenberg betreffend Jagd auf eigenen aber in verschiedenen Gemeinde-Bezirken belegenen Grundstücksteilen in dritter Lesung angenommen. Das Karfreitags- Gesetz wurde in der Fassung des konservativen Antrages, wonach der Karfreitag die Geltung eines bürgerlichen allgemeinen Feiertages habe und nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung die jetzt bestehende Werktags- Thätigkeit nicht verboten werden soll, es sei denn, daß es
2. Zeit-Fahrten.
Eine Stunde in der Stadt
eine bis zwei Personen . . 2,50 Mk.
drei bis vier Personen . . 3,00 „
Jede weitere Viertelstunde ohne Rücksicht auf die Zahl der Fahrgäste 50 Pfg. . ,
Jede angebrochene Viertelstunde wird für voll berechnet.
Fahrten nach auswärts unterliegen besonderer Vereinbarung. . „ „
Von abends 10 Uhr ab tritt eine Erhöhung von 50 Prozent für alle Fahrten ein.
Alle Droschken sind zwelspännig.
Für Breaks beträgt der Preis einer Fahrt vom Bahn- Hof nach dem Festplatz oder umgekehrt 40 Pfg. für die Person.
Gießen, den 21. Juni 1899.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Muhl.
Deutsches Reich.
Berlin, 24. Juni. Die Paradetage während der diesjährigen Kaisermanöver sind wie folgt festgesetzt: Am 4 September findet bei Straßburg im Elsaß Parade über das 15. Armee-Korps, am 7. September bei Stuttgart über das 13. und am 8. September bei Karlsruhe über
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Ausland.
Paris, 25. Juni. Unter dem Vorsitz Loubets hat der erste Ministerrat des neuen Kabinetts stattgefunden, in dem die Grundgedanken der am Montag der Kammer mit- ruteilenden ministeriellen Erklärung festgelegt wurden. Die Erklärung wird dem Vernehmen nach sehr kurz sem und hervorheben, daß das Kabinett sich insbesondere zu dem rrweck gebildet hat, um die republikanischen Institutionen zu verteidigen. — Waldeck-Rousseau teilte mit, daß er an die Präfekten ein Rundschreiben richten wolle, in bem er ihnen die größte Unparteilichkeit in politischer Hinsicht gebietet und ihnen rät, jeden Zwischenfall, der geeignet sei, die öffentliche Ruhe zu stören, und das regelmäßige Funktionieren der republikanischen Regierung zu schädigen, mederzuhalten. Gallifet teilte mit, er wolle ein Rundschreiben an.die Generale richten, in dem diese aufgefordert werden, die Militärs aller Grade an die absolute Achtung vor der Disziplin zu erinnern. Außerdem richtet der Kriegsminister an die kommandierenden Generale folgendes Rundschreiben:
Zu meinem großen Bedauern habe ich aus meiner Zurückgezogenheit heraustreten müssen, um gegenüber dem Lande und der Regierung der Republik die Verantwortlichkeit für die Armee zu übernehmen und ich empfinde hierüber großen Stolz durchaus keinen Schrecken. Ich bitte Sie, nicht zu vergessen, daß ich für die Führer der Armee die Verantwortung trage, wie diese mir gegenüber mit ihrer Person für alles haften, was sich innerhalb ihres Wirkungskreises ereignet. Ich zähle also auf Sie, wie Sie auf mich rechnen , können, gez. Gallifet. - Der Ministerrat beschloß ferner i auf Antrag Gallifets, mehrere höhere Offiziere, welche sich an Kundgebungen beteiligten, die mit der Disziplin unvereinbar seien, zu versetzen. Von den übrigen Maßregelungen, die die Dreyfuspresse gestern in Aussicht stellte, verlautet noch nichts; nur in der Besetzung der Pariser Polizeipra- fektur ist eine Aenderung eingetreten; Blanc, ihr bisheriger Inhaber, wurde zum Staatsrat ernannt und durch Löpine ersetzt. Im übrigen hat die Zusammensetzung des Kabinetts zu einigen Spaltungen in den politischen Parteien geführt. Infolge des Eintritts Gallifets in das Ministerium haben sich 15 Mitglieder der sozialistischen Gruppe abgespalten und eine neue Gruppe gebildet. Die fortschrittlichen Republikaner haben sich unter Mölmes Vorsitz versammelt, aber noch keinen Beschluß gefaßt; voraussichtlich wird aber
Ui Grund der § 37 der Gewerbe-Ordnung und des 9rt« der Städte-Ordnung wird für die Dauer des in MGn vom 2. bis 9. Juli l. I. stattfindenden 17 Ver- ießens des Bad. Landes-Schützenverems, des Pfalz. iniU'Niittelrhein. Schützenbundes bezüglich des Droschken- fahMciis das nachstehende bestimmt:
1. Die Aufstellung von Droschken und deren Derwen- duli>lwüihrend des Schützenfestes ist nur denjenigen Personen €efMt, welche ihr Vorhaben bei dem Großh.
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Fahrens kundig und gut beleumundet ist, er mutz sauM und anständig gekleidet, sein Gefährt rein sem und halä iiini Fahrgast gegenüber ein höfliches und anständiges Beöckmm zu beobachten.
3. Die Droschken müssen mit zwei gesunden kräftigen -Bf(Hin bespannt, solid gebaut, mindestens viersitzig, ge- vobW von innen zu öffnen und mit Laternen versehen sem.
1 In jeder Droschke ist der von Großh. Polizeiamte Glich- speziell für die Tage des Schützenfestes s-stgch-tztt Taünij auzubringen.
tat Tarif muß den Stempel des Großh. Mizemmts GiSch«, sowie den von dieser Behörde beigesetzten Namen be£ii Äschers enthalten. .
5 Die Droschken haben stets m kurzem Trab und re ch? zu fahren. Peitschenknallen ist verboten.
M Mitnehmen dritter Personen ist nur mit Zu- stiÄniiW der Fahrenden gestattet.
sich um öffentliche oder geräuschvolle Arbeiten m derNahe, von dem Gottesdienst gewidmeten Gebäuden Dudelt, angenommen. Hierauf wurden noch Petitionen erledigt. Nächste Sitzung Montag. Tagesordnung: Ausfuhrungs- gesetz zum bürgerlichen Gesetzbuch und zur Straf-Proz ß- Ordnmig^ ufe. König von Sachsen traf Samstag um 10 Uhr 40 Minuten in Stettin em und wurde auf dem Bahnhofe von dem kommandierenden General des 2. Armeekorps, General der Kavallerie v. Langenbeck. dem Divisionskommandeur Generalleutnant v.^Janson, dem Staatssekretär des Reichs - Marineamts, ^taatdmtnifter Kontre-Admiral von Tirpitz sowie dem Polizei-Direktor Schrötter und den Spitzen der Zivilbehörden emp^seu. Vom Bahnhofe aus fuhr der König, von emer Schwadron des Kürassier-Regiments Königin (Pommer sch es) Nr. 2 begleitet, durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt nack der Werft des „Vulkan" in Bredow. Der König übertrug den Taufakt des für den ..Norddeutschen Lloyd" in Bremen erbauten Reichspostdampfers ..König Albert der Gemahlin des fächsischen Gesandten m Berlin Gräfin v. Hohenthal und Bergen und sprach vorher folgendei Worte• „Es gereicht mir zur besonderen Freude, dem aus der^Werft der Gesellschaft „Vulkan" hervorgegangenen neuesten Dampfer in dem Augenblicke, wo er dem Elemente übergeben werden soll, auf welchem sich der Weltverkehr vollzieht, den ersten
I Geleitarutz mit auf den Weg geben zu können. Möge ^eses^hervorragende Produkt' deutscher Schiffsbaukunst « den Dienst derjenigen Gesellschaft gestellt welche-durch Ve^ mittlung des Verkehrs nach allen Weltteilen so erheblich zur wirtschaftlichen Stärkung des deutschen Volkes beige- ! tragen hat, zur weiteren Förderung und Belebung der internationalen Beziehungen nutzbringende Verwendung finden. Gern gebe ich dem Wunsche statt, daß dieses Schiff m Zukunft meinen Namen führen soll. Möge es glücklich ausfahren und allezeit glücklich heimkehren " Nach beendigtem Taufakt bestieg der König den an der Werft liegenden I Dampfer „Germania" und fuhr um 12 Uhr nach Hermgs- I darf.
Die Bezahlung geschieht an den Kutscher gemäß Tarif ÜDT 6.Ct$te Aufstellungsplätze von Droschken werden bestimmt:
a. Hauptbahnhof;
b. Südanlage an der Lesehalle;
c. Marktplatz;
d. Ludwigsplatz; o
e. Platz zwischen Neue Kaserne und Schutzenhaus.
Bei der Aufstellung haben sich die später onfahrenden Droschken je nach der Zeit ihres Eintreffens auf dem Platz hinter der zuerst am Platz befindlichen anzureihen.
7. Zuwiderhandlung gegen diese Besümmungen oder nachstehenden Tarif zieht den Verlust des Rechtes zur Ausübung des Gewerbebetriebes nach sich.
8. Für die Benutzung von Lohnfuhrwerk gut der nachfolgende
Droschkeu'Taris
für die Dauer des Schützenfestes in Gießen vom 2. bis 9. Juli 1899.
1. S'treckenfährten.
Für eine Fahrt vom Bahnhof nach dem Fest- platz oder umgekehrt:
eine bis zwei Personen . .
drei Personen 2,00
vier Personen 2,50
jede weitere Person 30 Pfg. mehr.
Für eine Fahrt vomBahnhof nach irgend einem
Punkte der Stadt
eine Person 9,80 Mk.
zwei Personen »
drei Personen "
vier Personen 2,00 „
jede weitere Person 20 Pfg.
Für eine Fahrt vornFestplatz nach irgend einem Punkte der Stadt gelten dieselben Sätze.
Bekanntmachung, AmttMage des Großherzoglichen Kreisamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird
Samstag den 1. Juli 1899, von vormittags 9 Uhr an, einem«mtStag im Rathause zu Grünberg abhalten und wir lüden Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgerichts-Bezirken Gri'WeW, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige AnliiUN in diesem Termine vorzubringen.
Sittßen, den 24. Juni 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
Gießen, den 24. Juni 1899.
Betitn: Wie vorher.
D:Ä Grohherzogliche Kreisamt Gießen ettii He Gr. Bürgermeistereien der in den Amts- eiMSbezirken Grünberg. Homberg und Lanbach gdcfgenen Gemeinden des Kreises Gießen.
Erstehende Bekanntmachung wallen Sie auf ortsübliche Wem« wir öffentlichen Kenntnis bringen lassen.
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