Ausgabe 
27.6.1899 Drittes Blatt
 
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Bekanntmachung, betr.: Jnvaliditäts- und Altersversicherung; insbesondere die An- und Ab­meldung der sogenannten Lauffrauen.

Nach Anordnung des Vorstandes der Jnvaliditäts' und AlterSver ficherunasanstalt Gr Hessen zu Darmstadt find die sogenannten Laus- oder Mouatsfraueu und Lausmädcheu nicht al» unständige, sondern als ständige Arbeiterinnen zu betrachten, weil sie in einem regel­mäßigen Ärbeitsverhällnis zu einem oder mehreren Arbeitgebern stehen.

Die Meldepflicht auf Grund des § 112 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1889 und der Gr. Heff. Verordnung vom 30. September 1890 erstreckt sich somit auch auf die vorbezeichneten Versicherten.

Wenn eine Person von mehreren Arbeitgebern beschäftigt wird, so ist jeder derselben zur Anmeldung verpflichtet; sür die Beiträge sind sie solidarisch haftbar. Die Beiträge laffen wir bei demjenigen Arbeitgeber erheben, welcher den höchsten Lohn zahlt.

Die Arbeitgeber haben dann die Beitragsleisiung unter sich zu regeln; kommt eine Einigung hierbei nicht zu Stande, so ist zunächst unsere Ver­mittelung in Anspruch zu nehmen.

Die An- und Abmeldung hat binnen 3 Tagen nach Beginn oder Beendigung des Arbeit« Verhältnisses schriftlich auf dem hierfür ein- geführten Formular dnrch den Arbeitgeber zu erfolge«.

Versicherungspflicht liegt nur dann vor, wenn der Lohn einschließlich etwa verabreichter Kost welche anzuschlagen ist, ein Drittel des ortsüblichen Tagelohns (110 Mk. jährlich) erreicht, oder wenn neben diesem Laufdienst noch andere Lohnarbeit verrichtet wird.

Es werden hiernach alle Diejenigen, welche ein Lausmädchen oder eine Lauffrau beschäftigen, aufgefordert, dieselben bei Meldung von Strafe sofort bei uns anzumelden, wobei wir noch ausdrücklich bemerken, daß die Verwendung der Beitragsmarken für diese Versicherten von jetzt ab nur noch durch uns erfolgen kann und daß Marken, welche von dem Arbeit­geber oder dem Versicherten selbst verwendet werden, keine Giltigkeit haben.

Gießen, den 15. Juni 1899.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff. 4816

Arbeits - Versteigerung.

Nächsten Mittwoch, den 28. Juni, nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem Rathause zu Henchel- heim nachstehende Arbeiten und Lieferungen versteigert werden:

veranschlagt zu

1. Erd-u. Chaussierung«, arbeiten 418,10^

2. Liefern von Grund­bausteinen 88, n

3. Liefern vonDeckäeinen 186,

4. Liefern von Pflaster­steinen 501,

5. Beifuhr dieser Steine 431,90

6. Pflasterarbeiten(Hand- arbeit) 169,80

7. Sandlieferung 140, M

8. Steinsetzen 46,45

9. Liefern und Legen von Zementröhren 369,60

10. Maurerarbeiten 119,21 ,,

Gießen, 23. Juni 1899.

I. A.: Rohrer, 4892

Kreisstraßenmeister.

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Dienstag den 4. Ni I.

nachmittags 2 Uhr, versteigere ick gegen Barzahlung:

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Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. 4905 Born, Gerichtsvollzieher.

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