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* Hans Thoma und feil Scheidei voi Frankfurt. Die »Kleine Preffe" hatte dieser Tage Hans Thoma'S Bild gebracht und die Entwickelung des Künstlers geschildert. Dafür hat nun Thoma dem Frankfurter Blatt in einem Schreiben gedankt, in dem es u. a. heißt: „Als ich vor etwa 25 Jahren einen berühmten Maler sah, und ihm mitteilte, daß ich in Frankfurt sei, sagte er: „Da werden Sie nicht lange bleiben, es ist kein Kunstsinn in Frankfurt." Ich bin doch geblieben, und habe sehr viel und sehr redlichen Kunstsinn in Frankfurt gefunden. Nie dachte ich mehr daran, Frankfurt zu verlasien — aber das Leben besteht aus einer Kette, deren Glieder oft wunderbar ineinander greifen, sodaß das eigene Wollen nicht immer entscheiden darf. Dem Rufe meines Landesherrn mußte ich folgen, denn es war ja auch der Großherzog, der es durch persönliches Eingreifen mir im Jahre 1859 möglich machte, »ich der Künstlerlaufbahn zu widmen. Mit meiner Berufung uach Karlsruhe schließt sich so ein Kreis, der freilich von niemand vorausgesehen und gewollt, doch zu einem zwingenden Bande wurde, dem mich zu entziehen mir nun wie eine Art •öm Feigheit vorgekommen wäre. Mit Vertrauen gehe ich der neuen Stellung entgegen, und hoffe, daß ich auch da »einer Aufgabe treu befunden werde. Dies Vertrauen wird nn sehr gestärkt, seit ich weiß, daß die guten Wünsche »einer Frankfurter Freunde mich begleiten; daß es der Freunde mehr sind, als ich je zu hoffen wagte, stärkt das Band, das mich mit Frankfurt im Lause der Jahre umwoben hat, sodaß es nicht zerrissen wird. — Vielleicht entsteht ja dadurch eine südwestdeutsche Kunst, die sih als dritte im Bunde sehr wohl neben die Münchener und Berliner stellen darf."
* Zwischen den Leitern der Turuerschaft und des Reichs- Vereins für vaterländische Festspiele hat, wie vor kurzem mitgeteilt wurde, eine Besprechung in Leipzig stattgefunden, die zu einer vollkommenen Zerstreuung der bislang noch bestandenen Mißverständnisse, und dann zu einer Verständigung geführt hat. Das ist um so mehr zu begrüßen, als die Ziele des Reichs-Vereins und der Turnerschaft sich durchaus nach der gleichen Richtung bewegen. Die Mitteilung von dieser Verständigung hat daher diejenigen, die die Ziele des Reichs-Vereins und die zu ihrer Durchführung gewählten Mittel kannten, um so weniger überrascht, als hervorragendste
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Männer des öffentlichen Lebens und auch der eiizelnen Parteien, der Wissenschaft ind Kunst auf seiner Seite stehen. Man wird zugeben müssen, daß diese Ziele aber ungeachtet weit verbreiteter Schriften und mannigfachster Veröffent- lichungen noch nicht in die weiteren Kreise des Volkes eingedrungen, und daher Mißverständnisse, die nur eine Vermehrung vorübergehender Festlichkeiten vermuteten, nicht ausgeschlossen waren. Das haben jetzt auch die Verhandlungen mit der Turnerschaft ergeben, worüber die „Deutsche Turnzeitung" vom 20. April berichtet. Zunächst legte v. Schenckendorff einleitend die Ziele des Reichsvereins dar, wonach der Reichs-Verein, was die Mittel zur Erreichung seiner Ziele betrifft, eine große Vereinigung von Vertretern aller Stände fein soll, die bezweckt erstens das Verständnis für die Notwendigkeit volksgesundender Leibesübungen und das Interesse dafür in alle Kreise des Volkes zu tragen, um den einzelnen Körperschaften, die die Pflege der Leibes- Übungen als Ziel ausgenommen haben, neuen Zustrom zu eröffnen, zweitens diese Körperschaften auch im einzelnen bei ihren Bestrebungen zu unterstützen, wo das Eintreten weiterer Steife förderlich sein kann, und drittens die Vertreter dieser verschiedenen Leibesübungen (Turnen, Spiel und Sport) von Zeit zu Zeit auf den örtlichen, vaterländischen Festspielen und später auf dem Nationalfest zusammenzuführen, um zu den stets unzureichend bleibenden Mitteln des Wortes und der Schrift dem Volke auch die unmittelbare Anschauung und Anregung, sowie ein Vorbild zu geben. Es folgte dann eine eingehende Aussprache, wonach man sich schließlich in den Vorschlägen der Herren Oberreichsanwalt Dr. Hamm und Dr. Goetz einigte, die darauf hinzielten, die Zwecke des Reichs-Vereins in dessen Satzungen zum allgemeinen Ausdrucke zu bringen, und nahm, nachdem Dr. Hamm zu Gunsten des Goetz'schen Antrages den seinigen zurückgezogen hatte, die folgende Fassung der Zweckbestim- mung an: „Der Reichs-Verein bezweckt, überall im Vatex- lande die Dolksgesundung, sowie die Erstarkung deutscher Sitte, deutschen Volksbewußtseins und vaterländischer Gesinnung zu fördern. Er erzielt dies durch Unterstützung aller im vaterländischen Geiste betriebenen Arten von körperlicher Uebung, durch Schaffung örtlicher und allgemeiner vaterländischer Feste, sowie durch Veredelung der bestehenden Volksfeste." Der Antragsteller fügte erklärend hinzu, daß durch den Vorschlag eine grundsätzliche Auffassung des Reichs- Vereins nicht berührt werden solle. Die „Deutsche Turn- zeitung" schließt mit den Worten: „Mit dem Wegfalle des Festspielgedankens als bisher nahezu einziges nach außen hin auftretendes Hauptziel des Reichs-Vereins eröffnet sich ein weites, großes Feld für die gemeinsame Arbeit aller derer, die in der Gesundung und Ästarkung unseres Volkes
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