Ausgabe 
26.11.1899 Zweites Blatt
 
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kcher Ordnung zurückziehen konnten, daß man also kaum einen Sieg der englischen Truppen verzeichnen könne. Die hiesige Bevölkerung interessiert sich ganz besonders für den Sieg bei Belmont, weil unter den Truppen des Generals Mathuen sich sehr viele Londoner Soldaten be­finden. Der Andrang vor dem Kriegsamte war gestern daher ein sehr großer.

Nach einem weiteren Telegramm des Lord Methuen find unter den bei Belmont Gefangenen ein deutscher Kommandant und sechs Feld-Cornets. 19 von den Ge­fangenen sind verwundet. Lord Methuen fügt hinzu, er sei nicht im stände, die Verluste der Buren annähernd an­zugeben. Die Gefangenen sagen aus, der Angriff sei für die Buren ein überraschender gewesen und es sei das erste Mal gewesen, daß die Buren geschlagen worden seien.

Ein Telegramm aus Lorenzo Marquez be­richtet, daß die Buren wieder eine Anzahl Gefangene nach Prätoria geschickt haben.

Aus dem Reichstage.

(Nachdruck verboten.)

nh. Berlin, 24. November 18S9.

So wichtig und tief eingreifend in das gesamte Wirtschaftsleben die Bestimmungen der Gewerbeordnungsnovelle auch sind, im Reichstage verbreiten die Beratungen darüber bleierne Langeweile, die nur dann einmal unterbrochen wird, wenn ein sozialdemokratischer Redner den Mund recht voll nimmt und die Verhältnisse in diesen oder jenen Zweigen als so entsetzliche schildert, daß einem ordentlich eine Gänsehaut über den Körper läuft Immerhin haben sich die anderen Parteien daran gewöhnt, diese feurigen Anklagen ruhig hinzunehmen, denn wenn sie protestieren, dann bekommen sie entweder zu hören:Für die Arbeiter haben Sie natürlich kein Herz" oderWenn Sie sich in der Lage be­fänden, würden Sie schon anders reden."

Heute wurde die Beratung nur sehr wenig gefördert, denn es ent­spannen sich unter den Spezialisten der verschiendenen Parteien gewal­tige Redeschlachten um verhältnismäßig nicht übermäßig wichtige Dinge. Der Artikel 6 fügt eine neue Bestimmung in die Gewerbeordnung ein, wonach der Bundesrat für bestimmte Gewerbe Lohnbücher und Arbeits­zettel vorschreiben kann, in die einzutragen sind 1. Art und Umfang der Übertragenen Arbeit, 2. die Lohnsätze; 3 die Bedingungen für die Liefe­rung von Werkzeugen und Stoffen, und 4. die Bedingungen für die Darreichung von Kost und Logis, sofern diese auf den Lohn angerechnet werden sollen. Hierzu waren von drei Seiten umfangreiche Abände­rungsanträge gestellt. Zunächst wollte ein sozialdemokratischer Antrag festlegen, daß nur die genannten Ding eingetragen werden dürfen, da sonst die Lohnbücher leicht zur Kennzeichnung mißliebiger Persönlichkeiten mißbraucht werden könnten. Dieser Vorschlag wurde zähe von den Abgg. Reißhaus, Stadthagen und Molkenbuhr verteidigt, denen von den bürgerlichen Parteien aber nur Rösicke im Namen der freisinnigen Gruppen zustimmte. Dr Hitze (Centr.) hielt mit den Rednern der an­deren Parteien der angeb-uteten Gefahr für genügend vorgebeugt durch eine andere Bestimmung der Gewerbeordnung, die solche Kennzeichnung generell verbietet.

Die Hauptangriffe richteten sich aber gegen die Aufnahme der oben unter 4 angeführten Angaben in die Arbeitsbücher. Und zwar gingen sie aus einerseits von Frhr. von Stumm (Rp.) und seinen Freunden und andererseits von den Sozialdemokraten. Allerdings waren für beide verschiedene Beweggründe maßgebend, wie man sich leicht denken kann Frhr. von Stumm wollte damit den kleinen Arbeitgebern etwaige Unannehmlichkeiten ersparen, während die Sozialdemokraten überhaupt das sogen. Trucksystem beseitigen wollten. Die letzteren be­antragten deshalb, entweder in Rr. 4 die Schlußworte zu streichen,so­fern sie auf den Lohn angerechnet werden sollen", oder die ganze Nummer zu beseitigen.

Mit dem ersten Antrag hätten sie erreicht, daß die Bedingungen für alle Lieferungen, also nicht nur für diejenigen, die sich als Natural­lohn charakterisieren, sondern auch jene, die den Arbeitern unter Ein­behaltung ihres kontrahierten Lohnbetrages gegeben werden, Ausirahme finden müssen, wodurch viele solcher Lieferungen unterblieben wären; und bei völliger Streichung sollte ein Paragraph des Bürgerlichen Gesetz­buches in Geltung kommen, der nach ihrer Interpretation das Ein­behalten von Lohnteilen für Lieferungen seitens der Unternehmer ver­bietet und diese einfach in die Rolle eines gewöhnlichen Gläubigers ver­weist Zentrum, Nationalliberale und Freisinnige hielten aber die Nr. 4 aufrecht, die sie für den besten Mttelweg erklärten. Auch die sonstigen unwichtigeren Abänderungsanträge wurden abgelehnt bis auf die un­wichtigsten des Abg Rösicke, der den für die Lohnbücher vorgesehenen Abdruck der wichtigsten Bestimmungen der Gewerbeordnung über das Arbeitsverhältnis auch auf die Arbeitszettel ausdehnt.

Im Anschluß daran wurde noch ein sozialdemokratischer Antrag beraten und gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt, der dis Heimarbeit (Hausindustrie') regeln und einschränken wollte. Die Heim­arbeiter sollten der Ortspolizeibehörde gemeldet und ihre Arbeitsräume weder als Schlaf-, Koch- oder Wohnräume benutzt werden; auch die in der Hausindustrie beschäftigten Kinder sollten den bekannten für die Fabriken geltenden einschlägigen Bestimmungen unterworfen werden. Wie die Löwen kämpften die Antragsteller für ihre Anträge, fanden aber auf keiner Seite Gegenliebe.

Allgemein erkannte man bereitwillig an, daß die Hausindustrie schwere Schäden berge, gegen die vorgegangen werden müsse; das könne aber nicht durch eine solche allgemeine Gelegenheitsbestimmung in der Gewerbeordnung gemacht werden, über deren Folgen man sich gar kein Bild machen könne, sondern nur durch sorgfältig vorbereitete und gründ-

dem unbestrittenen Erfolge desOpferlammes" beigetragen haben.

Als Emil Richard im vorigen Jahre in New-Aork gastierte, brachten ihm die dort ansässigen Deutschen folgenden poetischen Huldigungsgruß in plattdeutscher Mundart dar: Du ipeh-st ntd? Svakespeare, ntch Sardou, Du sprhift ohk ntcks nun Ibsen, Du fanast mit nutz' Fritz Reuter an, Un warft de Sadk all fixen.

Een Mim mit echtes platldütsch Hart, Vun Plartdütsch Sinn un Trachten, Datt is, wona uns Landsmannschaft, So lange däh all imacbten.

Keen Hüsiing Du?! Hess keene Angst, Man ward Di Bravo roopen.

Wt fehl et all, wi Grott un Llltt To Din Entfpektor loopen.

Wer uns Fritz Reuter hewt opt Schild, Del is goot op hier hoben, De Landsmannschaft freit sick op Erd, Uns Dichterfürst dohr hoben.

Du mötzkst een lange Reis hierher, Loht Di datt nid) verdreeten, Bald heei et: R'chard is een Kerl, tzt gift jo gar keen Tweelen! Wi, as datt Plattdüische Organ, Ni kt Di uuS Hand entgeaen! Tdioter iS 't, wiet Kegelfpehl, Nu los, smit alle Nrgen!

Gor heilig is unS Gastfründschaft,

Dali iS bi unS so Sitte, Betrachten kannst Du hüt all Di AS Een uht unfe Mitte!

lich durch gearbeitete Spezialgesetze. Denselben Standpunkt vertrat auch Graf Posadoweky namens der Regierung, wobei er mitteilte, daß ein solches Spezialgesetz für die Tabalindustrre, in der die Schäden besonders groß seien, vorbereitet worden, und daß nach und nach auch die anderen Hausindustrieen an die Reihe kommen soll n.

Deutsches Keich.

Berlin, 24. November. Nach einer Meldung aus Windsor wohnte heute das Kaiser paar, die Königin Viktoria und die übrigen Mitglieder der Königl. Familie dem Gedächtnisgottesdienst für die Fürstin Leitungen in der königlichen St. Georges-Kapelle bei. Später besuchte der Kaiser den Herzog und die Herzogin von Marlborough im Blenheiten-Palast und kehrte nachmittags nach Windsor zurück.

Die Geschäftsordnungs-Kommission des Reichstages hatte sich heute mit einem Anträge des Buchdruckereibesitzers Berger in Apolda zu be­schäftigen, der die Genehmigung zur strafrechtlichen Ver­folgung des Abgeordneten Säubert (Soz.) wegen Beleidigung nachsucht. Die Kommission beschloß einstimmig, dem Hause die Ablehnung des Antrages zu empfehlen.

DieBerliner Polit. Nachr." brachten die Mit teilung, daß man im Ministerium die Errichtung eines besonderen Oberpräsidiums Berlin plane. Wie dieDeutsche Tageszeitung" erfährt, handelt es sich dabei nur um Gedanken, die im weiten Felde liegen, und sich zu einem gesetzgeberischen Plane noch nicht verdichtet haben.

Bei dem Aufenthalte des Freiherrn v. Hertling in Rom handelt es sich nach derGermania" um eine wichtige Frage des kirchlichen Unterrichts.

Der deutsche Botschafter in Washington, v. Holl eben, ist mit dem LloyddampferTrave" in Bremerhaven eingetroffen.

Nach einem Londoner Telegramm derVossischen Zeitung" wurden gestern im Schlosse Windsor wich­tige diplomatische Besprechungen gepflogen. Der noch sehr unpäßliche deutsche Botschafter Graf Hatzfeldt hatte gestern morgen kurz nach feiner Ankunft eine lange Unterredung mit dem Grafen Bülow. Nachmittags Va4 Uhr traf Chamberlain im Schlosse ein, und beriet zuerst mit Hatzfeldt, später mit Bülow, und wurde alsdann vom Kaiser nach dessen Rückkehr von der Jagd, wie bereits ge­meldet, in Audienz empfangen. Vorher hatte der Kaiser mit Bülow und Hatzfeldt eine Beratung. Chamberlain war fast drei Stunden im Schlöffe. Auch Balfour, der während der Abwesenheit Salisburys die Geschäfte des Auswärtigen Amtes leitet, wurde gestern im Schlosse Windsor vom Kaiser empfangen. DieTimes" erfährt, daß einzelne Punkte des in Berlin am 20. Oktober unter­zeichneten Abkommens zwischen der deutschen Regierung und der britischen Südafrika-Gesellschaft wichtige Bestimmnngen enthalten, die klar die Wahrscheinlichkeit andeuten, daß der Endpunkt der neuen Eisenbahn nicht auf deutschem, sondern auf portugiesischem Gebiete im Norden der deutschen Kolo­nie, nämlich in der Großen Fischbai, gelegen sein wird. Nach einem Telegramm desLgkalanzeiger" sind die eng­lischen Zeitungen bemüht, die gestrigen Konferenzen in Windsor als einen Beweis wichtiger politischer Abmachungen zwischen England und Deutschland und als Einverständnis über den Transvaalkrieg auszunutzen. Sie nehmen an, daß dem Kaiser die Pläne der englischen Regierung über die Zukunft Transvaals und des Freistaates vorgelegt wurden, und ein Arrangement über die deutsch-englischen Beziehungen in Südafrika stattgefunden haben.

Ausland.

Wien, 24. November. Wie verlautet, hat der Kaiser bei der Audienz des Dr. Engel die Meldung der Reser­visten in tschechischer Sprache als eine Empörung bezeichnet, gegen welche man auf das strengste einschreiten müsse.

Paris, 24. November. Der Gemeinderat von Nantes hat eine Tagesordnung angenommen, worin die beiden süd­afrikanischen Republiken zur Verteidigung ihrer Unabhängigkeit beglückwünscht werden.

Paris, 24; November. Die Regierung beschloß heute aus Anlaß des Hochverratsprozesses die Senatswahlen, welche am 7. Januar stattfinden sollten, bis zum 28. Januar zu vertagen.

Brüffel, 24. November. In der heutigen Kammer­sitzung wurde das Wahlgesetz, wodurch die Verhältnis­wahlen in Belgien eingeführt werden, mit 70 gegen 63 Stimmen und 8 Stimmenthaltungen angenommen. Die Sozialisten riefen bei der Verkündigung des Resultats der Abstimmung heftige Tumulte hervor und pfiffen, während die Rechte Beifall klatschte. Mehrere sozialistische Abge­ordnete gingen so weit, daß sie vom Präsidenten zur Ord­nung gerufen werden mußten.

London, 24. November. Berichte aus Hatsild über Salisburys Befinden lauten verhältnismäßig befrie- digend. Auch Kaiser Wilhelm erkundigte sich nach seinem Befinden.

London, 24. November.Daily Telegr." berichtet aus New-Aork, daß der Hauptmann Otley, der englische Marine-Attachs in Washington, dem englischen Marine­amt den Rat gegeben habe, das System des amerikanischen Unterseeboots für die englische Marine zu erwerben. (?)

Petersburg, 24. November. Gegenüber den Mel­dungen von der Erschütterung der Stellung des Finanz- ministers Witte erfährt der Petersburger Korrespondent der Köln. Ztg.", daß Witte noch bei seinem letzten Em­pfange beim Zaren wertvolle Beweise des Ver­trauens empfangen habe. Witte habe zahlreiche Feinde, aber keiner habe sich bisher als gefährlich erwiesen.

Konstantinopel, 24. November. Sonntagnacht wurden in größter Heimlichkeit drei Verhaftungen vom Pa-

I laiS dekretiert, welche nicht geringe Sensation hervor- rufen. Es handelt sich um drei die höchsten Staats­stellen begleitenden Würdenträger, die sich der besonderen Wertschätzung muselmanischer und fast aller europälscher Kreise erfreuten. Said Bey, der Präsident der juridischen Sektion des Staatsrates, Ferdi Bey, Mitglied der Zivil­sektion des Staatsrates, sowie der hochgelehrte Zeia Molla, Mitglied des Kollegienrates, wurden Sonntagnacht in ihren Konats durch Palastgarden arretiert und unter starker Es­korte nach dem Aildiz gebracht. Am Montag trat im Pa­lais ein außerordentlicher Gerichtsrat zusammen, welcher das Schuldig aussprach und auf lebenslängliche Deportation der Angeklagten erkannte. Die Angeklagten sollen nach einer Version mit dem ältesten Sohne des Sultans, nach einer andern mit dem Thronfolger Verbindung gehabt haben.

Lokales und MovinMes.

Gießen, den 25. November 1899.

** Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, dem Eisenbahndirektor Schoberth und dem Regierungsrat Roth das Ritterkreuz 1. Kl., und dem Eisenbahnsekretär Wilk er das Ritterkreuz 2. Klaffe des Ludwigsordens zu verleihen.

** Ordensverleihungen rc. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs wurden auch diesmal zahlreiche Beamte usw. mit Ordensauszeichnungen bedacht. Ein ausführliches Verzeichnis der Ausgezeichneten bringen wir in nächster Nummer, und teilen für heute nur die Nachstehenden mit: Das Ritterkreuz 1. Klaffe des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen erhielten: Herr Ober­bibliothekar Prof. Dr. Herm. Ha upt-Gießen; der der­zeitige Rektor der Landesuniversität Prof. Dr Netto- Gießen; Herr Kreisveterinärarzt Prof. Dr. Winkler- Gießen; Herr Landgerichtspräsident Gustav Kullrnann- Gießen; Herr Landgerichtsrat Wilh. Wehner-Gießen. Das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: Herr Ge­richtsschreiber Wilh. Orth in Gießen, Herr Haupt- steueramtsrendant Henckel in Gießen; die Krone zum silbernen Kreuz desselben Ordens: Herr Bürgermeisterei- Sekretär Demuth in Gießen; die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens: Herr Landgerichts-Direktor Ludw. Jöckel in Gteßen; das silberne Kreuz desselben Ordens: Herr Bautechniker Jak. Altvater in Gießen, Herr Rendant Herrn. Doering in Gießen; das All­gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" Herr Univ. Forstgärtner Karl Dörmer in Gießen, Herr RatSdiener Karl Moll in Gießen. Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch in Gießen erhielt den Charakter als Justizrat, Herr Justizrat Re atz in Gießen den Charakter als Geheimer Justizrat, Herr Provinzial­direktor von Bechtold in Gießen den Charakter als Geheimerat, Herr Professor Dr. Naumann den Charakter als Geheime Hofrat, Herr Gutsbesitzer Sch lenke in Gießen den Charakter als Oekonomierat, der Hausbeschließer am Kollegieugebäude zu Gießen, Herr Storck, den Charakter als Verwalter.

* Bei dem heute nachmittag im Saale des hiesigen Club" anläßlich des Geburtstages Se. Königl. Hoheit des Großherzogs sowie Seiner erlauchten Gemahlin, Ihrer Kgl. Hoheit, der Frau Großherzogin Melita stattgehabten Festmahl, an dem sich ca. 110 Personen aus allen Kreisen der Bürgerschaft beteiligten, brachte der derzeitige Rektor unserer Universität, Herr Professor Dr. E. Netto einen mit großer Begeisterung aufgenommenen Trinkspruch aus, den wir im Wortlaut folgen lassen:

Hochansehnliche Festversammlung!

Nur durch Kampf und Sieg konnten Deutschlands Stämme ihr großes, einiges Vaterland erobern; nur erhabener Wille, machtvoller Sinn, eiserne Hand vermochten dem deutschen Volke das langentbehrte, teure Gut der Einheit zu schenken. In jenen Tagen glorreichen Ringens erwärmte das süße Gefühl, deutsch zu sein, aller Herzen; durchglühte das stolze Bewußtsein, deutsch zu sein, alle Geister; riß hinweg, was trennte; hob empor, was einte: Deutschsein war alles.

Fast dreißig Jahre sind wir im Besitze. Was neu war, ist jetzt ein altgewohntes Gut, und was schwer erworben wurde, ist ererbtes Eigentum geworden. Ueberquellende Begeisterung ist ruhigem.Gedenken gewichen, und die alten Stammes-Eigentümlichkeiten deutscher Natur treten freier heraus, als in den Tagen junger Einheit. Wahr zeigt sich wieder Ottos von Bismarck Wort:Die deutsche Vaterlandsliebe bedarf eines Fürsten, auf den sich ihre Anhänglichkeit konzentriert. Deutscher Patriotismus bedarf, um thätig und wirksam zu werden, der Vermittelung dynastischer Anhänglichkeit."

So konzentriert sich, meine Herren, unsere deutsche Vaterlands­liebe, unser deutscher Patriotismus in der treuen Anhänglichkeit an unseren erhabenen Landesfürsten, an den Herrscher, deffen Geburtstag wir hier festlich begehen. Ihm jubeln wir heute zu, dem deutschen Fürsten; Ihm igelten unsere heißen Wünsche, dem geliebten Herrscher; Ihm wechen wir das Gelöbnis unserer Treue. Als im vergangenen Jahre Krankheit Ihn befallen hatte, da ging ein banges Gefühl durchs ganze Land; und teurer noch ward der Wiedergenesene unserem Herzen. Wie in jener ernsten Zeit uns Sorge ergriffen hatte, so erfüllt uns heute die Freude, daß unser Landesherr in voller Gesundheit sein und seiner erlauchten Gemahlin Wiegenfest feiern kann. Dem hessischen Lande ist es vergönnt, an einem Tage mit doppelten Wünschen dem Throne sich nahen zu dürfen.

Lassen Sie uns, meine Herren, unseren Gefühlen Ausdruck ver­leihen, indem wir die Gläser heben und durch die festlichen Räume laut den Ruf schallen laffen: Unser Herrscherpaar, Se. Königliche Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig und seine erlauchte Gemahlin Viktoria Melita, sie leben hoch!

Heber den weiteren Verlaus des Festmahles werden wir in nächster Nummer eingehend berichten.

* Festakt des Grohherzoglicheu Gymnasiums. In der festlich geschmückten Aula feierte die Anstalt am Festtage um 10 Uhr den Geburtstag unseres Großherzogs und feiner hohen Gemahlin. Die Eltern und Freunde der Anstalt hatten sich zahlreich dazu eingefunden und lohnten

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Arbeitern aus ben gruM. Die Aah darf mit Recht als wenn man berücksichü beamten dienstlich ver «ntahl von Sebienf wohnt. Dem neu g 280 Mitglieder betgett diese Zahl binnen Zm Schluffe gedacht furj der Preuß. Hess. E lich die Veranlassung hiesigen Eisenbahn-Be pachte rin dreifaches

und Se. König aus, in welches die stimmte.

Generol-Veksa die am 23. d. Mts. Dctaillisten-Ver das Wesentliche mit. begrüßt der Vorsitzer Bedauern aus über wichtigen Tagesordnt sich gegen das Vorsi ergeben. Gin fet>r tfj Wertin in der jterfot denken sich bie Versa verloren, an seine Ste Heimer gewählt. Di Herren Wilhelm ha< Stuhl wurden wiede wurden in 11 Vorsta standssitzung, 12 Pro Vorsitzende dankte de Herbert für dir rec Erledigung der G- wurden beschickt: Frankfurt a. M., bei unlauteren Wettbewer N in Frankfurt a. Warenhäuser. 3. Ai und am 5. Novembei r wnd eine Petitic getilgten Vereine Erläge für einen ge ^^schluß die der Gießener Verein ^gesprochen und der unser Verein als Unfe anr deshalb beschj

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