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Nr. 226 Erstes Blatt.Dienstag den 26. September
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AmtlicherHeil.
Bekanntmachung,
betreffend: Landwirtschaftliche Borträge.
Herr Oekonomierat Leithiger von Alsfeld wird am Eouutag dem 1. Oktober ds. Is., Nachmittags 31/, Uhr, in Grüuberg im Gasthaus „zum englische» Hof" einen Bortrag über Schweinezucht halten.
Die Mitglieder des Vereins, nnd alle, die sich dafür interessieren, sind dazu freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister von Grünberg und der umliegenden Orte «erden um Bekanntmachung im Orte ersucht.
Gießen, den 21. September 1899.
Der Direktor des Landw. Bezirksvereins.
____________v. Bechtold.___________________
* Hraf Wun.
Gießen, 25. September.
Endlich! Endlich ist Graf Thun vom Schauplatz seiner Schandthaten abgetreten und sein Kabinett gehört der Geschichte an. Am Samstags Vormittag 9 Uhr fand in Wien, wie wir bereits telegraphisch meldeten, unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Grafen Thun ein Ministerrat statt, in welchem die Demission des Kabinetts beschlossen wurde. Graf Thun wurde sodann um 10 Uhr vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen und unterbreitete ihm in Ausführung dieses Beschlusses die Demission des gesamten Kabinetts.
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Oesterreich war früher durch die Langlebigkeit seiner Ministerien berühmt; seit dem Abgänge des Kabinetts Taaffe ist das anders geworden. Besonders in den letzten Jahren war der Wechsel geradezu unheimlich. Graf Badeni, Baron Gautsch, Graf Kielmannsegg regierten nur kurze Zeit und, das Kabinett Thun schließt sich ihnen würdig an. Ob der kommende Mann seine Sache besser verstehen wird? So lange es ihm nicht gelingt, das Parlament flott zu machen, dürfte darauf nicht zu rechnen sein, und daß das zu erreichen ist, möchten wir vorläufig noch bezweifeln. Bekanntlich handelt es sich darum, die Delegationswahlen durch den Reichsrat zu ermöglichen. Nun haben die Deutsch nationalen erklärt, die Wahlen durch Obstruktion verhindern zu wollen, so lange die Sprachenverordnungen nicht aufgehoben sind; die Jungczechen laffen aber in ihren Blättern erklären, sie würden Obstruc- tion machen, falls dieselben aufgehoben würden. Es ist hierbei noch ausdrücklich zu bemerken, daß die Jungczechen in dieser Beziehung noch leistungsfähiger sein dürften, als die Deutschnationalen, welche nur sechs Reichstagsmandate in Besitz haben, während die Jungczechen deren 60 zählen. Die neue Regierung steht also zwischen Scylla und Charybdis, und es ist vorläufig gänzlich unerfindlich, wie sie sich da hindurch winden wird. Graf Thun hielt es mit den Slaven, und von diesem Gesichtspunkte aus kann sein Scheiden ja nur angenehm berühren; wenn aber sein Nachfolger es mit den Deutschen hält und nicht versteht, des czechischen Widerstandes Herr zu werden, so steht man praktisch auf demselben Flecke, und der Rcichsrat wird ebenso wenig arbeitsfähig sein wie bisher. In diesem Falle wird man aber mit der „ultimo ratio“ einer Suspendierung der Verfassung und Proklamation der Diktatur zu rechnen haben. Die letzte That des Kabinetts Thun war die Fertigstellung des Ausgleichs. Es wird darüber gemeldet:
Wien, 23. September. Die „Wiener Ztg." veröffentlicht auf Grund des Paragraphen 14 die restlichen Bestimmungen, betreffend den Ausgleich mit Ungarn.
Die Deutschen und der Kabiuettswechsel.
Der von den Deutschen so lang und heiß ersehnte Ministerwechsel hat also stattgefunden, doch soll nach den uns vorliegenden Nachrichten die Stimmung der Linken eine sehr gedrückte sein, weil man glaubt, es werde ein Ministe- rium der Rechten ans Ruder kommen. Sehr hoch geschraubt sind die Hoffnungen der Deutschen jedenfalls nicht, doch nimmt man wenigstens die Aufhebung der Sprachenverordnungen als sicher an. Da aber für diesen Fall die Tschechen mit einer keinen Zweifel zulaffenden Deutlichkeit Obstruktion ihrerseits angekündigt haben, so werden wohl gleichlautend mit den Zugeständnissen zu gunsten der Deutschen, Bestimmungen zu gunsten der Tschechen laufen. Darauf deutet zunächst die aus Klagenfurt datierte kaiserliche Entschließung, welche die Errichtung eines tschechischen Technikums in Brünn genehmigt und dessen Eröffnung noch für dieses Jahr verfügt. Andere Zugeständnisse auf dem Gebiete des Schulwesens und der Verwaltung werden wohl nicht lange auf sich warten lassen. Auch verschiedene Ansprachen, welche der Kaiser bei den festlichen Empfängen in Kärnten und in Tyrol an politisch thätige Persönlichkeiten gerichtet hat, lassen eine Deutung in derselben Richtung zu. Wir stehen also jetzt allem Anscheine nach vor dem Ende der Obstruktion der Deutschen, und damit vor der Wiederaufnahme der Thätig- keit des Reichsrathes, keineswegs aber vor dem Ende des Kampfes gegen die Deutschen. Er wird formell eingestellt, um alsbald in anderer Art wieder aufzuleben. Größere Vorsicht denn je ist jetzt für die Deutschen geboten. Die Zeit ist gekommen, wo jene national unzuverlässigen Parteien der Deutschen, welche dem gemeinsamen Pfingstprogramm zugestimmt haben, beweisen sollen, daß sie gewillt sind, die beschworenen Forderungen der Deutschen hochzuhalten und sich für deren Verwirklichung einzusetzen. Hierfür ist nun allerdings wenig Hoffnung vorhanden. Erfahrungen aus früheren Zeiten lehren, daß einzelne deutsche Parteigruppen nur allzu leicht gewillt sind, ihr Deutschtum zu vergessen, wenn ihnen nur formeller Einfluß auf die Regierungsgeschäfte durch Berufung einiger Parteimänner gewährt wird. Das gilt zunächst von den Vertretern des Großgrundbesitzes und der Großindustrie. Letztere wurden bei den erwähnten Ernennungen ins Herrenhaus besonders bedacht, und die ausgesprochene Befürchtung erfährt damit neue Nahrung. Gefestigt und gekräftigt geht aber die nationale Richtung der Deutschen aus den schweren Kämpfen der letzten Zeit jedenfalls hervor. Sie wird eine nennenswerte Vertretung im Abgeordnetenhause haben, über welche man nicht so leicht zur Tagesordnung übergehen kann, und es ist Hoffnung vorhanden, daß der Versuch, den Deutschen nunmehr auf anderem Wege beizukommen, nicht gelingen wird.
Das neue Kabinett.
Als künftiger Ministerpräsident wird in offiziösen Kreisen und von eingeweihten Mitgliedern der Rechten allgemein Fürst Alfred Liechtenstein genannt, der früher mit seinem Bruder Prinz Alois, dem bekannten antisemitischen Führer, an der Spitze der Bewegung stand, seit seiner Berufung ins Herrenhaus sich aber der öffentlichen Thätigkeit ganz enthielt. Es heißt, der Kaiser erwarte von ihm, daß er den Zusammentritt des Reichsrats ermögliche und die Sprachenverordnung zurückziehe, ohne daß die Czechen im Reichsrat in Obstruktion treten, indem ihnen Konzessionen materieller Art gemacht werden sollen. Falls dies ihm gelingt, dürften die meisten deutschen Oppositionsparteien dem Fürsten Alfred Liechtenstein nicht von vornherein entgegentreten, aber auf Unterstützung seiner gesamten Politik durch die freisinnigen deutschen Parteien kann Fürst Alfred Liechtenstein nicht rechnen, da er an der Spitze der katholischen Volkspartei in Steiermark steht und von ihm nur ein konservatives Kabinett zu erwarten ist.
Das neue Ministerium dürfte, wie folgt, zusammengesetzt sein: Inneres Körber, Unterricht Sektionschef Härtel, früherer Universitätsprofessor und Hofbibliotheks-Direktor, bekannt als liberal, Justiz - Sektionschef Klein, Finanzen- Sektionschef Meyer, Ackerbau-Sektionschef Blumfeld. Ritter von Wittek soll Eisenbahnminister und^Graf Welsersheimb Landesverteidigungsminister bleiben. (Siehe auch „Neueste Meldungen").
* Die Auren und England.
Gießen, 25. September 1899.
Das Verhältnis zwischen dem Lande der Buren zu seinem Suzeränitätsstaat steht trotz aller Protestmeetings und Schönfärbereien auf des Messers Schneide. Ein Zurück giebt's nach all' den letzten Nachrichten, und seien sie noch so optimistisch gefärbt, nicht mehr. England, d. h. Mr. Chamberlain, dessen persönliches Interesse an einen blutigen Konflikt mit Transvaal wir in unserer letzten Nummer genügend gekennzeichnet haben, will den Krieg, und so wird denn wohl auch mancher tapfere Bure, aber auch mancher Sohn Albions in dem schmutzigen Handelsinteresse Mr. Chamberlains und Konsorten sein Leben lassen müssen. Es handelt sich jetzt nicht mehr um Krieg oder Frieden, sondern nur darum, wann der Kampf beginnt. Dabei dürfte es sich empfehlen, einen kurzen Rückblick auf die Vergangenheit zu werfen, aus welchem zur Evidenz hervorgeht, welch' ein wenig ehrliches Spiel Chamberlain nicht nur mit den Buren, sondern mit ganz Europa getrieben hat. Noch bis in die letzten Tage hinein haben uns zahlreiche Drahtnachrichten über den Stand der Uit- landerfrage zu belehren gesucht, während das britische Kabinett nur darauf ausging, die Rüstungen zu vollenden. Die „Volksstem" äußert sich über die englische Methode folgendermaßen: Das Erscheinen eines britischen Blaubuches mit der Korrespondenz in Sachen der vermeintlichen Suve- ränetät, welche sich Großbritannien seit einigen Jahren über die Südafrikanische Republik anmaßt, ist sicher kein zufälliges Ereignis. Dies Blaubuch soll gewiß dazu dienen, die neuere Politik von Downingstreet gegen die Buren- Republiken in den Augen der Welt annehmbarer zu machen. Täglich wird der Rechtsgrund, worauf sich die Engländer anfangs gestellt hatten, unter ihren Füßen weggezogen, seitdem die Uitländer das erhalten hatten, was Sir A. Mil- ner für sie fordert, und seitdem der Freistaat wie die Kap- kolonie die Partei der Republik genommen haben. Wir verstehen wohl, daß Mr. Chamberlain wie der Oberkommissar für Südafrika, denen ihr sonstiger Feldzug mißglückt ist, jetzt der Südafrikanischen Republik eine Suzeränetät aufdrängen wollen, die nicht besteht. Seit 1884 ist von dieser Suzeränetät nicht die Rede gewesen, erst seit der Zeit, als die Witwatersrand-Go ldfeld er glänzende Aussichten boten, namentlich nachdem die dauernde Ausbeute ihres Goldreichtums festgestellt war, sind die Forderungen der Paramount Power und der Suzeränetät aufs Tapet gebracht worden zu dem Zwecke, um die habsüchtigen Neigungen gewisser finanzieller Kreise mit einem imperialen Schilde zu decken. Die Lage bleibt übrigens ganz dieselbe, wie nach der allerersten nicht doppelsinnigen Zurückweisung der Suzeränetäts-Behauptung durch unsere Regierung. Die Südafrikanische Republik hat offen und in der hartnäckigsten Weise von jeher das Bestehen einer britischen Suzeränetät zurückgewiesen und überdies sich fortwährend bereit erklärt, diese wiederholte Abweisung vor einem ehrlichen Schiedsgericht zur Entscheidung zu bringen. Einseitige Suzeränetäts- Erklärungen sind noch wertloser, als die bereits arg zweifelhaften Rechte, welche aus einer beiderseits anerkannten Suzeränetät hergeleitet werden können. So die „Volksstem".
Die Buren sind nun fest entschlossen, für ihr gutes Recht zu kämpfen, und im benachbarten Oranje Freistaat finden sie gute Kameraden, verbunden zu Schutz und Trutz.
Ueberall in ganz Transvaal und in der zu Portugal gehörigen Delagoa-Bay, dem natürlichen Hafen der Transvaal-Republik, herrscht kriegerisches Leben. So wird dazu einem Berliner Blatt geschrieben: Mächtige deutsche Steamer löschen hier das fast ausschließlich aus Deutschland bezogene, für die Buren bestimmte Kriegsmaterial, Gewehr- und Geschütz-Munition, Mausergewehre und die kleinen Maxim- kanonen. Die Züge der Eisenbahn von Delagoa nach Johannesburg und Prätoria, das man in 24 Stunden erreicht, sind mit Freiwilligen und Abenteurern aller Nationen angefüllt, und während sonst das Auge der Reisenden mit Entzücken an den wildromantischen Thälern und Höhen, an den prachtvollen, von der Bahnlinie durchschnittenen Gebirgspartien hing, heftet es sich jetzt auf Krieg verkündende Bilder. In den Räumen der prächtigen Börse von Johannesburg, einer Weltstadt von 200000 Einwohnern, die das Gold in kurzer Zeit hervorzauberte, erwartet man mit Spannung die Ankunft neuer Telegramme. Auf den breiten Boulevards, an den Haltestellen der elektrischen Straßenbahn bieten Zeitungsverkäufer die bestinformierten Blätter in verschiedenen Sprachen aus. Die mit geschmackvoller Eleganz, nach modernen europäischen Vorbildern eingerichteten Kaffee-


