2l(§ Ausnahme ist der Küstenkanal zu befürworten, weil er 1) geeiget ist, den Wettbewerb der englischen Kohle auszuschließen, 2) die deutschen Küstenstädte im Gegensatz zu den holländischen Häfen wirtschaftlich zu fördern, 3) die Küstenverteidigung zu vervollkommnen.
— Weinproben. Bei der Sachverftändigen-Be- ratung, welche im Februar im Neichsgesundheitsamt über die Abänderungsbedürftigkeit des Weingesetzes stattgefunden hat, ist von mehreren Seiten zur Sprache gebracht worden, daß von Gemeindebehörden, Bürgermeistern und Handelskammern über die Herkunft und Reinheit der Weine zuweilen Bescheinigungen ausgestellt werden, welche die wünschenswerte Zuverlässigkeit vermissen lassen. Das bayerische Ministerium des Innern hat in dieser Richtung Erhebungen angestellt, aber in Bayern besondere Mißstände der gedachten Art bis jetzt nicht gefunden. Hieran anknüpfend rst in einer Entschließung des bayerischen Ministeriums bemerkt: „Sowohl im Interesse des ehrlichen Weinhandels, als auch im Interesse der Konsumenten, ferner zur Wahrung des eigenen Ansehens der betreffenden Behörden und Organe wird stets darauf zu achten sein, daß dieselben in der Ausstellung fraglicher Zeugnisse nicht über ihre Zuständigkeit hinausgehen und im übrigen mit größter Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit verfahren. Andernfalls besteht die Gefahr, daß durch solche Atteste unlauteren Geschäftsgepflogenheiten im Weinhandel Vorschub geleistet wird. Die Aussteller der Zeugnisse werden deshalb vor jeder Bestätigung eine genaue Prüfung des Sachverhalts vorzunehmen haben, und nur dann die nachgesuchten Bescheinigungen ausstellen dürfen, wenn sie die Gewißheit haben, daß damit kein Mißbrauch getrieben werden kann, und wenn sie für die Richtigkeit der bezeugten Thatsachen unbedingt eintreten können. Vorsicht erscheint um so mehr geboten, als die Feststellung der Identität und Unverfälschtheit des Weines bekanntlich mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist."
~ Ju Hamburg ist wegen Lohnstreitigkeiten von den Steinarbeitern über einige Grabsteingeschäfte die Sperre verhängt worden. Darauf ist, wie die „Sächs. Arbeiterzeitung" behauptet, gegen den Vertrauensmann der Steinarbeiter folgender Strafbefehl erlassen worden: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird gegen Sie wegen der Beschuldigung, hier in unverjährter Zeit die Steinmetzmeister Witte, Frohnhöffer und Lutzemann durch Verrufserklärung zu bestimmen versucht zu haben, Verabredungen zum Behufe der Erlangung günstigerer Lohnbedingungen Folge zu leisten (Vergehen gegen § 153 der Gewerbe Ordnung) eine Gefängnisstrafe von einem Monat festgesetzt." — Die Verhängung einer Sperre wurde bisher nicht als Vergehen gegen § 153 der Gewerbe-Ordnung aufgefaßt. Die Sperre vertritt denselben Zweck wie das Strikepostenstehen. Sie rst eine Mitteilung durch die Presse, wie dieses eine Mitteilung von Mund zu Mund ist. Wenn es nun mit Gefängnis bestraft werden kann, daß Arbeiter in Strikefällen ihre Kameraden auffordern, keine Arbeit in dem Betrieb zu verrichten, mit denen die Ausständigen im Streit liegen, wozu, muß man immer wieder fragen, brauchen wir noch eine Zuchthausvorlage?
Geestemünde, 22. Juli. Die französischen Marine- Offiziere besichtigten heute den Lloyddampfer „Kaiser Wilhelm der Große". Die deutschen Marine-Unteroffiziere veranstalten heute für ihre französischen Kameraden einen Bierabend.
Osnabrück, 22. Juli. Auf der Georg-Marien-Hütte fanden in zwei Hochöfen Explosionen statt. Mehrere Arbeiter wurden verwundet.
Leipzig, 23. Juli. In Löbtau sind weitere 50 Erkrankungen an Typhus vorgekommen, die Zahl der überhaupt Erkrankten beträgt bereits über 100. Von der Krankheit werden zumeist Personen im Alter von 15 bis 30 Jahren befallen. Die Aufregung unter der Bevölkerung ist im Steigen.
— König Alberts Fünzigjahrfeier. Freitag Mittag empfing König Albert im Schloß Pillnitz eine zu । feiner Jubelfeier als Ritter des preußischen Ordens „Pour le mente“ vom Kaiser entsandte Glückwunschabordnung, bestehend aus dem General-Feldmarschall Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten von Braunschweig, dem kommandierenden General des 16. Armeekorps General der Kavallerie Grafen von Haeseler, dem kommandierenden General des 3. Armeekorps, General der Infanterie von Lignitz und dem Generalmajor Frhrn. v. Schele. Die Abordnung überreichte im Auftrage des Kaisers dem Könige die goldene Krone zu dem genannten Orden. Dabei richtete Prinz Albrecht an König Albert eine Ansprache, die etwa folgendermaßen lautete: „Ich habe von Sr. Majestät dem Kaiser den ehrenvollen Auftrag erhalten, Allerhöchst Seinen herzlichsten und aufrichtigsten Glückwunsch zum heutigen I Tage darzubringen, zu dem Tage, an welchem fünfzig Jahre vergangen sind, daß Ew. Majestät der Orden „Pour Io mente“ verliehen wurde. Zugleich habe ich auch den ehrenvollen Auftrag, ein Allerhöchstes Handschreiben zu überreichen, welches eine Dekoration des Ordens „Pour le I mente begleitet, die einzig in ihrer Art und mit der köniq- uchen Krone geschmückt ist." König Albert nahm hierauf das Ordensetul entgegen und erwiderte etwa folgendes- „Es freut mich außerordentlich, daß Se. Majestät der Kaiser diesen Tag t« Gedächtnis behalten haben, und werde I ich meinen Dank hierfür noch besonders aussprechen Es ist, nun das dritte Mal, daß mit der Orden „Pour le mente“ verliehen wird Das erste mal vom Onkel, das zweite mal das Eichenlaub von Kaiser Wilhelm und das
Nial heute. Ich werde diese Auszeichnung in stetem Gedächtnis behalten wahrend meines wohl nur noch kurzen Lebens. Denn wenn man 71 Jahre alt ist, kann man jederzeit abberufen werden." Bei der nach dem Empfange der Abordnung stattgehabten Prunktafel von 40 Gedecken I brachte König Albert folgenden Trinkspruch aus: „ Hoch erfreut und gerührt von dem neuen Beweise der Teilnahme I
Sr. Majestät des Kaisers, die mir heute wiederum zu Teil geworden ist, fordere ich mit dankerfülltem Herzen die Anwesenden auf, die Gläser zu erheben und zu leeren auf das Wohl Sr. Majestät des deutschen Kaisers. Sr. Majestät der Kaiser lebe hoch!" Nach dem Trinkspruche brachte Prinzregent Albrecht einen Trinkspruch auf König Albert aus. Der Prinzregent feierte in längerer Rede die ruhmreichen Thaten, das erfolgreiche Wirken des Königs und schloß etwa mit folgenden Worten: „Se. Majestät der Kaiser wünscht und hofft,' daß Ew. Majestät die heute empfangene Dekoration, die einzig in ihrer Art ist, lange tragen mögen in Erinnerung der glorreichen Siege Ew. Majestät, des mühevoll errungenen Ruhmes, sowie des Bewußtseins treuer Pflichterfüllung zunächst auf militärischem Gebiete in Krieg und Frieden. Se. Majestät der Kaiser wünscht und hofft ferner, daß Ew. Majestät Schalten und Walten auch fernerhin zum Segen und Heil Ihres Landes gedeihen möge, wie bisher. Im Allerhöchsten Auftrage erhebe ich das Glas auf das Wohl Euerer Majestät. Se. Majestät der Allergnädigste König und Herr lebe hoch!"
— Die Leiche des russischen Großfürsten- Thronfolgers trifit Montag in Petersburg ein und wird am selben Tage nach der Peter-Pauls-Kathedrale übergeführt.
— Unfall der Kaiserin. Die örtlichen Schwellungen haben abgenommen und gestatteten Freitag die Anlegung eines feststellenden Verbandes an dem verletzten Unterschenkel. Der Verband wird gut ertragen und beseitigt die noch vorhandenen Beschwerden völlig. Als Verbandmittel haben die Aerzte, wie man uns aus Berchtesgaden mitteckt, statt des Gipses Wafferglas gewählt, das dieselben Dienste thut wie Gips, allerdings etwas schwerer fest wird, dafür aber verhältnismäßig leicht ist, so daß die Kaiserin in den nächsten Tagen das Bett verlassen und auf dem Sofa ruhen wird, ja erforderlichenfalls ein wenig wird umhergehen können. Bisher sind noch keine Entscheidungen darüber getroffen, ob die Kaiserin bis zu ihrer vollständigen Genesung in Berchtesgaden verbleiben oder nach Wilhelms- Höhe übersiedeln wird. Dies hängt von den jeweiligen Umständen, den Anordnungen der Aerzte und dem gemeinsamen Wunsche des Kaiserpaares ab. Im übrigen trägt die Kaiserin ihr Geschick mit größter Geduld und sieht jetzt, da sie fieberfrei ist, des öfteren ihre Kinder an ihrem Krankenlager.
M.P.C. Das im Reichsschatzamt ausgearbeitete Zoll- tarifschema unterliegt zur Zeit der Begutachtung seitens der Emzelregierungen. Auf Grund der demnächst einlaufenden Gutachten der Regierungen wird im Herbst eine nochmalige Durchprüfung des Schemas stattfinden und das letztere dann dem wirtschaftlichen Ausschuß zur Vorberatung handelspolitischer Maßnahmen unterbreitet werden. Wie । bald der Bundesrat sowie der Reichstag mit der Angelegenheit werden befaßt werden können, läßt sich vor der Hand noch nicht sagen.
M.P.C. Es ist sehr angenehm aufgefallen, daß die ersten Nachrichten über den Unfall der Kaiserin vom Oberhofmeister derselben Freiherrn von Mirbach direkt an die Zeitungen gegeben wurden. Dadurch ist dem Entstehen von falschen Gerüchten von vornherein vorgebeugt worden. Diesem leistet sehr oft gerade die offizielle Berichterstattung dadurch Vorschub, daß sie zu spät einsetzt und daß sie sich des äußersten Lakonismus befleißigt. In welchem Maße begründet die schon lange bestehenden Wünsche sind, es möchte in der gesamten Hofberichterstattung eine Reform sich vollziehen, geht u. a. daraus hervor, daß über die Gründe der Aenderung der Reisedispositionen des Kaisers für den Anfang August zwei bis drei Tage an sonst unterrichteten Stellen in Berlin vollständige Unklarheit herrschte.
Ausland.
Wien, 23. Juli. Wie verlautet, ist der Petersburger Botschafter Aehrenthal mit der Vertretung des Kaisers beim Leichenbegängnis des Großfürsten-Thron- folgers betraut.
Prag, 23. Juli. Meldungen tschechischer Blätter zufolge beabsichtigt die Regierung ein tschechisches Pädagogium in Troppau zu errichten.
Auffee, 23. Juli. Wie es jetzt heißt, wird Graf Goluchowsky bestimmt mit dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe nach dem 9. August eine Zusammenkunft haben.
Budapest, 23. Juli. Dem „Pester Lloyd" wird aus Belgrad gemeldet, daß der Oberst Nicolics eingestanden habe, Knesevic zur Ermordung Milans gedungen zu haben. Ebenso wurden der frühere Minister Tauschanovic und der Kreis-Präfekt Angjelic der Urheberschaft an dem Attentat überführt.
Triest, 23. Juli. Das Bankett, welches der amerikanische Gesandte Harris dem Admiral Dewey und den Offizieren der Olympia gab, gestaltete sich zu einer enthusiastischen Kundgebung der Amerikaner.
Nom, 22. Juli. Blättermeldungen zufolge erhielt der Gesandte in Belgrad Befehl, der serbischen Regierung Mäßigung gegenüber den Radikalen anzuempfehlen. 0
Paris, 22 Juli. Auf Requisition der russischen Gesandtschaft wurde der Nihilist Goweloff verhaftet.
Paris, 22. Juli. Eine Zeitungsmeldung will wissen, der Zar habe an den Prinzen Louis Napoleon, der bekanntlich Oberst eines russischen Regiments ist, zu seinem Geburtstage folgendes Telegramm gerichtet: „Mit meinen herzlichsten Wünschen, daß jedes Jahr, das sich auf Ihrem Haupte häuft. Sie immer mehr dem Hochpunkt Ihres Da- selns nähern, wo Sie die Hoffnungen Ihrer Freunde ver- wirkUchen können, die in Frankreich eben so zahlreich sind, wie m Rußland." — Die Pariser republikanischen Blätter sprechen ihr Erstaunen über diese Glückwunsch-Depesche aus |
I und erklären, sie müßten die Echtheit derselben bezweifeln. Der bonapartistische „Petit Caporal" dagegen mißt der Depesche große Bedeutung bei. Jedenfalls bedarf die I Meldung noch näherer Aufklärung.
Bordeaux? 22. Juli. Der Marquis Ceralbo, der I Vertreter Don Carlos', stellt in Abrede, daß die französische I Regierung ihn ausgewiesen habe und ihm empfohlen habe, sich nach Nordfrankreich zu begeben, unter der Androhung, I sonst des Landes verwiesen zu werden.
London, 22. Juli. Infolge Feuers in der Schiffswerft I ZU Cowes verbrannten sieben Dachten.
Washington, 23. Juli. An Stelle Algers ist zum I Staatssekretär des Krieges Elihu Rove ernannt worden. I Newyork, 22. Juli. Einer Chicagoer Meldung zufolge I fanbte die demokratische Partei Vertreter nach Europa, um I kcmJ'PnitraI Dewey die demokratische Präsidentschafts- I Kandidatur anzubieten.
— Von einem Aufrollen der koreanischen Frage I roirb in Petersburg gesprochen. Dort weilt gegenwärtig der Präsident des japanischen Herrenhauses, Prinz Konete, welcher Europa bereist, um das Schulwesen zu studieren. Aus einer Unterredung, welche Prinz Konete mit einem Redakteur der „Nowoje Wremja" hatte, geht hervor, daß der japanische Prinz in der russischen Hauptstadt auch einen geheimen politischen Auftrag zu erfüllen habe. Der Prinz sprach nämlich von den in Korea herrschenden unhaltbaren Zuständen, denen nur das vollste Einvernehmen zwischen | Rußland und Japan ein Ende machen könnte. In einem andern Aufsatz der „Nowoje Wremja" wird auch von ernsten Unruhen erzählt, die in Korea jüngst ausgebrochen wären.
Lokales uni) DravuiMes.
X Grünberg, 23. Juli. Auf unserem gestrigen Wochen markte wurden die ersten diesjährigen Kartoffeln zum Verkaufe ausgeboten. Während bis jetzt von den Händlern das Pfund zu 10 und 12 Pfg. verkauft wurde, kostete dieselben gestern nur 4% Pfg. Wetterauer Händler bieten neue Kartoffeln zu 3,75 Mk. prv Centner an. Auch mit alten Kartoffeln war der Markt gestern noch gut befahren, und fanden dieselben ebenfalls guten Absatz. — Vorgestern nacht brannte ein auf der „Warte" sitzender, dem Pächter des Warthofs Herrn Waldecke gehöriger Strohhaufen vollständig nieder. Glücklicherweise war derselbe versichert, sodaß der Schaden des Besitzers nicht erheblich sein dürfte. — Bekanntlich waren hier viele Landwirte durch das am 21. Juni in hiesiger Gegend nieder- gegangene Hagelwetter sehr geschädigt worden. Die meisten derselben hatten ihre Feldfrüchte versichert. Dieser Tage nun wurden die Schäden abgeschätzt, und sind die Versicherungsnehmer mit den ihnen zuerkannten Beträgen durchweg zufrieden.
+ Freienseeu, 22. Juli. Der Landwirt Johannes Frank VII. von Laubach wurde, auf einem beladenen Heuwagen sitzend, von einem Hitzschlag betroffen, stürzte vorn Wagen und starb infolge der erhaltenen Verletzungen.
Vermischtes.
* Ein neues Freskobild von Arnold Böckliu, das bisher ganz unbekannt war, wurde jüngst in der Nähe des Glaspalastes in München beim Abbruch eines alten Hauses freigelegt. Man erblickte eine echt Böcklinsche Landschaft die ihrer räumlichen Größe nach einzig dastehen dürfte Durch drei von rötlichen Porphyrsäulen getragene Bogen schaut man in einen italienischen Park, in das Dämmern eines Lorbeer- und Zypreffenhaines. Ein Ausschnitt Über jedem Bogen läßt den unvergleichlichen Böcklinschen Himmel mit seinem weißlichen Gewölk am tiefdunklen Blau hindurchschimmern, und blühendes Gesträuch nickt dazwischen herein Die Mauer, die dieses Bild trägt, bildete die Rückwand emes Atelierraumes, der dem Altmeister Böcklin während seines Münchener Aufenthaltes in den Jahren 1871-1876 als Werkstatt diente. Eigenartig berühren diese nun dem Untergänge verfallenen Bilder, als habe der Meister in itjuen seine Sehnsucht nach dem Süden ausdrücken wollen Rach Mitteilungen seiner alten Freunde hat Böcklin die Bilder in Tempera auf die getünchte Wand gemalt. Dies der Grund, weshalb sie schon in den wenigen Tagen, in denen sie den Unbilden der Witterung ausgesetzt waren leider stark gelitten haben. Ein Versuch, sie durch eine polygraphische Aufnahme für die Nachwelt zu retten, hatte nur unvollkommenen Erfolg. Gewiß würde unter den zahlreichen Verehrern des Künstlers sich einer gefunden haben, der es auf sich genommen hätte, rechtzeitig die Wandbilder an einen geschützten Ort zu überführen und sie auf diese Weise vor dem Untergange zu bewahren. So aber ist uns ein wertvolles Gemälde des großen Böcklin verloren gegangen.
* Die Gemeingefährlichkeit der Kurpfuscherei. lieber die Ergebnisse einer Preisausschreibung berichten in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" die Herren Geheimräte Prof. vr. Eulenburg Berlin, Pros. Dr. Guttstadt-Berlin und Dr. Liersch Kottbus: An alle Aerzte Deutschlands hatte die von der Aerztekammer für die Provinz Brandenburg und den Stadtkreis Berlin eingesetzte Kommission zur Bekämpfung der Kurpfuscherei den Aufruf gerichtet, sich an der Preisbewerbung für eine Schrift zu beteiligen, welche dle Eindämmung des Kurpfuschertums durch Aufklärung des Volkes bezweckt. Die Schrift soll in allen Schichten der Bevölkerung zur Verbreitung gelangen. Die Bedeutung der wissenschaftlichen Medizin für den Einzelnen wie für das Gesamtwohl und andererseits die Haltlosigkeit, die Schwindel- haftigkeit und Gemeingefährlichkeit der Kurpfuscherei war in populärer, leicht faßlicher Weise darzulegen. Besonderes Gewicht ist auf die Verwertung von Thatsachen zu legen, sowohl in Bezug auf den Nutzen der wissenschaftlichen Heilkunde, als auch in Bezug auf die bekannten und ins-


