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St.-Cyre. Dann folgte der General Zurlinden mit seinem
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Unterstützung gesunden.
Rom, 23. Februar. Im fernen Osten schemt sich wirklich auch Italien seinen Platz auf der Sonne besser sichern zu wollen, wobei es freilich noch ungewiß bleibt, ob es dort auf Erlangung von Gebiet bedacht ist. In der Deputiertenkammer erklärte der Minister des Auswärtigen, die Regierung lasse die Interessen Italiens, welche in China zugenommen hätten, nicht außer Acht. Er beabsichtige die Vermehrung der italienischen Konsulate erster Klasse in China. Die Zahl der italienischen Schiffe in den chinesischen Gewässern solle derartig vermehrt werden, daß diese Schiffe eine Schiffsdivision bilden.
Paris, 23. Februar. Fürst Radziwill nahm keine andere Einladung an, als die seines Schwagers, des Marquis Castellane, mit welchem er im engsten Familienkreise dinierte.
Paris, 23. Februar. Das Leichenbegängnis des verstorbenen Präsidenten Faure hat heute vormittag 10 Uhr begonnen und einen programmgemäßen Verlauf genommen. Vom Elyfee bis zur Kirche Notredame bildete eine ungeheure Menschenmenge Spalier. Truppen säumten die Straßen ein. Auf der Seine wimmelte es von großen und kleinen Booten, die von Menschen dicht besetzt waren. Zahlreiche Damen hatten Trauer^Gewänder angelegt. Um 10 Uhr 20 Min. setzte sich der Zug in Bewegung. Zuerst kam eine Schwadron der republikanischen Garde, dann die Schüler der polytechnischen Hochschule und der Militärschule
wagen, von sechs Pferden gezogen. Hinter diesem schritt Präsident Loubet mit den Präsidenten des Senats und der Kammer. Es folgten nun die außerordentlichen Gesandten
folgen soll.
** Jubiläum. Am 23. d. Mts. beging der Geheime Medizinalrat, Herr Professor Dr. Eckhard sein 50jähriges Jubiläum als Doktor der Philosophie in voller geistiger und körperlicher Frische. Im Laufe des Vormittags wurden demselben die Glückwünsche von feiten der medizinischen und der philosophischen Fakultät der Landes-Universität und von einer Deputation der Studierenden der Medizin, darunter drei Vertreter der Klinizisten, (der älteren medizinischen Seme st er), überbracht. Der Herr Dekan der philosophischen Fakultät überreichte in Begleitnng anderer
Kränzen, welche nach vielen hunderten zählen. Hinter den Kranzwagen kam der schwarze mit Silber verzierte Leichen-
der fremden Monarchen und Negierungen. Aufsehen machten die deutschen Abgesandten, welche ihre Umgebung mindestens
Mitglieder der Fakultät, mit dem Herrn Rektor an der Spitze, dem Jubilar das von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg, von welcher Herr Geheimrat Eckhard vor 50 Jahren den philosophischen Doktorgrad erhielt, zu dem gestrigen Tage erneuerte Doktordiplom. Möchte es dem Senior unserer Hochschule noch eine lange Reihe von Jahren vergönnt sein, au unserer alma mater Ludo- viciana zu wirken.
•* Die Ortsgruppe Gießen des Oberhesfischeu Obstbau. Vereins hält Samstag den 25. Februar, abends 8 Uhr, im Safe Ebel eine Versammlung ab, in welcher Herr Reichelt-Friedberg 1) über die Blutlaus und ihre Br. kämpfung und 2) über Versuchspflanzungen im Vogelsberg sprechen wird. Wir wollen nicht versäumen, an dieser Stelle nochmals aus die Versammlung, zu welcher auch Nicht- Mitglieder willkommen sind, hinzuweisen.
•• Der Manner-Turnverein feiert Samstag den 25. d. M. sein diesjähriges Winterfest. Wir wir erfahren, ist dar Programm sehr schön zusammengestellt, so daß den Mitgliedern genannten Vereins ein recht genußreicher Abenb bevorsteht.
Kinderfest. Daß das seit einer Reihe von Jahre« in der israelitischen Religionsgemeinde zu Gießen immer wiederkehrende Kinderfest von allen Seiten einer warme« Sympathie begegnet und sich allmählich zu immer größere« Dimensionen auswächst, hat der gestrige durchaus zahlreiche Besuch in Steins Saalbau evident gezeigt, so daß die weiten Räume bis auf den letzten Platz gefüllt erschienen. Wenn sogar öfters hier und da Platzmangel eintrat, so ist das allerdings mehr der schönen Sitte des Stuhlumlegens für noch kommende Leute zuzuschreiben, einer Erscheinung, über die schon mehr als einmal an dieser Stelle der Stab gebrochen worden ist, jedoch ohne den erwünschten Erfolg. Wir glauben im allgemeinen Interesse zu handeln, wenn wir nochmals darauf' aufmerksam machen, daß jeder, der Feste mit voraussichtlich größerer Frequenz besuchen null, gut daran thut, rechtzeitig zu erscheinen, ansonsten er sich I mit dem begnügen muß, was übrig bleibt. — Zur Sache selbst übergehend stellen wir fest, daß die Darbietungen, aus acht Piecen sich zusammensetzend, zum größten Teile in kleinen Theateraufführungen heiteren Inhalts bestanden, die flott und ohne störende Zwischenfälle über btt Brettei qingen. Das Geigensolo einer Dame erregte wegen seiner exakten, beinahe künstlerisch-vollendeten Vortragsweise berechtigtes Aussehen und forderte den Dank der Hörer. Diesen Dank aber möchten wir nicht versäumen insbesondere dem Gründer des Ganzen, Herrn Lehrer Marx, hiermit bestens zu votieren. Wenn auch nicht daran vergessen worden ist, genanntem Herrn durch ein Mitglied I unserer Gemeinde sofort in Wort und Thal den Dank der Eltern und übrigen Festteilnehmer für die großartige» I Vorführungen in gebührender Form abzustatten, so erscheint I es uns dennoch Pflicht, an dieser Stelle noch einmal darauf hinzuweisen, daß dieser Dank wohlverdient war. Der gestrige Erfolg sollte Herrn Marx ermutigen, seine Kraft I auch ferner alljährlich in den Dienst der guten Sacht
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Ordens Allergnädigst zu verleihen geruht.
,.. a , ** Parlamentarisches. Im Finanzausschuß, welcher
Dann kamen wieder Truppen und nach diesen I vorgestern und gestern in Darmstadt tagte, erstatteten über einzelne Regierungsvorlagen und Anträge dre Referenten ihre Berichte, lieber die Steuervorlagen liegen dre fertigen Berichte teilweise ebenfalls vor, teilweise sind sie noch auszuarbeiten, soweit noch einzelne Punkte der Klarstellung zwischen Regierung und Ausschuß bedürfen, dre in nächster Woche in einer gemeinschaftlichen Sitzung er»
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um Haupteslänge überragten. Dann kamen die Minister, Senatoren, Deputierte, Generale und andere Persönlichkeiten. Das Publikum verhielt sich vollkommen ruhig Am Eingänge der Notredame-Kirche befand sich die Geistlichkeit, die den Leichenzug erwartete. Bei der Leichenfeier hielt der Vizepräsident des Senats, Franck Chauveau, eine Rede, in der er einen Rückblick auf das Leben des Verstorbenen warf. Alsdann hielt Dechanel eine Taueransprachc. Er schloß dieselbe mit den Worten: Der kann in Frieden ruhen, der
Salzhausen, 23. Februar. Aus guter Quelle er» fährt man, daß die Eisenbahnzüge für das Sommerhalbjahr wesentlich günstiger für Badegäste aus der Umgegend gehen werden, als im vorigen Sommer und zwar für die verschiedenen Richtungen von Norden nach Westen her und zurück, wodurch sich eine große Zeitersparnis für die Badegäste ergeben wird. Ein Mißstand bleibt es, daß die Sonntagsabendzüge Friedberg-Nidda und zurück nur Reisende von und nach den Endstationen mitnehmen. Kann mat nicht nach Bedarf halten lassen, wenn Reisende auf bei Zwischenstationen aus- und einsteigen wollen? Der Besuch- von Nauheim und Frankfurt würde wesentlich erleichtert und btt Leuten mancher Kunstgenuß ermöglicht, auch die Bahnvei- waltung würde sich nicht schlecht dabei stehen, denn wo Fahrgi- legenheit vorhanden ist, sinden sich auchReisende — FürSpaziei- wege im hiesigen Kurpark wird gute Sorge getragen; wird nun wohl auch eine zweckmäßigere Fassung einiger Quellen stattfinden? Das ist doch eine ganz besonders wichtige Sach, die die größte Berücksichtigung verdient.
Friedberg, 23. Februar. Im November v. I. HM der Vorarbeiter an der Bahn, Wilhelm Adam Philippe eine Dame mit eigener Lebensgefahr vor dem Ueberfabrer werden gerettet. Am vergangenen Dienstag erschien He? Verkehrsinspektor Klemm von Frankfurt, um Genannte im Beisein des Bahnpersonals die ihm von Sr. Köni» Hoheit dem Großherzog verliehene Rettungsmedailr mit einer entsprechenden Ansprache zn überreichen. D:S Schreiben, das Herr Philippi erhalten hat, hat folgend!« Wortlaut:
Durch Allerhöchste Entschließung Sr. Königliche Hoheit des Großherzogs von Hessen ist Ihnen flW unseren Vorschlag in Anerkennung dafür, daß Sie co 6. November 1898 mit eigener Lebensgefahr eini Dame beim versehentlichen Überschreiten der Fricd berger Bahnhofsgeleise vor dem Ueberfahrenwerder bewahrt haben, die Großherzoglich Hessische Rettung medaille verliehen worden.
Indem wir Ihnen letztere beifolgend übersend!» sprechen wir Ihnen gleichzeitig für die in dem vl' liegenden Falle bewiesene mutvolle Entschlossen^ unsere ganz besondere Anerkennung aus.
B. Büdingen, 22. Februar. Mit unserer W Stockheim-Frankfurt wird es ernst; die Sache wm von unserem Herrn Kreisrat mit der größten Energie ^ trieben. Gestern und vorgestern, den 20. und 21. b-
I besuchte er diejenigen Orte, die an die Linie zu lieg«' I kommen, und das Gelände zu stellen haben: Stockhc^' Glauberg, Lindheim, Altenstadt und Höchst, und gab aq I Grund einer genauen Karte die Lage der Bahnhöfe, stw I sonstige wichtige Punkte an. Man ist sehr erfreut über W
Males und UrovinMes.
Gießen, den 24. Februar 1899.
*• Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 15.-Januar, resp. 22. Februar dss. Js. der Frau Marie Claus, geb. Freund, Vorsteherin des Pflegermnenheims des Alice-Frauenvereins in Mainz, das Dienstauszeichnungs» kreuz für Krankenpflege (in Gold), dem Fräulein Karolme Bauer in Darmstadt das Ritterkreuz 2. Kl. des Ludewigs-
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in der lVerbrüderung zweier großer Völker Frankreich | personificierte. Dupuy betonte, Frankreich werde stets das Andenken des Verstorbenen bewahren, der aus dem Volke ^ervorgegangen sei. Lockroy hob hervor die Vorliebe Faures für die Marine und das Heer. Es wurden noch eine wettere Anzahl Reden gehalten und dann die Feier geschlossen. Der ^üg setzte sich sodann nach dem Kirchhofe Pere la chaise in Bewegung, wo die Beisetzung erfolgte
Paris, 23. Februar. Putsche der Thronsorderer stehen vorläufig kaum mehr zu erwarten. Offenbar sind diese durch die Ereignisse zu sehr überrascht worden, so daß sie nicht Thatkrast genug besaßen, um vorzugehen. Insbesondere hat die Pariser orleanistische Partei so gut tote jede Hoffnung auf Erfolg, ja nur auf die Möglichkeit, große Ueberraschungen ins Werk setzen zu können, aufgegeben. Ihre Cafees sind verwaist, ihre Blätter begnügen sich mit I Erfindungen, vagen Prophezeiungen oder mit Uebertreibungen. I Aus einer Brüsseler Depesche, welche mitteilt, daß der | Herzog von Orleans vorn belgischen Thronfolger empfangen I ist, schließt der „Gaulois", daß er Die Unterstützung dieses I Hofes finden könne, und veröffentlicht deshalb eine Note, I daß der Prinz sich bereit halte, seine Pflichten zu erfüllen, I und sein Pflichtbewußtsein durch diezThat bekunden würde. I Bei dieser leeren Verheißung wird es aber wohl bleiben. I
Petersburg, 23. Februar. Eine gewisse Gährung unter I der Studentenschaft in Petersburg macht sich wieder geltend. Bei dem Stiftungsfest der Universität fanden I zwischen der Polizei, Kosaken und Studenten Zusammenstöße statt, bei denen zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wurden. I Die Ursache der Ausschreitungen war eine Verordnung des | Rektors, durch die die üblichen Straßenumzüge verboten wurden. Eine Kundgebung von 600 Studenten vor dem I Winterpalais wurde von Kosaken verhindert.
Amerika. Die Philippinenfrage haben die Mächte I bisher den Vereinigten Staaten allein überlassen; irgend | eine Einmischung ist nicht versucht worden. Vermutlich dürsten aber nun doch, wie man uns schreibt, in nächster Zeit internationale Unterbanblungen über einzelne Punkte der Frage eingeleitet werden. Dem Pariser „New- Bork Herald" ist aus Manila gemeldet worden, daß die fremden Konsuln und Kaufleute daselbst am 17. Februar eine Versammlung abgehalten haben, um über die Schäden zu beraten, welche in Jlo-Jlo durch die Beschießung, rote | in Manila durch die Blockade und die Sperre des Provinzverkehrs entstanden sind. Die Mächte sollen von ihren Angehörigen ersucht werden, die bezüglichen Schadenersatzansprüche zu vertreten. In Jlo-Jlo sind hauptsächlich Engländer um ihr Besitztum gekommen, auch Deutsche haben Schaden gelitten; das Haus des deutschen Konsuls dort, । E. Streiff, ist auch eingefchoffen worden, dieser selbst ist aber Schweizer. Da er deutsche Firmen in Manila vertrat, und Lager von ihnen hatte, so ist dabei auch ansehnliches deutsches Eigentum vernichtet worden. Wenn die Regierung in Washington jetzt mit Gewalt gegen die Philippiner vorgehen will, anstatt den billigeren und aussichtsreicheren Weg einer Verständigung mit den Eingeborenen einzuschlagen, so schiebt man die Hauptschuld auf die Trusts der amerikanischen Zucker- und Tabakspekulanten. Diese möchten die Länder, welche hauptsächlich diese Produkte erzeugen, ganz in ihre Gewalt bekommen und üben natürlich einen starken Einfluß I auf die Regierung aus. Von den 15000 Mann amerikanischer Truppen auf den Philippinen liegen gegenwärtig 3 bis 4000 Mann zu Manila in den Spitälern. Wenn die Union hin und wieder auch ein Schiff mit etwa 1500 Mann I nach Manila sendet, so kann man damit die Truppe nicht I auf ihren vollen Bestand bringen. Sollten die Amerikaner größere Truppenmassen dahinbringen, so müßten sie sich I unbedingt auch auf einen Krankenbestand von 25 v. H. ein» I richten. Was das bei einem etwaigen Feldzuge ins Innere I bedeutet, braucht nicht erst näher erklärt zu werden. — I Inzwischen hat sich wieder ein neues Gefecht bei Manila I ereignet. Nach Depeschen aus Manila hat das Nebraska- I Regiment eine Schaar von 300 Filipinos drei englische I Meilen weit auf den Pasig-Fluß zurückgeworfen und bei I dem Kampfe viele derselben getödtet. 21 Gefallene wurden I aufgefunden. Aus amerikanischer Seite wurden 3 Mann I verwundet.
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Dem Kaiser gefiel damals das Wort des leitenden Staats- I mannes sehr gut und er bezeichnete es als ein echt Bismarcksches.
M.P.C. Die aus Anlaß des Todes von Faure von deutscher Seite beobachtete Haltung hat in Petersburg den allerbesten Eindruck gemacht. Man sagt sich dort, daß durch eine solche Art und Weise den französischen Chauvinisten doch mit der Zeit immer mehr Wasser abgegraben werden dürfte. Nebenbei gibt sich die russische Regierung auch der Hoffnung hin, die französische Regierung werde um so weniger Veranlagung fühlen, sich wieder an die Seite Englands ziehen oder drängen zu lassen, je bester sich ihr Verhältnis zu der deutschen gestalte.
— Samoa betreffend schreibt die „T. R.": Den unzähligen Enten, die in der Samoa-Angelegenheit täglich cuSgebrütet werden, zu folgen, halten wir für überflüssig. Sie würden wohl allgemein unbeachtet bleiben, roenn m^t das „R. B." so gewissenhaft die Verbreitung dieser durchweg gegen Deutschland gerichteten Lügen und Verläumbungen betriebe. Eine Berliner Nachricht der „Magdeb. Ztg. besagt: Gegenüber den fortgesetzten Bemühungen, Herrn Chambers rein zu brennen und der deutschen Regierung Verletzungen der Samoa-Akte zur Last zu legen, kann nur nochmals betont werden, daß hinter Herrn Chambers keine der drei Mächte steht, und daß Meldungen über Beschwerden der amerikanischen Regierung über Verletzung der Samoa- Akte durch Deutschland auf Erfindung beruhen. Daß Herr Dr. Raffel angewiesen ist, hierher zurückzukehren, ist schon gemeldet. Sein Nachfolger Dr. Solf weilt augenblicklich noch hier in Berlin.
Ausland.
Wien, 23. Februar. Vom Kriegsschauplätze in Böhmen schreibt man der „Tägl. Rundsch.": Die tchechi che Hetze gegen die in deutschen Händen befindliche Böhmische Sparkasse in Prag, welche jüngst das „Grand Hotel" in Prag zum Zwecke der Errichtung eines deutschen Studentenheims angekauft hat und seither von der tschechischen Presse maßlos angefeindet wird, wächst von Tag zu Tag. Nunmehr hat sogar der Exekittivausschuß der jung-tschechischen Abgeordneten es nicht unter seiner Würde gesunden, eine „Denkschrift" an den Statthalter zu richten, in welcher derselbe aufgefordert wird, den obengenannten Beschluß der Sparkasse rückgängig zu machen. Das Schriftstück ist eine Aneinanderreihung der brutalsten Gemeinheiten, Unterstellungen, Verleumdungen und voll von Verhaderung. Der einzige Zweck dieses neuesten tschechischen Raubzuges ist, die reiche böhmische Sparkasse mit ihrem nach vielen Millionen zählenden Reservefonds in tschechische Hände zu bekommen. Hoffentlich wird ihnen das nicht gelingen! Die unersättliche Habgier und der grenzenlose Egoismus der Tschechen zeigte sich hier wieder einmal in schönstem Lichte? Wie es deutschen Alumnen, welche sich dem Priesterstande widmen wollen, in Böhmen geht, zeigt folgender Vorfall: Sämtliche 11 deutschen Alumnen des bischöflichen Seminars in Komg- grätz haben vereinbart, mit Ende dieses Semesters die Anstalt zu verlassen und zwar infolge eines nationalen Streites mit ihren tschechischen Kollegen. Der Streit soll auf das unverschämte Verhalten eines tschechischen Alumnen gegenüber den deutschen zurückzuführen sein. Jedenfalls haben die Deutschen auch bei dem ultratschechischen Bischof keine


