Ausgabe 
25.2.1899 Erstes Blatt
 
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| Hohversteigerung

in der

n Gießener Zeitungen hat Herr J. Färber vor Kurzem bekannt

1715

Fortgang der Sache und erwartet den Beginn der Arbeiten im nächsten Frühjahre, sobald es die Witterung erlaubt. «H

Darmstadt, 23. Februar. Ein Arbeitersekretariat »ird zum 1. April von den organisierten Arbeitern hier errichtet. Ein Ausschuß, bestehend aus drei Gewerkschafts­mitgliedern, drei Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei, sowie einem Mitgliede der Kreisorganisation hat die Vor­bereitungen soweit gefördert, daß die Errichtung gesichert erscheint. Die Arbeitgeber werden sich nach derFranks. Ztg.- finanziell beteiligen.

Rom, 24. Februar. Der Vatikan wurde von Seite» Hollands verständigt, daß eine Einladung zur Abrüstungs- Konferenz ihm nicht zugehen werde. Den Zeitungen wurde verboten, etwas über diesen Bescheid in die Oeffentlichkeit zu bringen.

Rom, 24. Februar. Die Meldung, daß die Regierung rem Herzog von Orleans befohlen habe, Italien zu verlassen, ist unrichtig. Es wurde demselben nur der freundschaftliche Rat erteilt, von Italien aus keine Agitationen zu betreiben. Hier will man wisien, daß thatsächlich dem­nächst von orleanistischer Seite ein Putsch erfolgen werde. Die Unterstützung mehrerer hoher französischer Offiziere soll dem Herzog von Orleans sicher sein.

Rom, 24. Februar. In parlamentarischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß trotz der schwierigen Finanz­lage, in welcher sich das Land befindet, die Regierungs­vorlage betreffend die Erhöhung des Kredites für die Der tretung bei der Pariser Weltausstellung von 900000 auf 2200000 Lire angenommen.

Paris, 24. Februar. In dem Leich enzu ge fiel eine Gruppe seltsam auf. Es waren zwei kleine Mädchen, von denen das eine elsässische, das andere lothringische National­tracht trugen, die von zwei Damen in gleichen Kostümen geführt wurden. Die Damen trugen eine schwarze Fahne, auf der mit Goldbuchstaben die Worte Straßburg und Metz standen.

Paris, 24. Februar. Die Schleifen von den am Sarge Faures niedergelegten Kränzen wurden der Frau und Tochter des Verstorbenen überbracht. Diese werden heute den Friedhof Pöre la chaise besuchen.

Paris, 24. Februar. Die Nationalisten versuchten gestern abend vor der Libre Parole eine Kundgebung zu veranstalten, wurden aber durch die Polizei an ihrem Vorhaben gehindert. Millevoye, Döroulöde und Habert wurden verhaftet, später aber wieder frei gelassen.

Paris, 24. Februar. Wie v.erlautet, wird der Ge­meinderat ein Manifest an die Bevölkerung von Paris richten, worin derselben für die musterhafte Haltung bei dem gestrigen Leichenbegängnis Faures gedankt wird. Es sei dies ein neuer Beweis dafür, daß die Bevölkerung von Paris treu und fest an der Republik hänge.

Paris, 24. Februar. Die deutschen Offiziere fuhren gegen 5 Uhr nachmittags vom Kirchhofe Pöre la chaise über die inneren Boulevards nach dem Hotel West­minster. Um diese Zeit waren die Boulevards ungemein belebt. Die deutschen Offiziere erregten auch bei der Heim- fahrt allgemeine Aufmerksamkeit.

gemacht, daß er mein Geschäft in Gießen übernommen habe. \ Um Irrtümer zu vermeiden, teile ich dem geehrten Publikum

von Gießen und Umgegend mit, daß ich dort kein Geschäft gehabt habe. Wohl hat dort ein Geschäft von einem Herrn Pflug bestanden, welcher meine Artikel verkaufte, jedoch hat Herr Pflug das Geschäft gänzlich für eigene Rechnung gemacht. Herr Färber führt nun ebenfalls meine Artikel, betreibt aber sein Geschäft gleichfalls nur für eigene Rechnung. Ich bin in keiner Weise daran beteiligt und habe auch infolge der frag- lichen Annoncen die Geschäftsverbindung mit Herrn Färber abgebrochen.

Verkehr, Land- und Volkswirtschaft.

Stuttgart, 21. Februar. (Allgemeiner Deutscher Verficherungs- Derein.) Ja. Moi.ai Januar 1899 wurden 982 Schadenfälle reguliert. Davon entfielen aus die Beirieds-Haftpflichtversicherung 418 Falle und zwar 253 wegen Körperverletzung und 165 wegen Sachbeschädi­gung; auf die HauS-Haftpflichtversicherung 28 Fälle und zwar 19 wegen Körperverletzung und 9 wegen Sachbeschädigung; «uf 6te Unfallversicherung 472 Fälle, von denen 3 den sofortigen Tod und 7 eine gänzliche oder theilweise Invalidität der Verletzten zur Folge batten. Von den Mitgliedern der Sterbekasfe sind 64 in diesem Monat gestorben. Neu abgeschlossen wurden im Monat Januar 5759 Versicherungen. A'Ie vor dem 1. November 1898 angemeldeten Schäden der Unfall^ Versicherung (incl. der Todes- und JnoalidilätS-Fälle) sind bis auf die 143 noch nicht genesene Personen betrrffenden Fälle erledigt.

Aus der Zeit für die Zeit.

Bor 68 Jahren, am 25. Februar 1831, starb als Kurator der Universität Dorpat der Dichter Maximilian Klinger, ein Sohn armer Eltern aus Frankfurt a. M., der sich durch Mut und Thatkraft zu hoher Stellung empor­rang. Er war ein Jugendfreund Göthes, der ihn in seiner Selbstbiographie vortrefflich charakterisierte. Seine große Berühmtheit aber erlangte er durch sein preisgekröntes TrauerspielDie Zwillinge". Auch manche Romane schrieb Klinger, in denen sich meist eine hohe Begeisterung für alles Hohe und Edle ausspricht. Er wurde am 17. Februar 1752 zu Frankfurt a. M. geboren.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 24. Februar. Der Kaiser folgte gestern abend einer Einladung des Kriegsministers v. Goß ler zum Diner. Es waren etwa 20 Gäste geladen, die den hohen militärischen Kreisen angehörten.

Berlin, 24. Februar. Wie dasBerliner Tageblatt" von gut unterrichteter Seite erfährt, ist die für dieses Frühjahr geplant gewesene Reise Kaiser Wilhelms nach Rom aufgegeben worden.

Berlin,24. Februar. Zu dem gestrigen Diner beim Reichskanzler waren sämtliche Staatsminister und Staatssekretäre sowie eine große Anzahl von Mitgliedern des Reichstages und beider Häuser des preußischen Land­tages erschienen. Die Unterhaltung drehte sich insbesondere um die schwebenden parlamentarischen Fragen, besonders um die Militär-Vorlage und die Justizausführungsgesetze.

Berlin, 24. Februar. Die kaiserliche Disciplinarkammer zu Potsdam verhandelte gestern gegen den Bureau-Assistenten der Reichsdruckerei, Holzmann, der beschuldigt wurde, sich durch falsche Angabe seiner Vermögensverhältnisse seine Anstellung im Staatsdienst erschlichen und einen leicht­sinnigen Lebenswandel geführt zu haben. Der Angeklagte war mit dem Banknotenfälscher Grünenthal und dem kürzlich wegen Meineid zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe ver- urteilten ehemaligen Kriminal-Kommiffar Grützmacher sehr befreundet. Der Gerichtshof erkannte auf gänzliche^Dienst- entlassung ohne jede Pension.

Berlin, 24. Februar. DasKleine Journal" meldet aus Brüssel. Der Herzog von Orleans scheine zu einem Hand st reich entschlossen zu sein. Er mache aus dieser Absicht auch keinen Hehl. Sein Secretär gestehe offen ein, der Prätendent plane bei der ersten besten sich bietenden Gelegenheit eine Ueberschreitung der Grenze an der Spitze seiner Anhänger, von denen er in den letzten Tagen viele empfangen hat. Der Herzog läßt sich nur noch von eigenen Dienern bedienen, weil er die Spionage der Hoteldiener be­fürchtet. Die Linke der Kammer kündigte eine Interpella­tion an, wegen der Duldung der orleauistischen Konspira­tionen auf belgischem Boden.

Karlsruhe, 24. Februar. DieSüddeutsche Reichs- Correspondenz" bringt einen augenfällig öffiziös inspirierten, scharfen Artikel gegen die im Lehmann' chen Verlag in München erschienene sensationelle Flugschrift des All­deutschen Verbandes, betitelt: Oesterreichs Zusammenbruch und Wiederaufbau. Die Schrift verlangt die Aufteilung Oesterreichs unter Preußen, Bayern und Sachsen. In dem erwähnten Artikel der Süddeutschen Correspondenz, der dem Verfasser der Flugschrift politischen Dilettantismus vorwirft, wird darauf hingewiesen, daß diese Schrift den entschiedensten Widerspruch bei den Deutschen Oesterreichs Hervorrufen muß, weil sie auch unter den schwierigsten politischen Verhältnissen inmitten erbitterter Kämpfe um die Er­haltung ihres Volkstums stets unerschütterlich zu ihrem Kaiser stehen und niemals sich versucht fühlten, ihre monarchischen Gefühle zu refüsiren. Es erscheine gerade im Hinblick auf die gefährdete Stellung des Deutschtums in Oesterreich als eine Ehrenpflicht der reichsdeutschen Presse, gegen die seltsame Art der Bundesfreundlichkeit, wie sie in der FlugschriftOesterreichs Zusammenbruch und Wieder­aufbau" geübt werde, durch rückhaltlosen Protest der wahren Meinung des deutschen Volkes Ausdruck zu geben.

Wien, 24. Februar. In politischen Kreisen verlautet, daß der Reichs rat Anfang Mai behufs Vornahme der Deleqationswahlen zusammentreten wird.

Budapest, 24. Februar. Das neue Kabinett ist gebildet. Koloman Szell übernimmt das Präsidium und das Innere, Justizminister wird Staatssekretär Ploß.

Hochachtend

A. L. Mohr, Altona-SahrenW.

Lesehalle-Verein.

Milgtieder-Wersammlung

Dienstag den 28. Februar 1899, abends 87, Uhr pünktlich in der Lesehalle (Thorhäu-chen am Seltersweg).

fteiherrl. ©btrförfttni Wenau.

Mittwoch den 1. März lfd. Js., nach Zusammenkunft im Distrltt Noll auf dem chaussierten Abfuhr­wege am Waldeingang vormittags 10 Uhr, aus dem Distrikt Noll: Scheiter rm: Buchen 250 1. Klaffe, 6 2. Kl., Knüppel rm: Buchen 238 I. Kl., 2 2. Kl.; Eichen 1; Reiser rm : Buchen 274; Stöcke rrn: Buchen 50 1. Kl., 2 2. Kl. Das Holz sitzt in unmittelbarer Nähe des chaussierten Absuhrweges. Nähere Auskunft er« teilt auf Verlangen Forstwart Leyerer, Odenhausen.

Papiermühle, den 23 Febr. 1899. Frecherrliche Oberförsterei Rabenau.

Schwörer. 1704

Umversitäts Nachrichten.

Leipzig. Die medizinische Klinik der hiesigen Universität feiert Ende April den Gedenktag ihres hundertjährigen Be­stehens. Eine F-stschrtst und eine schlichte Feier werden geplant. Außerdem sollen von den beiden Männern, denen di« Leipziger Klinik vor allem ihr Wachsen und Gedeihen verdankt, C. A. Wunder­lich und E. Wagner, an der Stätte ihres Wirkend, im (Satten deS 6t Jacob Krankenhauses, Marmorbüsien ausgestellt werden.

Strahburg. An der hlestgen Ur.toersiiät hat sich Herr Dr. Adolph Magnus Levy als Pctvatdozent für innere Medizin habilitiert.

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Vermischtes.

Rur immer fix! Mit staunenswerter Geschwindigkeit hat am 19. Februar der Amerikanische Biograph in Paris bei der Auflösung des Kongresses von Versailles das Bild der Abfahrt des neuen Präsidenten der Republik ausgenommen. Durch unglaubliche Anstrengung der Arbeitskräfte und tadel- lvfes Jneinanderarbeiten der Apparate war es ihm möglich, «l»ch an demselben Abend das Tableau von Versailles vor den Augen der überraschten Besucher der Folies Bergdres abrollen zu lassen Der Amerikanische Biograph hat dieses mit großer Geschicklichkeit und großem Reiz ausgeführte Lravourstückchen zum Staunen selbst der Pariser Welt tadel­los fertig gebracht.

Katholische Gemeinde.

SamStag den 25. Februar.

Nachmittags um 41/» Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 26. Februar. 2. Fastensonnlag.

Beginn der österlichen Zeit.

vormittags von 6Ve Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe;

vor und in deftelben Austeilung der heil. Communion;

, um 8 Uhr: die zweite heil. Meffe;

, um Ai/, Uhr: Hochamt mit Predigt (2. Fastenpredigt);

Nachmittags um 5/« Uhr: Christenlehre; daraus Fastenandacht.

Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fastenandacht.

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(3^ür die Zahlung der durch Boten erhobenen Mitglieder-Beiträge zwecks Ausstattung des diesjährigen Karnevaizuges statte ich als Leiter desselben allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank ab. Hoffentlich ist es mir recht bald vergönnt, allen Mitgliedern die gewiß angenehme Mitteilung machen zu

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Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Esnntag den 26. Februar. Reminiscere.

Gottesdienst.

I« der Ttadtkirche.

Bormittags 9l/i Uhr: Pfarrer Dr. Grein

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein.

Nachmittags 6 Uhr: Siehe Johanneskirche.

'In bet 'tohanneöfirdu.

Vormittags 91/, Uhr: Pmrrassistent Dr. Heußel.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler.

Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Beichte und beil. Abendmahl für die Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer erbeten.

Montaa den 27. Februar, abendS 8 Uhr: Bibelstimde im Kvnfirmandensaal der Johanneskirche. Colofferbrief Kap. 4. Er­mahnungen in Bezug auf Gebet, Wandel, Rede. Pfarrer Dr. Naumann-

I« der Stadtkitche.

Mittwoch den l.März, abends 6 Uhr: Dritte Passionsandacht. Pfarrer Schlosser.

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Frau Elly Wagner. 9 Beste Empfehlungen. Prospekte zur gefl. Verfügung. q

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r ages-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Vorstandswahl.

3. Verschiedene».

Etwaige Anträge wolle man bis zum 25. d. Mts., schriftlich an btn vviu....... ..... _...a________ u

Loorfitzenden, Herrn Prof. Dr. Frank, Seltersweg 89, gelangen taffen.' tonnen, daß die bisher noch immer konfiszierten Beiträge zurückgezahlt werden und

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