der Iltis in den zur Zeit gerade offen gestandenen Brunnen von der Scheuer aus hineingestürzt ist. Aus Lebensüberdruß hat sich der Ratz bei einem Winter, in dem tm Januar die Gräser sprossen, die Schneeglöckchen hervorgucken und die Hecken und Sträucher treiben und die Hühner so fleißig Eier legen - sicherlich nicht in den Brunnen gestürzt Der gelinde Winter scheint auch den Fischottern sehr zu behagen und diese gefährlichen Fischräuber keck zu macheti. So gewahrte man kürzlich ganz in der Nähe unseres Ortes eine Fischotter sich gar nicht scheu am Ufer eines Mühlgrabens bewegen und aufhalteu. Wo aber diese Fischvertilger sich aufhalten, da wird der Fischbestand ruiniert oder vernichtet. Allerdings läßt das gänzliche Fehlen des Schnees den Ottern mit Fallen nur-schwer oder gar nicht benommen.
H. L. M. Mainz, 22. Januar. Die erste und einzige diesjährige Damensitzung war von ungefähr 4000 Personen besucht, sohaß unsere Stadthalle, bekanntlich einer der größten Säle Deutschlands, sich als fast zu klein erwies. Schon um 5 Uhr war die Halle vollständig besetzt; da saßen , dann die Narren und Närrinnen im Halbdunkel und vertrieben sich mit Kaffeetrinken und Vertilgen von Kuchen und Schinkenbrödchen die Zeit bis zum Beginn der Sitzung. Em- qeleitet wurde dieselbe durch eine Wiederholung der von mir schon gelegentlich der ersten Sitzung besprochenen Eröffnungsszene, der es auch diesmal nicht an Beifall fehlte und für die ihre Verfasser mit dem Gemüse des Ruhmes ausgezeichnet wurden. Alsdann begrüßte Präsident Schwitz die Erschienenen in einer witzigen Rede mit dem Endreim: „Wie ein schönes Bild im Rahmen — Zum Carneval gehören die Damen." Das, vom Hofpoeten Korn verfaßte Lied Nr. 1 wurde darauf mit starkem Beifall ausgenommen. Nunmehr verlas Präsident Schmitz als sein eigener Sekretär sein Protokoll. lieber Mangel an Beifall hatten sich die nun folgenden Lieder und Vorträge des Fräulem Warmers- perqer (vom Stadttheater), sowie der Herren Costa, Rudolf und Köberich, Harburger, Diebold, Benach, Dremmel, Lösche und Hauser nicht zu beklagen. Die äußerst gelungene Sitzung beschloß ein bis zum frühen Morgen währender Ball.
eroberten Provinzen ausgerüstet werden solle, und was 1 jüngst Lord Cromer vor den in Omdurman versammelten 1 Schecks angedeutet hat. Was dem politischen Beobachter | dabei vor allem in die Augen springt, ist die angelegentliche I Sorge, womit die englische Regierung im allgemeinen rote im einzelnen bemüht gewesen ist, in dieser Vereinbarung, I jedenfalls für den ganzen Sudan mit einzigem Ausschluß von Suakin, für sich einen formellen Rechtsboden zugrunde | gu legen und sich gegen alle Nadelstiche und Nörgeleien zu I decken, mit denen man französischerseits seit Jahren unmittelbar und mittelbar, durch die ägyptische Regierung und I die ägyptischen gemischten Gerichtshöfe England die politische I Arbeit in Aegypten versauert hat und neuerdings noch zu I versauern Lust zeigte. Die ^Definition des Sudans, als I einbegreifend das Gebiet südlich des 22. Parallelkreises, das I nie von ägyptischen Truppen geräumt, dann die ehemals I unter ägyptischer Verwaltung stechenden und seitdem von I England und Aegypten neueroberten Landesteile und schließlich auch diejenigen Gebiete, die in der Folge von beiden I Parteien noch etwa wiedererobert werden, zeigt die Hand | der englischen Juristen und läßt erkennen, wie man in Downingstreet bedacht ist, sich wegen künftiger französischer I Ansprüche formell zu sichern. Auch die Ernennung Lord Kitcheners zum Gouvernsbr und seine Sicherung gegen ägyptische Eingriffe, ägyptische Absetzung und ägyptische Verordnungen ist jehr deutlich. Keine ägyptische Verordnung hat im Sudan Geltung, so lange sie der Gouverneur nicht proklamiert. Er hat die volle gesetzgebende und die Verordnungsgewalt und ist nur insofern beschränkt, als seine Gesetze und Verordnungen dem englischen Vertreter in Kairo und dem ägyptischen Ministerpräsidenten mitgeteilt werden müssen. Die Bestimmung, daß für den Sudan der Grundsatz der offenen Thür in Kraft treten soll, durch den die Gleichberechtigung aller Nationen bei der Einfuhr und die Beschränkung der in Suakin oder andern Küstenpunkten des Roten Meeres zu erhebenden Zölle auf die ägyptischen Sätze verfügt wird, schließt allen Grund zu gegründeten Beschwerden nach dieser Richtung aus. Bei der ausdrücklichen Bestimmung, daß die gemischten Gerichtshöfe Aegyptens im Sudan, von Suakin abgesehen, keinerlei Zuständigkeit genießen sollen, erinnert man sich unwillkürlich an den geschickten und für England sehr lästigen, schließlich freilich doch vergeblichen Gebrauch, den der französische Einfluß in Aegypten von diesen Gerichtshöfen gemacht hat, um die Mittel für den Sudanfeldzug aus den verfügbaren Beständen der Staatst schuldenkasse abzuschneiden. Die englische Diplomatie hat es sich natürlich nicht versagen können, die infolge dessen * aus englischen Staatsmitteln gespendete Finanzhilfe in der Einleitung der gegenwärtigen Konvention denen, die es angeht, als einen der Stützpunkte ihres Rechtsbodens im Sudan vorzuhalten. Eine sehr bemerkenswerte Schranke gegen die Umtriebe, die man jüngst von feiten der französischen Kolonialpartei beispielsweise durch ein französisches Schulprojekt in Aussicht stellte, liegt in der Ankündigung, daß vorderhand im Sudan das Kriegsrecht bestehen bleiben soll. Man darf wohl annehmen, daß diese Bestimmung auf absehbare Zeit keine Veränderung erleiden wird. Daß ohne Zustimmung der englischen Regierung keine Konsuln oder Konsularagenten im Sudan ernannt werden sollen, bildet eine weitere Schutzwehr gegen ausländische Wühlereien und Ränke. Was sonst noch über den Sklavenhandel und die Einfuhr von Feuerwaffen, Munition und geistigen Getränken im Sinne der Brüsseler Akte von 1890 verfügt wird, ist im Grunde selbstverständlich und bedarf keiner besonderen Erwähnung. Lord Kitchener und seine Nachfolger werden in der Lage sein, unter dieser Konvention im Laufe der Zeit im Sudan soviel Ordnung und Gesittung einzuführen, als unter der schwarzen Bevölkerung und auf weitem menschenleerem Gebiete möglich ist. Das nächste zum Teil im neuen Gordon College ausgebildete Geschlecht wird dann einige weitere Schritte auf dem Pfade der Gesittung zu thun vermögen. „Köln. Ztg."
Athen, 23. Januar. Ein Erdbeben richtete im Peleponnes fürchterliche Verheerungen an. Mehrere Ortschaften wurden gänzlich, viele andere teilweise zerstört. Eine große Anzahl von Menschen ist verunglückt. Der König wird sich wahrscheinlich heute noch auf die Unglücksstätte begeben.
Afrika. In den düstersten Farben werden jetzt die kriegerischen Nöte des Kongo st aates gemalt. Das Brüsseler Blatt „Patriote" spricht in einem Aufsatz über den Kongo von neuen Kämpfen mit den Aufständischen, in welchen europäische Offiziere und zahlreiche Soldaten ge- bagegen von 5 auf 10 Mk. erhöht. Eine gleiche Steuer sollen auch die Gemeinden erheben dürfen.
Es läßt sich vielleicht darüber streiten, ob eine verhältnismäßig so bedeutende Steuer auf den Besitz eines Hundes (für Staats- und Gemeindesteuer unter Umständen zusammen 20 Mk.) an sich gerechtfertigt ist. Man wird sich jedoch leichter damit einverstanden erklären können, weil die Schäfer- und Hirtenhunde von der Steuer befreit werden sollen, wodurch einem langjährigen Drängen der Zweiten Kammer nachgegeben wird. Auch ist der durch die Erhöhung des Steuersatzes erwartete Mehrertrag nicht unbedeutend (165,000 Mk.), und zur Entlastung der direkten Staatssteuern erforderlich. Man mußte davon absehen, auch Hunde, die in anderen Gewerbebetrieben verwendet werden, oder zur Bewachung von Hofraiten erforderlich sind, ebenfalls von der Steuer zu befreien. Es kann dies auch umsoweniger bedauert werden, als die Vermehrung der gerade zu gewerblichen Zwecken verwendeten Hunde nicht besonders wünschenswert ist.
Wie wir aus der dem Gesetzentwurf beigegebenen Begründung ersehen, erreicht auch in anderen Staaten die staatliche und kommunale Hundeabgabe teilweise den Be- trag von 20 Mk. -n-
tötet wurden. Die Aufständischen von Mongola hätten durch die benachbarten Stämme Verstärkung erhalten; sie wären im Besitze zahlreicher Gewehre und Patronen. Ein Teil der Wahrheit werde verschwiegen, die Verluste seien beträchtlicher, als man mitteile. Der ganze Landstrich, der zwischen dem Zusammenfluß des Ubanghi mit dem Kongo und dem Taganjika-See liege, sei in höchster Gährung begriffen. Die Aufständischen in Luluaburg seien noch nicht vernichtet, sondern setzten den Kampf fort. Die Truppen schienen weitere Aufstände zu fürchten, da das Ansehen der Europäer sehr erschüttert sei. — Der „Patriote" schließt seinen Aufsatz mit den Worte», der Kongostaat befinde sich in einer schwierigen Lage, er sei im Innern und von außen her bedroht. __________________________________________
Males und Provinzielles.
Gießen, den 24. Januar 1899.
♦♦ Zn Amerika verstorbene Heffen. In St. Joseph, Mo., Louis Hax, 70 Jahre alt, aus Darmstadt. In Mascoutah, Jll., Katharina Schäck, geb. Krautwurst, 68 Jahre alt, aus Raibach. In Baltimore, Md., Christian Bender, 77 Jahre alt, aus Lauterbach. In Sweet Air, Baltimore County, Heinrich Ost heim, 77 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. In Sublette, Jll., Johan Georg Ma lach, 58 Jahre alt, aus Ober- hilbersheim. In Mascoutah, Jll., Wilhelmine Brück- manu, 80 Jahre alt, aus Auerbach. In Burlington, Ja., John Obermann, 48 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt.
A Volksbibliotheken ans dem Lande. In einer Zeit, wie in der gegenwärtigen, in welcher der Sinn nach materiellen Genüssen Gemeingut fast aller Volksklassen und Bevölkerungsschichten geworden ist, tritt ernster als je zuvor an alle, die in erster Linie berufen sind, am Wohl und Heil der Menschheit zu arbeiten, der Mahnruf: „Lenket das Volk auf die Wege zu edleren Freuden und höheren, geistigeren Genüssen!" Zwar ist die Arbeit, gegen den Strom, in dessen Bett Genußsucht, Leichtfertigkeit und Unsittlichkeit ihre schmutzigen Fluten dahin wälzen, zu schwimmen, mit großen Schwierigkeiten verknüpft; noch gefährlicher aber ist es, einen Damm als Schutzwall gegen die wogenden Fluten aufzurichten. Dennoch läßt sich mit vereinten Kräften ein geistiges Bollwerk auftürmen, an dem jede niedere Denk- und Handlungsweise zerschellen muß. Wohl arbeitet die Schule und die Fortbildungsschule an der Veredelung der schulpflichtigen Jugend; aber mit dem Schulzwang hört auch jeglicher Zwang zur weiteren Fortbildung auf. Hier müssen nun andere Einrichtungen ergänzend eingreifen, um der reiferen Jugend und den Erwachsenen Ersatz zu bieten. Dazu sind neben anderem vorzugsweise die Volks- bibliotheken berufen! Einzelne Gemeinden, Kirchen und Schulen besitzen schon solche. Beiträge aus Gemeindekassen, Kirchenkassen und Stiftungen liefern die erforderlichen Mittel. Wo aber die Unterstützung solcher Institutionen vernachlässigt oder eingestellt wird, da bedeutet Stillstand gerade so viel als Rückgang. Auch haben sich Vereine und Lesekränze gebildet, die gleichfalls ihre Thätigkeit dem edlen Zwecke der Volksbildung widmen. — In manchen Gegenden haben die Kreisregierungen die Sache in die Hand genommen und ihre Kreise in verschiedene kleine Lesezirkel geteilt. Durch den Zusammenschluß verschiedener Gemeinden ist das Beschaffen der Bücher, die später abteilungsweise in den einzelnen Gemeinden zirkulieren, sehr erleichtert. Obwohl dieser Art der Gründung und Erhaltung von Volksbibliotheken immerhin noch einige Mängel anhaften, so werden diese doch insofern ausgewogen, daß es nur dadurch ermöglicht wurde, überall, selbst in den kleinsten Orten, Volksbibliotheken zu errichten. Wo es angängig ist, können aus Mitteln der Kreise, Gemeinden, aus Überschüssen der Spar- und Vorschußkassen, durch wohlthätige Stiftungen und durch Beiträge von Privatpersonen die Gelder und Bücher und Zeitschriften zur Anschaffung und Erhaltung von Bibliotheken gewonnen werden. Das Ausleihen und die Beaufsichtigung der Bibliotheken dürfte der Lehrerstand wohl überall gern und freudig in die Hand nehmen. Ist doch die Verbreitung von Volksbildung eine Hauptaufgabe der Schule und des Lehrerstandes? Würde nicht manche Person, welche die Langeweile in den Strudel der Vergnügungen stürzt und dadurch auf Abwege lenkt, durch das Lesen eines guten Buches ober einer lehrreichen Zeitschrift, also durch edlere Beschäftigung vor einem schlechten Lebenswandel bewahrt bleiben? Drum gründen wir Volksbibliotheken zur Hebung der Volksbildung!
n. Nidda, 22. Januar. Viel Aufsehen haben in der abgelaufenen Woche wegen Wilddieberei erfolgte Verhaftungen in Ober- und Nieder-Mockstadt erregt. sDie Wilddieberei wurde dort sozusagen im großen Stiel betrieben. Ein auch verhafteter Pächter der Ober-Mockstädter Feldjagd war Abnehmer der in Schlingen gefangenen Rehe. Es sitzen von Ober-Mockstadt bereits fünf, von Nieder-Mockstadt ein Einwohner in Untersuchungshaft. — In Staden verletzte sich ein bei einer Dreschmaschine beschäftigter Landwirt I dadurch, daß er sich einen Strohhalm so schwer ins Auge stieß, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. — In Stammheim zog sich ein Knecht durch Unvorsichtigkeit beim Dickwurzmahlen eine Handverletzung zu.
□ Ruppertenrod, 23. Januar. Das Raubzeug, insonderheit die Angehörigen der Marderfamilie, tritt ge- I wöhnlich nur bei strengeren Wintern häufig in die Er- I scheinung, während in gelinderen Wintern seine Spuren I weniger bemerkbar sind. Dessenungeachtet zeigen sich die I Todfeinde unseres Hausgeflügels, Marder und Iltis, gar I nicht selten in dem heurigen so ungewöhnlich gelinden Winter. I Ein hiesiger Landwirt gewahrte dieser Tage einen Iltis | oder Ratz ertrunken in einem Brunnen. Da der Brunnen I sich bei der Scheuer befindet, so ist wohl anzunehmen, daß
Vermischtes.
* Hamburg, 20. Januar. Franz Rosatzin, Direktor der Aktiengesellschaft Neue Börsenhalle, Chefredakteur des Hamburgischen Korrespondenten und der Börsenhalle, ist heute früh gestorben. Rosatzin war 1847 in Wien geboren und stand seit 1883 an der Spitze der Neuen Börsenhalle. Seit etwa einem Jahre hatte er mit einem schleichenden Leiden zu kämpfen, das den früher sehr kräftigen Mann rasch herunterbrachte. Er erlag einem Schlaganfall und wurde morgens tot in seinem Bette aufgefunden. Rosatzin gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten in der deutschen Journalistik, die in ihm einen ihrer anständigsten und liebenswürdigsten Vertreter verliert. Ueberall hatte seine stets bereite Dienstfertigkeit und fein freundliches Entgegenkommen ihm aufrichtige Freunde erworben, und in weiten Kreisen wird die Nachricht von seinem Hinscheiden mit Trauer vernommen werden.
• Wölfe in Ostpreußen. Dem „Wild und Hund" schreibt ein Abonnent aus Widm innen bet Lyck: „Obgleich der Winter auch in diesem Jahre sehr mild ist, sind doch wieder Wölfe über die Grenze gekommen. Förster der Grondowkoer Forst meldeten dieser Tage, daß sie Wölfe gespürt hätten, und cs ist in der That bei einer dort stattgehabten Treibjagd eine Wölfin geschossen worden."
* Eine halbe Million im Abzugskanal gefunden hat, wie aus Paris geschrieben wird, ein dortiger Kanalisations- arbeiter. Die 600 Tausendfranksscheine waren in Zeitungspapiere verpackt und müssen wohl von Dieben aus Angst vor Entdeckung in den Kanal geworfen worden sein.
* Gebt auf die Kinder acht! Unter dieser wohlgemeinten Überschrift veröffentlicht die „Zeitschrift für Schulgesundheitspflege" folgende Betrachtung, die gewiß Beherzigung verdient. Aus den Krankenhäusern der Br es lauer Universitäts-Augenklinik hat Dr. Seidelmann 223 Fälle von Verletzungen eines Auges mit nachfolgender Erblindung desselben zusammengestellt und sand darunter über 20 v. H., die durch Leichtsinn der Kinder verursacht waren. Die Gegenstände, mit denen beim Spielen die Verletzungen beigebracht wurden, waren namentlich Messer, Gabeln, Bolzen, Scheeren, Licht, Schieferstifte, Zündhütchen, Pulver, Zirkel. Durch Bosheit wurden ungefähr 12 v. H. der Erblindungen verursacht, und zwar mit Faustschlägen, Steinen, Stangen, Peitsche und Stock. In einer anderen Zusammenstellung kommt Dr. Landsberger zu einem gleich traurigen Ergebnis. In zwanzig Fällen hatten Kinder durch Leichtsinn, in acht Fällen durch Bosheit ein Auge verloren. Diese Verletzungstabellen sind wirklich wahre Sündenregister; ungefähr 100 Erblindungen, die Spielereien, Leichtsinn, Mutwillen, Bosheit oder Rohheit zur Ursache hatten, hätten vermieden werden können. Hier kann und muß die frühzeitige Belehrung durch Eltern und Lehrer die Unfälle verhüten helfen. Der alte Vers: „Messer, Gabel, Scheer' und Licht nehmen brave Kinder nicht" kann gar nicht oft genug gepredigt werden. Auch Zündhütchen, Feuerwerkskörper, Pulver, Gewehre sind gefährliche Spielzeuge, die ja eigentlich auch gar nicht in die Hände der Kinder gehören — selbst Kindergewehre sollte man nur einsichtigen Knaben und auch diesen unter eindringlichen Warnungen vor dem Unheil, das sie damit anrichten können, in die Hand geben. Gerade durch diese Spielereien werden so oft nicht die kleinen Missethäter selbst, sondern ganz unschuldige, nur zusehende Kinder ober Erwachsene schwer verletzt. Von 939 Personen, die ein Auge in der Kindheit verloren hatten, waren in Paris 343 durch Schießen ober durch Explosion von Zündhütchen verletzt worden. Aehnlich sind die Erfahrungen der Glas' künstler F. Ad. Müller Söhne, Wiesbaden unter den vielen, denen sie ein Glasauge einsetzten. Der Verkauf von Zün^ Hütchen, Pulver und Knallerbsen an Kinder sollte polizeilich
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