Ausgabe 
24.12.1899 Erstes Blatt
 
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iit- ausgezeichneter Weise geordnet. Lord Methuen dachte offenbar, er könnte Magerfoutein s» angreifen wie Tel- elKebir."

DemGlobe" zufolge ist der

Stationschef von Oranje River kriegsgerichtlich erschossen worden, weil er den Buren Mit­teilungen über die Stellungen der Engländer gemacht hatte. Sein Telegraphenbeamter wurde nach Kapstadt ins Gefängnis gebracht.

Aus Natal

hört man auch nicht das Geringste. Der? Schlag, den Buller erhalten, hat gesessen. Er wird nicht eher wieder zum Angriff vorgehen können, als bis diezehntausend Reiter" angelangt sind, um die er telegraphiert hat. Bis dahin werden aber noch etwa vier Wochen vergehen. Lord Kitchener, der neue Generalstabschef, ist in Kairo ein­getroffen und sofort mit Extrazug nach Alexandria weiter­gereist. Oberst Wingate ist zum stellvertretenden Sirdar ernannt worden.

Die allgemeine Aufmerksamkeit richtet sich jetzt wieder Loureuho Marques und Delagoa-Bai zu. Nach einer Meldung desStandard" aus Lissabon ist eine Anzahl portugiesischer Kanoniere vom portu­giesischen KreuzerAdamastor" in der Delagoa-Bai deser­tiert und hat in Transvaal bei der Artillerie der Buren Dienst genommen. Die Lissaboner Preffe gebe auch zu, daß viele portugiesische Einwohner von Lourengo Marques offen zu den Buren übergegangen seien. Der Korrespondent er­fährt, die Buren hätten 150000 Gewehre, ungeheure Mengen Kriegsmaterial und eine Anzahl schwerer Geschütze über die Delagoa-Bai erhalten. Die portugiesischen Behörden hätten davon gewußt, obwohl die Sendungen als Eisenbahn- Material bezeichnet waren.

Bestechung habe auch mitgewirkt, doch sei der Betriebs­direktor der Delagoa-Bai-Eisenbahn, ein Deutscher, keiner Bestechung zugänglich gewesen. Von englischer Seite soll in Liffabon deswegen Vorstellung erhoben sein. Die portugiesische Regierung soll aber geantwortet haben, daß die englische Regierung auch Durchfuhr von Kriegs­material für die Buren durch Kapstadt und Natal gestattet habe. Die öffentliche Meinung Portugals sei sehr feindlich gegen England und sympathisch für die Buren.

Die portugiesische Regierung habe bisher einen offenen Ausbruch verhindert, aber trotzdem sei die Lage für Eng­land in Portugal äußerst ungünstig. Unter diesen Um­ständen mag es begreiflich erscheinen, daß England seine Hand jetzt ernstlich nach der Delagoa-Bai ausstreckt. Ge­rüchtweise verlautete kürzlich, daß in diesem Falle das deutsch-englische Abkommen perfekt werde; deshalb ist folgende Meldung desBerl. L.-A." von Interesse:

London, 21. Dezember. Der Berliner Korrespondent derDaily Mail" will erfahren haben, die Veröffent­lichung der englisch-deutschen Konvention sei beschlössen; der Tag der Publikation hänge nur noch noch von der englischen Regierung ab.

Die Nachricht bedarf indessen noch sehr der Bestätigung. * * *

London, 22. Dezember. DerTimes" wird die Räumung Baalkops am 16. ds. Mts. bestätigt. Der genannte Ort sei sodann von den Buren besetzt worden, welche die Briten wieder mit Granatfeuer zum Rückzug zwangen. Wie der Morning Post" vom Modderriver berichtet wird, haben die Buren bei Magerfontein größere Verluste erlitten, als man anfänglich annahm. Lord Methuen stattete dem General Cronje für die humane Behandlung der englischen Ver­wundeten seinen Dank ab. DerDaily News" zufolge ist im Oranjefreistaat eine. Hungersnot infolge Getreide­mangels ausgebrochen. Wie dieCastern Telegraph Company" erklärt, ist das östliche Südafrikakabel noch unterbrochen, und auf dem westlichen Kabel findet ein Ver­zug für Privatdepeschen wegen starken Andranges offizieller Depeschen statt. Man glaubt daher, daß sich in Südafrika wichtige Vorgänge abspielen, welche die Negierung zu ver­schweigen für nötig hält. Nach einer Meldung der Morning Post" aus Modderriver vom 16. ds. Mts. be­schwerte sich der Kommandant Deutoit, ein bedeutender Führer der Buren, daß die Briten Munition und Geschütze in Ambulanzen zur Front brachten. Die Buren sind hiervon um so mehr überzeugt, als die Engländer während des Waffenstillstands ihr Marine­geschütz gegen erstere in Thätigkeit setzten. Wie aus Paris gemeldet wird, veranstalten die Nationalisten heute Abend im Tivolt-Vauxhall eine Volksversammlung, die den Buren die Sympathieen der französischen Republik aus­drücken soll. Da auch die Sozialisten an der Volks­versammlung teilzunehmen beabsichtigen, befürchtet man Ruhestörungen.

Wien, 22. Dezember. Nach einer Pariser Meldung derPol. Korr." dementieren dortige diplomatische Kreise entschieden alle Vermittelungsgerüchte, betreffend England und Transvaal. Bei dem festen Entschlüsse Englands, alles aufzubieten, um Sieger zu bleiben, werde keine Macht den vergeblichen Versuch einer Vermittelung wagen.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 23. Dezember 1899.

** GefchtchtSkalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 130 Jabren, am 26. Dezember 1769, err lickte zu Schoritz auf der Intel Rügen Ernst Moritz Arndt das Licht der Welt. Früh erfüllte ihn deutlcher Vaterlandssinn, welchen er der von Frankreich geknebelten Nation etnzuhauchen bestrebt war. Seine Statue in Bonn hat als Inschrift sein Mahnwort:Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte'"

Vor 318 Jahren, am 27. Dezember 1571, wurde zu Weil in Württemberg der weltberühmte Astronom und Entdecker der Bewegung der Planeten um die Sonne, Johannes Kepler, ge­boren. Er wirkte trotz großer, bis an sein Lebensende dauernder Armut mit eisernem Fleiß und wunderbarem Forschergeist im Dienste der Wissenschaft, und legte mit seinen drei berühmten Gesetzen den Grund zur neueren Astronomie.

* Weihnächte»! Das deutsche Weihnachtsgemüt ent­faltet am Weihnachtsfeste seine innigsten Seiten und offen bart seine tiefsten Schätze. Weihnachten ist nicht bloß ein Kirchen- und ein Volksfest, es ist ein Familienfest geworden. Das macht den Klang des NamensDeutsche Weihnachten" den Herzen so lieb. Die Freude am trauten Heim, das von dem strahlenden Lichterbaum erhellt und vom Jubel der Kinder belebt ist, paart sich mit dem Eifer, den Heimat­losen das Haus aufzuthun, die Familienlosen um den Familientisch zu sammeln, und in das Leben der Einsamen einen Hellen Strahl der Freude dringen zu lassen. Der Lust, die eigenen Lieben mit Gaben der Liebe zu erfreuen und sich von ihnen mit heimlich bereiteten Geschenken über­raschen zu laffen, gesellt sich der Trieb, den Bedürftigen zu bescheren und die Notleidenden zu erquicken. Aber all diese Geschäftigkeit menschlicher LiebeSerweisung wurzelt in der Feier der wunderbarsten göttlichen Liebesthat; und ihre schönste Weihe empfängt doch die häusliche Weihnachtsfeier nur dann, wenn sich die Hausgenossen zuerst mit der ganzen Gemeinde im GotteShause zusammengefunden und gemeinsam des himmlischen Geschenkes sich gefreut haben, das uns der treue Gott in seinem Sohne beschert hat. Das ist unser Wunsch für all unsere Leser, daß ihnen das Christfest das Herz erfüllen möge mit dem Frieden und der Freude, die das göttliche Kind von Bethlehem auf Erden gebracht hat. Wo dies Kind eingekehrt ist, da hat es die Seele froh, das Leben reich, die Mühsal leicht und die Hoffnung stark gemacht. Es wolle auch bei uns und unserem Volke wohnen!

** Stadttheater. Auf das heute abend stattfindende GastspielLa Roulotte" sei hiermit nochmals auf­merksam gemacht. Neber die Feiertage bleibt das Theater geschlossen und findet die nächste Vorstellung am Mittwoch dem 27. d. M. statt. Zur Darstellung kommt an diesem Tage das humorvolle Moser'sche Lustspiel:Der Hypo­chonder" mit Direktor Helm in der Titelrolle. Das Stück, welches allüberall den größten Heiterkeitserfolg er­zielte, wird auch hier seine Wirkung nicht verfehlen, und hoffentlich ein volles Haus bringen.

** Zur Finanzlage Hessens. Den in der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer gemachten Mitteilungen des Herrn Finanzministers Küchler über die Finanzlage ent­nehmen wir nach derD. Z." noch folgendes: Es sei ins Auge zu fassen, daß am 1. April 1900 verfassungs­gemäß ein neues und auf 3 Jahre bemessenes Budget von der Kammer verabschiedet werden müsse. Wie äus der Thronrede zu entnehmen sei, habe sich aber die Regierung entschlossen, zu einjährigen Budgetperioden überzugehen und schon am 1. April nächsten Jahres ein einjähriges Budget zu unterbreiten, so daß eine verfaffungs- und gesetzmäßige Unterlage für einjährige Budgets bis dahin geschaffen sein sollte. Er wolle hervorheben, daß er seine Zustimmung zu der Neuerung freudig gegeben habe (Bravo!) in der sicheren Ueberzeugung, daß nicht nur im Interesse einer geordneten Finanzwirtschaft, sondern auch der inneren Verwaltug ein­jährige Budgets als sicherste Unterlage geschaffen werden müßten. Der verfassungsmäßige Zustand sei derartig, daß ein einjähriges Budget, bevor die entsprechende Verfassungs­änderung stattgefunden habe, eigentlich nicht beraten werden könne; deshalb habe er zu dem Aushilfsmittel greifen müssen, zunächst das laufende Finanzgesetz auf das kom­mende Finanzjahr zu übertragen; dies sei schon durch die technischen Schwierigkeiten geboten, die sich einer Durch­führung der Neuerung bis zum 1. April 1900 entgegen­stellten. Zu seinem Bedauern sei er daher nicht in der Lage, ein ordnungsgemäßes Budget heute vorzulegen; indem er aber ein Gesetz über die Verlängerung des laufenden Finanzgesetzes vorlege, halte er sich verpflichtet, eine Ueber- sicht über die Finanzlage soweit als möglich zu geben. Er verweise hierbei auf die den Abgeordneten ausgehändigte Drucksache, die Anhaltspunkte gewähre und die mündliche Wiedergabe eines allzu weitschichtigen Zahlenmaterials er­spare. Was die Ueberschüsse vorderer Perioden anlange, so sei bei Abschluß des Budgets 1897/1900 der. Ueberschuß vorderer Perioden als auf den Betrag von 2377 000 Mk. gesunken angenommen worden; Neuausgaben, die auf den Ueberschuß angewiesen waren, hätten ihn auf 1600000 Mk. gesunken erscheinen lassen. In Wirklichkeit sei das Ergebnis ein ganz anderes. Er wolle darauf Be­zug nehmen, daß die dreijährigen Perioden es außer­ordentlich erschwerten, eine wirkliche Uebersicht über den Ab­schluß zu geben. Auch die im Anschluß an die dreijährigen Budgetperioden unausbleiblichen Kreditübertragungen hülfen hierzu mit; der Rechnungsabschluß der Ueberschüsse vorderer Perioden sei recht günstig zu nennen; er ergebe zwar das erstaunliche .Resultat von 8844000 Mark, allein hiervon gingen von vornherein 3*/2 Millionen ab, die lediglich infolge einer Rechnungsmanipulation zum Ansatz ge­kommen seien (Aktienzinsen der Hessischen Lndwigsbahn). Der Ueberschuß der laufenden Budgetperiode ergebe in Wirklichkeit 2,650,000 Mk. (Betriebsergebnisse 6,145,000 Mk., abzüglich der 31/* Millionen, die nur eine Form der Umbuchung sind), hier li^ge nahe, auf die Leistungsfähigkeit unserer gesteigerten wirtschaftlichen Kräfte hinzuweisen. Von diesen erfreulichen Ueberschüssen komme er auf das künftige Budget, das leider ein durchaus anderes Bild gewähre. Man habe im künftigen Budget sehr wesentliche Mehreinnahmen, darunter rund 1 Million an direkten Steuern. Einer Gesamtsumme von 2,600,000 Mk. stünden aber mehr Ausgaben gegenüber, ohne daß eine Neubewilligung des Landtages bis jetzt überhaupt in Be­tracht komme. In Wirklichkeit betrage der Ueberschuß etwa 200,000 Mk.; dieser werde aber nach dem Stande des Reichsbudgets allein schon durch gesteigerte Matrikular- beiträge abgenommen und zweifellos noch von einer großen Zahl Ausgabe-Rubriken unsicheren Inhalts in Anspruch ge­nommen werden. Die gesteigerten Pensionen allein würden

weit mehr als diesen Betrag ausmackeu. Nuu habe ma seither in jedem Budget rund 1,700,000 Mk. mehr in den laufenden Betriebsausgaben ausgegeben; daß man im kommenden Jahre mit etwa P/i Millionen sich behelfen könne, laffe sich nicht annehmen; die Summe sei um deswillen sehr knapp gegriffen, weil die Volksschulen allein 800,000 Mark in Anspruch nehmen würden. Selbstverständlich stünden Mittel für das künftige Budget­jahr zur Verfügung, insofern vom 1. Januar 1900 ab faktisch eine neue Anzahl Steuern fließe; dabei müffe er aber betonen, daß diese neuen Steuern eigentlich ein abso­lutes noli me tangere seien, denn die Steuerreform habe mit diesen Steuereinnahmen gerechnet. Diese Einnahmen seien Staatslotterie, Hundesteuer (diese werde angesichts der Steuererhöhung der Gemeinden wohl zwischen den Fingern zerfließen), Erbschaftssteuer und Stempelsteuer. Daß die letztere einen Durchschnittsertrag liefere, darauf könne man in einem kleinen Lande nicht rechnen. Ziehe er noch in Betracht, daß man dauernd und regelmäßig für die Beschaffung von Betriebsmaterial der Eisenbahnen sorgen müsse, daß die Ausgaben hierfür sich seither zwischen 800000 Mk. und 1 Million bewegt hätten, so käme man glücklich auf eine Steuersteigerung von 28 Prozent. Er glaube nicht, daß es soweit kommen werde, und zwar aus verschiedenen Gründen: Einmal werde man noch einige Mehreinnahmen in Reserve haben, so aus der StaatS- lotterie. Nicht leicht sei ihm der Entschluß geworden, den Betrieb auf den Staat zu übernehmen, denn die Verant­wortlichkeit für die Art des Betriebes habe ihm zur Last fallen müssen; bei Vergebung an Private wäre eine Summe von 500000 Mk. sicher gewesen; glücklicherweise sei ein Risiko nicht mehr vorhanden und er könne auf ein Mehrerträgnis von 100000, vielleicht auch 200000 Mk. rechnen. Auch die Erbschafts- und Stempelsteuer würden wohl ein Mehrerträgnis über die geschätzte Anschlagssumme ergeben. Aber wichtiger als die Mehrerträgnisse, denen doch auch wieder die Möglichkeit gegenüberstehe, daß die Ver­mögenssteuer unter der Veranschlagung zurückbleibe, erscheine ihm, daß man in den Ausgabendie Hauptbrocken geschluckt" haben werde. Er müsse sich doch sagen, daß ein Zustand, der von Jahr zu Jahr Ausgabensteigerung bringe, kein dauernder sein könne, denn er würde sonst eine Katastrophe herbeiführen müssen. Jetzt komme freilich noch einmal ein schwerer Brocken für die Volksschulen von 800 000 Mk., daneben sonstige regelmäßige, mit der fortschreitenden Ent­wickelung des Staatslebens verbundene Ausgaben, dann aber könne es bei ernstem Willen, sorgsamer Pflege der Finanzen, bei dem Festhalten an dem Grundsatz, daß eine Improvisation der Staatsausgaben ausgeschlossen sein müffe, nicht ausbleiben, daß ein Zustand eintrete, der einen ge­wissen Grad von Stabilität gewährleiste. Er hoffe, daß man auch ohne allzustarke Belastung der Steuerzahler herum­komme. Er male nicht zu schwarz, wie man von ihm ge­glaubt habe, er wolle auch nicht rosig malen; die Sache liege so, daß man bei Fortführung der Verhältnisse wie bisher auch nur um ein Jahr um nahezu ein Drittel Steuer- Erhöhung nicht herumkommen würde. Das sei ernst genug und könne demgegenüber kein Zweifel herrschen, daß aller­größte Sorgsamkeit und Sparsamkeit für die nächste Zukunft cintreten müsse, aber nicht eine kurzsichtige Sparsamkeit; für die wirtschaftlichen Bedürfnisse müsse man immer etwas übrig haben, ebenso da, wo der Staat Aufgaben lösen müffe, denen er sich nicht entziehen dürfe. Aber zwischen diesem und einer sorgsamen Pflege der Finanzen bestehe kein Gegen­satz. Wenn man in dieser Beziehung einen Blick in die Zukunft werfen könne, der doch immerhin nicht zu schwarz ausfalle, der jedenfalls Sicherheit dafür gewähre, daß die Finanzen auf das feste Fundament der wirtschaftlichen Kräfte aufgebaut seien, so dürfte er wohl über die Schuldenlast flüchtig hinweggehen. Sie habe sich seit Frühjahr v. I. nicht wesentlich verändert. Er sei der Ueberzeugung, daß die Abgeordneten mit ihm zur Ansicht gelangt seien, daß die Ueberschüsse früherer Perioden nicht als besondere Zeichen blühender Finanzen zu betrachten seien. Blühende Finanzen seien die, die dauernde Ausgaben mit dauernden Einnahmen in glückliches Gleichgewicht brächten. (Sehr richtig!) Vor­übergehende Erscheinungen seien hier vollständig gleichgültig. Wenn man sich zur Pflege der Finanzen in der angegebenen Richtung zusammenfinden wolle, so sei er der zuversichtlichen Ueberzeugung, daß man für die Zukunft dauernd glückliche Finanzen haben werde.

Darmstadt, 21. Dezember. Der Abschluß der elektrischen Straßenbahn vom 24. November 1897 bis Ende März 1899 war: Betriebs Einnahmen M. 261036, Betriebs - Ausgaben M. 221346, Betriebs - Ueberschuß M. 39690, die gesetzlich vorgeschriebenen Abschreibungen betragen M. 52072; es ist ein Zuschuß aus städtischen Mitteln von M. 17 386 erforderlich. Die Verhandlungen mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft über die gemeinsame Ausgestaltung des Bahnnetzes der elektrischen Bahn sind bisher erfolglos geblieben. Ein selbständiges Vorgehen ohne die Stadt ist, wie der Ober­bürgermeister in der Stadtverordnetensitzung erklärte, vor­läufig nicht möglich, da der Finanzminister einstweilen seine Zustimmung zur Umwandlung des Dampfbetriebs auf der Strecke Arheiligen-Eberstadt versagt habe. Der Finanz minister suche zu vermitteln.

Worms, 22. Dezember. Dem Reichstagsabgeordneten Freiherrn Heyl zu Herrnsheim wurde heute von den Stadtverordneten wegen seiner großen Verdienste um die Stadt und seines unentwegt betätigten hervorragenden Gemeinsinnes das Ehrenbürgerrecht der Stadt Worms einstimmig verliehen. ________________________

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