vgunniaij vrn L4. Liecemoer
ier»
Aints- und Anzeineh?ntt fut* dsn ICrels Wreszen.
erie.
8181
Julien
chrc
58860
Alle Anzeigen-LermittlungSstellen deS In- und AuSland-A nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger en.gege».
a*n<|mt »en Anzeigen zu der nachmittag» für den /ÄlHrnden tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr.
Gratisbeilagen: Gießener FamMenbiätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde.
Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hiejerr.
Fernsprecher Nr. 51.
Schwierigkeiten werden damit natürlich nicht gehoben, und die Zukunft Oesterreichs bleibt trübe.
In Frankreich ist der Staatsgerichtshof noch immer an der Arbeit. Der Deutschenfrester Döroulöde kennt bereits sein Urteil, das auf zwei Jahre Gefängnis lautet und verhältnismäßig hart ist. Ob sie verbüßt werden, ist noch fiaglich, denn man munkelt, daß die Regierung möglichste Milde walten lassen werde. So kurz vor der Weltausstellung dürfen die Gemüter nicht zu sehr aufgehetzt werden!
OVO Mkpes KHCTU»
IaimiM. i entti «Wer tbtn,«** ** DOW y 5e Co.
Aezngsprel» vicrlcljährlich
2 Mark 20 Pfz monatlich 75 Pftz. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich.
Austsnd.
Wien, 22. Dezember. Das morgen erscheinende Amtsblatt wird die Liste des neuen Kabinetts und zu
* Vom Kriegsschauplatz.
Man wird in der nächsten Zeit, bis die englischen Verstärkungen in Südafrika gelandet sind, was zwischen Anfang und Mitte Januar geschehen wird, schwerlich auf Nachrichten von hervorragendem Interesse aus irgend einem Teile des Kriegsschauplatzes rechnen können. Anders wäre es, wenn die Buren die Offensive ergriffen, allein sie müssen sich ihrer ganzen, ihren Verhältnissen durchaus entsprechenden Taktik nach darauf beschränken, von einer Verfolgung ihrer Siege abstehend, ihre Positionen zu verstärken und möglichst uneinnehmbar zu machen. Das geschieht denn auch im Osten am Tugelaflusse, im Süden nördlich von Queenstown und bei Arundel und im Westen am Modderfluffe. Was den letztgenannten Teil des Kriegsschauplatzes betrifft, so befürchtet man jetzt in London ernstlich, daß
Methnens Verbindung
irgendwo nördlich vom Oranjeflusse abgeschnitten ist. Man hat seit Sonntag keine Nachrichten mehr von ihm erhalten und nimmt an, daß Sir Charles Warr en mit seinem Ersatzkommando jetzt bei de Aar oder weiter nördlich sich befindet. Warren ist älter im Range als Methuen, folglich würde er dessen Kommando übernehmen, wenn er ihn erreicht. Man bequemt sich jetzt also zu der von uns bisher geteilten Auffassung, daß Methuen sich nicht nördlich vom Modderfluffe befindet, sondern nach Süden gegen den Oranjestrom zurückgewichen ist. Er soll nur bis zum 28. Dezember Proviant haben, und ungefähr am gleiche« Zeitpunkt sollen — nach einer weiteren Version — die Vorräte der Besatzung von Kimberley zu Ende gehen. Der „Central News"-Korrespondent telegraphiert einige Einzelheiten über die
Schlacht bei Magerssoutem.
„Fast während des ganzen Tages", sagt er, „konnten wir durch unsere Ferngläser genau das milde Gesicht eines kleinen Mannes sehen, der die Reihen des Feindes abschritt und die Buren beständig anfeuerte. Der kleine Mann — sagte man uns — war der berühmte „Feueresser" Cronje. — Die Burenoffiziere waren ebenso, wie die gemeinen Soldaten, in eine Art Khaki-Uniform gekleidet, und es war deshalb sehr schwer sie herauszukennen, und immer zur rechten Zeit ihre taktischen Absichten zu erraten. Die Gardisten waren einmal im Verlaufe des Tages fast i« eine Falle gegangen. Der Feind erwartete offenbar einen Nachtangriff und war vollständig darauf vorbereitet. Außerdem war der Spionage- und Postendienst der Feinde
Mchmer Anzeiger
Heneral-Anzeiger
miU,W
Ä"«“
Erscheint täglich mit Ausnahme des Manta,S.
Die Gießener
»erden 6cm Anzeiger »ßchmtlich viermal ßeizelrgt.
Vom 1. Januar 1900 ab beträgt die Post- bezugSgebühr des Gießener Anzeigers ohne Bestellgeld
nur noch Mk. 2,00
statt bisher Mk. 2,50.
Der Bezugspreis durch die Zweigstellen und Zeitungsträger: Wk. 2,20 vierteljährlich, WL. 0,75 monatlich, bleibt einstweilen bestehen, desgleichen der durch die Abholeftellen in Gießen: MK. 1,90 Vierteljährlich, MK. 0,65 monatlich.
Abholestellen
bestehen zurzeit:
Neustadt 30, Wh Wootz.
Seltersweg 59, Wühl Wrve.
Wallthorstratze 45, Kaufmann K. Aort.
Weserstraße 8 (Ecke Steinstr.), Köchlin Wwe.
Ludwigsplatz 4, Fl. Schlabach Wachfolger. Klinikstraße SS (Ecke Frankfurterstraße),
Kaufmann Lenhard. Gcke Liebig- und Ebelstratze,
Kaufmann Wfeiffer.
Rodheimerstratze (Krofdorfcrstraße 2), Wirt Kh. Kaubach.
gleicher Zeit die Vertagung des Reichsrats, welche die neue Regierung veranlaßt hat, publizieren.
Budapest, 22. Dezember. Das Haus der Abgeordneten hat sich bis zum 18. Januar nächsten Jahre« vertagt.
Bukarest, 22. Dezember. Die Regierung entsendet den Flottenkommandant Boeresco in das englische und den Genieleutnant Stambulescoin dasBurenhauptquartier in Südafrika.
Paris, 22. Dezember. In der heutigen Sitzung genehmigte die Kammer die Konvention zwischen Frankreich einerseits und Luxemburg und Italien andererseits über die Anlegung einer Fernsprechlinie. Im weiteren Verlaufe der Sitzung versuchten die Nationalisten und die Reaktionäre, die Regierung über die Forderung der zwei provisorischen Zwölftel zu stürzen; besonders die Nationalisten zeichneten sich durch heftige Angriffe aus, sodaß der Abgeordnete Lasies zweimal zur Ordnung gerufen werden mußte. Er erklärte u. a., der Senat sei eine Schande für Frankreich. Nach kurzen Gegenreden mehrerer Mitglieder der Regierung wurde zur Abstimmung geschritten. Die Feinde der Republik vereinigten im ganzen 50 Stimmen gegen 468, mit welchen die Vorlage der Regierung angenommen wurde.
Paris, 22. Dezember. Der Dampfer „Stambul", der in Marseille angekommen ist, hat Nachrichten von der Westküste Afrikas mitgebracht. Danach hat die deutschfranzösische Kommission für die Abgrenzung Dahomeys und Togos ihre Arbeiten nach vielen Schwierigkeiten von Temece nordwärts bis Gaubon und Djebiga glücklich vollendet.
— Der Schwager des Sultans Mahmud Pascha wird in London eine Broschüre gegen denselben veröffentlichen. Mahmud rühmt sich der Protektion seines besten Freundes Salisbury. Man behauptet sogar, er sei englischer Staatsbürger geworden. Jedenfalls fühle sich Mahmud vor Verfolgungen absolut sicher, obgleich der türkische Konsul in Marseille, Seiffedin, ihn zu sofortiger Heimkehr auffordern dürfte.
Politische Wochenschau.
Gießen, 23. Dezember 1899.
Der Kampf und Streit auf innerpolitischem Gebiete hat sich bis in die Christwoche hinein fortgepflanzt, und schärfer als je stehen sich die Parteien gegenüber. Und doch sollte es in Deutschland nicht heißen: „Industrie oder Landwirtschaft", sondern „Industrie und Landwirtschaft". In diesem Punkte stehen wir ganz auf dem Standpunkte! des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe, der wegen seiner toleranten Gesinnung jetzt den heftigsten Angriffen ausgesetzt ist. Was hilft es dem Kanzler, wenn er sich rechtfertigt, er wird die Angreifer damit nicht los, höchstens erkennt . man mit einem gewissen beleidigenden Mitleid an, daß er rs vielleicht ganz gut meine, aber nicht die Energie besitze, seinem Willen Nachdruck zu verschaffen. Es sind wahrlich keine gesunden politischen Verhältnisse, unter denen wir gegenwärtig in Deutschland leben, und jeder echte Patriot kann nur von ganzem Herzen wünschen, daß baldigst eine Wandlung eintrete.
In Centrumskreisen macht man entschieden Front gegen die Flottenvorlage und man weist den Gedanken weit von sich, daß das Centrum sich etwa durch die Aufhebung des Jesuitengesetzes werde irgendwie beeinflussen lassen. Doch muß berücksichtigt werden, daß nur ein Teil der Centrums- presse diese flottenfeindliche Sprache führt, und wenn die Zeit gekommen sein wird, so dürfte das Gros der Klerikalen für die Verstärkung unserer Marine zu haben sein.
Der Krieg in Südafrika macht ebenfalls mcht vor der weihevollen Woche Halt. Freilich kommen die Nachrichten nur spärlich an, aber man darf doch wohl voraussetzen, daß der Krieg seinen Fortgang nimmt. Für die Engländer steht es fortgesetzt sehr schlimm, und sie thun QUt, nicht allzu große Hoffnungen auf die neuen Leiter des -Feldzuges zu setzen. Wohl haben sowohl Sir Roberts tote auch General Kitchener einen guten Ruf als Feldherren, aber es ist nicht unmöglich, daß auf dem Kriegsschauplätze Nichts mehr gut gemacht werden kann, daß die Suppe schon vollständig verdorben ist. Woher soll England auch die erforderlichen Mannschaften nehmen, wenn auch jetzt der Patriotismus kräftige Blüten treibt und Mitglieder des Adels und Der haute finance sich zum Eintritt in den Heeresdienst melden! Es ist kein gutes Zeichen, daß über die Insurrektion in Kapland keine Meldungen emtreffen. Wäre dieselbe unterdrückt worden oder nicht von Belang, so würde man das dem großen Publikum jedenfalls nicht vorenthalten haben. Daß Chamberlain nun doch unpopulär wird, ist wahrlich kein Wunder, er hat sein Vaterland arg an die Tinte gebracht. ,
Das österreichische Ministerium Clary hat, tvie wir gleich voraussagten, nicht lange gelebt; es soll einem Bcamtenkabinett Witteck Platz machen. Die inneren
Merk sseppe
Deutsches Keich.
Berlin, 22. Dezember. Der Kaiser empfing gestern den Kommandeur des Regiments der Gardes du Corps, Oberstleutnant Grafen Hohenau.
— Die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont ist heute von einer Prinzessin entbunden worden.
— Die von einer parlamentarischen Korrespondenz verbreiteten, den Reichsbankpräsidenten Dr. Koch betreffenden Nachrichten sind der „Post" zufolge vollständig unbegründet.
— Die „Post" meldet aus Swinemünde: Der Kreisansschußsekretär Fratzke ist nach Unterschlagung von Amtsgeldern flüchtig geworden. Der Landrat v. Putt- kamer verzichtete infolgedeffen auf den ihm bewilligten Urlaub. . ,
— In der letzten Ausschußsitzung der Deutschen Kolonialgesellschaft regte Dr. Passarge eine Erörterung über die Frage, welche Stellung gegenüber solchen Gesellschaften einzunehmen sei, die Cecil Rhodes nahe stehen. Dr. Passarge führte aus, daß es Rhodes' Bestreben fei, ein englisches Reich vom Kap zum Nil zu schaffen. Hierbei ständen ihm hauptsächlich portugiesische und deutsche Kolonien im Wege; mit den portugiesischen werde er leichtes Spiel haben, den deutschen gegenüber verfolge er seine alte Taktik, englische Interessen in fremden Gebieten zu schaffen, und, hierauf gestützt, allmählich einen Hebel nach dem anderen anzusetzen, um sie in britische Gewalt zu bekommen. Der weitausschauendeu Politik dieses Mannes müsse man recht- j zeitig die Thür schließen, und es sei ein Fehler, daß man durch den bekannten Telegraphenvertrag, wie durch den Vertrag über die südafrikanische Querbahn den Engländern von neuem die Möglichkeit gewährt habe, festen Fuß in den deutschen Schutzgebieten zu fassen. Demgegenüber wurde im Ausschuß betont, daß die augenblickliche Weltlage so weitreichende Befürchtungen durchaus nicht rechtfertige; die augenblicklichen Verhältnisse in Südafrika schlössen vielmehr die Möglichkeit ein, daß die englische Macht in Afrika für immer eine wesentliche Minderung erfahre, was vielleicht eine völlige politische Umwälzung zur Folge haben werde. Es läge daher im Augenblick eine zwingende Notwendigkeit I nicht vor, sich mit der angeregten Frage weiter zu befassen.
Demgemäß wurde die weitere Erörterung über diesen Gegen- I stand vertagt.
— M.P.C. Wir. können bestätigen, daß die Kanal- vorl age und der umgeänderte Gesetzentwurf wegen Reform I des Gemeindewahlrechts dem Abgeordnetenhause nicht schon zum Beginn der Tagung zugehen werde. Beide Vorlagen I erfordern große Vorbereitungen. Wegen der Gemeindereformvorlage läßt der Minister des Innern umfassende I Erhebungen anstellen. Die erweiterte Kanalvorlage muß I um so gründlicher vorbereitet werden, als die preußische I Regierung dann, wenn die Konservativen sich wieder negativ zu der Vorlage stellen, zu dem Mittel der Auflösung zu greifen entschlossen sein dürfte.
I — M.P.C. In den letzten Sitzungen des Staatsministeriums ist u. a. über das Reichsseuchengesetz ein Beschluß herbeigeführt worden.
Weimar, 21. Dezember. Der Großherzog feierte gestern den Tag, andern er vor 60 Jahren in die preußische Armee eingetreten ist. Er wurde damals im Alter von 2172 Jahren als Rittmeister dem 1. Kürassier Regiment zugeteilt. Schon im folgenden Jahre wurde er Major und vier Monate später Oberst. Im August 1842 wurde er im Alter von 24 Jahren zum Generalmajor und im März 1843 zum Chef des 8. Kürassier Regiments ernannt. Bei Gelegenheit des 50jährigen Dicnstjubiläums ernannte der I Kaiser ihn zum Generalobersten der Kavallerie mit dem I Range eines General-Feldmarschalls.
iiitlhcn
Nuntien:
M md $uhm. ganltm. ” WchAm, Volkeogasse 27.
LU__—' . --'
RAeftien, Expedition und Druckerei:
Kch»kstraße Nr. 7.
—L- Igl ■'Ll™
»teil
|U raumen, Delf M
om»)
• ßräu
* t»
dem
Men-HeW
8118
an
Kirchenplatz 8 egenüberderStadlkirchr.


