Ausgabe 
24.12.1899 Erstes Blatt
 
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Bor Weihnachten werden die gesamten Vorräte

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Der auswärtigen Bäcker.

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auf Weihnachtsferien nach Birmingham ab. Es erregt all­gemeines Befremden, daß die Abreise am Tage vor der Abfahrt des Höchstkommandierenden Roberts nach Süd» afrika erfolgt.

Loudon, 23. Dezember. Der Herzog von West­minster ist in der vergangenen Nacht gestorben. Er war einer der reichsten Grundbesitzer Englands.

Washington, 23. Dezember. Unter den hier lebenden Iren und Deutschen bekundet sich viel Teilnahme für die Buren. In Chicago und anderen westlichen Städten wird öffentlich für Expeditionen angeworben. Der Präsident kündigte gestern an, daß die Neutralität streng beobachtet werden wurde. Mitglieder von irgendwelchen Expeditionen, welche nach Transvaal bestimmt sind, würden verhaftet werden.

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Vow Kriegsschauplatz.

London, 23. Dezember. Der aus der Gefangenschaft der Buren entkommene Korrespondent derMorning Post" traf wohlbehalten in der Delagoabai ein.

London, 23. Dezember. Aus Kapstadt wird gemeldet: Nachrichten aus Modder River zufolge geht im englischen Lager das Gerücht, es seien überall unter den englischen Truppen Spione vorhanden. So erzählt man sich, daß vor dem Angriff bei Magerfontein englischen Offizieren berichtet wurde, die Stellung des Feindes würde von nicht mehr als 400 Buren verteidigt, während in Wirklichkeit die Stärke der Buren 4000 Mann betrug.

London, 23. Dezember.Daily Mail" meldet aus Ottawa: Die kanadische Regierung hat die Anfrage der englischen Regierung bezüglich der Absendung einer Truppen-Abteilung von 5000 Mann nach Südafrika günstig ausgenommen. Die Freiwilligen für den südafrikanischen Krieg melden sich täglich in großer Anzahl.

London, 23. Dezember.Daily Mail" berichtet aus Paris, die Buren-Regicrung habe bei den Creuzot Werken angefragt, ob sie weitere Munition bekommen könnte. Die Leiter der Werke haben sich geweigert, diesem An­suchen nachzukommen.

London, 23. Dezember. Das Kriegsamt veranschlagt die bis heute erlittenen Verluste der Engländer auf 6357 Mann.

London, 23. Dezember. Die Morgenblätter berichten aus Chicago, daß die dortige amerikanische Liga 5000 Dollars zur Unterstützung der Familien der verwundeten Engländer gesammelt habe.

London, 23. Dezember. Aus Sterkesstrom wird be­richtet, daß die englische Abteilung von Stormberg eine weiße Flagge gehißt hätte und sich den Buren ergab. Die übrigen englischen Abteilungen wurden nacheinander gefangen genommen, nachdem sie die Geschütze zerlegt und die Geschützrohre versteckt hatten. Die Buren machten jedoch Nachforschungen und fanden die Rohre wieder. Die Buren haben seither bedeutende Verstärkungen erhalten und die Gehöfte der England treu gebliebenen Buren besetzt und das Getreide abgemäht und mit sich genommen.

Mueste Me-Lungeu.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 23. Dezember. Die neue Marine-Vor­lage wird, wie derLokal-Anzeiger" von zuverlässigster Seite erfährt, vor Februar dem Reichstage nicht zugehen können, da die finanziellen Feststellungen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Berlin, 23. Dezember. Die die Bestätigung des Bürgermeisters Kirschner zum Oberbürger­meister von Berlin betreffende Ankündigung ist dem Kaiser auf seinen Wunsch nochmals vorgelegt worden. In das Civilkabinett ist dieselbe bisher nicht zurückgelangt, wie der Lokal-Anzeiger" meldet.

Budapest, 23. Dezember. Aus Grund eines Beschlusses des Ministerrats hat der Unterrichtsminister den obliga­torischen Unterricht in der ungarischen Sprache in den Fiumaner Volksschulen angeordnet.

London, 23. Dezember. Chamberlain reiste gestern

Verdingung von Drainage« und VerschleisungSarbeiten.

Die bei der Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen im 1. Felde zu­nächst zur Ausführung kommenden Me­liorationsarbeiten rc. und zwar veranschlagt zu

Der Brodverkäufer.

Bei den hiesigen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern

Gießen, den 23. Dezember 1899.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Muhl.

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sollen Freitag den 29.

nachmittags 2 Uhr, auf Großh. Bürger­meisterei Daubringen durch öffentliches

Jagd einen Hirsch erlegt hat, brachte sich eine Keule tm Gewicht von 31 Pfund mit und hatte dafür an städtlscher Verbrauchssteuer 3 10 Mk. (20 Pfg. für jedes Kilo) zu zahlen. Hätte er den ganzen Hirsch hier eingebracht, so würde man ihm nach den bestehenden Steuersätzen nur 2,50 Mk. abverlangt haben.

* Heidelberg, 22. Dezember. Bankier Cuntz wurde heute gegen 20000 Mark Kaution aus der Haft ent- lasseu.

* Hanan, 23. Dezember. Gestern abend brach hier- selbst in einem Hause Feuer aus, wobei zwei Kinder erstickten.

Berlin, 22. Dezember. Bei dem heute früh gegen 2 Uhr in einem Eckzimmer der zweiten Etage des Geschäfts­hauses der Firma Hermann Gerson am Werderschen Markt ausgebrochenen Brande ist durch das sofortige Einschreiten der Feuerwehr die Ausbreitung des Feuers auf den nächsten Nebenraum beschränkt worden, sodaß dasselbe in kurzer Zeit gelöscht wurde. Der Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt.

* Berlin, 22. Dezember. Der zweite Vorsitzende des deutschen Arbeitgeberbundes bezeichnet die Blättermeldung von einer bevorstehenden Sperre im Baugewerbe als unrichtig.

St. Etienne, 23. Dezember. Die Zahl der ausstandi- schen Weber beträgt bis heute 10 000. Alle Arbeit er haben somit die Arbeit niedergelegt. Außer diesem bedeutenden Ausstande wird der Ausstand der Gruben­arbeiter des Loire-Departements in Aussicht gestellt. Die letzteren beschlossen in einer gestern abgehaltenen Versamm­lung den allgemeinen Ausstand, welcher nächsten Montag beginnen soll, falls die geforderten Lohnerhöhungen nicht bewilligt werden.

* Fiume, 23. Dezember. Infolge einer fürchterlichen Bora und hier noch nie beobachteter strenger Kälte sind siele Schiffs-Unfälle zu verzeichnen. Mehrere Dampfer werden vermißt.

* Brüssel, 23. Dezember. In der französischen Grenz­gemeinde Prolinghien brach die Eisdecke des Flusses ein, wobei viele Kinder versanken. Bis jetzt wurden 33 Leichen geborgen.

* Rom, 23. Dezember. In Amalfi bei Palermo löste sich eine Felsmasse von 30000 Kubik­meter los und begrub zwei Hotels und mehrere Häuser unter sich. Ein Teil der Felsmasse rollte ins Meer und zertrümmerte eine Anzahl Fischerbarken. Zahl­reiche Menschen scheinen umgekommen zu sein. Viele wurden in den Häusern verschüttet. Die Bevölkerung kam­piert im Freien trotz der schweren Kälte.

* Livorno, 22. Dezember. Der hier aus Alexandria eingetroffene DampferUmberto" mußte wegen einer von verdächtigen Erscheinungen begleiteten Krankheit eines Reisen­den unter Quarantäne gestellt werden.

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Kirche und Schule.

Christian Heinrich DiUmann, der Schöpfer und Ver­treter des Realgymnasiums, ist kurz vor seinem 70. Jahre als Oberstitdienrat und Rektor des Stuttgarter Realgymnasiums gestorben. Zuerst wie ft in Bruder, der verstorbene Berliner Theologe und Orien- dalist, für die theologische Laufbahn bestimmt und im Tübinger Stift ausgebildet, widmete er sich später der mathematischen Disziplin und durchlief noch das Stuttgarter Polytechnikum. In den Lehrstand emge- dreten, verfocht er bald den eigenartigen Gedanken, es müsse dem modernen Gymnasium bei aller Festhaltung feines humanistischen Charakters em Gegengewicht durch Pflege der Mathematik und Naturwissenschaft ge­geben «erden. So kam Dillmann auf das sogen.Realgymnasium , dessen Vater er wurde; er durfte es auch nach vielen Kämpfen erleben, daß in Stuttgart zuerst der Versuch einer solchen Anstalt gemacht

und ihr ein Prachtbau im griechischen Stil erbaut wurde. Eine Reihe Töchterarftall«« folgte dieser Gründung; immerbin erre.chte D.llmann sem Z'kl nick', daß den Abtiu.tenten des R.atgymnastumtz das Recht de« m-dtziniicken Studiums eingeräumt werde, wie denn auch aus den R »den b.i Serz'e eine scharie Opposition gegen die Vorbildung des RcUgyll'Nusiums entstand und die griechisch kla'silcken Studien sterk de.ont wurden $)e- B-.storbene, der dm patriarchali­schen und wisim'ck.stlicken Pädagogen in sich verein gte, atmt, einigen popuiir-astro- omrsck- Sckrtsten und ewer angefochtener. Schrift vor ein größeres Publikum: -Die M. bema k,^ die F-ckel- trägertn einer neue«. Zit", worin er unterMaihemattk überhaup die naturwisienschatt icke Me'h'de verband.

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Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Matthäusgemeinde.

Dezember 16. Karl Ludwig Emil Schneider, Cigarrenfabrikant zu Gießen und Eleonore Emma Elisabeth Werner, Tochter von dem ver­storbenen Bureau-Assistenten Johann Friedrich Hermann Werner zu Plauen-Dresden.

Markusgemeinde.

Dezember 17. Ernst Paul Scheibe, Buchdrucker zu Gießen und Emilie Elisabeth Bertha Luise Georgine Heck, Tochter von dem Schremer- meister Justus Heck zu Gießen.

Dezember 21. Heinrich Weber, Korbmacher zu Gießen und Anna Margarethe Launspach, Tochter von dem Weißbinder Johannes Launs- pach zu Hattenrod.

Getaufte.

Matthäusgemeinde.

Dezember 17. Dem Taglöhner Johann Friedrich Schmerle eine Tochter, Frieda, geb. den 27. September.

Lukasgemeinde.

Dezember 17. Dem Schlosser Heinrich Zinßer eine Tochter, Luise Emilie, geb. den 7. September.

Militärgemeind e.

Dezember 17. Dem Sergeant Friedrich Reitz eine Tochter, Anna Elise Lina Paula, geb. den 16. November.

Beerdigte.

Markusgemeinde.

Dezember 21. Elisabeth Weigel, Fabrikarbeiterin, 16 Jahre alt, starb den 19. Dezember. v _,

Denselben Emilie Appel, geb. Simon, Ehefrau von dem Tape­zier Friedrich Appel, 31 Jahre alt, starb den 20. Dezember.

Johannesgemeinde.

Dezember 21. Elisabeths Balser, Tochter des verstorbenen Ackers, mann Melchior Balser zu Rödgen, 68 Jahre alt, starb den 19. De- ^"^Dezember 22. Johann Schneider, Invalide, 64 Jahre alt, starb den 20. Dezember.

Brodpreise

vom 24. Dezember 1899 bis 7. Januar 1900.

Der hiesigen Bäcker.

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einekme glücklicherweise sei ein o er könne aus em W auch 200000 Mk. Stempelsteuer würden ' 'Ichähle Anschlagssumme rerträgmffe, denen doch überstehe, daß die Ler- lgMüMeibr, nMe Haupthrvckeu gegluckt" agen, daß ein Zustand, si'teigerung bringe, kein de sonst eine Katastrophe freilich noch einmal tm ulen von 800000 Mk., ier fortschreitenden Ent- ndene Ausgaben, dann sorgsamer Pflege der em Grundsatz, daß eine ausgeschlossen sein müsse, eintrete, der einen ge­reifte. Er hoffe, daß der Steuerzahler herum- teie man von iljm gt' M die Sacht ,g dn DnMMe mit mhezu ein Drittel Steuer- de. Das sei ernst genug ifel herrschen, daß aller- it für die nächste Zukunft kurzftchtige Sparsamkeit; müsse man immer etwa- at Aufgaben lösen müsse, Aber zwischen diesem anzen bestehe kein Gegen- mnq einen M °!t nmerhin nicht zu m iibtr di- sch ftit M ;i ber «-i-lld U nfiibt gelangt seien, daß nicht als besondere Zeichen rssg i*

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