Ausgabe 
24.1.1899 Erstes Blatt
 
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Was die Zulassung der Frauen zum Studium der Medizin anlange, so sei die neue Studienordnung in der Vorberei­tung begriffen, wodurch diese Frage geregelt werde. Ob die neue Seemannsordnung noch in dieser Tagung dem Reichstage zugehen werde, sei zweifelhaft. Betreffs der Bäckereiverordnung wolle er bemerken, daß es allerdings scheine, als ob das angestrebte Ziel besser durch eine Minimal- ruhezeit zu erreichen sei; doch habe die Sache den Bundes­rat noch nicht beschäftigt. Die Regierung stehe nach wie vor auf dem Boden der kaiserlichen Erlasse. Die Reichs­verdrossenheit rühre zum großen Teile daher, daß vom Staate mehr verlangt werde, als er zu leisten vermöge.

Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) bemerkt, der Abgang des Ministers v. Berlepsch bedeute gar keine Aenderung in dem Gange unserer sozialpolitischen Entwickelung; für diese seien nach wie vor die kaiserlichen Erlasse maßgebend.

Abg. Roesicke (wildlib.) behauptet, daß die Entlassung des Ministers v. Berlepsch jedem Unbefangenen den ein­getretenen Kurswechsel, der sich auch noch aus Privat­korrespondenzen beweisen ließe, bewiesen habe.

Abg. Schrader (fr). Vg.) wünscht Zulassung der Frauen zu allen Vorlesungen.

Staatssekretär Graf Posadowsky: Nach den beste­henden Absichten sollten Frauen, welche den gesetzlichen Anforderungen genügten, auch zum Physikum zugelassen werden.

Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Tagesordnung: Inter­pellation wegen Einbringung eines Weingesetzes und Fort­setzung der heutigen Etatsberatung.

Schluß 5V< Uhr.

Deutsches Deich.

Berlin, 22. Januar. Ein in Hannover verbreitetes Gerücht, der Kaiser werde am Dienstag mit dem Sohne des Herzogs von Cumberland zur Parade nach Han­nover kommen, beruht auf Erfindung.

Berlin, 22. Januar. Drei Generalmajore und Brigade- Kommandeure, ein Oberst und Kommandeur eines In­fanterie-Regimentes und fünf Stabs-Offiziere sind unter dem gestrigen Tage zur Disposition gestellt, resp. haben ihren Abschied bewilligt erhalten.

Berlin, 21. Januar. Militärische Hilfe bei Not stäuben. Eine der Obliegenheiten, welche das Heer mit dem bürgerlichen Leben in unmittelbare Berührung bringen, ist die militärische Hilfe bei öffentlichen Notständen, die in umfassendstem Maße bei den letzten Ueberschwemmungen in Wirksamkeit getreten ist. Soeben wird vom Kriegs­ministerium eine Kabinetsordre vom 6. Januar bekannt ge­geben, welche zunächst nur für Preußen gilt, dann aber auch in anderen Bundesstaaten als Anhalt für die General­kommandos zu dienen hat, soweit die militärischen Forde­rungen dabei in Betracht kommen, und über die Stellung militärischer Hilfskommandos im Fall der Not eingehende Bestimmungen trifft. Die Bestimmungen über die Kosten der Hilfeleistungen gehen dahin, daß lediglich die aus der Requisition der Militärverwaltung erwachsenden Mehrkosten an Verpflegung und Tagegeldern von den requirierenden Behörden, und Privatpersonen getragen werden müssen. Auch haben diese für Materialverluste aufzukommen, wobei indes lediglich der Wert der Stücke bei Beginn des Kommandos berücksichtigt wird. Den Civilbehörden liegt dann noch ins­besondere ob, für die Unterbringung und Verpflegung der Hilfskommandos das Erforderliche möglichst schon vor deren Eintreffen zu besorgen; wo es nötig ist, sorgt der Truppen­teil selbst für die Verpflegung.

Zum Verbot des Getreideterminhandels. Der Ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrats hat, wie jetzt mitgeteilt wird, in seiner letzten Sitzung über die Wirkung des Getreideterminhandels-Verbots folgende Erklärung beschlossen: Das Verbot des Getreidetermin­handels hat für die deutsche Landwirtschaft bisher eine segensreiche Wirkung gehabt, indem die ausländschen Ge­treidepreise seit dem Bestehen des Verbotes eine größere Stetigkeit gezeigt haben und erheblich geringeren Schwankungen

der Gesetzgebung zerstreuten Teilungsverbote einheitlich zu­sammen. Hiernach ist eine Teilung von Grundstücken nur so weit zulässig, als dadurch keine selbständigen Trennstücke unter 10 Ar Acker- oder 6 Ar Wiesengelände gebildet werden. Weinberge, Obstbaumstücke, Gartengelände und solche Grundstücke, die zu öffentlichen Zwecken oder Hofraiten abgetreten werden, sind hiervon ausgenommen. Bei Wäl­dern muß das Trennteil mindestens 50 Ar groß sein; außerdem ist zur Teilung von Wäldern die besondere Ge­nehmigung des Finanzministeriums erforderlich. Hat in einer Gemarkung die Feldbereinigung stattgefunden, so muß bei der Teilung von Grundstücken jedes Trennstück den zu seiner Bewirtschaftung erforderlichen Zugang behalten.

Auf volkswirtschaftlichen Erwägungen beruhen ferner die gesetzlichen Vorschriften, durch die man schon seit Anfang dieses Jahrhunderts die Ablösung einzelner, besonders drückender Belastungen eines Grundstückes (Zehnten, Frohnde) zu bewirken gesucht hat. Für die Zukunft wird nicht nur die Möglichkeit der Ablösung bestehender Lasten erhalten bleiben, sondern es wird auch die Neubegründung derartiger Lasten verboten, wie dies zur Zeit schon in Preußen, Bayern und anderen Staaten der Fall ist.

Was die Form der Veräußerung von Grund­stücken betrifft, so verlangt das Bürgerliche Gesetzbuch zur Uebertragung des Eigentums, daß Veräußerer und Erwerber bei gleichzeitiger Anwesenheit ihre Einigung erklären. Da dies jedoch bei freiwilligen Liegenschaflsversteigerungen oft mit großem Zeitverlust verbunden, wäre, so bedarf es auch ur Zukunft in Hessen der gleichzeitigen Anwesenheit beider Teile nicht, wenn das Grundstück durch das Gericht oder einen Notar versteigert wird und die Auflassung noch in dem Versteigerungstermine stattfindet.

unterworfen gewesen sind, als die gleichzeitigen Getreide­preise in den Ländern mit entwickeltem Terminhandel in Getreide. Die günstige Wirkung des Verbotes auf die Preis­bildung im Deutschen Reich würde noch größer sein, wenn die Länder, in denen der Getreideterminhandel noch besteht, dem Beispiel des Deutschen Reichs folgen und den Ge­treideterminhandel gleichfalls verbieten würden. Als eine besonders wertvolle Wirkung des Verbotes ist noch die Gründung der.Centralnotierungsstelle der preußischen Land­wirtschaftskammern hervorzuheben, deren Preisnotierungen durch ihre Veröffentlichungen imReichsanzeiger" mit Recht ein amtlicher Charakter verliehen wird.

Man schreibt derTägl. Rundsch." aus Paris: Nachdem in der letzten Zeit verschiedene bedeutende Pariser Zeitungen Ansichten hervorragender Franzosen über die Möglichkeit einer Annäherung zwischen Frankreich und Deutsch­land veröffentlicht haben, bringt jetzt dieVie illußtree" unter dem TitelIst ein deutsch-französisches Einvernehmen möglich?" ein wertvolles Gegenstück dazu. Ihr Bericht­erstatter Henry Girard hat Deutschland bereist, um die Stimmen hervorragender deutscher Staatsmänner und Poli­tiker über diese Frage zu sammeln, und faßt nun in einem langen Aufsatze die Ergebnisse seiner Sendung zusammen. Die Leser derVie illuetree" können mit der Art, wie er seine Aufgabe erfüllt hat, ebenso zufrieden sein, wie wir Deutsche. Er hat an den richtigen Quellen geschöpft, und giebt ein unverfälschtes Bild der Stimmung in Deutschland, und das war hier die Hauptsache. Wir hören keine welt­verbrüdernden Sozialisten und keine Träumer vom ewigen Frieden, sondern Realpolitiker, die nicht von dem ausgehen, was sein könnte, sondern was ist. Befremden könnte es allerdings, daß sich unter den um ihre Meinung befragten Politikern soviel Freisinnige befinden. Es kam dem Fran­zosen wohl darauf an, den eigentlichen Staatsmännern eine Anzahl Leute aus dem entgegengesetzten Lager gegenüber zu stellen. Uebrigens haben wir uns in diesem Falle über die Haltung der Schrader, Barth u. A. kaum zu beklagen. Höchstens könnten wir an dem Ausdruck Anstoß nehmen, daß sich an dem Tage, wo Frankreich die Aufrichtigkeit der Gefühle Deutschlands verstände und loyal erwiderte, bei unsein ungeheurer Jubel" erheben würde. Dazu sind wir denn doch ein wenig zu stolz. Im allgemeinen läßt sich das Ergebnis, das Girard gefunden hat, dahin zusammen­fassen : Man glaubt in Deutschland vorderhand nicht an die Möglichkeit eines Bündnisses mit Frankreich. Aber man glaubt an die Möglichkeit einer wesentlichen Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die zu einem Einvernehmen, ja schließlich vielleicht zu noch mehr führen könnte. Grundbedingung dafür aber ist die Unantastbarkeit des Frankfurter Vertrages.Wir geben Elsaß-Lothringen unter keinen Umständen wieder heraus", tönt es von allen Seiten ohne Ausnahme zurück. Von einem Austausch gegen Tonkin oder Madagaskar oder ähnlichen Hirngespinsten ist also nicht mehr die Rede.Diese Ansicht über die Unan­tastbarkeit des Frankfurter Vertrages", sagt Girard,habe ich überall wiedergefunden in der politischen Welt, während aller Gespräche in den Wandelgängen des Reichstags, bei Universitätslehrern und bis hinauf zu den höchsten Vertretern der diplomatischen und kaiserlichen Kreise." Und an einer- andern Stelle setzt er hinzu:Das ist nicht nur die Meinung des offiziellen Deutschlands, sondern auch die des Volkes. Von Nord nach Süd, von West nach Ost wird das Reichs­land als der Stein betrachtet, der die Teile des Reiches aneinanderkettet. An diesem Stein rütteln, hieße es nicht die Festigkeit und die Dauer des ganzen Gebäudes in Frage stellen?" Manche Hoffnungen und manche Einbildungen seiner Landsleute werden hierdurch zerstört werden, meint Girard. Besonders werden sie enttäuscht sein, wenn sie hier durch einen Staatsmann, der nicht genannt, aber ziemlich deutlich bezeichnet ist, die Fabel, daß Kaiser Friedrich Elsaß- Lothringen hat zurückgeben wollen, noch einmal gründlich widerlegt finden. Deutschland verlangt von Frankreich nicht, daß es den Frankfurter Vertrag noch einmal förmlich unter­zeichnet, es verlangt auch nicht, daß es alle seine Hoff­nungen aufgiebt, aber es verlangt, daß das Rachegeschrei aufhört, daß man in Frankreich die Wiedererringung der Reichslande nicht als das Ziel aller Politik hinstellt. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, meint Girard, ist ein Einver­nehmen möglich.In ganz Deutschland bin ich keiner offenen Feindseligkeit gegen Frankreich begegnet. Unser Vaterland ist für Deutschland eine Gefahr, aber nicht der Feind." In einem der letzten Abschnitte spricht Girard von den Mitteln zur Annäherung. Der frühere Abgeordnete Barth sieht natürlich im - Freihandel das beste Mittel. Im Uebrigen laufen die Ansichten darauf hinaus, Frankreich solle versuchen, Deutschland besser kennen zu lernen, es solle unsere geistigen Bewegungen verfolgen, unsere Sprache er­lernen und besonders uns im eigenen Lande studieren. Das ist ganz gut und schön. Leider aber haben wir erlebt, daß junge Franzosen sich an unseren Herden erwärmt haben, sich unsere Weine und Biere haben schmecken lassen und hinterher ihre Wirte mit Schmutz beworfen haben aus Feigheit, ihren Landsleuten die Wahrheit zu sagen, die diese noch nicht hören mögen. Darum würde es auch nicht viel helfen, wenn, wie Barth vorschlägt, alle größeren Zeitungen ernst­hafte Berichterstatter nach Deutschland entsendeten, die nicht nur über Hofklatsch, Duelle und Soldatenmißhandlungen schreiben. Die Hauptsache ist Mut, Mut bei den Privat­leuten und Mut vor allem bei den Regierenden.Sie müßten in Paris endlich eine Regierung haben," drückt sich der früher erwähnte Staatsmann aus,die stark und mutig genug wäre, sich kategorisch über die Zweideutigkeit zu äußern, die seit fast einem Vierteljahrhundert aus das ganze System Ihrer auswärtigen Politik drückt. In amtlichen, notwendigerweise dunklen Reden ergießt man sich in fried­lichen Erklärungen: diese werden dann gewöhnlich in einem wahren Berge von Denkschriften ausgezeichnet, und trotzdem werden Sie keinen Menschen in Frankreich, auch unter den

Gebildeten nicht, glauben machen, daß das russische Bündnis irgend einen Nutzen haben kann, wenn es nicht ausdrücklich vorsieht, daß der Zar seine Kosaken in Bewegung setzt, um in Berlin die Schlüssel von Metz und Straßburg zu holen." Koburg, 22. Januar. Einem hiesigen Blatte zufolge soll der Erbprinz Alfred fchwer erkrankt sein.

Meran, 22. Januar. Der Elfenbeinwaren-Fabrikant Ludwig Geiger aus Württemberg feuerte gestern in einem Cafe drei Revolverschüsse auf eine Meraner Dame ab und tödtete sich dann selbst. Das Motiv ist Lebens- Ueberdruß.

Ausland.

Wien, 22. Januar. Angeblich in Sachen der un­garischen Parlamentskrisis wird der hier eingetroffene un­garische Geheimrat KolomanSzell vom Kaiser empfangen werden. Derselbe soll zum Nachfolger Banffys aus­ersehen sein.

Prag, 21. Januar. Die Polizei gestattete für morgen eine allgemeine Studentcn-Versammlung (deutsche), in welcher die Affaire zwischen einem deutschen und einem tschechischen Studenten besprochen werden soll.

Lemberg, 21. Januar. Der Ansturm auf die Spar- kaffe dauert fort. Zur Aufrechterhaltung der Ruhe seitens der massenhaft angesammelten Menge, welche die Auszahlung der Spareinlagen verlangt, mußte die Sicherheitswache requiriert werden.

Budapest, 21. Januar. Im Abgeordnetenhaus«: wurde heute die Obstruktion fortgesetzt.

Rom, 22. Januar. Kaiser Franz Josef bemerkte in dem Handschreiben, welches die Ueberfenduug des goldenen Vließes an den Herzog von Aosta begleitete, be­sonders, daß die Beziehungen zwischen Oesterreich und Italien die herzlichsten seien. Gleichzeitig lud er den Herzog zur Teilnahme an den Frühjahrs-Manövern ein. Der Herzog wird der Einladung Folge leisten.

Paris, 22. Januar. DemKourier" zufolge hat der Kassationshof wichtige Entdeckungen gemacht, wonach der Abschluß der Dreyfus Angelegenheit nicht vor April zu erwarten ist. Es soll sich nämlich herausgestellt haben, daß in den Jahren 1893/94 eine unglaubliche Menge von wichtigen Dokumenten verschwunden sei, was zur Folge ge­habt habe, daß alle französischen Mobilisierungspläne um­geändert werden mußten.

Paris, 22. Januar Einem hier verbreiteten Gerücht zufolge soll Kaiser Wilhelm beabsichtigen, den Zaren in Antibes zu besuchen.

Paris, 22. Januar. Auf Corsica ist eine Panik ausgebrochen wegen des Gerüchtes, daß das englische Malta-Geschwader einen Angriff auf die Insel vorbereite.

Paris, 22. Januar. Clemenceau veröffentlicht unter dem Titel: Eine frevelhafte Ungerechtigkeit eine Bro­schüre über die Dreyfus-Angelegcnheit. Clemenceau kündigt gleichzeitig an, daß demnächst eine weitere Broschüre von ihm erscheinen werde, unter dem Titel: Der Weg zur Sühne.

Paris, 22. Januar. Unter dem Namen:Die kleinen Steuerzahler" ist hier eine neue Liga gegründet worden, welche das Gegenstück zu der von Jules Roche ins Leben gerufenen Liga der Steuerpflichtigen bildet. Die neue Liga steht unter dem Vorsitz Pelletans, des Bericht­erstatters über den Staatshaushalts-Etat in der Deputierten­kammer.

Paris, 22. Januar. Wie aus Rom telegraphiert wird, hielt bei dem Festessen, welches dort aus Anlaß des 28. Jahrestages der Schlacht bei Dijon stattfand, Ricotti Garibaldi eine Rede, in welcher er eine englisch-fran­zösische Allianz, der später Italien beitreten müßte, als un­umgänglich notwendig bezeichnete, um die germanische Rasse zu verhindern, im Mittelmeer die Ueberhand zu gewinnen. Es liege im Interesse Frankreichs und Italiens, zu ver­hindern, daß das Mittelmeer seinen romanischen Charakter verliere, wie es Englands Interessen erforderten, seinen großen Handelsweg nach dem äußersten Osten zu behalten.

Madrid, 21. Januar. Der Senator Admiral H e r r e r a kündigt an, er werde in den Kortes die mangelhafte spanische Kriegsvorbereitung besprechen.

London, 21. Januar. Gegen Mitternacht herrschte in London und Umgebung ein furchtbarer Sturm, ver­bunden mit Hagelfchlag und Regen. Derselbe dauerte eine ganze Stunde und hat großen Schaden angerichtct.

London, 21. Januar.Daily Mail" meldet aus Washington: Gestern habe ein Kabinettsrat stattgefunden, in welchem beschlossen worden sei, eine neue Konferenz ein­zuberufen, in welcher die Bestimmungen des Berliner Ver­trages bezüglich der Insel Samoa abgeändert werden sollen.

London, 21. Januar. Der bekannte Journalist St ead, welcher eine Rundreise unternommen hatte, um die Meinung der verschiedenen Herrscher Europas über die Abrüstnngs- frage zu erfahren, hielt gestern in Birmingham einen Vortrag, in welchem er sagte: Der Zar sei über die Art und Weise, wie sein Vorschlag von den Mächten aus­genommen worden sei, sehr enttäuscht gewesen. Zu seinen Ratgebern soll er gesagt haben: Da sehen Sie den Erfolg meines Vorschlages. Deutschland rüstet weiter, Frankreich und England treffen Vorkehrungen, sich zu bekriegen. Die Antwort auf meinen Friedens-Vorschlag ist fieberhafte Rüstung und Vorbereitung auf den Krieg. Stead beschwört die Geistlichkeit, mit Energie für den Frieden zu kämpfen.

Konstantinopel, 22. Januar. Wie hier verlautet, hat die russische Marine-Verwaltung 9 Kreuzer, 3 Torpedo und 2 Schulschiffe zu dem Zweck ausgerüstet, dieselbe im nächste« Frühjahr nach dem Schwarzen Meere zu entsenden, weil zu dieser Zeit mazedonischeUnruhen erwartet werden.

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