Ausgabe 
24.1.1899 Erstes Blatt
 
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Wir machen

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die Einwohner unserer Stadt nochmals auf das Unter­nehmen unseres hiesigen Kunstmalers Otto Fritz auf­merksam, und bitten, durch zahlreiche Beteiligung und Unter­schriften in der zirkulierenden Liste, der das Originalbild beigegegeben ist, dasselbe zu unterstützen, und die baldige An­fertigung zu ermöglichen. Auch wird von genanntem Künstler schriftliche Bestellung eines oder mehrerer Exemplare Goethe- straße 46, Atelierhaus, entgegengenommen. Unser lang­jähriger Mitbürger Otto Fritz gedenkt mit diesem Kunst­blatt sich einen bleibenden Ruf zu erwerben, und legt hiermit durch uns allen Kunstliebhabern und Gönnern dies­bezügliche thatkräftige Unterstützung nahe.

** Der Schühenverein feierte am Samstag abend in Steins Saalbau sein Winterfest. Den an verschiedene Vereinsvorstände, besonders auch an die zahlreichen Mit­glieder des Komitees für das diesjährige Verbandsschützenfest ergangenen Einladungen war in reichem Maße, und im Hinblick auf die Beliebtheit, die die Festlichkeiten des Schützenvereins allseitig genießen, entsprochen worden. Das Programm bestand aus Konzert der Regimentsmusik, Fahnen­weihe und Ball. Die von den Frauen und Jungfrauen

gestiftete Fahne nebst Schärpen wurde von zwei jungen Damen (Fräulein Wigand und Noll) dem Verein unter formvollendeten Ansprachen überreicht, und von Herrn Schützenmeister Brück mit Ausdrücken des Dankes entgegen­genommen. Herr Metzgermeister Pirr überreichte hierauf dem Verein eine vom hiesigen Turnverein gestiftete Fahnen­schleife, eine weitere Fahnenschleife überreichte Herr Archi­tekt Seuling im Auftrage des Gießener Radfahrvereins 1885, und eine dritte Schleife Herr Konditor Hett ler im Auftrage derWanderer", Gießener Radfahrgesellschaft; Herr Ingenieur Fvrtsch überreichte im Namen des Tech­nischen Vereins einen Fahnennagel, Herr Ehr. Reiber einen von der Gießener Rudergesellschaft, und Herr Petri einen vom Veteranenverein gestifteten. Herr Helm be- ... glückwünschte den Verein namens des Festausschusses für ?» 3 150,8 künftige Bundesschießen, worauf Herr Schützenmeister Brück namens des Schützenvereins für die dargebrachlen Spenden und Freundschaftsbeweise dankte. Der darauf folgende Ball schloß gegen morgen das in allen Teilen sihön verlaufene Winterfest. Die neue Fahne des Schützen- Vereins ist im Erker der Firma I. H. Fuhr (Sonnen- ?^aße) neben der von derselben Firma für den hiesigen Männergesangverein angefertigten Fahne ausgestellt.

** Der Geflügelzuchtverein hatte gestern abend im oberen --vaale des Cafs Ebel einen Familienabend veranstaltet.

Lokales und PrornnMes.

Gieße», den 22. Januar 1899.

Bom höheren Schulamt. Seine Königliche Hoheit der 'Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 18. Januar den Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Mainz, Professor Dr. Bernhard Schädel, jum Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, mit Wirrung vom 1. April 1899 an, zu ernennen.

Eine wesentliche Ermäßigung des Gütertarifs auf den preußischen Staatseisenbahnen, die in der Haupt­sache landwirtschaftlichen Erzeugnissen zugute kommt, hat Minister Thielen angeordnet. Vom 1. April l Js. ab werden Butter, sämtliche Gartenfrüchte und ge­räucherte Heringe ebenfalls wie leicht verderbliche Gegen­stände zum Frachtgütertarif angenommen und als Eilgut befördert. pp, r,

* Theaterverein. Von Hermann Leffler, welcher am Mittwoch im Theaterverein den Grafen Waldemar in Gustav Frcytags gleichnamigem Schauspiele geben wird, find jetzt mehrere Bilder im Schaufenster der Frees'schen Buchhandlung ausgestellt, die auch Separatdrucke des Dramas aus Freytags gesammelten Werken vorrätig hält. Es wird mancher den Wunsch haben, dieses interessante Schauspiel, sei es vor oder nach der Aufführung, auch zu lesen. Hermann Leffler ist seit einiger Zeit als Helden­darsteller am Hoftheater zu Wiesbaden thütig, vorher war er mehrere Jahre ein hervorragendes Mitglied des Deutschen Theaters in Berlin. Der Graf Waldemar ist eine seiner besten Rollen, in welcher er mehrfach an großen Bühnen gastiert hat.

-e- Stadttheater. Eine Posse sondergleichen ging gestern abend vor zahlreich erschienenem, beifallslustigen Publikum in Szene.Der Jongleur" von Emil Pohl mit Musik von A. Conradi wurde gegeben. Ist dieses Stück an und für sich auch ziemlich gehaltlos, so vermag es doch durch seine teilweise recht drastische Komik für einen Abend ganz gut zu unterhalten. Die Aufführung ging durchweg flott von statten, und ist hier besonders Herrn Direktor Helm für die treffliche Regieführung Anerkennung zu zollen. Von den Darstellenden selbst gefiel uns am besten Herr Wil- helmi als Thomas Meck, Herr Helm als Rentier Klee­meier und Herr Merker als Student Carl Freihold; dann die Damen Frl. Sitar di als Dörthe und Frl. Pauli als Kleemeiers Tochter Laura. Als recht geschulter Tanzkünstler stellte sich Herr C a st e r r a dem Publikum vor. Die Regimentsmusik trug wie gewöhnlich durch vorzügliches Spiel ihr gut Teil zum Gelingen der Aufführung bei.

Stadttheater. Vielfachen Wünschen entsprechend, wird die Leitung unseres Stadttheaters am Dienstag dem 24. dss. Mts. das Volksstück mit GesangMein Leopold" als Volksvorstellung geben. Die nächste Abonnementsvorstellung findet Donnerstag den 26. ds. statt. Alsdann gelangt Wildenbruchs berühmtes Schauspiel Die Quitzows" zur Aufführung. Herr Hofschauspieler Hermann Leffler vom königlichen Hoftheater in Wies­baden spielt darin denDietrich von Quitzow".

* Mittwochs-Vorträge des Herrn Professors Philippi

Weinig 11 ausdrücklich un9 setzt, uni ;r9 zu holen.» s * reu-Fabritant tern in einem auerDame ist Lebens-

iu der Aula des Gymnasiums. Der nächste Vortrag am 25. Januar, 5 Uhr, wirdDas Kunstgebiet der europäischen Völker als Einheit" zum Gegenstände haben.

* Farbeudruckbild von Gießen betreffend.

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In die für das Gehör der überaus zahlreich erschienenen Mitglieder nebst deren Damen und der Gäste bestimmten unterhaltenden Darbietungen teilten sich ein Streichscxtett der Regimentsmusik und eine Anzahl Mitglieder des Bauer- schen Gesangvereins. Konzertstücke wie Lieder fanden den wohlverdienten Beifall. Eine Vcrloosung von Hühnern, Enten, Kanarienvögeln, Goldfischen, sowie einer Anzahl Gebrauchs- und Luxusgegenstände und Genußmittel sämtlich von Mitgliedern und Gönnern des Vereins ge­stiftet bereitete außerdem den ca. 50 glücklichen Gewinnern eine besondere Freude.

A Aus dem Großherzogtum Heffen, 22. Januar. Der gelegentlich der Durchführung der in Hessen geplanten Steuerreform jüngst vorgelegte Gesetzentwurf inbetreff der Besteuerung des Weines hat nichts weniger als eine sympathische Aufnahme gefunden, und ist man besonders in Rheinhessen von dem Gesetzentwurf auf das empfindlichste berührt, indem sowohl der Weinhandel, wie auch der Produzent unter dem geplanten Gesetz stark zu leiden haben würden. Es ist weniger die Höhe der be­absichtigten Steuer ells die mit deren Erhebung ver­bundene Vexationen, die Handel wie Produktion unter eine fortgesetzte lästige staatliche Kontrolle stellen. Wie^seiner Zeit die vom Reiche geplante Weinsteuer gefallen war, schallte in ganz Rheinhessen heller Jubel, und ist man darum jetzt um so enttäuschter, durch die Landesgesetzgebnng ein Gesetz zu bekommen, das man selbst im Reich als schädlich und undurchführbar hielt. Jedenfalls wird der Entwurf in der Kammer viele Gegner finden, zumal jetzt schon leb­hafte Agitation gegen das geplante Gesetz in das Leben gerufen wird.

Wieseck, 22. Januar. Der gestrige Familien - abend des GesangvereinsSängerkranz" hatte sich eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen. Die von der hiesigen Kapelle unter Leitung des Herrn Heinrich Becker aus­geführte Musik verdient besondere Anerkennung. Die von Mitgliedern des Vereins gestellten lebenden Bilder, sowie die komischen Vorträge ernteten gleichfalls reichen Beifall. Dem Verein, der es versteht, seine Mitglieder zu ernstem und heiterem Thun gleicherweife zu sammeln, ist ferneres Gedeihen zu wünschen.

L. Alsfeld, 21. Januar. Der Ausschuß des landwirt­schaftlichen Provinzialvereins hat in der Sitzung vom 17. Oktober v. Js. beschloffen, den Mitgliederbeitrag von 5,20 Mark auf 3 Mark herunterzusetzen. Man ging hierbei von der Ansicht au», daß, wenn die landwirtschaftlichen Provinzialvereine im Grobherzogtum Heffen die Aufgaben der LandwirtschaftSkammern, wie sie in den preußischen Provinzen errichtet worden find, erfüllen sollen, möglichst alle Landwirte, zum mindesten aber der größere Teil zu den Arbeiten und Bestrebungen der fraglichen Vereine herangezogen werden müßte. Bei Errichtung der preußischen Landwirt­schaftskammern handelt es fich nicht nur um die Beschaffung der nötigen Geldmittel und eine von der Regierung anerkannte Vertretung der Landwirtschaft, sondern auch um möglichste Heranziehung aller Landwirte. In Heffen werden die Provinzial- vereine in Gemeinschaft mit dem Landwirtschaftsrat diese Aufgaben erfüllen können, zumal die Regierung die land­wirtschaftlichen Vereine mit reichlicheren Geldunterstützungen versehen hat, wenn es gelingt, das Gros der Landwirte an die Vereine heranzuziehen. Rach den seitherigen Erfahrungen in Oberhessen scheint Ausficht vorhanden zu sein, daß dies gelingen wird. Seit Herabsetzung der Mitgliederbeiträge find in zwei Sitzungen 160 neue Mitglieder ausgenommen worden und weitere 130 find zur Aufnahme angemeldet. Der Mft- gliederzuwachs beträgt also in einem Vierteljahr rund 300.- Der Prooinzialverein selbst dürfte durch diese Einnahmen eine wesentliche Erhöhung seiner Mittel wohl kaum erzielen, da er den Vereinsmilgliedern die Zeitschrift unentgeltlich liefert und i/3 der Beiträge den landwirtschaftlichen Bezirksvereinen zu- fließt. Erfreulich ist es aber immerhin, daß eine größere Anzahl von Landwirten an den gemeinsamen Berufs-Bestre­bungen der landwirtschaftlichen Vereine Anteil nimmt.

A Mainz, 22. Januar. Der von dem Militärfiskus geplante Umbau der im Jahre 1842 als bombenfestes Militärkrankenhaus errichteten großen Schloßkaserne hier bildet eben den Gegenstand lebhafter Diskussion, die tagtäglich in längere Abhandlungen in der hiesigen Presse Widerhall findet. Es sind zwei Gründe, weshalb man gegen den beabsichtigten Umbau ist und zwar einmal, weil durch den riesigen Kasernenbau das in unmittelbarer Nähe stehende kurfürstliche Schloß, eines der schönsten Baudenk­mäler von Mainz, ganz erdrückt würde und zweitens, weil der Bau in der geplanten Form ein nie mehr zu beseitigen­der Grenzwall zwischen der Alt- und Neustadt bilden und die in dortiger Gegend erbauten palastähnlichen Villen ver­unzieren und den ganzen angrenzenden Grundbesitz beträcht­lich entwerten würde. Da der Militärfiskus zum Umbau einen Teil städtischen Geländes notwendig hat, liegt es noch in der Macht der städtischen Verwaltung, den Plan zu vereiteln, weshalb allgemein an die Stadtväter appelliert wurde, den Verkauf des betreffenden städtischen Geländes nicht zu gestatten. Wie ein hiesiges Blatt mitteilt, ist die Verhaftung des Bankiers Daniel in Berlin um deswillen erfolgt, weil er einem längere Zeit hier wohnen­den Schwindler, der sich als Ingenieur Dr. Walker ausgab, behilflich war, die Dresdener Bank um Mk. 120,000 zu beschwindeln.

Ans der Zeit für die Zeit.

Vor 101 Jahren, am 24. Januar 1798, wurde in Breslau Karl von Holtet geboren, scherzhaft derBreslauer Bote" genannt. Seineschlesischen Gedichte" voll inniger Heimat­liebe, in Mundart echt und recht, haben ihm eine ungeheuere Popularität verliehen. Holteis tiefe» Gemüt offenbaren auch seine Dramen,ßeonore,Lorbeer und Bettelstab", die eine

Zeit lang die Bühne beherrschten und seine Romane, von >enen dieVagabunden" undChristian Lammfell ' zu nennen ind. Der Dichter starb am 12. Februar 1880 in seiner Vaterstadt.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag den 23. Januar, abendS 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Apostelgeschichte 4, 28 ff. Pfarrer Euler.

Brodpreise

vom 22. Januar bi» 5. Februar 1899.

I. Kumpf .

1 Kg. (2 Pfd.'

28 Psg

27

56 ,

54 ,

26 ,

62 ,

24 ,

48 .

3»

72 ,

hiestzzcu Bäcker.

I. Kumpf .

Weißbrod Weißbrod Schwarzbrod.

Der

1 Kg. (2 Pfd.) Tnfelbrod

2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod

W. Fabel von Wieseck E. Post von Wieseck

2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei L. Schmidt (Großen-Lindev) L. Stetnmüller, Gr^Linden W. Weitzel von Lang-Göns Wilb. Fabel von Wieseck C. Post von Wieseck

1 Ka. (2 Pfd.) Schwarzbrod bei W. Steinmüller, Lang-Göns L. Stetnmüller Gr.-Ltnden L. Schmidt, Großm-Ltnden W. Weitzel von Lang-GönS

2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod bei W. Steinmüller in Langgöns L. Schmidt Gr.-Ltnden W. Weitzel v. Lang-GönS L. Steinmüller, Gr.-Linden C. Poft von Wieseck G. Jacoby v. Allen-Buseck

8 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei Wllh. Fabel von Wieseck G. Jacoby v. Alten-Buseck C. Post von Wieseck Ernst Christ von Wieseck

2 Kg. (4 Pfd.^ 1 Kg. (2 Pfd.

2 Kg. (4 Pfd.!

26 , 48

48 ,

48 , 48 .

52 , 22 22 , 22 , 22 ,

44 , 44

44 44

46 , 46 , 66 69 69 , 70

Schwarzbrod.....

2 (4 , ) in der Köln. Consum-Anstalt

3 Kg. (6 Pft>.) Schwarzbrod......

Der auswärtigen Bäcker. t _ rvic

1 Ka. (2 Pfd.) Weißbrod bei L. Stetnmüller, Gr.-Linden 24 Pfg.

L. Schmidt, Gr.-Linden 24

W. Weitzel von Lang-GönS 24 ,

24

Der Brodvrrkcktrfer. . , .

Bei den hiesigen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise wie bet den hiesigen Bäckern.

Gießen, den 21. Januar 1899.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Muhl.

Verkehr, Zand- und Volkswirtschaft.

BrLnverg, 2l Jan. Fruchtpretse. Weizens. 16,5017,00, Korn JS. 13,00-14,40, Gerste JL 16,00-17,00, Hafers. 13,60-14.00, Erbsen JL 00,00-00,00, Linser- JL 00,0000,00, Wtckrn JL 00,00, Lein JU 00,00, Kartoffeln JL 0,000,00, Samen JL 00,0000,00-

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 23. Januar. Der Setzerstrike intLokal- Anzeiger" beschäftigte eine gestern nachmittag abgehaltene, von über 2000 Personen besuchte öffentliche Volksver­sammlung. Das Verhalten des Verlegers betreffend die Entlassung von 24 Setzern, welche dem Verbände angehörten, wurde scharf kritisiert und verurteilt. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher u. a. alle Gewerk­schaften und Arbeitervereine Deutschlands ersucht wurden, nicht eher den Kampf aufzugeben, bis die volle gesetzliche Freiheit der Arbeiter vomLokal-Anzeiger" anerkannt und den Ausständigen Genugthuung gegeben ist.

Berlin, 23. Januar. DemKleinen Journal" wird au» Paris telegraphiert. Der Kassationshof stellte die Fälschung einer ganzen Reihe von Depeschen Panizzardis und Tornielli» an ihre Regierungen sowie der betreffenden Rückantworten fest. Die VerneinungNicht", durch welche DreyfuS Unschuld klar bewiesen worden wäre, ist in jedem der Telegramme entfernt worden. Die Fälscher find im Generalstabe zu suchen, da es erwiesen ist, daß da» Ministerium des Aus­wärtigen den Fälschungen vollkommen fern steht. Man nennt offen die Namen mehreren Generale, welche an den Fälschungen beteiligt fein sollen. Esterhazy wurde vom Kriegsminister vom Amtsgeheimnis entbunden. Ausgenommen sind Geheim­nisse, welche die Landesverteidigung betreffen.

Berlin, 23. Januar. Ein verheerendes Feuer wütete gestern Nachmittag in der Reichenberger Straße. Dasselbe entstand in einer Kistenfabrik und breitete sich mit rasender Schnelligkeit aus. Das anstoßende Luisentheater, in welchem gerade die Nachmittagsvorstellung begonnen hatte, war in Gefahr, und mußte die Vorstellung deshalb unterbrochen werden. Im übrigen gelang es der Feuerwehr, den Brand zu lokalisieren.

Berlin, 23. Januar. Aus Petersburg meldet das Kleine Journal": Beim Empfang Montebellos betonte der Zar die Festigkeit der französisch-russischen Allianz.

Washington, 23. Januar. Am Samstag überreichte der deutsche Botschafter von Holleben dem Staatssekretär Hay zwei wichtige Berliner Depeschen, die eine ausführliche Darstellung der Vorgänge aus Samoa enthalten.

Mondamin-Wintergerichte.

Mondamin schätzt man meist nur als Sommerspeise; jedoch besitzt es ausgezeichnete Eigenschaften gerade zum Bereiten warmer Speisen. Monoamin erwärmt und kräftigt den Körper, e8 ist ein willkommenes Nahrungsmittel in kalten Tagen. Jeder wird daher erfreut sein, zu lesen, daß Brown & Polson verschiedene neue Rezepte für heiße Speisen haben, wie: Eierkreme, Souffles, Apfel­schnitten rc. Um allen Gelegenheit zum G.brauch zu geben, Dielet die Firma die Rezepte in einem Buche kostenlos, franko on. Man braucht nur unter deutlicher Adreffenangabe sofort an Brown L Polson, Berlin C. 2, zu schreiben.