Ausgabe 
22.9.1899 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

in Erfahrung gebracht worden war, daß ein Verwandter des Skyba in Dresden mit ihm in Briefwechsel stehe, sind Briefe Skybas mit Hilfe des Gerichts bei der Post be­schlagnahmt worden. Aus diesen Briefen ging hervor, daß der Gesuchte seit einigen Tagen sich in Breslau aufhalte, und dort unter verabredeter Chiffre postlagernd Briefe er­warte. Auf telegraphisches Ersuchen ist dann Skyba beim Abholen eines derartigen Briefes verhaftet worden.

* Wettlauf mit dem Tode. Fünf Minuten entsetzlicher Angst und Qual hat ein Arbeiter einer New-Zorker Brauerei durchgemacht. Man schreibt darüber aus New-Jork: Der Arbeiter Spiro befand sich auf dem Boden eines kupfernen Behälters, in welchem Malz gekocht wird, um das Gefäß zu reinigen. In diesen Behältern ist in der Mitte ein Schaft angebracht, an welchem sich, einander gegenüberliegend, Messer befinden. Sobald der Behälter mit Malz gefüllt ist, wird der Schaft in Bewegung gesetzt. Er dreht sich in wirbelnder Bewegung, und die Messer durchfurchen das Malz und mischen es gleichmäßig durch- einander. Als Spiro mit. dem Reinigen dieses Gefäßes fertig war, rief er einem Mitarbeiter zu, den Füllapparat in Bewegung zu setzen. Der Arbeiter drehte jedoch einen falschen Hahn auf, sodaß der Schaft mit dem Messer, zwischen denen Spiro sich befand, in Bewegung gesetzt wurde. Die Geschwindigkeit des Schaftes wurde eine immer größere, und Spiro stürmte nun in rasendem Laufe auf dem Boden des Gefäßes umher, indem er genau die Distanz zwischen den Messern innezuhalten sich bemühte. Dieser grauenhafte Wettlauf mit dem Tode währte fünf Minuten. Den Unglücklichen drohten schon die Kräfte zu verlasien, als man endlich seine lauten Hilferufe hörte und den Apparat abstellte. Ohnmächtig wurde er aus dem Malz- kessel herausgeholt, erholte sich jedoch bald wieder. An

seinen Wettlauf mit dem Tode aber wird er sein Leben lang denken.

* Die Tragödie einer Gräfin. Ein 93jähriges Mütterchen, das noch bis vor kurzem mühselig durch Nähen und Waschen seinen Unterhalt verdiente und bei der Nachbarschaft als Frau Wichner" bekannt war, richtete ein Gesuch an den Temesvarer Magistrat, den sie um eine Unterstützung bittet. Meine Hände zittern, die Augen sind fast erblindet", so klagt sie in dem Gesuche, welchem verschiedene Schriftstücke beigelegt sind. Zum nicht geringen Erstaunen des Referenten stellte es sich heraus, die Bittstellerin sei eine Gräfin Jo­hann Wichner, geborene Susanna von Szabo. In den vierziger Jahren starb ihr erster Gemahl, ein Kaufmann, und als Witwe verlobte sie sich mit dem Kürassier-Leutnant Grafen Johann Wichner, dessen Vater jedoch, der Komman­dant eines Kaiser-Kürassier-Regiments, Graf Paul Wichner, die Verehelichung nicht zugeben wollte. Da brach der ungarische Freiheitskrieg aus. Die schöne Frau wollte sich von ihrem Bräutigam, der entschlossen war, sie auch gegen den Willen des Vaters zu heiraten, nicht trennen und folgte dem Regiment als Marketenderin. Diese Hingebung er­weichte nun auch das Herz des Vaters, und er gab seinen Segen zum Bunde, welcher im Jahre 1849 unter den Fahnen durch den Regimentskaplan geschlossen wurde. Doch sollte das Glück der Liebenden nicht lange dauern; schon nach einigen Wochen büßten Vater und Sohn bei der Butyiner Schlacht ihr Leben ein. Die nun zum zweiten- male zur Witwe gewordene Frau kam an Leib und Seele gebrochen nach TemeSvar, wo sie sich, wie schon oben be­merkt, von ihrer Hände Arbeit ernähren mußte, da sowohl ihr eigenes als auch das Vermögen der Familie ihres Gatten verloren war. Dies ist die Geschichte der 93jährigen Bittstellerin.

wmii i »in nin . i Hirni in r in« imimt-tinr-fini im in

* Der ausgespielte Ehemann. Eine höchst originelle Ehelotterie" soll demnächst in Hadjutsch im russischen Gouvernement Poltawa stattfinden. Ein junger Professor, der in den Ehestand treten will, spielt sich in einer Lotterie aus, wobei der Preis eines Loses auf einen Rubel angesetzt ist. Die Lotterie soll unter Beobachtung aller gesetzlichen Formalitäten vor sich gehen. Für Interessenten wird an« gegeben, wie eine persönliche Zusammenkunft mit dem Bräutigam" zuwege zu bringen ist. Ob wohl der ver­loste Professor mit seinem Lose zufrieden sein wird, wenn ihn zufällig eine alte Frau gewinnt?

* Die drei Dichter. Im dieswöchentlichenSim- plicissimus" veröffentlicht Gustav Falke das folgende Scherzgedicht:

(Nach der Melodie:Es zogen drei Burschen . . .") Es hatten drei Dichter ein Mädel so gern, Viel lieber als Lilie und Rose und Stern.

Der erste, der sang seinen Liebesgesang, Daß laut über Wälder und Berge es klang.

Der zweite sang süß wie die Nachtigall Und schickte der Liebsten die Verse all.

Der dritte, der sang nicht und seufzte auch nicht, Und machte kein einziges Liebesgedicht.

Er faßte sie nur um die Hüften rund Und küßte sie auf den rosigen Mund.

Er hatte sein herziges Mädel so gern, Viel lieber als Lilie und Rose und Stern.

Das Mädel doch kannte nicht Liebe und Treu, Und nahm sich zum Mann den Verleger der drei, Trägt seidene Kleider und seidenen Hut,

Das sind der drei Liebenden Schweiß und Blut.

verbunden mit

6698

Gebrüder Weit.

eeeeeeee® »wwwh

IMHtHHMHMHHMMWHeMMeWWM ® © Gegen Ende dieses Monats g

S8r eröffnen wir in dem von uns neu erbauten Hause IVdlSitlMlt IO ein Äb

| Manusakturrvaven- Geschäft $

Versuchen Sie gefl. den vielfach preisgekrönten

JAVA-

Kajfee

von 340

iil. Schuster, Bonn,

Dampf Kaff. e Breuuerei, gegr. 1857, .

zu 60, 70, 75, 80, 85, 90 und 95 Pfg. daS halbe Pfund.

Verkaufsstelle in Gieße« r H. Wallach, Marktvlok 8.

Spratts Patent A.-G.

Fleischfaser-Hundekuchen

Flelschlaser-Gellögelfiitter

zu billigsten Preisen empfiehlt Gnstav Walter, Mänsburg 13. 6594

Herren

welche sich einen eleganten Anzug oder Paletot anfertigen lassen wollen, machen wir aufmerksam auf unser grosses

Lager in Stoffneuheiten. 6650

Aug. Montanus Nachfl.,

Inh. R & M. Imheuser, Giess en, M arktplatz 910.

Gh. A. F aateurs

Essig-Essenz

von Max Elb, Dresden zur augenblicklichen Selbstberei­tung des besten Speise-Essigs und zuverlässigsten Einmache- Essigs J empfohlen von den höch­sten medizinischen Autoritäten als der gesündeste Essig.

In abgeteilten Original- Flacons zu 10 Literflasohen Essig I Mark. 337s ä Pestragon I Mk. 25 Pf., aux fl.no e herbes I Mk. 50 Pf. rs* Man hüte sich vor Nach­ahmungen!

In Giessen echt zu haben bei A. L 6. Wallenfels, Ph. Herrmann, Emil Fischbach, Carl Schwaab, Hofl., Wilhelm Haas, Eberhard Metzger.

Pa. reine Kernseife per Pfd. 24 Pfg., Pa. reine Sparkernseife per Pfd. 28 Pfg., Pa. reine Silberseife (oder Schmierseife) per Pfd. 20 Pfg, Pa. reine Glycerin-Schmier­seife per Pfd. 20 Pfg., Pa. reine Seifeuereme per Pfd. 30 Pfg., Leifenpulver per Paket 10 und 15 Pfg., Leifenpulver (lose) per Pfd. 16 Pfg Seifen werden aut Wunsch vorgewogen.

Lichte in allen Preislagen,

sowie sämtliche Toilettenseifen empf.

Emil Bender,

Marktplatz 18. 6673

Trauerkleider

Blusen und Röcke 6651 stets grosser Vorrat bei:

Aug. Montanus Nachfl., Inh. R. & M. Imheuser,

Giessen, Marktplatz 910.

Das Geheimniss,

alle Hautunreinigkeiten und Ausschläge, wie Mitesser, Finnen, Blütchen etc. zu ver­treiben, besteht in tägl. Waschungen mit

Carbol-Theerschwefel-Seife von Bergmann & Co., Radebeul- Dresden, ä Stück 50 Pfg bei 5842

Emil Bender, Marktplatz 18.

HikdeAchen

Montag, Mittwoch und Freitag von 9 Uhr ab. 4743

Friedr. Noll, H-Mn.

Mer

Kur- und Taftl-Trauben, täglich frisch, per Postkolli 8,50 Mark, versendet franko gegen Nachnahme in nur süßer, reeller Ware 6615

Jak. Linkenhöl,

Neustadt an der Haardt, Rhpf.

Beerenweine

Johauuisbeereuweiu Heidelbeerenwein

Stachelbeereuwein

in vorzüglicher Qualität empfiehlt '

die Beerenweinkelterei r

Fr. Leo Nach!, C. Herber

Geltersweg 71.

BOT" Bei größerer Abnahme äußerst günstige Preise. 6759

Keine Küche ohneScheuerin«

Beste

Küchen-, Scheuer- und Händewasch-Seife

von

Fritz Schulz jun.,

Leipzig.

der Welt ist

in Stücken ö. 10 H

Scheueri n darf nirgends fehlen!

In Giessen vorrätig bei: Emil Bender, Adolf Geisse, Ph. Herrmann, P. Jos. Mobs, H. F. Nassauer, Otto Schaaf, A. & G. Wallenfels, Gust. Walter.

Wma neues Sauerkraut

empfiehlt 6510

C. Roth II Wallthorstraße 5. fraakfutltr Würstchen neue Hkllttliusen empfiehlt 6660

«hr. Wallenfels, Marktplatz '7.

«edaktion: Burkhardt. - Druck nutz «erlag der Brühl'schen UuiverfitLf.Buch. und Steindruckcrri (Pietsch «eben) in «iefew.

Feinsten

Medizinal-Leberthran

empfiehlt 6669

August Noll, Drogerie z. roten Kreuz.

$üd)ritmöbrl

in schönster und solidester Aussöhrun- empfehlen 659i Brüder Schmidt, SelterSweg 83.

Vormbaum* 6282

Wollwaschpulver

BÜSUREKA

die Krone aller Waschmittel

verhütet das unliebsame Einlaufen, Verfilzen und Abfärben der Wäsche. Zu haben in den meisten Kurz-, Weiss­und Wollwarengeschäften. Engrosver- trieb durch die bedeutendsten Engros- Häuser der Kurz-, Weiss- und Woll­warenbranche oder direkt durch

Jobs. Vormbaum, Essen, Rhld.

ZchlaustWer Koggeu

abzugeben bti 6747

____________ A. Katz.

Werreilge für Herren finden Sie in grösster Aus­wahl und bestbewährten Qualitäten bei: Aug. Montanus Nachfl.,

Inh. R. & M. Imheuser, 6649 Hiessen, Marktplatz 9 10.

wi

lnne>« M«

21

ÄtlefM Wbiti6'

Tetr.: Die Wahl

Das 6toW an die Großh. Barg Bustch Annerod, Bell Dorf Gill, Oerstadt

Große Heuchelheim, Hungen Gons, Langsdorf, Lei! und Möhlsachsen, Loli Hof Gull, Mer-Bef BeffiM. Ober-Hors Hausen, Mhe'm M Haufe», RutterShaufi Hausen, Aeinheim, Watzenborn i

Unter Bezugno Gießener Anzei zur öffentlichen Kei m 8. November ergangenen Aussüh Dahlgemeinden gel Ml W» SBa^män

So

3t

i.

4.

6.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

Dorf-Gill Eberstadt m Eltingshausc Grüningen Hattenrod Hungen Inheiden

1. Bellersheim

2. Bettenhaust

3. Birklar

z

7 Annerod

s Js fSa Ä*'

12'. ä9'®"«

}&*>

16.'

1 Senrvd

16. Men

17 cn rohe

19, gn , Mbern k

Langd Langsdorf Lich mit Hoff

14. Sj*

16 SHitt «»»tienroih

0'®6er'»ef|ing

21 L-Hörg-r^

22 Benn ®'t Ng«

26- Wn8w