in Erfahrung gebracht worden war, daß ein Verwandter des Skyba in Dresden mit ihm in Briefwechsel stehe, sind Briefe Skybas mit Hilfe des Gerichts bei der Post beschlagnahmt worden. Aus diesen Briefen ging hervor, daß der Gesuchte seit einigen Tagen sich in Breslau aufhalte, und dort unter verabredeter Chiffre postlagernd Briefe erwarte. Auf telegraphisches Ersuchen ist dann Skyba beim Abholen eines derartigen Briefes verhaftet worden.
* Wettlauf mit dem Tode. Fünf Minuten entsetzlicher Angst und Qual hat ein Arbeiter einer New-Zorker Brauerei durchgemacht. Man schreibt darüber aus New-Jork: Der Arbeiter Spiro befand sich auf dem Boden eines kupfernen Behälters, in welchem Malz gekocht wird, um das Gefäß zu reinigen. In diesen Behältern ist in der Mitte ein Schaft angebracht, an welchem sich, einander gegenüberliegend, Messer befinden. Sobald der Behälter mit Malz gefüllt ist, wird der Schaft in Bewegung gesetzt. Er dreht sich in wirbelnder Bewegung, und die Messer durchfurchen das Malz und mischen es gleichmäßig durch- einander. Als Spiro mit. dem Reinigen dieses Gefäßes fertig war, rief er einem Mitarbeiter zu, den Füllapparat in Bewegung zu setzen. Der Arbeiter drehte jedoch einen falschen Hahn auf, sodaß der Schaft mit dem Messer, zwischen denen Spiro sich befand, in Bewegung gesetzt wurde. Die Geschwindigkeit des Schaftes wurde eine immer größere, und Spiro stürmte nun in rasendem Laufe auf dem Boden des Gefäßes umher, indem er genau die Distanz zwischen den Messern innezuhalten sich bemühte. Dieser grauenhafte Wettlauf mit dem Tode währte fünf Minuten. Den Unglücklichen drohten schon die Kräfte zu verlasien, als man endlich seine lauten Hilferufe hörte und den Apparat abstellte. Ohnmächtig wurde er aus dem Malz- kessel herausgeholt, erholte sich jedoch bald wieder. An
seinen Wettlauf mit dem Tode aber wird er sein Leben lang denken.
* Die Tragödie einer Gräfin. Ein 93jähriges Mütterchen, das noch bis vor kurzem mühselig durch Nähen und Waschen seinen Unterhalt verdiente und bei der Nachbarschaft als „Frau Wichner" bekannt war, richtete ein Gesuch an den Temesvarer Magistrat, den sie um eine Unterstützung bittet. „Meine Hände zittern, die Augen sind fast erblindet", so klagt sie in dem Gesuche, welchem verschiedene Schriftstücke beigelegt sind. Zum nicht geringen Erstaunen des Referenten stellte es sich heraus, die Bittstellerin sei eine Gräfin Johann Wichner, geborene Susanna von Szabo. In den vierziger Jahren starb ihr erster Gemahl, ein Kaufmann, und als Witwe verlobte sie sich mit dem Kürassier-Leutnant Grafen Johann Wichner, dessen Vater jedoch, der Kommandant eines Kaiser-Kürassier-Regiments, Graf Paul Wichner, die Verehelichung nicht zugeben wollte. Da brach der ungarische Freiheitskrieg aus. Die schöne Frau wollte sich von ihrem Bräutigam, der entschlossen war, sie auch gegen den Willen des Vaters zu heiraten, nicht trennen und folgte dem Regiment als Marketenderin. Diese Hingebung erweichte nun auch das Herz des Vaters, und er gab seinen Segen zum Bunde, welcher im Jahre 1849 unter den Fahnen durch den Regimentskaplan geschlossen wurde. Doch sollte das Glück der Liebenden nicht lange dauern; schon nach einigen Wochen büßten Vater und Sohn bei der Butyiner Schlacht ihr Leben ein. Die nun zum zweiten- male zur Witwe gewordene Frau kam an Leib und Seele gebrochen nach TemeSvar, wo sie sich, wie schon oben bemerkt, von ihrer Hände Arbeit ernähren mußte, da sowohl ihr eigenes als auch das Vermögen der Familie ihres Gatten verloren war. Dies ist die Geschichte der 93jährigen Bittstellerin.
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* Der ausgespielte Ehemann. Eine höchst originelle „Ehelotterie" soll demnächst in Hadjutsch im russischen Gouvernement Poltawa stattfinden. Ein junger Professor, der in den Ehestand treten will, spielt sich in einer Lotterie aus, wobei der Preis eines Loses auf einen Rubel angesetzt ist. Die Lotterie soll unter Beobachtung aller gesetzlichen Formalitäten vor sich gehen. Für Interessenten wird an« gegeben, wie eine persönliche Zusammenkunft mit dem „Bräutigam" zuwege zu bringen ist. Ob wohl der verloste Professor mit seinem Lose zufrieden sein wird, wenn ihn zufällig eine alte Frau gewinnt?
* Die drei Dichter. Im dieswöchentlichen „Sim- plicissimus" veröffentlicht Gustav Falke das folgende Scherzgedicht:
(Nach der Melodie: „Es zogen drei Burschen . . .") Es hatten drei Dichter ein Mädel so gern, Viel lieber als Lilie und Rose und Stern.
Der erste, der sang seinen Liebesgesang, Daß laut über Wälder und Berge es klang.
Der zweite sang süß wie die Nachtigall Und schickte der Liebsten die Verse all.
Der dritte, der sang nicht und seufzte auch nicht, Und machte kein einziges Liebesgedicht.
Er faßte sie nur um die Hüften rund Und küßte sie auf den rosigen Mund.
Er hatte sein herziges Mädel so gern, Viel lieber als Lilie und Rose und Stern.
Das Mädel doch kannte nicht Liebe und Treu, Und nahm sich zum Mann den Verleger der drei, Trägt seidene Kleider und seidenen Hut,
Das sind der drei Liebenden Schweiß und Blut.
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