dem Attentat hatte ein Passagierzug aus Coney Island die Linie befahren. Die Polizei begab sich sofort nach dem Hauptversammlungsort der Tramway Bediensteten und verhaftete dort 22 Streikführer. Schon bald übrigens war der durch die Explosion angerichtete Schaden soweit aus« gebessert, daß der Verkehr wieder ausgenommen werden konnte. — Inzwischen ist auch auf der zweiten Avenue- Linie der Metropolitan-Company in New-Dork der Ausstand ausgebrochen; etwa die Hälfte der Angestellten hat die Arbeit niedergelegt. Auch auf der sechsten Avenue-Linie, auf der Madison-Avenue und der achten Avenue sollen Streiks angeordnet sein. Dabei kam es am Mittwoch Vormittag zwischen der Polizei und den auf Seite der Ausständigen stehenden Personen an mehreren Stellen, namentlich auf der zweiten Avenue, zu Zusammenstößen; nachmittags wurden diese häufiger und ernster, doch ereigneten sich keine schweren Verletzungen. Immerhin wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen.
Afrika. Zu den südafrikanischen Angelegenheiten wird der „T. R." geschrieben: Eine weit verbreitete Mißstimmung ist in Südafrika gegen den britischen Oberkommissar in Kapstadt, Sir Alfred Milner wegen seines Verhaltens bei den Bloemfonteiner Verhandlungen laut geworden. Die verschiedensten Zeitungen, namentlich aber holländische greifen ihn deshalb an. Endlich beginnen aber auch die Kapitalisten-Blätter gegen Milner loszuziehen; er hat also auf allen Seiten das Vertrauen verloren. Daher befindet er sich in keiner beneidenswerten Lage, vielleicht ist auch Mr. Chamberlain mit seinen Erfolgen nicht zufrieden; dann wäre ein Wechsel dort auf dem wichtigen Posten bald vorauszusehen. — Zu der Meldung der „Köln. Ztg.", daß Transvaal bei Krupp 25 Schnellfeuer-Kanonen und noch andere Geschütze bestellt habe, die einen großen Lärm in England über die angeblich maßlosen Rüstungen der Buren hervorgerufen hat, schreibt die „Volksstem": „Wir können zur Beruhigung unserer englischen Freunde mitteilen, daß die Nachricht unzutreffend ist, da die Bewaffnung der trans- vaal'schen Streitmacht schon lange vollständig ist. Ein zweiter Jameson würde unsere Geschütze und unsere Gewehre nach neuem Modell in hervorragendem Stande finden. Die Südafrikanische Republik hat Anlaß genug gehabt, dafür zu sorgen, wie auch Präsident Krüger dies dem Oberkommissar zu Bloemfontein deutlich zu verstehen gegeben hat." — Diesen Sarkasmus haben die Briten verdient!
Males und ProvmMes.
Gießen, den 21. Juli 1899.
•* OrdenS'Berleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 1. Juli dem Bürgermeister Johann Dechent zu Wallertheim das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone zu verleihen.
Postpersonal - Nachrichten. Versetzt sind: der Postrat Kroll von Berlin nach Darmstadt; der Ober-Postkassenbuchhalter Ziert mann von Darmstadt nach Potsdam; der Postassistent Todt von Gießen nach König unter Ernennung zum Postverwalter; die Postverwalter Rockert von König nach Worms und Wigand von Monsheim (Hessen) nach Gießen unter Ernennung zu Ober-Postassistenten; der Ober-Telegraphenassistent G lück von Friedberg (Hessen) nach Mainz; die Postassistenten Hotz von Mainz nach Friedberg (Hessen), Joseph von Gießen nach Lauterbach (Hessen), Mahr von Gießen nach Bensheim. — Ernannt sind: zum Telegraphenamtskassierer der Ober-Postdirektionssekretär Wiehle in Mainz; zum Ober- Postdirektionssekretär der Postsekretär Colin in Darmstadt; zum Ober-Postsekretär der Postsekretär Rauchsuß in Friedberg (Hessen); zu Ober-Postassistenten: die Postassistenten Buri in Offenbach (Main) und Zimmermann in Mainz. — Angestellt sind: als Postsekretär: der Postpraktikant List aus Posen in Friedberg (Hessen); als Postassistent: der Postanwärter Herbert in Mainz und der Postassistent Karl Vogel in Darmstadt. — Angenommen ist: als Postagentin die Briefträgerswitwe Freiling in Ztll (Odenwald. — In den Ruhestand treten: der Postmeister Schmitz in Heppenheim (Bergstraße), der Ober-Postassistent Henrich in Mainz und der Ober-Telegraphenassistent Firchow in Darmstadt. — Gestorben sind: der Postrat Schmidt in Darmstadt, der Postdirektor a. D. v. Carls- Hausen in Darmstadt und der Ober-Telegraphenassistent Diem er in Mainz.
** Kuustvereiu. In der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand sind unter anderen folgende Gemälde neu ausgestellt: von C. Mali, München: „Im Frühling"; N. v. Astudin, Wiesbaden: 1) „Am Waldesrand", 2) „Bacharach am Rhein" ; W. Barthel, Düsseldorf: „Oberhessische Landschaft"; E. v. Briesen, Düffeldors: „Ecce homo“; P. Weber, München: „Aus den bayerischen Voralpen"; H. Kreysig, München: „Verlassen"; H. Graßmann, Berlin: 1) „Morgensonne im Gebirge", 2)* „An der norwegischen Küste", 3) „Sonnenuntergang auf Bornholm"; C. Partz, Krefeld: „Viehweide bei Berchtesgaden"; E. Kappstein, Wilmersdorf: 1) Rencontre", 2) „Entenjagd", 3) „Angler"; v. Eckhardt, Prag: „Heimkehr am Abend"; C. Eqgena, München: „Waldhexe"; M. Wilberg, Berlin: „Das neueste Modejournal"; C. Heinisch, München: „Bei Berchtesgaden", und von C. Weinert, Hannover: „Abendstimmung am Waldsee".
** Kriegerdenkmal. Wie wir erfahren, ist das Ausführungsmodell für das auf dem Marktplatz zu errichtende Kriegerdenkmal von Herrn Habich nunmehr fertiggestellt, und haben sich die Herren Oberbürgermeister Gnauth und der Vorsitzende des Denkmals Ausschusses zur Augenscheinnahme, bezw. Abnahme nach München begeben. Die Ausführung des Denkmals dürfte noch einige Monate in Anspruch nehmen und die Aufstellung und Ent
hüllung voraussichtlich im Mai nächsten Jahres statt- finden.
•• Verlorenes Gepäck. Eine Verfügung, die sicherlich von allen Eisenbahnreisenden freudig ausgenommen wird, hat der preußische Eisenbahnminister erlassen. Bisher mußte man, wenn man auf einer Station oder im Eisenbahnwagen Gepäck liegen gelassen hatte, die zur Wiedererlangung nötigen telegraphischen Recherchen bezahlen. Nunmehr ist bestimmt worden, daß die telegraphischen Anfragen, auch wenn mehrere zur Wiedererlangung des Gepäckes nötig werden, seitens des Eisenbahntelegraphen unentgeltlich ausgeführt werden Die Anzeige von dem Verlust ist nach wie vor bei den betreffenden Stationsbeamten zu machen.
♦* Vom Sprachvereine. Unter allen Fremdwörtern unsrer Umgangssprache ist keines so häufig, wie das französische Adieu. Wollte man aber mit seiner weiten Verbreitung seine Unentbehrlichkeit und Unersetzlichkeit darthun, so ginge man fehl. Die Wörter Plaisier, amüsieren, Madame, Mademoiselle gehörten vor 100 Jahren ebenfalls zu den eingebürgerten Fremdwörtern. Daß sie darum ihren Platz doch nicht behauptet haben, ist augenscheinlich. Die Sprache unserer vornehmen Gesellschafts-Klassen stieß sie zuerst wieder aus; nur in der Ausdrucksweise der unteren Schichten haben sie noch eine Stätte, aber eine bleibende auch da nicht. So steht es auch außer allem Zweifel, daß wir das beliebte Adieu ebenso wieder ausmerzen können. Haben wir doch schon eine ganze Anzahl passender Ersatzwörter zur Verfügung, die wir nur öfter anwenden müssen, als seither geschieht. Zwei Ausdrücke: „Gott befohlen" und „Grüß Gott", deren allgemeine Einführung vielfach gewünscht wird, sind gewiß zu gut, als daß man sie bei jedem geringfügigen Anlasse gedankenlos in den Mund nehmen dürfte. Auch hier gilt das Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht mißbrauchen! Allerdings ist auch Adieu ein religiöser Gruß desselben Inhaltes, nur daß er nicht als solcher empfunden wird. Für bedeutsamere Gelegenheiten besitzen wir außer jenen beiden Formeln die schönen Wendungen: Leb' wohl, Fahr wohl, Gehab dich wohl, die sich bei herzlichem Abschiede auf längere Zeit fast von selbst einstellen. Von den kämpfenden Ostmärkern und auch hier zu Lande wird das sinnige bündige Heil! mehr und mehr in Umlauf gebracht. Unter gewöhnlichen Umständen aber könnten wir ganz einfach den Gruß „Guten Tag" auch beim Abschiede gebrauchen. Verwenden wir doch „Guten Morgen" und „Guten Abend" gleichmäßig beim Kommen und Gehen; was hindert uns ebenso „Guten Tag" zu benützen? das wäre die bequemste und unauffälligste Lösung der Frage. — So bietet sich uns eine Reihe deutscher Wörter, unter denen wir je nach der Lage der äußeren und inneren Verhältnisse stets auswählen können, und wir sind hierzu im stände, unsere Gefühle und Wünsche weit besser auszudrücken, denn durch das eine abgeschliffene fremde Adieu.
? Bersrod, 20. Juli. Zu unserem Berichte vom 17. Juli fügen wir berichtigend hinzu, daß leider durch ein Versehen „Steinbach", woher ungefähr 60 bis 70 Sänger erschienen waren, unter den aufgezählten Orten nicht erwähnt war.
Vermischtes.
* Heidelberg, 18. Juli. Vom 15. bis 18. Juli feierte das hiesige Corps Rhenania sein 50jähriges Stiftungsfest. In dem festlich geschmückten Garten des Rhenaniahauses fand am Samstag abend der Empfang der Gäste statt. Gegen 150 alte und junge „alte Herren" waren von nah und fern herbeigeeilt, um im Kreise trauter Freunde froher Jugendzeit lebhaft zu gedenken und der treuen Hingebung an das Corps und zu den Grundsätzen des Corpsstudententums offen Ausdruck zu geben. Sonntag mittag vereinte die Festteilnehmer ein Essen im großen Saale des Museums, am Abend fand auf der „Hirschgasse" der Festkommers statt, dem auch der Prorektor der Universität anwohnte. Montag morgen versammelte die Rhenanen auf der Kneipe ein feierlicher Konvent. Gegen mittag erfolgte unter den Klängen der Bruchsaler Dragonerkapelle und von dem herrlichsten Wetter begünstigt die Festfahrt durch die Stadt nach dem Speierer Hof, woselbst in den prächtig geschmückten Sälen, nachdem zuvor ein photographisches Bild der Festteilnehmer ausgenommen worden, das Festessen seinen Anfang nahm. Den Glanzpunkt des Festes bildete eine äußerst gelungene Beleuchtung der alten Schloßruine. Unter Fackelschein bewegte sich sodann der über 200 Teilnehmer zählende Zug zum Corpshause, in dessen behaglichen Räumen und großem Garten sich ein von echt altstudentischem Geiste durchwehtes Leben und Treiben entwickelte. Es waren köstliche Tage, die jedem Teilnehmer unvergeßlich sein und bleiben werden.
* Schiffsverkehr auf dem Rhein. Während sonst zur Sommerszeit die Schifffahrt des ungünstigen Wasserstandes wegen sehr mit Verkehrsstörungen belästigt wird, indem bei niederem Wasserstande „im Gebirge" die Schiffe, die nach den Häfen von Mainz, Gustavsburg und Mannheim bestimmt sind, leichtern müssen, geht heute die Schifffahrt in Folge des Wasserstandes ganz unbehindert rheinaufwärts, und können alle Schiffe volle Ladung führen. Durch diesen günstigen Wasserstand, durch welchen der ganze Schiffsraum ausgenützt werden kann, gehen nun die Frachten sehr tief herunter, da das Angebot von Schiffsraum sehr bedeutend ist. Bei anhaltendem trockenem Wetter dürste aber dieser Zeitstand nicht lange anhalten, da das Wasser dann wieder niederer wird, wodurch ein Umladen der Frachten notwendig wird. Für die Spediteure und Engros-Händler ist der jetzige Wasserstand ungemein günstig, da die Schifffahrt keinen Aufenthalt erleidet und alle Transporte rasch befördert werden können.
* Schießen auf einen Luftballon. Ueber Versuche, um festzustellen, inwieweit es möglich sei, einen in der Luft schwebenden Ballon zu beschädigen oder zu vernichten,
wird aus Frankreich berichtet: Auf dem Uebungsplatze der französischen LuftschifferAbteilung bei Paris wurde ein Fesselballon bis zu 150 Meter Höhe aufgelassen und dann aus einem Lebelgewehr beschoffen. Die meisten Schüsse durchdrangen die Hülle unterhalb des Ballonäquators, einzelne auch die obere Hälfte. Trotz der vielfachen Durchlöcherung sank der Ballon erst nach sechs Stunden zur Erde nieder und es konnte konstatiert werden, daß die durch noch so viele Gewehrkugeln veranlaßten Durchbohrungen nie im stände sein konnten, ihn zum Fallen zu bringen. Vor allem trägt zu der verhältnismäßigen Unverwundbarkeit des Luftballons noch der Umstand bei, daß Verletzungen der Hülle unterhalb des Aequators das leichte Gas überhaupt nicht entweichen lassen, so daß nur die den oberen Teil treffenden Schüsse in Betracht kommen können, und von diesen wieder nur diejenigen von größerem Kaliber, wie zum Beispiel Shrapnelschüsse. Derartige Treffer mit einem Geschütz auf einer mehrere hundert Meter über dem Erdboden schwebenden Scheibe, dem Ballon, anzubringen, ist aber keine leichte Aufgabe.
* Elektrische Turmbahn. Die Amerikaner planen für die demnächst zu veranstaltende Allgemeine Amerikanische Ausstellung, die auf der Caynga-Jnsel in der Nähe der Niagara-Fälle stattfinden soll, den Bau eines kegelförmigen Turmes, zu dessen höchstem Teile serpentinenartig eine elektrische Bahn führen soll. Der 160 Meter hohe Turm soll aus Stahl gebaut werden. Die Grundfläche hat einen Durchmesser von 25 Metern, während der Durchmesser in der Höhe von 130 Metern nur noch 10 Meter beträgt; dies ist der zu einer Plattform ausgebildete Endpunkt der Bahn. Die Bahn soll so angelegt werden, daß sie, wenn sie einmal um den Turm herumfährt, um 13 Meter an» steigt, so daß zur ganzen Bahnlänge zehn Umläufe erforderlich sind. Zur Ueberwindung dieser starken Steigung erhält die Bahn Zahnradbetrieb und dieselben Bremsvorrichtungen, wie die steilsten amerikanischen Gebirgsbahnen. Die Schienenstränge bilden eine doppelgängige Schraube. Die Wagensitze sind so angebracht, daß man überall die herrliche Aussicht in vollem Umfange genießen kann.
* Woher rührt der Name Konversations-Lexikon? Beim Aufschlagen eines Bandes des „Meyer" oder „Brockhaus" hat sich sicherlich mancher junger Wissensdurstige jene Frage vorgelegt. Kehrten unsere Großeltern aus dem Schattenreiche wieder, so würden sie sich wundern, daß solch ein wertvolles Buch, auf dessen Besitz jeder stolz ist, nur zum Nachschlagen dient; denn in ihren Tagen spielte es eine ganz andere Rolle. Wer sich in Gesellschaft begab, widmete sich vorher eifrig dem Studium des Lexikons, unterrichtete sich gründlich über irgend ein Thema, das ihm zusagte, und verstand es dann, das Gespräch auf diesen Gegenstand zu leiten. So war es jedem möglich, von dem, was ihn interessierte, zu sprechen und sich von seiner besten Seite zu zeigen. Da nun jeder Geladene und auch die Gastgeber selbst sich auf diese Weise vorbereitet hatten, fehlte es nie an Unterhaltungsstoff, und jeder trug sein Scherflein dazu bei. Das Lexikon gab also die Anregung zur Konversation, und deshalb erhielt es seinen noch heute gebräuchlichen Namen. Jedenfalls hatte eine solche Art der Unterhaltung etwas Steifes, und von einer zwanglosen Plauderei war nicht viel zu spüren. In unserer schnelllebigen Zeit, in der Wissen und Kenntnis viel tiefer durchgedrungen sind, fehlt sowohl Lust wie Muße, sich geistig auf eine Gesellschaft vorzubereiten, aber es gibt Augenblicke, in denen man jene schwerfällige Gesprächsführung wieder herbeisehnt, damit sie den hohlen Redensarten und dem Klatsch ein Ziel setzt.
* Zur rechten Zeit, wenige Monate vor der Entscheidung des Reichstages über die Gewerbenovelle, ist soeben eine kleine Schrift auf den Büchermarkt gelangt, die eine Entwicklungsgeschichte der Ladenschlußbewegung darstellt. An der Hand eines umfassenden Materials zählt das anziehend geschriebene Buch die vielen gescheiterten Versuche auf, durch eine freie Vereinbarung zu einem einheitlichen Schluß der offenen Geschäfte zu gelangen, und schildert alsdann in anschaulicher Weise den Stimmungsumschlag der selbständigen Kaufleute zu gunsten einer gesetzlichen Regelung der viel umstrittenen Frage. Ein vollständiges Verzeichnis der Prinzipalsvereine, die sich in diesem Sinn ausgesprochen haben, läßt den erstaunlichen Umfang erkennen, den die Ladenschlußbewegung bereits angenommen hat. In dem zweiten Teil des 35 Seiten starken Heftes, das von dem Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband zu Hamburg, Große Reichenstraße 30, zum Preis von 20 Psg. verlegt ist und den Titel „Der angebliche Ruin des Kleinhandels durch den Ladenschluß" führt, werden die mannigfachen Scheingründe der Gegner dieser durchgreifenden Reform einer eingehenden Kritik unterzogen. Vor allem erhalten die im Prinzipalsinteresse gelegenen Vorteile des einheitlichen Geschäftsschlusses, deren Vorhandensein man unbedingt zugeben muß, ungeachtet der sonstigen Stellung zu dem Problem, eine interessante Beleuchtung.
* Der neue GroßfürstThronfolger von Rußland. Der infolge des Ablebens des Großfürsten Thronfolgers Georg zur Thronfolge in Rußland berufene Großfürst Michael wurde erst am 18. Mai l. I., dem 31. Geburtstage des Zaren Nikolaus II., für großjährig erklärt. An diesem Tage, so schreibt die Neue Freie Presse, hat er in der Kirche des sogenannten Großen Palais zu Zarskoje-Selo den Eid der Treue abgelegt und den Rang eines Flügel-Adjutanten des Zaren erhalten. Geboren im Anitschkow-Palais zu Petersburg, studierte Großfürst-Thronfolger Michael in der dortigen Artillerieschule und nahm an allen Hebungen teil, zu welchen die Zöglinge der Anstalt herangezogen wurden. Bei den Manöver» zu Kraßnoje-Selo pflegte er die langen Märsche der Artillerie-Junker mitzumachen. Im vorigen Jahre absolvierte er die Artillerieschule, worauf er Chef der 2. Artillerie-Brigade wurde. Vor einigen Jahren übernahm er das Protektorat über das elektrotechnische Institut in Rußland. Großfürst-Thronfolger Michael gilt auch


