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22.7.1899 Erstes Blatt
 
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SanMag bett 22. Juli

1809

Nr. 170 Erstes Blatt.

Gießener Anzeige

General-Anzeiger

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Gratisbeitagen: Gießener Familrenbtätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische Volkskunde.

Sdreffe für Depeschen: Anzeiger Hieß«« Fernsprecher Nr. 51.

Amtlicher Feil.

Nr. 30 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 18. d. M., enthält:

(Nr. 2600.) Verordnung, betr. Beschränkungen der Einfuhr aus Aegypten. Vom 13. Juli 1899.

(Nr. 2601.) Bekanntmachung, betr. Aenderungen der Anlage B zur Verkehrs-Ordnung für die Eisenbahnen Deutschlands. Vom 8. Juli 1899.

(Nr. 2602.) Bekanntmachung, betr. Aenderung der Bestimmung im § 14 (1) der Betriebsordnung für die Haupteisenbahnen Deutschlands. Vom 8. Juli 1899.

Gießen, den 21. Juli 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.

Bekanntmachung.

In Kinzenbach und Münchholzhausen (Kreis Wetzlar) ist in drei Gehöften die Maul- und Klauenseuche festgestellt und Gemarkungssperre angeordnet worden.

Unter dem Rindvieh des Landwirts Hermann Baum zu Günterod (Kreis Biedenkopf) ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt und Gehöftsperre angeordnet worden.

Gießen, den 17. Juli 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.

Bekanntmachung.

Im Anschluß an die Bekanntmachung vom 6. Juli 1899 (Kreisblatt Nr. 159) wird hiermit darauf hingewiesen, daß die praktischen Unterweisungen im Sowmerschuitt durch Herrn Obstbautechniker Metz

Samstag den 22. Juli l. I., vormittags 9 Uhr und nachmittags 2 Uhr, im Garten, Wilhelmstraße 16, stattfinden, und werden hiermit nochmals die Mitglieder des Oberhessischen Obstbau­vereins und sonstige Interessenten zur zahlreichen Beteiligung eingeladen.

Gießen, den 21. Juli 1899.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen.

______________Frhr. Schenck.__

Bekanntmachung, betreffend: Ankauf von Simmenthaler Zuchtvieh durch den landw. Provinzialverein von Oberhessen.

Der landw. Provinzialverein beabsichtigt, um die Zeit von Ende August bis Mitte September durch eine Kommission von Sachverständigen, Zuchtvieh der Simmenthaler Rasse und zwar aus dem Originalzuchtgebiet, weibliche Tiere auch aus Ober-Baden einzuführen. Der Import erstreckt sich nur auf wirklich gutes Zuchtmaterial von Bullen, jungen Kühen und Kalbinnen. Der Durchschnittspreis dürfte sich in der Schweiz für Bullen auf 800 Mk bis 900 Mk., für Kühe und Kalbinnen auf 700 Mk. bis 800 Mk., in Ober- Baden etwas niedriger stellen. Die Ankaufskosten sind hierbei außer Betracht gelassen. Durch den evtl. Vereins­nachlaß dürfte sich der Preis noch etwas niedriger stellen.

Beteiligen können sich am Bezug : Einzelzüchter, Ge- 1 meinden und Zuchtvereine, und sind die Bestellungen schrift­lich bis zum 15. August d. Js., unter Angabe des Geschlechts, und der sonstigen Wünsche, insbesondere ob aus i dem Simmenthal oder aus Ober-Baden, bei den Zuchtver- einen, oder direkt bei der Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen in Alsfeld anzumelden. Die angekauften Tiere werden unter den Bestellern versteigert. \ Erreicht der Steigerlös nicht die Höhe der Ankaufssumme, so wird der Fehlbetrag prozentualisch dem Steigpreis der 1 einzelnen Tiere zugeschlagen. Uebersteigt der Steigerlös die Summe der Ankaufspreise, so erfolgt eine Rückvergütung nach demselben Maßstabe. WZrM-

Der Provinzialverein bestreitet die sämtlichen allge­meinen Kosten des Kaufs (alle Kosten abzüglich der Ankaufs- 1 preise). Außerdem kann, soweit die vorhandenen Mittel reichen, auf Antrag der Besteller ein Teil des Steigerlöses 1 und zwar bis gu' 20 % für solche Tiere, die von Zucht­vereinen und deren Mitgliedern oder von Gemeinden bestellt sind, an einen einzelnen Besitzer jedoch nicht mehr als für 2 Stück, nachgelassen werden.

Ort und Tag der Versteigerung der angekausten Tiere unter den Bestellern wird später mitgeteilt.

Laubach, den 15. Juli 1899.

' Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberheffen. Friedrich Graf zu Solms-Laubach.

Deutsches Keich.

Darmstadt, 20. Juli. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin reisten mit Ihrer Königlichen Hoheit der Erbprinzessin zu Hohenlohe-Langenburg gestern vor­mittag 10 Uhr 31 Min. nach Langenburg ab.

Berlin, 20. Juli. Der Kaiser soll, wie der Graudenzer Gesellige" zu berichten weiß, mit der Absicht umgehen, die Herrschaft Sartowitz in Westpreußen anzukaufen. Das genannte Gut, ein Majoratsbesitz der gräflichen Familie Schwanefeld, besitzt eine ausgezeichnete Hochjagd.

Berlin,20. Juli. Auch der Kaiserbesuch in Loth­ringen wird, entgegen den ursprünglich getroffenen Reise­dispositionen, abgekürzt. Der Kaiser wird zwar am 18. August der Feier beiwohnen, welche zur Enthüllung eines Denkmals des 1. und 3. Garde-Regiments zu Fuß auf dem Schlacht­felde von St. Privat stattfindet, dagegen wird er an der für Ende August angesetzten großen Belagerungs-Uebung in der Nähe von ©entringen nicht teilnehmen.

Berlin, 20. Juli. Wie dieVossische Zeitung" aus Paris meldet, beschäftigt sich die französische Presse noch immer mit dem Besuch des Kaisers an Bord der Iphigenie". DerFigaro" findet, man habe in Frank­reich den Kaiserbesuch auf derIphigenie" nicht genügend gewürdigt. Er könne der Ausgangspunkt eines deutsch­französischen Einvernehmens in überseeischen Angelegenheiten werden. Da indes nicht zu erwarten sei, daß Deutschland nicht blos geben und nicht verlangen werde, so würde es die Verständigung wesentlich erleichtern, wenn Deutschland angeben würde, was es von Frankreich im Austausch für seine eventuellen Gefälligkeiten erwartet.

Berlin, 20. Juli. Die Kaiserin hat, wie aus Berchtesgaden gemeldet wird, von der stattgehabten Verletzung im Lause des gestrigen Tages keine erheblichen Schmerzen empfunden. Die durch die Verstauchung des Fußgelenkes bedingte Anschwellung beginnt unter fort­dauernder Anwendung von Eis sich zu mildern, sodaß voraus­sichtlich in wenigen Tagen der zur Konsolidierung des gleichfalls verletzten Wadenbeines erforderliche feste Verband angelegt werden kann. Das Allgemeinbefinden ist sehr gut.

Berlin, 20. Juli. Die Bautischler sind jetzt mit Forderungen hervorgetreten, die sie den Unternehmern unter­breiten werden. Im Falle der Ablehnung ihrer Forderungen seitens der Arbeitgeber wollen sie in den Ausstand eintreten. Sie stützen sich auf die zur Zeit ausnahmsweise günstige Konjunktur. Der deutsche Holzarbeiter-Verband in Berlin hat seine materielle Unterstützung zugesagt.

Berlin, 20. Juli. Betreffs des Vorgehens der deutschen Regierung wegen der hohen Besteuerung der deutschen Handelsreisenden in Rußland wird jetzt näher gemeldet: Die deutsche Regierung habe infolge der an sie gerichteten Beschwerden in Petersburg angeregt, ob nicht Billigkeitsgründe für die Beseitigung oder Abänderung der Abgaben in der Weise sprächen, daß diese nur für die Dauer des Aufenthalts und nicht in jedem Falle für das ganze Jahr zu entrichten wären. In gleicher Weise hätten auch die anderen, am Handel mit Rußland beteiligten Mächte in Petersburg Vorstellungen erhoben.

StreiksinDeutschland. Im ersten Quartal dieses Jahres brachen 275 Streiks aus (190 Angriffs- und 85 Abwehrstreiks). Die Schneider streikten in 100 Fällen und handelte es sich bei ihnen größtenteils um Ausstände in einzelnen Werkstätten. Die Metallarbeiter hatten 36, die Holzarbeiter 27, die Textilarbeiter 22, die Bauarbeiter 20 und die Buchdrucker 8 Ausstände. An den Streiks waren gegen 11000 Personen beteiligt. In 186 Fällen handelte es sich um die Forderung höheren Lohnes und in 11 Fällen um Verkürzung der Arbeitszeit. Von den Abwehrstreiks waren 40 durch Lohnverkürzungen hervorgerufen worden. In 134 Fällen hatten die Streikenden Erfolg, 12 Streiks waren von teilweisem Erfolg begleitet, und die übrigen Streiks verliefen resultatlos. Beim Brauerstreik in Frank­furt a. M. fand eine Aussperrung von 400 Brauerei­arbeitern statt.

Ausland.

Wien, 20. Juli. Wie dieNeue Freie Presse" meldet, sei die Einberufung des Reichsrats zwischen dem 10. und 15. Oktober zu gewärtigen.

Triest, 20. Juli. Admiral Dewey ist heute vor­mittag 10 Uhr 30 Min. hier angekommen. Er wurde von dem amerikanischen Gesandten und sämtlichen amerikanischen Konsuln, sowie dem französischen und deutschen Konsul em­

pfangen. Später hatte der Vertreter derNeuen Freien Presse" eine Unterredung mit dem Admiral, welcher diesen u. a. über seine Ansicht über die Friedens-Konferenz inter­viewte. Dewey erklärte, er halte nichts hiervon. Niemand werde zuerst abrüsten wollen. Amerika werde, veranlaßt durch den letzten Krieg, mit den Rüstungen in großem Maß­stabe fortfahren. Es stehe im Begriff, 40 neue Kriegsschiffe zu bauen. Angesichts solcher furchtbarer Anstrengungen Amerikas würden die anderen Mächte den Vorteil nicht auf­geben, den sie durch ihre Rüstungen haben.

Rom, 20. Juli. Heute früh 5 Uhr hat sich das Erdbeben wiederholt, ohne jedoch besonderen Schaden anzurichten. Aus den Provinzen laufen noch immer trost­lose Nachrichten über den Schaden ein, welchen das gestrige Erdbeben angerichtet hat.

Brüffel, 20. Juli. In der heutigen Senatssitzung antwortete der Ministerpräsident Vandenpeereboom auf eine Anfrage des liberalen Senators und früheren Ministers Bara, die Regierung habe ihre Wahlvorlage nicht zurück­gezogen. Wenn die Regierung auch einen 15er-Ausschuß mit der Prüfung der verschiedenen anderen Wahlvorschläge betraut habe, so beanspruche sie doch volle Verantwortlichkeit für ihre Vorlage. Wenn die Regierung sich vor einigen Wünschen zurückgezogen habe, so geschah dies, weil sie dies für den richtigen Weg erkannt habe.

Antwerpen, 20. Juli. Am nächsten Montag wird in dem hiesigen Hafen der Aus stand der Hafenarbeiter beginnen. Die von den Arbeitern verlangten Lohnerhöhungen sind so bedeutend, daß sich bereits mehrere große Handels- Transportgesellschaften entschlossen haben, wenn die jetzige Lage fortdauert, ihre Dampfer nicht mehr in Antwerpen anlaufen zu lassen. U. a. beabsichtigt dies die Read Star Linie.

Nancy, 20. Juli.' Die vor einigen Tagen erwähnte Spionage-Affaire nimmt immer größere Dimensionen an. Gestern wurden weitere 15 Personen in dieser An­gelegenheit verhaftet, darunter drei Militär-Personen aus Epinal.

Madrid, 20. Juli. Wie verlautet, hat die Königin- Regentin das Dekret der Kammerauflösung vor ihrer Abreise nach San Sebastian unterzeichnet. Die Kammerauflösung dürfte voraussichtlich nächste Woche statk- finden.

New-York, 20. Juli. Das unmittelbar an New-York sich anschließende Brooklyn leidet unter einem am Sonntag plötzlich ausgebrochenen Aus stände von 3000 Angestellten der elekrischen Straßenbahn. Ursache ist die Wei­gerung der Straßenbahn-Gesellschaft, gewissen Forderungen der Angestellten in Bezug auf Arbeitszeit und Lohn nach­zukommen. Leider kam es auch zu bösartigen Krawallen, wobei die große Masse des Volkes in leidenschaftlicher Weise für die Streikenden Partei ergriff. Die Ausständigen unter­handeln gegenwärtig mit den Angestellten der Brooklyner Hochbahn, um diese gleichfalls zum Eintreten in den Streik zu bewegen. Sollte ihnen das gelingen, so würde sich die Lage allerdings wesentlich zu ihren Gunsten ändern, denn die gesamte Bevölkerung New-Yorks müßte unter einem längeren Einstellen des Betriebes dieser beiden, den Haupt­verkehr zwischen New-York und Brooklyn vermittelnden Ge­sellschaften zweifellos leiden und es ist nicht ihre Gewohnheit, in solchem Falle Rücksichten zu nehmen; sie würde in ihrer großen Mehrzahl einfach von den Gesellschaften fordern, daß diese, so gut sie könnten, sich mit ihren Angestellten abfänden, unter allen Umständen aber ihren Betrieb auf­recht erhielten. Aber dieser Ausstand scheint nur ein erstes Wetterzeichen zu sein und die Vereinigten Staaten nach mehrjähriger Ruhe wieder von einer neuen Aera großer Eisenbahn-Ausstände bedroht zu werden. Bereits haben die Arbeiter, Angestellten und Beamten, einschließlich der Tele- graphen-Beamten der großen Boston-Maine-Eisenbahn und der New-Iorker-Neuhaven und Hariford-Eisenbahnen mit Ausstand gedroht, falls ihren Forderungen nicht Rechnung getragen werde, und die Direktionen haben jedes Entgegen­kommen rundweg abgelehnt. Es handelt sich in diesem Falle um 15000 Angestellte. Diejenigen der Bostoner Linie haben bereits den Generalstreik beschlossen. Sollte derselbe ausbrechen, so würde dessen erste Folge die sein, daß die Neuenglandstaaten von dem Eisenbahnnetz der übrigen Union und Kanada vollständig abgeschnitten würden. Der von den Brooklyner Aus ständig en gemachte Versuch, die Hochbahn mit Dynamit zu sprengen, fand zwischen der 35. und 36. Straße in Brooklyn statt. Dabei wurden 10 Fuß des einen und 12 Fuß eines anderen Pfeilers zerstört und die benachbarten Häuser erschüttert. Kurz vor