Ausgabe 
22.2.1899 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

r.

und Solospiel ein wechselreiches Programm bieten zu können. Wir glauben berechtigt zu sein, unser musikalisches Publikum auf dieses jugendliche. Trifolium aufmerksam zu

. Das 6, inher zahlba bis Ende dies entrichtet werb

Gießer

ausgenommen. Der Präsident fordert abermals auf, die i Trauer Frankreichs zu respektieren. Redner will in seiner i Rede fortfahren, wird aber durch den ungeheuren Tumult i der Rechten, welche in einem fort mit den Pultdeckeln klappt, 1 verhindert. Der Vorsitzende fordert energisch Ruhe. Als diese etwas eingetreten, erklärt der Abgeordnete, die Re­gierung vertrete die bürgerliche Gesellschaft. Der sozialistische Abgeordnete Lasies ruft dazwischen:Das ist ein unwürdiges Verfahren." Der Abgeordnete fährt in seiner Rede fort und erinnert daran, daß der verstorbene Präsident Frei­maurer gewesen sei. Diese Worte rufen wiederum bei der Rechten großen Tumult hervor. Der Präsident ladet die Versammlung ein, die Familie des Verstorbenen zu ehren, und ein Teil der Abgeordneten der Rechten erhebt sich und will den Saal verfassen, wird jedoch vom Präsidenten ein- ^geladen, die Sitze wieder einzunehmen. Diese kommen der Aufforderung nach. Der sozialistische Abgeordnete fährt dann wiederum fort. Er bestehe darauf, daß die nationalen Gefühle den Vorrang vor den Trauergefühlen haben. Der Präsident protestiert gegen diese Worte des Redners. Letzterer beendet seine Rede unter dem Applaus der Linken und Pfuirufen der gesamten Rechten. Mehrere Abgeord­nete ergreifen das Wort und protestieren gegen die Rede des sozialistischen Abgeordneten. Artikel 1 des Antrags Dupuy wird endlich mit 444 gegen 68 Stimmen angenommen. Dupuy erklärt auf eine Anfrage, daß der Leichenzug Faures nicht vom Elysee, sondern von der Notredame-Kirche ausgehen werde. Er erklärt ferner, daß die gesamte Regierung der Leiche folgen werde. Weiler erklärt er, die Ceremonien seien im Einverständnis mit der Familie des Verstorbenen getroffen worden. Wenn beschlossen worden sei, den Zug nicht vom Elysee ausgehen zu lassen, so sei dies deshalb, weil der Weg vom Elysee zu lang sei. Artikel 2 wird mit 463 gegen 42 Stimmen angenommen.

Paris, 20. Februar. Der neue Präsident der franzö­sischen Republik, Emil Loubet, ist am 31. Dezember 1838 zu Marsanne im Departement Drome geboren, hat also das sechzigste Altersjahr überschritten. Er studierte die Rechte und wurde 1876 in die Kammer gewählt. Im Jahre 1885 trat er in den Senat über und wurde im Dezember 1887 in das Ministerium Tirard ausgenommen, in welchem er den öffentlichen Arbeiten Vorstand. Das Kabinet Tirard dauerte aber nur drei Monate. Als am 19. Februar 1892 das Ministerium Freycinet zurücktrat, erhielt Loubet, der ein intimer Freund des Präsidenten der Republik, Sadi Carnot, war, den Auftrag, ein Kabinett zu bilden. Er brachte ein solches am 29. Februar zustande und übernahm darin neben dem Vorsitz das Ministerium des Innern. Er hatte in dieser Stellung ein mühevolles Jahr durchzumachen; denn es fand damals der große Arbeiterausstand in Carmaux statt, der zu allerlei Wechselfällen führte und der Negierung große Schwierigkeiten bereitete. Daß Loubet, der zum Schiedsrichter ernannt wurde, für die streikenden Arbeiter ein sehr günstiges Urteil fällte und dann als Minister­präsident die wegen Ruhestörung verurteilten Arbeiter als­bald begnadigte, hat ihm die Sympathien der Sozialisten und Radikalen erworben, die nun auch mit Begeisterung für ihn stimmten. Unter seinem Ministerium brach aber auch der Panamaskandal aus, und im Bestreben, diese Angelegen­heit zu vertuschen, brach im Dezember 1892 sein Ministerium zusammen. Es kam das Ministerium Ribot, in welchem Loubet wieder das Ministerium des Innern übernahm, allein schon am 10. Januar 1893'trat er aus der Regierung zurück. Im Senate behielt er jedoch sein Ansehen und wurde deshalb nach dem Tode Challemel - Lacours am 16. Januar 1896 zum Präsidenten dieses Hauses gewählt. Als solcher leitet er nun heute auch den Kongreß in Ver­sailles. Als Politiker ist Loubet in der letzten Zeit wenig hervorgetreten, er gilt indessen als tüchtiger Jurist, gewiegter Staatsmann und als ganz feiner Kopf, der als Präsident der Republik seine letzten Vorgänger weit überragen würde.

ein, u. a. erhielten die Armen von Paris 20000 Francs und diejenigen von Montelimar 1500 Francs.

Paris, 20. Februar. Gestern abend erneuerten sich in kleinem Maßstabe die Kundgebungen der Anti­semiten. Vor dem Redaktions-Lokal derLibre Parole" thaten sich die Antisemiten zusammen und riefen: Panama, nieder mit Loubet. Die Polizei hatte diesmal starke Sicher­heits-Vorkehrungen getroffen und die Demonstranten von den Boulevards 'abgeschnitten. Trotzdem kam es an einzelnen Punkten der Stadt zu Reibereien, i« deren Verlauf die Polizei über 200 Personen verhaftete. Der größte Teil der Verhafteten wurde aber nach Mitternacht, als die Ruhe wiederhergestellt war, von den Wachen entlassen.

Paris, 20. Februar. In der heutigen Kammer- sitzung brachte Ministerpräsident Dupuy einen Gesetz­entwurf ein mit folgenden zwei Artikeln. 1. Dem ver­storbenen Präsidenten Faure ein National-Begräbnis zu be­reiten. 2. Die hierzu notwendigen Fonds von 165000 Frs. zu bewilligen. Der Abg. Mesureur, Präsident des Budget- Ausschusses, fordert die Verweisung des Antrages an den Ausschuß. Ministerpräsident Dupuy fordert namens der Regierung sofortige Beratung und erklärt, die geforderte Summe werde vollständig genügen, um die Kosten des Be- gräbniffes zu bestreiten. Die sofortige Beratung wird, nach­dem noch mehrere Abgeordnete dieselbe befürwortet haben, angenommen. Der sozialistische Abgeordnete Dejeante bringt sodann einen Antrag ein, wonach dem verstorbenen Prä­sidenten ein einfaches Begräbnis ohne kirchliche Ceremonie zu teil werden soll. Diese Forderung ruft großen Tumult im Centrum und auf der Rechten hervor. Der Präsident Dechanel fordert die Kammer auf, sich ruhig zu verhalten. Der Abgeordnete fährt dann fort: Wenn man in einer Republik lebe, so sei es unnötig, zu religiösen Feierlichkeiten seine Zuflucht zu nehmen. Solche Verfahren seien gut für eine Monarchie, wir aber leben in einer Republik, wo man solche feierliche Kundgebungen zurücklassen kann. Diese Worte des Redners werden wiederum mit großem Tumult

an seinen Schwager verlangen.

Amsterdam, 15. Februar. Der bekannte Akademiker und Friedensapostel Frederic Passy fordert in einemWenn ich König wäre" überschriebenen offenen Send sch reiben die junge Königin der Niederlande auf, anläßlich der im Haag demnächst zusammentretenden Abrüstungs­konferenz mit den kleineren europäischen Staaten oder zunächst mit einem einzelnen, z. B. Belgien, den Anstoß zur näheren Regelung und Organisation eines internationalen Schieds­gerichts zu geben, das in der Folge zu einer bleibenden Anstalt ausgebildet werden sollte.Wäre ich Königin, wäre ich Eure Majestät," heißt es am Schluffe,die an­mutige und hochgebildete Königin der Niederlande, ich würde eine Ehre darein setzen, meiner Krone diesen über alles kostbaren Edelstein einzufügen, der bis jetzt an keiner einzigen, selbst nicht an der glänzendsten Krone prangt." Jin all­gemeinen neigt man jedoch hier hinsichtlich des praktischen Ergebnisses der Abrüstungskonferenz einem gewissen Skepti­zismus zu, so sehr man auch die Ehre, daß diese Konferenz auf niederländischem Grund und Boden abgehalten werden soll, zu schätzen weiß.

Mairs und Provinzielles.

Gießen, den 21. Februar 1899.

** Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der I Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Schau- | spieler am Großherzoglichen Hoftheater Heinrich Hacker ] das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des I Großmütigen zu verleihen.

* Charakterverleihung. Se. König!. Hoheit der G r o ß- I Herzog haben Allergnädigst geruht, dem Kirchenrat und evangelischen Pfarrer Wilhelm Egid Nebel zu Groß-Gerau I anläßlich seines 80 jährigen Geburtstages den Charakter als Geheimer Kirchenrat" zu erteilen.

** Militärdienstnachrichten, v. Scheven, Major,! aggreg. dem Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, als Bctts.-Kommandeur in das Gren.-Regt. König Friedrich I, (4. Ostpreuß.) Nr. 5 versetzt. Zu Oberlts. befördert die Lts.: Kolb im 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leib- aarde-)Regt. Nr. 115, de Nainville im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, de Neuf- ville, Rittm. im 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde- Drag.-Regt.) Nr. 23, als Eskadr.-Chef in das Drag.-Regt. von Arnim (2. Brandb.) Nr. 12, Frhr. v. Gil lern, Lt. im Großh. Feld-Art.-Regt. Nr. 25 (Großherzogl. Art.- Korps), in das Pomm. Train-Bat. Nr. 2 versetzt, van Aerßen, Unteroffizier im 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. | (Prinz Karl) Nr. 118, zum Portepee-Fähnrich befördert. i

** Theater-Verein. Heute (Mittwoch) geht als siebente Vorstellung Ludwig FuldasJugendfreunde" in Szene. Dieses reizende neue Lustspiel man vergleiche unseren Feuilletonartikel im gestrigen dritten Blatt ist an allen Bühnen, an denen es bis jetzt gegeben wurde, mit soviel Beifall ausgenommen worden, daß es voraussichtlich auch hier unter der heiratslustigen Jugend wie unter dem verheirateten Alter sich nichts als Freunde erwerben wird. Denn um das Heiraten dreht sich, wie wir hier schon verraten wollen, das ganze Stück. Die Hauptrolle liegt diesmal in den Händen des Herrn Dietz sch, der dieselbe in seinem früheren Engagement schon mehrmals gespielt hat. Wir machen noch'darauf aufmerksam, daß wegen Wegfalls des Gasthonorars in dieser, wie in den beiden nächsten Vor­stellungen die Eintrittspreise ermäßigt sind.

cf Konzert am Sonntag dem 5. März im Klabsaale. Ein junger Musiker, Herr Chr. Hüttenberger, der Sohn eines hiesigen geachteten Beamten, hat vor einiger Zeit am Konservatorium zu Sondershausen seine Studien mit Erfolg vollendet, dort und an anderen Orten mit Beifall sich hören lassen, und möchte sich nun auch seiner Vaterstadt vorstellen. Zwei seiner Studienfreunde haben sich mit ihm vereinigt, Herr Hüttenberger als Violinist, Herr Jost aus Braunschweig als Cellist, Herr Peine aus Magdeburg als Pianist, um im Trio-, im Duo-

* Hawöal! Nmerila-Linie" Dampferttooi ihres ©feuerrot Bremerhaven g< treffen eingehen FvvMan" : 'v.sM.Mhr tznüe nnd 4 Wünfchefvfc garia" wäre Schlagseite, i Boote waren vergeblich, bi blieb bei bei flaute, sie e> herrschte ein ieBulgare anderer Dm/ mären bei bm N Wen n tzma" war ni & herrschte le »ar ruhig, all ßch nur noch passierten wir dem Dampfer Amerika-Linie" Ne morgen t leinen Kurs na, i^ht gesehen t

IW

Sft

<Ym übrige« schildert eine ihm wohlgesinnte Feder seine Persönlichkeit wie folgt: Der neue Präsident ist em liebens­würdiger Mann, von sehr einfachem, bescheidenen Wesen. Er liebt nicht das Uebermaß dekorativer Ausschmückung seiner hohen Stellung. Er läßt den Provinz-Advokaten nicht^ver­gessen, wie es scheint, mit einer gewissen Absichtlichkeit. Seine Erscheinung ist sympathisch, hat aber wenig Imposantes. Er ist von mittlerer Statur, eher klein. Sein ziemlich großer Kopf ist mit ergrauenden Haaren bedeckt, und auch in seinem kurzen Vollbart mußten die blonden Haare dem Eindringen der Altersfarbe weichen. Em Paar lebhaft blickende Augen von sehr gutmütigem Ausdruck beleben das runde, volle Gesicht. lieber Abkunft, Jugendgeschichte und Familienverhältniffe Loubets werden noch folgende Einzel­heiten mitgeteilt. Sein Vater war ein wohlhabender Bauer in Marsanne, vier Kilometer von Montelimard, und wurde Ortsschulze. Seinen Söhnen, obschon sie am liebsten gleich­falls Landleute geworden wären, gab er eine höhere Er­ziehung und ließ den einen, den jetzigen Präsidenten, Rechts­anwalt, den andern Arzt werden. Er starb vor einigen Fahren. Seine Witwe, die Mutter des Präsidenten, lebt, aber sie ist 86 Jahre alt, doch gesund und frisch, und steht noch ihrem Bauerngut vor, das sie mit zehn Knechten und Mägden bewirtschaftet. Die Wahl ihres Sohnes wurde ihr Sonnabend mitgeteilt, doch äußerte sie gegen Besucher, die sie beglückwünschten, wenig Freude. Mein armes Kind, sagte sie, wird jetzt Plackerei und Qual haben, und ich, die ihn schon bisher wenig sah, werde ihn wohl gar nicht mehr zu sehen bekommen. Frau Loubet, geborene Denis, genannt Picard, ist die Tochter eines wohlhabenden Nagelschmieds in Montelimard, der auch einen Eisen- und Kurzwarenhandel erfolgreich betrieb. Der alte Picard ist tot, sein Geschäft wird vom Sohne weitergeführt; er klagt, daß er schon jetzt von Bittstellern belästigt werde, die von ihm Empfehlungen

machen, und hoffen, daß dieser unser Hinweis dazu beitrage» möge, dem Konzert am 5. März ein volles Haus zu schaffen. Wir fügen noch hinzu, daß Herr Challier das Arrangement übernommen hat und heute schon Vormerkungen für Sperrsitze (2 Mk.) entgegennimmt. Programm ver­öffentlichen wir in den nächsten Tagen im Inseratenteil.

** Deutscher und Oesterreichischer Alpen-Verein. Wie acht Tage zuvor in die Eisgefilde der Alpen, so fühlten sich die Mitglieder der Sektion Gießen am verflossenen Donnerstag in die tropischen Gefilde der westlichen Erd­hälfte versetzt durch die farbenprächtige Schilderung, welche Herr Ingenieur Gutmann von seiner 1896/97 aus­geführten Reise nach Brasilien gab. Mit dem Dampfer Taquary" der Hamburg-Südamerika-Linie erfolgte im November 1896 die Abreise, zunächst nach Oporto, da­nach sechstägiger, zum teil stürmischer Fahrt erreicht wurde und welchem sowohl wegen seines berühmten Portweines als auch wegen der sehenswerten eisernen Bogenbrücke Donna Maria Pia" über den Douro ein kurzer Besich abgestattet wurde. Diese Brücke hat 160 Meter Spann­weite und 62 Meter Höhe und verbindet die höchst malerisch gelegenen Stadtteile auf beiden Ufern des Flusses. Heber Lissabon, das bei dichtem Nebel erreicht wurde und wo der Aufenthalt nur kurz währte, ging die Reise weiter nach Madeira. Der kurze Aufenthalt auf dieser herrlich ge. legenen Insel gestattete nur einen kleinen Ausflug nach der HauptstadtFunchal", deren weiße Häuschen sich malerisch a» den Hängen des Gebirges, zwischen Palmen zerstreut, hinan« ziehen. Auf der weiteren Reise acht Tage lang nichts als Himmel und Wasser, bis der Aequator passiert ward. Die dabei übliche und die Unbeteiligten belustigende Taufe aller die sog.Linie" erstmalig Passierenden war die einzige Abwechselung während der einförmigen Fahrt. Nach de» Passieren der Linie ward die Hitze täglich drückender und machte besonders die Nächte im engen Kajütenraum zur Qual. Bald jedoch folgte die Erlösung, indem Pernambuco, die brasilianische Handelsstadt erreicht und damit der Boden der neuen Welt erstmals betreten wurde. Die Stadt liegt flach und wird durch verschiedene Stadtteile gebildet, welche sich auf den Inseln und Halbinseln an der Mündung der FlüsseCapibaribe" undBeberibe" erheben. Vor der Stadt langgestreckt sich hinziehend, liegt ein merkwürdiges, im Norden von einem kleinen Fort bekröntes Korallenriff (Recife), welches mit der Küste einen natürlichen Hasen bildet und von dem die Stadt den NamenRecife de Pernambuco" erhalten hat. Die Fortsetzung der Reise längs der Küste Brasiliens führte nach wenigen Tagen z» des Landes Hauptstadt an der weltberühmten Bai von Rio de Janeiro, einem der schönsten und sichersten Häfen der Welt. Die nur 1500 Meter breite Einfahrt in die Bai erfolgt zwischen beiderseits jäh aus«

n Settel

Atz wiefen w* voraus.ich tM nebeliges

§§ VachMg unser' Heinrich * Letztbietender, ein unsere Se" 1560 Mk-1«6

Lor 381 SrvAbnbw pen, # H Amazonen mehreren inter welcher ein de Freiburg St. den meisten ü neuen Weltteil Florenz gehöre

'S*.

S Iw eb'hn?®

steigenden und mit üppiger Tropenvegetation bedeckten Felsen, von welchem der trotzigePao d'Assucar" (Zuckerhut) zur linken gleich einem gigantischen Riesen die Bai zu bewachen scheint. Mehrere auf den Landzunge» und Inseln angebrachte Forts, wie *bie vonSLo Joao" undSanta Cruz" verteidigen die Einfahrt. Die prächtige Lage der Stadt Rio de Janeiro, welche den reizenden Sin- buchtungen und Vorsprüngen des Ufers der Bai stundenweit folgend und dahinter, die Hänge hinanziehend, sich über 36 Hügel ausbreitet, ist mit Worten kaum zu beschreiben Die Bai, bedeckt mit zahlreichen Inseln, die große Wasser­fläche derselben, belebt durch unzählige Dampfer, Segel­schiffe und Boote, die weiträumige Stadt inmitten tropischer Vegetation und der alles umschließende Kranz aufstrebender malerischer Berge, bieten ein Bild von unvergleichlicher wb unvergeßlicher Schönheit. Leider fehlt diesem paradiesischer Stück Erde auch nicht die Kehrseite der Medaille und diese bildet dasgelbe Fieber", jener Schrecken der Küstenstädte Brasiliens und Mittelamerikas, der auch in Rio heimisch ist. Diese Krankheit befällt zur Zeit einer Epidemie be­sonders leicht die Fremden, und die Menschen weißer Rasse leichter als die Farbigen. Der Vortragende schilderte dam noch eingehend das Leben und Treiben in Rio de Janeiro den geradezu märchenhaften Anblick, welchen die mit Lichten befäete geräumige Bai zur Nachtzeit und bei Mondschein von einem der höher gelegenen Punkte aus gesehen, bildete er schilderte ferner den im Juli 1897 ausgeführten Besins des 735 Meter hohenCorcovado", eines im Süden bet Stadt gelegenen Bergrückens, der eine einzig schöne Nund- sicht über die Stadt und Bai von Rio einerseits und bei unendlichen Ozean anderseits bietet, ferner den Besuch brr Serra da Tijuca", den er als den reizendsten Punkt gatz Brasiliens bezeichnete. Der Raummangel verbietet uns leider, noch näher auf alle diese interessanten Ausführungen einzugehen, welche seitens des Vortragenden noch durch eite große Anzahl von Photographien, seltenen Mineralien, Kolibribälge, Schlangenhäute, Goldkäfer und indianische Waffen belegt worden waren, und welches die erschienene» Mitglieder der Sektion Gießen und deren Gäste auch an diesen Vereinsabend noch lange mit Befriedigung zurück denken läßt, was sich in dem Beifall, den der Redner

I erntete, kundgab.n

** Zu Gunsten der gesetzlichen Regelung einer einheit lichen Ladenschlußstunde, die in der Novelle zur Reichsgewerbe

I orbmnig nicht vorgesehen ist, hat der Deutsch-national! I Handlungsgehilfen-Verband Hamburg eine Massenpetiw' I an den Bundesrat gerichtet. Von ca. 1200 zur Beihilst aufgeforderten deutschen kaufmännischen Vereinen hat R I ein ganz verschwindend kleiner Teil ablehnend verhalten, I sodaß die Petition schon jetzt tausende von Unterschriften I zählt. Alle Freunde des Ladenschlusses werden bringt zum unterzeichnen aufgefordert, Petitionsbogen versendet kostenfrei die Zentralstelle für Ladenschlußpetition W. Schav-

I Hamburg, Große Reichenstraße 30.