Ausgabe 
21.10.1899 Zweites Blatt
 
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und die AltersversorgungS- und Invaliditäts­kasse zählen über 2800 Mitglieder und sammelten bereits über 700000 Mk. Vermögen an, das sich zumteil aus Zu­wendungen edler Menschenfreunde gebildet hat. Die jüngste Schöpfung des Verbandes find Genesungsheime für seine erholungsbedürftigen Mitglieder. Dieses Unternehmen hat lebhaften Anklang in allen kaufmännischen Kreisen ge­funden und die Teilnahme der Prinzipalität hat fich durch reiche Spenden bekundet. Mit dieser Hilfe ist das erste Heim im sächsischen Erzgebirge unter einem Aufwand von 120000 Mk. bereits errichtet und in Betrieb gesetzt worden und schon wird die zweite Stätte im Taunus in Aussicht genommen. Alle diese Einrichtungen haben eine umfassende geschäftliche Thätigkeit erfordert, trotzdem hat die Verwal­tung des Verbandes die Verfolgung der allgemeinen Standes- fragen nicht außer Acht gelassen und ist überall und mit Nachdruck öffentlich eingetreten, wenn es die Interessen der Handlungsgehilfen im besonderen, oder der Kaufleute im Allgemeinen erforderte. Keine kaufmännische Angelegenheit ist gesetzlich in den beiden letzten Jahrzehnten be­handelt worden, ohne daß der Verband im Nahmen seiner Ziele darauf einzuwirken versucht hätte, und seine Leiter sind zu den Vorberatungen von der Regierung herangezogen worden, wie z. B. zum Entwürfe des neuen Handelsgesetz­buches. Seinem Grundsätze getreu ist der Verband auch beim öffentlichen Eintreten für die Handlungsgehilfen immer bestrebt gewesen, Hand in Hand mit der Prinzipalität zu gehen. Das hat nicht verhindert, daß die berechtigten Forderungen für Verbesserungen unerschrocken, klar und be­stimmt ausgesprochen worden sind. Möge dem Verbände Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig auch fernerhin eine segensreiche Thätigkeit beschieden sein.

4- Grimberg, 19. Oktober.. Der heutige zweite Gallusmarkttag war von auswärts weniger zahlreich besucht. Die Landwirte, welche zum großen Teil noch mit den Herbstarbeiten im Rückstand sind, benützten das schöne Wetter, um die letzten Früchte, Dickwurz, Kraut usw., ein­zubringen, zumal wir jetzt schon ziemlich starke Nachtfröste haben. Um so zahlreicher waren die Bewohner der Stadt auf dem Marktplatze vertreten, die nach dem anstrengenden gestrigen Geschäftstage den heutigen Nachmittag dem Ver­gnügen widmen wollten. Wie gewöhnlich, war besonders das Karussells wieder stark frequentiert, und auch die Be­sitzer der verschiedenen Schaubuden machten gute Geschäfte. Wie man heute allenthalben hören konnte, war das Er­gebnis des diesjährigen Gallusmarktes für die Geschäftsleute ein über Erwarten günstiges; gewiß wäre dasselbe noch weit besser geworden, wenn der Viehmarkt hätte abgehalten werden können. Heute abend findet noch ein Bürgerball im Gasthaus zum Rappen statt, der voraussichtlich ebenfalls sehr zahlreich besucht sein dürfte.

V. Vom westlichen Vogelsberg, 20. Oktober. Schon zu anfang der 90er Jahre machten wir in dieser Zeitung darauf aufmerksam, daß in den wärmeren Lagen des westlichen Vogelsbergs von feiten der Landwirte viel mehr für Obst­bau gethan werden müßte, als es geschah, doch mit ge­ringem Erfolge. Nun geht die Staatsverwaltung in dieser Branche bedeutend voran. In der Oberförsterei Ortenberg werden prächtige Obstbaumpflanzungen vorgenommen, wo­zu 6-7000 Mk. vorgesehen sind. Es ist zu hoffen und sehr zu wünschen, daß die kleinen Landwirte diesem schönen Beispiele mit allen Kräften nacheifern. Das zu Ende gehende Jahr zeigt, welch großer Segen es ist, wenn die Leute schöne Obstbäume besitzen, die reiche Erträge liefern, ohne große Arbeitslast zu verursachen.

Butzbach, 20. Oktober. Dieser Tage traten fast sämt­liche Handwerker der Gemeinde Langgöns in richtiger Erkenntnis der gegenwärtig schwebenden Handwerkerfrage, bei welcher nur gemeinsames korporatives Vorgehen für die Zukunft die Lösung beschleunigen und zum gewünschten Ziele führen kann, als Mitglieder in den Butzbacher Ge­werbeverein ein. Mit Ausnahme des Gewerbevereins Gießen hat nun der Butzbacher Gewerbeverein alle derartigen Vereine der Provinz Oberhessen, was Mitgliederzahl anbetrifft, überflügelt. Es wäre sehr zu wünschen, wenn die Hand­werker in den anderen Nachbarorten dem Beispiele der Langgönser Handwerker folgen würden, denn nur Einigkeit macht stark, und hebt das Standesbewußtsein und mit ihm den Wohlstand und erleichtert den Kampf ums Dasein. Möge der Gewerbeverein Butzbach auch fernerhin blühen und gedeihen. Die Mitglieder des Butzbacher Gewerbe­vereins sind seitens des Vorstandes der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler zum Besuche feiner diesjährigen Aus­stellung zu Darmstadt eingeladen worden. Bei einer Be­teiligung von 10 Personen beträgt der Eintrittspreis 30 Pfg. pro Person.W. B."

W. Aus der Wetterau, 20. Oktober. Unliebsame Gäste find bei uns eingekehrt und zwar eine Schaar Gimpel (Pyrrhula) auch Blutfink oder Dompfaff genannt. Die Vögel, besonders die Männchen, sehen schön aus und sind treffliche Sänger, wenn sie abgerichtet sind. In den Obst­gärten, an Spalieren und den Groffularien können die Vögel enormen Schaden anrichten, indem sie die Knospen verbeißen. Wir brauchten 2 Tage, um die Schädlinge zu verscheuchen, wohin sie sich wandten, wissen wir nicht, wollen aber nicht versäumen, darauf aufmerksam zu machen. Wahr- scheinllch sind sie aus den Wäldern des Vogelsberges infolge der Nachtfi öste zu und in die wärmere Wetterau gekommen.

Echzell, 18. Oktober. Heute wurde auf unserem Friedhof der frühere Pfarrer zu Rodheim, nachherige Leiter der Erziehungsanstalt auf dem Forsthaus bei Echzell, Dr. Lucius, zur letzten Ruhe bestattet. Da der­selbe der freien altlutherischen Kirchengemeinschaft angehörte, so wurde die Feier von Herrn Superintendent Draudt unter Assistenz zweier anderer Geistlichen geleitet. Es waren zahl­reiche Glieder der altlutherischen Gemeinde erschienen, auch die VerbindungWingolf", deren Ehrenphilister der Ver­

storbene war, hatte eine Abordnung mit einem Kranz ge­sandt. Zunächst fand die Einsegnungsfeier im Hause statt, worauf der Sarg bis zur Echzeller Grenze gefahren und von da von Gliedern der Gemeinde getragen wurde. Am Grabe sprachen die drei Geistlichen; Text der eigentlichen Grabrede war: Luc. 2, 29. Unter dem Gesang:Wenn ich einmal soll scheiden" wurde der Sarg in die Gruft ge­senkt. Auch Geistliche der Landeskirche, die dem Ver­ewigten nahestanden, hatten demselben die letzte Ehre ge- gegeben; noch mehr derselben würden gekommen sein, wenn nicht gleichzeitig die Synoden der Dekanate Büdingen und Nidda getagt hätten. Der Verewigte erreichte das hohe Alter von 81 Jahren, in den 70er Jahren trat er aus der Landeskirche aus, weil er sich mit der neuen Kirchenver­fassung nicht befreunden konnte. Er war ein besonders tüchtiger Schulmann; feine Anstalt wird unter feinem Sohne weitergeleitet.

! Mainz, 19. Oktober. Zwischen der Stadt Mainz und dem nahegelegenen Rheinorte Mombach schweben schon seit längerer Zeit Verhandlungen wegen Einbeziehung der letztem Gemeinde in den Stadtbereich von Mainz. Die Verhandlungen find jetzt dem Abschluß nahe, und wird jetzt nur noch von dem Mombacher Gemeinderat eine allgemeine Bürgerversammlung einberufen, um die Meinung der Gesamteinwohnerschaft in dieser Frage zu hören. Es läßt sich nicht leugnen, daß die ganz im Stillen vorbereitete Eingemeindung von Mombach vernünftiger ist, als eine Eingemeindung von Kastel, welches durch den Rhein­strom von Mainz getrennt ist. Mit dem ersten kommen­den Monats tritt auf sämtlichen Linien der vormaligen Hessischen Ludwigsbahn die Perronspere ein.

Sitzung der Stadtverordneten

am 19. Oktober 1899.

Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von feiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Emmelius, Euler, Faber, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Huhn, Jughardt, Keller, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Scheel, Schmall und Wallenfels. Ihr Nicht­erscheinen haben entschuldigt die Herren Dr. Gaffky, Grünewald, Kirch, Dr. Schäfer und Schiele.

Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Herr Ober­bürgermeister Gnauth mit, daß die Rechnung der Stadt­kaffe für 1898/99 günstig abgeschlossen werden konnte, der Ueberschuß beläuft sich auf 164240 Mk., ca. 26000 Mk. mehr als im Vorjahre.

Herr Wilh. Spörhase beabsichtigt am Wißmarerweg einen größeren Holzschuppen zu errichten. Das Gesuch soll ausnahmsweise befürwortet werden.

Herrn Joh. Gg. Pfaff soll gegen Entrichtung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 50 Pfg. gestattet werden, einen um 8 Ctm. zu weit in die Baufluchtlinie der Stephan- straße errichteten Thorpfeiler stehen zu lassen, dagegen soll beanstandet werden auf Grund des § 28 des Ortsbaustatuts ein vom genehmigten Plan abweichender Giebelbau an seinem Hause in der Stephanstraße.

Herr H. A. Sack beabsichtigt an Stelle seines Hauses am Neuenweg einen Neubau zu errichten, von dem zwei Seiten in Holzfachwerk ausgeführt werden sollen. Auf Antrag der Baudeputation erfolgt Befürwortung des Dis­penses.

Bei dem Gesuch des Herrn Conrad Dietz für seinen Neubau am Neuenweg bezieht sich der Dispens auf die Anbringung einiger in die Johannesstraße und in den Neuenweg ragender Erker, von dem einer in Fachwerk aus­geführt werden soll. Das Gesuch wird befürwortet.

Dem Gesuch des Herrn Georg Hilgen um Austausch von Gelände am alten Steinbacherweg behufs Regulierung eines Weges wird zugestimmt;

desgl. der Anschaffung eines Theodolits für den Stadtgeometer und einer Diaphragmapumpe für das Stadtbauamt.

Zur Asphaltierung der Brücken über die Wieseck im Zuge der Goethe- und Moltkestraße soll Mejella- Asphalt für die Fahrbahn und gewöhnlicher Asphalt für die Bürgersteige verwendet werden.

Auf Gesuch des Octroierhebers soll das Thorhaus am Neustädter Thor an die Wasserleitung angeschlossen werden.

Der pachtweise« Ueberlaffung eines Lagerplatzes am alten Viehmarkt an die Firma A. Kröll Söhne stimmt die Versammlung zu. Auf Widerruf soll dem Pächter das Abhauen von eisernen Trägern gestattet werden, nachdem ein auf Verbot dieser Arbeit lautender Antrag der Bau­deputation auf Empfehlung der Herren Wallenfels, Jughardt und Krumm abgelehnt worden.

Für die Verbesserung des Weges nach der Obermühle durch Anlage eines Bürgersteiges und Her­stellung einer gepflasterten Goffe werden 440 Mark be­willigt.

Die im Jahre 1852 aufgestellte Uhr auf dem Turm der katholischen Kirche ist so abgenutzt, daß sie nicht mehr in Gang gehalten werden kann. Um Irrtümern zu begegnen, wurden seinerzeit die Zeiger abgenommen. Nach Mitteilung des Herrn Oberbürgermeisters waren die Ver­handlungen über den Ersatz der alten Uhr durch eine neue nicht so ganz einfach in Bezug auf die rechtlichen und tech­nischen Fragen. Die damals von einem Wohlthäter ge­stiftete Uhr wurde unter Vorbehalt in die Fürsorge der Stadt übernommen und ein jährlicher Zuschuß von 40 fl. zur Unterhaltung bewilligt. In den letzten Jahren kostete die Uhr der Stadt 150 Mark, da sie täglich aufgezogen werden mußte. Seitens des katholischen Kirchenvorstandes wurde zugunsten der Anschaffung einer neuen Uhr geltend

gemacht, daß dieselbe mehr öffentlichen wie kirchlichen Zwecke« diene, weshalb die Uebernahme der Kosten auf die politische Gemeinde gerechtfertigt sei. Zur Frage, ob überhaupt im Hinblick auf den beschlossene« Neubau einer katholische« Kirche noch eine neue Uhr anzuschaffen sich empfehle, wurde der Wunsch geäußert, daß dieselbe so lange ausgestellt werde« möchte, so lange der Turm noch steht bezw. über die künftige Verwendung der alten Kirche entschieden ist. Die Versamm­lung beschloß in Erwägung aller Gesichtspunkte, 2130 Mark für eine neue Uhr zu bewilligen, nachdem mitgeteilt, daß die Vergütung für die Bedienung der neuen Uhr sich auf jährlich 70 Mark ermäßigen würde. Das Eigentumsrecht der Stadt an der Uhr soll im Falle einer Veräußerung der Kirche gewahrt werden.

Die Versammlung trat hierauf in die Beratung über die Anlage eines neuen Friedhofs. Nachdem im Februar 1898 die Stadtverordnetenversammlung das gene­relle Projekt genehmigt und einen entsprechenden Betrag in das Budget eingestellt, arbeitete das Stadtbauamt eine« speziellen Plan aus, nach welchem die Arbeiten vorsorglich ausgeschrieben wurden, um zu erfahren, ob dieselben zu den Ansätzen ausgeführt werden können. Nach dem Ergebnis der Arbeitsvergebung bleiben die Kosten 67000 Mk. hinter dem Voranschlag zurück. Es soll vorerst nur ein Viertteil (der südöstliche Teil) des Geländes zu Grabstätten vorbereitet, dagegen die Baumpflanzungen der Gleichmäßig­keit wegen gleich in der vollen Ausdehnung angelegt werde«, desgleichen die für das Ganze erforderlichen Hochbaute«, Gas- und Wafferversorgung und ein Teil der Umfassungs­mauern. Zwei sich kreuzende Hauptalleen teilen den ganze« Friedhof, der übrigens bezüglich der Wege einen parkähn­lichen Charakter erhalten soll, in vier Teile; man rechnet bei einer Bevölkerung von 3040 000 Einwohnern, daß je ein Viertteil des Friedhofs in 910 Jahren voll belegt wird und danach eine etwa 30jährige Umtriebszeit ins Auge gefaßt werden kann. Das Projekt sieht außer den Reihen-, Rabattengräbern Erbbegräbnisse verschiedener Größe vor. Die Leichenhalle soll 14 Zellen sowie die nötigen Räume für Arzt, Sezierung u. s. w. enthalten, die darüber befindliche Kapelle alles zur Abhaltung von Trauergottesdiensten Nötige und etwa 100 Sitzplätze. Ein Teil des Geländes an der Südwestseite des Friedhofs soll zur Errichtung eines Krematoriums reserviert bleiben. Von den ohne Hinzu­rechnung der Vorarbeiten und des Geländeerwerbes z« 252000 Mk. veranschlagten Kosten kommen 48000 Mk. auf Erdarbeiten, Bepflanzung, Einfriedigung und Be- pflasterung; 88000 Mk. auf Hochbauten (Aufseherwohnung, Kapelle, Leichenhalle u. s. w.), 17 700 Mk. auf die Vor­hallen, die zum Schutze des Publikums vor Witterungs­unbilden errichtet werden sollen, 39000 Mk. auf Grüften, 22590 Mk. auf den Haupteingang, 19244 Mk. auf Blitz­ableiter-, Gas- und Wasserleitungs-Anlagen, 16000 Mk. auf die Zufuhrstraßen. Die Baudeputation hat Geneh­migung von Plan und Voranschlag beantragt, desgl. die Ver­gebung der Arbeiten nach den eingegangenen Mindest­forderungen, ferner die nochmalige Ausschreibung der Erd- unb Planierarbeiten und Aussetzung der Entscheidung über die Sandfteinlieferung, bis zum Eingang des Bescheides über die beste der beiden in Betracht kommenden Sorten. Herr Dr. Fuhr erklärt, daß er sich für alsbaldige Anlage des Verbrennungsofens erklären müsse, um jedem diese Bs- ftattungSart freizustellen. Der Aufwand von 67000 Mk., den ein Ofen neuestes Systems koste, spiele bei der i« ,Betracht kommenden Summe der ganzen Friedhofsanlage keine Rolle Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt, er habe es vorerst nur für seine Aufgabe gehalten, eine« geeigneten Platz für ein Krematorium zu finden; mit der Errichtung desselben aber nicht so stürmisch vorzugehen. Nicht allein die Kosten kämen inbetracht, es stünden noch andere Bedenken der sofortigen Errichtung eines Krema­toriums, die ihm als Mitglied des Vereins für Feuer­bestattung ja sympathisch sei, entgegen, Gießen brauche nicht bahnbrechend vorzugehen, es genüge, wenn man sich im Allgemeinen mit dem Gedanken vertraut mache. Herr Haubach empfiehlt, erst Erkundigungen darüber einzuziehen, ob sich für 7000 Mk. ein Krematorium errichten lasse, er empfiehlt Umfrage, um Anhaltspunkte auch über Renta­bilität der Anlage, Häufigkeit der Benutzung u. s. w. z« gewinnen. Herr Dr. Fuhr würde schon aus Zweck- Mäßigkeitsgründen für alsbaldige Herstellung eines Krema­toriums stimmen, damit Verlegenheiten bei Ausbruch vo« Epidemien vermieden würden und stellt einen diesbezügliche« Antrag. Herr Beigeordneter Georgi möchte vermiede« wissen, daß des Krematoriums wegen die Ausführung des Gesamtprojekts etwa verzögert würde; man solle den Gegen­stand im Auge behalten und dem Herrn Oberbürgermeister die möglichste Förderung der Sache ans Herz lege«. Herr Hanau betont, daß es sich mehr um eine sanitäre Maßnahme handle, Bedenken pekuniärer Art könnten dabei keine Rollen spielen, die Ausführung der Friedhofsanlage werde nicht aufgehalten, wenn man den Antrag des Herr« Fuhr annehme. Herr Dr. Gutfleisch spricht sich fir den Antrag des Herrn Georgi aus, den Antrag des Herr« Fuhr halte er für verfrüht; nur aus dilatorische« Gründen für die Errichtung eines Krematoriums z« stimmen, würde nach außen keinen guten Eindruck machen; er spricht sich für baldige Errichtung des Ofens aus, wünscht aber bessere Vorbereitung des Beschluffes. Herr Krumm fragt a«, ob der Einrichtung von Urnen­hallen, die mit der Kapelle in Verbindung zu bringen seien, bauliche Schwierigkeiten entgegenstünden. Herr Oberbürger­meister Gnauth hält die Vereinigung von Kapelle und Urnenhalle nicht für nötig, es sei vielmehr Rücksicht auf die Gefühle der Anhänger wie der Gegner der Feuer­bestattung zu nehmen; Rücksicht auf die Urnenhalle brauche man bei Errichtung der Kapelle nicht zu nehmen. Weiter erklärte Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß er im Falle der Annahme des Antrages Georgi Erkundigungen in