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UniversttLs Nachrichten
erzienrat Cervaes aus Ruhrort, um im
längerer Rde feierte er Krupp nicht nur
technischen Hochschule, Geheimrat Riedler
»«deren Städten einholen, das so gewonnene Material dem - Dtadtbauamte behufs genereller Berechnung vorlegen und danach auch der Stadtverordneten-Bersammlung Vorlage machen werde. — Herr Dr. Fuhr zieht hierauf seinen Antrag zurück, empfiehlt aber bei Einziehung von Erkundigungen die Städte Heidelberg, Offenbach und Jena, welche Verbrennungsöfen neuen Systems haben, zu berücksichtigen. Der Antrag des Herrn Georgi wird angenommen, im übrigen dem Gesamtprojekt zugestimmt.
Infolge Gesuchs des Gärtners Berger wird beschlossen, die Quellwasserleitung auf der Marburgerstraße bis zum Eingang der nach dem neuen Friedhof angelegten Straße weiterzuführcn, desgl. die Gasleitung. Die auf 5940 Mk. veranschlagten Kosten der Wasserleitung und die auf 4150 Mk. veranschlagten Kosten der Gasleitung werden bewilligt.
An der Volksschule sollen zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Stellen besetzt werden; zur Ausschreibung der Stellen wird die Genehmigung erteilt.
Mit dem nun folgenden Punkt: Gewährung freier Lehrmittel an den Volksschulen, hatte sich der Stadtvorstand schon einmal beschäftigt, desgleichen der Schulvorstand. Letzterer hatte sich gegen die Gewährung freier Lehrmittel geäußert, jedoch weiteren Anträgen der Oberlehrer entgegengesehen. Die in der Sitzung der Stadtverordneten vom 8. Juni ds. Js. gutgeheißenen Vorschläge der Herrn Oberbürgermeisters, eine Erleichterung in der Beschaffung der Lehrmittel für die Eltern der die Volksschule besuchenden Kinder derart herbeizuführen, daß auf Antrag der Eltern ohne den Nachweis der Bedürftigkeit die Lehrmittel bewilligt werden, führte zunächst zu Erhebungen darüber, in welche Steuerklasse die in Frage kommenden Eltern eingeschätzt sind. Die 1870 die Volksschule besuchenden Kinder verteilen sich auf 1096 Familien, unter diesen befindet fich eine, welche 6*Rinber, 8 welche 5, 42 welche 4 Kinder in die Schule schicken. Von den 1096 Eltern haben auf Grund des Schulgesetzes schon 87 bisher unentgeltlich Lehrmittel für ihre Kinder erhalten, 134 sind einkommensteuerfrei, 2 sind eingeschätzt bis zu 300 Mk., 10 bis zu 400 Mk., 6 bis zu 500 Mk., 133 bis zu 600 Mk., 203 bis zu 750 Mk., 140 bis zu 900 Mk., 146 bis zu 1100 Mk., 97 bis zu 1300 Mk., 88 bis zu 1500 Mk., 58 bis zu 1700 Mk., 26 bis zu 2000 Mk, 19 bis zu 2300 Mk., 27 bis zu 2600 Mk., 17 haben über 2600 Mk. Einkommen. Aus dem vom Schulvorstande eiugeforderten Bericht der Oberlehrer ist ersichtlich, daß die Zahl der Elter«, welche um Gewährung freier Lehrmittel eingekommen, stetig abnimmt, die Oberlehrer würden es aber im Jntereffe des Unterrichts begrüßen, wenn Erleichterungen in der Beschaffung der Lehrmittel eintreten würden; ihr"Vorschlag geht dahin: die Lehrerkonferenzen über das Vorhandensein Ser Bedürftigkeit verhandeln zu lassen und das Verhältnis des Einkommens der Eltern zur Kinderzahl als mitbestimmend zu betrachten. Wie aus den Berichten weiter hervorgeht, beläuft sich der Jahresbedarf eines Kindes an Lehrmitteln durchschnittlich auf 5 Mk. — Aus den eingehenden Erläuterungen, die Herr Oberbürgermeister Gnauth zur Sache gab, ist mitzuteilen, daß der Schulvorstand damit einverstanden gewesen, die Einkommen bis zu 900 Mk. von der Anschaffung der Lehrmittel zu befreien, die bis zu diesem Einkommen reichenden Steuerklassen würden auch anderwärts rntlastet. Im vorliegenden Falle, finanziell betrachtet, handelt es sich um 632 Familien = 1,7 Kind je Familie und beträgt der Aufwand etwa 8 Mk. pro Familie, was einem Betrage von 5372 Mk. entspräche, welchen die Stadt opfern müsse, wenn sämtliche Eltern einen auf Stellung freier Lehrmittel lautenden Antrag stellen würden. Die Frage, ob man den Kindern die frei gelieferten Bücher nach Ablauf der Schulzeit oder bei Versetzung in eine höhere Klasse wieder ab- «ehmen und anderen Kindern zukommen lassen solle, sei wohl zu verneinen, es sei nicht nur die Gefahr einer Infizierung zu berücksichtigen, sondern auch der Umstand, daß besonders die in den letzten Schuljahren gebrauchten und guten Lesestoff enthaltenden Lehrbücher einen Bestandteil der an sich recht bescheidenen Hausbibliothek mancher Eltern bilden. Der Schulvorstand hat sich ebenfalls für die Verabreichung neuer Bücher ausgesprochen und im übrigen beantragt, vomkommenden Jahr ab allen Kindern, deren Eltern nicht über 900 Mk. Einkommen versteuern, den normalen Bedarf an Lehrmitteln zu Lasten der Stadt frei zu gewähren, soweit die Eltern dies beantragen. — Herr Heichelheim sprach sich für Ausdehnung dieses Antrages auf die ganze Volksschule aus, zumal der Mehraufwand, etwa 3000 Mk., nicht groß sei. — Herr Haubach ist gegen die Ausdehnung im Sinne des Herrn Heichelheim im Hinblick auf diejenigen Eltern, die 2000 Mk. und mehr Einkommen haben. — Herr Oberbürgermeister Gnauth möchte nicht durch die Stadtverordneten-Bersammlung das Ansinnen an die mit höherem Einkommen zur Staatssieuer herangezogenen Eltern zum Ausdruck gebracht haben, ihre Kinder in eine höhere Schule zu schicken; er vertritt unter Hinweis sowohl auf die traurigen Erscheinungen unbegabter Schüler in den höheren Schulen, wie auf den Wert einer abgeschlossenen Volksschulbildung für unsere Jugend entschieden die Ansicht, daß lediglich die Befähigung des Schülers, nicht das Einkommen der Eltern ausschlaggebend bei Auswahl der
Schule sein solle. — Herr Krumm entgegnet, daß die Forderung des Einjährigen-Zeugniffes bei Eintritt eines Jungen in einen Beruf die Eltern zwingen, ihre Kinder in eine höhere Schule zu schicken; er glaube nicht, daß jemand, der 2600 Mk. und mehr Einkommen habe, den Antrag auf Stellung freier Lehrmittel stellte; in der beantragten Form gleicht aber die Bewilligung der Lehrmittel einer Armenunterstützung, weshalb man für Gewährung ohne Rücksicht auf die Steuerkraft der Eltern sei. — Herr Schmoll empfiehlt den Antrag des Schulvorstandes, die von Herrn Oberbürgermeister angeführten
guten Erfolge in der Volksschule bestätigend; er sei der Ueberzeugung, daß kein verständiger Mann die Annahme eines Lehrlings oder Gehilfen von dem Besitz eines Ein- jährigen-ZeugniffeS abhängig mache. Nachdem noch die Herren Krumm und Haubach ihre Ausführungen ergänzt, beschloß die Versammlung Annahme des vom Schulvorstande gestellten Antrages.
mens der technischen Hoqule tief gefühlten Dank aussprach. ®in Chor schloß den offiziellen \. Hierauf sprach Geheimrat Krupp dem Kultusmimster Dr. Stufet |e lebhafte Freude über das wohlgelungene Standbild aus. An betbefcenFmälern wurden Kränze ntedergelegt. Die Denkmals-Enthüllung br damit beendet Die Festteilnehmer nahmen jetzt im Lichthofe Wellung, wo der Kaiserthron errichtet war. Um 11V* Uhr rückte die » Garde-Pionier-Bataillon gestellte Ehren- Compagnie an. GleichzeitHllten sich auch neue Ehrengäste ein. Die Minister von Miquel, Breß Goßler und von Wedel und zahlreiche andere hohe Staatsbeamte ß Offiziere. Um 11% Uhr kam das Kaiserpaar, dem die fünltesten Söhne sowie Prinz Joachim Albrecht von Preußen s Die hohen Herrschaften begaben fich in die Festhalle. Kultasmiss Stufet trat vor und hielt eine Ansprache an den Kaiser, an deren @6 er die an den Kultusminister gerichteten kaiserlichen Erlasse (©vuntenl) verkündet Als weiterer Redner nahm sodann abermals dasrt der Rektor der technischen Hochschule, Geheimrat Professor RiedleMach Beendigung dieses Redners hielt der Kaiser selbst mit markiger Stimme eine Ansprache, in der er der Feier gedachtexch die sein Großvater vor 15 Jahren diesem Hause die Weihe gegl hat. Die Hoffnungen und Wünsche, die damals der unvergeßliche»rscher ausgesprochen, daß diese Anstalt allezeit ruhmvoll ihre Aufgamsen möge, hätten sich glänzend etfüQt. Die Charlottenburger tedjnifatfjfdjule, wie die technischen Hochschulen überhaupt, hätten sich ebensg den höchsten Bildungsstätten des Landes, den Universitäten che Seite gestellt. In dem Verhältnis der technischen Hochschulen z« anderen obersten Unterrichtsstätten gebe es keine Jnleressengegest und keinen anderen Eifer als den, daß einem jeden von ihnen Uedes Glied derselben in seinem Teile den Forderungen, die das Lehn die Wissenschaft stelle, voll gerecht «erden. Der Kaiser gedachte knn in seiner Ansprache der Erfolge der Technik, die ftaunencrregeiten und schloß wie folgt: So führt, wie jede Wissenschaft auch die „ik wieder zurück auf den Ursprung aller Dinge, den allmächtigen pfer und m demütigem Dank müssen
— Berlin, 1^ Oktober. Anläßlich der heutigen Jubelfeier der technischen chschulcin Charlottenburg hat fich die Nachbarstadt Charlott^burg festl, geschmückt. Gegen 9% Uhr nahmen bie Chargierten bet tudentensaft mit ihren Fahnen auf bim Fest- platze Ausstellung. Det Feier w.nten u. a. bei: bie Minister Stubt unb Staatssekretär GrHPosafeoröy, zahlreiche Räte ber Staatsämter unb ber Ministerien. ch Geheinut Krupp war erschienen. Um zehn Uhr würben bie Feierljhkeiten zr Enthüllung ber Denkmäler für Siemens unb Krupp b einen Chr eröffnet. Die beiben Standdilbet haben ihren Platz tm Solarien ber Ächschule erhalten. Der Vorsitzenbe bes deutschen Jngemeur^reinS Bawt Bissinger aus Nürnberg nahm das Wort zu einer Ansache, in weher er auf die ungeheuren Fortschritte hinwies, welche Technik in verflossenen Jahrhundert gemacht hat, und ferner von SieHns und Alred Krupp feierte. Diesen beiden Männern müßten beson ' bie Jnxnieure Dank und Anerkennung zollen. Inzwischen warsie Hülle ds Siemens-Denkmales gefallen. Die Studenten schwenktcrtzre Fahnen Nunmehr nahm das Wort als Vertreter der nordwestliche Gruppe ds Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Industrieller unb zzeich auch as Vertreter des Vereins deutscher Essenhüttenleute Ko w' ; _________ ........
Namen seiner Auftraggebers Denkmal Alfred Krupps der technischen Hochschule zu übergeben. I" v ~ .. *..Tr ____
als Groß-Industriellen, fi ?rn auch alr einen bedeutenden Menschen wie auch als den Wohlthc unb väterlichen Freunb seiner Arbeiter. Wieber senkten sich bie Fo n, als bie Halle von Krupps Denkmal fiel. Alsbann hielt der Rektor technischen Hochschule, Geheimrat Riedler eine Erwiderungsrede, in per er den Stiftern- der Standbilder na-
itirdie und Schule.
& AuS de« ev. Dekanat Büdingen. Die am 18. b. M. zu Lind heim tagende Synode des Dekanats Büdingen wählte fast einstimmig die beiden bisherigen Abgeordneten Pfarrer Bernbeck -Staden und Gymnasiallehrer Dr. Dingeldem-Büdingen wieder zu Abgeordneten zur 6 ordentlichen Landessynode. Ferner nahm die Synode nach einem vortrefflichen Referat des Pfarrers Goebel Büdingen über die Notwendigkeit eines Erziehungsvereins im Dekanat Büdingen einen Antrag ber Herren Dekan Weber Lißberg unb Pfarrer Kaehler-Rohrbach einstimmig an, bahin gehenb, für bas Dekanat Bübingen einen Verein ins Leben zu rufen, ber 1. für biejenigen Kinber, bie unter das Gesetz vom 11. Juni 1&87, die Zwangserziehung Minderjähriger betr. fallen, oder über bie gemäfj 1666 bezw. 1838 des bürgert Gesetzbuches burch bas Vormundschaftsgericht Zwangserziehung verhängt wirb, geeignete Familien ausfindig macht und für bi- Aufnahme solcher Kinder in diese Familien in Verbindung mit den zuständigen Staatsbehörden Sorge trägt, und bet 2. biefe Kinber nach ihrer Konfirmation bei geeigneten tüchtigen Lehr, ober Dienstherren unterbringt.
l9- Oktober. Die am 18. d. M. zu Hirzenhain tagenbe Dekanatssynode wählte zu Abgeorbneten zur 6 orbentlichen Landessynode die Herren Pfarrer Wahl-Langen und Amtsrichter Röm- helb Nidda.
Kunst und Wissenschaft.
Weltausstellung Paris 1900. Die bevorstehende Pariser Weltausstellung hat der Firma Ernst Kaps, Hofpianofortefabrik in Dresden, Verfassung fgegeben, in Paris, 17 Boulevard de la Madeleine, eine eigeie Zweigniederlassung unter der Firma Ernest Kaps zu eröffnen. Ds vornehme, geräumige Lokal mit großen Schaufenstern von 11 Meter front und einem Gesamtflächeninhalte von ungefähr 300 Quadratmete liegt am Haupteingange zur Weltausstellung, also in demjenigen Teile er Weltstadt, in welchem sich nicht nur ber Verkehr der Einheimischen, sondern auch der unzähligen Fremden, die nächstes Jahr die Ausstellug besuchen, konzentrieren wird. Die Firma Kaps beabsichtigt nun, infeiefen Räumen während der Dauer der Weltausstellung auch die ^rtretung anderer Firmen der Musikinstrumenten- Jndustrie und verwebter Zweige zu übernehmen und so eine Fach- ausstellun g zu verfftalten, die angesichts der außerordentlich günstigen Lage des Lokales untrer großen Vorbereitungen, die die Firma trifft, sicherlich die Ausmerksnkeit der vielen Einkäufer und Interessenten von Musikinstrumenten aufich ziehen wird, die zweifellos in großer Zahl nächstes Jahr aus alle» Teilen der Welt Paris besuchen werden. Die Idee einer solchen Aus°llung kann man nur als eine glückliche bezeichnen, zumal es viele, deutschen Firmen wegen des von vornherein nur äußerst beschränkten 'aumes, der in der deutschen Abteilung der Weltausstellung der Musi^strumenten-Gruppe zur Verfügung stand, unmöglich gewesen ist, sich z beteiligen. Solchen Firmen bietet sich nun hier die denkbar günstigstetzelegenheit, ihre Fabrikate im Jahre 1900 in Paris vorzuführen, wo! sie noch den Vorteil haben, daß das in großem Stile gehaltene Pjser Unternehmen der Firma Kaps von einem Geranten geleitet wsi der feit 20 Jahren in Paris ansässig ist und das ganze Pariser Exptgeschäft in allen feinen Eigenarten kennt unb beherrscht.
Basel, 19. Oktober. >ag auf einer Tournee befindliche Mailänder Orchester unter deDirektion Mascagnis konzertierte am Montag in Genf und Dienstc in Basel vor vollständig ausverkauften Sälen. Sämtliche Konzertnuiaern wurden mit größtem Beifall aufgenommen. Das Präludium ,s Iris und die Reverie von Schumann wurden da capo verlangt.
wir unS »ot ihm beugen. Aus diesem Boden möge daß Streben ber Wissenschaften von dauerndem Erfolge begleitet sein. Das ist meta Wunsch, der bie Anstalt auch in bas neue Jahrhundert geleiten möge. 2)ie Rede des Kaisers wurde von ber festlichen Versammlung mit großer Begelstcrung angehört. Nachdem noch ber Vorsitzenbe bes Ausschüsse» ber Studentenschaft das Gelöbnis abgegeben, immerdar treu zu Kaiser und Rerch zu stehen, schloß die Feier.
Der kaiserliche Erlaß, auf den oben Bezug genommen wirb, lautet:
„«uf den Bericht vom 6. d. Mts. will Ich den Technischen Hochschulen in Anerkennung der wissenschaftlichen Bedeutung, welche sie in oen letzten Jahrzehnten neben der Erfüllung ihrer praktischen Ausgabe« erlangt haben, das Recht einräumen: 1. auf Grund der Diplom-Prüf» ung den Grad eines Diplom-Ingenieurs (abgekürzte Schreibweise, und zwar in deutscher Schrift: Dipl.-Jng.) zu erteilen, 2. Diplom-Ingenieure auf Grund einer weiteren Prüfung zu Doktor-Ingenieuren (abgekürzte Schreibweise, und zwar in deutscher Schrift: Dr.-Jng.) zu promovieren, und 3. die Würde eines Doktor-Ingenieurs auch Ehren halber als seltene Auszeichnung an Männer, die sich um die Förderung der technischen Wissenschaften hervorragende Verdienste erworben haben, nuch Maßgabe der in der Promotions-Ordnung festz«» setzenden Bedingungen zu verleihen."
Neues Palais, den 11. Oktober 1899.
gez. Wilhelm R.
ggej. Stadt.
Ein fernerer Erlaß bestimmt:
„Auf den Bericht vom 24. August d. I. will Ich dem Rektor ber Technisch en Hochschule zu Berlin für seine amtlichen Beziehungen den Titel „Magnificenz" beilegen."
Neues Palais, den 11. Oktober 1899.
gez. Wilhelm R.
— Berlin. Die .Dossische Zig." weist daraus hin, daß Rudolf Virchow mit Beginn dieses Wintersemesters sein SOjähriges Professorenjubiläum begehen kann. Im Herbst 1849 hatte er die damals begründete ordentliche Professur der pathologischen Anatomie an ber Universität Würzburg übernommen, bie er bis 1856 innehatte, um dann wieder nach Berlin zurückzukehren, wo ihm Johannes Müller das Lehrfach für pathologische Anatomie abgetreten hatte.
— Heidelberg. Das Thema, über welches Kuno Fischer bei der am 29. ds. im städtischen Saalbau zu veranstaltenden Goethe- Feier sprechen wird, ist „Goethe unb Heibelberg". Der Großherzog nebst Gemahlin haben ihr Erscheinen zugesagt.
— München. Die „Allg. Ztg * schreibt: Der außerorbentliche Professor an ber hiesigen Universität Dr. W. Muthmann würbe zum orbentlichen Professor ber anorganischen Chemie an ber hiesigen Technischen Hochschule ernannt.
— München. Der Professor und Direktor der tierärztliche» Hochschule, Hof rat Karl Hahn, ist auf fein Ansuchen in ben Ruhestand versetzt worben. Zu seinem Nachfolger würbe Professor Michael Albrecht ernannt.
— Erlangen. Der außerorbentliche Profeffor ber Geschichte an der hiesigen Universität, Dr. Richard Fester, ist zum Ordinarius ernannt worden.
— Wien. Der Profeffor der Dogmatik an unserer Universität, Hofkoplan Dr. Martin Bauer, ist in den Ruhestand getreten.
— Wien. Der gegenwärtige Rektor an der Akademie ber bildenden Künste Pros. Kaspar v. Zumbusch wird im nächsten Jahr von seinem Lehramt zurücktreten. Am 23. November vollendet er das 70. Lebensjahr.
— Wien. Man berichtet aus Wien vom 17. ds. Mts.: Der an Stelle bes verstorbenen Professors Dr. Puschmann für bie Vorlesungen über Geschichte der Medizin bestellte Dozent Dr. Ritter v. Töply hielt gestern bei Eröffnung feiner Vorlesungen folgende Ansprache an die Zuhörerschaft: „Es gereicht mir zur größten Freude, Hörerinnen der Medizin hier begrüßen zu können. Ich halte es für die größte Errungenschaft des zur Neige gehenden Jahrhunderts, daß Frauen sich dem Studium ber Medizin zugewenbet haben. Wer sich bem schwierigen Berufe, ber leibenben Menschheit beizustehen, geroibmet, ben werben wir begrüßen, sei er Mann ober Weib. Möge Ihnen, meine Damen, bie Sie biefen Weg betreten haben, bie Bahn möglichst leicht werden!" Die Studentinnen erhoben sich von ihren Sitzen und dankten mit einer Verbeugung.
— In Chur ist Profeffor Christian Brügger, einstiger Direktor des botanischen Gartens in Zürich, viele Jahre Professor an der Kantonsschule in Chur und Konservator deS rhätischen Museums, 66 Jahre alt gestorben.
Kandwirlschast.
? AttS demOhmthale, 19.Oktober. Die landwirtschaftlichen Bestellungsarbeiten sind trotz des einzig schönen Okloberhimmels um volle drei Wochen verspätet. Die Verspätung wurde durch den regnerische» September verursacht. Die Kartoffelernte ist beendigt, man säet aber noch Korn und die Weizensaat hat erst begonnen. Der Ackerboden baut sich vorzüglich. Die im Oktober bewerkstelligte Kornsaat hat viel günstigere Bedingungen zu ihrer Entwickelung als die Septembersaat, welche durch den unaufhörlichen Regen eingeschmiert wurde. Die jetzigen kalten Nächte, in denen das Thermometer bis zu zwei Grad unter Null (R.) sinkt, halten den Schneckenfraß von der jungen Kornsaat ab. Man hört in diesem Herbste keine Klagen über die Verherung ber Saat burch bie Ackernschnecken. Das rounberbare Oktoberwetter kommt ber verspätetm Felbausstellung sehr zu statten. Hält es bis zum Ende des Monats an, wie es ganz den Anschein hat, dann dürfte die Feldarbe7t voll bewältigt werden können.
88 Vom Laude, 19. Oktober. Der reiche Ertrag der Hackfrüchte, voran ber Kartoffeln, ermöglicht es den Landwirten, die Schweinemast zu forderen. Insonderheit ist der kleine und kleinste Lanb- mann in ber Lage, ein Schwein fett zu machen nicht nur zum HauS- haltungsschlachten, fonbern auch zum Verkaufe. Bei ben geringen Leute» auf bem Lanbe ist es ja Gewohnheitssache, baß von zwei gekaufte» Zuchtschweinen ober besser Einlegeschweinen bas eine bas anbere bezahlen muß. Das heißt, man seht im Herbste eins von den auf Borg gekaufte» Schweinen ab unb bezahlt mit bem Erlös bie Kaufsumme ber beide«. So ist das eine Schwein für die eigne Schlacht frei. Die vortreffliche Kartoffelernte erleichtert unb verbilligt bie Schweinemast. Die Folge» ber Sortierung biefer Viehzucht ist naturgemäß ein starkes Angebot zum Verkaufe. Daburch aber werden wieder die Preise beeinflußt. Sv stehen zurzeit die Preise für feste Schweine auf einer so niedrigen Stufe, wie sie lange nicht dagewesen. Man zahlt eben in der Regel bei fetten Schweinen für das Pfund Lebendgewicht nur 38 Pfennig. Das ist eine Preisdifferenz gegen den verflossenen Winter von ungefähr 7 Pfg. für das Pfund und macht einen Unterschied von 14 Mark aus für ein Schwein von nur zwei Gentner Lebendgewicht. Und die Fleischpreise! Man frage die Metzger.
Wöchentliche Übersicht der Todesfälle in Gießen.
41. Woche. Vom 8. bis 14. Oktober 1899. (Etawohnerz-hl: «mgenommen zu 24 500 (fad. 1600 M«mn Militär). EtecblichkettSzfffer: 12,72, »«ch Abzug der OrtSftewden 6,36%».
_ _ - _ , _ Kinder
ES st«rben «n: Zusammen: Erwachsene: im vom
Lungmfchwtadfucht
1 (1)
1. Lebensjahr: 2.—1b. Jahr:
1 (1)
- -
Diarrhöe
1
1 —
Gehirnschlagfluß
1
1
Magenkrebs
1
1
— —
Lungenbrand
1 (1)
—
1 (1)
Blutvergiftung
1 (1)
i m
Summa: 6 (3)
4 (2-
1 1 (1)
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern gebm an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke komme«.


