doch noch lange. Was soll man den Kleinen denn im kalten Winter bei Schnee und Eis anziehen, wenn man sie jetzt schon in Watte packen möchte? Der Herbst bietet die beste Gelegenheit, durch Abhärtung des Körpers für eine feste xnb dauernde Gesundheit zu sorgen!
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•• Empfang. Se. König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 18. Oktober u. a. den Bauinspektor Becker von Gießen.
•* Erlaubnis zur Annahme eines fremden Ordens. Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem Generalmajor v. Madai, Kommandeur der 79 Infanterie- Brigade, die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Komturkreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und der Kommandeur-Insignien 1. Klasse des Herzoglich Anhaltischen Hausordens Albrechts des Bären zu erteilen.
** Theaterverein. Nach dem in der nächsten Woche stattfindenden, allseitig mit Spannung erwarteten Gastspiel Adalbert Matkowsky's als Sigismund in Calderon's „Das Leben ein Traum^ folgt in der zweiten Vorstellung, Mittwoch den 8. November, ein Gastspiel von Karl William Büller. Der von seinem Auftreten im vorigem Winter in ausgezeichneter Erinnerung stehende Künstler wird den weiberhassenden Junggesellen in Dreyers Schwank „Großmama" spielen und in dieser Rolle die denkbar beste Gelegenheit haben, die Lachmuskeln der Zuschauer in ständiger Bewegung zu halten.
*' Aus dem Theaterbureau. Herr Karl Schönfeld, der frühere beliebte Bonvivant des Frankfurter Schauspielhauses, jetzt als hervorragender gastierender Künstler an allen deutschen Bühnen von Ruf gern gesehen, tritt hier morgen zum erstenmale als „Bolz" in „Journalisten" auf. Die „NeueHamb.Ztg." schreibt über KarlSchönfeld: Von ganz besonderem Interesse war uns Herr Schönfeld als Konrad Bolz. Eine ganz bedeutende Leistung. Gerade in der Rolle dieses Journalisten kommt alles auf denkbar größte Bühnen- und Salongewandheit an. Dabei wußte Herr Schönfeld die Figur auch mit der nötigen Derbheit, Unverfrorenheit und Schlauheit auszustatten. Und dann vor allem noch eins: das gute Herz des Herrn Konrad Bolz. In keiner Szene kam das schöner zum Vorschein, als in dem Augenblick, wo er Adelheid Runeck gegenüber von Eltern und Jugend sprach. In jedem Worte Frcytag- scher Geist: Ein bischen Romantik, ein bischen Spießbürgertum, dazu eine Dosis Realismus, und das ganze getaucht in die Sonnenstrahlen des deutschen Gemüts.
** Gabelsberger Stenographeuverein Gießen. Der zweite Anfangskursus für Damen hat soeben unter reger Beteiligung begonnen. Der Unterricht wird wieder von dem bewährten Leiter des ersten Kursus, Herrn Lehrer Müller, erteilt. Hoffen wir, daß der Verein auch bei diesem zweiten Kursus gleich schöne Erfolge wie beim ersten Anfangskursus erzielen möge. Es sei hier nun nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß es noch Zeit ist, sich an dem Unterricht in der Gabelsbergerschen Stenographie zu beteiligen, und werden die verehrten Damen höflichst gebeten, ihre Anmeldungen (schriftlich) an den Vereinsvorsitzenden Herrn Realgymnasial- lehrer Dr. Pitz, Grünbergerstraße 14 alsbald gelangen zu lassen. (An dem Kursus nehmen nur Damen teil.)
*• Radsport. Von den in hiesiger Stadt bestehenden zwei Bundesvereinen war bekanntlich hinsichtlich der Preisverteilung, bezw. Wertung einer Korso Konkurrenz zu Wetzlar am 7. Mai Beschwerde bei dem Vorstand des Gau-Ver- band 9 des D. R. B. eingereicht. Vergleichsweise wurde in einer am 15. Oktober zu Frankfurt a. M. stattgehabten Gau'Vorstandssitzung, zu welcher Vertreter der beiden hiesigen Vereine zugezogen waren, vereinbart, anzunehmen, daß der Gießener Radfahr-Verein 85 an erster und „Die Wanderer", Gießener Radfahrer Gesellschaft", an zweiter Stelle rangieren. Die überreichten Ehrenpreise bleiben belassen. Die Diplome werden entsprechend ausgefertigt. Erwähnte Einigung ist im Interesse des guten Einvernehmens der berufenen Vertreter des hiesigen Radsports mit Freuden zu begrüßen.
** Landwirtschaftliche Landesausstellung. Der Hessische Landwirtschastsrat hat in seiner Plenarsitzung am 9. Oktober d. I. beschlossen, im Jahre 1900 (voraussichtlich im September) gelegentlich der Abhaltung der Generalversammlung der drei landwirtschaftlichen Provinzialvereine eine landwirtschaftliche Landesausstellung in Darmstadt zu veranstalten. Die Vorbereitungen werden bereits in Angriff genommen.
** In Dahlhausen an der Wupper ist am 15. d. Mts. das dritte Mädchenheim des ev. Diakonievereins eröffnet. Dort finden Mädchen schon gleich nach der Schulentlassung, aber auch ältere, Aufnahme. Sie erhalten genossenschaftlichen Schutz, christliche Erziehung und Unterricht in allen Haus- und Handarbeiten und erwerben sich durch leichte Arbeit in der neben dem Heim gelegenen Spinnerei in 6 Jahren mindestens 1000 Mark. Auskunft erteilen gerne die Schwestern des ev. Diakonievereins, die hierselbft in der königlichen Universitäts-Augenklinik thätig
Die Abgeordnetenversammlung des hessischen Haupt- vererns des Evangelischen Bundes, die nach Beschluß der letzten Friedberger Generalversammlung alljährlich einmal im Herbst zusammentreten soll, fand zum erstenmal am Montag nachmittag in Frankfurt a. M. statt. Vertreten waren bei der zahlreich besuchten Zusammenkunft die Zweigvereme von Darmstadt, Groß-Umstadt, Wimpfen, Offenbach, Roßdorf, Alzey, Kastel, Mainz, Wöllstein, Weisenau, Wörrstadt, Alsfeld, Allendorf a. d. Lahn, Büdingen, Friedberg, Gießen und Rodheim. Bezüglich der von dem Bunde unternommenen Krankenpflege konnte ein endgiltiger Beschluß noch nicht gefaßt werden, da die mit dem Darmstädter Elisabetstift geführten Verhandlungen immer noch zu keinem Abschluß gelangt sind; die weiter zu
unternehmenden Schritte wurden dem Vorstände überlasten. Bis jetzt sind Krankenschwestern des Evangelischen Bundes in Wörrstadt und Nieder-Jngelheim in Thätigkeit. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde Hofprediger Ehrhardt-Darmstadt einstimmig zum Vorsitzenden des hessischen Hauptvereins gewählt. Weiter wurden Beschlüsse bezüglich einheitlicher Regelung des Rechnungswesens, eines Turnusj berj Wintervorträge in den einzelnen Vereinen und ber Preßagitation gefaßt. Allgemein war der Eindruck, daß die Sache des Bundes in Hessen im erfreulichen Vorwärtsschreiten begriffen sei.
** Wechselstempelsteuer. Im abgelaufenen Monat September bezifferte sich der Ertrag an Wechsel stempelsteuer im Ober-PostdirektionSbezirke Darmstadt auf 17 332 Mk. 20 Pfg., zusammen mit den Vormonaten des laufenden Etatsjahres 94 778 Mk. 60 Pfg. (6324 Mk. 20 Pfg. mehr als in der entsprechenden Periode des Rechnungsjahres 1898).
+ Gruuberg, 18. Oktober. Wenn auch die Jahrmärkte allenthalben viel von ihrer einstigen Bedeutung verloren haben, so übt doch unser „G allusmarkt", der sich längst zu einem Volksfeste für unsere Gegend entwickelt hat, immer noch seine alte Anziehungskraft auf die Bewohner der näheren und weiteren Umgebung aus. Die Befürchtung, daß der diesjährige Markt durch das Verbot des Viehmarktes beeinträchtigt sein würde, hat sich glücklicherweise nicht erfüllt. Am Vormittag war es allerdings weniger belebt, aber um die Mittagszeit, nachdem die verschiedenen Bahnzüge eingetroffen waren, war der Andrang von Fremden ungewöhnlich stark, und es entwickelte sich bald auf dem schön gelegenen Markplatze buntbewegtes Jahrmarkt- und Volksfesttreiben. Der Krammarkt war von hiesigen und auswärtigen Geschäftsleuten mit Berkaufsständen gut besetzt, und das Geschäft ging recht flott. Besonders lebhaft ging es auf dem Jux- platze zu, wo durch Karussel, Schieß- und Schaubuden mancherlei Art, durch Kasperltheater usw. für Unterhaltung und Belustigung hinreichend gesorgt war. In verschiedenen Wirtschaften fand Tanzbelustigung statt, woran sich die Jugend aus den verschiedenen Ortschaften mit gewohntem Eifer beteiligte. Auch die Konzerte und Vorstellungen der Spezialitäten - Truppe (Direktion Elzenheimer Kemp) im „Wilden Mann" erfreuten sich starken Zuspruchs. Ebenso wurden die von einer Zigeunerkapelle ausgeführten Musik- vorträge mit großem Beifall aufgenommen. Ein heute abend im Gasthof „Zum Hirsch" stattfindender Festball bildet den Schluß des ersten Markttages.
Nidda, 17. Oktober. Gestern nachmittag entstand durch einen Haufen brennender Lumpen in der Wohnung eines Bewohners der „alten Gasse" ein Zimm er brand, der durch die Nachbarschaft gelöscht wurde. Die Bewohner fraglichen Zimmers waren abwesend; im Nebenzimmer schlief das kleine Kind derselben. — Wir haben seither nachts eine Kälte von 3° R. Dieselbe ist dem noch draußen stehenden Kraut sowie den Bäumen äußerst nachteilig.
W. Friedberg, 17. Oktober. Unser Oberhessischer Obstbauverein hat auf der Jubiläumsausstellung in Dresden neue Lorbeeren errungen. Das große Sammelsortiment des Vereins hat nämlich den Ehrenpreis des Bayrischen Staatsministeriums erhalten.
Darmstadt, 18. Oktober. (Vom Hofe.) Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin von Rußland, Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin, Seine Königliche Hoheit der Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha, Seine König!. Hoheit Prinz Niko,laus von Griechenland, Höchstweicher zum Besuche bei den Allerhöchsten Herrschaften auf Jagdschloß Wolfsgarten wieder eingetroffen ist, Seine Durchlaucht -der Erbprinz und Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzessin zu Hohenlohe-Langenburg wohnten gestern den unter Herrn Hofrat Koflers Leitung im Distrikt Kalkofen stattfindenden Ausgrabungen bei. — Ihre Königlichen Hoheiten der Herzog von Sachsen- Koburg und Gotha und die Erbprinzessin zu Hohenlohe-Langenburg sind heute nach Koburg ab« gereist, woselbst Ihre Kaiser!, und König!. Hoheit die Herzogin aus Petersburg heute eintreffen. Im Gefolge Seiner Königlichen Hoheit befindet sich Rittmeister Freiherr v. Starck. Seine Durchlaucht der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg hat sich nach Straßburg begeben.
A Seligenstadt, 18. Oktober. Heute morgen wurden die Bewohner unseres Städtchens frühzeitig durch Fen er- lärm in reges Treiben geschreckt. Um 7 Uhr brach auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise in der Hofraite des Landwirtes Franz Horn Feuer aus, welches, durch den am Morgen herrschenden Wind angefacht, sich rapid auf die mit Erntevorräten gefüllte Scheune mitteilte und, von dieser weiterspringend, binnen kürzester Zeit die Scheunen des S. Kleeblatt und Friedr. Jöckel und zum Teil auch dessen Wohnhaus in ein riesiges Flammenmeer verwandelte. Bei der Schnelligkeit und der fessellosen, elementaren Gewalt des Feuers konnte kaum das Vieh aus den Ställen gerettet werden. Nach großen Anstrengungen der hiesigen Feuerwehr gelang es schließlich, das Feuer auf das ergriffene Terrain einzuschränken und zu dämpfen. Noch selten wurde das Eingreifen unserer Feuerwehr so lange hinausgcdehnt, wie gerade bei diesem Brande, der in ununterbrochenem Flammenmeere bis 11 Uhr wütete. Scheune und Mobiliar des S. Kleeblatt, Franz Horn und Friedr. Jöckel sind versichert mit Ausnahme der Fruchtvorrüte und Oekonomie- geräte des Dominikus Horn und des Joseph Bügel, dessen Mobiliar beim Brande stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
A Mainz, 18. Oktober. Die zwischen der Stadt Mainz und dem Militärfiskus wegen Austausch größerer militärfiskalischer Komplexe getroffenen Vereinbarungen werden aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht so rasch ihre enbgiltige Ratifikation finden, indem nach einer
von Berlin hierher gelangten Nachricht, Kriegsminister von Goßler die diesbezüglichen Verhandlungsakten zunächst der Budgetkommission des Reichstags zur Begutachtung und Genehmigung unterbreitet hat. — Die von der gesamte» hessischen Lehrerschaft sehnsüchtig erwartete Aufbesserung der Gehalte hat wiederum aufs neue eine Verzögerung erfahren. Die von den Vorständen der Lehrervereine an die Landstände dieserhalb gerichtete Pctilion ist letzter Tage mit dem Anfügen zurückgekommen, daß dieselbe auf dem 30. Landtag ihre Erledigung nicht mehr hatte finden können. — Versuchsweise hat man letzter Tage hier einen Teil der Garnison mit gefrorenem russischen Schweinefleisch verköstigt. Das Fleisch — etwa 20 Zentner — kam in sehr stark gefrorenem Zustande in besonderen Eisenbahnwagen hier an und war steinhart. Die Probe soll schlecht ausgefallen fein, insofern als dem Fleisch ei» widerwärtiger Geruch entströmte. Weitere Versuche solle» vorerst nicht gemacht werden.
Mainz, 18. Oktober. Leichenüberführung. Die Ueberführung der Leiche des so jäh ans dem Leben gerissenen Bataillons-Adjutanten Leutnant Hardt vom Pionier- Bataillon Nr. 11, vom Garnison-Lazaret nach dem Central- bahnhof, hat heute vormittag um 8 Uhr stattgefunden. Unzählig waren die Kranz- und Blumenspenden, die de» Sarg bedeckten und nachgefahren wurden. Die Beteiligung an der Leichenfeier war eine sehr stattliche. Vertreten war die gesamte Generalität und die Offizierkorps sämtlicher Truppenteile der hiesigen wie der nahegelegenen Garnisonen. Die Trauerparade bildete eine Kompagnie vom Pionier- Bataillon Nr. 11. Unter präsentiertem Gewehr und dumpfe« Trommelwirbel wurde der Sarg im Centralbahnhof vom Leichenwagen gehoben und in den bereitstehenden Eisenbahnwagen gestellt, um die Leiche des hoffnungsvollen jungen Offiziers in die Heimat zu bringen. — Wie wir hörten, war der kommandierende General v. Lindequist während des letzten Manövers im Hause des Vaters des Verstorbenen i» Groß-Rechtenbach für einige Tage einquartiert. M. A.
Mainz, 18. Oktober. Der überzählige Rekrut. Als die Rekruten für das Brandb. Fuß-Artillerie-Regimeut Nr. 3 (G. F. Z.) in der vergangenen Woche aus Elsaß- Lothringen hier eintrafen und im Hofe der Bauhofkaserne abgezählt wurden, fand es sich, daß ein Mann zu viel war. Die Sache klärte sich dahin auf, daß ein junger Mann au« Mülhausen i. E., der zwar dieses Jahr gezogen war, aber keine Gestellungsordre erhalten hatte, seine Freunde an die Bahn begleitete, auch als Rekrut angesehen und mit hierhergenommen wurde. Auf Kosten des Regiments ist der junge Mann, der einige Tage noch blieb, vorgestern nach Mülhausen zurückgefahren. Sein hiesiger Aufenthalt hat ihm den Vorgeschmack gebracht von dem, was ihm bevorsteht, wenn er im nächsten Jahre selbst als Rekrut zur Ableistung seiner Dienstpflicht zum Militär einrücken wird.
Höchst, 17. Oktober. Der Bau der Lungenheilanstalt bei Sandbach ist jetzt soweit gefördert, daß bet Hauptbau unter Dach gebracht ist.
D Krofdorf, 18. Oktober. 50jähriges Amts- jubiläum des Herrn Pfarrer Gei bei. In der festlich geschmückten Kirche hierselbst fand um 11 Uhr ein Festgottesdienst zu Ehren unseres geliebten Pfarrers statt, welcher auf eine 50jährige Amtsthätigkeit blicken darf. Zahlreiche Freunde und Bekannte des verehrten Jubilars waren zu dieser seltenen Feier herbeigeeilt. Vor dem Gottesdienst fand die Gratulation sowie die Ueberreichung der Geschenke im Pfarrhause statt. Sodann bewegte sich ein großer Zug zahlreicher Festteilnehmer nach der Kirche. Der Herr Jubilar, begleitet von dem Herrn Superintendent Schoeler zu Wetzlar, an der Spitze des Zuges. Sämtliche Geistliche der Synode Wetzlar folgten im Ornate, auch sahen wir viele andere hohe Herrschaften, wie Herrn Landrat Goedeke, Herrn Oberförster Bussold u. s. f. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Dankliede: „Nun danket alle Gott", woran der Herr Jubilar seine Ansprache, gegründet auf da« Psalmwort: „Es ist mir lieb mein Gott, daß Du mich ge- demütigt hast, daß ich Deine Rechte lerne", anschloß. I» bewegten Worten schilderte der Herr Jubilar seine so lange, von Gott begnadete Amtsthätigkeit. Die Schüler fangen hierauf in schöner Weife „Ich bete an die Mackt Der Liebe." Herr Superintendent Schoeler gründete feine Ansprache auf den Konfirmationsspruch des Jubilars: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen". Es waren herzbewegende Worte, welche der Herr Vorgesetzte an den Denk- und Geleitspruch des so reich von Gott gesegneten Jubilars richtete. Für feine treuen Verdienste wurde ihm Der Note Adlerorden IV. Klaffe überreicht. An die kirchliche Feier schloß sich ein Festessen im „Freundschen Saale" an. lieber 150 Personen nahmen an demselben Anteil, und war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Ansprache» wurden hier noch an den Jubilar gerichtet, worunter besonders das Gedicht des Herrn Lehrers Lochau zu Gleiberg großen Beifall fand. Möge sich der allseitige Wunsch erfüllen, daß von Seiten der Gemeinde dem lieben Ortsgeistlichen an seinem Lebensabende noch recht vie! Liebe zu Teil werde. Wie sehr derselbe auch weit über die Grenzen seiner Pfarrei hinaus im Ansehen steht, beweise» die zahlreichen Telegramme, die zu seinem Ehrentage ein- getroffen waren. Während der Tafel wurden allein 53 Begrüßungstelegramme verlesen. Mögen der frohe» Jubiläumsfeier noch viele sonnige, glückliche Tage folgen.
Dillenburg, 17. Oktober. Ein eigenartiger Boy- fott, der wohl in Deutschland seinesgleichen nicht hat, spielt sich eben hier ab. Assessor Levysohn ist nämlich vom 1. November an zum Amtsrichter hier ernannt. Dillenburg war aber bisher eine Stadt ohne Juden. Und um diesen Vorzug zu erhalten, wird von den wenig judenfreundlichen Bürgern der jüdische Amtsrichter L. boykottiert und de« Manne trotz hoher angebotener Mietsgelder eine Wohnung verweigert.
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Str litt, 18. Oktober der heutigen Sitzung wird ji lktenstülle oorgenommen, un Wolff, den bekannten Falschs; befindet, das der Oberstaaisa Oberstaatsanwalt Jsenbiel teil die Mitteilung zugegangen st «nügungsreiie zunillgekehrt, > stelle sich dem Gerichte zur jetzt kein Interesse mehr an V M)alten sich ihre Anträge toi Bant mb yxau Voigt, die 8- sehr eingehend öder das W Gericht vermutet, daff hieran Spielgewinnen ersaht sind grau Boigt, ob sie es aus \\ <n die Deutsche San! irgen befinden. D e Zeugin bej Referendar von Kardorff, ( rufen. Der Zeuge beantwo Spielregeln in feinen Gesel Herrn von Manteuffel, der habe, er habe Herrn von ft »äs derselbe dennoch gechc Eindrulk Hervorrufen wollen, einer Decke stellten. Zeugen dm Zeugen o. fiarborff gegt Kit «efiimmtheit seine Xutfac «rteidigung wird nochmals schwinden des Oberkellners Mi un Manteuffel gesagt zu h Mn ltrdcher und von 6d »«! über die yrrnze ge er» Irrtum seinerseits sei au Dacht habe. Zum Beweise «uch in einem dritten Falle, auf Veranlassung des «n Veccum vernommen, w
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