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Nr. 22l Zweites Blatt Mittwoch den 20. September L8SD
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Deutschland und Frankreich.
Mit großer Genuglhuung können wir auf die von unserer Regierung der Dreyfusangelegenheit gegenüber befolgte Politik zurückblicken, umsomehr, als bei minder taktvollem Verhalten der deutschen Regierung die Gefahr einer Trübung der Beziehungen zwischen uns und Frankreich sehr nahe lag. Man muß sich immer vergegenwärtigen, daß ein freundschaftliches Verhältnis dieser beiden Länder den Weltfrieden mit bedingt, und daß es deshalb freventlich wäre, ohne die triftigsten Gründe, etwas zu unternehmen, was dieses Verhältnis stören könnte. In der Dreyfussache hat die deutsche Regierung von vornherein den Standpunkt eingenommen, daß es sich um eine interne französische Angelegenheit handele, in die ein Einmischen fremder Staaten unzuträglich sei. Dieser Standpunkt wurde auch nicht verlassen, als Graf Bülow in der Budgetkommission des Reichstags die bekannten Erklärungen abgab und als der ..Reichsanzeiger" kurz vor dem Verdikt des Renner Kriegsgerichts die Kundgebungen zur „Affaire" veröffentlichte. Die Erklärungen des Grafen Bülow entsprachen den vielfach an die deutsche Regierung herangetretcnen Wünschen nach Richtigstellung jener Meldungen, welche durchaus den Kapitän Dreyfus als Agenten Deutschlands hinstellen wollten. Schon damit wäre für unsere maßgebenden Kreise die Sache erledigt gewesen; denn es ist nicht üblich, eine unzweideutige Erklärung zu wiederholen oder zu erweitern. Wenn der „Reichsanzeiger" dann nochmals das Wort ergriff, so kam damit lediglich die Stimme der Menschlichkeit zur Geltung, an die in letzter Stunde von so vielen Seiten appelliert worden war. In durchaus zarter, nach keiner Seite hist verletzender, dessen ungeachtet aber doch erschöpfender Weise legte die deutsche Regierung ihre Stellung zur Dreyfusaffaire dadurch dar, daß sie einfach die Thatsachen veröffentlichte, an denen nicht gerüttelt werden konnte. Wenn dies ohne Einfluß auf den Spruch des Renner Kriegsgerichts blieb, so ist das sehr bedauerlich, aber Deutschland hat seine volle Schuldigkeit gethan und von seinem Teile alles dazu beigetragen, was zur Aufklärung der Sachlage geschehen konnte. Sollte Deutschland vielleicht seine Anschauungen den französischen Richtern oder gar der französischen Negierung aufdrängen? Das wider- fpricht den diplomatischen Gepflogenheiten und auch der Würde des Reichs einem fremden Lande gegenüber.
Man hat versucht, Deutschland aus Anlaß des Renner Urteils gegen Frankreich aufzuhetzen und Represialien, wie z. B. das Fernbleiben von der Pariser Weltausstellung anzuempfehlen. Wir können es der deutschen Regierung nur Dank wissen, daß sie diese Anregungen unbeachtet gelassen und ihre Politik der französischen Regierung gegenüber nicht geändert hat. Unser Handel und unsere Industrie erhoffen aus der Beschickung der Weltausstellung an der
Seine Vorteile, und bei der heutigen scharfen Konkurrenz darf keine Gelegenheit versäumt werden, wo es gilt, die Leistungsfähigkeit eines Landes in das rechte Licht zu stellen. Den Nutzen von einem Rückzug der deutschen Aussteller hätten nur unsere Konkurrenten im Weltwettbewerb gehabt, und diese stehen vielleicht den Vorschlägen nicht fern, Deutschland möge den Gekränkten und Beleidigten spielen.
Wir beharren bei unserer Ansicht, daß ein freundschaftliches Verhältnis und eine immer weitere Festigung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich im Interesse beider Länder liegt und auch dem allgemeinen Weltfrieden zu gute kommt. Deshalb ist cs nur zu billigen, wenn — soweit es sich mit der Ehre des deutschen Reiches verträgt — alles vermieden wird, was diese Beziehungen stören könnte. (xx)
Deutsches Wich.
Berlin, 18. September. Der Kaiser nahm gestern im Jagdschloß Hubertusstock den Vortrag des Unterstaatssekretärs im Auswärtigen Amt, Freiherrn v. Richthofen, entgegen. Heute nachmittag 2 Uhr hat der Kaiser Jagdschloß Hubertusstock verlassen und von Eberswalde aus die Reise nach Schweden angetreten. Auf der Fahrt bis Swine- münde gedachte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Marine-Kabinetts zu hören.
— Heute mittag 12 Uhr hat sich im Kultusministerium der bisherige Minister Dr. Bosse von den Beamten seines bisherigen Ressorts verabschiedet.
— Zum Besuch des Kaisers in Schweden. Das Programm für den Besuch des Kaisers in Schweden scheint jetzt völlig festzustehen. Dienstag 19. d. Mts., wird der kaiserliche Extrazug von Malmö nach Eciksdal abgehen, da der Monarch erst einen Besuch beim Grafen Piper in Snogeholm abstatten will. Bekanntlich beabsichtigte der Kaiser bereits im vorigen Jahre, den Grafen zu besuchen, wurde jedoch daran verhindert. Graf Piper, der mehrmals an den Hasen- und Fasanjagden in Schlesien teilgenommen hat, ist als ein sehr eifriger und waidgerechter Jäger bekannt. Der kürzlich gestorbene Freiherr Oskar Dickson und Generalmajor von Moltke, Flügeladjutant des Kaisers, pflegen jeden Sommer die Gäste des Grafen bei seinen großen Jagden zu sein. 1I25 Uhr wird der Hofzug in Eriksdal erwartet, und in der Umgegend wird dann gleich eine Pürschjagd gehalten. Acht Uhr abends wird der Kaiser im Schloß Snogeholm eintreffen, wo das Diner eingenommen wird. Am folgenden Tag, am 20., fängt die Pürschjagd um 6 Uhr morgens an und dauert bis zum Frühstück um 9 Uhr. Die Teilnehmer fahren im Pürschwagen hinaus, und wenn das Wild sich zeigt, steigen sie ab und schießen. Der Wagen hat vier Plätze. Zwei Personen sitzen mit dem
Rücken gegen einander, einer vorn, um die Pferde zu leiten, und einer hinten. Durch diese Konstruktion des Wagens können die Fahrenden gleich abspringen, um zu zielen. Vom Wagen aus zu schießen, wäre unvorsichtig, da die Pferde leicht dadurch scheu werden könnten. Graf Piper wird selbst Kutscher sein, die drei anderen Plätze werden vom Kaiser, dem Generalmajor von Moltke und dem Jäger des Kaisers eingenommen. Da der Bestand an Rehböcken dieses Jahr sehr groß ist, erwartet man, daß der Kaiser, wenn das Wetter günstig ist, 15 bis 20 Rehböcke schießen werde. Nach dem Frühstücke, Mittwoch, wird eine Promenade vorgenommen werden, uach welcher der Kaiser sich einige Stunden Ruhe gönnen wird. Um 2 Uhr wird der Lunch eingenommen, und die Jagd wird dann bis 7 Uhr fortgesetzt. Um 8 Uhr findet das Diner statt. Der Sänger Salomon Smith ist an diesem Tage zur Tafel eingeladcn, um später vor dem Kaiser zu singen. Für den folgenden Tag, den 21., ist dasselbe Programm aufgestellt und nach Beendigung der Jagd reist der Kaiser direkt nach Marsvinsholm und von dort nach Skabersjö, dem Landsitze des Grafen Thott, wo er um 9 Uhr eintreffen wird. Das Gefolge des Kaisers besteht aus dem Generalmajor Helmut v. Moltke, dem Flügeladjutanten v. Prittwitz, dem Leibarzte Dr. Jl- berg und dem Geheimen Hofrat Schwerin. Die Bedienung des Kaisers besteht aus einem Kammerdiener, zwei Leibjägern und einem Garderobier. — Im Schlosse Snogeholm soll der Kaiser die Wohnung der verwitweten Gräfin bewohnen. Er wird über einen Salon, ein Arbeits- und ein Schlafzimmer, ein Toiletten- und Badezimmer verfügen. Der Kaiser hat sich während seines Besuches alle Festlichkeiten verbeten. Nur die Kinder und auch die Schwiegersöhne der verwitweten Gräfin werden eingeladcn, unter ihnen der Leutnant Gyllensvard, der gegenwärtig zum Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Regiment m Berlin kommandiert ist. Die Umgegend Snogeholms ist wegen ihrer großen Naturschönheit bekannt. Von seinen Zimmern wird der Kaiser eine wundervolle Aussicht über den prächtigen See, in welchem das Schloß auf einer Landzunge aufgeführt ist, genießen. Zweimal täglich wird der Kaiser seine Post erhalten; das schwedische Telegrammbureau hat eine direkte Telegraphenleitung nach dem Schlosse anlegen lassen.
— Ultramontanes aus Hessen. Aus Kassel wird der „Tägl. Rundsch." geschrieben: Einen neuen Beleg für die hier herrschenden ultramontanen Einflüsse liefern zwei Vorkommnisse bei Gelegenheit der Enthüllung des Philippsdenkmals. Diese fand am 12. d. M. in Gegenwart einer großen Anzahl geladener Gäste in feierlicher Weise statt und trug das Gepräge einer ausgesprochen protestantischen Ehrung des mutigen Landgrafen Philipp des Großmütigen von Hessen, der als einer der ersten deutschen Fürsten durch sein offenes Bekenntnis zum Evan-
Femlletsn.
* Die Auslieferung von „Fort Chabrol" in Brüssel. Die berühmte Vorstadt von Brüssel Schaerbeek mußte natürlich auch ihr Fort Chabrol besitzen. Im Gegensätze zu dem klassischen Pariser und dem an der Tragik hart vorbeistreifenden Madrider Fort Chabrol, von dem wir kürzlich berichtet haben, endete die Brüsseler Feste geradezu als Farce, als lustiger Künstlerstreit. In der dortigen Rue Dupont hauste hoch unter dem Giebel ein junger Maler, der sich der Nachwelt bisher zwar noch nicht als Genie, der gesamten Nachbarschaft aber als ein zu allen Ausgelassenheiten geneigter, echter Bohömc sattsam bekannt gemacht hat. Dieser junge Mensch nennt ein sogenanntes Atelier und eine enge Kammer sein eigen, hatte aber am letzten Montag den Mut, nicht weniger als 25 Kameraden dorthin zu bestellen, von denen jeder mit einem Blechinstrument bewaffnet sein mußte. Bis tief hinein in die Nacht gab diese lustige Bande nun die tollsten mißtönenden Konzerte. In den Zwischenpausen schöpfte man nur Atem, um stürmisch zu debattieren. Erst als der Morgen graute, nahm der Unfug ein Ende, um in den „Cabarets" der Nachbarschaft fortgesetzt zu werden. Unser akademischer Held kehrte doch schon in der zweiten Nachmittagsstunde in sein Heim zurück und fand sein ganzes Inventar in der malerischsten Unordnung auf dem Bodenflur liegen. Paletten, Leinwand und Pinsel waren zerbrochen und durchlöchert. Gleichzeitig war der Cerberus da in Gestalt der Hauseigentümerin, die ihrem Mieter befahl, sofort das Lokal zu räumen. „Mit Vergnügen", antwortete der Jünger
der Apelles, „ich will mir sofort Arbeiter holen, die das Gerümpel fortschaffen." Fünf Minuten später war er mit den Arbeitern zur Stelle, die natürlich jene lustigen fünfundzwanzig Musikanten von der verflossenen Nacht waren. Sie waren nämlich noch immer beim Becherlupf. Die Besitzerin wollte der ausgelassenen Bande die Thür vor der Nase zuschlagen; sie wurde aber- einfach überrannt; die Künstler bemächtigten sich aller auf dem Flur liegenden Utensilien im Flug und ebensoschnell hatte man sich in den bisherigen Wohn- und Kunsträumen des zukünftigen großen Künstlers verschanzt. „Und jetzt soll man uns nur vertreiben!" schrie der Führer der Bande und schwang drohend sein riesiges Trombue. Gleichzeitig begann das Höllenkonzert von neuem und mit verdoppeltem Eifer. Die Polizei kam und erreichte nichts weiter als daß sie einfach verhöhnt wurde. Im selben Augenblick hißte man auch eine Flagge aus der Dachluke, auf der in großen, schwarzen Buchstaben das donnernde Wort „Guorin" zu lesen war; diese Flagge war, bei Licht besehen, allerdings nur ein weißwollenes Hemd unseres Strategen, aber sie hatte zur Folge, daß sich bald mehrere hundert Personen vor dem Hause ansammelten. Eine Stunde später rückte die Polizei mit Verstärkung und — einem Schlosser an. Dieser konnte aber nichts ausrichten, und erst in der sechsten Stunde kapitulierten dieMusensöhne, überwältigtvon einem schlimmeren Feinde als die Polizei — nämlich von einem ungeheuren Durst!
* Eine japanische Heiratsannonce. Auch im Lande des Mikado streben die jungen Damen danach, sobald wie möglich unter die Haube zu kommen. Wenn ihnen dies auf
die herkömmliche Art und Weise nicht gelingen will, scheuen sie sich durchaus nicht, ihren geheimen Herzenswunsch öffentlich bekannt werden zu lassen, indem sie ihre Zuflucht zur — Heiratsannonce nehmen. Eine solche Annonce, die kürzlich in den Anzeigenspalten japanischer Blätter erschien, hatte folgenden poetischen Inhalt: „Ich gebe hiermit zu wissen, daß ich ein hübsches Mädchen bin, ein blumengleiches Gesicht, reiches, schwarzes Haar, perfekte Augenbrauen und eine gute Figur besitze. Ich habe Geld genug, um mir das Leben angenehm zu machen, und meine Jahre mit einem geliebten Manne zu verbringen, der stets mein Gefährte bleiben darf. Sollte irgend ein schöner, talentvoller und gebildeter Mann geneigt sein, meine Hand anzunehmen, um bei Tage die lieblichen Blumen und bei Nacht den Mond und die silbernen Sterne mit mit zu bewundern, dann will ich ihm gern mein Leben lang die Treue bewahren. Und wenn das Leben vorüber ist, bin ich bereit, in einem Grabe mit ihm zu schlummern." — Die junge Dame wird gewiß den gewünschten, poetisch veranlagten Jüngling gefunden haben.
* Interview mit einem Banditen. Ein italienischer Journalist ist auf die Idee verfallen, den berüchtigten Banditen Moni G 0 d d i, der sich unlängst selbst den Gerichten gestellt hat, zu interviewen. Goddi ist 40 Jahre alt, von herkulischem Körperbau und sonnverbrannten Gesichtszügen. Er erzählte, daß er mit 19 Jahren einen gleichaltrigen Burschen mit einem Feldsteine erschlagen habe, weil dieser ihn beschimpft hatte. Da die Behörden ihn verfolgten, flüchtete er sich und zog eine Räuberbande zusammen. Befragt, ob er auch die vielen anderen Banditen und deren


