wissen wollte, läßt sich selbstverständlich nicht kontro- lieren.
Neuerdings sind Meldungen verbreitet worden über eine bevorstehende Drei-Kaiser-Zusammenkunft auf einem der Schlösser des Kaisers von Rußland. Vorläufig handelt es sich noch um ganz unbestätigte Gerüchte, von denen man nicht weiß, ob sie einen thatsächlichen Hintergrund haben. In bestimmtere Aussicht scheint die Reise Kaiser Wilhelms nach England gerückt zu sein; denn die Mitteilungen darüber wollen nicht verstummen.
Das gegen den Verteidiger im Dreyfusprozesse Maitre Labori verübte Attentat nahm zu Beginn der Woche das gesamte Jntereffe in Anspruch. Im übrigen nehmen die Verhandlungen des Renner Kriegsgerichts ihren ungestörten Verlauf. Wenn auch vielfach die Aussichten des Angeklagten ungünstiger scheinen, so dringen doch immer wieder Momente hervor, welche eine Freisprechung rechtfertigen würden. Bisher haben noch immer die Hauptbelastungspunkte widerlegt werden können.
Auch Oesterreich hat jetzt seine „Affaire", an der die französische Regierung stark beteiligt ist. Ein hoher Staatsbeamter in Wien ist unter der Beschuldigung verhaftet worden, die auf die Mobilisierung bezüglichen Akten im Eisenbahn-Ministerium gestohlen zu haben, um sie an die russische und die französische Regierung zu verkaufen. Wieweit das „Geschäft" bereits perfekt geworden war, ist noch nicht bekannt. — Der Kampf gegen den § 14 dauert in Oesterreich ungeschwächt fort, und wird besonders heftig in den deutschen Provinzen geführt. So lange die gegenwärtigen politischen Anschauungen an maßgebender Stelle obwalten, erscheint freilich der Kampf aussichtslos, wenn auch die Zeit vielleicht nicht fern ist, wo sich das gegen die Deutschen beliebte Regiment bitter rächen wird.
In England ist man wieder stark kriegslustig. Noch zweifeln viele, ob die Rüstungen ernst gemeint seien, denn im Parlament ist keineswegs Einmütigkeit vorhanden betreffs des Vorgehens gegen Transvaal. Stolz dürften die Briten jedenfalls nicht sein über einen etwaigen Erfolg im Kampfe gegen die kleine südafrikanische Republik. Aber das englische Volk hat schon oft sein Rechts- und Billigkeitsgefühl zurückgedrängt, wenn es galt, einen kleinen Gegner zu unterdrücken. Also großen Hoffnungen auf solch' ein Gefühl braucht sich Transvaal nicht hinzugeben.
Belgien hat jetzt sein neues Ministerium Smet de Naher. Man beschäftigt sich derweil eifrig mit der Frage der Wahlreform, die nach wie vor im Brennpunkt des Interesses steht. Ob das neue Kabinet einen Ausgleich zwischen den Parteien herbeizuführen imstande ist, bleibt abzuwarten. Groß sind die Aussichten dazu jedenfalls nicht. (xx)
Prozeß Dreyfus.
Rennes, 18. August.
Auf den Gerichtstisch wurde heute vor Beginn der Sitzung eine Karaffe Wasser gestellt für den Zeugen Picquart, der mindestens drei Stunden zu sprechen gedachte. Um 6i/2 Uhr wurde die Sitzung eröffnet. Picquart wurde hereingerufen. Er beginnt seine Aussage damit, in Abrede zu stellen, daß er dem Richter Quenellys geheime Schriftstücke mitgeteilt habe. Sollte dies geschehen sein, so erkläre er, daß dies ohne sein Wissen geschehen sei.
General Roget bittet hierauf ums Wort. Er ist bleich und wutgefärbt. Oberst Jouaust erwidert: Sie werden es bekommen, wenn der Zeuge geendet hat.
Aus die Geheimakten übergehend, bittet Picquart, weil dabei jedes Wort von Wichtigkeit ist, seine Erläuterungen an der Hand der Originale geben zu dürfen. Präsident Jouaust meint, das sei vollkommen unstatthaft.
Picquart fährt fort, das geheime Dossier habe aus zwei Teilen bestanden. Der erste Teil habe eine Art Kommentar enthalten, verfaßt von Paty de Elam, und eine Anzahl Briefe. Erstens das aus Avignon datierte und folgendermaßen lautende Schriftstück: „Gehen Sie auf die zweite Abteilung und verlangen Sie Auskunft über die Reservetruppen von Ihren dortigen Freunden, ohne daß Divignon es erfährt." (Es ist dies der Brief Schwartzkoppens an Panizzardi.) Zweitens eine weniger wichtige Mitteilung von B. und A., worin gesagt wird, er solle sich von seinen Freunden ge- wiffe Auskünfte verschaffen. Picquart weist nach, daß durch dieses Schriftstück eine ganz unerhebliche Auskunft verlangt wurde. Drittens der Brief mit den Worten: Getto Canaille de D. Viertens die Note über die Reise nach der Schweiz, die im Auftrag einer fremden Macht stattgefunden haben soll. Der zweite Teil des geheimen Dossiers bestehe aus einer Art Uebersicht, sodann aus zwei oder drei Photographien des Briefes mit den Worten: Cette Canaille de D. und einer gewissen Anzahl von Briefen, welche teils A. (Schwartzkoppen), teils B. (Panizzardi) zugeschrieben werden und als Vergleichsstücke dienten. Picquart bittet sodann nochmals darum, ihm diese Dokumente zu geben, damit eventuell Irrtümer bei seiner Vernehmung vermieden werden. Präsident Jouaust berät sich diesbezüglich mit dem General Chanoin, und erklärt sodann, daß er diese Bitte entschieden abschlagen müsse. Das Kriegsgericht könnte die Dokumente nur einem Kommissar der Regierung und den Verteidigern geben. Auch einiges in deutscher Sprache aus dem Dossier zu eitleren, wird Picquart nicht gestattet. (Bekanntlich hatte Cavaignac ungeniert deutsche Texte aus dem Dossier citiert.)
Der Verteidiger Demange, dessen Eingreifen man zu diesem Gegenstände der Verhandlung erwartet hatte, hüllte sich in Schweigen. Piquart zergliedert nun die einzelnen Schriftstücke des Dokuments „Getto Canaille de D.“ und bezieht sie nicht auf Dreyfus. Das erste Schriftstück könne sich nicht auf denselben beziehen und das zweite handle wahrscheinlich überhaupt nicht von Spionage. Piquart stellt alsdann das System dar, welches Dupaty sich zurecht gemacht hatte, um alle diese Schriftstücke mit einander in Verbindung zu bringen und auf Dreyfus zu deuten. Zuerst habe er behauptet, A. habe direkt mit Dreyfus in Verbindung gestanden, dann erklärte er, A. habe mit Dreyfus durch eine Mittels-Person verkehrt. Picquart bespricht nun der Reihe nach mehrere Papiere, die Schuldbeweise sein sollen und gelangt zu dem Schluß, daß sie teils öffentliche Fälschungen, teils Arbeiten von Spitzeln seien, die dem Generalstabe Geld abschwindelten. Jahre lang sei jeder Strolch sicher gewesen, vom Generalstabe Geld zu bekommen. Bevor er, Zeuge, ans den zweiten Teil des Dossiers übergehe, wolle er sein Bedauern darüber aussprechen, daß Dupaty nicht anwesend sei. Es sei absolut nötig, daß er komme und erzähle, wie er den Kommentar zu dem Dossier verfaßt habe, den Kommentar, der den Richtern 1894 im
geheimen Beratungszimmer mit vorgelegt wurde und in dem die Dokumente erläutert waren. Seither sei der Kommentar verschwunden. Dupaty könnte denselben vielleicht aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Er, Zeuge, würde ihm dabei helfen. Er habe von Dokumenten gesprochen, welche beseitigt worden seien, der Kommentar sei ein solches. Der Zeuge geht jetzt auf Esterhazy über. Zum ersten Male habe er den Namen Esterhazy im „Petit bleu" gelesen. Ausdrücklich erkläre er, daß er ihn vorher nicht gekannt habe. Ausführlich erzählt dann Piquart die Affaire des Rohrpostbriefes. Er bemerkt, daß der Rohrpostbrief auch eine der zahlreichen Fälschungen war. Sodann giebt der Zeuge eine Darstellung des Baseler Zwischenfalles. Er erzählt, wie der ausländische Agent Cuers in Basel sich er* boten habe, dem französischen Generalstabe den Namen der Person zu nennen, welche das Ausland bediente und wie er, Picquart, Henry und Lauth nach Basel schickte, um mit Cuers zu verhandeln. Henry habe bei seiner Rückkehr die Sache so dargestellt, als ob Cuers trotz allen Drängens nicht eingewilligt habe, mehr zu sagen. Später habe er, Picquart, einmal mit Cuers gesprochen und bei dieser Gelegenheit habe sich dieser darüber beschwert, daß Henry ihn bedroht und eingeschüchtert habe. Demnach habe Henry Cuers nicht angefragt, sondern ihm im Gegenteil verboten, hierüber zu sprechen. Zeuge erzählt weiter, wie er allmählich die volle Ueberzeugung von Dreyfus Unschuld bekommen, wie er die Generale Boisdeffre und Gonse darauf aufmerksam gemacht habe und wie diese ihn ermahnt hätten, an der Dreyfus-Sache nicht zu rühren. Sodann sei der Zeitungsfeldzug gegen ihn losgegangen. Alle Manöver seien gemacht worden, um ihn zu verdächtigen und die Schuld Dreyfus zu verstärken.
Nachdem Picquart geendet, verlangen die Generäle Roget und Mercier ihm gegenübergestellt zu werden, was unter großer Spannung des ganzen Saales geschieht. Die beiden Generäle versuchen Picquart Unrichtigkeiten nachzuweisen und ihn zu belasten. Picquart bleibt aber ruhig, er antwortet sicher und bestimmt, sodaß die Generäle den erhofften Effekt nicht erzielten. Die Sitzung wird sodann auf morgen vertagt.
Deutsches Reich.
Berlin, 10. August. Die „Berliner Reuest. Nachr." geben nachstehende, ihr von einer Stelle, welche über die Jntensionen des Kaisers über die Kanal-Vorlage gut unterrichtet ist, zugehende Mitteilung wieder: „In dem Verhalten der konservativen Partei zur Kanal- Vorlage erblickt der König eine persönliche Herausforderung und eine völlige Verschiebung des Grundverhältnisses zwischen der Krone und der konservativen Partei. Der König ist entschlossen, den hingeworfenen Fehdehandschuh aufzunehmen und den Kampf rücksichtslos durchzuführen.
Berlin, 18. August. Die Ansprache des Kaisers, gehalten am Denkmal des 1. Garde-Regiments z. F. bei St. Privat, lautet: „Ernste und weihevolle Erinnerungen umgeben den heutigen Festag und lassen unsere Herzen höher schlagen. Mein 1. Garde-Regiment z. F., vertreten durch Meine Leib-Kompagnie, seine ruhmreichen Fahnen und viele alte Kameraden, die einstmals an dieser Stelle gefochten und
trieben! Ich starrte in die zu mir herabdonnernden Wasser, die Sinne begannen mir zu schwinden, das Gefühl für mich selbst, für Zeit und Ort verging, ein Chaos, ähnlich dem vor meinen starr geöffneten Augen, wälzte sich in meinem Gehirn; dann ergriff es mich mächtig; mir war es, als müßte ich aufstehen und langsam, aber unaufhalsam den toll tanzenden Wirbeln zuschreiten, um mich mitten in sie hineinzustürzen und die Seligkeit gewaltiger Vernichtung auszukosten. . . .
Wie lange ich so gesessen, ob ich mich nur im Banne einer Sinnestäuschung befunden oder wirklich erhoben hatte — ich weiß es nicht: ich kam erst zu mir, als eine schwere Hand sich auf meine Schulter legte und mir eine Stimme, die aus weiter Ferne zu kommen schien, durch das Getöse des Wasserfalles zuschrie: ich solle fort, das Starren ins Wasser bekäme mir nicht; daran müsse man sich erst gewöhnen. Ich blickte verwirrt auf und sah einen alten starkknochigen Herrn vor mir, der nun meinen Arm faßte und mich willenlos fortzog, in die Anlagen des Hotels. Erst nach geraumer Zeit fand ich meinen Willen und meine fünf Sinne wieder und geriet mit meinem Begleiter, einem Deutschen aus St. Petersburg, ins Gespräch.
«Ja, ja," sagte er, „so geht's jedem, der zum ersten Male am Jmatra steht. Es faßt einen mit dämonischer Gewalt. Erst neulich hat sich ein junges, schönes Weib aus St. Petersburg in die brandenden Wogen gestürzt. Aber das gibt sich. Ich bin alle Jahre zweimal hier, einmal im Sommer und dann im Winter. Im Winter komme ich des Nachts an's Ufer, wenn der Vollmond am Himmel steht. Dann sollten sie den Jmatra erst sehen! Welche Pracht! Ringsum alles in glitzerndes Eis und in Schnee gehüllt. Leben und Bewegung nur im gähnenden, schwarzen Kessel, dessen weiße Wogen mit dem Schnee und dessen in die Höhe geschleuderte Wasserperlen im Mondlichte mit den Eiskrystallen wetteifern. Und in diesem Leben derselbe Tod, wie in der Natur! Ich sage Ihnen: schauerlich schön, unvergleichlich!"
So plauderte der alte Herr weiter, bis sich meine Nerven vollends beruhigt und meine Sinne sich an das Gebrause ringsum gewöhnt hatten. Und bald saßen wir gemeinsam im Restaurationssaale und besprachen bei einer prachtvollen Lachsforelle und einem guten Glase Rotwein die Wunder des Jmatra. Dann suchte ich mein Lager auf, und es schlief sich wunderbar prächtig bei dem gewaltigen Sturmliede, das die Wogen des Wuoksen am Jmatra unaufhörlich fangen.
Der gewaltige Wasserfall, dessen Wirkung auf den für Naturschauspiele empfänglichen Wanderer ich so stark und unmittelbar empfunden hatte, fordert später, wenn man sich an sein Leben gewöhnt hat, zu allerlei Proben seiner Stärke heraus. Bevor ich diesen interessanten Punkt Finnlands verließ, erstand ich oberhalb des Wasserfalles und der Stromschnellen einen gewaltigen, rohbehauenen Baumstamm von reichlich zehn Meter Länge und gegen dreißig Zentimeter Stärke, um denselben in den Wuoksen stoßen zu lassen und feine Reise den Jmatra hinab zu verfolgen. Von den der Stromschnelle zujagenden Wassern erfaßt, flog der Baumstamm zunächst pfeilschnell dem Falle zu, während ich und einige Reisende, die dem Experimente beiwohnten, längs dem Ufer mit aller nur verfügbaren Schnelligkeit einherlaufen mußten, um ihn nicht aus dem Auge zu verlieren. Dann verschwand der Stamm plötzlich, aber wir waren kaum am rechten Ufer an der Stelle angelangt, der einen Ueberblick über den Wasserfall gestattete, als der Stamm auf einmal, als wäre er ein leichtes Rohrstöckchen, kerzengerade hoch in die Luft geschleudert ward. Dann stürzte er in die kochenden Wogen, ward gegen das linke Ufer geschleudert, dann wieder zurück in die Mitte des Falles gerissen, wo er sich wie ein verwundetes Roß aufbäumte, um endlich mit dem einen Ende voran in einen sich plötzlich öffnenden schwarzen Schlund zu tauchen und wieder zu verschwinden. Wir eilten weiter, liefen die Stufen der Treppe hinab, die zum Tempelchen führte, und spähten dabei angestrengt nach dem Baumstämme ans, aber vergebens — er tauchte nicht wieder auf. Erst nach einer geraumen Weile, als wir unten an der Stromschnelle standen, rollten die Wogen einen kleinen Klotz weißen Tannenholzes an das Ufer zu unseren Füßen, und zahlreiche auf den weißschimmernden Wellen vorübertanzende Holzftückchen und zerfetzte Ueberbleibsel der Borke belehrten uns, daß die kreisenden Wasser da unten in der Tiefe den festen, frischen Stamm in unzählige Atome zersplittert hatten.
Was in den Bereich des Jmatra gerät, wird eben vernichtet! So erzählte man mir, daß kurz vorher in demselben Sommer ein großer, schwarzer Bär, der den Wuoksen oberhalb des Jmatra durchschwimmen wollte, von dem Strom ergriffen und in den Wasserfall getrieben worden wäre; das Tier habe zwar versucht, unter entsetzlichem Angstgebrüll an das Ufer zu gelangen, die Stromschnelle aber habe es wie ein Wickelkind wiederholt emporgeschleudert und in die Tiefe hinabgerissen; bann sei das Gebrüll verstummt, und erst einige Tage später hätten Fischer einige Werst unter
halb des Jmatra-Falles den zu einem unförmlichen Klumpen verunstalteten Kadaver des Bären aufgefunden; sämtliche Knochen des gewaltigen Tieres seien buchstäblich in kleine Trümmer zersplittert gewesen, und von dem Fell seien ganze Stücke so von Haaren entblößt gewesen, als ob sie rasiert worden wären.
Aber auch künstlerisch schaffen diese rasenden Wasser. Unten am Tempelchen, wo ich die Reste des BaumstammeS mit den Schaumflocken vorübertanzen sah, kann man vom rechten Ufer, wo eine kleine Ausbuchtung langsam fließende» Uferwasser geschaffen hat, allerlei merkwürdige Steine und Steinchen finden, die der Jmatra auszustoßen Pflegt. ES sind dies die Reste von großen Feldsteinen ober Granit- klötzen, die tief unten im Bett der Stromschnelle durch die sich im wilden Wirbel drehenden Wasser an den Felsen des Grundes zu den groteskesten Figuren umgeschliffen worden sind — so gerade und regelmäßig in den einzelnen Ringen und Linien, als kämen sie soeben aus der Werkstätte eines phantastischen Steinmetzen. Glückliche Finder, die mit einiger Einbildungskraft ausgestattet sind, vermögen in diesen Schöpfungen des Jmatra mit leichter Mühe Tier-, Fisch- unb Vogelgestalten zu erkennen, von ben fonberbarften, mitunter wunberhübschen kugel- unb kreisförmigen Phantasiefiguren ganz abgesehen. Unb in ber That — auch ber weniger phantasiebegabte nüchterne Fischer wirb zugebe« muffen, baß biese interessanten Steine unb Steinchen ben Wesen unb Gebilben ber Erbe häufig genau so gleichen, wie bie Wolkenbilbungen des Himmels. Man braucht kein Polonius zu fein, um dies ohne weiteres zuzugeben.
Die Umgebung des Jmatrafalles ist ganz intereffant, aber sie sticht doch gegen den Jmatra selbst so erheblich ab, baß nur ber Reisenbe sich bie Mühe geben sollte, sie in Augenschein zu nehmen, ber bei ber Zeiteinteilung seiner Reise auf zwei ober brei Tage nicht zu achten braucht. Ei« gutes Stück unterhalb des Wasserfalles kann sich berjenige, ber bie Fahrt in bem Korb bireft über bie Stromschnelle scheut, mit einem Boot über ben Wuoksen setzen lassen, um auch bas jenseitige Ufer zu burchstreifen. Etwa fünf Kilometer unterhalb bes Jmatra giebt es eine zweite größere Stromschnelle, unb noch weiter unten folgen noch mehrere, aber man überzeugt sich rasch, baß biese Stromschnellen den Vergleich mit bem Jmatra ganz unb gar nicht aushalten, unb baß man hier Naturerscheinungen vor sich hat, bie im Norben unb Norbwesten Finnlanbs zu ben allergewöhnlichsten gehören, ja bort in viel wilberer, ursprünglicherer Gestalt bem SBanberer vor Augen treten.


