Ausgabe 
20.8.1899 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ernannt. ~

Bingen, 16. August. Auf der gestrigen Tagesordnung der Stadtverordneten-Versammlung stand ein Bescheid des .................... .......... Großh. Kreisamls in der Hochstbest - uert - nsrage Das Lokomotive und der Tender wurden aus dem Geleise ge- | Kreisamt pflichtet auf Grund früherer Kammerverhandiungen

c Reuest. Rachr." welche über die ie Kanal-Lor« Steilung wieder: Zartri zur Kanal« it Herausforderung rhältnifses zwischen t Der König ist schuh aufzunehmen i

t bti Kaiser-, iments z. F. bei >lle Erinnerungen

Herzen höher vertreten durch

Fahnen und viele Stelle gefochten und

Chemnitz, 18. August. Auf den um 9 Uhr 20 Min. vormittags vom Chemnitzer Hauptbahnhof abfahrenden Leipziger Personenzug stieß eine von dort kommende Rangier-Maschine auf, sodaß der Leipziger Zug ent« gleiste. Einige Personenwagen vierter Klasse sowie die

hoben. Eine Frau wurde leicht verletzt. Weitere Verletz­ungen sind nicht vorgekommen. Der Materialschaden wird als sehr bedeutend angegeben.

Males md ProvinMes.

M.H. Aus dem mittleren Horloffthal, 18. August. Wenn I der Landwirt einmal seine Halmfrüchte gebunden hat, ver- I mag er zu beurteilen, welches Körnergewicht er erntet. Das Gewicht allein macht es aber nicht, sondern der Preis und I dieser liegt auf allen Lippen, wenn einmal Mariä Himmel« I fahrt, d. h. der 15. August vorüber ist. So geht es uns | auch dieses Jahr wieder; was für einen Preis haben Weizen, I Hafer und Roggen? fragt einer den anderen. Gerste wird I noch nicht verkauft, sie muß zuerst eine zeitlang lagern, aber I Preise werden schon gemacht. Man zahlt für den Doppel- I zentner Weizen 15 Mark, das ist ein Unterschied von I 3 Mark gegen das Vorjahr. Daß nun auch das Brod I billiger wird, möchten wir sehr bezweifeln. Für die Gerste I bietet man ebenfalls 15 Mark, sie ist dieses Jahr so wert- I voll wie der Weizen, denn der Kern ist gut ausgebildet und I bekam keinen Tropfen Regen. Für den Hafer werden I 14 Mark geboten; der Haferbau ist seit Jahren einträglich, I besonders auch dieses Jahr wieder. Die Kartoffeln sind I gut und billig. Nun nur einige Bemerkungen über das Ernten der Halmfrüchte, über das Ihre Zeitung kürzlich einige Nachrichten aus Reichelsheim brachte. Auch in unserer Gegend haben die Getreidemähmaschinen hervor­ragendes geleistet; man versteht auch Lagerfrucht mit diesen Maschinen zu schneiden, es geht nur etwas langsamer, weil immer nur nach einer Richtung geschnitten werden kann, folglich die Maschine einmal leer gehen muß. Trotzdem arbeitet sie noch fünfmal schneller als Menschen. Wir zahlten seither für den Morgen Getreide zu schneiden: 4 Mark, 1 Laib Brot, 1 Topf Milch und ein Stück Speck. Die | Maschine thut es für 3 Mark netto und macht es besser . als die Schnitter. Kürzlich schnitt ein Maschinenbesitzer

I einem Bauer in einem Tage 20 Morgen Getreide zu 60 Mk., das war ein glatter Verdienst für den Schnitter, und der Bauer profitierte bei besserer Arbeit 75 Proz. Arbeitslohn. Manche Maschinenbesitzer haben ihre Maschinen schon fast ganz frei bekommen, das ist doch ein Geschäft. Also ver­wirrtes Lagergetreide bildet bei richtiger Behandlung der Maschine kein Hindernis mehr. Dagegen ist sie auf steinigem Boden nicht zu verwenden, weil die Messer ausspringen und zu gründe gehen; auch in Gebirgslagen ist kein maschineller Betrieb möglich und bei sehr parzelliertem Besitz ist die Ausnützung nur eine sehr beschränkte.

A Mainz, 18. August. Bei dem Kais er besuch am kommenden Montag werden bei dem der Kaiserparade folgenden Luncheon im Großh. Palais hier sämtliche hiesige Gesangvereine mit ca. 600 Sängern verschiedene Chöre zum Vortrag bringen und zwarDas deutsche Lied" von Kalli- woda,Liederfteiheit" von Marschner,Elslein von Caub" und ein Volkslied. Die Leitung des Massenchors liegt in den Händen des Kapellmeisters der hiesigen Liedertafel, I Dr. Volbach. Obwohl ein offizieller Empfang abgelehnt I wurde, werden in den Straßen, welche der Kaiser passiert, heute schon bedeutende Dekorationsanstrengungen gemacht. I Die Thüren des Domes prangen in einem nie gesehenen Schmuck. Viele Hunderte Flaggen verschiedener Größen I und Farben hängen in langen Guirlanden von den Thürmen I herab und vereinigen sich auf der Mitte des Daches des I Hauptschiffes zu einer Krone. Der Ostthurm ist auf */* I seiner Höhe ringsum mit deutschen Farben drapiert. I Wie verlautet, soll das zur Kaiserparade hier anwesende I Infanterie-Regiment Nr. 81 eine besondere Auszeichnung I dadurch erhalten, daß die Schwester des Kaisers, Gemahlin des Prinzen Friedrich Karl von Hessen, zum Chef des Negi- I ments ernannt werden soll.

A Mainz, 18. August. Die vorgestern von dem großen Brande heimgesuchte Filiale der Mannheimer Port- I landcementfabrik bei Weisenau wird zum Glück ihres zahlreichen Arbeitspersonals ihren Betrieb trotz der erlittenen großen Schädigungen nicht ganz einstellen und keinen ihrer I Arbeiter entlassen. Letztere werden von der Fabrik voll- I ständig ausgelöhnt und diejenigen, welche sich während der Erntezeit anderweitig Arbeit suchen, können später wieder I in die Fabrik eintreten. Dekan Körner zu St. Stephan hier wurde anläßlich seines 25jährigen Jubiläums an ge­nannter Kirche von dem Bischof zum Geistlichen Rat

geblutet haben, wird heute das Denkmal für seine Gefallenen I enthüllen. Es geschieht dies unter Teilnahme Meines jüngsten Regiments und gleichsam der gesamten deutschen Armee, vertreten durch die Truppen des 16. Armeekorps. I Es ist fast das einzige Regiment gewesen, welches an dieser I blutgetränkten Stelle durch ein Denkmal bisher noch unver- I treten war. Und doch hat es den vollen Anspruch darauf! Obwohl es durch seine Geschichte eng an Mein Haus ge­gliedert, zur Erziehung der Prinzen und Könige desselben I berufen, so recht eigentlich als ein Familien- und Haus- Regiment angesehen werden darf, so hat doch Meines Groß- I Vaters kaiserliche Majestät keinen Augenblick gezaudert, diese Ihm so teuere Truppe voll für des Vaterlandes Wohl ein­zusetzen. Wie das Regiment gekämpft und geblutet und seinen Fahneneid gelöst, wie sein Verhalten des großen Kaisers Lob, sein Leiden und seine Verluste Seine Thränen ihm verdient haben, lehrt die Geschichte! Seinen unter dem I grünen Rasen ruhenden Helden setzt das Regiment mit Mir, als seinem ältesten Kameraden, den Erinnerungsstein. Die I gewählte Form des Denkmals ist abweichend von den sonst I auf dem Schlachtfelde üblichen. Der gepanzerte Erzengel stützt sich, friedlich ruhend, auf sein Schwert, geziert mit dem I stolzen Motto des Regiments: semper talis. Ich will daher, I daß dieser Figur auch eine allgemeine Bedeutung verliehen werde. Es steht auf diesem blutgetränkten Felde gleichsam -als Wächter für alle hier gefallenen braven Soldaten I beider Heere, sowohl des französischen wie! unseres. Denn tapfer und heldenmütig für ihren I Kaiser und ihr Vaterland sind auch die fran- I zösischen Soldaten in ihr ruhmvolles Grab I gesunken. Und wenn unsere Fahnen sich grüßend vor I dem erzenen Standbilde neigen werden und wehmutsvoll I über den Gräbern unserer lieben Kameraden rauschen, so I mögen sie auch über den Gräbern unserer Gegner wehen, ihnen raunen, daß wir der tapferen Toten in wehmuts- | voller Achtung gedenken. Mit tiefem Danke und Aufblick gegen den Herrn der Heerscharen, für seine unferm großen I Kaiser gnädig bewährte Führung wollen wir uns vergegen- I wärtigen, daß auf den heutigen Tag die um des höchsten I Richters Thron gescharten Seelen aller derer, diel einst in heißem Ringen sich auf diesem Felde gegenüberstanden, im ewigen Gottesfrieden I vereint auf uns herabsehen!"

Berlin, 18. August. Die Morgenblätter besprechen die gestrige Ablehnung der Kanalvorlage im Abgeord­netenhause. DieDeutsche Tages-Zeitung" glaubt nicht, daß die dritte Lesung ein anderes Resultat zeitigen wird. DieKreuzzeitung" hebt hervor, man habe wohl nicht an­genommen, daß das Resultat sich für die Kanal-Freunde so ungünstig gestalten würde. DieBerliner Neuesten Nach­richten" sagen, Zentrum und Konservative hatten schließlich auch mit ihrer bisherigen Gesamtstellung zur Regierung und zu der allerhöchsten Stelle zu rechnen, welche sie, wenn irgend möglich, nicht allzusehr erschüttern wollen. Die Staatsbürger Zeitung" wendet sich gegen die Verschlep­pungs-Politik des Zentrums. Eine Vorlage, die mit solchen | Mitteln durchgedrückt werden müsse, könne dem Lande nicht | zum Segen gereichen. Das Blatt hofft, daß der Landtag ! fest bleibt und die Vorlage ablehnt. DieNational-Zei- tung" glaubt, daß in der dritten Lesung der Dortmund- Rhein-Kanal eine kleine Mehrheit erhalte. Dagegen werde der Mittelland-Kanal auch in der dritten Lesung schwerlich eine Mehrheit finden. Das Blatt hatte gewünscht, daß der gegenwärtig leitende preußische Minister gestern rundweg gesagt hätte, wie er und seine jetzigen Kollegen politisch die Opposition gegen die Vorlage beurteilen. Es scheint zweifel­haft, ob auf die Rechte die Versicherung des Herrn von Miquel, daß die Lage ernst sei, jetzt noch Eindruck machen werde. DieVossische Zeitung" sagt, Herr von Miquel darf jetzt vielleicht mit dem Staatsministerium schlüssig wer­den, was geschehen soll. Sollte er noch weiter den Zau­derer spielen, so könnte er leicht auch darüber belehrt wer­den, was der Kaiser ungefähr gesagt hätte, wenn der Vize­präsident des Staatsministeriums ihm gestern persönlich über die Abstimmung hätte Bericht erstatten müssen. Die Volkszeitung" bezeichnet die Niederlage der Regierung als beispiellos. Für die industriellen Teile sei die gestrige Abstimmung, die Niederlage, welche die Junker des Ostens den Industriellen des Westens und des ganzen Landes bereitet haben, ein mene tekel im Hinblick auf die zu­künftigen Handelsverträge. DerVorwärts" schreibt: Die Niederlage, welche die verbündeten Regierungen im Reichs­tage bei der Zuchthaus-Vorlage ereilte, hat die preußische Regierung in verschärfter Form im Abgeordnetenhaus er­litten Dort von links und hier von rechts verlassen, steht die Regierung einsam, und dies, obwohl hinter der Regie­rung beide Male der in weithin hallenden Reden pro­klamierte Wille des Monarchen stand. Die beiden großen Aktionen der Regierung waren zerschmetternde Mißerfolge. Was geschieht nun? Wir denken, es wird fortgewurstelt werden, und die löbliche Regierung wird fich mit der kleineren Ratenzahlung des Dortmund Rhein-Kanals, welche man ihr am Ende aus Mitleid oder aus Konfliktsfurcht spendieren will, begnügen. Wenn nich, denn nich!

Berlin, 18. August. Bei den Konservativen scheint Neigung zu einem gewissen Entgegenkommen zu herrschen. Wie dieBerl. Reuest. Nachr." hören, würde möglicher­weise von ihnen eine Resolution an die Regierung ein­gebracht werden mit der Aufforderung, ein anderes Kanal- Projekt zur Verbindung des Rheines mit der Ems vorzulegen. Näheres darüber wird heute abend in der Fraktionssitzung beschlossen.

Ausland.

Rom, 18. August. DieTribuna" fordert Paniz- zardi auf, die Behauptung des Generals Noget, er habe dem Botschafter Reßmann gegenüber Beziehungen des Obersten Schwartzkoppen zu Dreyfus zugestanden, als eine Lüge zu bezeichnen.

Rom, 18. August. Das Dementi Panizzardis imFigaro" ist infolge Ermächtigung der italienischen Re­gierung erfolgt, um sich gegen Angriffe und falsche Be­schuldigungen im Dreyfus-Prozeß energisch zu verteidigen.

Paris, 18. August. Der Attentäter 2ab otiß ist heute vormittag verhaftet worden. Seine Personalien sind noch unbekannt.

Rennes, 18. August. Die Aerzte beschloffen, die Kugel aus dem Körper Laboris nicht zu entfernen, da dieselbe für den Verwundeten ohne Gefahr ist.

Rennes, 18. August. Nach den letzten Meldungen ist das Befinden Laboris zufriedenstellend. Mau glaubt, daß er am nächsten Dienstag im Prozeß-Saale erscheinen kann.

W>e und in x k der Önm n Oktz

Jlta Mal

n en2nb * b 1 Nte, um öei seiner lW, £ trotz allen hr zu sagen, gesprochen 'En deschwm, * Demnach Mm m Gegen, j* erzählt weiter, Dreyfus Un- Mre und Gonse T A ermahnt röhren. Sodann gegangen. Alle verdächtigen und len die Generäle zu werden, Wa­es geschieht. Die Weiten nachzu- tibt aber ruhig, die Generäle den >ng wird sodann

förmlichen klumpen Kunden; sämtliche hstäblich iu kleine m Fell seien ganze als ob sie rasiert

rasenden Wasser, des Baumstammes j kann man vom la«g|am fli-b-"d-r ürbige Steine md ftofeeu pflegt » inen »bet,®Ä anbe«$*

MW

t sw

btt, »«»X LLZ -"S* «itb Md ®Ä

LA*

?t

b-riE'

-ff* eine oig®

gar «*. bie®

iruöd1*

dem Rechtsgutachten des Dr. Gutsleisch bei, wonach der Rekurs der Firma Carl Gräff begründet sei, also die Stadt selbst das Recht des Höchstbesteuerten in Anspruch nehmen könne. Die Versammlung beschließt einstimmig, es bei dieser Entscheidung bewenden zu lassen. Die Firma Carl Gräff hat nun wieder Sitz und Stimme int Stadtrat. Eine zweite dringliche Angelegenheit betraf die Einleitung der Fäkalien in den Rhein. Die Versammlung schließt sich einer von dem Reichstagsabgeordneten Frhru. Hehl zu Herrnsheim vorgeschlagenen Eingabe an den Reichskanzler an, worin der Reichskanzler ersucht wird, der Stadt Mainz die Einführung von Fäkalien vor Begut­achtung des Falles durch die Reichstagskommission zu untersagen. (Rh. u. R.-Z.)

Vermischtes.

* Zur Epileptischen Fürsorge. AuS dem Verwaltungs­bericht der bekannten Anstalt Bethel bei Bielefeld ersieht man, wie dringend nötig die Verbringung Fallsüch­tiger in eine dementsprechende Anstalt möglichst schon in jugendlichem Alter ist. Auf Grund einer über 30 jährigen Erfahrung ist der Vorstand von Bethel in der Lage, ein umfassendes Zahlenmaterial zu veröffentlichen. Seit Be­stehen der Anstalt wurden daselbst verpflegt bis 1. Januar 1898: 5028 Fallsüchtige (in 1897 allein 1691). Geheilt wurden von diesen (d. h. ein Jahr lang blieben ohne An­wendung von Arzneimitteln die Anfälle aus): 385 (7T/IO Pro­zent) ; freilich kehrten bei etwa 100 die Anfälle wieder, wenn auch erst nach einer Reihe von Jahren. In viel günstigerem Lichte erscheinen jedoch die Heilerfolge, wenn man eine Altersgrenze zieht. Von den Kranken unter 18 Jahren wurden beinahe 14 Prozent geheilt; für die Kranken über 18 Jahren bleiben dann, abzüglich der Rück­fälligen, nur 2 Prozent geheilte übrig. Die Epileptischen- anftalt Kork in Baden, die ihre Fürsorge zunächst auf Kinder und Jugendliche beschränkt hat, kann ebenfalls als | Durchschnitt der Heilerfolge fast 13 Prozent angeben; in 1897 wurden von 62 der Verpflegten 8 als geheilt ent­lassen. Die Angehörigen epileptischer Kinder werden also gut thun, sobald wie möglich, die Anstallspflege zu Hilfe zu nehmen, wenn die Wahrscheinlichkeit der Heilung nicht immer geringer werden soll. Darum ist auch die Eröffnung einer Anstalt für die hessischen fallsüchtigen Kinder und Jugendlichen zu Nieder-Ramstadt im Herbst 1900 mit Freude zu begrüßen. Der Bau dieser Anstalt schreitet bei der günstigen Witterung rüstig fort; wer auf der alten Chaussee nach Nieder-Ramstadt kommt, sieht rechts vor dem I Ort hinter dem Grundstück des WaisenhausesElisabethen- I stift" die Gerüststangen ragen. Hoffentlich kann die Er­öffnung der Anstalt zum in Aufsicht genommenen Termine erfolgen. Der Rohbau kostet 75 000 Mark und muß I noch bis Ende dieses Jahres bezahlt werden, damit dann I durch Aufnahme einer Hypothek die weiteren, bedeutenden I Kosten der inneren Einrichtung und ein kleines Betriebs- I kapital aufgebracht werden können. 46 000 Mark sind bis I jetzt durch Sammlungen und Beiträge eingegangen, haupt- I sächlich infolge der Bemühungen der evangelischen Geistlichen. I Um die nun noch fehlenden 29 000 Mark zu beschaffen, ist I für dieses Jahr wiederum von Großh. Regierung eine I Landes-Hauskollekte in den Monaten August bis Dezember I bewilligt worden, deren Ertrag aber zugleich auch der An- I stakt Bethel bei Bielefeld zu gute kommen soll. Da in der Anstalt zu Nieder-Ramstadt zunächst nur Kinder aufgenom- I men werden, sind wir mit der Unterbringung erwachsener I Epileptischen immer noch auf Bethel angewiesen; gegen® I roärtig befinden sich 56 aus Hessen dort. Deshalb haben I die Vorstände vereinbart, diesmal versuchsweise nur eine, I gemeinsame Sammlung vorzunehmen, deren Ergebnis nach I einem gewissen Modus zwischen Bethel und Nieder-Ramstadt I geteilt wird; es wäre zu wünschen, daß dieses um der Geber I willen unternommene Wagnis keinen allzu empfindlichen Ausfall an Gaben nach sich zieht. Das Einsammeln erfolgt I zum Teil auf besonderen Wunsch durch Kollektanten, zum I Teil durch die evangelischen Pfarrämter; 168 (48 in Star­kenburg, 92 in Oberhessen und 28 in Rheinheffen) haben I sich zu diesem besonderen Liebesdienst in äußerst dankens- I werter Weise bereit erklärt.

UniverstMs Nachrichten.

Riel. Der Geheime Regterungs- und Provinzialschulrat Dr. phil. Lahmeyer in Kassel wurde von der theologischen Fakultät der hiesigen Universität zum Doktor der Theologie honons causa ernennt.

London. Am SamStag wurden von der Oxforder Uni- versttSt die Resultate der letzten Frauenprüfungen veröffentlicht, und zwar haben unter 28 Kandidatinnen 3 Frauen Ehrencerttfikate und 6 Frauen gewöhnliche Certifikate für fümtliche PrüfungSgegeu- stände, die sie angemeldet hatten, erhalten. Während sich für Sprach« ein regetz Jntereffe unter den Frauen zeigte, find Geographie, Musik und politische Oekonomie vernachlässigt. Nur eine Kandidatin legte erfolgreiche Prüfungen aus blefen Fächern ab. Bet der vorhergehen­den Prüfung haben von 57 Kandidatinnen 29 vollständige Certifikate erhalten. In der Artthmethtk entsprachen 50, in spezieller Algebra 44, im Franzöflschen ober Italienischen 39, im Deutschen 34 Kandi­datinnen. Nur 8 Studentinnen gelang eS, die Prüfung auS dem Lateinischen, und nur zweien, die Prüfung auS dem Griechische« zu bestehen.

Kitteratur, Wissenschaft und Kunst.

- DaS Soolbad Salzhausen in der Welterau von Lascht, 2. Auflage von Oberforstmeister Schutttspahn. Verlag von Emil Roth. Diese neue Auflage entspricht einem längst ge­fühlten Bedürfnis. Sic gtrbt und die neusten Analysen der Salz- Häuser Quellen im Vergleich mit denen anderer vtelbenutzter Quell« Deutschlands, Beschreibungen der neu entstandenen Stahl, Ltthium- unb Schwefelquelle, bet herrlichen Umgebung mit Spezialkarten, Plänen unb Abbildungen der neusten Badeeinrichtungen, der Bäder- und PenfionSpreise, der Annehmlichkeiten und Vorzüge des Kurorts, der medizinischen Wirkungen der Wäffer und vieles andere mehr, welches eine genaue Kenntnis dieses reizenden und wirksamen BadeS ermöglicht. ES sei daher dies-S Büchelchen allen denjenigen, welche ein Soolbad zu besuchen veranlaßt find, aufS wärmste empfohlen.