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find mit demselben zarten Leder bezogen. Die Aermel sind eng und vollkommen unbesetzt. In dem oberen Ausschnitt der Weste kommt ein Herrenchemisett von tadelloser Weiße, zu dem eine schwarze Kravatte getragen wird, zum Vorschein. Der bis unter das Knie reichende Rock schmiegt sich knapp um die Hüften, weist aber hinten eine Naht und an jeder Seite zwei schmale Abnäher auf, damit er nach unten zu die zum bequemen Ausschreiten erforderliche Weite haben kann. Halbhohe Schuhe mit stachen Absätzen und breiten Spitzen, darüber geknöpfte Ledergamaschen und ein Tyroler- hut in der Farbe des Kleides, mit einem farbigen Seidenband und drei steifen Federn garniert, vervollständigen den Anzug der modernen Diana. Sehr apart ist ferner ein Jagdkostüm von dunkelblauem Cheviot, der Rock unten herum und an beiden Seiten mit diversen Steppnähten verziert. Das Jaquet, eine Art russische Bluse, hat einen kurzen, angeschnittenen Schoß und läßt eine dichtgeknöpfte Weste von weißem Rehleder sehen. Den Abschluß des weißen Stehkragens bildet eine Kravatte von hochrotem Atlas. Der breitrandige Hut von dunkelblauem Filz ist mit einer roten Atlasschleife und einem Tuff Adlerfedern geschmückt.
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Paris, 17. September. Dem „Soir" zufolge ist die Begnadigung des Dreyfus vollzogene Thatsache. Die Familie sei jedoch noch nicht davon unterrichtet.
Paris, 17. September. Der „Matin" wundert sich über das vom Herzog von Orleans beobachtete Stillschweigen. Das Blatt sagt, seit einem Monat wisse man nicht, wo der Herzog sich aufhalte. Man glaube allgemein, daß er eines Tages unerwartet in Paris eintreffen werde.
Paris, 17. September. Wie verlautet, ist bei der Untersuchung in der Komplottangelegenheit entdeckt worden, daß die Antisemiten- und Patriotenliga über 20000 Mann verfügten, um bei einem Putschversuche für den Herzog von Orleans diese Massen auf die Straßen zu werfen.
Paris, 17. September. Vor der Festung Guorin fand gestern abend zwischen der Polizei und den Nachbarn der Festung ein Zwischenfall statt. Die Polizei bemerkte nämlich, daß Unbekannte zwei Packete mit Lebensmitteln auf das Dach der Festung warfen, wo dieselben von Gusrin und seinen Genossen in Empfang genommen wurden. Die Thäter flüchteten, als sie sich entdeckt sahen. Bei der Verfolgung derselben durch die Polizei fiel ein Schuß. Die Polizei erklärte indessen heute, der Schuß sei durch das Stolpern eines Polizeiagenten losgegangen; niemand sei verwundet. Man glaubt, Guerin habe Proviant für fünf weitere Tage hierdurch erhalten. Die Polizeikommiffare haben Befehl erhalten, kein Wort mit Gusrin zu wechseln. Es verlautet, Guörin sei damit beschäftigt, einen Brunnen j im Hofe zu graben. Die Polizei kann diese Arbeiten nur 1 unvollständig überwachen, da der Hof überdeckt ist. — Man | erwartet noch heute in der Rue Chabrol ernste Zwischenfälle. Die Anarchisten beschlossen, heute nachmittag in großen Massen vor die Festung sich zu begeben. Maueranschläge in diesem Sinne sind in allen Vororten angeschlagen worden. Die Polizei hat umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen. Außerdem befürchtet man auch Zwischen' fälle aus Anlaß des Begräbnisses des Vaters eines in der Festung eingeschlossenen Antisemiten, welches heute stattfinden wird. Alle Mitglieder des „Großen Occident" haben beschlossen, diesem Begräbnisse beizuwohnen. Die Antisemiten werden ebenfalls vertreten sein, sodaß Ausschreitungen I nicht zu vermeiden sein dürften. Den Anfang der Unruhen I machten bereits gestern abend zahlreiche Sozialisten, indem I sie in der Vorstadt Aubervilliers eine Versammlung von I Antisemiten stürmten und dieselben aus dem Saale hinaus- I trieben.
Paris, 16. September. Die heutigen Blätter kommen- I treren einen Artikel des nationalistischen Abgeordneten Lasies, welcher Reserve-Offizier ist. In dem I Artikel, welcher in dem „Petit Kapvral" veröffentlicht ist, heißt es: Von der Periode der politischen Spannung, welche I dem französischen Feldzuge von 1806 voranging, erzählt uns I der General Marbot in seinen Memoiren, daß preußische I Offiziere sich den Spaß erlaubten, ihre Säbel I auf den Treppen der französischen Gesandtschaft! inBerlin zu schleifen. Es dürfte wohl geschehen, daß I in d en nächsten Tagen französische Offiziere! eine ähnliche Kundgebung vor gewissen fremden I Botschaften in Paris wiederholen, werden und I »er sollte dann sagen, was sich ereignen wird. I T)ie Negierung wird den Ausbruch einer ernst- I lichen Verwickelung nicht verhindern können. Ich I spreche nicht leichtsinnig und was ich sage, wird bald geschehen, wenn die Minister fortfahren, mit Verrätern und ! Beschimpfern der nationalen Fahne gemeinsame Sache zu I machen. Die „Aurore" schreibt zu diesem Artikel: Wir können ein Gleiches nicht befürworten, aber die Geschichte I lerjrt uns, daß oft eine Hand voll Uebeltäter genügt hat, I ™ Vaterland in den Abgrund zu drängen. Zwischem dem I letzten Schrei der militärischen Schurken und Frankreich fce-' I siudet sich leider nur die Energie der Regierung.
Marseille, 17. September. Emile Zola wird, wie I eS heißt, in den nächsten Tagen einer großen Versammlung, I welche James in der Dreyfus Angelegenheit in Marseille abhalten wird, beiwohnen.
Konstantinopel, 16. September. Infolge eines heftigen Wortwechsels mit dem Botschafter Constans über das Dreyfus-Urteil wurde der Kommandant von |
I Angesichts der Tragweite und finanziellen Bedeutung | der Kanalisationsfrage hat die Stadtverordneten Versammlung die Einziehung einer gutachtlichen Aeußerung über das Steuernagelsche Projekt bei dem Civil Ingenieur Lindley- I Frankfurt a. M. für geboten erachtet. Derselbe hat seine I Begutachtung in einem neuen selbständigen Projekt nieder- I gelegt, dessen Ausführung, nebenbei bemerkt, 2900000 Mk. I kosten würde, während die jährlichen Betriebskosten auf I 12 500 Mk. veranschlagt sind. Herr Lindley verbreitet I sich in seinem Bericht eingehend über Zweck der Entwässerung, I über die zu erwartende Zunahme der Bevölkerung, über die I Abflußmengen der Schmutzwässer, Dauerregen, Sturzregen, I Lahnwasserstände, die Trennung der Kanalisation in oberes I und unteres System, über Kellertiefen, die Ausmündung der I Kanäle in die Lahn, die Haupt- und Nebensiele, das Material, I die Spülung, Einsteigschächte, Ventilation und besondere I Bauwerke. Schließlich beantwortet Herr Lindley die be- I sonders gestellten Fragen wie folgt: Es scheint entschieden I zweckmäßig, daß der Stadtgraben erhalten bezw. reguliert I wird; derselbe bildet einen wertvollen Bestandteil der Anlage I als Zuführungsmittel für die Spülwasser. Befreit von I Schmutzabflüffen wird er zu einer Zierde und Annehmlich- I leit der Promenaden. — Der Verzicht auf die Möglich- I keit der Einleitung von Fäkalien würde keinerlei I Vereinfachung des Projekts ermöglichen und auch nicht die I Anwendung kleinerer Dimensionen der Kanäle zulässig erscheinen lassen. Die Menge der menschlichen Abgänge ist, I wie zu Anfang des Berichts ausgeführt wird, gegenüber | den übrigen Abwässern so gering, daß sie einen Einfluß I auf die Dimensionierung der Kanäle nicht ausübt, ebenso I auf die Spülkraft und auf die Konstruktion. — Die Senkung I und Regulierung des Grundwassers in denjenigen Teilen I des Stadtgebiets, in welchem die Siele in das Grundwaffer I einschneiden, ist durch die Höhenlage der Sielsohle mehr I oder weniger gegeben. Eine besondere Vorkehrung, das I Grundwasser in anderer Weise zu senken, erscheint weder nötig, noch ist sie zweckmäßig durchführbar. — Entschieden wird befürwortet, daß von Anfang an die Bestimmung, daß die Fäkalien durch die Sielanlage mit ausgenommen und abgeleitet werden, getroffen würde. Die Einleitung der Schmutzwässer auch ohne Fäkalien in die Lahn wird jedenfalls nicht ohne Einschaltung eines Klärbeckens und mechanische Reinigung der Wässer gestattet. Die Kosten und Auflagen werden durch Ausschließung der Fäkalien nicht vermindert. Dagegen würde die Bürgerschaft bei Einleitung der Fäkalien einen ganz außerordentlich erhöhten Nutzen aus der Entwässerungsanlage, sowohl in annehmlicher und
I sanitärer, wie auch in finanzieller Beziehung erhalten. [ Es ist Erfahrungssache, daß die Ausführung der Hausentwässerungsanlagen, wo die Fäkalien ausgeschlossen werden, auf weit größeren Widerspruch seitens der Hauseigentümer stößt, wie dort, wo die Einleitung der Fäkalien gestattet ist. — Die Frage, ob es möglich und ohne erheblichere, doppelte Kosten möglich, nach Ausführung des Projekts auch die Fäkalien einzuführen, wird dahin beantwortet, daß eine derartige Verschiebung möglich. Sie würde in der öffentlichen Entwässerungsanlage keine Mehrkosten verursachen, dagegen die Hausbesitzer dadurch belästigen, daß sie ihre Hausentwäfferungsanlagen nicht auf einmal fertigstellen könnten, sondern gezwungen wären, zum zweitenmale den Unannehmlichkeiten und dem Schmutz des Aufbruchs im Hause sich zu unterziehen. Im übrigen ist zu erwähnen, daß ein völliger Ausschluß der Fäkalien bei einer vollständigen Entwässerungsanlage kaum möglich ist, und daß die menschlichen Abgänge, wenn sie nicht auf gesetzlichem Wege in frischem Zustande und mit Wasserspülung durch Waffer- klosets in die Siele eingeführt werden, viefach durch Mißbrauch und dann in verjauchtem Zustande und ohne Wasserspülung eingeführt werden, vielfach durch Geruch rc. in den öffentlichen Entwässerungsanlagen Mißstände Hervorrufen. In den Hausentwässerungsanlagen würden sich die Ergänzungen auf die Herstellung der Klosettfallleitung, deren Anschluß an den Hauptstrang, deren Ventilation über Dach, das Setzen der Klosetts und der Spülbehälter, die Herstellung der Zuleitung zu denselben und dann auf die Beseitigung der alten Abtrittsgruben und sonstigen alten Vorrichtungen beschränken.
Heber die beiden Projekte — Steuernagel und Lindley — erstattete unterm 11. Juni 1896 das Stadtbauamt einen
sie re: Und eine Frage — Wallenstein: Ja, eine Frage — Chor der Kürassiere: Ja, eine Frage — Wallenstein: Und eine Fra - a —a—a—age — Alle: Frei hat an das Schicksal, an das Schi—icksal. (Fagott: Da—da —da—da.) (Pauke: Bum!)
* Für eine Million Dollars Inserate. Das Warenhaus Wanamaker in Philadelphia hat mit einer einzigen Zeitung, dem „Phil. Record"' einen Annoncenvertrag abgeschlossen, wonach es dem genannten Blatte für die Benutzung des Raumes einer Seite auf ein Jahr die Summe von einer Million Dollars zu zahlen hat. Es soll dies der größte Vertrag seiner Art sein, der jemals gemacht wurde. Die Firma Wanamaker, die auch in New-Jork ein großes Warenhaus hat, inseriert außerdem noch in mehreren Dutzenden von Zeitungen.
* Zagdsport Kostüme. Mit dem nahenden Herbst kommt die Jagdsaison, an der die vornehme Damenwelt Englands von jeher den regsten Anteil nimmt. Die Engländerin, die diesem Sport huldigt, denkt bereits sehr zeitig daran, ein smartes „Hunting-Dreß" bei ihrem Schneider zu bestellen. Das neueste, was die Mode in dieser Beziehung vorschreibt, ist ein Kostüm aus kariertem Tuch in frischen Farben, die mit dem bunten Laub des herbstlichen Waldes harmonieren. Das Jackett ist ziemlich lang, eng anliegend und öffnet sich vorne über einer Weste von hellem Phantasieleder. Der Revers und ein kleiner, über einem breiteren, von dem Wollstoff gefertigten Kragen liegender Umleger
* Kulturgeschichtliche Entdeckung. Levi aus Rom — der Erfinder der Motorwagen . . .
levi fecit volitantem flamine cnrrum. (Catull 64. 9.)
Mit einer Flamme brachte Levi den Wagen zum Laufe.
(Münch. Jugend.)
Hänftin besten Offizieren. Pr ä la suite des 3, Fürsten Otto; P Leutnant im 1. @ Fürsten Christian Wernigerode, £eui Königin, Sohn bei Graf Ernst zu Si 3. Garde-illanen-8 Wernigerode tritt, bei dem temrtii Diplomatien Dien v> Görtz, Leutnant den QUeren ä la
~ Das enM weise Einsühn einigen Regimenter Resultaten die gar Waffen zu verset Offizieren die all dieselbe verzögerte Kosten, die eine so handelt sich nicht b W auf einer Las milleriegeschjjßes t w Unmenge von 3 Minute 400-600
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und dem Vorortverkehr dienenden Züge, welche als Hochbahnen mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 Kilometer bu Stunde durcheilen. Ein Stockwerk höher findet die Abfertigung der elektrischen Fernzüge statt, welche, aus zwei oder drei Wagen bestehend, auf verkehrsreichen Linien alle Stunden oder halbe Stunden verkehren. Diese Züge des Fernverkehrs laufen auf höheren Viadukten als diejenigen des Schnellverkehrs innerhalb der Stadt und nach den Vororten; um em Herabstürzen unmöglich zu machen, werden sie, wie dies schon in Amerika geschieht, in eisernen Tunnel- royren laufen, die in angemessener Entfernung zum Erdboden herabgeführt werden. In ober über dem Stockwerk rlr Vcrn^9e befinden sich alle Räume mit jenen Bequemlichkeiten, die das auf weite Entfernungen reisende Publikum auf dem Dache ein Garten, der einen AEllck auf die durch Anwendung der Elektrizität rauchfrei gewordene Stadt mit ihrem Verkehrsleben bieten
Der komponierte Wallenstein. Mascagni hat den Wallenstein komponiert. Das ist die neueste Nachricht aus dem Gebiete der Musik. Wie der junge Maöstro diese interessante Aufgabe gelöst hat, davon gibt ein Gewährsmann, der Einblick in die Partitur hatte, eine kleine Probe Dieselbe lautet: Wallenstein: Es gi-i-übt im Meu- fchenle-e ben Augenblicke, wo man dem We-eltqeist nä— ä—ääher ist als sonst. Chor der Kürassiere: Ist als sonst Ist als sonst. Ist als sonst. Ist als sonst. Wallenstem: Und eine Frage — Chor der Küras-
| Skutari, Eosmad, auf telegraphische Beschwerde des I Botschafters seines Postens enthoben. Cosrnad äußerte I sich wiederholt scharf gegen das Urteil und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Offiziere und Beamte der Republik sich nicht durch persönliche Leidenschaften zu ungerechten Aeußerungen
I oder gar Thaten hinreißen lassen würden.
— Zum Empfang des Admiral Dewey wird I der „Morning Post" aus Newyork unterm 14. September I telegraphiert: „Aller Voraussetzung nach wird Newyork am I Dewey-Tage so überfüllt sein, wie noch nie zuvor. Jedes I Hotel hat schon Voranzeigen für mehr als dreimal so viel I Gäste erhalten, als es fassen kann, und in den Privat- I Pensionen in der Stadt ist bereits jedes Plätzchen vergeben. I Man glaubt, daß es ungefähr einer Million Besucher nicht I möglich sein wird, in der Stadt zwischen Donnerstag den I 28. September, und dem folgenden Montag Platz zu finden. I Die meisten dieser überzähligen Besucher werden in den
Vorstädten schlafen. Die Pläne für den Verlauf der Feier I sind vollendet. Der volkstümlichste Teil an der Feier wird I wahrscheinlich der Festzug sein, an dem zwei bis drei Mil- I Honen Leute teilnehmen werden. Admiral Dewey wurde I aufgefordert, an der Spitze zu reiten, aber er wird dieser
Aufforderung wahrscheinlich nicht nachkommen."
Heber die Kanalisation der Stadt Gießen
I welche bei der erfreulichen Entwickelung unserer Stadt immer I mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückt, I isi in diesen Tagen der Stadtverordneten-Versammlung eine I ausführliche Vorlage des Herrn Oberbürgermeisters G n a u t h unterbreitet worden. In einem im April 1888 von dem ।
I damaligen Beigeordneten Gnauth gestellten Antrag wurde I die Art und Weise, in der die Niederschläge und häuslichen I Brauchwasser aus der Stadt abgeführt werden, eingehend behandelt, und unter Hinweis auf die dabei zu Tage treten-
I den Mißstände die Unhaltbarkeit des herrschenden Zustandes dargelegt. Inzwischen wurde, zum Teil mit großen Opfern, auf Beseitigung der gröbsten Mißstände hingearbeitet, immer aber in der Ueberzeugung, daß nur durch eine regelrechte, nach einem einheitlichen Plane auszuführende Entwässerungsanlage den Forderungen entsprochen werden kann, die an I ein größeres, auch in anderer Hinsicht sich neuzeitlich ent- I wickelndes Städtewesen in Bezug auf das Wohlbefinden der I Einwohnerschaft gestellt werden müssen.
Das nach Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung I dem Stadtbauinspektor Steuernagel in Köln in Bearbeitung gegebene generelle Projekt über die Kanalisation
I der Stadt Gießen (datiert vom Juni 1890) stellt als maß- I gebend auf: 1) Sämtliche häuslichen Brauchwasser, die I Fabrikwasser, sowie die atmosphärischen Niederschläge sind möglichst am Orte ihres Entstehens durch geschlossene Rohr- I leitungen aufzunehmen und in der Regel vereinigt in einem I Rohr in technisch vollkommener und sanitär befriedigender I Weise thunlichst rasch außerhalb des Stadtweichbildes zu führen. Regen- und Drainagewasser sind nach Möglichkeit I dem Kanalnetz ferne zu halten und überall, wo dies angeht, I direkt oder durch besondere kurze Regenkanäle den bestehen- | den Wasserläufen zu übenreifen. 2) Die Ableitung des I Kanalwaffers erfolgt direkt in die Wieseck, resp. die Lahn. I 3) Auf eine Einführung der Fäkalien in die Kanäle kann zur Zeit verzichtet werden. 4) Der Grundwasserspiegel soll I nach Möglichkeit gesenkt werden, um trockene Keller und I Wohnungen zu erhalten. 5) Durch Ausstellung geeigneter I Pumpwerke, Anbringung von Absperrvorrichtungen usw. ist I dafür zu sorgen, daß die Abwasser der Kanalisation auch I bei Hochwasser von Lahn und Wieseck stets freien Abfluß haben und das Grundwaffer seinen normalen Stand mög- I lichst wenig verändert. 6) Bei Projektierung des Kanal- I netzes muß auf die zukünftige Ausdehnung der Stadt Rücksicht genommen werden. 7) Die Entwässerung soll nach den I Grundsätzen der Schwemmkanalisation durchgeführt werden. I Als dringendste Arbeiten empfiehlt Herr Steuernagel schließ- I lich die Vertiefung und den Ausbau des westlichen Stadt- I ringgrabens von der Pumpanlage bis zum Asterweg, die Kanalisation der Altstadt und der nordwestlichen Neustadt, I sowie die Erweiterung der Pumpanlage. Die Kosten hierfür I sind auf 685000 Mk. veranschlagt, während die Gesamt- I kosten der Straßenkanäle, des Umbaus des Stadtringgrabens, der Straßeneinläufe, der Pumpanlage sich auf 1280000 Mk. I stellen würden. |
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