Ausgabe 
19.9.1899 Erstes Blatt
 
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Das Kochwasser.

HilfeN Ein Notschrei geht durch das Bayerland. Ein Schrei nach materieller Hilfe, nach Unterstützung für die armen, durch die Hochwasserstuten um ihre Wohnstätten und sonstiges Eigentum gebrachten Bewohner des Isar- gebietes. Unter dem Vorsitz des königl. Staatsministers des Innern Frhrn. v. Feilitzsch fand am Samstag im königl. Staatsministerium des Innern eine Konferenz zu dem Zwecke statt, um über die aus Anlaß der jüngsten Hochwasser- katastrophe zu treffenden Maßnahmen der öffentlichen und privaten Hilfeleistung eine Besprechung zu pflegen. An der Beratung nahmen Staatsrat v. Neumayr, Regierungs­präsident v. Auer, die beiden Bürgermeister v. Borscht und v. Brunner, Regierungs- und Polizeidirektor Meixner, Ministerialrat v. Thelemann, die Oberbauräte Eikemeyer und Sörgel und Regierungsassessor Strößenreuther Teil. Auf Grund der bisher eingetroffenen Nachrichten, welche schon jetzt in beträchtlichem Umfange sehr bedeutende Ver­heerungen ersehen lassen, wurden folgende Hilfsaktionen ins Auge gefaßt: An Se. kgl. Hoheit den Prinz-Regenten sei vor allem die Bitte um Genehmigung einer Haussammlung für den Umfang des ganzen Königreichs zu stellen; ferner fei sofort ein Hilfskomitee mit dem Sitze in München für die gesamten Ueberschwemmungsgebiete zu bilden, welches sich der Aufgabe zu unterziehen hätte, durch einen Auf­ruf zu Gaben in der Presse, durch Errichtung von Sammelftellen und durch anderweite geeignete Maßnahmen die Hilfsthätigkeit in die Wege zu leiten.

Die ..Münch. N. N." schreiben über die Hilfsaktion: Im Interesse einer möglichst gerechten und gleichmäßigen Verteilung der Hilfsgelder wäre es zu wünschen, daß auch die von einzelnen Lokalkomitees und von der Presse ge­sammelten Gelder dem Münchner Komitee zur Verfügung gestellt werden. Es ist beabsichtigt, die einkommenden Hrlfs- gelder seinerzeit, wie dies auch früher schon der Fall war und sich bewährt hat, den beteiligten Kreisregierungen zu überweisen, um im Benehmen mit den Landratsausschüssen zur Verwendung für die Hochwasserbeschädigten zu gelangen. In Fällen augenblicklicher Not wird selbstver­ständlich mit der Verteilung entsprechender Un­terstützungen sofort vorgegangen werden; etwaige Wünsche der Geber in Bezug auf die Verwendung der Liebes­gaben werden volle Berücksichtigung finden. Um einen ge­eigneten Maßstab für die Verteilung der Hilfsgelder und zugleich Anhaltspunkte dafür zu gewinnen ob und in wieweit außerdem noch eine staatliche Intervention notwendig sei, sollen weiter die Kreisregierungen und Distriktsverwaltungs­behörden sofort beauftragt werden, nach Ablauf der Hoch­wässer, sobald sich der angerichtete Schaden überblicken läßt, eine amtliche Schadenerhebung mit Hilfe örtlicher Kom­missionen in sämtlichen betroffenen Gemeinden vorzunehmen. Bei dem allezeit bewährten großen Wohlthätigkeitssinn der Bevölkerung ist zu hoffen, daß auf diese Weise die schweren Folgen des so plötzlich hereingebrochenen außergewöhnlichen Elementarereignisses für die Beteiligten beseitigt oder doch wesentlich gemildert werden können . . .

Im Anschluß an diesen Aufruf des Münchener Blattes geben wir im folgenden eine Schilderung der Verhältnisse wieder, die uns aus befreundeter Feder aus Tölz zugeht:

Noch ist der Stand des Barometers die bewegende Tagesfrage, aber die eigentliche Hochwassergefahr scheint vorüber.

Die Aufregung läßt sich kaum beschreiben, als plötzlich alle Keller, in welchen die Leute hier meistens alle Räume haben, welche während der Hochsaison zu ihrem eigenen Gebrauche dienen, voll Grundwasser standen. Die Lust in diesen Kellerräumen war etwa wie diejenige an einem unter­irdischen Gebirgssee. Das Wasser war klar wie Krystall, es stieg ziemlich schnell und plötzlich aus dem Boden heraus bis es eine bedenkliche Höhe ost weit über einen Meter erreichte. Tische, Stühle, Schränke, Fässer, Wäschezuber und die Wäsche selbst, kurz, die erdenklich verschiedensten Gegenstände schwammen lustig umher. Die Alten rangen verzweifelt die Hände, die Kinder jubelten ob der herrlichen Wassermenge und der seltsamen Kähne daraus.

Natürlich wurden die verschiedensten Rettungsversuche gemacht, neben ernsten ost auch recht komische. Ich sah, wie zwei entschlossene Jungen voller Eiser versuchten, die Flut aus dem elterlichen Keller aus des Nachbars Wiese zu leiten. Aber der Eiser erlahmte bald bei allen, als sie merkten, daß alle Schöpf- und Pumpversuche vergeblich seien. Das Grundwasser stieg so lange die Isar anschwoll.

Die Kurgäste, von panischem Schrecken gepackt, ergriffen in Scharen die Flucht. Was mögen die armen Aerzte in den Tagen zu trösten und zu beruhigen gehabt haben.

Und doch hat der eigentliche Kurort wenig gelitten im Verhältnis zu dem Marktflecken Tölz und allen Häusern und Ortschaften, die sich an beiden Ufern der Isar entlang ziehen.

Die Nachricht von dem Sturz der gewaltigen Jsarbrücke, welche Tölz und Krankenheil ver­bindet, ist freilich, gottlob, nur eine Zeitungsente, die kräftigste vielleicht von allen, welche in diesen aufgeregten Tagen ihre Existenz einzig und allein einer überreizten Phantasie zu danken haben mögen. Die Brücke ruht noch sicher auf den mächtigen, aus Quadern gefügten Pfeilern und macht den Eindruck, als könne sie noch manchem An­prall der Wogen widerstehen. Aber traurig genug sieht es auch ohnehin aus.

Mancher Arme hat in wenigen Stunden verloren, was er in mühseliger jahrelanger Arbeit erworben hat und manches stolze Besitztum ist für lange Zeit vernichtet.

Der Holzverlust der Floßmeister von Tölz, Lenggries, Winkel und Wegscheid wird allein auf 80 000 bis 100 000 Mark geschätzt. .

Aus dem allgemeinen Elend hebt sich hie und da das traurige Geschick des Einzelnen noch besonders erschütternd hervor. So hört man nur eine Stimme der Teilnahme für den hier allgemein verehrten Hauptlehrer Herrn F. Derselbe hatte mit vieler Mühe und großen Opfern an der Isar eine Fischzuchtanstalt gegründet, der er jede freie Minute gewidmet haben soll.

Außer all der jungen Brut hatte er gerade einige Centner der schönsten Forellen in seinen Behältern und alles, die Frucht jahrelanger, mühsamer Ersparnisse und unablässigen Fleißes, zerstörte oder verheerte die Flut in wenigen Stunden. Der Munn soll Tausende verloren haben, für einen Vater von 11 Kindern wahrlich ein harter Schlag. Um so wohlthueuder wirkt die Seelengröße, mit welcher er sein hartes Geschick trägt und mutig zu retten sucht, was noch zu retten ist.

An den Straßen sind hie und da Geländer angebracht, um Abstürze zu verhüten oder auf tiefe Risse im Boden aufmerksam zu machen; von den Wiesen an der Berglehne sind große Flächen abgerutscht, manches sorgsam gepflegte Gärtchen ist in einen Haufen von Morast und Schutt ver­wandelt.

Es ist ja nicht die Isar allein, welche all das Unheil hier anrichtet, alle die kleinen Quellen, die von den Bergen herabrieseln, die klaren, kleinen Bäche, die sich sonst leise murmelnd durch die Wiesen und die unteren Straßen des Stäbchens schlängeln: sie sind zu bösen Geistern geworden, die plötzlich gegen die gewohnte Macht des Menschen rebellieren und nun einmal ihrerseits den Herrscher ihre Ueberlegenheit fühlen lassen. Die Menschen zeigen sich im ganzen sehr: verständig. In all dem Traurigen behalten sie selbst für das Komische einzelner Situationen Sinn und das schönste: sie warten nicht erst ab, ob Hilfe von außen kommt; sie prüfen den Schaden, den sie erlitten und legen sofort Hand an, ihm abzuhelfen. Um so mehr wäre es all den Tausenden, die nicht blos hier, sondern in allen Fluß­gebieten unseres deutschen Vaterlandes unter dem gleichen, oft furchtbaren Elende leiden, zu gönnen, daß sich opfer­bereite Herzen fänden, fähig und willig der Not zu steuern.

Und ich zweifle nicht, datz die Opferwilligen sich finden, denn noch ist der Deutsche allemal im Bordertreffeu gewesen, wenn es galt, Opfer zn bringen und Elend zu lindern.....!

Soweit unser Mitarbeiter. An unsere gesamten Leser und vor allem an diejenigen, welche die Schönheiten des Bayernlandes, die Alpen und die gemütliche Stadt München in fröhlichem Reisemut an frohen Tagen gesehen, sich an der Schönheit der Alpenwelt ergötzt und in der Stadt, deren Bewohner allezeit ein Herz und offene Hand gehabt haben für die Not im deutschen Vaterlande und gerade für diejenigen jenseits der Maiulinie richten wie die dringende Bitte um Hilfe! Wir eröffnen die Sammlung mit Mk. 50 und bitten, Beiträge in unserem Geschäftslokal, Schulstraße 7, abgeben zu wollen. Quittung über die ein­gegangenen Hilfsgelder wird täglich imGießener An­zeiger" erfolgen; die Beträge werden jeden zweiten Tag nach München abgehen. Wer schnell giebt, giebt doppelt!

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Gmunden, 17. September. Die Traun brücke, bte gestern einstürzte, wurde fünf Minuten vor dem Einsturz vom Herzog von Cumberland passiert, der die infolge des herrschenden großen Hochwassers vor­genommenen Bergungsarbeiten besichtigte.

Wien, 18. September. (Telegr. d.G. A.") Der Schaden, den allein die Staatsbahn durch das Hoch­wasser erlitten, wird auf 4 Millionen Gulden geschätzt. Für Wien ist, da die Inn-Wässer fast gänzlich abgelaufen sind, die große Gefahr beseitigt.

Mates und Provinzielles.

Gießen, den 18. September 1899.

* Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 16. Sep­tember den Vorstand des bautechnischen Bureaus bei der Abteilung für Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, charakterisierten Oberbaurat Reinhard Klingelhöffer, zum vortragenden Rat bei dieser Ministerialabteilung mit dem AmtstitelOberbaurat", sowie den Bauinspektor des Hochbauamts Bensheim, Adam Paul, zum Vorstand des bautechnischen Bureaus bei der Abteilung für Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, unter Belassung des Amtstitels Bauinspektor, zu ernennen.

** Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, Josei Stigell, zum Landrichter bei diesem Gericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst, Wilhelm Krämer, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wimpfen, den Ge­richtsassessor Wilhelm Schwarz aus Gießen zum Amts­richter bei dem Amtsgericht Höchst, den Gerichtsassessor Adolf Müller aus Darmstadt zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, und den Gerichts­assessor Dr. Ludwig Krug aus Mainz zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen zu ernennen. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministe­riums derJustiz wurde der Amtsrichter bei dem Amts­gericht Höchst, Wilhelm Schwarz, mit weiterer Aus­hilfeleistung bei dem Sekretariat des genannten Ministeriums beauftragt.

* Auhestandsversetznng und Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Oberförster der Oberförsterei Treis a. d. L., Forstmeister Hermann Amendt zu Treis a. d. L., auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. in den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß die Krone zu dem Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.

* Ruhestandsversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben geruht, am 16. September den Vor­tragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, Oberschulrat Dr. Peter Dettweiler, in den Ruhestand zu versetzen.

* Zn den Ruhestand wurde versetzt der Stationsassistent in der Hessisch.Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft, Georg von Bergoffsky zu Grünberg, mit Wirkung vom. 1. Oktober l. I. an.

* » Militärdienstuachrichteu. Kade, Lt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116, ausgeschieden und zu den Rest-Offizieren des Regts. übergetreten, ©bei, Oberlt. a. D. zu Schirmeck im Elsaß, zuletzt im damaligen 2. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, den Charakter als Hauptmann verliehen. Flies, Haupt­mann ä la suite des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Groß­herzoglich Hessisches) Nr. 116, unter Enthebung von der Stellung als Lehrer an der Kriegsschule in Glogau und Belassung ä la suite des genannten Regiments, auf sechs Monate zur Dienstleistung bei dem Bekleidungsamt des 3. Armeekorps kommandiert.

Den diesjährigen Kaiserpreis für das beste Infanterie- Schießen hat die 10. Kompagnie des 3. Großh. Hessischen Infanterie-Regiments Viktoria Melitta Nr. 117, deren Chef Hauptmann Praöl ist, errungen.

** Kaufmännische Fachschule. In unserer Zeit kann der Gewerbetreibende wie vor allem der Kaufmann nicht mehr bestehen, ohne eine geordnete Buchführung für sein Ge­schäft zu haben. Unsere Jugend wird deshalb in Schulen, in welchen Buchführung gelehrt wird, in diesem Fache fürs praktische Leben tüchtig vorgebildet. Allein es gibt auch viele Geschäfts- und Kaufleute, junge und alte welche sich aus verschiedenen Gründen nicht in einen Schulsaal setzen und wie Schüler unterrichten und fragen lassen wollen, die aber trotzdem die Buchführung gerne lernen möchten. Um diesem Wunsche entgegenzukommen, hat die Schul­kommission der kaufmännischen Fachschule die Einrichtung getroffen, neben der Schule noch einen Vortrags-Kursus einzurichten, worin an jedem Dienstagabend von 91/4 bis IO1/* Uhr in Form von Vorträgen mit schriftlichen Dar­stellungen in leicht verständlicher Weise einfache gewerb­liche und kaufmännische sowie doppelte Buchführung gelehrt wird. Der letzte derartige Kursus wurde von 21 Herren verschiedener Berufsarten besucht. Diejenigen Herren, welche an dem am 3. Oktober beginnenden Kursus teilnehmen wollen, werden gebeten, sich in die im kauf­männischen Vereinshause oder bei dem Vorsitzenden offen liegenden Anmeldungslisten einzeichnen zu wollen. (Siehe heutige Anzeige.)

nn. Verhandlungen der evangelischen Landessyuode zu Darmstadt. Die Synode beschäftigte sich am Samstag mit der zweiten Lesung der Vorlage betr. die Gehalte der Geist­lichen. Synodaler Lucius-Mainz wünscht Auskunft, ob auch denjenigen Geistlichen die Wohlthat des Gesetzes zuteil werde, welche dem Klassifikations-Gesetz nicht beigetreten seien und ihre Pfarrgüter selbst verwalten. Oberkonsistorial- Präsident Buchner stellt fest, daß dies nicht der Fall sein werde. Zur Herbeiführung einer Gleichmäßigkeit müsse nach dieser Richtung hin ein gewisser Druck ausgeübt werden. Den betr. Geistlichen werde demnächst nochmals eine letzte Frist zur Umkehr gewährt werden. Synodaler Lucius beantragt, diese Vorschrift zu streichen, da es ungerecht sei, diejenigen Geistlichen, welche im Besitz des Erträgnisses ihrer Pfründe bleiben wollen, von der jetzt beschlossenen Wohlthat des Gesetzes auszuschließen. Die Tendenz des Gesetzes, von 1888, welches die Klassifikation einführe und dem Centralkirchenfoud die Pfründe der Pfarrgüter zuführe, sei wohl eine gute, aber es müßten auch Ausnahmen zu­lässig sein. Geh. Rat Goldmann erinnert daran, daß es sich hier nur noch um 5 bis 6 Geistliche handele. Falls diese jetzt nicht dem Gesetz von 1888 entsprechen würden, sei deren Ausschluß von der Wohlthat durchaus gerecht­fertigt. Seiner Ansicht nach wäre es überhaupt anzustreben, daß die Geistlichen nicht mehr genötigt seien, Feld und Weinberge selbst zu bebauen. Mit dem Wegfall der Pfründe werde vielen ein Gefallen gethan. Synodaler Wahl-Schlitz kann sich nicht dafür aussprechen, daß ein Zeitpunkt für die Beitritts-Erklärung zum Besoldungsbezugsgesetz festgesetzt werde und beantragt Streichung dieser Bestimmung. Ober- konsistorial-Präsident Buchner tritt dem Antrag entgegen, da das Kirchenregiment ein sehr großes Interesse an der Herbeiführung von Einheitlichkeit habe. Prälat Dr. Habicht betont, daß es sich hier nicht nur um Grundstücke, sondern auch um die Besoldungsnote mit allen ihren Teilen handele. Eine solche Ausnahmestellung der Geistlichen sei nicht ge­rechtfertigt. Nachdem noch Geh. Rat Gold mann auf die prekäre Stellung der Geistlichen in den Gemeinden hin­gewiesen hatte, welche die Erträge ihres Pfarrgutes bei­behalten haben, wird der Antrag Lucius abgelehnt und die Vorschrift nochmals beschlossen. Zu § 12 des Gesetzes, welcher die Hingabe besonderer Zulagen in geeigneten Fällen festsetzt, bittet Synodaler Weiffenbach, die Wohlthat dieser Vorschrift auch den Geistlichen großer Kirchengemeinden im Odenwald und Oberhessen teilhaftig werden zu lassen, weil gerade an diese Herren große Anforderungen an Zeit und Kraft gestellt würden. Diese Vorschrift, sowie die ganze Vorlage findet hierauf Annahme. Auch der Gesetzentwurf für die Gehalte der Beamten im Geschäftsbereich des Ober­konsistoriums und des Predigerseminars zu Friedberg findet

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