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Annahme. Synodaler Stamm wünscht, daß auch den in den Ruhestand tretenden Geistlichen dieselben Vorteile zuteil werden sollen wie den im Amt befindlichen, sobald es die Finanzlage des Landes zulasse. Er stellt einen dahingehenden Antrag, der einstimmige Annahme findet. In den Synodal-Ausschuß wurden gewählt Synodaler Gräf und Koch. Zu Stellvertretern Weiffenbach und Wahl- Langen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft und wird die Synode mit Gebet um 12 Uhr geschlossen.
•* Das HerbstRad Rennen auf dem Sportplatz an der Hardt ging gestern in der üblichen Weise von statten. Die wenig zum Aufenthalte im Freien einladende Witterung hielt zwar manchen Zuschauer fern, doch konnte immerhin der Besuch als ein befriedigender bezeichnet werden. Sportlich kann sich dagegen das Rennen würdig an die Seite der früheren stellen, sowohl inbezug auf die Zahl der Fahrer, wie der meist interessanten Fahrten. Nachstehend teilen wir das Ergebnis des sofort nach Beendigung des Korsos begonnenen Rennens mit.
Eröffnungsfahren über 2000 Mir., für Herrenfahrer. 1. Preis ein silberner Humpen, 2. Preis ein Pokal mit Silberbeschlag, 3. Preis ein Becher. Es fanden drei Vorläufe über je 800 Mtr. statt. Je die zwei Ersten und der schnellste Zweite kamen in den Entscheidungslauf. Erster Vorlauf: 1. Ph. Nickolaus-Gießen 1.35, 2. Ad. Gottron- Weisenau 1.35%, 3. Gg. Drescher-Weisenau 1.35%. Zweiter Vorlauf: 1 Carl Duill-Gießen 1.17, 2. Link Frankfurt 1.17%, 3. Fr. Seel-Frankfurt 1.17%. Dritter Vorlauf: 1. Jos. Seischab-Weisenau 1.10, 2. W. Goertz Weilburg 1.10%, 3. PH. Fries-Weisenau 1.10%. Im Entscheidungslauf, der zweimal gefahren werden mußte, waren im ersten Lauf die Zeiten: Seischab 4.20, Fries 4.20%, Gottron 4.21, im zweiten Lauf: Seischab4.46, Duill4.16%, Gottron4.16%.
Hauptfahren über 2000 Mtr. für Berufsfahrer. 3 Barpreise von 100, 50, 25 Mk. Erster Vorlauf: 1. Siebenmann-Berlin 1.6, 2. C. Lautermann-Darmstadt 1.6%, 3. L. Kexel-Koblenz 1.6%. Zweiter Vorlauf: 1. H. Struth-Mainz 1.15, 2. Jos. Bischung-Würzburg 1.15%, 3. W. Kexel-Koblenz 1.15%. Im Entscheidungslauf wurde der Sieg ohne Zeitnahme den Herren Siebenmann, Lauter- mann und Struth zugesprochen.
Mannschaftsfahren für Herrenfahrer über 6000 Mtr. 1. Preis ein echt silberner Pokal (Ehrengabe der Stadt Gießen), als Wanderpreis auf ein Jahr und Ehrenurkunde für den Verein, sowie Medaillen den Fahrern, außerdem dem siegenden Verein bei Rückgabe des Wanderpreises ein Nebenpreis mit Gravierung. 2., 3. und 4. Preis: Ehrendiplom den Vereinen. Es fanden zwei Vorläufe über je 3200 Mtr. statt. Erster Vorlauf: 1. Verein „Wanderers- Gießen 4.43%e, 2. Verein „Radsport"-Frankfurt 4.46%. Zweiter Vorlauf: 1. Verein „Wanderlust"-Weisenau 4.43%, 2. der Radfahr-Verein Lollar gab nach Abfall einiger Fahrer das Rennen auf. Der Entscheidungslauf zwischen Weisenau und Gießen war ein heißer, indem Gießen gegen Ende die geringer werdende Distanz durch kräftigen Spurt beträchtlich erweiterte. Zeit: Weisenau (Fahrer Seischab, Gottron, Drescher) 8.37%, Gießen (Fahrer Duill, Nickolaus, Hirtz) 8.40%.
Prämienfahren über 2000 Mtr. für Berufsfahrer. Preise 30, 20, 10 Mk. bar, außerdem den Siegern der ersten vier Runden je 10 Mk. bar. 1. Siebenmann-Berlin 2.45%, 2. C. Lautermann-Darmstadt 2.56%, 3. W. Kexel- Koblenz 2.57. Die Führungsprämie erhielten die drei Genannten, sowie I. Bischung-Würzburg.
Fahren um den Kuratorium-Wanderpreis über 4000 Mtr. für Herrenfahrer. 1. Preis ein echt silberner Pokal, gestiftet von Mitgliedern des Kuratoriums; derselbe muß dreimal nacheinander oder viermal im Ganzen von demselben Sieger gewonnen werden. Der jedesmalige Sieger erhält eine echt silbervergoldete Medaille, 2. Preis eine silberne Medaille, 3. Preis eine Bronzemedaille. Die vorgesehenen Vorläufe konnten ausfallen. Der Verteidiger des Preises, Paul Albert-Biebrich, war nicht am Start erschienen. 1. Jos. Seischab-Weisenau 6.54, 2. Link-Frankfurt 6.54%, 3. Ad. Gottron-Weisenau 6.54%.
Mehrsitzer-Vorgabefahren über 2000 Mtr. für Berufsfahrer. Barpreise: 70, 40, 20 Mk. 1. H. Struth- Mainz und C. Lautermann-Darmstadt 2.43, 2. Gebr. Kexel- Koblenz 2.44, 3. Ph. Kronenberg-Berlin und Jos. Bischung- Würzburg 2.45.
Sportplatz-Fahren über 2000 Meter für Herrenfahrer: 1. Preis ein silbervergoldeter Humpen. 2. Preis Andres Kartenwerke, 3. Preis ein Becher. Erster Vorlauf (800 Meter): 1. C. Duill-Gießen 1.15%, 2. W. Goertz- Weilburg 1.16, 3. G. Drescher-Weisenau 1.16%. Zweiter Vorlauf: 1. Ph. Fries-Weisenau 1.23%, 2. Jos. Seischab- Weisenau 1.23%, 3. Gottron-Mainz 1.23%. Entscheidungslauf : Seischab 2.54%, Drescher 2.55, Gottron 2.55%.
Nach Beendigung des Rennens fand auf der Terrasse die Preisverteilung statt. Konzert und Volksbelustigung beschlossen das diesjährige Herbstrennen.
() Lich, 18. September. Zum Hinscheiden des Fürsten Hermann zu Solms-Lich gehen uns noch folgende ergänzenden Mitteilungen zu: Der am 16. d. Mts. verstorbene Fürst Hermann zu Solms-Hohensolms-Lich war geboren am 15. April 1838 zu Schloß Pirnitz in Mähren als Sohn des Prinzen Ferdinand zu Solms-Hohensolms- Lich und seiner Gemahlin Karoline geborenen Gräfin Collalto und San Salvatore. Er war vermählt mit der Fürstin Agnes geborenen Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. Am 29. Februar 1880 succedierte er seinem Oheim, dem Fürsten Ludwig zu Solms-Hohensolms-Lich. Dem Preußischen Herrenhause und der Ersten Kammer im Großherzogtum Hessen gehörte er als erbliches Mitglied an. Er war Königlich Preußischer General - Major ä la suite der Armee und hatte die Berechtigung zum Tragen der Uniform des Westfälischen Ulanen-Regiments Nr. 5, in dem er mehrere Jahre aktiv
gedient hatte. Fürst Hermann war Rechtsritter des Roten Adler-Ordens I. Klasse mit der Krone, besaß mehrere Großkreuze und sonstige hohe Orden. Bereits seit längeren Jahren litt der Fürst an andauernder Herzaffektion, weshalb er auch die im Dezember 1896 auf ihn gefallene Wahl zum Präsidenten des Preußischen Herrenhauses ablehnen mußte. Ihm succediert sein ältester Sohn Fürst Carl, geboren zu Lich am 27. Juni 1866. Derselbe ist Oberleutnant im Leib-Garde-Husaren-Regiment zu Potsdam. Er vermählte sich im Jahre 1894 mit Emma, geborenen Prinzessin zu Stolberg-Wernigerode, Tochter des verstorbenen Fürsten Otto zu Stolberg-Wernigerode. — Die Beisetzung findet am nächsten Mittwoch, 20. d. Mts., nachmittags 3 Uhr hier- selbst statt.
-j- Hof-Dauervheim, 17. September. Zwei früher dahier bedienstet gewesene Mannspersonen mißbrauchten das Vertrauen ihres Herrn in der gröblichsten Weise dadurch, daß sie ohne Rechtsgrund eine Zeitlang Futterartikel auf dem Gute des Pächters Haase mitgehen hießen und für sich oder andere verwerteten, bis die Sache ruchbar wurde. Da durch die ziemlich umfangreiche Beweisaufnahme vor dem Schöffengerichte Nidda eine Kette von Entwendungen den angeklagten Knechten nachgewiesen wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft gegen jeden beschuldigten wegen Diebstahls 5 Monate Gefängnis; das Gericht erachtete jedoch je 3 Monate Gefängnis als hinreichende Sühne für die Vergehen der beiden Männer, welche zudem verheiratet sind.
Freiensteinau, 17. September. Bei der kürzlich stattgefundenen Bürgermeisterwahl erhielt Herr Kaspar Muth VI. 56 Stimmen, während seine Gegner Georg Merz und Poftagent Euler nur 51 Stimmen zusammenbrachten. Herr Muth dürfte mithin gewählt sein. — Wie verlautet, soll in den ersten Tagen auch in dem nahen Holzmühl die Bürgermeistermeisterwahl vorgenommen werden. Holzmühl gehörte bisher zur Bürgermeisterei Freiensteinau, hat aber nach dem Tod des Bürgermeisters Rasch von Großherzoglichem Ministerium die Genehmigung zur Errichtung einer eigenen Bürgermeisterei erhalten.
Butzbach, 16. September. Herr Christopf Rumpf, ein allgemein hochgeachteter Mitbürger unserer Stadt, der sich bis vor einiger Zeit einer verhältnismäßig guten Gesundheit erfreute, trotzdem ihn ein vor mehreren Jahren vorgekommener Unfall meistenteils an das Zimmer fesselte, ist gestern früh im 85. Lebensjahr verstorben.
Darmstadt, 17. September. Die „Darmst. Ztg." gibt folgendes Schreiben des Kaisers an den Großherzog bekannt: „Durchlauchtigster Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder! Es gereicht mir zur besonderen Freude, Eurer Königlichen Hoheit meine lebhafte Befriedigung über die kriegsmäßige Ausbildung auszusprechen, die das dem 13. (Königllich Württembergischen) Armeekorps zugeteilte Großherzoglich Hessische Dragoner - Regiment (Garde- Dragoner-Regiment) Nr. 23 während der heute beendeten Manöver bewiesen hat. Ich verbleibe mit den Gesinnungen unveränderter Hochachtung und Freundschaft Eurer Königlichen Hoheit freundwilliger Vetter und Bruder Wilhelm. Karlsruhe, den 13. September 1899.
Mainz, 17. September. Als Hauptredner bei dem hessischen Katholikentag sind angemeldet: Dr. Lieber: Ueber die politische Lage; Geistl. Rat Wertmann (Freiburg), Triborn (Köln), Reichstagsabgeordneter Schmitt (Mainz).
Nermisthtes.
* Berlin, 17. September. Eine sensationelle Kunde übermittelt der Telegraph aus Brasilien: Der Schuhmacher Joseph Gönczi, welcher am 23. August 1897 mutmaßlich in Gemeinschaft mit seiner Ehefrau die 71jährige Frau Steinbruchbesitzerin Auguste Schultze und deren 53jährige Tochter Fräulein Clara Schultze ermordete, ist in Rio de Janeiro verhaftet worden. Auch seine Frau befindet sich in Sicherheitshaft. Dem Königlichen Polizei- Präsidium wurde die Mitteilung durch folgendes Telegramm des deutschen Konsulats in Rio de Janeiro übermittelt:
„Polizei-Präsidium, Berlin.
Gönczi verhaftet, auch Frau provisorisch. Identität zu- gestanden, bestreiten Mordthst. Widersprechen sich. Falls Auslieferung, auch Frau, dort amtlich erwünscht, telegraphischer Haftbefehl an Gesandschaft nötig.
Konsul Wewer."
Hiernach ist seitens des Ersten Staatsanwalts beim Landgericht I dem Herrn Konsul das telegraphische Ersuchen ausgesprochen, auch die Ehefrau in Haft zu halten; das Auslieferungsverfahren wird alsbald in die Wege geleitet werden. Bereits Anfang vorigen Monats war von dem deutschen Konsulat in Rio die Mitteilung eingegangen, daß Gönczi und Frau in Curitiba südlich von Rio gesehen worden seien, auch habe sich ein weißer Spitz bei ihnen befunden. Die Festnahme gelang dort jedoch nicht. Jedenfalls hatten Gönczi und Frau auf irgend eine Weise erfahren, daß sie erkannt worden seien, und es vorgezogen, rechtzeitig nach Rio überzusiedeln, wo fte leichter zu verschwinden hofften. Ob Geld bei ihnen gefunden, steht noch nicht fest; doch kann von einem einigermaßen erheblichen Betrage kaum die Rede sein. So wird denn endlich das Verbrechen seine Sühne vor dem irdischen Richter finden, durch welches seinerzeit Berlin in große Aufregung versetzt worden ist.
* Kiel, 15. September. Die Leiche von Kapitän Ernst Krützfeldt ist bei Leba an den Strand getrieben worden. Krützfeldt war Führer des Kieler Dampfers „Adele", dessen bevorstehenden Untergang er, wie gemeldet, durch eine Flaschenpost, die am 14, Dezember 1898 aufgefunden wurde, an Frau und Rhederei meldete.
* Kirchheim n. T., 15. September. Ein hiesiger Schäfer ist seinem Herrn mit 8000 Mark, die er für Schafe gelöst, durchgegangen.
Neueste Meldungen.
Depeschen deS Bureau .Herold'.
Berlin, 18. September. Das Endergebnis in dem gestern gefahrenen zweitenTeile des großen Preises von Berlin, der in einem Dauerrennen über 6 Stunden im Sportpark Friedenau zur Entscheidung kam, war folgendes: 1. Walti aus London mit 293 Kilometer, 2. Bonhours aus Paris mit 284, 3. Fischer aus München mit 279, 4. Robl mit 262, 5. Huret mit 259 Kilometer.
Petersburg, 18. September. Die russische Regierung hat ein Circular für den Warschauer Lehrbezirk erlassen, nach welchem der polnische Sprachunterricht in den mittleren Lehranstalten des Gebietes obligatorisch eingeführt wird.
Die Zustände in Frankreich.
Pares, 18. September. Zwei von 10 Personen, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag Gusrin verproviantierten, wurden gestern durch die Polizei verhaftet. Einer war ein ehemaliger Polizei-Kommissar namens Tardif.
Wien, 18. September. Die Enthebung des Obersten Schneider von dem Posten eines Militär-Attache bei der Botschaft in Paris und der Gesandtschaft in Brüssel wird im Armee-Verordnungsblatte veröffentlicht.
Wien, 18. September. Wie die „Sonn- und Montags- Zeitung" aus zuverlässiger Quelle erfährt, werde die Wiederbesetzung des Militär-Attachö-Postens in Paris von feiten Oesterreich-Ungarns vorläufig nicht stattfinden.
Die Deutschbeweguug in Oesterreich.
Wien, 18. September. Graf Thun reist auf vier Tage nach Meran, wo Beratungen mit dem Kaiser Franz Joseph stattfinden werden.
Wien, 18. September. Offiziell wird angekündigt, daß, falls die bevorstehende Verständigungs-Konferenz infolge Nichtbeschickung mehrerer parlamentarischen Parteien resultatlos verlaufen sollte, das Kabinett Thun seine Mission als beendet ansehen und ein direktes Eingreifen der Krone behufs Herbeiführung geordneter Zustände stattfinden werde.
Graz, 18. September. Nach Schluß einer Versammlung, welche gegen den §. 14 protestierte, demonstrierte eine große Anzahl Reservisten vor dem Land- und Nathause und attackierte schließlich einen Tramway-Wagen, welcher die Nr. 14 trug. Derselbe wurde arg demoliert.
Transvaal und England.
London, 18. September. Bis heute früh 3 Uhr hatte das Auswärtige Amt der Presse noch keine Mitteilung gemacht betreffs der gestern eingegangenen Antwort des Präsidenten Krüger auf die Vorschläge Chamberlains. Der Wortlaut wird indessen spätestens bis heute nachmittag bekannt gegeben werden. Alle Andeutungen der Blätter gehen dahin, daß die Antwort abschlägig laute. Wie es heißt, soll Präsident Krüger in seinem Telegramm versichert haben, daß zwischen Tranvaal und dem Oranje-Freistaat ein vollständiges Einvernehmen herrsche und daß beide Staaten entschlossen sind, Seite an Seite für ihre Freiheit zu kämpfen.
London, 18. September. „Daily Mail" meldet aus Kapstadt: Gestern habe unter dem Vorsitz von Cecil Rhodes ein Bankett im Lager der landwirtschaftlichen Vereinigung Süd-Afrikas stattgefunden. Es wurden mehrere Reden gehalten, worin die anwesenden Delegierten Transvaals ihre Hoffnung auf Erhaltung des Friedens ausdrückten.
Paris, 18. September. Die hiesige Ausgabe des „New-Aork Herald" versichert, Kenntnis von dem Wortlaut des Antwort-Telegramms Krügers an England erhalten zu haben. Transvaal verwirft darnach die verschiedenen englischen Vorschläge und stützt sich auf die freie Konvention. Die Transvaal-Regierung erklärt sich bereit, den Ausländern politische Rechte nach siebenjähriger Ansässigkeit zuzugestehen und drückt die Hoffnung aus, daß England nicht noch neue Bedingungen stellen werde. Krüger erklärt sich bereit, den Vorschlag der Zusammenstellung eines gemeinsamen Ausschusses anzunehmen.
London, 18. September. Die Antwort Transvaals traf gestern vormittag hier ein: Sie wurde nachmittags entziffert und nach Chamberlains Privat-Residenz expediert. Die für Montag erwartete Veröffentlichung ist verschoben worden. Das Kabinett wird für Dienstag berufen werden, um die Entscheidung zu treffen.
Rom, 18. September. Auf der Konsulta lief ein von 1800 italienischen Uitländers unterzeichneter Protest gegen dieTransvaal-Regierung ein. Die Italiener beklagen sich in demselben über Mißhandlungen, denen sie wegen ihrer Sympathieen für England seitens der Buren ausgesetzt seien. Der Unterstaatssekretär des Aeußeren, Fuschnoto, hatte gestern dieserhalb eine Unterredung mit dem englischen Geschäftsträger.
Rewyork, 18. September. Die gesamte amerikanische Presse protestiert gegen die Ansprüche Englands gegenüber Transvaal. Am heftigsten spricht sich darüber der Newyorker „Sun" aus.
Antwerpen, 18. September. Gestern nachmittag fand hier ein großes Meeting statt, bei welchem die Führer aller Parteien in heftig en Worten gegen die Haltung Englands Transvaal gegenüber protestierten. Schließlich wurde eine in diesem Sinne abgefaßte Tagesordnung angenommen, deren Wortlaut dem Präsidenten Krüger und der englischen Regierung übermittelt wurde.
Kaiserbesuch in Darmstadt.
Darmstadt, 18. September. (Telephonmeldung). Der „Darmst. Ztg." zufolge wird das russische Kaiserpaar zu Ende dieser Woche hier erwartet.


