Ausgabe 
19.5.1899 Erstes Blatt
 
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Deutsches Keich

I einen höheren Richter beendet worden sei, man schon wieder vor der Disziplinierung eines höheren Beamten stehe. Das sei sehr bedauerlich. Vom Regierungstisch, speziell vom | Ministerialrat Soldan sei nichts gegen die erhobenen An- I klagen vorgebracht worden, um dieselben zu entkräften. Der Standpunkt der Negierung sei ein in dieser Sache äußerst bedenklicher und sei nicht geeignet, beruhigend auf die Be­völkerung zu wirken. Die Erwiderungen in der ^Darm­städter Zeitung" über die in der Presse gebrachten Anklagen, sei das pyramidalste an Nichtigkeit gewesen, was ihm je in seinem Leben vorgekommen sei. In Mainz habe man nach den Anklagen in der Presse gesagt, daß, wenn das alles wahr

I fei, die Männer der Schulabteilung nicht einen Augenblick 1 im Dienst bleiben konnten. Die Autorität der Schulab­teilung habe einen so starken Stoß erlitten, daß von einem gedeihlichen Zusammenwirken keine Rede mehr sein könne. Eine Reorganisation dieser Behörde sei die Pflicht der Staatsregierung. Redner geht auf die einzelnen erhobenen Anklagen gegen Ober-Schulrat Dr. Dettweiler ein, um die der Ministerialrat Soldan Wie die Katze um den heißen Brei herumgegangen sei. Er wünscht, daß die Untersuchung der ganzen Angelegenheit durch einen richterlichen Beamten stattfinden soll. Eine solche Untersuchung werde dann die beste Garantie dafür bieten, insbesondere wenn das Er- | gebnis vor dem ganzen Land bekannt gegeben werden. Wenn die Regierung in dieser Weise verfahre, und wenn dann auch die Kammer in die Lage versetzt worden sei, die ganze Angelegenheit zu prüfen, dann werde sich auch das Land wieder beruhigen und der Schule das ihr so not­wendige Vertrauen entgegenbriugen.

Damit wird die Besprechung um 2 Uhr geschlossen I und vertagt sich die Kammer mit 16 gegen 15 Stimmen I bis zum 30. Mai d. I.

I Berlin, 17. Mai. Im Abgeordneten Hause wurde heute in zweiter Lesung die Novelle zum Gesetz über die

I Verteilung der öffentlichen Lasten bei Grundstücks-Teilungen I und neuer Ansiedelungen beraten. Die Vorlage wurde nach I längerer Debatte an die Kommission zurückverwiesen. Es I folgte die erste Lesung des Gesetzentwurfes betreffend die I Einstellung und Versorgung der Kommunalbeamten. Dieser I Entwurf ging an eine besondere 14gliedrige Kommission.

Der Kommissionsbericht über den Antrag v. Mendel-Stein- I stls betreffend Förderung der Landes-Kultur und Förderung der Viehzucht wurde nach dem Anträge der Kommission, wonach für das Jahr 1900 zur Förderung der Landes- I Kultur und der Viehzucht entsprechende Mittel in Aussicht I genommen werden sollen, angenommen. Auf der morgigen I Tagesordnung stehen kleinere Vorlagen und Petitionen.

Berlin, 17. Mai. Wie der englische Publizist Stead, I der wieder eine Unterredung mit dem Zaren hatte, einem I Mitarbeiter desLokal-Anzeiger" mitteilte, habe der Zar die Broschüre des Professors v. Stengel gelesen

I und sei davon unangenehm berührt gewesen.

| Berlin, 17. Mai. Zur Ablehnung der Kanal- I Vorlage erfährt dieNordd. Allgem. Ztg.", die Staats- ;

Regierung müsse an ihrem Standpunkte festhalten und gebe i sich der Erwartung hin, daß eine weitere Erörterung der wirtschaftlichen, verkehrspolitischen und militärischen Seite der Kanalfrage im Plenum des Abgeordnetenhauses zu einem anderen erfreulicheren Ergebnis führen werde.

Berlin, 17. Mai. Zur Neubefestigung von Metz I schreibt die T. R. Mit der vom Kaiser vollzogenen Grund- I steinlegung des neuen FortsGraf Haeseler" bei Metz ist der erste Schritt zur Neubefestigung dieses großen ! deutschen Waffenplatzes an unserer Westgrenze geschehen.

Bekanntlich machte der Kriegsminister im Februar d. I. in der Budgetkommission Andeutungen über beabsichtigte Um- I gestaltungen unseres Festungswesens, worüber wir seinerzeit I berichteten. Sie bezogen sich zum Teil auf Fortfall der Stadtumwallungen und deren Ersatz durch stärkere Außen­werke. Hiermit wird nun bei Metz der Anfang gemacht. Auf dem etwa 10 Km. von Metz entfernten, auf dem rechten Moselufer fast 200 Meter über dem Fluß steil emporragen­den St. Blaise wird sich das erste weiter von der Stadt I vorgeschobene FortGraf Haeseler" erheben. Im Mittel- alter stand hier die Burg der Bischöfe von Metz, wovon heute noch Mauerreste zeugen, die nun auch bald verschwinden werden. Sie ist in den Kämpfen der Bischöfe gegen die I Stadt, sowie den Kriegen Franz I. gegen Karl V. wieder­holt zerstört. 1870 stand hier ein deutsches Observatorium I jur Beobachtung des eingeschlossenen französischen Heeres. I Dem Fort auf der St. Blaise gegenüber wird auf dem I hnten Moselufer sich aus dem ebenso hohen Gorgimont ein I Zweites Fort anschließen, deren Entfernung von einander etwa I vier Kilometer beträgt. Etwa zehn Kilometer nördlich vom Gorgimont wird an der Straße Metz-St. Privat auf den Höhen nordwestlich Saulny ein drittes großes Fort errichtet, so daß die Stadt hierdurch gegen jede Beschießung aus den welttragenden neuen Geschützen zunächst gesichert ist. Auch die Festung Diedenhofen, bisher ganz ohne vorgeschobene Außenwerke, wird nunmehr ein solches erhalten. Auf der das umliegende Gelände weithin beherrschendenHöhe bei Gentringen, I ungefähr 4 Kilometer nordwestlich von Diedenhofen, wird I

sich erheben, und ein auf dem linken Moselufer erscheinen- I der Feind kann alsdann die Festung nicht eher unter Feuer I nehmen, als bis das Fort gefallen ist. Die französische I dresse verlangt diesen neuen deutschen Befestigungen gegen- I uoer die schon so oft besprochene ausgedehnte Befestigung I von Nancy und wirft der Regierung vor, daß sie unrichtiger- I weise alle Mittel auf die Küstenbefestigung verwende und I darüber den schlimmsten Feind Deutschland vergesse. I Da die neuen deutschen Befestigungen doch nur der Ver- I teidigung zu gute kommen, so ist es nicht recht ersichtlich, I wie hierdurch eine Verstärkung der französischen Verteidigungs- I anlagen begründet werden kann.

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weitere Behandlung des Schülers Dettweiler, nachdem seine Thaten bekannt waren, sei geradezu unerhört gewesen. Ohne Wissen des Lehrkörpers sei derselbe an das Bens­heimer Gymnasium versetzt worden und zwar mit folgendem Zeugnis: Betragen gut:Zeigt bedenkliche Nei­gungen seinen Mitschülern gegenüber." Ueber all diese Vorkommnisse müsse eine genaue Untersuchung statt- finiW. Diese müsse aber in Hände gelegt werden, welche einwandfrei seien. Höher als Personen stehe ihm die Ehre der hessischen Lehrerschaft, welche von dem Wunsch nach Wahrheit und Gerechtigkeit durchdrungen sei. Das seien die Stützen des Staates. Wenn die Lehrer im Interesse der Schule arbeiten sollen, dann müßten aber auch diese Stützen fest sein. (Bravo). Ministerialrat Soldan sucht nach den Anschuldigungen der Abg. David und Friedrich seine Handlungen in dieser Angelegenheit dem Hause nochmals klar zu legen. Er bedauert, daß Direktor Mangold die Vorkommnisse mit Dettweiler, welche ihm schon seit Januar bekannt wären, nicht schon früher zur Anzeige gebracht habe. Damals sei es möglich gewesen, die Ange­legenheit ohne Aufsehen zu erledigen. Das könne er aber I vor dem ganzen Lande versichern und bestätigen, daß, als ihm die Angelegenheit bekannt wurde, er sofort die ener­gischsten Maßregeln ergriffen habe, um der Sache auf die Spur zu kommen. Dabei habe er aber das Interesse der Schule damit zu wahren geglaubt, daß er die Untersuchung ohne Aufsehen zu führen versuchte. Dies sei ihm aber nicht gelungen. Namentlich die jüngeren Lehrer hätten zu einer Disziplinierung des Dr. Ahlheim gedrängt. Darauf hin sei die Bestrafung des Dr. Ahlheim erfolgt. Oberschulrat Dettweiler habe zwar gefehlt, weil er etwas gestattet habe, was andern erlaubt, aber dem Sohne eines Oberschulrates nicht gestattet sei. Die Disziplinierung des Dr. Dettweiler sei daher eine gerechte gewesen. Abg. Metz-Gießen. Außer vom Regierungstisch haben bis jetzt nur Schulmänner gesprochen. Zunächst müsse man den Interpellanten danken, daß die Sache hier im Hause zur Sprache gebracht worden sei. Soweit er die Angelegenheit verfolgt habe, müsse er kon­statieren, daß sie doch sehr aufgebauscht worden sei. Man müsse auch die menschliche Seite der Sache in Betracht ziehen. Die Kammer sei aber doch kein Gerichtshof der über die Rich­tigkeit der vorgebrachten Anschuldigungen zu entscheiden habe. Redner bespricht die Schwierigkeiten bei der Heranbildung der heutigen akademischen Jugend. Für einen Vater sei es ein wahres Unglück, wenn er mehrere Söhne habe, welche eine höhere Schule besuchen wollen und welche etwas schwer von Begriff seien. Daß der Sohn eines Oberschul­rates natürlich noch vorsichtiger sein müsse, liege auf der Hand. Wenn man hier richten wolle, so müsse man doch auch ih Betracht ziehen, daß Dr. Dettweiler als Pädagoge und als Lehrer große Verdienste habe. Das Bensheimer Gymnasium sei von ihm unter schwierigen Verhältnissen über­nommen worden. Auch Lehrer könnten sich irren, aber bei akademisch gebildeten halte man das nicht für möglich. Die Konferenzen dieser Herren seien der Schrecken der studieren­den Jugend. Eine Beschwerde gegen den Beschluß einer solchen Konferenz sei schwerer durchzuführen, als der schwierigste Prozeß. Abg. Ulrich versteht Die Stellung des Abg. Metz in dieser Sache nicht. Wenn er versucht habe, die Sache durch seine Rede zu retten, so rufe er ihm zu: ^Zurück, du rettest den Freund nicht mehr". Päda- i gogffche Deduktionen wolle er keine machen. Die Debatte habe aber gezeigt, daß am Ludwigs-Georgs-Gymnasium Zustände herrschen, welche sehr der Beleuchtung wert seien. Zudem habe Dettweiler keinen schlechteren Vertreter seitens der Regierung gefunden, wie gerade Herrn Soldan, der viel gesprochen, aber die Hauptanklagen nicht widerlegt habe. Ulrich kritisiert ferner in ausführlicher Weise die einzelnen Fälle in scharfer Beleuchtung. Der ganze Schein spreche gegen die oberste Schulbehörde, insbesondere nach­dem der junge D. jetzt unter gleichen Verhältnissen in die­selbe Klasse ins^,Bensheimer Gymnasium versetzt worden sei. I Seiner Ansicht nach hätte man denselben statt dorthin zu bringen, in eine Besserungs-Anstalt schicken sollen, wo er schärfer beaufsichtigt werden könne. Hoffentlich hätten die I gestrigen und heutigen Debatten die guten Folgen, daß die I großen pädagogischen Fehler anerkannt und rasche Abhilfe I geschaffen würde. Abg. Osann betont, Pflicht der Kammer sei es, derartige öffentliche Vorkommnisse in ent­sprechender Weise richtig zu beleuchten. Es sei nicht zu I leugnen, daß grobe Verfehlungen vorgekommen seien und I er müsse ernste Bedenken über die Art und Weise der Untersuchung gegen Dr. Dettweiler und Dr. Ahlheim aus­drücken, obwohl es Oberschulrat Soldan mit den genannten I anscheinend gut gemeint habe. Er hätte gewünscht, daß man eine Lehrer-Konferenz berufen hätte. Dann wäre die I Sache nicht soweit gekommen und man hätte sie auch leichter klarlegen können. Ein absolut grober Fehler des Lehrers I sei es aber, wenn er den Schüler bei Arbeiten unterstütze, welche für denselben einen Prüfstein bilden sollen: er könne die müden Ausdrücke seitens des Regierungs-Vertreters für I btefe Fehler nicht billigen. Die Unterlassung einer ein- I Spenden Untersuchung werfe ein falsches Licht auf Regierung und Staat. Deshalb sei es nötig, die ganze I Angelegenheit weiter: und schärfer zu untersuchen - >9. Schroeder wünscht die Beschleunigung der Unter- suchung mit einem hohen Richter an der Spitze statt eines Schulbeamten Stelle dieser dann noch weitere Verfehlungen fest, dann müssen strenge Strafen folgen, n<^ca£tdnUmtCc the versichert die Kammer, daß die I

aU dlnfchuldigungen ausgedehnt werde. I Nach Beendigung derselben werde dem Hause das Resultat Mitgeteilt werden. - Abg. Joutz stellt fes^ daß sich be dem hohen Preis der Nachhilfestunden sich diese nur die Reichen leisten können. Dadurch würden diese aber be­vorzugt und der Hochmut großgezogen. Eine Erschwerung des Studiums sei daher durchzuführen. Abg. Schmitt bedauert, daß, nachdem kaum ein Disziplinarverfahren gegen I

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.. Mit der Ablehnung der Kanalvorlaa- die Kanalkommission ist das letzte Wort in dieser frett noch nicht gesprochen. Aus den Reden der wIT »ertat'r ging unzw-is-Ihaft hervor, daß di- -pdqilti ' scheidung ihrer Fraktion erst im Plenum fallen w rd , den Zusicherungen, die die Regierung den Schlesien dem Gebiet des Verkehrswesens machen kann, wird hangen. Auch ine Bedenken westlicher Zentrums»--, werden verstummen, wenn die Vorteile, die der fciJi't,! rheinisch-westfalischen Industrie bringt, durch weit». «' ^hrsanlagen zu Gunsten der dem Kanal ferner Distrikte ausgeglichen werden, Biel bemerk wurd? ' die konservative Opposition vollständig davon aborFm,/ ' .ft, daß der Kanal di- Landwirtschaft schädig- sich, wie Graf Limburg-Stirum in der Zusammen' aller seiner Gegengründe darthat, aus den Standpunkt gezogen, daß der Kanal der Landwirtschaftfeinen » " , Bringe", und nur noch finanzielle Bedenken »orqeflu °?ß der Kanal ein großes Kapital wenig produktiv Z. die Eisenbahneinnahmen vermindere, weitere "aK ^4 zieh- und so den Staat finanziell engaqie«i,5 daß andere Einnahmequellen Ersatz böten. Die fonimnZ Fraktion als solche ist aber eben so wenig wie di. > konservative in ihrer Gesamtheit durch die ffommilii r Vertreter festgelegt worden, Im Gegenteil, sichere sprechen dafür, daß schon jetzt nicht wenige Mitglieder Fraktionen entweder für den Kanal sind, zu« w-ni-si, aber nicht gegen ihn zu stimmen beabsichtigen, ... , Ebing, 17, Mai. Wie dieElbinger Zeitung» «eitr ift hier eine Falschmünzerbandc, bestehend aus Bergarbeitern und zwei Konditorgehilfen, aufgehoben «orbei welch- die Herstellung und Verbreitung falscher SMnfum stucke betrieben hatten.

Ausland.

Kokales und Prmmyielles.

Gießen, 18. Mai 1899.

** Ernennung. Se. König!. Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, am 29. April l. I. den Eisen bahnmaschinen-Jnspektor und Vorstand einer Werkstätten Inspektion in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaf i Georg Heuer zum Eisenbahndirektor mit dem Range den Regierungsräte zu ernennen.

** Gelegentlich des bevorstehenden Schützenfestes soll eiita Festzeitung in sechs Nummern ausgegeben werden, bereu Verlag die v. Münchow'sche Druckerei übernommen hat- ! Wenn nun auch schon eine ganze Reihe einheimischer M-- arbeiter für Ernst und Humor gewonnen sind, so blühen | doch sicher im Verborgenen noch viele der Redaktion w* ; bekannte Dichter, deren Werke genügenden Raum voraus gesetzt einen passenden Platz in der Festzeitung pndeil. würden. Alle diese Damen und Herren seien des­halb freundlichst aufgesordert, Poesien ernsten und heitern, Inhalts, mit oder ohne Bezug auf das Schützenwesen, unseres i Vaterstadt u. s. w., hochdeutsche oder Dialektdichtungen" humoristische Dialoge u. dgl. vertrauensvoll an die Re­daktion, Nordanlage 21III, einzusenden.

Jungvieh-Weiden. Der unter dem Präsidium oe Herrn Grafen von Solms-Laubach stehende lavv" wirtschaftliche Verein für die Provinz Oberheffeu hat mehr auch eine Jungvieh- Weide im sogen. Tier­garten bei Hungen Herrichten lassen. Dieselbe wu mit dem l.Juni d. I. eröffnet werden. Zugelassen werde» | nur Rinder, welche von in das Herdbuch eingetragene» | Eltern abstammen. Das Weidegeld beträgt für die Zel vom 1. Juni bis 1. Oktober pro Stück 55 Mk., wozu leooG der Provinzialvereiu einen Zuschuß von 20 Mk. leiste^ Außerdem versichert der Verein die zur Weide gebrachte --

| Niederlande. In dem soeben ausgegebenen amtliche: I Verzeichnisse der Mitglieder der Friedenskonferenz I find der Vereinbarung gemäß die Staaten in alphabelisLel I Reihenfolge geordnet. Das Verzeichnis beginnt mitAi'o magne und schließt mitTurquie. Im oanzen fci 25 Staaten vertreten. Die Zahl der amtlichen

I ist 98. Drei Staaten sind bloß durch je einen Delegierter.

I vertreten: China, Griechenland und Persien. Von bei Großmächten ist Rußland ziffermäßig am stärksten (butefc

I acht Delegierte) vertreten, dann kommen Frankreich, Deutjcb land und Oesterreich mit je sechs, Italien mit fünf, ($ng

I land mit vier Delegierten. Dazu kommen noch die dipli matischen Sekretäre, Hilfsarbeiter und Dolmetscher. Mont: negro ist in dem.Verzeichnis mit der Bemerkung aufgeführt Siehe Rußland", da Montenegro durch den russisch» Bevollmächtigten vertreten wird. Erft am Montagnach mittag hat der päpstliche Nuntius Tarnassi Haag verlasse: und sich nach Luxemburg begeben, wo er im bischöfliche

I Palais Wohnung nimmt. Noch letzter Tage waren dipsi matische Bemühungen im Zuge, um zu vereinbaren, baj ein Vertreter des Papstes zum mindesten zu jenen Konferenz sitzungen geladen werde, in welchen die Frage der Schieds­gerichte zur Erörterung gelangt, zumal ja der Papst n verschiedenen Fällen schon das Amt eines Schiedsrichters ausübte, doch scheiterten die Verhandlungen offenbar ai Widerstande Italiens. Der erste russische Bevollmächtigte, Herr von Staal, ist leidend. Er erkältete sich bei beti Besuche desSchlosses im Busch" und hat leichtes i Fieber, doch ist keine Gefahr vorhanden. Der achtzig jährige Staatsmann ist jedoch großer Schonung bedürftig Das Unwohlsein des Herrn v. Staal hat zu dem Gerücht Anlaß gegeben, daß die Eröffnung der Konferenz verschoben werden soll. Heute (Mittwoch), am Vorabend der Er Öffnung der Konferenz, findet bei dem niederländischen Minister des Aeußeren, de Beaufort, ein Empfang ftatt, um den Delegierten Gelegenheit zu geben, in persönlich« Beziehungen zu treten.