Ausgabe 
18.11.1899 Erstes Blatt
 
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Inzwischen ist noch ein Antrag Pachnicke (frs. Vg.) dem Ver­leger im Falle der Selbstverpackung der Zeitungen eine Vergütung (5 Pfg. pro 100 verpackte Zeitungsnummern) zu gewähren, eingelaufen.

2Ibg. Dasba ch (Cent) empfiehlt dring,nd den Antrag Marcour. Die Post habe alle Veranlasiung, einen so guten Kunden, wie den Zeitungs- verleger, auch gut zu behandeln. Wenn es nötig sei, solle man doch lieber das Gesetz nochmals an die Kommission zurückverweisen.

Staatssekretär von Podbielski bezeichnet es als ganz unmöglich, um die Schwierigkeiten eines Zonensystems zu beseitigen, etwa den Ver­legern einen Einheitspreis vorzuschreiben.

Abg. von Czarliüski (Pole) spricht gegen das Gesetz.

Abg. Müller-Sagan (frs. Vp.) erhebt Einspruch gegen eine nochmalige Verweisung an eine Kommission und bekämpft hierauf die Anträge Dasbach und Marcour.

Abg. Graf Bernstorff-Lauenburg (Reichsp.) hält ebenfalls die Beschlüffe der Kommission für unannehmbar.

Abg. Dasbach (Ctr.) tritt nochmals für das Zonensystem ein.

Staatssekretär von Podbielski hält ein solches System für durchführbar, indes sei es sehr schwierig.

Ein neuer Antrag Dietz will in dem Kommissionsantrag die Monatsgebühr auf 2 Pfg. (statt 3) bemessen.

Abg. Eickhoff (frs. Vp.) ist für die Kommissionsbeschlüsse und empfiehlt die Bestimmung, daß im Falle der Selbstverpackung der Ver­leger 10 Pfg. für je 100 verpackte Zeitungsnummern an Vergütung erhalten soll.

Abg. Pachnicke empfiehlt seinen Antrag. Eventuell empfiehlt er Rückverweisung.

Staatssekretär von Podbielski bittet nochmals, an den Kom­missionsbeschlüssen festzuhalten.

Die Abstimmung ergibt Annahme der Ziffern 1 u. 2 (Erhöhung des einfachen Briefgewichts und Ausdehnung der Ortsbriefe auf den Rachbarortsverkehr).

Bei Ziffer 3 (Zeitungsgebührentarif) wird der Antrag Dasbach auf Rückverweisung mit großer Mehrheit ab gelehnt, ebenso der An« trag Horn-Goslar und der Antrag Marcour. Der Antrag Dietz (2 Pfg. Monat sgeblffhr) wird mit entschiedener Mehrheit an­genommen und in der so geänderten Fassung die Zeitungsgebührensätze genehmigt. Angenommen wird ferner der Antrag Dasbach auf Streichung der Bestimmung: Bruchteile eines Kilo werden als volles Kilo gerechnet.

Abgelehnt werden dagegen die Anträge Pachnicke und Eick­hoff (Vergütung bei Selbstverpackung). Damit ist Artikel 1 erledigt.

Morgen 1 Uhr: Fortsetzung.

Schluß nach SVi Uhr.

102. Sitzung vom 16. November. 1 Uhr.

Tagesordnung: Fortsetzung der 2. Beratung der Post­vorlage, und zwar bei Artikel II, welcher unter Ziffer 1 das Post­regal auf geschlossene Briefe im Ortsverkehr ausdehnt.

Ein Antrag Haussmann-Balingen (südd. Volksp.) will diese Ziffer ganz streichen.

Ein Antrag Rintelen (Centr.) will das Postregal nur auf die Briefe im Nachbarortsverkehr ausdehnen, dagegen nicht auf die Briefe im eigentlichen Ortsverkehr.

Abg. Rintelen (Centr.) befürwortet seinen Antrag.

Staatssekretär v. Podbielski erwidert dem Vorredner, daß die Reichspostverwaltung gerade nur im allgemeinen Verkehrsinteresse ihr R^gal ausdehnen wolle. Um bloße Plusmacherei handele es sich hier nicht.

Abg. Oertel-Sachsen (kons.) tritt diesen Ausführungen bei.

Abg. Singer (Soz.) erklärt, seine Freunde erkennen an, daß, wenn man der Postverwaltung die Verkehrserleichterungen zumuten wolle, die man von ihr verlange, man ihr dann auch nicht die Einnahmen, deren sie dazu brauche, verschließen dürfe zugunsten privater Unter- nehnmngen an großen Orten. Der Antrag Rintelen sei völlig unpraktisch, denn er zwinge, bei jedem Briefe zu unterscheiden, ob er am Orte bleibt oder beispielsweise in einen mit Berlin verwachsenen Vorort geht.

Abg. Müller-Sagan (frs. Vp.) erwidert dem Staatssekretär, Lessen Amtsvorgänger Stephan habe mit vollem Bedacht und voller Absichtlichkeit das Gebiet der Ortsbriefe dem Privatbetriebe freigegeben. Den Privatanstalten sei man überaus viel Dank schuldig; wenn sie nicht wären, dann könnte man wahrscheinlich noch sehr lange auf Reformen bei der Reichspost warten. Und zum Lohne dafür sollen jetzt die Privat­postanstalten erdrosselt werden.

Staatssekretär v. Podbielski erwidert, die Reichspostverwaltung sei unablässig für Reformen bestrebt; ihr Streben sei gerichtet auf all­gemeine Tarifverbilligungen, auf Ausdehnung der jetzt einem engeren Kreise zugedachten Verbilligungen allmählig auf immer weitere Entfern­ungen. Die Verwaltung gehe nicht fiskalisch zu Werke, sondern wolle auch hier nur dem Verkehrsinteresse dienen.

Abg. Pachnicke (frs. Vgg.) legt nochmals den prinzipiell ab­lehnenden Standpunkt seiner Partei dar.

Abg. Singer (Soz.) meint, die Privatposten hätten gar keinen Grund, sich besser zu dünken, als die Reichspost; am Allerwenigsten auf dem Gebiete des Beamtenwesens.

Die Debatte über Ziffer 1 wird geschloffen; die Abstimmung wird einstweilen ausgesetzt bis zur Erledigung des ganzen Artikels.

Die Ziffer 2 (in der Fassung der Regierungsvorlage) schrieb vor, daß Expreßboten zur Beförderung von Briefen und politischen Zeitungen nur immer fünf Kilo postzwangspflichtiger Gegenstände mit sich führen und nur von einem Absender abgeschickt sein dürsten.

Die Komission hat dies gestrichen.

Abg. Dasbach (Centr.) beantragt Wiederherstellung der Ziffer, und zwar im Interesse der kleineren Zeitungen mit fast ausschließlichem Absatz In der Umgebung.

Staatssekretär von Podbielski bittet um Ablehnung dieses Antrages.

Abg. Dasbach zieht seinen Antrag zurück.

Ziffer 3 läßt die Briefbeförderung am Orte durch private Boten zu.

Eine Debatte hierüber entsteht nicht.

Nunmehr folgen die Abstimmungen.

Ziffer 1 wird unverändert angenommen, die beiden dazu vorliegenden Anträge werden abgelehnt; Ziffer 2 wird gestrichen, Ziffer 3 angenommen; desgleichen der ganze Artikel 2 in der Fassung der Kommission.

Artikel 3 ließ in der Fassung der Regierungsvorlage die Privat« postanstalten (Errichtung bezw. Weiterbetrieb) nur noch zu mit nachzu­suchender Genehmigung des Reichskanzlers.

Die Kommission schlägt dagegen ein völliges Verbot der Privatpostanstalten vom 1. April 1900 ab. an.

Em Antrag Rintelen (Ztr.), sowie ein Antrag Haußmann Müller-Sagan wollen Artikel III ganz streichen

Abg. Herzfeld (Soz.) befürwortet einen Antrag seiner Partei, es ausdrücklich für zulässig zu erklären, daß ein Zeitungsagent, Zeitungs­spediteur, sich von auswärts durch die Post oder anderweit Zeitungen in Ballen kommen läßt, um sie an seinem Wohnorte zur Verteilung zu bringen. Auch soll der Verteilung an Sonntagen nichts in den Weg gelegt werden dürfen auf Grund von Sonntagsheiligungsverordnungen. Redner teilt aus Unklenburg Fälle mit, wo Spediteure an einem solchen Betrieb überhaupt auf Grund der Postordnung, sowie an Sonntagen auf Grund von Sonntagsheiligungsverordnungen gehindert worden seien.

Direktor im Reichspostamt Kraetke erwidert, in dem be­treffenden Falle sei die Oberpostdireklion vollkommen im Rechte gewesen. r bitte um Ablehnung des Antrages.

Abg. Büsing (nl.) billigt entschieden die Tendenz des ersten Teils des Antrages, hält aber eine bessere Fassung für nötig. Er Empfehle, über die beiden Teile des Antrages getrennt abzustimmen.

Abg. v. Treuenfels (kons.) lehnt den ganzen Antrag ab.

Abg. Marcour (Centr.) erklärt, daß seine Freunde im wesent­lichen auf demselben Boden stehen, wie Herr Büsing, und daß es viel­leicht das richtigste sei, dem Vorschläge Pachnickcs zu folgen.

Nach einer Bemerkung des Staatssekretärs v. Podbielski be« merkt Abg. Singer (Soz.), er könne sich von der Pose des Bieder­

mannes seitens des Staatssekretärs nicht überzeugen lassen, daß die Sache so harmlos sei.

Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner hierfür zur Ordnung

Artikel 3 wird in der Kommissionsfaffung angenommen mit dem 1. Teil des sozialdemokratischen Antrages.

Morgen Fortsetzung. Schluß 5 Uhr.

Ausland.

Budapest, 16. November. Kaiser Franz Josef ist heute nach Wien abgereist.

Budapest, 16. November. Graf Clary erstattete heute vormittag dem Kaiser in längerer Audienz Bericht über die Lage. Hier glaubt man, daß Graf Clary ein Votum des Reichsrates über die Frage des Gold-Erlasses provo­zieren wird.

Komorn (Ungarn), 16. November. Im Moscaer Folter-Prozeß wurde der Stuhlrichter Szabe zu drei und der Beamte Molnar zu dreieinhalb Jahre Kerker, der Notar Goebel zu einem Jahre und der Ortsrichter Czunyi zu vier Monaten Gefängnis verteilt.

Gens, 15. November. Hauptmann Dreyfus und seine Frau, die gestern hier eintrafen, sind heute um 10 Uhr 30 Min. über Basel nach Mülhausen gereist.

Paris, 16. November. Das Staatsgericht begann heute die sachliche Verhandlung mit dem Verhör der An­geklagten. Das Verhör mit Buffet füllte bisher die heutige Sitzung aus.

Paris, 16. November. Mehrere Blätter behaupten, der Leiter des BlattesJournal", Hervv, sei wegen seiner Dreyfusfreundlichen Haltung von seinem Posten ab gesetzt worden.

Paris, 16. November. In den Wandelgängen der Kammer wird die Lage des KaMnetts von den Ab­geordneten und Journalisten lebhastoesprochen.

Paris, 16. November. In der heutigen Kammer­sitzung interpellierte der Geistliche Gayrand die Ne­gierung über deren ungerechte Handlungen gegen die religiösen Vereinigungen. Die Regierung, sagte der Redner, läßt die Freimaurer-Logen, welche eine Gefahr für das Land sind, unbehelligt, während sie gegen religiöse Genossen­schaften vorgeht, die doch dem Lande nützlich seien. Hierauf interpellierte der frühere Oberst Guerin die Negierung über die Verabschiedung des Generals Negrier. Er protestierte dagegen, daß General Gallifet vorgestern nur Bruchteile des Briefes Negrier verlesen habe. Redner gibt den Wort­laut dieses Briefes bekannt. Der Brief bestätigt vollkommen die Meinung der Regierung über die Tendenz dieses Briefes. Nunmehr betrat Gallifet die Tribüne und erwiderte, Negrier sei ein aufrührerischen General gewesen. Diese Worte riefen große Erregung und Unruhe hervor. Negrier, sagte Gallifet, hat sich erlaubt, die Regierung anzugreifen. Wenn die Kammer glaubt, daß ich meine Rechte überschritt, indem ich Straf-Maßregeln gegen Negrier vornahm, "dann bin ich bereit, mein Portefeuille niederzulegen und mein Amt dem General Negrier zu übertragen. Dröhnender Beifall be­gleiteten diese ironischen Worte. Der Deputierte Lasies ergriff nun das Wort. Er interpellierte die Negierung über denselben Fall. Seine Rede ließ die Mehrzahl der Ab­geordneten kalt. Nunmehr ergriff das Wort der Minister- Präsident Waldeck-Rousseau. Derselbe besprach das Pro­gramm des Kabinetts und bemerkte, die Kammer müsse Gerechtigkeit ausüben und erklären, ob die Regierung ihrem Wort treu geblieben sei und ob sie das Programm der republikanischen Verteidigung ausgeübt habe. Die Pflicht der Republikaner bestehe darin, sich zur Verteidigung der republikanischen Traditionen zu vereinigen. (Dröhnender Beifall.)

Der Brand derPatria".

Dover, den 16. November.

Eine furchtbare Katastrophe traf, wie wir gestern bereits kurz telegraphisch meldeten, das Schiff Patria" der Hamburg-Amerika-Linie heute nacht. Als es auf der Fahrt von New-Aork nach Hamburg aus dem englischen Kanal in die Nordsee steuerte, brach Feuer aus. Es hatte 360 Menschen an Bord, darunter 150 Passagiere und unter diesen 40 Frauen mit Kindern und sechs Säug­lingen. Die Paffagiere wurden um Mitternacht in Dover gelandet. Einem Gespräche, das ich mit einem geretteten Passagier hatte, entnehme ich folgende Details: Das Feuer brach plötzlich aus, die Paffagiere lagen alle in ihren Betten zurzeit, als der Feueralarm ertönte. Unnötig zu sagen, daß alles aufs Deck eilte, welches zu einem Teil glücklicher­weise noch nicht brannte, obwohl das ganze Schiff in dicken Rauch gehüllt war, der aus den Luken herausbrach. Es wird angenommen, daß das Feuer durch Selbstentzündung von Leinsamen entstand, der einen großen Teil der Cargo- Ladung des Schiffes ausmachte. Das Oel im Samen verstärkte das Feuer. Der Schrecken unter den Passagieren war unbeschreiblich; viele von den Kajütenpassagieren halfen der Mannschaft bei den Pumpen und den sonstigen An­strengungen, um das Feuer zu ersticken. Doch war alle Mühe vergeblich. Die Paffagiere sprechen in den Aus­drücken höchster Bewunderung von dem Heroismus des Kapitäns und der Mannschaft bei dem Versuch, das Feuer zu bekämpfen. Die Szenen, welche sich unter den Frauen und Kindern und deren ratloser Begleitung abspielten, spotten jeder Beschreibung. Nach einer kurzen Beratung des Kapitäns mit den Offizieren wurde beschlossen, die Passagiere in den Rettungsbooten auszuschiffen. Die Boote wurden an der Längsseite des Schiffes heruntergelassen. Dies geschah zwölf Meilen nördlich vom Lichtschiff der belgischen Küste. Da, wie erwähnt, rauhes Wetter herrschte, vollzog sich das Ablassen der Boote unter den schwierigsten Umständen und großen Gefahren, aber prompt wie beim Manöver. Das Gepäck der Paffagiere war zum größten Teile verbrannt, und viele waren daher nur halb bekleidet

und hatten, was an Tüchern und Decken schnell erreichbar^ an sich genommen, um sich vor der Kälte zu schützen. Die Mannschaft gab ihnen, was zur Hand war. Die Feuer­signale hatten die Aufmerksamkeit des russischen Dampfers Ceres" und zweier Fischerboote erregt, und mit ihrer Hilfe gelang es, alle Paffagiere heil an Bord derCeres" zu bringen, der mit ihnen dem Kanal zu nach Dover ab­dampfte, wo sie auf den BugsirdampferLady Vita" über­geführt und im Hafen von einer hilfsbereiten Menge em­pfangen, mit dem Nötigsten an Kleidung und Wäsche versorgt und teils im SchifferHeim, teils in verschiedenen Hotels untergebracht wurden, nachdem ihnen vorher schon auf dem russischen Dampfer alle Fürsorge zuteil geworden war. Doch waren mehrere von den Frauen und Kindern, die den langen Schrecken nur im Nachtkleide mitgemacht hatten, erkrankt und in üblem Zustande. Die Schiff­brüchigen haben in Dover die aufmerksamste und herzlichste Pflege gefunden.

Ein weiterer Bericht über die Katastrophe besagt: Nachdem die Passagiere in die Boote gebracht waren, wurde der russische DampferCereS", den Kanal hinunterfahrend, bemerkt.Patria" gab Notsignale, undCeres" kam mit vollem Dampf herbei und nahm alle Passagiere aus den Booten auf, was wieder unter sehr großen Schwierigkeiten vor sich ging, und sandte dann ein Boot nach derPatria"^ um den Kapitän und die Mannschaft abzuholen. Kapitän Frölich und seine Leute erklärten jedoch, daß sie auf dem Schiff bleiben wollen, so lange irgendwelche Hoffnung aus Rettung vorhanden sei. Dies ist um so anerkennenswerter, als die größte Gefahr für die Zurückbleibenden vorhanden war, da der Rumpf sich bereits in Rotglut befand. Frölich hofft, den Dampfer an das Ufer laufen zu lassen, wo eine Möglichkeit der späteren Rettung des Schiffes verbleibt. AlsCeres" abfuhr, stand ein anderer Dampfer der Patria" zur Seite. Die Unglücksstelle war zwölf See­meilen von dem North Hinder-Leuchtschiff. Die Hafenbe­hörden sandten sofort einen Schleppdampfer zur Hilfe. Dieser kam zurück mit den erschöpften Passagieren, welche auf derCeres" nicht genügend Bekleidung gefunden hatten. Der amerikanische Konsul sorgte sofort für die Unter­bringung und Verpflegung in der Matrosenherberge und in Hotels von Dover. Die zurückgelassene Mannschaft soll meist aus Amerikanern bestehen. Die Ursache des Feuers ist unbekannt._________________________________________________

Kukates und Provinzielles.

Gießen, den 17. November 1899.

* Ernennungen u. f. w. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, den Forstaffeffor Karl Delp aus Darmstadt unter dem Vorbehalt der Rege­lung seiner Anciennetät für den Fall seiner Versetzung in den Lokalforstdienst zum Zeichner bei dem Forstvermessungs­und Taxations-Bureau mit Wirkung vom 1. Dezember d. I. an, den Geometer 1. Klasse Heinrich Scheid aus Langsdorf zum Revisionsgeometer bei dem Kaiasterami zu ernennen; dem Registratur Assistenten bei dem Ober- Betriebs Inspektor der MainMeckar-Eisenbahn, Jakob AloyL Rill, den Charakter als Registrator zu verleihen.

* Ordens Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 15. Novbr. dem Zeichner bei dem Forstvermessungs- und TaxationS- Bureau, Kanzleirat Ferdinand Heberer zu Darmstadt, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritter­kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen mit der Krone zu verleihen.

* * Aus dem höheren Schuldienst. Seine Königl. Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, am 15. November den Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz, Dr. Georg Ihm, zum Direktor der Realschule zu Gernsheim zu ernennen.

Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 4. Oktbr. dem Mitgliede der freiwilligen Fabrik Feuerwehr der Firma Cornelius Heyl zu Worms, Fabrikaufsehr Gerhard Weber in Worms.

* * Die Vorstellung des Theatervereins am gestrigen Abend, in welcher Fräulein Irene Triesch die Nora gab, war die beste der ganzen Saison. Die gefeierte Künstlerin hatte einen hier fast beispiellosen Erfolg, und das bis auf den letzten Platz gefüllte Haus rief den Gast, sowie die einheimischen Künstler unermüdlich wieder an die Rampe. Wir kommen morgen eingehend auf die Vorstellung zurück.

* * Unter den Passagieren der auf hoher See in Brand geratenenPatria" befand sich auch ein Gießener, der Verwandte eines hiesigen Hoteliers. Auf eine telegra­phische Anfrage des letzteren Herrn bei der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Aktiengesellschaft in Hamburg er­hielt derselbe heute die Mitteilung, daß die Geretteten morgen (Samstag) abend auf dem DampferKaiser ffrieb» rich" in Hamburg eintreffen werden.

Vermischtes.

Dortmund, 16. November. Unter schwerem Ver­dacht. Eine böse Skandalaffaire hat in Unna zur Ver­haftung des praktischen Arztes Dr. med. Grüne, eines 60jährigen Mannes, Veranlassung gegeben. Grüne ist auf Requisition der Königlichen Staatsanwaltschaft zu Dortmund wegen Verbrechens gegen § 219 Reichs - Strafgesetzbuches festgenommen worden. Der Verhaftung des Arztes ging die Festnahme eines jungen Mannes und eines Mädchens aus der Gegend von Werl vorauf, welche bereits das in Frage kommende Verbrechen eingestanden haben sollen. Die Wohnung des Dr. Grüne wurde polizeilich geschlossen, die vorhandenen Papiere und Briefschaften wurden beschlagnahmt. Man vermutet, daß die Angelegenheit noch weitere Kreise ziehen wird.

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