der Vorbeimarsch des 3. Bataillons des 83. Regiments und der 1800 Mann starken Waldeckschen Kriergervereine erfolgte. Nach Schluß der Feier kehrten die Herrschaften nach dem Schlosse zurück. In der Ansprache, welche der Fürst bei der Denkmalsenthüllung an den Kaiser richtete, dankte er demselben in seinem Namen und in dem seines Volkes. Deutscher Sinn und deutsche Treue seien stets waldeckische Art gewesen, und schon sein Vater habe Deutschlands Einheit unter Preußens Führung gewollt. Ich gelobe aufs neue: „Wir Waldecker wollen treu stehen zu Kaiser und Reich. Se. Majestät der Kaiser lebe hoch!" Der Kaiser antwortete, indem er an die Rampe des Kaiserzeltes trat, er sage dem Fürsten und Volke herzlichen Dank und in der Ueberzeugung, daß die Gesinnungen des Vaters des Fürsten noch bestehen und weiter gepflegt werden, rufe er: „Der Fürst und sein Haus Hurra!" Hierauf legten die Herrschaften Kränze am Denkmal nieder. Um 2 Uhr fand im Schlosse Galatafel statt. — Nach der Galatasel hielt Se. Majestät der Kaiser Cercle und begab sich um 41A Uhr, geleitet vom Fürsten und der Fürstin zum Bahnhofe, wo sich auch die übrigen Fürstlichkeiten und die Spitzen der Behörden eingefunden hatten. Auf der Fahrt zur Bahn wurde Se. Majestät von der Bevölkerung aufs lebhafteste begrüßt. Der Kaiser ist abends um 6 Uhr von Arolsen wieder in Wilhelmshöhe eingetroffen.
— Die Gemeindewahlrechtsvorlage. Gestern wurde mitgeteilt, daß auch die Vorstände der freikonservativen Vereine von Elberfeld und Barmen sich gegen die Beratung der Gemeindewahlrechts-Vorlage erklärt haben, da die betreffenden Steuerverhältniffe nicht genügend erforscht seien. Es heißt nun in einer zustimmenden und erklärenden Notiz der in Barmen erscheinenden „Westdeutschen Zeitung": Wie wir erfahren, herrschte in der vorerwähnten Versammlung völlige Einhelligkeit über die hier in Betracht kommenden wichtigsten und grundsätzlichen Fragen. Mehrfach wurde betont, daß die Städte im Westen, insbesondere auch unsere beiden Nachbarstädte, nicht zu leiden gehabt haben unter den sogenannten „plutokratischen" Einflüssen; deshalb wünschten auch die Vertreter des „kleinen Mannes" nichts weniger, als eine Beschränkung dieses bisher segensreich wirkenden Einflusses. Die ganze Frage ist ja zweifellos eine außerordentlich schwierige. Die Verhältnisse im Staate find so unendlich verschieden, daß es fast unmöglich ist, sie über einen Kamm zu scheren, und wir meinen, daß ba§ historisch gewordene vor allem da geschützt werden müsse, wo es sich bewährt hat. Das kann aber nur geschehen, wenn man mit äußerster Vorsicht und auf Grund von zweifellos zutreffenden Thatsachen vorgeht, nicht aber leichten Herzens Beschlüsse faßt, die im schärften Sinne des Wortes „ein Sprung ins Dunkle" genannt werden müssen. Es muß ja zugegeben werden, daß zum Beispiel in der Weltstadt Berlin sich eigentümliche Verhältnisse herausgebildet haben. Wir erinnern nur au die dort hervortretenden Seltsamkeiten, daß in dem einen Wahlkreise der Minister in der dritten Klasse und in einem benachbarten Bezirk ein schlichter Bürger in der ersten Klasse wählt, Berlin nimmt aber schon in mancher anderen Beziehung eine Ausnahmestellung ein; mag man sie dieser Millionenstadt also auch hier nötigenfalls gewähren, nicht aber durch Verallgemeinerung unseren blühenden Gemeinwesen eine höchst bedenkliche Einrichtung auferlegen. Jetzt in Uebereilung ein Gesetz zu machen, dessen Tragweite sogar nach dem Eingeständnis der Regierungsvertreter wegen der unvollständigen Unterlagen nicht zu übersehen ist, scheint uns durchaus verkehrt.
— Nachdem das Kieler Konsistorium die Wählbarkeit eines Sozialdemokraten zum Kirchenältesten anerkannt und die sozialistischen Kirchenwahlen in Sande bestätigt hat, erläßt die Schleswiger Regierung eine Verfügung über ihre Stellung zur Wahl eines Sozialdemokraten zum Mitglied des Schulkollegiums. Die Verpflichtung eines zum Mitgliede des Schulkollegiums gewählten Sozialdemokraten se: so lange auszusetzen, bis die Frage eingehend geprüft ist, ob gegen die Person des Gewählten, gegen die Wählbarkeit oder das Wahlverfahren Bedenken vorlieqen, und bejahendenfalls bis das Ergebnis dieser Prüfung'der Regierung vorgetragen und deren Entscheidung eingeholt ist. Bei der Wiederwahl eines Sozialdemokraten sei in derselben Weise zu verfahren. Die Enthebung der Sozialdemokraten von ihrem Amt als Mitglied des Schulkollegiums soll jedesmal erfolgen, wenn sie es unterlassen, dahin zu streben und dafür zu sorgen, daß die Heranwachsende Jugend nicht nur in den für das bürgerliche Leben nötigen allgemeinen Kenntnissen und Fertigkeiten unterwiesen, sondern auch zu gottesfürchtigen, sittlichen und vaterlandsliebenden Menschen erzogen werde. Zur Einleitung des Enthebungsverfahrens ist stets die Entscheidung der Regierung einzuholen.
— Die „Ehrentafel", welche der sozialdemokratische Parteivorstand allmonatlich mit den Namen der „Opfer des Zuchthauskurses" veröffentlicht, enthielt bekanntlich seinerzeit nicht die Namen der in dem Löbtauer Prozeß Verurteilten Der Parteivorstand erklärte das damit, daß die Strafthat mcht m dem geringsten Zusammenhang mit der sozialdemokratischen Bewegung stehe; er sei nicht geneigt, die ©traf- lljat zu beschönigen ober gar als mit der Parteibewequnq zusammenhängend erscheinen zu lassen. Jetzt aber stehen die wegen der Herner Krawalle Verurteilten mit 14 Jahren, 6 Monaten und 4 Wochen Gefängnis in der neuesten Ehrentafel" verzeichnet. Der Vorstand erkennt allo den Zusammenhang der Ausschreitungen mit der sozialdemokratischen Bewegung an. Als sie stattsanden, wies die sozialdemokratische Preffe jeden solchen Zusammenhang ab. Der Unwille, welchen das Verhalten des Vorstandes in dem Löbtauer Falle bei den „Genossen" erregt hat, scheint ihn diesmal bewogen zu haben, die Herner „Opfer" aufzuführen ehe Reklamationen kämen. Alle übrigen auf der Ehrentafel" aufgeführten „Opfer" haben zusammen AAL Jahre Gefängnis erhalten wegen Erpressung, Nötigung, Beleidigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und dergleichen
Die in Bochum verurteilten Polen werden einfach als „am Herner Streik Beteiligte" aufgeführt.
Magdeburg, 15. August. Auf dem 12. Berbandstag des Centralverbandes deutscher Bäckerinnungen „Germania" gab heute, am zweiten Verhandlungstage, der Reichstagsabgeordnete Euler (Centr.) die Erklärung ab, daß er namens seiner Fraktion den deutschen Bäckern die Versicherung abgeben könne, das Centrum werde alles daran setzen, daß die Bäckerei-Verordnung, wenn nicht aufgehoben, so doch gemildert werde; z. B. auf die Minimalruhezeit von 8 Stunden. Des weiteren trat Abg. Euler für den Befähigungsnachweis ein. Zur Frage der Konsum-, Be- amten-Vereine und Bazare wurde eine Resolution angenommen, worin verlangt wird, durch gesetzliche Maßnahmen die betreffenden Vereine einer Besteuerung zu unterwerfen. Bezüglich der Gründung eines allgemeinen Streikfonds der deutschen Bäckermeister wurde beschlossen, den Centralvorstand zu ermächtigen, bei Ausbruch von Streiks im Bäckergewerbe aus der Kasse bis 30 000 Mark zu bewilligen. Vom 1. Januar 1900 ab bis zum nächsten Verbandstag sind pro Kopf pro Jahr 50 Pfennig zu erheben. Der nächste Verbandstag wird dann weitere Dispositionen treffen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen; damit ist ein Ge- neralstreikfonds begründet._______________________
Ausland.
Paris, 15. August. „Jntransigeant" berichtet, daß Rochefort sich in San Sebastian befinde.
Paris, 15. August. In vergangener Nacht wurden seitens der Sozialisten und Radikalen vor dem Gebäude der „Libre Parole" und des „Jntransigeant" feindliche Kundgebungen veranstaltet. Die Demokraten begaben sich hierauf vor das Lokal der „Aurore" und der „Petit Nepu- blique" und brachten Hochrufe auf die Redakteure aus. Die Polizei schritt ein und zerstreute die Demonstranten. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Verhafteten wurden aber alsbald wieder auf freien Fuß gesetzt.
Paris, 15. August. Heute früh 4Uhr wurde Guvrin der Verhaftsbefehl zugestellt. Derselbe äußerte, er fei entschlossen, bis zum Tode Widerstand zu leisten. Er veröffentlichte heute früh einen Aufruf an die Einwohner von Paris, worin er zum Aufruhr und zur Empörung auffordert.
Paris, 15. August. Vor dem Lokal der Antisemiten, in welchem Gusrin sich aufhält, zogen gestern abend tausende von Kundgebern vorüber. Unter ihnen wurde der Afrika-Reisende Kapitän Monteuil erkannt. Er gab Veranlassung zu einer Kundgebung zu gunften der Armee. Kurz nachher erschien in einem Wagen ein General. Er wurde lebhaft akklamiert und eines Stücks Weges begleitet. Für heute abend, nach Ablauf der 24stündigen Frist, welche Guerin und seinen Genossen von der Polizei gestellt worden ist, werden wichtige Ereignisse erwartet.
Paris, 15. August. Es giebt noch Humor in der Weltgeschichte. Während in Rennes der Dreyfusprozeß, der, wie er auch ablaufe, für Frankreich eine herbe Tragödie ist, seinem Ende zuschleicht, spielt sich in Paris eine Posse ab, die von überwältigender Komik ist. Die große Nation hat ihren internen Krieg, bei dem sie nur Hohn ernten kann, selbst wenn sie Siegerin bleibt. Der Antisemitenführer Gusrin, den man mit Döroulöde verhaften wollte, hat sich im Klubhaus verschanzt und pfeift auf die ehrwürdige Republik. Er ist ein Komödiant von Talent und zweifellosem Mut. Die gute Dampfspritze der Berliner Feuerwehr würde dem unglaublichen Ulk in 5 Minuten ein Ende wachen, aber an solche Mittel denken die Franzosen nicht. Erst haben sie das Schlachtfeld in der Rue Chabrol abgesperrt, dann haben sie versucht, den Belagerten auszu- hungern und auszudürsten, und schließlich haben sie drei, sage drei Kompagnien Soldaten vor die Festung mit angeblich 40 Insassen geschickt, die gestern den Sturm unternehmen sollten, wenn der Eingeschlossene nicht kapitulieren wollte. Wie es sich bei einem ehrlichen Krieg geziemt, hat man durch den Polizeipräsekten den widerhaarigen Gegner zunächst aufgefordert, sich zu ergeben. Er hat indessen, wie der Draht mit treffender Kürze meldet, abgelehnt. Da sich aber die französische Republik auch nur bis zu einem gewissen Grade narren läßt, so wurde dem Zernierten mit- geteilt, daß nachmittags der Sturm auf das Haus von den drei ruhmsüchtigen Kompagnien ausgeführt werden sollte. Nach menschlichem Ermessen war für die Angreifer Aussicht auf Erfolg vorhanden. In einer Anwandlung von Großwut hat der Kriegsrat, bestehend aus dem Minister Waldeck- Rouffeau und dem Polizeipräfekten Lepine, den Sturm noch aufgeschoben und sich damit begnügt, zu dem letzten fried- ichen Mittel zu schreiten und den Belagerten die Fcrn- prechleitung abzuschne^n. Bis zum Schluß der Redaktion ist eine Siegesnachricht noch nidjt eingetroffen und wir wüsten uns mit der Schild^rng der Wahlstatt begnügen. Es handelt sich um das §«r. 51 in der Rue de Chabrol, 5 Minuten vom Ostbahnhofi Die Rue de Chabrol ist zwar emeswegs eine sogen, „stille" Straße, denn außer einer großen Omnibusliine bewegt sich tagsüber viel Fracht- und Lastfuhrwerk durch sie hindurch, aber doch eine im bürger- ichen Sinne „ruhige" d. h. wohlanständige Straße. In )em Hause Nr. 51 befindet sich der Sitz, das Hauptquartier )e§ gefürchteten antisemitischen Agitators Jules Gusrin. Sehen wir uns das Haus — von außen wenigstens, denn )inein kann nicht einmal die hohe Polizei — ein wenig an. Es sieht funkelnagelneu aus in seinem erst voriges Jahr ertiggefteßten freundlichen cremefarbenen Anstrich, mit den Weißen, jetzt hermetisch geschlossenen Fensterläden und kohl- chwarz glänzenden Blechschildern, die, vier an der Zahl, in ber Hohe bes ersten unb einzigen Stockwerks angebracht, in goldener Schrift allerhanb Inschriften tragen: „L’Antijuif, )ublication hebdomadaire illustree“, „Le grand Occident de France, rite antijuif (!), „La main d’oeuvre, Organe du travail national“ usw. Unten, in der Mitte, eine dunkel
grün gestrichene, recht solide ausschauende Flügelthür, in- der ein sauberer Briefeinwurf aus Messingblech und ein kleines Schiebefenfterchen angebracht sind. Das Haus, das- wie ausgestorben dasteht, ist nur ein Stockwerk nebst Dachstuhl hoch und wird daher von ber nebenstehenben Nr. 49, die fünf Geschosse aufweist, erheblich überragt: eine bort etwa aufzustellende Belagerungsbatterie bes weltberühmten „120 Court" würde die belagerte Festung demnach wesentlich und sehr vorteilhaft „überhöhen", wie der Fachausdruck lautet. Auf der anderen Seite stößt das Hauptquartier ber Antisemiten an bie Cito b'Hauteville, einen an sich schon, ziemlich engen Durchgang, der gegenwärtig durch das Baugerüst des neuaufzusührenden Hauses Nr. 53 (ber Rue de Chabrol) auf einen ganz schmalen Gang von etwa 1V2 Mtr. Weite beschränkt ist. Am unteren Ende ber Site b'Hauteville befindet sich bas „seinbliche Hauptquartier", nämlich das Polizeikommissariat des Stadtviertels Enclos- Saint-Laurant. Die Rue de Chabrol, aus die allein bie Fenster des belagerten Hauses hinausgehen, ist schon den ganzen Tag über von einer sonntäglich vergnügten Menge erfüllt, bie mit Mühe von etwa einem Dutzenb, übrigens recht menschenfreunblich auftretenben Schutzleuten für den Wagenverkehr freigehalten wirb. Aller Blicke richten sich nach einem ber kleinen Dachfenster — die einzigen, bie offen stehen —, wo sich in luftiger Höhe an einem Binbfaben ein kleiner rotbrauner Affe aus Papiermach« im Winbe schaukelt. Von dem Aefflein hängt an einem zweiten Bindfaden ein säuberlich ausgeführtes weißes Plakat herab, auf dem in weithin sichtbarer schwarzer Schrift bie Worte zu lesen sind: „Le Traftre J. Reinach“. Natürlich freut sich alle Welt über den „kolossalen Witz", unb bie „belagernden" Schutzleute haben ebenfalls nichts einzuwenben. Freilich wissen sie ganz genau, daß ihnen etwaige Einwänbe nichts nützen würden, denn so lange der „Feind" nicht „kapituliert" hat, läßt sich auch gegen den Affen nichts unternehmen. So beschreibt bie „Straßb. Post" den Ort, wo sich, wenn bie Großmut ber Regierung nicht anhält, bie tollsten Dinge ereignen können.
Rennes, 15. August. Das Besinben Laboris hat sich währenb ber Nacht etwas gebessert. Das Fieber läßt nach, aber ein stechenber Schmerz längs ber Wirbelsäule ist vorhanben. Labori ist bas Sprechen strengstens untersagt. Seine Gattin wacht unentwegt bei ihm. Der bekannte Arzt Doyen ist aus Paris hier eingetroffen. Er sprach sich über die Chancen einer Operation günstig aus. Es besteht keine Gefahr für bie Lunge. Als Labori gestern im Fieber lag, sprach er fortwährenb vom Prozeß Dreyfus. U. a. sagte er in seinen Fieber-Phantasien: Sagt General Mercier, baß ich ihm heute Fragen stellen will. Ich kehre zur Verhanb- lung zurück. Sagt General Chanoin, baß ich ihn über ein gewisses neues Dokument aus bem geheimen Dossier befragen will. Im Laufe bes heutigen Vormittags sollte eine Beratung zwischen Matthieu Dreyfus unb Demange unb anberen stattfinden, in ber über bie Ersetzung Laboris beschlossen werben soll. Man glaubt, baß Mornarb, ber in ber Dreysus-Sache vor bem Kassationshofe plaibierte, mit ber Verteidigung Dreyfus betraut werben wirb. — In ber von Labori bewohnten Villa ziehen fortwährenb Freunbe bes Verwunbeten Erkunbigungen über sein Befinben ein. Bis gestern abend waren 500 Depeschen im Hause Labori eingelaufen. — Von dem Attentäter fehlt noch jede Spur. Es sind Anzeichen vorhanden, daß der Mann das Verbrechen schon am Freitag ausführen wollte. Man sah das signalisierte Individuum jenen Tag früh zwischen Pont Chateaubriand und Pont Richmond. Offenbar waren ihm aber die Umstände nicht günstig für sein Vorhaben. Der in Le Mans verhaftete, des Attentats verdächtige Maschinist Gallain ist wieder freigelassen worden, nachdem er sein Alibi Nachweisen konnte.
— Die Agitation für bie Annexion San Do- w i n g o s burch bie Vereinigten Staaten zieht rasch weitere Kreise. Das amerikanische Synbikat, bas bie Finanzen ber Negerrepublik tatsächlich kontrolliert, ihre Zölle unb Staatseisenbahnen verwaltet, setzt alle Hebel in Bewegung, um bie Regierung von Washington zur Intervention zu veranlassen, unb wenigstens bie Verkünbung eines amerikanischen Protektorats durchzusetzen. Diese Leute berufen sich jetzt in der mit ihnen arbeitenben Expansionspresse vor allem ba- rauf, daß bereits General Grant während seiner Präsibent- chaft bem Senate einen Vertrag unterbreitete, worin bie Regierung San Domingos der Annexion durch bie Vereinigten Staaten formell zustimmte. Der Senat verwarf )en Vertrag bamals mit nur einer Stimme Mehrheit. Die- elben Leute begünstigen auch ben Prätenbenten Jimenez, unb sie ftnb es, bie diesem in der Hauptsache die Mittel zu einen Flibustier-Expeditionen liefern.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, den 16. August 1899.
* * Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzoghaben Allergnädigst geruht, zum 1. August dem Prokuristen der Firma Dörr u. Reinhart in Worms, Johann Franz Jllig dortselbst, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps bes Großmütigen, — am 2 August l. I. der Gemeinbehebamme Eva Schmelig zu Hofheim die Silberne Mebaille des Ludwigsordens zu verleihen.
* * Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr. Königl. Hoheit bes Großherzogs vom 12. Juli bs. Js. bem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Gau-Algesheim, Jakob Hassemer, sowie den Mitgliedern ber freiwilligen Feuerwehr zu Bingen: Heinrich Ritz, Joh. Bernet unb Math. Dulcius zu Bingen.
* * Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königl. Hoheit der Großherzog habenAllergnäbigst geruht, am 9. August dem Pfarrer Lubwig Storck zu Ober-Mossau bie evange-


