Ausgabe 
17.2.1899 Erstes Blatt
 
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Freitag den 17, Februar

1899

Kr. 41 Erstes Blatt.

Gießener Anzeiger

General-U^eiger

monathd) 75 Pfg. mit Bringerlohn.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Bezugspreis viertrljührl'ch

Ave AnzeigeN'BermittlimgSstellen deS In- und Auslande« nehmen Anzeigen für den «Yiehener Anzeiger entgegen

Erscheint lägkich mir Ausnahme deS

Montags

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Innabrnt von Anzeigen zu der nachmittags für den felgtubtn Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.

Zlints- und Airzeigeblatt |iw den Kreis Gietzen.

Neftatrion. Erpeb'.tion und Druckerei:

-chKlltrahe Nr. 7.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hestische Landwirt, Dlütter für hessische Volkskunde.

Adresse für Depeschen: jUtjdqrr Fernsprecher Nr I.

Amtlicher Wl.

Gießen, den 16. Februar 1899.

Betr.: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestüts­beschäler nach den Landgestütsstationen.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises.

Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen, daß die Landgestütsbeschäler für die Land- gestiütsstationen Berstadt, Butzbach und Grünberg abge- gaiigen sind.

v. Bechtold.

Bekanntmachung.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche in dem Gehöfte des H. Ott zu Liederbach, Kreis Alsfeld, erloschen ist, wird die üb^r dieses Gehöfte verhängte Sperre wieder sufAehoben.

Gießen, den 15. Februar 1899.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

Stuten köruug

des Landespferdezucht Vereins im Großherzog- tom Hessen und Prämiierung von aus gekörten Zivilen gefallenen golften im Jahre 1899 bett.

Reihenfolge

Ort

Freitag, 3.

nachmittags

2

Zu kören 9 Uhr. 15

15

15

15

12

25

10

12

15

11

Butzbach Giänberg Obc r-Ofleiden Romrod kngelrod Fchllitz Düdelsheim Hirzenhain

Samstag, 4.

Montag, 6.

Dienstag, 7.

Dienstag, 7.

Mittwoch, 8.

Donnerst.,9.

Freitag, 10.

Freitag, 10.

Oberhessen.

Tag und Stunde

Die Körtermine finden in nachstehender patt:

vormittags 9V2 nachmittags 2 vormittags 10 nachmittags 2% vormittags 91/, vormittags 9 vormittags 8l/2 nachmittags 2

B J^^itag, 3. März, vormittags

Summa 145

Jede Stute muß Jahr für Jahr neu gekört werden; du im Vorjahre gekörte und gedeckte Stute hat die Vorhand «or der noch nicht gekörten oder nicht gedeckten Stute. Im «beugen entscheidet die Qualität.

Für jede gekörte Stute wird dem Besitzer von der Momnuffton ein Deckhengst vorgeschlagen. Der Besitzer chMt für jedes aus seiner gekörten Stute von dem be- pimnten Hengst gefallene lebende Fohlen vom Verein uch. Vorlage der beglaubigten Abschrift des Geburtsscheines ni> Angebinde von 20 Mark als sogenanntes Fohlengeld »Asdezahlt.

Körung einer Stute ist^ an Einstimmigkeit der Ncfommiffton gebunden.

.?H^örkommissäre werden mit den nötigen Ersatzwahlen :t nämlichen Herren wie im vergangenen Jahre thätig sein.

Bis zu 320 Stuten können gekört werden.

, k $örun$ wird eine Prämiierung der Hcngst-

Stutfohlen verbunden, die in den Jahren 1896 und M7 aus gekörten Stuten gefallen sind. Die Prämiierung uier zweijährigen und dreijährigen Hengst- und Sohlen findet gleichzeitig mit der Körung bei d7n einzelnen Ml:ermincn statt. ö

®efller solcher Fohlen werden hiermit zu ihrer Mffuhrung aufgefordert und besonders darauf aufmerksam Wascht, daß die Besichtigung bezw. Prämiierung nur erfolgt, Mnni der Körkommission Kör- und Deckschein voraereiat morbien ist. 909

Rur fehlerfreie Tiere können prämiiert werden. An Mstn sind vorgesehen:

1. Für Dreijährige:

10 Preise ä 100 Mk. = 1000 Mk

10 a 60 600 .. -

10_ a 40_ = 400

30 Preise . . . .. = 2000 Mk.

2. Für Zweijährige:

16 Preise ä 50 Mk. --- 800 Mk.

20 ä 40 = 800

20 i 30 = 600

56 Preise 2200 Mk.

im ganzen 86 Preise im Betrage von 4200 Mk.

Darmstadt, den 28. Januar 1899.

Für den Vorstand:

von Wester well er. Naegels.

Deutscher Reichstag.

33. Sitzung vom 15. Februar. 1 Uhr.

Tagesordnung: Fortsetzung der ersten Beratung der Novelle zum Jnvaliditätsversicherungsgesetz.

Abg. Payer (südd. Volksp.) meint, es habe allen Anschein, daß die Vorlage in ihrer jetzigen Gestalt keine Aussicht auf Annahme habe. Uebereinstimmung herrsche nur darüber, daß Mißstände da seien, deren Beseitigung zu wünschen sei, und beinahe Uebereinstimmung auch dar­über, daß der Notstand der ostpreußischen Anstalt kein un­verschuldeter sei. Er, Redner, könne einer Vermögens­konfiskation keinesfalls zustimmen; am annehmbarsten scheine ihm der Vorschlag einer einmaligen baren Herauszahlung an die notleidenden Anstalten. Für diese Summe müßten natürlich die leistungsfähigen Anstalten aufkommen. Die Bedeutung der örtlichen Rentenstellen werde überschätzt. Es fehle ihnen vor allem die umfassende Erfahrung der An­stalten. Auch die Kosten der Rentenstellen, etwa 10 Mil­lionen, die alle von den Arbeitern aufzubringen sein würden, seien zu bedenken. Für Dezentralisation sei er, Redner, sehr gerne zu haben, aber nicht für eine solche. (Beifall links.)

Abg. von Loebell (kons.) bestreitet die Zulässigkeit eines Vergleichs zwischen dem hier geplanten Vermögens­ausgleich und sozialistischen Teilungsbestrebungen. Das Vermögen der Anstalten sei überhaupt kein Vermögen im privatrechtlichen Sinne. Redner berührt weiter die Frage des Arbeiterschutzes. Nach Ansicht seiner Freunde sei da ein langsames Tempo angezeigt, denn mehr als die Arbeiter bedürften die Kleingewerbetreibenden eines Schutzes.

Staatssekretär Graf Posadowsky nimmt die ost­preußische Anstalt in Schutz. Die jetzige ungünstige Lage einzelner Anstalten sei nur die Folge von Irrtümern in zahlenmäßigen Berechnungen, und solche Irrtümer dürften nicht absolutes Recht schaffen. Deshalb müsse jetzt un­bedingt Ausgleich geschaffen werden. Das sei kein sozia­listisches Verfahren. Der vom Abg. Hitze gemachte Vor­schlag einer Ausdehnung der Versicherung aus Witwen- und Waisen würde den Durchschnittsbeitrag pro Kopf der Ver­sicherten, der jetzt 9 Mk. 30 Pfg. betrage, etwa um 9 Mk. 60 Pfg. erhöhen. Das sei jetzt undurchführbar.

Abg. Hermann-Braunsberg (Centr.) tritt für den Vermögensausgleich gemäß der Vorlage ein, und zwar im Interesse der ostpreußischen Anstalt, deren Notlage eine unverschuldete sei.

Abg. Wurm (Soz.) weist lebhaft die Ausführungen des Abg. von Loebell gegen die Sozialdemokratie zurück. Derselbe habe die Sozialgesetzgebung gerühmt, für welche sich die Arbeiter nicht dankbar genug bezeigten. Sie, so wendet sich Redner zu den Konservativen, haben diese Ge­setzgebung ja nur geschaffen aus Furcht vor uns. (Unruhe rechts. Pfuirufe.) Sie haben sich damit auch nur von der Armenpflege entlasten wollen. (Erneute Unruhe rechts.) Auch in dieser Vorlage wollen Sie wieder eine Liebesgabe sür sich, nicht für die Arbeiter Ostpreußens. Redner be­kämpft sodann den Vermögensausgleich. Mit den Nenten- stellen könne man einverstanden sein, auch ganz ohne Rücksicht auf die Kostenfrage, wenn nur die Organisation so sei, daß die Arbeiter mitsprechen könnten.

Abg. Hilbeck (nl.) ist mit dem Vermögensausgleich in der vorgeschlagenen Form nicht einverstanden, sondern nur mit Schaffung eines Ausgleichsfonds aus den zukünftigen Ueberschüssen.

Direktor im Reichsamt des Innern von Woedtke sucht den vorgeschlagenen Vermögensausgleich zu rechtfertigen.

Abg. Hauß (Els. Protestler) schildert die Schwierig­keiten, mit denen die Erlangung einer Rente in Elsaß- Lothringen verknüpft sei. Solle das Gesetz versöhnend wirken, müsse vor allem der Büreaukratismus aufhören.

Abg. Sachse (Soz.) vertritt nochmals den Standpunkt seiner Partei, auf sächsische Bergarbeiterverhältniffe Bezug nehmend.

Morgen 1 Uhr Fortsetzung der heutigen Debatte. In­terpellation Johannsen. Wahlprüfungen.

Schluß 5s/4 Uhr.

Deutsches Reich.

Berlin, 15. Februar. Die Budget-Kommission des Reichstages setzte heute die Beratung der Militär- Vorlage fort beim § 2, wonach vom 1. Oktober 1899 ab die Friedens-Präsenzstärke des deutschen Heeres als Jahres­durchschnittsstärke allmählich derartig erhöht wird, daß sie im Laufe des Rechnungsjahres 1902 die Zahl von 502506 Gemeine, Gefreite und Obergefreite erreicht und in dieser Höhe bis zum 31. März 1904 bestehen bleibt. Der Kriegs­minister v. Goßler erklärte, daß die Vorlage eine Nach­wirkung der zweijährigen Dienstzeit sei. Er sei der lieber« zeugung, daß wir bei der zweijährigen Dienstzeit bleiben werden. Jedenfalls sei soviel sicher, daß wir zur vollen dreijährigen Dienstzeit nicht zurückkehren. Mit Rücksicht auf die finanziell erforderlichen Mittel habe man sich auf das äußerste beschränkt. Er bitte im Interesse der loyalen Durchführung der zweijährigen Dienstzeit um Bewilligung der Vorlage. Die weitere Beratung und Abstimmung wurde auf Freitag vertagt. Morgen steht das Extra-Ordinarium des Reichsamts des Innern auf der Tagesordnung.

Berlin, 15. Februar. Im Abgeordnetenhause stand heute die Fortsetzung der Beratung des Etats des Ministeriums des Innern Titel Ministergehalt auf der Tagesordnung. In der Debatte machte Abgeordneter Ring (kons.) auf die Gefahren aufmerksam, welche mit den gewerk­schaftlichen Verbands-Organisationen verknüpft seien, welche den sozialistischen Einflüssen unterstehen. Sei es denn nicht möglich, die Arbeiter zu retten von den freiwilligen Zwangs­verbänden? Minister v. d. Recke entgegnete, daß darauf Bedacht genommen werden müsse, durch gesetzliche Mittel einen wirksamen Schutz der Arbeitswilligen herbeizuführen. Der Titel Ministergehalt wurde bewilligt. Der Antrag Wiemer betreffend Mißbilligung des Waffengebrauchs- Erlasses wurde abgelehnt. Morgen Einführung zum neuen bürgerlichen Gesetzbuch.

Berlin, 15. Februar. In der Kommission des Abge­ordnetenhauses für das Lehrer-Reliktengesetz gab ein Kommissär des Finanzministers die Erklärung ab, daß dieser außerstande sei, einen höhern Staatszuschuß zu den Kosten der Lehrer-Reliktenversorgung in Aussicht zu stellen. Die Redner der Kommission verharrten bei ihren Forderungen, sodaß die Kommission sich vertagte, ohne daß es zu einer Abstimmung kam.

Berlin, 15. Februar. Die Bülow 'sche Rede und die Amerikaner. Die New-AorkerTribüne" veröffent­licht zur Rede des Staatssekretärs v. Bülow einen sehr freundlichen Leitartikel. Das Blatt bezeichnet die Aus­führungen des Staatssekretärs als offen, wohlüberlegt und unzweideutig. Besonders lebhafte Zustimmung findet die Erklärung der Rede, daß zwischen großen und männlichen Völkern Freimut und Gradheit die beste Politik wie das beste Heilmittel für mehr eingebildete als wirkliche Ver­stimmungen seien. Es liegt nicht der geringste Grund vor, sagt dieTribüne", weshalb zwischen Deutschland und Amerika nicht die besten Beziehungen herrschen sollten. Die New-Aorker Sonntagsblätter, voran derHerald", brachten die Reden des Staatssekretärs und die übrigen Verhandlungen in ausführlichem Wortlaut. Aus Washington wird telegraphiert: Alle hiesigen Blätter berichten ausführ­lich über die Reden des Staatssekretärs v. Bülow. Der allgemeine Eindruck ist günstig, namentlich der politische Teil der Reden begegnet sympathischer Zustimmung. Daneben fehlt es nicht an Beschwerden über unfreundliche Artikel der als antiamerikanisch bekannten deutschen Blätter.

Der Vorstand des Deutschen Apotheker- Vereins hat beschlossen, seine Mitglieder zu einer Aeuße- rung darüber zu veranlassen, ob sie ein Zusammenwirken der Apothekenbesitzer mit den staatlichen Organen zum Zwecke einer Ablösung der berechtigten Ansprüche der zeitigen Apo­thekenbesitzer für wünschenswert halten.

Nach der Aufhebung des militärischen Ranges der Reichsbeamten in Deutsch-Ostafrika beabsichtigt der General­major Siebert, wie dieRhein.-Westf. Zig." schreibt, auch eine zweckentsprechende Reorganisation der einzelnen Verwaltungs-Abteilungen des ihm unterstehenden Gouvernements. Zunächst dürfte es sich wohl darum handeln, die einzelnen Zweige weniger alsVersuchs-Domäne" für Juristen auszunützen, als bisher, und sie mehr zu zentrali­sieren. Ferner sollen in der Besetzung der Stellung eines