zu solchen Klagen zu haben so klagen Sie nicht uns, sondern sich selbst an." Sollte bald, um mit Schmoller zu reden, auf das Wellenthal der sozial-politischen Reaktion der Wellenberg des Fortschritts folgen, so werden, wie das Parvus und Ledebour ganz richtig voraussehen, die Heine' schen Ideen aufhören, bloße „Doktorfragen" zu sein, und praktisch werden. Ob dann die ganze sozialdemokratische Partei den Umschwung mitmachen, oder ob eine Spaltung eintreten wird, läßt sich jetzt natürlich noch in keiner Weise voraussehen. Als ganz sicher aber darf es unseres Erachtens gelten, daß eine neue Aera sozialpolitischer Reformen nicht dieselbe unversöhnliche Haltung der Sozialdemokratie vorsinden würde, wie 1890, wo ihr revolutionärer Größenwahn noch in voller Blüte stand. Die damals von Vollmar proklamierte Politik: „Dem guten Willen die offene Hand" würde jetzt sicherlich, wenn nicht in der ganzen, so doch in einem sehr großen Teil der Partei beifällige Aufnahme finden.
— Sturm und Unwetter. In der Nacht zum Donnerstag wurde England von dem größten Sturmwetter seit vielen Jahren heimgesucht. Von vielen Orten wird starker Schneefall und Hagel gemeldet. London ist beinahe vom Verkehr abgeschnitten. Bis zum Freitag Abend waren in London keine Nachrichten vom Festlande eingegangen. Die Nachrichten aus dem Jnlande treffen hauptsächlich auf dem Bahnwege ein; sie berichten, daß viele Menschen ums Leben gekommen sind und ungeheurer Schaden angerichtet ist. An der ganzen Küste haben sich viele kleinere Schiffsunfälle zugetragen, bei denen Menschen zu Grunde gegangen sind. Bei Llanfair-Fechan (Wales) geriet an einer Stelle, wo die Schienen weggespült waren, während der Sturm am stärksten raste, ein Eisenbahnzug ins Meer. Der Lokomotivführer und der Heizer ertranken. Die Landesstation Folkestone ist nahezu zerstört. In Manchester warf der Orkan einen Schornstein um, wodurch fünf Personen erschlagen wurden. — Der Sturm hat überaus große Ver- wüstungen in zahlreichen mittel- und oberrheinischen Städten angerichtet. Bei Bingen wurde ein Trajektschiff der Staatsbahn vom Sturm erfaßt und mit zahlreichen Passagieren stromabwärts getrieben. Unterwegs stieß das Schiff mit mehreren Kähnen zusammen, sodaß sich der Fahrgäste große Aufregung bemächtigte. Bei Bingerbrück erst gelang die Landung. — Aus mehreren Eifeldörfern laufen Nachrichten über den Einsturz von Stallungen und Scheunen ein.
Frankfurt a. M., 15. Januar.- Schauspielhaus. Fuhrmann Henschel. Im Gegensatz zu der schlechten Besetzung von Schnitzlers „Vermächtnis" war Hauptmanns „Fuhrmann Henschel" glänzend besetzt. Es will etwas sagen, wenn wir behaupten, daß Herr Bauer in der Titelrolle als Held des Stückes so gut war, wie noch in keiner Rolle. Er hatte eben diesmal keinen Augenblick Gelegenheit, sich, wie er das so gern thut, interessant zu machen, sondern im Banne des Dichters und seines Wortes war er gezwungen, stets schlicht zu bleiben. Auch Fräulein Triesch als Hanne in ihrer Eigenschaft sowohl als Magd, wie später als Fuhrmännin, kann stolz auf ihr Spiel sein. Ebenso hatte Herr Bolz als der feine, ewig vermittelnde Siebenhaar seinen besten Tag. Herr Diegelmann, der den Schwager des Henschel gab, trug gleichfalls nicht wenig dazu bei, den Höhepunkt des Stückes im Zusammenprallen mit seinem Schwager zum Vollausdrnck zu bringen. Auch Herr Grün als etwas zigeunernder Gastwirt, Herr Fricke als Kellner und Liebhaber sowie endlich Fräulein Jrmen als abenteuerdürstende Schenkwirtstochter waren sehr gut. Wenn Fräulein Boch nicht angenehm spielte, so hing dies mit ihrer geradezu unerträglichen Rolle zusammen, welche thatsächlich einen großen Teil des ersten Aktes ungenießbar machte. Das Stück selbst würde ohne den großen Zauber, der heute von dem Namen des Dichters ausgeht, wenigstens für die ersten zwei Akte nicht die geistige und dramatische Geduld des Publikums gefunden haben, bis dann im 4. unb 5. Akt die ganze Gewalt des Dichters den Zuhörer packt. Die Größe und die Tendenz des Autors, .uns Menschen wieder zu geben, die unter der Last der Arbeit einherkeuchen und nur für eine ganz geringe Spanne Zeit in der Lage sind, rein menschlich sich zu manifestieren, diese Größe bleibt ihm auch hier wieder unbestritten. Was die eigentliche Handlung betrifft, so läßt sich nicht leugnen daß diese ziemlich uneinheitlich und zerfahren ist.
Krefeld, 14. Januar. In sämtlichen mechanischen Sammetwebereien, auch in denen mit eintägiger Kündigungsfrist, ist nunmehr die Kündigung erfolgt, sodaß jetzt sämtliche Sammelweber ausständig sind.
Ausland.
Wien, 14. Januar. Die Stimmung unter den deutschen Abgeordneten ist wegen der obergerichtlichen Entscheidung in der Reichenberger Sprachen-Affaire eine äußerst erregte.
Wien, 15. Januar. Das bedrohte Deutschtum Oesterreichs rüstet sich zum parlamentarischen Verzweifln n g s k a m p f e. Aus den Reihen der deutschen Oppositionsparteien, namentlich aus den Abgeordnetenkreisen der Deutsch-Böhmen, wird für die am Dienstag wieder beginnende Reichsratstagung eine entschiedene und scharfe Obstruktion angekündigt. Die Prager „Bohemia" schreibt in einem offenbar von Abgeordneten eingegebenen Artikel: „Die bisherige neue Taktik wird unter dem Drucke der Verhältnisse und der Halbheiten abgeneigten Stimmung der deutschen Wählerkreisc der Obstruktion weichen, und zwar einer echten, unverfälschten, welche in der Formel: „Ohne Aufhebung der Sprachenverordnungen kein Budget, kein Ausgleichsprovisorium, kein Rekrutenkontingent" einen klaren und unzweideutigen Ausdruck gefunden hat. Die Obstruktion darf nur mit ihren Ursachen verschwinden, und die Sprachenverordnungen sind nur die letzte, aber nichts weniger als die einzige Ursache. Man darf nicht übersehen, daß im
österreichischen Reichsrate nicht die Parteien die Mehrheit bilden, sondern daß diese Mehrheit durch außerhalb des Parlamentes thätige, ausschlaggebende Einwirkungen ins Leben gerufen wurde. Die Obstruktion ist der Notschrei eines ganzen Volkes, sie ist der Aufruf gegen das ausschließliche Mehrheitsprivilegium, welches den Tschechen, Polen und Slovenen die Herrschaft in die Hände liefert. Die Deutschen lehnen es mit kraftvoller, feierlicher Entschiedenheit ab, in Oesterreich ein kümmerliches, gedemütigtes Minoritätsdasein zu führen und von der parlamentarischen und administrativen Ausübung des slavischen Mehrheitsprivilegiums empfindlich getroffen zu werden, und da die Obstruktion als die wirksamste und deutlichste Form dieses Protestes erscheint, muß die Obstruktion die neue Taktik sein. - „T. R."
Paris, 14. Januar. Zum gerichtlichen Stande der Dreyfussache wird der „Voss. Ztg." aus Paris gemeldet, der Kassationshof beschleunige unter dem Druck der öffentlichen Meinung seine Untersuchung und werde sie Anfang nächster Woche abschließen. Er wage nicht, seine ursprüngliche Absicht zu verwirklichen und einfach die Unschuld von Dreyfus zu verkünden, sondern werde mit starker ausführlichster Begründung das erste Urteil aufheben, da das Begleitschreiben, die Unterlage dieses Urteils, nicht von Dreyfus sei, und dem Kriegsministerium anheimgeben, den wirklichen Schuldigen, auf den das Begleitschreiben Hinweise, durch ein neues Kriegsgerichtsverfahren ausfindig zu machen. „Matin" fügt die Bemerkung hinzu, die Begründung des Urteils werde derart sein, daß sie eine neue Verurteilung Dreyfus' durch das Kriegsgericht ausschließe. — Dasselbe Blatt erzählt, Dreyfus habe, seit ihm angekündigt wurde, daß das höchste Gericht mit seinem Fall befaßt sei, den Seinen dreimal geschrieben, doch sei ihnen nur ein Brief von den dreien zugestellt worden. Dreyfus ahne nicht, unter welchem Zwang das Wiederaufnahmeverfahren beschlossen wurde. Er sei überzeugt, daß der Beschluß aus eigenem großherzigen Antrieb Boisdeffres gefaßt wurde und erschöpft sich in Dankesergüssen für Boisdeffre und die Kameraden des Offizierkorps, die nicht aufgehört hätten, an die Wiederherstellung seiner Ehre zu denken.
Havre, 15. Januar. Die Hafengegend ist vollständig überschwemmt.
— Der Bericht des Kronprinzen von Griechenland über den Krieg ist nunmehr erschienen; derselbe umfaßt 400 Seiten und schreibt die Verantwortung für die Niederlage dem Mangel an Organisation, den schlechten Vorbereitungen und den Fehlern einiger Befehlshaber zu, die seine Befehle nicht ausgeführt hätten, namentlich der Weigerung Smolenskis, nach Domoko zu kommen. — Da der erwähnte General große Volkstümlichkeit genießt, so mag diese an sich ja vielleicht berechtigte Beschuldigung immerhin nicht unbedenklich erscheinen.
Males und Urovinstelles.
Mainz, 15. Januar. Die zweite Herrensitzung, welche am Freitag unter dem Präsidium des Herrn August Lembach stattfand, übertraf die erste noch bei weitem. Zum Beginn der Sitzung hielt Herr Lembach eine witzige Ansprache mit dem Refrain: „Mag alles wechseln auf der Erde, die Mainzer bleiben wie sie sind". Es folgte Lied Nr. 1, vom Narren Rudolf verfaßt: „Wo bleibt der echte Karneval". Das Protokoll verlas diesmal Narr Grimm. Derselbe'glossierte in äußerst gelungener Weise die erste Sitzung. Narr Gerhards jr. sang, nach einem Vortrag der Kapelle, „die Liebe ist meine höchste Seligkeit". Selbstverständlich mußte er sich zu einer Zugabe verstehen. Lied Nr. 2, „Macht der Töne" betitelt, hatte den Hofpoeten Korn zum Verfasser und mußte zum Teil wiederholt werden. Darauf bestieg Narr Koch, der vor einigen Jahren Präsident gewesen, das Podium und erfreute die Narrhallesen durch einen gut gelungenen Vortrag, in dem er besonders die städtische Verwaltung mitnahm. Zwei Proletarier, die Narren Benack und Hettergott, tauschten alsdann ihre Erfahrungen aus, worauf Lied Nr. 3 vom Narren Dremmel gesungen wurde. Lohnmann Mathes (Narr Kahn), der dieses Jahr sein 25jähriges Jubiläum als Karnevalsredner feiert, erschien jetzt und erzählte von seiner feinen Kundschaft. Beifall und Tuschs wollten nach seinem Vortrag kein Ende mehr nehmen. Narr Diebold erfreute darauf durch den Vortrag einiger Kouplets. Es folgte Lied Nr. 4 „Allerneuestes Sportlied" von Eugen Binder. Dem Urnarren Schneider brachte sein Vortrag, und dem Narren Gerhards sein Lied vielen Beifall. Alsdann bestieg Alterspräsident Jacobi die Tribüne und erzielte mit seinem Vergleich zwischen Wiesbaden und Mainz Tuschs und Beifall in Menge. Abermals erschienen zwei Proletarier, die Herren Rudolf und Falk, und auch ihnen fehlte es nicht an Beifall. Das gleiche kann man nicht vom Narren Goldschmitt aus Frankfurt behaupten, denn dieser wurde durch den Narrhallamarsch gezwungen, seinen Vortrag frühzeitig abzubrechen. Lied Nr. 6 „Hut ab. Kapp uff" vom Narren Becker 111., beschloß die gelungene Sitzung. — Der gestrige große Maskenball war nur von ungefähr 1400 Personen besucht. Phantasiemasken waren, trotzdem der Ball den Charakter einer Kochschule trug, vorherrschend. Der Grund zum schlechten Besuch mögen wohl einige am selben Abend stattgefundene andere Bälle, wie der beim Provinzialdirektor v. Gagern, gewesen sein. Die Stimmung war jedoch eine äußerst animierte. H L.M.
Vermischtes.
* Eine seltsame Meldung kommt aus Triest. Danach ist dort ein Segelschiff Namens „Cäsaria", das Jquique in Peru im November verließ, von einem Hamburger Rheder zum Kauf angeboten worden. Der Rheder fügte seinem Angebot hinzu, er habe Grund zu der Annahme, daß das
Schiff mit der verschollenen „Santa Margherita" Johann Orths, des früheren Erzherzogs Johann von Oesterreich, identisch sei. Allerdings hatte die „Santa Margherita" eine Salpeterladung eingenommen, ehe sie zu ihrer letzten Fahrt auslief. Wenn dies aber der einzige Anhaltspunkt für die Vermutung des Hamburger Rheders ist, dann muß man die Nachricht von dem Wiederauftauchen des Schiffes mit dem größten Mißtrauen aufnehmen.
* 92' Millionen Mark für Klebemarken wurden 1897 im Deutschen Reiche ausaegeben. Die Zahl der eingeklebten Marken betrug 4301/, Millionen; im Vorjahre hatte die Zahl der Marken 421 Millionen, der Erlös 89*/a Mill. Mark betragen. Von den Marken zu 20 Pfennig, die von Leuten mit einem Jahresverdieuste von 500 bis 720 Mk. benutzt werden, setzte der Staat 158 Millionen Stück ab. Von den Marken zu 24 Pfennig wurden 103i/2 Millionen Stück verwendet. Am wenigsten werden Marken zu 30 Pfg. verlangt. Von diesen wurden 74y2 Millionen mit einem Gesamtwerte von 22y3 Millionen Mark verkauft.
* Zur Geschichte des Aluminiums macht die „Central- Ztg." für Optik und Mechanik eine Mitteilung, die beweist, daß wahrscheinlich schon im Alter tum e einmal ein Verfahren zur Gewinnung dieses Metalles gefunden worden war. Es handelt sich um eine Stelle in der Naturgeschichte des Plinius, die wenig bekannt ist, obschon der Begründer der modernen Aluminium-Industrie, der französische Chemiker Deville, der auf der Pariser Weltausstellung 1855 die ersten Aluminium- Barren ausstellte, auf sie hingewiesen hat. Plinius erzählt, daß einst im Palaste des Kaisers Tiberius, der in den Jahren 14 bis 37 n. Chr. regierte, ein Metallarbeiter erschien und ein metallisches Geschenk anbot, das äußerlich wie Silber aussah, aber auffallend leicht war. Der Kaiser fragte den Arbeiter, wo dieses Metall zu finden wäre, und erhielt die Antwort, daß er es aus einer thonhaltigen Erde hergestellt hätte. Tiberius fragte weiter, ob noch sonst jemand um das Vorhandensein und die Herstellung des Metalls wüßte, worauf der Arbeiter zu seinem Unheil erwiderte, daß außer ihm nur Jupiter das Geheimnis kenne. Der Kaiser nämlich war von dem Argwohn erfaßt, daß das neue Metall den Wert des Goldes und des Silbers schädigen möchte, und ließ daher die Werkstatt des römischen Aluminiumerzeugers sofort zerstören und diesen selbst enthaupten, sodaß die Erfindung vollkommen verloren ging. Die Erzählung, so wie sie Plinius giebt, läßt wohl kaum einen Zweifel daran, daß jener römische Arbeiter vermutlich ein einfacheres Mittel zur Herstellung des reinen Aluminiums erfunden hatte, als wir es heute kennen. Denn das schwierige und umständliche Verfahren, das jetzt an der Wende des neunzehnten Jahrhunderts zur Aluminiumerzeugung benutzt wird, war für die technischen Hilfsmittel des Altertums schwerlich ausführbar. So nehmen wir vielleicht heute noch an dem Verluste teil, den die Habgier und der Unverstand eines römischen Kaisers vor 18'/, Jahrhunderten der Welt beibrachte.
* Für unsere Blaujacken! An den Aufsichtsrat der Gesellschaft „Seemannshaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine" hat der kommandierende Admiral v. Knorr, unter dem 17. Dezember v. I. ein Schreiben gerichtet, in welchem es u. a. heißt: „daß es mit Freuden zu begrüßen wäre, wenn zuerst in Wilhelmshaven mit dem Bau eines Seemannshauses begonnen werden würde. Die im genannten Orte herrschenden sozialen Verhältnisse machen es besonders wünschenswert, den Unteroffizieren und Mannschaften dieser Garnison recht bald eine gemeinsame Erholungsstätte zu schaffen, damit sie dem verderblichen Einflüsse des Straßen- und Kneipenlebens mehr entrückt werden." Aus dem Schreiben geht ferner hervor, daß in Wilhelmshaven sich im Winter über 6000 Unteroffiziere und Mannschaften meist befinden. Auch ist am 3. Januar d. I. der Gesellschaft folgendes Schreiben des Gouvernements von Kiautschou zugegangen: „Tsintau, den 17. November 1898. Der Tätigkeitsbericht der Gesellschaft „Seemanushaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine" vom September d. I. ist an mich gelangt. Aus dem beigefügten Aufruf ersehe ich, daß die Gesellschaft mit der Absicht umgeht, auch in Kiautschou ein Seemanshaus zu errichten und damit auch hier ‘für das Wohl der der Heimat fernen Besatzung der Schiffe unserer Marine zu sorgen. Wenn irgendwo, so wird gerade hier ein Seemannshaus bei dem gänzlichen Mangel an sonstigen Zerstreuungen auf regen Besuch rechnen und eine Stätte der Erholung bilden können. Ich habe deshalb, um auch von hier eine Anregung zu schaffen, veranlaßt, daß ein besonders günstig gelegenes Bauterrain mit Garten für das Scemannshaus reserviert bleibt, das unentgeltlich und abgabefrei der Gesellschaft überlassen werden kann. Weiteren Mitteilungen darf ich entgegensehen, ich werde dann alles von hier aus thun, um das Unternehmen zu fördern." Die Gesellschaft „Seemanushaus usw." wendet sich an das deutsche Volk mit der Bitte, ihre Bestrebungen durch finanzielle Unterstützung fördern zu helfen. Noch ist ein weiter Weg bis zur Beschaffung der zum Bau der beiden Seemannshäuser in Wilhelmshaven und Kiautschou benötigten, naturgemäß sehr beträchtlichen Mittel. Gaben nimmt das Hofmarschallamt Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich in Kiel entgegen, auch das Bankhaus Ed. Rocksch Nachf. in Dresden ist gern bereit, Beiträge entgegenzunehmeu und nach Kiel weiterzuleiten.
* Die reichsten Berliner. Nach der Veranlagung zur Ergünzungssteuer ist am höchsten besteuert ein Berliner mit einem Vermögen von 27 Millionen Mark. Je ein Berliner ist ferner im Besitze von 26 Millionen, be- ziehungsweise 25 Millionen, etwas über 24 Millionen und 21 Millionen. Es gibt also 5 Berliner, die mehr als 20 Millionen Mark ihr eigen nennen. Mehr als 10 Mill., aber weniger als 20 Millionen Mark besitzen nach dtt Angaben der städtischen Statistik 29 Berliner. Zehnfach Millionäre gibt es demnach insgesamt 34 in der Reichs-


