Ausgabe 
16.11.1899 Zweites Blatt
 
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zur Ordnung gerufen werden müssen. Gegeu^den Abge­ordneten Lasses mußte sogar die Zensur angewandt werden; derselbe hatte gesagt, die Offiziere hätten das Recht, fich gegen die Schandregierung aufzulehnen. Waldeck-Rousseau vnd Gallifet rechtfertigten daun in längeren Reden die von der Regierung getroffenen Maßnahmen.

Sofia, 14. November. Die drahtlich gemeldete Ver- zichtleistung des Fürsten Ferdinand auf die Hälfte seiner Civilliste, die nach dem Wortlaute der bulgarischen Verfassung 600,000 Fr. betrug, inzwischen auf das Doppelte erhöht wurde, daher jetzt für das Finanzjahr 1900 wieder nur 600,000 Fr. ausmacht, muß unzweifel­haft einen günstigen Eindruck im Lande Hervorrufen. Der Zeitpunkt für diesen Verzicht war gut gewählt, da gerade heute der Finanzminister die Vorlage über die Abstriche an den Gehältern der Offiziere und Beamten in der Sobranje einbringt. Der Fürst bezeichnet es denn auch in dem be­züglichen Erlasse an den Ministerpräsidenten als seine Pflicht, die Regierung in ihren Bestrebungen, die Finanzkrise ohne auswärtige Anleihe zu lösen, zu unterstützen und mit gutem Beispiele voranzugehen._______________

Males und VrooiryieUes.

Gießen, den 15. November.

** GeschichlSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 30 Jahren, am 16. November 1869, wurde der durch den Franzosen Ferdinand Less'ps gebaute Suez-Kanal eröffnet. Diese Durchstechung der Landenge von Suez ermöglichte es, daß der Seeweg zwischen Europa und Indien fast um die Hälfte verkürzt wurde. Der Kanal ist 160 Km. lang, 75/100 Mtr. breit und 9 Mir. tief.

** ES freue fich, wer da athmet im rosigen Licht. Wir leben noch, sind gesund, frisch und munter, die ausgestandene Angst ob des dräuenden Weltunterganges hat außer der Verwirrung, die sie in einigen Köpfen anrichtete, nennens­werten Schaden nicht gestiftet. Unser bejahrter Planet hat gezeigt, daß er allen Prophezeiungen gewachsen ist im Frühjahr, wenn die Laubfrösche wieder erwachen, wird sich ein lustiges Gequäke erheben über den Wetterpropheten, der alle Welt genarrt hatte. Es konnte thatsächlich eine ernsthafte Befürchtung überhaupt nicht bestehen; denn nirgends war eine glaubhafte Nachricht aufgetaucht, daß spekulative Köpfe Fenster vermietet oder Tribünen errichtet hätten, von denen man gegen Entrichtung eines mäßigen Eintrittspreises das nicht allzu häufige Schauspiel eines Erdunterganges bequem hätte genießen können. So lange so etwas nicht der Fall ist, sind alle Gerüchte aus über­irdischen Kreisen mit großem Mißtrauen aufzunehmen. Run aber bleibt alles beim alten. Es mag viele Leute geben, die ihre Sache bereits auf nichts gestellt und mit dem letzten Nickel auch schon das Andenken an den letzten Gläubiger verjubelt hatten es wär' so schön gewesen, es war einfach nichts. Wir gehen unseren gewohnten Ge­schäften nach, sind alle in unseren Betten erwacht, der Bäckerjunge hat in aller Herrgottsfrühe geklingelt, der Langschläfer hatte sich noch einmal umgedreht, und als er fich wirklich wieder in das irdische Jammerthal zurückver­setzt fühlte, seufzte er vielleicht hatte er sich mit dem festen Vorsatz niedergelegtjenseits von Gut und Böse zu erwachen." Kein unterirdisches Getöse und Gebrüll, keine unsägliche Gewalt von außen her oder was sonst zu den Requisiten eines Erdunterganges gehören mag, hatte den nächtlichen Schlummer gestört, er kann höchstens, wenn er mit der trauten Gattin am Frühstückstisch die Zeitung durchfliegt und erfahren will, wie es bei der Weltkatastrophe eigentlich zuging, singen und sagen:Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb!" Auf leisen Sohlen kommen die Rechnungen gegangen, wie an anderen Tagen auch vergeblich hatte man sich vorgenommen, beim drohenden Untergang ein möglichst anständiges und un­schuldiges Gesicht zu machen, das alles war vergebens. Unwirsch fragt man sich heute, woher eigentlich solche un­kontrollierbaren Gerüchte stammen. Sind sie Börsenmanöver, um eine Hausse oder Baisse zu erzwingen? Will man, daß kurz vor Thoresschluß sich Engländer und Buren gerührt umarmen, sich gegenseitig um Entschuldigung bitten und sich ewiger, unentwegter Liebe und Freundschaft versichern? Dem gewöhnlichen Sterblichen bleiben diese Dinge ein unlösbares Rätsel, nicht einmal der selige Schäfer Thomas, der auf dem Gebiete der unerfüllt gebliebenen Prophezeiungen doch gewiß eine Autorität war, könnte eine nach jeder Richtung hin befriedigende Auskunft geben. Es bleibt aber unter allen Umständen immer eiu ungemütliches Gefühl, etwas unlöslich an einen Himmelskörper gebunden zu sein, über dessen Bahnen kein Kursbuch eine zuverlässige Mit­teilung enthält, der unter gewissen Bedingungen doch ein­mal entgleisen wird, und wo in letzter Linie kein lebendes Wesen für eine Betriebsstörung verantwortlich gemacht werden kann. Man darf aber nicht allzu ängstlich sein, vor allem nicht Weissagungen, wie sie jetzt bestanden, allzu leichtfertig Glauben schenken. Denn man bedenke nur, was alles hätte entstehen können, wenn man wirklich darauf vertraut hätte, daß thatsächlich heute im Weltenraume etwas passiert wäre. Gestern morgen hätte der ganze Erden­betrieb gestockt wer wird am Abend vor einem solchen Ereignis an geputzte Stiefel denken, wer hätte andere mindestens ebenso wichtige Dinge besorgt, wenn wir nun jetzt in einzelne Teile zersplittert, direktionslos im Welten­raum herumschwirrten ? Denn der Komet, mit dem wir kollidieren sollten, würde doch hoffentlich nicht so grob ge­wesen sein, daß er unsere arme Erde gleich in Atome auf­gelöst hätte, ein Paar Kontinente wären vielleicht doch übrig geblieben, wir hätten uns vielleicht doch noch einige Zeit auf einer Erdscholle von der Größe Europas halten können, dann hätten wir Streitsüchtige auf dem Mars absetzen können, während die Friedfertigen wahrscheinlich am liebsten auf die Venus übergesprungen wären. Es müßte sich wirklich für derartige Veranlassungen ein Jules Verne

finden, der sichere Auswege angiebt, wie man sich bei einem Weltuntergang retten kann. Vorläufig aber wollen wir unserer Mutter Erde ein Vertrauensvolum ausstellen, sie hat uns glorreich über die Krise des ominösen Drei- zehnten hinweggetragen, und nur der alte Dessauer hat Recht, wenn er singt:So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage!"

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** Bürgermeister-Versammlung. Am Montag (13. Nov.) fand im Saale des Cafs Ebel eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gießen unter Vorsitz des Herrn Provinzialdirektors v. Bechtold statt. Nach Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden und vor Beginn der Tagesordnung machte Herr Professor Dr. Winckler, nach einem kurzen Vortrage über die Maul- und Klauenseuche, die Mitteilung, daß nach seinen Beobachtungen das Verfüttern von abgekochter Milch seuchekranker Tiere an gesunde Tiere diese gegen die An­steckung sichere, was entsprechend den Erfahrungen auf bakteriologischem Gebiete darauf beruhe, daß die spezifischen Seuchebazillen in der Milch durch die Abkochung getötet, aber die chemischen Stoffwechselprodukte (Toxine) unverändert blieben. Er empfahl, in großem Umfange Versuche damit zu machen, und ihm das Ergebnis mitzuteilen. Herr Medizinalrat Dr. Haberkorn sprach die Ueberzeugung aus, daß die Wahrnehmungen des Herrn Prof. Dr. Winckler zutreffend seien, und führte die Analogie des Tuberkulins an, welches in gleicher Weise wirke. Herr Regierungs­rat Dr. Wagner referierte darauf ausführlich über das neue Gesetz, betreffend den Urkundenstempel. Er bemerkte, wie dieses Gesetz in die Lebensverhältnisse tief eingreise, und deswegen, sowie wegen der Haftbarkeit der mit der Stempelverwendung befaßten Beamten ein­dringend studiert werden müsse; er hob insbesondere als neu und einschneidend hervor die Bestimmungen über die Verstempelung der Baubescheide, Gewerbskonzessionen, Wirt- schastskonzessionen, Wandergewerbescheine, Tanzerlaubnis­scheine und Vollmachten. Zum Schluß wurde bemerkt, daß die vorgesehenen Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz uoch nicht erschienen seien. Herr Dr. Wagner machte danach zu Punkt 2 der Tagesordnung auf Mängel bei be[r Behandlung der Gesuche um Wirtschafts­konzessionen aufmerksam, und faßte alles zusammen, was dabei zu berücksichtigen sei. Herr Kreisbauinspektor Stahl begründete die Notwendigkeit der Abschaffung der Pflugschleifen wegen der durch sie verursachten Beschädigungen der Kreisstraßen und anderer (haussierter Wege, und schlug vor, entweder die Pflüge auf kleinen Karrenwagen zu transportieren oder die Schleifen mit kleinen Rädern zu versehen, und ein Reglement in diesem Sinne zu erlassen, wie dies auch in anderen Bezirken schon geschehen sei; die Versammlung stimmte grundsätzlich zu, es wurde aber von Herrn Bürgermeister Leun, Großen- Linden, eine längere Uebergangszeit, von etwa 12 Jahren, wegen der Kosten verlangt. Herr Kreisamtmann Boeckmann referierte über die Haftpflichtvrrsiche- rung der Gemeinden. Er wies unter Bezugnahme auf die Bestimmungen des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches, der Unfallversicherungsgesetze rc. auf die zahlreichen Fälle hin, in denen Gemeinden für Handlungen oder Unter­lassungen ihrer Beamten und Vertreter einzustehen und Schadenersatz zu leisten hätten. ES wurde die gemein­schaftliche Versicherung der Gemeinden unter günstigen Be­dingungen bei der VersicherungsgesellschaftWilhelma" in Magdeburg für Personen- und Sachschaden empfohlen. Weiter referiert derselbe über die seitherige Art der Ver­tilgung der der Landwirtschaft schädlichen Vögel, insbesondere der Sperlinge und der Raben, und die Frage, inwieweit eine Aenderung der Bestimmungen und Anordnungen notwendig sei. Man war nach längerer Dis­kussion darin einig, daß möglichst ein Scharfschießen nach Sperlingen im Felde zur Zeit der Reife der Feldfrüchte und der Kirschen durch zuverlässige Personen zu gestatten sei, da ein Verscheuchen mit blinden Schüssen nicht genüge, daß bei den Raben aber insbesondere im Winter eine ent­schiedene Vertilgung zu betreiben sei. Herr Boeckmann gab noch Kenntnis davon, daß in diesem Herbste ein starkes Ueberhandnehmen der Mäuse gemeldet werde, uud es sich um ein sicheres, leicht anzuwendendes Mittel dagegen handle. Die Versammlung einigte sich dahin, daß die Gift- legung durch einzelne Angestellte der Gemeinde nicht genüge, vielmehr das Einlegen von Strychninhafer in die Maus­löcher durch jeden erwachsenen Grundbesitzer unter Aufsicht des Ortsvorstandes geschehen müsse. An die nahezu vier­stündigen Verhandlungen schloß sich ein gemeinschaftliches Essen im Cafs Ebel, welches allgemeine Anerkennung fand.

** Der Hessische Landwirtschaftsrat hat sich an die Eisen­bahndirektion um Fahrpreisermäßigung bei der Rück­beförderung landwirtschaftlicher Wanderarbeiter gewendet. Das Gesuch wurde indessen abschlägig beschieden.

* Thealerverem. Es dürfte viele interessieren, zu erfahren, in welcher^Weise die Nora des Frl. Triesch von der Kritik beurteilt worden ist. Die erste Aufführung derNora" mit Frl. Triesch fand in Frankfurt am 15. April d. I. statt. Ein berufener Kritiker schrieb über dieselbe: Die Künstlerin hat mit dieser Leistung das Einleuchtendste und Beste gegeben, das aus ihrer reichen Begabung bisher erblüht ist. Nie war sie einfacher, nie beredter, nie rührender. Und dabei glich sie nicht der Raabe, nicht der Düse, nicht der Prokesch, sie füllte die Gestalt mit einem so besonderen Eigenleben, daß sie neben jedem Bilde, das in der Erinnerung auftaucht, für sich bestehen bleibt. Mit den ersten Worten fing sie die Stimmung ein, und weit über die flüchtige Stunde hinaus hielt sie fest. Nirgends ein Zuviel, nirgends eine Absicht, allenthalben das feinste Sichanschmiegen an die Gedanken der Dichtung, kein Ton lauter als nötig, keine Farbe bunter 'als richtig, und von Anfang bis zu Ende eine bezwingende Wärme ausströmend

so wurde die Nora des Frl. Triesch eine Sehenswürdig­keit unseres Theaters, an der sich noch recht viele empfäng­liche Herzen erfreuen und erheben mögen. So, wie das Publikum sich heute hingegeben, haben wir es lange nicht gesehen. Der Beifall, den es Frl. Triesch spendete, nahm förmlich südliche Formen an und steigerte sich nach jedem Aktschluß bis zu stürmischen Zurufen. Dem Aufsehen, das die Nora des Frl. Triesch erregte, entsprach die große Zahl der Wiederholungen der Vorstellung: Es fand schon folgenden TagS, am 16. April, die zweite Aufführung statt, der sich Wiederholungen am 18., 19., 24. April anschloffen. In der nächsten Zeit verging keine Woche, in der nicht Nora" auf Dem Spielplan gestanden hätte. Wir machen noch auf die Bilder der Künstlerin in den Schaufenstern der Herren Challier, Noll und Frees aufmerksam; der letztere hält auch Texte des Schauspiels zum Preise von 20 Pfg. vorrätig.

Am Sonntagabend fand imPostkeller" der Familieu- abend des Hessischen Waisenschutz (Verband Gießen) zur vollen Zuftiedenheit aller Anwesenden statt. Ganz besondere An­erkennung verdienen die Vorträge des Frl Moldauer aus Schotten, die durch ihre komischen Stücke große Erfolge erzielte. Später wurden einige Herren, die sich.für das gemeinsinnige Wohl besonders verdient gemacht haben, durch Anerkennungsdiplome beehrt. Hierbei waren zwei höhere Beförderungen von der Oberfechterei in Mainz für ganz besondere Anerkennung zur Ueberreichung eingelaufen. Hoffen wir, daß die bevorstehende Weihnachtsfeier mit Be­scherung ebenso gemütlich verlaufen möge, zur Freude der Mitglieder und zur Forderung gemeinsamer Bestrebungen.

** Ortsgewerbeverein. Wie im vergangenen Winter­halbjahr, so sind auch jetzt wieder an einem jeden Dienstag abend im Kaiserhof Leseabende eingerichtet worden, und werden sowohl die neuen wie neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete der Fachlitteratur als auch Stoffmuster ver­schiedener Art mit Angabe der Bezugsquelle ausge­legt. Dem Vorstand des Ortsgewerbevereins gebührt des­halb auch der Dank für diese, einem jeden vorteilbringende Einrichtung. Der gestrige Leseabend wurde noch dadurch belebt, daß Herr Baumeister und Hauptlehrer Traber einen Vortrag über die Einwirkung äußerer Kräfte auf Körper verschiedener Art behandelte, und seine instruktiven Dar­legungen an der Hand der von ihm konstruierten Modelle Lehrmittel überzeugend veranschaulichte, so daß man den Wunsch aussprach: das Gehörte und Gesehene vor einer größeren Versammlung zu wiederholen.

A Ruppertenrod, 14. November. Die Müller aus den benachbarten Orten des Ohm-Felda- und Jls- und Seenthales hielten vorgestern hier in der Gastwirtschaft Zur Krone" eine Versammlung ab. Gegenstand der Beratung bildete das Molter der Müller. Allseitig betonte man, daß das Molter oder das Entgelt für das Mahlen nicht mehr den Zeitverhältnissen entspräche. Alle Verdienste, alle Löhne seien gestiegen, dazu die Anlage und Betriebs­kosten der Mühlen ungemein gewachsen, nur das Molter bestehe noch in seiner alten Form. Einstimmig wurde i« der Versammlung beschloffen, für die Zukunft eine kleine Erhöhung in dem Molter ober in bem Entgelt für bas Mahlen eintreten zu lassen.

0 Nidda, 13. November. Herr Bürgermeister Roth wurde an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Rullmann zum ausführenden Mitgliede des Kirchenvorstandes gewählt. Am Sonntag waren es 35 Jahre, daß Herr Dekan Hofmeyer seinen Dienst in Nidda antrat; dem­selben wurden seitens der Kirchengemeindevertretung zahl­reiche Glückwünsche dargebracht.

-o- Laubach, 14. November. Am vorigen Samstag hielt der Eis verein seine Generalversammlung^ und wählte den Vorstand neu. Derselbe besteht aus den Herren Amtsrichter Zimmermann, Gymnasiallehrer Becker und Dr. Keller, Rentner Klipstein, Dr. Dietz und Gerichts­schreiber Keil. Die gräfliche Wiese, die als Eisfläche diente ist wieder gepachtet worden; hoffentlich bleibt nun das Eis nicht aus in diesem Winter. Gestern abend zeigte im Schützenhof" der Missionar Groh, Lehrer am Prc- digerseminar zu Akropony auf der Goldküste, mittelst einer Laterna magica Lichtbilder aus der Mission, wozu er sehr interessante Erläuterungen gab; dies ist eine neue Art, Missionskenntnisse zu verbreiten, wie sie in England schon lange geübt wird. Groh, unser hessischer Landsmann ans Bermutshain, geht nächstes Frühjahr wieder nach Afrika.

Laubach, 12. November. Ein Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben können, ereignete sich gestern abend in hiesiger Stadt. Die Pferde des hiesigen Arztes Dr. 93 o g e 1 wurden unweit des Unterthores scheu und rannten in rasendem Lauf nach der Wetterbrücke beim hiesigen Krieger­denkmal. Am dortigen Prellstein stieß der Wagen an; jetzt gelang es endlich bem Kutscher, bie Pferbe zu bändigen. Der Wagen war schwer beschädigt; die Pferde dagegen waren unverletzt geblieben. Glücklicherweise war Herr Dr. Vogel kurz vor dem Unfall ausgestiegen. Ebenso ist es als ein besonderes Glück zu bezeichnen, baß bie sonst be­lebte Straße von Kindern frei war.

n. Bübingen, 13. November. Herr Kr eiSveterinär- arzt Schmitt in Nidda kandidiert jetzt auch hier für die bevorstehende Landtagswahl in unserem Wahl' bezirk. Die Aufforderung dazu an ihn ist von Seiten der Reformpartei (antisemitische Partei) ergangen. Das Ge­rücht, Herr Pachter Bähr auf bem Herrnhaag, ber seither genannte Kandidat dieser Partei, werde eine Wahl nicht annehmen, findet hierdurch seine Bestätigung. Da die Wahlmänner zur genannten Kandidatur noch keine Stellung genommen haben, läßt sich über den Ausfall der Wahl gar nichts mehr Voraussagen.

Mainz, 13. November. Vom 1. April 1900 ab sollen zwei Unteroffiziere des Fußartillerie: Regiment (Brandenburgisches Nr. 3General-Feldzeugmeister"), welche

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