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* Vom Kriegsschauplatz,
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Der neue Aeldzugsplao.
Der „Spektator" erklärt die Entsetzung Ladysmiths für die wichtigste Ausgabe des Krieges. Kimberley und Maseking können, sagt er, dem Schicksale des Kriegs über- laffen werden, Ladysmith aber muß entsetzt werden, ehe irgend etwas anderes unternommen wird. Es giebt zwei Wege, das zu thun. Wir können eine neue Armee in Eastcourt (das indessen bereits geräumt worden) bilden und wen» wir, sagen wir 15000—20000 Mann und reichliche
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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gekommen sein werden. , ,
Hamburg, 14. November. Wie dem „Hamburger Korrespondent" aus Port Elisabeth gemeldet wird, beschlagnahmt das dortige Steueramt alle Kauf- mannsguter, die für Kaufleute in Transvaal und Oranje-Freistaat in den südafrikanischen Häfen von englischen Schiffen gelandet werden, als Knegs-
Paris, 14. November. Der frühere Unterstaatssekretär Etienne, dem Lord Salisbury in seiner Guildhallrede die Ehre einer Erwiderung erwiesen hat, fährt fort, gegen England zu Hetzen. „Es ist", sagte er gestern einem „Libers- Mitarbeiter, „eine Lebensfrage für unfern Einfluß m Afrika, jeden Erfolg Englands, jede Vergrößerung zu verhindern". Marquis Castellane schlägt im „Gaulois" ernstlich vor, jetzt, da die englische Flotte in entfernten Gewässern verwendet und England von Truppten entblößt sei, rasch 20 000 Mann an die englische Küste zu werfen und London zu besetzen; es werde ein militärischer Spaziergang sein und England auf lange hinaus unschädlich machen......(ejielje
auch „Neueste Meldungen" und Drittes Blatt.
Vorräte dort haben, auf Ladysmith zu dessen Entsätze marschieren, und, durch ein gleichzeitiges Vorgehen der Garnison von Ladysmith, die Buren zwischen zwei Feuer nehmen Der andere Plan ist, eine Armee von 50 000 Mann an der Grenze des Oranjesrei- staates zu konzentrieren, sagen wir bei de Aar, und auf Bloemfontein zu marschieren; das wird die Freistaatburen, wenn nicht das Hauptkorps der Transvaalburen, zwingen, sofort von Ladysmith herbeizueilen, um die Invasion zu verhindern. Unter den gegenwärtigen Umstanden ist der beste Plan, den gewöhnlichen Regeln der Strategie nicht zu gehorchen und direkt zum Entsätze von Ladysmith von East- court aus zu eilen. Der Zweck dieses Krieges ist sowohl vom militärischen wie politischen Standpunkte die Zerstörung der Kampfmacht der Buren. Wir wollen deren militärische Maschinerie demontieren und für immer außer Thätiqkeit setzen.
Wenn uns dies gelingt, haben wir das ^spiel gewonnen und werden von aller Angst befreit, den Freistaat und das Transvaal hinauf und hinabrennen zu müsfen, um überall unabhängigen Burenkommandos zu begegnen und einen Guerillakrieg im großen führen zu müssen. Aber es liegt auf der Hand, daß, wenn wir Ladysmith indirekt entsetzen und die Buren, oder deren Hauptmacht sich von der Belagerung Ladvsmith zurückziehen und nur ein Truppenkorps zurücklassen, staxk genug, unsere Truppen zu beschäftigen und deren Vormarsch durch die Pässe aufzuhalten, der Guerillakrieg begonnen haben wird. Der Krieg wird als Guerillakrieg in Natal fortgesetzt und ein großer neuer Guerillakrieg organisiert und eröffnet werden, sobald wir versuchen, über den Oranjefluß vorzurücken. Avancieren , wir indessen von Eastcourt ab, so werden die Buren schwerlich der Versuchung widerstehen, sich in einen großen allgemeinen Kampf einzulassen, d. h. gerade das zu thun, was wir wünschen." So der „Spektator". In militärischen Kreisen fürchtet man immer noch, daß General White nicht wird aushalten können, bis das nötige Ersatzheer in Durban vereinigt und marschsertig ist. Der militärische Kritiker des „Globe" weist bereits darauf hin, daß die von den Kriegsschiffen nach Ladysmith gesandten Geschütze schweigen, sei es, weil sie noch nicht erfolgreich in Position gebracht werden konnten, oder aus dem leichtverständlichen Grunde, daß der kommandierende General
I seine Munition zu sparen sucht.
Eines der verdächtigsten Zeichen in der Haltung der I Buren ist, daß dieselben die Brücke über den Tugela- fluß bei Colenso nicht zerstört haben. Sie erklären, I ihre Absicht, Ladysmith zu nehmen und dann auf die Haupt- I stadt Natals zu marschieren und die Erhaltung der Bulwer- brücke beweist, daß sie ihres Erfolges sehr sicher sind. Nach I später eingetroffenen Berichten von weißen Augenzeugen der I Kämpfe vom zweiten und dritten aber schweigen die bnti- I schen Kanonen einfach, weil sie von der schweren I Burenartillerie zum Schweigen gebracht worden.
Die Stadt Ladysmith ist thatsächlich von Garnison und I Bewohnern geräumt; die erstere hat sich in ihrem
Lager südlich der Stadt verschanzt, die Bürger- I schäft unter dem Schutz der Burenkanonen in ein improvisiertes Lager am Fuße des Jsimbulwana begeben. Die „Times" melden heute aus Durban, vom 6. November, daß die Meldungen von Eingeborenen über britische Er- I folge übertrieben seien. „Reuter" indes versendet auch heute wieder eine Depesche, gleichfalls aus Durban, I welche behauptet, die Berichte der Eingeborenen würden
„durch andere Quellen" bestätigt ... die Zahl der Verwundeten und Getöteten war schrecklich ... die Buren heulten um Gnade, das Schlachtfeld war mit Leichen be- I deckt, Ladysmith ist voller Gefangener und Verwundeter...
Morgen wird uns derselbe „Reuter" voraussichtlich das I gerade Gegenteil bringen. *
Loudon, 14. November* Nach einer Meldung aus Prätoria treffen die auswärtigen Konsuln allwöchentlich beim italienischen Geschäftsträger zusammen, um die An- aelegenheit betreffs die Interessen der verschiedenen Nationali- I täten zu beraten. Die Gefangenen auf dem Rennplatz I werden streng bewacht. — Bei Mafeking stehen I 7000 Buren. ,
Loudon, 14. November. Der Burenfuhrer Nathan I Marks wurde inLadysmith als Spion verhaftet. Präfident Krüger hat gedroht, sämtliche gefangenen englischen Offiziere erschießen p lassen, wenn Marks hingerichtet werden sollte.
Loudon, 14. November. Hiesige Blätter wollen wiffen.
Ausland.
Wien, 14. November. Die Gerüchte, daß in Czernowitz 300 Priester rumänischer Nationalität wegen Teilnahme an einer Priester-Versammlung in eine Dis- ziplinar-Untersuchung gezogen sind, sind unbegründet. Nur wenige Urheber der Demonstration wurden zur Verantwortung gezogen.
Triest, 14. November. Auf dem Lloyddampfer Berenice, welcher sich an den Kap Verdi-Inseln befindet, ist nn weiterer Pestfall konstatiert worden.
Paris, 14. November. Die Regierung veröffentlicht eine offiziöse Note, welche ihr aus Rußland zugegangen ist und in welcher erklärt wird, daß die Einigkeit zwischen Rußland und Frankreich niemals eine vollständigere gewesen sei als jetzt und zwar in allen poetischen Fragen. Diese Meldung ist eine Antwort aus die heftigen Angriffe, welche während der letzten Zeit gegen den Minister des Aeußern Delcassö gerichtet worden sind.
Paris, 14. November. Der „Matiu" versichert, er wiffe aus authentischer Quelle, daß die Summe von 1800000 Franks in der Zelle eines Paters gefunden wurden und daß dieser Pater General-Assistent des Ordens der Augustiner ist. ~
Paris, 14. November. Die Kammer ist zur Eröffnung lebhaft gefüllt und in allen Teilen des Hauses stark besetzt. Präsident Decbanel verliest die vorliegenden Interpellationen. Ministerpräsident Waldeck-Rousseau ersucht diejenigen Anträge zu vereinigen, welche ine allgemeine Politik sowie die Armee und den Klerikalismus betreffen. Die Kammer beschließt die sofortige Diskussion. Die Rechte veranlaßt eine lärmende Szene, weil der Präsident es ab* lehnt, einen Brief Doroulöde's zu verlesen. Schließlich gelangte ein Abgeordneter der Rechten zum Wort, um die allgemeine Politik der Regierung zu kritisieren. Nach Erledigung des Zwischenfalls Döroulöde beschloß die Kammer, dem Vorschlag der Regierung gemäß sämtliche Interpellationen in eine einzige über die Politik der Regierung zu vereinigen. Die verschiedenen Redner griffen me Regierung aufs schärfste an; besonders die Redner der Rechten zeich- tiefen sich durch ihre Hefligkeit aus; sie befchuldtgten Wal- deck-Rouffeau und Gallifet, die Mitfchuldigen der Sozialtsteu zu fein, welche heute der Kammer eme Revanche lieferten. Mehrere Redner sind in ihren Worten so maßlos, daß sie
Deutscher Reichstag.
100. Sitzung vom 14. November. 2 Uhr. I
Hu Ehren des hundertsten Sitzungstages der Session prangen auf I feint Prüsidialtische drei Blumensträuße. — Das Haus ist ziemlich I gilt @rQf Ballestrem eröffnete die Sitzung. Er begrüßt I
die Anwesenden herzlichst unter Hinweis auf jenen Blumenflor und I dessen Veranlassung. |
Aus der Tagesordnung stehen Petitionen. Alsdann I folgen einige geschästlicheMitteilungen. Das Andenken der v-rstorbenen Mitglieder Spies und G a n d e r wird m der üblichen »eise, durch Erheben von den Sitzen geehrt. K I
Hine Reihe von Petitionen betr. AbänderungderGe- I werbeordnung wurden der Regierung als Material überwiesen; I desgleichen die Petitionen betr. Abänderung des Krankenversicherungsgesetzes. Eine Petition aus München! betr. Reform des Jrrenwesens und des Entmündigungsverfahrens wird 1 durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Eine Petition um I Erlaß eines Reichswo h n un g s g e s e tz e s soll nach dem An- I trage der Kommission durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt werden. Hierüber entspinnt sich eine längere Debatte, an der sich die I Abgg Stockmann als Referent, Hasse (natl.) und Schrader I (srs. Vg) beteiligen. .
Letzterer führt aus, hier handle es sich nicht nur um eme Frage I fees Wohnungswesens, der Wohnungsnot, sondern um eine Frage der I Rot überhaupt. Sehr vieles könnten auf diesem Gebiete die Arbeitgeber I thu». Hr empfehle, durch Resolution den Reichskanzler um Einsetzung I einer Kommission behufs Anstellung von Erhebungen zu ersuchen.
Abg. Hitze (Centr.) schließt sich dem Kommissionsbeschluffe an. I Ion Reichswegen könnten Gelder für Wohnungszwecke nicht flüssig ge- I macht werden; das sei Landessache, und er hoffe, daß der Finanz- I Minister dafür zu haben sein werde. 3 I
Abg. Schmid t-Frankfurt (Soz.) befürwortet ein Reichswohnungs- I gesetz. Einzelstaaten und Kommunen seien zu der Lösung dieser Frage I nicht genügend befähigt. Er erklärt schließlich seine Zustimmung zu I dem Anträge Schrader. - ,. r ,
«bg. Franken (natl.l empfiehlt den Antrag Haffe, die Sache i für heute abzuletzen. r „ |
Abg. Stoecker spricht sich gleichfalls für Uebergang zur Tagesordnung aus. Es müsse irgend etwas geschehen, und zwar nicht nur m großen Städten, sondern auch in der Provinz seren dre Zustande zu Wimm, um die Sache auf die lange Bank zu schieben. Er stimme sowohl für den Antrag Hasse, wie für den Antrag Schrader.
Abg. Wurm ist für ein Reichsgesetz. Er unterstütze den Antrag Schrader, die Sache einer Kommission zu übertragen.
Geh. Ober-Reg.-Rat Gruner sagt, es sei schwer, die Wohnungsfrage von Reichswegen zu lösen. Es sei nicht möglich, polizeiliche Vorschriften Über diese Frage zu erlaffm, ohne gleichzeitig dre erforderlichen I Mittel zur Beschaffung von Wohnungen bereit zu stellen.
Abg. Fischbeck (fr. Vp.) stimmte der Einsetzung einer gemischten Kommission zur Vornahme von Erhebungen behufs späteren Erlasses eines Reichsgesetzes bei.
Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Schrader wird gegen die Stimmen der Konservativen angenommen; dre Petitionen werden demnach dem Reichskanzler überwiesen, welcher eine Kommission berufen muß, an der auch sich Mitglieder des Reichstages zu beteiligen haben, um Erhebungen über die Wohnungsstage vorzunehmen.
Hierauf folgt eine Petition des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke um Erlaß eines Trunksuchts- gcsetzes. Die Kommission beantragt Ueberweisung teils als Material, ells zur Berücksichtigung. ,, ,,
«kg. Beckh -Coburg befürchtet, daß em Trunksuchtsgesetz doch nur ein Klassengesetz gegen die unteren Stände sein würde. Er empfiehlt Uebergang zur Tagesordnung. .
Abg. Stephan (Centr.) empfiehlt dagegen dringend den Antrag der Soz. D. erwartet von solchem Gesetz mehr Nachteile
als Nutzen. Man solle vielmehr auf Abhilfe der sozialen Not hinwirken, auf Schutz gegen die Ausbeutung der Arbeiter, bann roerbe bie Trunksucht von selbst abnehmen. Mit Polizeigesetzen sei nichts zu erreichen. Auch bie Biersteuer solle man abschaffen, damit weniger Schnaps ge- ^"^Abg° Quentin (n.-l.) ist für den Antrag der Kommission. Er erkennt an, daß die Trunksucht durch schlechte soziale Verhalttiiffe gesteigert werde, doch würden oft Lohnerhöhungen m geistigen Getränken angelegt. Es handle sich hier um eine der dringendsten Ausgaben der
^Nach ^weiteren Bemerkungen wird der Kommissions-Antrag ange-
Verschiedene Petitionen betr. Einführung eines Zolles auf gärtnerische Produkte beantragt die Kommission als Material zu überweisen. Das Haus beschließt demgemäß. Es werden dann noch einige Petitionen erledigt. Eine Petition über Abänderung des Vertrages über die Ausführung eines militärischen Kasinogebäudes in Straßburg, wird an die Budgetkommission verwiesen.
Es folgen Wahlprüfungen: Die Wahl von Smalaktzs wird für gültig erklärt, die Wahl von KardorffS beanstandet.
Morgen 1 Uhr: Postgesetznovelle.
Schluß 6 Uhr.
OrMsbeilsgrn: Meßrner FsmMen blätter, Der tzeMchk Landwirt,
MsNsr fflr hessische DMslmndt.
daß die englische Regierung bei der französischen Regierung vorstellig geworden ist, damit dieselbe die Einschiffung der Offiziere nach Transvaal untersage. Es sollen nämlich, wie die englische Regierung erfahren haben will, 300 Offiziere beabsichtigen, nach Transvaal abzugehen.
London, 14. November. Aus Durban wird gemeldet, daß heute bei Ladysmith der Sturm erwartet wird.
London, 14. November. Nach einem Telegramm aus Kimberley schleudert der Feind jetzt Geschosse in die dortigen Wasserwerke.
Loudon, 14. November.
MM
1K* Meßcntr
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xouoon, i*. z/cuutmu^. „Daily Mail" versichert, daß spätestens am Donnerstag 11000 Mann britische und Kolonialtruppen unter Lord Methuen in Estcourt versammelt sein werden, um sofort zum Entsätze von Ladysmith vorzurücken. Sollte Ladysmith indes nicht in ernster Gefahr schweben, so dürste der Vorstoß verschoben werden, bis Kavallerie, reitende Artillerie und Marine Infanterie nach-


